- Oktober 1983 N
1443
Dringliche Interpellation Biderbost
#ST# Vierzehnte Sitzung - Quatorzième séance
Donnerstag, 6. Oktober 1983, Vormittag
Jeudi 6 octobre 1983, matin
8.00h
Vorsitz - Présidence: Herr Eng
83.549
Dringliche Interpellation Biderbost
Schiessübungen. Sicherheit der Bevölkerung
Interpellation urgente Biderbost
Exercices de tir. Protection de la population
Wortlaut der Interpellation vom W.September 1983
Letzten Sommer wurden innert fünf Wochen bei zwei
schweren Unfällen in den Kantonen St.Gallen (Flumserberg)
und Wallis (Dreizehntenhorn) sieben Menschen getötet. Sol-
che Unglücke in Friedenszeiten müssen mit allen Mitteln
verhindert werden.
Ich frage daher den Bundesrat an, ob er bereit ist, innert
kürzester Frist die nachfolgenden Massnahmen zu treffen:
- Das Zündsystem von Munition mit Sprengsatz ist zu
überprüfen und aufgrund der heute gegebenen Möglichkei-
ten zu modernisieren, damit Blindgänger vermieden werden
können. Diese Zielsetzung ist selbst unter Inkaufnahme
grösserer finanzieller Aufwendungen durchzusetzen.
- Die Vorschriften über die Durchführung und Kontrolle
von Schiessübungen sind zu verschärfen, selbst wenn takti-
sche Zielsetzungen in den Hintergrund gestellt werden müs-
sen. Bei unsicheren Verhältnissen ist das Zielgebiet nach-
dienstlich (nach der Schneeschmelze) nach Blindgängern
abzusuchen.
- Die Minenwerfer- und Artilleriezielgebiete sind klar abzu-
grenzen, und zwar in dem Sinne, dass nur in Vertragsge-
biete geschossen wird. In den übrigen Gebieten darf nicht
geschossen werden. Diese Vertragsgebiete sind regelmäs-
sig und systematisch nach Blindgängern abzusuchen.
- Die Aufklärung der Bevölkerung ist zu verbessern und
auf die Schule auszudehnen.
- Das Mitspracherecht der Gemeinden und der öffentli-
chen Korporationen bei der Festlegung und Durchführung
von Schiessübungen ist auszubauen und abzusichern.
Texte de l'interpellation du 19 septembre 1983
L'été passé, en l'espace de cinq semaines, sept personnes
ont été tuées lors de deux accidents graves survenus dans
les cantons de Saint-Gall (Flumserberg) et du Valais (Drei-
zehntenhorn). Il faut éviter par tous les moyens que de tels
accidents ne se produisent en temps de paix.
Je demande donc au Conseil fédéral s'il est prêt à prendre à
bref délai les mesures suivantes:
- Réexaminer le système d'allumage des munitions explo-
sives et le modifier en utilisant les techniques modernes afin
d'éviter qu'il y ait des ratés. Cet objectif doit être atteint
même si la dépense est importante.
- Rendre plus strictes les prescriptions relatives à l'exécu-
tion et au contrôle des exercices de tir, même si les buts
tactiques doivent passer au second plan. Lorsque les condi-
tions sont peu sûres, il faut, après la fin de la période de
service (après la fonte des neiges), rechercher dans la zone
des buts les éventuels ratés.
- Délimiter très clairement les zones de buts des lance-
mines et de l'artillerie et, partant, ne tirer que dans les zones
qui font l'objet d'un contrat, interdiction de tirer en dehors
de ces zones. Dans les zones sous contrat, ratisser périodi-
quement les terrains sur lesquels on a tiré, afin d'y recher-
cher les ratés.
- Améliorer l'information de la population et retendre aux
élèves des écoles.
- Elargir et garantir le droit des communes et des corpora-
tions de droit public d'être consultées lors de l'organisation
et de l'exécution d'exercices de tir.
