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CH_VB_001Ch Vb14 juin 1983Ouvrir la source →
Protection des petits commerces 727 N 14 juin 1983 Zum Punkt b: Die Ausmerzung von Wettbewerbsyerzerrun- gen im Detailhandel ist das Hauptthema der Initiative. Es geht hier um die Bekämpfung der Lockvogelverkäufe und der Diskriminierung der Detailhändler in den Konditionen. Nach ihrer Ansicht sollen systematische Verkäufe unter dem Einstandspreis verboten werden. Kürzlich, am 16. Mai 1983, war in der «NZZ» zu lesen, dass das Bundeskartellamt in Berlin den Verkauf bestimmter Waren unter den jeweili- gen Einkaufspreisen untersagt hat. Es betrifft die Warenbe- reiche Wasch- und Reinigungsmittel, Milch, Kaffee, Bier und Spirituosen. Nach Ansicht der Initianten sind solche Ver- käufe nur Grossverteilern mit breitem Sortiment möglich, für Fachgeschäfte mit relativ engem Sortiment aber seien sie tödlich. Das Thema «Bessere steuerliche Erfassung der genossen- schaftlich strukturierten Grossverteiler» kann in der Bera- tung über die Initiative vernachlässigt werden. Die Motion Schärli wurde ja überwiesen. Die verlangte Entflechtung dürfte das fragwürdigste Postulat der ganzen Initiative sein. Rechtliche, aber auch praktische Probleme dürften sich sicher vor allem hier stellen. Die Realisierung ist fraglich. Der Appell des Unterzeichners der Initiative an die Phanta- sie und Kreativität des Bundesrates ist sicher ehrlich und auch gut gemeint. Den Initianten geht es hier um das Pro- blem, Giganten in der Verteilerwirtschaft nicht ins Uferlose wachsen zu lassen. Ob eine Entflechtung im Sinne der ame- rikanischen Gesetzgebung ein Weg wäre, der zum Ziel füh- ren könnte, wird im Moment sicher eine Frage bleiben. Den Gigantismus in all seinen Erscheinungsformen finden wir heute in allen Ländern der Welt, ganz gleich in welchem System. Festzustellen ist einfach,- dass das Endergebnis Gesellschaftsformen sind, die das Individuum immer mehr in den Griff bekommen. Monopole sind schädlich und unli- beral. Es kommt aufs gleiche heraus, ob wir von einem Kapitalmonopolismus, einem Genossenschaftsmonopolis- mus oder einem Staatsmonopolismus betroffen sind. Auf alle Fälle geht die Freiheit des Individuums verloren. Der Schweizer reagiert eher empfindlich gegenüber Monopol- ansprüchen, gegenüber Macht und vor allem gegenüber Missbrauch der Macht. «Macht» - so wird in einem Zitat gesagt - «gibt es nicht, nur Missbrauch der Macht». Gegen drohenden Machtmissbrauch haben wir ein Kartell- gesetz, das sich in Revision befindet. Es soll dafür sorgen, dass ein funktionsfähiger Wettbewerb erhalten bleibt, und es soll die Freiheit des Wettbewerbes auch schützen. Ebenso auf dem Missbrauchsprinzip ist das UWG aufge- baut. Es soll die Lauterkeit des Wettbewerbes garantieren. Hier sind alle Unternehmungen angesprochen, ob sie über Marktmacht verfügen oder nicht, also grosse und kleine. Gewisse Werbe- und Verkaufspraktiken - eben diese Lock- vogelpolitik, täuschende Angebotsgestaltung - werden von der bestehenden Ordnung ungenügend oder zum Teil über- haupt nicht erfasst. Diese Schwachstelle haben die Initian- ten aufgegriffen. Das UWG ist revisionsbedürftig. Botschaft und Entwurf liegen ja vor. Ob das UWG in der Folge, d. h. nach der parlamentarischen Beratung, dem Anliegen der Initianten voll Rechnung trägt, wird sich dann zeigen. Auf alle Fälle weiss man schon heute: Das Täuschungselement, das im Entwurf UWG enthalten ist, befriedigt die Kreise der Initianten nicht. Es muss deshalb festgestellt werden, dass eine UWG-Revision die Strukturprobleme des Detailhandels auf alle Fälle nicht lösen kann. Ein Wort zum raumplanerischen Aspekt der Initiative: Je nach Verkehrs- und Siedlungsstruktur eines Kantons hat ein Einkaufszentrum eine ganz unterschiedliche Bedeutung. Eine eidgenössische Regelung kann dieser Besonderheit in keiner Weise gerecht werden. Zu berücksichtigen sind dabei auch grenzüberschreitende Touristen und Kunden- ströme. Kantone und Gemeinden verfügen bereits heute über zahlreiche rechtliche Instrumente, um den Neu- und Ausbau von Verkaufsstellen in ihre Siedlungskonzepte ein- zuordnen und den versorgungspolitischen Bedürfnissen anzupassen. Die anlässlich der Hearings angehörten Baudirektoren der Kantone Bern, Basel-Land und Waadt zeigten eindeutig auf, dass man mit raumplanerischen, bau- und verkehrsrechtli- chen Massnahmen das Wachstum der Einkaufszentren steuern kann. Die Kommission folgte mit 18 zu 3 Stimmen, bei 2 Enthaltungen, dem Antrag des Bundesrates, das Volksbegehren abzulehnen. Sie gestatten mir bestimmt noch eine persönliche Bemer- kung zu diesem Problem, da ich ja mit Kennnissen nicht ganz unbelastet bin. Vielleicht vor allem diejenigen, die an die Verbesserung eines jeden Zustandes durch den Eingriff des Staates glauben, stellen etwas frustriert fest: Das Pro- blem ist in jeder Hinsicht erkannt, aber eine Lösung mit all den Vorbedingungen zu finden, ist schwierig. Letzten Endes entscheidet der bewusste Konsument, der weiss, dass er mit seinem Einkauf im Dorf oder im Quartier eine staatspolitisch und auch gesellschaftspolitisch wichtige Tat vollbringt. Mit den Gesetzen und Gesetzlein, die Struktur- politk machen wollen, mit dem Ruf nach dem Staat, um die Kleinen zu schützen, folgt dann die bittere Erfahrung, dass mit dem Staat die Bürokraten kommen, die sich gerne mit den Kleinen beschäftigen, weil sie mit den Grossen nicht fertig werden. Die Normen und Vorschriften werden sich immer nach den Grossen richten und damit die Kleinen benachteiligen. Vielleicht wären das Gedanken, die in die- sem hohen Hause Einzug halten sollten. Ständiges Klagen über Ungerechtigkeiten und Diskriminie- rung tragen aber wenig zur grundlegenden Änderung des bedauerlichen Erosionstrendes im mittelständischen Sektor bei. Entscheidend ist einzig die Bereitschaft aller Beteilig- ten, gemeinsam die Verteilung weiter zu rationalisieren, die Verkaufsfronten zu modernisieren und auszubauen. Aber auch die Zusammenarbeit aller Beteiligten, vom Produzen- ten bis zum Konsumenten, um Lauterkeit im Wettbewerb zu erreichen, wäre ein dringliches Anliegen. Ich denke an die Charta des fairen Wettbewerbes. Herr Bundesrat Purgier, in der Kommission haben Sie gesagt, Sie wüssten nicht, ob die Charta eine Trumpfkarte sei. Ich hoffe, diese Charta sei sogar der Trumpf Buur - ohne jegliche Anspielung. Darf ich Sie bitten, dieses Instrumentarium - eben die Charta des freien Wettbewerbes, wo Produzenten, Gross- verteiler, Discounter und auch die Kleinen zusammensitzen
Protection des petits commerces 729 N 14 juin 1983 leurs exogènes et endogènes». Nous ne reprendrons donc pas en détail les avantages et les désavantages de cette évolution. Citons simplement comme désavantage fré- quent, l'atteinte à la qualité de vie par l'augmentation consi- dérable du trafic dans la région où se sont installées les grandes surfaces. C'est pourquoi, tant les législations fédé- rale que cantonales, voire communales, sont concernées dans le cadre de l'aménagement du territoire, des construc- tions et des transports, par l'édification et l'extension de ces grands centres d'achat. La question s'est posée se savoir dans quelle mesure il était judicieux de demander à la Confédération d'intervenir en ce domaine portant ainsi atteinte au fédéralisme, d'autant plus que plusieurs cantons et communes intervien- nent déjà sur la construction des grandes surfaces par une législation appropriée. Le droit fédéral contient des disposi- tions permettant d'intervenir sur l'implantation et la taille des centres d'achat. En effet, l'article 22 de la loi sur l'amé- nagement du territoire exige que les permis .de construire ne soient délivrés que si la construction est conforme à l'affectation de zone et les terrains équipés. Les plans directeurs cantonaux et communaux permettent également d'intervenir. En conclusion, l'on peut dire qu'une réglementation fédé- rale centralisatrice ne serait pas souhaitable face aux situa- tions propres à chaque canton. Quant à la preuve du besoin, elle reste une notion très sub- jective et pourtant l'on en parle à propos des autorisations de construction de centrales nucléaires, lors de l'ouverture de débits d'alcool. C'est pourquoi les initiants ne manquent pas de s'y référer. L'application plus ou moins stricte de cette notion serait d'ailleurs une atteinte grave au régime de la libre-concurrence et mènerait à un dirigisme économique que personne ne souhaite, même pas les auteurs de l'initia- tive, qui nous déclaraient en séance de commission, qu'ils ne désiraient aucune interdiction, aucune subvention et aucune pression par les prix. Leur principale préoccupation concerne l'élimination des distorsions de concurrence: politique des prix d'appel, abus découlant de la puissance d'achat et prix discriminatoires. Toutes ces questions peu- vent ou devraient être réglées par la loi fédérale sur la concurrence déloyale et par la loi fédérale sur les cartels et les organisations analogues. D'autre part, la charte de la concurrence loyale, charte pri- vée, serait ou devrait également servir à lutter contre les excès et les abus de la concurrence. Datant de 1943, la loi fédérale sur la concurrence déloyale, si moderne qu'elle fût à l'époque, doit aujourd'hui absolu- ment être révisée. Le projet dont vous avez pu prendre connaissance récemment, contient des dispositions sur les prix d'appel et la publicité déloyale. Rappelons qu'il y a tromperie par le truchement des prix d'appel lorsque le prix de vente est inférieur au prix usuel du commerce. La loi sur les cartels est au service de la protection de la concurrence et de la protection du libre exercice d'une activité économi- que. La révision en cours s'attache surtout à protéger les formes utiles de la concurrence, par exemple en limitant les concentrations économiques et la puissance d'achat. La charte de concurrence loyale aurait pu être ratifiée par plusieurs associations de commerce de détail, dans le but précisément d'éviter des actes de concurrence déloyale et de renoncer aux abus en relation avec la puissance de l'offre ou de l'achat. Nous ne pouvons que souhaiter la conclusion d'une telle charte privée. En conclusion, la majorité de la commission estime que la loi sur la concurrence déloyale et la loi sur les cartels et la charte privée devraient largement suffire pour répondre au vœu des auteurs de l'initiative en matière de politique de la concurrence. Ces derniers demandent également un régime fiscal prévoyant une imposition équitable des grandes sociétés de distribution. Ils estiment que ces entreprises, organisées en coopératives sans but lucratif, présentent un bénéfice net qui n'est pas en rapport avec leur puissance économique effective. De plus, les coopéra- tives échappent à la double imposition fiscale, tandis que pour les sociétés de capitaux, tant le bénéfice de l'entre- prise que les dividendes versés aux détenteurs de capital, sont imposés par le fisc. Nous n'aborderons pas plus en détail la complexité fiscale des impositions de sociétés coopératives et autres entreprises. Des motions et des postulats y relatifs sont d'ailleurs pendants au sein des commissions parlementaires. Des études approfondies, effectuées par l'administration fiscale fédérale, ont permis d'établir que les coopératives ne seraient nullement privilé- giées par rapport aux sociétés anonymes comparables mais cette même administration fédérale pense toutefois que, lors de la discussion sur la future législation concer- nant l'harmonisation fiscale, nous pourrions étudier un nou- vel impôt à la source pour les grandes surfaces. Les auteurs de l'initiative demandent enfin la déconcentra- tion des grandes sociétés de distribution. Ainsi que nous l'avons déjà indiqué, cette proposition de déconcentration est très critiquée même par une majorité des auteurs de l'initiative. En effet, en l'état actuel du commerce de détail et de ses concentrations, elle serait contraire au principe de la proportionnalité et aussi à celui de l'égalité devant la loi. Le Conseil fédéral et une majorité de la commission parta- gent l'opinion des auteurs de l'initiative qui pensent que l'on ne peut pas laisser libre cours au développement incondi- tionnel des centres d'achat car malgré leurs avantages, ils présentent aussi de nombreux inconvénients difficiles à évaluer: menaces sur l'approvisionnement, désertion des centres-ville, nuisances multiples, dépense d'énergie. Par contre, le Conseil fédéral et la majorité de la commission sont d'avis qu'il n'est pas nécessaire d'introduire de nou- velles dispositions constitutionnelles, les législations actuelles étant largement suffisantes. Tout au plus, pour- raient-elles être améliorées, renforcées. C'est pourquoi, le Conseil fédéral avec la majorité de la commission, par 18 voix contre 3 et 2 abstentions, vous recommandent le rejet de l'initiative. Präsident: Es folgen die Fraktionssprecher. Hösli: Mit dem Titel der zur Diskussion stehenden Volksin- itiative kann sich die SVP-Fraktion ohne weiteres einver- standen erklären. Diese Initiative soll «zur Sicherung der Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern und gegen das Ladensterben» wirken. Sie beschlägt damit ein echtes Anliegen, dessen sich die Schweizerische Volkspartei sowohl auf kantonaler wie auf Bundesebene seit längerer Zeit und wiederholt angenommen hat. So reichte unsere Fraktion am 14. Juni 1979, also vor drei Jahren, im National- rat folgendes Postulat ein: «Die Konzentration im Lebensmittel-Detailhandel ist nach wie vor ungebrochen. Negative Anzeichen dieser Tendenz sind unverkennbar. Bereits scheint die Versorgungssicher- heit einzelner Regionen und Quartiere mit Gütern des tägli- chen Bedarfs nicht mehr für alle Bevölkerungskreise gewährleistet. Zusätzliche Umweltbelastung, geringere Ver- sorgungssicherheit bei gestörter Einfuhr, Vernichtung zahl- reicher selbständiger Existenzen sind weitere negative Effekte der Konzentration. Der Bundesrat wird eingeladen:
Bericht zu erstatten darüber, welche Verkaufsstellenzahl er für unser Land für erforderlich hält, und Kriterien für eine ausgewogene regionale Verteilung der Verkaufsstellen zu nennen.