Mitunterzeichner-Cosignataires: de Chastonay, Darbellay,
Dirren (3)
Biderbost: Mitten im Sommer dieses Jahres wurden in den
Flumser Bergen drei Personen durch einen Blindgängerun-
fall getötet. Das gab Schlagzeilen in den Zeitungen. Kaum
fünf Wochen später ereignete sich am Dreizehntenhorn im
Oberwallis ein noch tragischeres Unglück. Vier Personen
aus der gleichen Familie, die Mutter und drei Söhne, starben
durch die Explosion eines Blindgängers. Diesmal erhob sich
besonders im Wallis eine Grundwelle der Trauer, aber auch
der Empörung. Dies hat zwei Gründe: Einmal kann der
Umstand, dass vier Mitglieder derselben Familie in einem
Bergdorf von wenigen hundert Einwohnern auf einmal eines
gewaltsamen Todes sterben, ohne jegliche Übertreibung als
Katastrophe bezeichnet werden. Sie gestatten - und ich
glaube, es ist am Platze -, dass ich bei dieser Gelegenheit
und von dieser Tribüne aus den Angehörigen der Opfer
beider Unglücksfälle das herzliche Beileid des Parlamentes
ausspreche.
Ein Zweites kommt hinzu: die forcierte Militärpräsenz im
Wallis, genauer, der beschwerende Charakter dieser Prä-
senz. Ich muss hierzu kurz eine Klammer öffnen: Wir Walli-
ser sind nicht gerade als die devotesten und folgsamsten
Soldaten bekannt. Aber wir bekennen uns durchaus und
vorbehaltlos zur Landesverteidigung. Wir wissen und aner-
kennen, dass wir auch als Kanton mit einem ausgedehnten
Gebiet unseren Teil zur Landesverteidigung beizutragen
haben. Soldaten aller Grade sind bei uns willkommen. Bei
uns findet man aber Militärflugplätze, die durch Lärm,
Gestank und andere Immissionen ganze Gebiete nicht nur
belästigen, sondern auch in ihrer räumlichen Entwicklung
einengen und behindern. Hierzu kommen Artillerie- und
Flabschiessplätze sowie Zielgebiete, die unser Gebiet gross-
flächig belegen. Der Tourismus, bei uns ein wichtiger Zweig,
nutzt grundsätzlich genau die gleichen Flächen wie das
Militär. Es ist zuzugeben, dass Verhandlungen zwischen
dem Militär und den Regionen stattfinden, doch erweisen
sich diese Gespräche oft - allerdings nicht immer- als sehr
zähflüssig. Ich schliesse jetzt diese Klammer, möchte aber
festhalten, dass auch das Unglück am Dreizehntenhorn,
oder besser gesagt, die Reaktion darauf, vor dieser eher
düstern Kulisse gesehen werden muss.
Damit komme ich zu den einzelnen Punkten der Interpella-
tion. Vorerst ist es vonnöten, das Zündsystem der Munition
zu überprüfen. Bei der Evaluation kann das Risiko, Men-
schenleben auszulöschen, kaum hoch genug eingestuft
werden. Weiter ist der Schiessbetrieb straffer zu organisie-
ren. Die Vorschriften müssen nach ihrer praktischen Taug-
lichkeit überprüft werden. Vor allem aber ist die Einhaltung
dieser Vorschriften besser zu überwachen. Befehle müssen
bis unten durchgesetzt werden. Mir wurden Fälle gemeldet -
ich kann sie schwer überprüfen -, wonach sogar Rapporte
über Dienstverweigerung im Zusammenhang mit dem
Abräumen von Zielgebieten ignoriert wurden.
Ein ehemaliger Instruktor der GlarnerZentralkurse, in denen
Sprengungen und Vernichtung von Blindgängern doziert
wurden, liess mich wissen, dass man damals - es war
während der Mobilisation - strikte gegen gleichzeitiges
Schiessen aus mehreren Waffen auftrat, weil die Gefahr,
Blindgänger nicht wahrzunehmen, viel zu gross ist. Das
muss heute wieder vorgeschrieben und auch praktiziert
werden. In jedem Dienst ist auch ein grösserer Zeitraum zur
Durchkämmung der Zielgebiete zu reservieren. In diesem
Jahr ist hierfür eine Sonderaktion durchzuführen, damit
Interpellation urgente Blderbost
1444N 6 octobre 1983
gewisse Gebiete als blindgängerfrei bezeichnet werden kön-
nen. Sie sind auch von anderen Schiessabfällen zu säubern,
wie dies Frau Spiess diese Woche speziell verlangt hat. Der
Sicherheitsgrad für die Bevölkerung kann damit wieder nor-
malisiert werden.