Massnahmen gegen die Ausübung volkswirtschaftlich schädlicher Nachfragemacht zu ergreifen.
Gegen offensichtliche Lockvogelangebote und gegen Preisdiskriminierungen vorzugehen.» Anlässlich einer Sitzung vom 25. Januar 1980 der SVP in Glarus setzte der Zentralvorstand einen Ausschuss ein mit dem Auftrag, das Problem Konzentration im Detailhandel zu untersuchen. Der Bericht dieser von unserem Kollegen Blo- cher präsidierten Kommission wird denn auch in der Bot- schaft des Bundesrates erwähnt. In der Folge reichte
Juni 1983 N 730 Schutz des Kleinhändlers. Volksinitiative unsere Fraktion am 16. März 1981 ein weiteres wie folgt lau- tendes Postulat ein: «Der Bundesrat wird ersucht, Abklärungen vorzunehmen sowie Bericht und allenfalls Antrag zu einer Teilrevision des Obligationenrechtes (Art. 828 ff.) vorzulegen. Dabei ist namentlich zu prüfen, ob die Kriterien zur Führung eines Unternehmens in der Rechtsform der Genossenschaft in dem Sinne neu zu umschreiben wären, dass der Charakter der Selbsthilfe als entscheidendes Kriterium im Vorder- grund steht.» Die Begründung lautete wie folgt und ist nach wie vor zeit- gemäss: Es ist unbestritten, dass zahlreiche heute dem Genossenschaftsrecht unterstehende Organisationen unter dem Aspekt des Selbsthilfegedankens gegründet worden sind. Allerdings haben Art und Umfang ihrer Tätigkeit im Laufe der Zeit solche Veränderungen erfahren, dass ihre Privilegierung weder durch den ursprünglichen Selbsthilfe- gedanken noch durch ihre wirtschaftliche Leistungsfähig- keit gerechtfertigt ist. Dennoch geniessen solche Unterneh- mungen weiterhin gewisse Vorteile, die das Gesellschafts- recht den Genossenschaften vorbehält. Dies wird aber ins- besondere von Unternehmungen, welche in gleichen Wirt- schaftsbereichen tätig sind, als ungerechtfertigte Bevorzu- gung empfunden. Wir sind der Auffassung, dass abzuklären wäre, ob und wieweit eine gesetzliche und steuerrechtliche Privilegierung von Genossenschaften vorliegt und wieweit sich eine solche allenfalls an neuen Kriterien zu orientieren hätte. Sollte nicht die Betonung der Selbsthilfe sowie die aktive Mitbeteiligung und das Engagement der Genossen- schafter mehr in den Vordergrund gerückt werden? Dieses Postulat wird, wie bereits gesagt, im Bericht des Bundesrates wohl erwähnt, jedoch fehlen leider Ausführun- gen, die direkt zu diesem Anliegen Stellung beziehen. Kon- sequenterweise verzichtet der Bundesrat darauf, dieses Postulat abzuschreiben, womit dieser Vorstoss weiterhin besteht. Wenn, wie gesagt, die SVP dem Anliegen der Initia- tive der Schweizerischen Republikanischen Bewegung an und für sich positiv gegenübersteht, so kann sie aus mehre- ren Gründen der Initiative doch nicht zustimmen:
Ein überwiegender Teil der dringend nötigen Massnah- men kann aufgrund von bereits bestehenden Verfassungs- grundlagen und Gesetzen verwirklicht werden. Weitere sind durch Gesetzesänderungen zu erzielen. So soll allfälligen Versorgungsschwierigkeiten in Krisen- und Kriegszeiten mit dem Landesversorgungsgesetz vom 8. Oktober 1982 begegnet werden können. Die auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene bestehenden gesetzlichen Regelungen im Planungs-, Bau- und Verkehrsrecht sollen von allen Instan- zen vermehrt und gezielt zur Anwendung gebracht werden. Das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb ist den wesentlichen Veränderungen im Wettbewerbssekto r anzu- passen und griffiger zu gestalten. Insbesondere sind Wett- bewerbsverfälschungen, wie sie durch die Lockvogelpolitik entstehen, durch geeignete Gesetzesbestimmungen unbe- dingt auszumerzen. Im weiteren ist das Bundesgesetz über Kartelle und ähnliche Organisationen in Richtung auf eine bessere Bekämpfung des Missbrauchs der Nachfrage- macht kapitalkräftiger Unternehmungen auszugestalten. Es ist zu verhindern, dass solche Grossverteiler sich durch die Androhung oder Durchführung von Bezugssperren, durch Diskriminierung von Lieferanten in den Preisen oder Geschäftsbedingungen Vorteile verschaffen können, wel- che eine Weiterexistenz auch von gut geführten Detailhan- delsgeschäften des kleinen und mittleren Gewerbes schlechthin verunmöglichen. Erster Hauptgrund für die Ablehnung der Initiative ist also die Tatsache, dass wesentliche Anliegen durch Gesetzes- änderungen erreicht werden können, ohne dass unsere bereits überstrapazierte Verfassung erneut belastet werden muss.