Trotz diesen Massnahmen muss die Information der [Bevöl-
kerung verstärkt und auf die Schulen ausgedehnt werden.
Von besonderer Wichtigkeit ist die klare Ausscheidung von
Gebieten, die als militärisches Zielgebiet verwendet werden
dürfen und solchen, für die eine andere Nutzung vorgese-
hen ist. Das Militär hat sich ebenfalls an die Raumplanung
zu halten. Demgemäss sind überall, wo Zielgebiete errichtet
werden müssen, die verbindlichen Nutzungsrichtpläne der
zivilen Behörden zu respektieren. Mit der ominösen und oft
bequemen Berufung auf Artikel 33 der Militärordnung ist es
eben nicht getan. Der mögliche Zielkonflikt zwischen Raum-
planung und Militärordnung muss gemeinsam mit den Orts-
behörden gelöst werden. Diese sind als Partner, und zwar
als vollwertige Partner, zu akzeptieren. Die Nutzung der von
der Armee beanspruchten Gebiete ist mit den Grundeigen-
tümern, von denen die meisten öffentliche Körperschaften
sind, vertraglich zu ordnen (Schiesszeiten oder Sperrzeiten,
Rücksicht auf Landwirtschaft und Tourismus, Räumung und
Säuberung sowie Suchen nach Blindgängern usw.). Selbst-
verständlich sind für die in einem Gebiet zugefügten Nach-
teile - und sie sind zahlreich - von der Armee angemessene
Entschädigungen zu entrichten, sei es in Form von Geld
oder noch besser von Arbeitsplätzen, an denen es in den
Bergkantonen immer mangelt. Nur wenn die Armee bereit
ist, die anvisierten Massnahmen zu treffen und ihrer Ver-
pflichtung gegenüber der Zivilbevölkerung und gegenüber
den zivilen Behörden zu erfüllen, kann die wünschbare
Zusammenarbeit zwischen Volk und Armee spielen - zum
Vorteil aller.
Herr Bundesrat, ich ersuche Sie, zu einer solchen Lösung
Hand zu bieten.
M. Chevallaz, conseiller fédéral: Comme nous avons eu
l'occasion de le dire lors de la conférence de presse, qui a
eu lieu à la suite des deux graves accidents du Flumserberg
et du Valais, dus à des projectiles non éclatés, et comme
nous l'avons répété à l'occasion de l'heure des questions de
la semaine passée, nous regrettons très vivement ce qui est
arrivé et nous mettrons tout en œuvre pour éviter de telles
tragédies à l'avenir. Diverses mesures sont prises à cet effet;
parmi celles-ci figurent l'intensification des recherches,
dans les plus brefs délais d'ailleurs, en vue de retrouver ces
projectiles, l'élimination de la vieille munition particulière-
ment sujette aux ratés et l'amélioration de la munition utili-
sée aujourd'hui.
Dans ce contexte, l'information de la population sur le
comportement qu'il faut adopter, lorsque l'on trouve des
projectiles non éclatés, doit également être améliorée et
intensifiée. Aux questions précises de l'interpellation, nous
répondrons ce qui suit concernant les projectiles. On notera
que le projectile manifestement le plus dangereux, comme
l'expérience l'a prouvé, est l'obus de guerre du lance-mines
81. Je ne dirai pas que les autres ratés ne comportent aucun
danger mais nous n'avons, je crois, pas eu d'accident grave
à déplorer à leur propos.
Pour en revenir à cet obus du lance-mines 81, les détona-
teurs dont sont équipés les obus de notre armée, sont
fabriqués pratiquement par l'industrie privée. Le Groupe-
ment de l'armement, avec la collaboration de cette dernière,
étudie actuellement la possibilité d'améliorer ces détona-
teurs afin de diminuer le nombre de ratés à l'impact sur le
sol, de les rendre inoffensifs ou d'obtenir une autodestruc-
tion. Il y a les deux possibilités. Cette étude prendra toute-
fois quelques mois et il ne sera pas facile de trouver des
solutions. En effet, il s'agit de ne pas remplacer un danger
par un autre et de créer d'autres risques. Vous savez que cet
obus du lance-mines 81 avait un détonateur extrêmement
sensible. Il en est résulté des accidents à la pièce et à
proximité de celle-ci; on a rendu ces obus un peu moins
sensibles, ce qui explique qu'à l'impact, ils ne sautent pas
s'ils tombent dans la neige. C'est là que réside le problème.
Au cours des semaines passées, nous avons reçu plusieurs
propositions d'amélioration qui nous ont été faites par des
particuliers. Ces suggestions, dont nous sommes reconnais-
sants, sont également examinées dans le cadre de cette
étude.
En ce qui concerne la deuxième question, les prescriptions
actuelles régissant l'organisation et le contrôle des exer-
cices de tir sont des instructions tout à fait précises et
exhaustives. Nous avons pu constater hélas! que la troupe
ne les respectait pas toujours. Il s'agira pour nous, et pour le
commandement à tous les échelons, de remédier rigoureu-
sement à cette carence.
Pour ce qui a trait à la recherche des ratés, le chef de
l'instruction de l'armée a ordonné récemment une vaste
opération de nettoyage des places de tir et d'exercices,
permettant notamment d'éliminer des déchets de munitions
enfouis pendant des années sous la neige et réapparus à
l'occasion de la fonte particulièrement forte de l'été dernier.
Il est d'ailleurs traditionnellement de rigueur d'opérer des
recherches au moment de la fonte des neiges dans toutes
les régions fortement fréquentées par la troupe. De telles
recherches seront étendues aux places de tir dont le taux
d'occupation est plus modeste. Toutefois, malgré toute la
bonne volonté et les mesures prises, il sera encore possible
à l'avenir que les projectiles déplacés par des avalanches ou
par des glissements de neige ou de terrain ne puissent être
retrouvés par la troupe. Ces ratés-là devront être recherchés
et détruits par les spécialistes des postes de destruction de
ratés.
J'en arrive à la troisième question. Les zones des buts
utilisées lors de tirs de lance-mines et d'artillerie sont claire-
ment délimitées. Les périmètres de ces places sont notés
sur les avis de tir, placardés bien en vue sur les places de tir
et sur leurs accès. La plupart des places de tir de notre pays
sont utilisées en vertu de la loi fédérale sur l'organisation
militaire qui oblige les propriétaires à mettre leur terrain à la
disposition de l'armée aux fins d'exercices. Toutes les
places de tir ne font pas l'objet d'un contrat, il s'en faut de
beaucoup, et la troupe n'aurait pas assez de terrains d'ins-
truction si elle ne pouvait tirer que sur ces places-là. Il faut
cependant souligner qu'en matière d'application des pres-
criptions, il n'y a aucune différence entre les places faisant
l'objet d'un contrat et celles qui sont utilisées en vertu de la
loi sur l'organisation militaire. Ces dernières sont, elles
aussi, régies par des prescriptions de sécurité spécifiques et
les zones des buts à disposition sont notées avec précision
sur les cartes des places de tir.
Quatrième question. Il y a lieu bien entendu de rappeler que
la population est aujourd'hui déjà renseignée sur les exer-
cices de tir. Toutefois, les affiches, avertissant du danger
des ratés, et les avis de tir de la troupe ne sont peut-être pas
suffisamment respectés par les touristes. Il sera dès lors
nécessaire de prendre des mesures en vue d'améliorer et
d'intensifier cette information. Nous pensons notamment à
de plus grandes affiches en plusieurs langues. Il restera à
voir encore si de telles affiches rencontreront l'approbation
des milieux touristiques et s'il sera possible de les poser
dans les stations de téléphériques et dans les restaurants de
haute-montagne. Il sera utile et indispensable aussi que la
mise en garde dans les écoles et l'affichage dans les locaux
scolaires comme dans les lieux publics, en particulier, affi-
chage de mise en garde contre les dangers des projectiles
non éclatés, soient intensifiés. Il y a eu certainement ces
dernières années un relâchement à cet égard, soit du fait
des communes, soit du fait des écoles.