Der zweite Hauptgrund besteht darin, dass die einzige bis jetzt verfassungsrechtlich nicht abgedeckte Forderung staatspolitisch höchst bedenklich ist. Es handelt sich um das Verlangen nach Entflechtung der Grossverteiler. Hier werden die Verfassungsgrundsätze der Verhältnismässig- keit und der Rechtsgleichheit arg missachtet, weshalb die- ses Teilanliegen klar abzulehnen ist. Zudem würde eine Annahme dieses Vorschlages eine klare Verletzung der Grundsätze der Handels- und Gewerbefreiheit und die Ein- leitung einer eindeutig protektionistischen Strukturpolitik bedeuten. Gerade für einzelne Gewerbekreise, die begreif- licherweise der Initiative weitgehend positiv gegenüber- stehen, dürfte bei diesem Kurswechsel die Stunde der Wahrheit schlagen. Entweder bejaht man im Rahmen von Verfassung und Gesetz und mit eindeutig verhältnismässi- gen Einschränkungen die Gewerbe- und Handelsfreiheit, oder man verlässt diese, um mit dirigistischen Massnahmen mehr Schaden als Nutzen zu verursachen. Aus all diesen Gründen lehnt die Fraktion der SVP die zur Diskussion stehende Initiative ab. Zugleich unterstützt sie mit Überzeugung sowohl die Motion als auch das Postulat unserer Kommission. Sie erwartet zudem, dass das SVP- Postulat vom 16. März 1981 von der Verwaltung angesichts der brennenden Problematik ebenfalls in die Arbeiten der zuständigen Instanzen einbezogen wird. All diese Forderun- gen der nationalrätlichen Kommission und unserer Fraktion sind unseres Erachtens als vordringlich zu behandeln, wofür wir zum voraus danken. M. Delamuraz: En 1981, c'est-à-dire durant l'année qui sui- vait le dépôt de l'initiative populaire, il y avait en Suisse 466 communes dépourvues de tout magasin. Mais il y avait, en revanche, 81 centres d'achats qui couvraient une surface brute de 672000 m 2 , alors qu'en 1970 il y en avait 4, cou- vrant une surface dix fois moindre pour l'ensemble de la Suisse. Est-ce donc là l'inexorable mutation du commerce de détail, qui s'accomplirait sous la forme d'un dépérissement des petits magasins et d'une robuste implantation de grandes surfaces, supercentres et autres hypercomptoirs? La question est importante. Elle dépasse le seul aspect économique. Elle a des implications humaines, sociales, politiques. La disparition du magasin signifie l'affaiblisse- ment de l'équipement collectif du village ou du quartier urbaini, le «quant-à-soi» de la société y perd. De plus, il y a encore, autour de nous, de nombreuses personnes sans voiture, pour qui l'approvisionnement lointain pose des pro- blèmes; le passage du camion-magasin ne les résout que partiellement. Dès lors faut-il que l'Etat prenne des mesures fondamen- tales afin de rétablir les petits magasins ou, à tout le moins, afin d'enrayer leur disparition graduelle? C'est bien au fond ce que veut l'initiative, notamment lorsqu'elle entend subor- donner à la preuve du besoin la création et l'agrandisse- ment de centres d'achats de grande surface. Nous, radicaux, comprenons la motivation du comité et des signataires de l'initiative, car l'équilibre de notre société passe, entre autres, par l'existence d'un petit commerce et d'un artisanat vigoureux. Allant plus loin, nous disons que la seule proclamation de ce principe ne suffit pas. Il faut chan- ger un certain nombre de choses pour contribuer vraiment à la vitalité et au rayonnement des petits magasins. En revanche, le moyen préconisé par l'initiative ne nous paraît pas adéquat. Trois réflexions de base vont nous guider. Premièrement, nous sommes adeptes de l'économie de marché. Notre phi- losophie politique n'est pas interventionniste. En l'occur- rence, ce n'est pas l'Etat qui, par «diktats» successifs, va ordonner la forme, les structures, l'organisation du marché de détail en Suisse. C'est le client, comme il est bien nor- mal, qui aura le premier et le dernier mot. C'est le choix de son lieu de ravitaillement qui va entraîner la prospérité, ou au contraire le démantèlement de tel ou tel type de com- merce. Le client, en cette matière, doit être conscient de sa responsabilité, car il est trop facile d'en appeler à l'Etat pour rétablir le magasin du coin, si pratique à l'occasion, ce magasin dont on a provoqué la fermeture à force de ne pas y aller!
Protection des petits commerces 731 N 14 juin 1983 Deuxièmement, nous ne voulons pas enfermer le débat dans une confrontation simpliste et exclusive entre petits commerces et grandes surfaces. L'une et l'autre de ces formes de vente de détail se justifient, dans leur concur- rence comme dans leur complémentarité qui existent bel et bien. Troisièmement, si l'Etat n'a donc pas à fixer impérativement les modalités du commerce de détail, en revanche il doit veiller, dans les domaines de sa compétence, à offrir des conditions équitablement semblables aux petits magasins et aux grandes surfaces. Il n'est pas nécessaire, pour cela, de modifier la constitution fédérale. Nous préconisons d'appliquer un ensemble de disposi- tions, groupées sous le titre «Pour une politique réaliste dans le secteur du commerce de détail». Il s'agit là de la conception du Parti radical suisse, telle que nous l'avons publiée il y a deux ans. En bref, je me limiterai à quatre élé- ments de ce programme et de ces propositions. Tout d'abord, l'exercice salutaire d'une concurrence, mais d'une concurrence loyalement engagée; nous attribuons à la «charte de la concurrence loyale», qui doit être l'expres- sion de cette politique et de celte pratique, toute l'impor- tance qu'elle mérite. Ensuite, il s'agit de développer et de renforcer les organisa- tions de soutien du petit commerce, d'améliorer la forma- tion et le perfectionnement professionnels pour l'ensemble du commerce de détail, enfin d'engager, plus résolument encore, des coopérations en matière de publicité et de pro- motion. Et puis, le cadre législatif - cela nous concerne - doit être transformé, en matière de concurrence déloyale, de cartels, d'imposition des coopératives et aussi en matière de police du commerce, l'interventionnisme bureaucratique étant par- ticulièrement indigeste pour les commerçants indépen- dants. Enfin, nous rappelons la responsabilité des cantons en matière d'aménagement du territoire et des dispositions spécifiques concernant les centres de ravitaillement qui doivent en faire partie. Nous voulons, au total, un commerce de détail plus pros- père. Nous disons qu'il est possible d'atteindre cet objectif en nous inspirant des propositions que je viens de résumer. L'exercice, il est vrai, n'est pas tout simple. Il engage la volonté des commerçants eux-mêmes et de leurs organisa- tions, celle des consommateurs, celle de la Confédération, des Etats confédérés et des communes. Mais cette démarche, pour difficile qu'elle soit, peut s'accomplir sans modifier la constitution fédérale, sans engendrer un appa- reil administratif nouveau, sans céder à quelque centralisme que ce soit. Nous sommes convaincus, en fin de compte, que nous fai- sons œuvre plus efficace pour le petit commerce et ses clients en appliquant nos propositions qu'en tentant une révision constitutionnelle problématique. Au total donc, nous nous sommes déterminés négativement sur l'initiative, mais positivement quant à une motion demandant, en parti- culier, certaines réformes législatives. M. Cotti: Cette initiative concerne un des problèmes impor- tants de notre vie communautaire. Elle touche à des aspects socio-politiques, à la liberté de commerce, à la soli- darité et à une certaine façon de vivre des Suisses d'aujourd'hui. En très peu de temps, nous sommes passés d'une vie axée sur la famille, sur la commune ayant un niveau d'autarcie économique et sociale certainement élevé, de nature à nous rappeler, par certains aspects exté- rieurs, un type de vie lointain, nous sommes passés à des conditions fondamentalement nouvelles importées de pays à structure géographique, démographique et aux traditions éloignées des nôtres, provoquant un certain malaise. Si je souligne ce changement, je ne me réfère pas par là à la technique de l'artisan, de l'agriculteur, du commerçant, mais à leur façon de concevoir les rapports à l'égard du prochain. Le petit commerçant ainsi que le petit artisan constituent une partie de notre population qui n'a jamais beaucoup demandé à l'Etat, ayant un penchant pour une vie fortement indépendante. Ils sont tout de même portés à s'ouvrir aux autres, ne serait-ce que pour pouvoir mieux les servir. L'intérêt du petit commerçant converge donc vers celui de son client. Entre eux, il n'y a pas seulement un échange de marchandises ou de services-, mais un rapport personnel, un échange de points de vue continuel, un sens de solidarité provenant d'un état d'âme commun, du fait de partager beaucoup d'expériences sociales contribuant au bien-être de la même communauté. Les commerçants ont un esprit d'indépendance, une certaine fierté, un sens aigu de la responsabilité. Ils sont conscients du fait que l'Etat doit jouer un rôle subsidiaire et qu'il n'est pas là pour dis- penser son aide sans discrimination, mais seulement pour créer des conditions-cadre dans lesquelles chaque Suisse puisse s'épanouir, affirmer sa personnalité et se réaliser dans la vie sociale, culturelle, politique et économique. Le PDG qui, dans son programme, met l'homme au centre de ses préoccupations, ne pourra pas faire abstraction de cet état de fait. Les lignes directrices du PDC, dans le domaine de l'économie politique, soulignent le fait que l'économie est au service de l'homme auquel il faut assurer le bien-être, la protection sociale et une large possibilité d'épanouissement personnel et professionnel. Nous recon- naissons donc à l'initiative privée une position privilégiée. Nous sommes pour un régime de concurrence saine et loyale. Nous nous rendons compte que, actuellement, chez les petits commerçants, le problème n'est pas exclusive- ment économique. Certes, dans les dernières décennies, nous fûmes absorbés, d'une part par les problèmes des travailleurs et par la nécessité d'améliorer les conditions de travail et de salaire, et d'autre part par la nécessité de don- ner un support à la grande industrie lorsqu'elle se trouvait en difficultés. Nous eûmes raison, puisque ces problèmes demandèrent notre attention d'une façon imperative et il fal- lut les résoudre. Mais, probablement, n'avons-nous pas donné toute l'attention due à certains citoyens indépen- dants qui n'ont participé que de façon limitée aux bénéfices de la haute conjoncture et qui souffrent plus que les autres dans les moments économiques difficiles. Bien sûr, le prin- cipe de la liberté du commerce nous impose des interven- tions seulement dans des situations particulières et dont la base constitutionnelle nous est donnée par l'article 31 bis , 3 e alinéa, lettre d: sauvegarder une concurrence loyale, assurer l'approvisionnement du pays, d'une façon générale éviter les abus des plus forts. Mais quels devraient être les moyens d'intervention? Aujourd'hui, nous avons entendu que la création de grands centres de vente (shopping cen- ters) n'est qu'une réponse à une demande. L'attitude d'un grand nombre de Suisses est le prémisse à la création et au succès des grands centres d'achats. Devant une attitude si répandue et si générale, je pense pouvoir dire que l'initiative ne nous suggère que des dispo- sitions insatisfaisantes. Pour protéger le petit commerce et le commerce de détail, il ne faut pas une nouvelle base constitutionnelle. En effet, les problèmes soulevés par les auteurs de l'initiative peuvent trouver une solution dans le cadre de la législation existante: loi fédérale sur l'aménage- ment du territoire, loi fédérale sur la concurrence déloyale, loi fédérale sur les cartels, législation fiscale et loi sur l'aide en matière d'investissements dans les régions de mon- tagne. C'est la raison pour laquelle nous sommes d'accord avec la commission qui nous propose le rejet de l'initiative et l'acceptation d'une motion et d'un postulat auxquels nous donnons beaucoup d'importance. La motion souligne l'inté- rêt qu'il y a à résoudre les problèmes les plus urgents par l'intermédiaire de la législation existante, sans adopter des mesures extrêmement protectrices qui seraient étrangères à notre système. Par la motion, il nous est proposé de tenir compte de l'esprit de l'initiative et de concrétiser les désirs pricipaux des promoteurs, à savoir d'assurer l'approvision- nement en denrées .des voies de communication, et d'élimi- ner les distorsions dans la concurrence dues surtout aux prix d'appel et à la puissance d'achat. Cela se fera à Tocca-
Protection des petits commerces 733 N 14 juin 1983 rencontre d'un développement équilibré et décentralisé, de toute la politique régionale et d'aide aux régions de mon- tagne. Le maintien et le développement d'une politique commer- ciale équilibrée et décentralisée - mais cela concerne aussi d'autres secteurs - en particulier le maintien d'un réseau de distribution tenant compte des besoins des consomma- teurs et des intérêts généraux des diverses régions du pays, ne peut donc être assuré à long et à moyen terme sans l'intervention des pouvoirs publics. Y renoncer pour- rait favoriser la création par deux ou trois groupes d'une situation de monopole dans le secteur concerné et ce monopole est du reste en train de se créer. A nos yeux, des mesures concrètes visant à protéger les petits commerces et à favoriser la création de points de ventes décentralisés s'imposent de toute évidence. Dans cette perspective, l'initiative a le mérite non seulement de poser le problème, mais aussi de proposer des idées géné- rales tout à fait acceptables et justifiées. D'ailleurs, tous ceux qui ont pris la parole à cette tribune l'ont admis. Tou- tefois, il semble que l'on ne soit pas d'accord quant aux moyens suggérés par les