Cinquième question. Les communes et les corporations de
droit public n'ont pas de possibilité légale d'influer sur le
choix des dates et les modalités des exercices de tir de
l'armée. L'administration militaire et la troupe ont cepen-
dant tout intérêt, et elles le font, à discuter de l'occupation
des zones d'exercices avec les autorités locales et les pro-
priétaires, donc à trouver un modus vivendi entre les acti-
vités militaires, l'agriculture et le tourisme. Diverses mesures
ont été prises en vue d'une meilleure information réciproque
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Integriertes Fernmeldesystem
et d'une coordination des besoins par endroit; à La Lenk,
par exemple, des accords ont été poussés très loin et la
collaboration a déjà porté ses fruits. Aussi doit-elle être
généralisée.
Je relèverai que les visites à la troupe que j'ai faites tout
dernièrement encore en Valais me démontrent que les rela-
tions de confiance réciproque et d'accueil demeurent con-
formément à la bonne tradition valaisanne.
En résumé, on peut dire que l'armée, pour autant qu'elle
veuille rester en mesure de remplir sa mission, ne pourra
renoncer à utiliser des munitions de combat. Nous espé-
rons, toutefois fermement, que les mesures prises permet-
tront d'éviter à tout jamais de tragiques accidents tels ceux
que nous avons dû déplorer cette année.
Präsident: Der Interpellant kann erklären, ob er von der
Antwort des Bundesrates befriedigt ist.
Biderbost: Ich möchte vorerst Herrn Bundesrat Chevallaz
danken für seine Antwort und vor allem dafür, dass bereits
Reaktionen erfolgt und Weisungen bis an die Truppenkom-
mandanten ergangen sind. Das war sicher von Gutem.
Besonderen Wert lege ich aber darauf, dass diese Sonder-
aktion durchgeführt wird, dassatso in diesem Herbst einmal
richtig aufgeräumt wird. Das wäre etwas, was die ganze
Lage beruhigen würde. Ich erkläre mich also teilweise be-
friedigt.
Das wäre wirklich, Herr Bundesrat, ein schönes Abschieds-
geschenk, für das Ihnen der Dank der betroffenen Bevölke-
rung sicher wäre.
Präsident: Der Interpellant erklärt sich teilweise befriedigt.
#ST# Integriertes Fernmeldesystem
Dringliche Interpellationen
Système de télécommunication intégré
Interpellations urgentes
83.553
Interpellation Crevoisier
Integriertes Fernmeldesystem
Système de télécommunication intégré
Wortlaut der Interpellation vom 19. September 1983
Die PTT haben im Juni 1983 beschlossen, Forschung und
Entwicklung für ein schweizerisches integriertes Fernmel-
desystem nicht fortzusetzen und sich von den Partnern aus
der schweizerischen Privatindustrie zu trennen. Sie haben
damit darauf verzichtet, unserem Land und seiner Wirtschaft
auf dem sehr grossen (und für unsere Wirtschaft sehr ver-
heissungsvollen) Markt der Fernmeldetechnik einen Platz zu
sichern.
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen eingehend zu
untersuchen und zu beantworten:
- Haben die PTT im vorliegenden Fall nicht eine der Aufga-
ben, die sie sich in ihrem Kommunikationsleitbild gestellt
haben, vernachlässigt? (Nr. 42: Technik und Betrieb, Ziel 3:
«Die PTT tragen dazu bei, das schweizerische Entwick-
lungspotential auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik zu
erhalten und zu stärken»; sowie Strategien S 6, S7, S 8 und
S 9.)
- Haben die PTT angesichts dessen, was auf dem Spiel
steht, wirklich alles versucht, um das l FS-Projekt trotz aller
Schwierigkeiten zu Ende zu führen?
- Auf welche Hirtdernisse ist der Regiebetrieb des Bundes
bei seinen Forschungsarbeiten gestossen, und wie hätten
diese Hindernisse überwunden werden können?
- Haben namentlich die Hochschulen die PTT in dem Mass
unterstützt, wie man dies von ihnen erwarten darf?
- Wie kann die Schweiz in Zukunft die industrielle Unab-
hängigkeit im Fernmeldewesen so weit als möglich wahren
(und zwar sowohl im Hardware- als auch im Softwarebe-
reich)?
- Wie werden bei uns die Ausbildung von qualifizierten
Fachleuten (insbesondere an den Universitäten und Techni-
schen Hochschulen) und die Grundlagenforschung gewähr-
leistet werden können, wenn in der Schweiz die Erforder-
nisse und Zwänge des Telekommunikationsmarktes nur
noch über Zuliefertätigkeit und Lizenzherstellung in Erfah-
rung gebracht werden können?
- Sind im weiteren die Unternehmen der schweizerischen
Fernmeldeindustrie nicht Opfer der technischen Planung
und der Geschäftspolitik der PTT, und wie könnte man die
allzu grosse Abhängigkeit dieser Unternehmen vom mono-
polistischen PTT-Markt durchbrechen?
- Darf man angesichts der Schwierigkeiten auf dem
Arbeitsmarkt annehmen, dass ein grosser Teil des Auftrags,
den die PTT indirekt einem ausländischen Unternehmen
erteilt haben, in der Schweiz ausgeführt werden kann?
Hält es der Bundesrat nicht für angezeigt, eine Untersu-
chungskommission damit zu betrauen, für die schweizeri-
sche Spitzenindustrie auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik
die Lehren aus dem Fiasko zu ziehen, welche die Aufgabe
des IFS-Projekts durch die PTT darstellt?
Texte de l'interpellation du 19 septembre 1983
Les PTT ont décidé, en juin 1983, de ne pas poursuivre la
recherche et le développement d'un système suisse de télé-
communication intégré. Abandonnant leurs partenaires
suisses de l'industrie privée, les PTT ont ainsi renoncé à
assurer à notre pays et à son économie une place sur le
marché très vaste (et surtout prometteur pour notre écono-
mie) des télécommunications.
Le Conseil fédéral est invité à examiner attentivement et à
nous faire savoir:
- Si, en l'occurrence, les PTT n'ont pas failli à l'une de leurs
missions inscrites dans leur «Plan directeur de la communi-
cation» (Objectif n° 42/03: «Les PTT contribuent à maintenir
et à renforcer le potentiel de développement de la Suisse
dans le secteur des techniques de télécommunication» et
Stratégies n° 42/S 6, S 7, S 8 et S 9);
- Si les PTT ont bien tout tenté, étant donné les enjeux,
pour conduire malgré tout le projet IFS à son terme;
- Quels obstacles ont été rencontrés par la régie fédérale
dans sa recherche et comment ces obstacles auraient pu
être surmontés;
- Si les grandes écoles notamment ont apporté aux PTT
l'aide que l'on est en droit d'attendre d'elles;
- Comment la Suisse pourra à l'avenir conserver l'indépen-
dance industrielle la plus grande possible dans le domaine
des télécommunications (tant en ce qui concerne le matériel
que le logiciel);
- Comment pourront continuer d'être assurées chez nous
la formation des spécialistes de haut niveau (dans les univer-
sités et les écoles polytechniques en particulier) et la recher-
che fondamentale, si le contact avec les exigences et les
contraintes du marché des télécommunications n'est plus
possible en Suisse qu'à travers des activités de sous-trai-
tance et de fabrications sous licences étrangères;
- Plus largement, si les entreprises suisses des télécommu-
nications ne sont pas victimes de la politique tant technique
que commerciale des PTT et comment on pourrait corriger
la dépendance trop étroite de ces entreprises par rapport au
marché monopolistique de la régie fédérale;
- Subsidiairement, si l'on peut être assuré, étant donné les
difficultés que l'on connaît sur le marché de l'emploi, qu'une
partie importante de la commande faite indirectement, par
les PTT, à une entreprise étrangère pourra être exécutée en
Suisse.
182-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Biderbost Schiessübungen. Sicherheit der Bevölkerung
Interpellation urgente Biderbost Exercices de tir. Protection de la population
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1983
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.549
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
06.10.1983 - 08:00
Date
Data
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1443-1445
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