auteurs de l'initiative. Le Conseil fédéral et la majorité de la commission, tout en reconnais- sant l'existence des problèmes soulevés par l'initiative, pro- posent le rejet de celle-ci. Selon eux, la situation n'est pas grave au point d'exiger la modification de la constitution, l'institution de mesures exceptionnelles de caractère pro- tectionniste qui finiraient par porter atteinte au principe de la liberté de commerce. En outre, ajoutent-ils, tant la loi sur l'aménagement du territoire que celle sur les cartels et sur la concurrence déloyale, seraient suffisantes. Elles permet- tent des interventions visant à combattre les situations plus graves. On se trouve ainsi placé dans une situation un peu paradoxale: chacun s'accorde à reconnaître que le pro- blème est d'importance, tous affirment que des solutions existent mais en réalité, rien ou presque n'est concrète- ment entrepris et l'on s'oppose à une proposition qui, si elle peut soulever quelques réserves - et elle en soulève de notre part - apporte néanmoins une indication sur les moyens à utiliser, une idée générale sur le sens dans lequel il convient de procéder, afin de sortir de l'impasse. Evidem- ment, nous ne partageons pas cette opinion. Certes, la situation en Suisse n'est pas catastrophique. Cependant, nous pensons qu'à moyen et à long terme, des mesures plus efficaces que celles prévues jusqu'ici et sur- tout des mesures d'ordre général, s'imposeront d'urgence. En effet, nous croyons - à l'inverse des rapporteurs des groupes radical et démocrate-chrétien, MM. Delamuraz et Cotti - que le seul jeu du libre marché et de la liberté du commerce ne pourra entraîner qu'une unique consé- quence: condamner les petits commerces, les points de vente décentralisés, à disparaître. En outre, il faut bien reconnaître que la loi sur les cartels et la loi sur la concurrence déloyale, désignées comme des instruments efficaces à disposition, sont loin de présenter l'efficacité qu'on leur attribue, tant du point de vue du consommateur que de celui des petits commerces. Il suffit de rappeler ici la révision en cours de la loi sur les cartels, qui risque d'établir une loi qui n'ira pas dans la direction souhaitée par les rapporteurs et le Conseil fédéral. En ce qui concerne la loi sur la concurrence déloyale, je rappelle qu'elle n'est pas encore présentée donc discutée dans ce Parlement. Pour toutes ces raisons, je suis d'avis que l'adoption d'une base constitutionnelle ad hoc nous semble utile et néces- saire, en particulier pour affirmer clairement la volonté du pouvoir politique d'agir dans ce secteur et d'assumer un rôle actif. Le Conseil fédéral lui-même semble reconnaître la nécessité de ce rôle mais, Monsieur le Conseiller fédéral Furgler, le gouvernement semble vouloir y renoncer, du moins sous la forme d'une nouvelle disposition constitu- tionnelle, essentiellement pour des motifs que je définirais comme idéologiques, à l'instar de ceux qui s'opposent à l'initiative, qui dans une bonne mesure sont aussi des rai- sons idéologiques, puisque l'initiative provient du Mouve- ment républicain. En l'occurrence, nous aussi, nous pour- rions nous placer sur ce plan de l'idéologie mais nous concevons bien qu'il convient d'aborder ces problèmes d'un regard réaliste. Quelles sont ces raisons d'ordre idéo- logique qui incitent le Conseil fédéral à écarter l'idée d'une modification constitutionnelle? En premier lieu, ne pas por- ter atteinte au principe du libre marché et de la liberté du commerce. Sans vouloir mettre en discussion l'économie de marché, nous pensons que la situation dans ce secteur ainsi que les intérêts généraux du pays exigent des mesures de coordination de la part du pouvoir politique, afin de rétablir l'égalité de situation et les possibilités d'un développement équilibré et décentralisé. En l'occurrence, l'adoption d'une disposition constitutionnelle ad hoc se trouve être le moyen adéquat pour réaliser cet objectif. En outre, je pense qu'il existe en plus un argument formel qui, à mon avis, milite en faveur de l'acceptation de l'initia- tive. Je me réfère ici aux motifs invoqués par le Conseil fédéral, au chiffre 112 de son message, à propos du traite- ment de l'initiative, qui est conçue en termes généraux: «Si les Chambres approuvent l'initiative populaire, il leur incombe alors d'entreprendre la révision partielle de la constitution fédérale dans le sens de la proposition des auteurs de l'initiative, puis de soumettre la nouvelle disposi- tion au vote du peuple et des cantons.» Et au chiffre 113, il ajoute: «Les initiatives revêtant la forme d'un projet, conçues en termes généraux, doivent donc se borner à présenter à l'Assemblée fédérale une idée directrice géné- rale qui laisse une certaine marge d'appréciation.» De ces considérations-là, il découle clairement qu'en acceptant l'initiative, nous ne faisons que charger le Conseil fédéral d'élaborer un texte de modification constitutionnelle qui, tout en tenant compte des idées générales des initiants, peut être plus précis et donc mieux adapté à nos exi- gences. Telles sont les raisons qui incitent le groupe du Parti du travail, du PSA et du POCH à se prononcer en sa faveur et à considérer que les propositions de motion et de postulat de la commission démontrent la mauvaise conscience de la commission de ne pas vouloir réellement aborder ce problème bien réel, qui touche de nombreux milieux de notre pays. M. Ruffy: Bien que j'intervienne après M. Carobbio et que je représente ici un parti de gauche, je vais m'appliquer à défendre la thèse du rejet de l'initiative quand bien même je partage les soucis de notre collègue du Tessin. L'initiative qui nous occupe est déconcertante car sous des aspects sociaux dignes d'intérêt, que l'on doit prendre au sérieux et pour lesquels on ne peut qu'avoir de la sympathie, se cache une stratégie corporative et une attaque à peine voilée, pas toujours justifiée d'ailleurs, des grands du commerce de détail. En invoquant les difficultés d'approvisionnement res- senties par certaines catégories de la population et en révé- lant la vulnérabilité des petits détaillants face aux géants, l'initiative propose d'intervenir directement dans les struc- tures commerciales, sous trois angles différents et par le biais d'un article constitutionnel. Son caractère populaire est évident. Une table ouverte à la Télévision romande lui a été consacrée et la Fédération romande des consomma- trices en a fait le thème principal de son assemblée annuelle. Cette situation nous pousse à mettre l'accent sur le caractère avant tout superflu mais aussi inadéquat de l'initiative et à montrer que les entraves proposées à l'exer- cice des activités commerciales sont loin de garantir les résultats souhaités par les initiants. Le Parti socialiste se doit de rappeler en préambule que dans son évolution générale, le secteur du commerce de notre pays a contribué à servir plutôt qu'à desservir les inté- rêts généraux économiques. Nous sommes convaincus que c'est grâce au sens de l'organisation et de la logistique des grands du commerce de détail, que la part du poste alimen- tation est restée aussi modeste dans les budgets familiaux. Il serait coupable de l'oublier car à cet égard nous sommes enviés par de nombreux voisins. Dans ces conditions, le groupe socialiste est d'avis qu'une
Protection des petits commerces 735 N 14 juin 1983 leure protection de ces derniers réside dans leur fréquenta- tion régulière. Compte tenu de ce qui précède, le groupe socialiste vous propose de suivre le Conseil fédéral et de recommander au peuple de rejeter l'initiative, et d'appuyer la motion et le postulat de votre commission demandant aux cantons de considérer le problème dans le cadre de la loi sur l'aména- gement du territoire et sur la loi sur l'aide en matière d'investissements dans les régions de montagne. Frau Weber Monika: Die Volksinitiative versucht verschie- dene Ziele anzupeilen. Einerseits möchte sie erreichen, dass die Kleinhändler geschützt werden, und andererseits möchte sie die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern sichern. Ich möchte nicht auf diese beiden Ziele eingehen, sondern nur zusammenfassend sagen, dass die Initianten einfach ihre Sorge über die Entwicklung in unserem Wirt- schaftsgefüge ganz allgemein ausdrücken wollen. Diese Sorge ist nicht ganz unberechtigt. Ich teile sie. Es ist die Sorge und das Problem des zunehmenden Konzentrations- prozesses ganz allgemein in der Wirtschaft. Die Initiative lie- fert uns einiges bzw. hat uns forciert, gewisse Gedanken durchzuspielen, und ich würde sagen, dass vor allem die Botschaft des Bundesrates in verschiedenen Belangen wertvolle Denkanstösse gegeben hat. Aber ich bin der Mei- nung - und damit vertrete ich auch die Meinung der Frak- tion -, dass der Lösungsvorschlag, den die Initiative bringt, sagen wir es offen: untauglich ist. Die Initiative, die sich ja speziell oder spezifisch mit dem Detailhandel beschäftigt, schlägt quasi eine Hilfe von oben vor, d. h. eine Hilfe von Bern. Ich frage Sie: Will man denn einen staatlich dirigierten Detailhandel? Das wäre ja "unmög- lich. Ich möchte einfach ganz knapp sagen: Eine zweite «Landwirtschaft» verkraften wir finanziell nicht. Ein berühm- tes Mitglied dieses Rates hat einmal gesagt, solange ein Gesetz Ansporn sei zu einer Leistungssteigerung der Wirt- schaft, sei es gut; ich halte es als Befürworterin einer gesunden Wettbewerbspolitik mit ihm. Das heisst also, von einer direkten Hilfe von «oben», von Bern, so wie die Initian- ten sie sich vorstellen, kann keine Rede sein. Wenn man aber in diesem Zusammenhang Verschärfungen gewisser Gesetze fordert - ich denke an das Kartellgesetz -, möchte ich Ihnen sagen, dass unsere Fraktion sich immer sehr für eine Verschärfung des Kartellgesetzes eingesetzt hat. Ich fürchte aber, dass gerade jene Kreise, die heute lauthals für eine Verschärfung des Kartellgesetzes sind, nachher wieder zurückbuchstabieren und wahrscheinlich nicht mehr dafür einstehen. Nun meine ich aber grundsätzlich, wenn man schon eine Hilfe suchen will, müsse man diese Hilfe von «unten» holen, d. h. diese Hilfe muss von der Gemein- deebene aus kommen. Die Verhältnisse sind so verschie- den, so unterschiedlich, dass die Lage an Ort und Stelle beurteilt werden muss. Die Initianten sind aufgebracht über das Lädelisterben. Sie geben die Schuld vor allem den Einkaufszentren. Wahr- scheinlich wurden in den letzten 20 Jahren auch Fehler gemacht. Wahrscheinlich haben wir alle zu stark geschlum- mert in einem sogenannten Agglomerationsdenken. Zu sehr hat man unmittelbar immer an den sofortigen Nutzen gedacht. Vielleicht hat man zu wenig beachtet, dass gewisse Entwicklungen auch Folgekosten (Sozial- und Infrastrukturkosten) ergeben, man hat zuwenig Kosten-Nut- zen-Analysen durchgeführt. Aber das gehört nun der Ver- gangenheit an; wir müssen in die Zukunft schauen und fra- gen: Was sollen wir tun? Der Wettbewerbsgedanke muss nach wie vor über allem stehen. Das Prinzip des gesunden Wettbewerbs ist Garant sowohl für eine gesunde Wirtschaft als auch für den Konsumenten. Ich habe vorhin von den Fehlern gesprochen, die vielleicht gemacht wurden: von überbordendem Agglomerationsden- ken, von der Zentrumseuphorie usw. Wenn man mit der Entwicklung wirklich nicht einverstanden ist, und das sind ja die Initianten, muss man sich einmal Rechenschaft darüber abgeben, wer allenfalls zur Verantwortung gezogen werden kann. Ich möchte das Kind beim Namen nennen: Sehen Sie, überall dort, wo Einkaufszentren gebaut wurden, hat ein Gemeinderat oder ein Gemeindepräsident die Bewilligung dazu gegeben. Diese Gemeindepräsidenten hätten halt den Mut haben müssen, einmal auch nein zu sagen. Auch für die Zukunft wäre es wichtig, dass Gemeindepräsidenten manchmal die Courage haben, nein zu sagen, wenn sie sich die Sache genau überlegen. Hier wäre bestimmt eine wich- tige Bremse da. Von unten, von der Gemeindeebene her muss also gebremst werden. Man kann sich auch von dort her einiges weiteres einfallen lassen. Ich denke an sogenannte Einmiet- hilfen; ich denke aber auch an Rationalisierungsbemühun- gen in Sachen Lagerhäuser. Ich würde sagen: Die heutige dezentrale Lösung bringt enorme Kosten für einzelne Läden. Und last but not least denke ich daran, wenn eine Region wirklich einmal in Verlegenheit kommt, d. h. bedroht ist bezüglich ihrer Versorgung, dass man halt gezielte Appelle an die Bevölkerung richten und die Bevölkerung über eine eventuelle prekäre Situation aufklären muss. Kurz zusammengefasst: Die unabhängige und evangelische Fraktion ist für Ablehnung der Initiative. Ein Teil wehrt sich nicht gegen die Vorstösse der Kommission; aber wir haben eine kritische Einstellung auch diesen gegenüber. Ich möchte Ihnen zu bedenken geben oder Sie daran erinnern: Auch diese beiden Vorstösse bedeuten klar und deutlich: mehr Staat. Linder: Die liberale Fraktion stimmt der Kommission zu und beantragt Ihnen die Verwerfung der Initiative. Es handelt sich dabei ja nicht um ein Volksbegehren nach Abänderung eines kleinen Gesetzes, sondern ich muss ein weiteres Mal darauf aufmerksam machen, dass ein neuer Bundesverfas- sungsartikel zum Schütze der Kleinhändler verlangt wird. Das ist doch ein gewaltiger Eingriff und ein Präjudiz in unse- rer Gesetzgebung. Bei aller Sympathie, die ich für die Inter- essen der kleinen Händler, der Detaillisten, habe, muss ich gleichwohl sagen, dass sie mit dieser Initiative den Bogen überspannen, indem sie tatsächlich zu ihrem Schutz die Intervention des Staates beanspruchen. Sie wissen es genau: Wir haben an sich eine Missbrauchs- gesetzgebung, und dort, wo sie noch nicht vollständig ist, ist sie in Revision, einerseits im Kartellrecht und anderer- seits im Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbe- werbs. Dann müssen die Betroffenen, wenn sie glauben, sich zur Wehr setzen zu müssen, tatsächlich die ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel verwenden. Ich darf hier einmal mehr sagen, dass ein freiheitlicher Staat sich nicht durch die Verbote auszeichnet, sondern durch die demo- kratischen Rechte, die er den Bürgern zur Verfügung stellt, um ihre Interessen zu wahren. Ich glaube, ein solcher frei- heitlicher Staat sollte diesen Grundsatz nicht vergessen. Die neue bundesrechtliche Intervention, die mit dieser Initiative verlangt wird, führt unweigerlich zu neuen Unge- rechtigkeiten. Wir sehen das deutlich im Vergleich mit der Gesetzgebung zahlreicher Nachbarstaaten. Wo der Staat im Übermass interveniert, wachsen neue Ungerechtigkei- ten, und die Bevölkerung wird unzufrieden, links und rechts. Wenn wir heute in die Bundesverfassung beispielsweise den Schutz einer Handelsstufe der Kleinhändler einfügen wollen, stellt sich sogleich die weitere Frage: Haben dann andere Handelsstufen auch Anspruch auf Schutz usw.? Dazu kommt das Interesse der Konsumenten, die an sich für die gegenwärtige Situation zum Teil massgeblich verant- wortlich sind. Können die dann durch eine solche bundes- verfassungsmässige Intervention einfach in ihren Rechten beeinträchtigt werden? Eine weitere Frage hat sich der Kommission gestellt: die Frage der Gültigkeit der Initiative. Der Kommissionspräsi- dent hat sich darauf bereits in seinem Eintretensvotum bezogen. Man könnte in der Tat die Meinung vertreten, die Einheit der Materie sei durch die vorliegende Initiative ver- letzt. Sie verlangt ja einerseits die Sicherstellung der Lan- desversorgung und andererseits den Schutz der Kleinhänd- ler. Das sind zwei nicht a priori sich deckende Ziele. Man kann also mit gutem Recht in der Interpretation dieses Tex-
Protection des petits commerces 737 N 14 juin 1983 l'on disait qu'un homme sans cheval était un homme mort. Veut-on absolument, en ne faisant rien, que l'on puisse dire demain qu'un Suisse sans voiture est un Suisse qui ne peut plus s'approvisionner. Enfin, l'existence de petits commerces est un facteur moteur de la vie de quartier et du non-dépeuplement de l'arrière-pays ainsi que de la conservation de bonnes rela- tions humaines entre acheteurs et vendeurs. Il serait aussi déplorable de diminuer encore les rares relations humaines subsistant dans notre société au profit de déserts de béton ressemblant souvent à l'heure de pointe à des termitières. Il faut donc aujourd'hui agir et avant tout supprimer les dis- torsions de concurrence et enrayer la prolifération anarchi- que des grandes surfaces. Certes, des modifications de la législation pourraient permettre pour l'essentiel de résou- dre le problème sans nécessiter une révision de la constitu- tion. Mais le comportement du Parlement et plus particuliè- rement celui du Conseil des Etats dans diverses affaires traitées ces dernières années nous font sérieusement dou- ter de la possibilité concrète de réaliser quelque chose de valable sans la base du mandat impératif donné par une votation populaire. Il ne faut pas oublier d'autre part que l'initiative est conçue en termes généraux, ce qui signifie qu'en cas d'accepta- tion, c'est le Parlement qui décidera de la concrétisation de la seule mesure peu claire dont les auteurs de l'initiative demandent l'institution, celle qui, je le sais, pose un pro- blème de conscience à certains, à savoir la déconcentration des grandes sociétés de distribution. De certaines interventions faites précédemment à cette tri- bune, on pourrait déduire que l'initiative va supprimer les commerces à grandes surfaces. Or, il s'agit uniquement de soumettre leur développement à des règles strictes et d'éviter les distorsions de concurrence et la disparition quasi totale du petit commerce pendant qu'il est encore temps d'agir. Dans l'état actuel du-dossier, je ne puis donc que vous recommander l'acceptation de l'initiative. Si d'aventure, mais c'est malheureusement peu probable, le Parlement devait réviser dans un sens acceptable les lois sur les car- tels et sur la concurrence déloyale avant la votation popu- laire sur l'initiative, je serais prêt à réexaminer ma position. Quant à la motion et au postulat de la commission, je veux bien les voter mais ils n'apportent pas, à eux seuls, de garanties suffisantes. Gehen: Wir unterstützen die vorliegende Volksinitiative, und ich empfehle Ihnen, dem Antrag Soldini zum Artikel 2 zuzu- stimmen. Die vorliegende Botschaft vermag mich in keiner Weise zu überzeugen. Sie weckt vielmehr den Verdacht, ein heimli- cher Freund der wichtigsten beiden Grossverteiler habe diese Botschaft verbrochen. Wie kann man selbstgerecht behaupten, das Problem lasse sich mit den vorhandenen Gesetzen lösen, während ein ganzer Berufszweig ungehin- dert von treuen Gesetzesvertretern rapide zusammen- schrumpft; ein Berufszweig, der unzweifelhaft seine Exi- stenzberechtigung hat. Das Verschwinden zahlreicher selb- ständiger Existenzen zugunsten der Auweitung der Zahl Lohnabhängiger ist gesellschaftspolitisch unerwünscht. Die sozialen Folgen der fehlenden Kontakte vor allem älterer Menschen bei ihren Einkäufen sind bekannt. Wie kann man behaupten, die Versorgung der Schweiz wäre mit dem Grossverteilersystem auch in Krisen und Kriegszeiten genügend gewährleistet, wenn man weiss, dass ohne praktisch täglichen Nachschub mit Lastwagen die Regale sehr rasch leerstehen werden, der Lastwagen- verkehr aber ein neuralgischer Punkt sein würde und eben die Lager in den Verkaufsstellen selbst aus betriebswirt- schaftlichen Gründen minimalisiert sind? Wie kann man in Kenntnis der Situation unschuldsvoll erklären, die Forde- rung nach Entflechtung der Grossverteiler widerspreche den Verfassungsgrundsätzen der Verhältnismässigkeit und der Rechtsgleichheit? Ist denn nicht etwa die Migros längst zum Staat im Staate geworden, die sich schon oft über Gesetze und Verordnungen hinwegsetzte und durch vollen- dete Tatsachen neues Recht erzwang? So etwa hat die Migros seinerzeit die Verkaufsordnung für Milch aus den Angeln gehoben und damit praktisch den Hauszustelldienst abgewürgt. Damit aber fiel die wichtigste Stütze des hohen Milchkonsums in unserem Lande, sehr zum Schaden der Bundeskasse und der Volksgesundheit. Hat nicht die Migros später der Verkauf teilentrahmter Milch gegen die bestehenden Vorschriften durchgedrückt? Den daraus resultierenden Schaden für die Milchrechnung tragen seit- her wir Bauern und die Steuerzahler. Es sind Dutzende, Hunderte von Millionen. Es ist blauäugige Naivität - dies an die Adresse des Bun- desrates, des Kommissionsreferenten deutscher Zunge und einzelner Votanten -, dem Konsumenten die Verant- wortung für die Entwicklung zuzuschieben. Niemand macht sich doch heute noch Illusionen über die Manipulationspo- tenz einer gekonnten Werbung. Und über diese Mittel, diese Werbung verfügen sämtliche Grossunternehmen in reichem Masse. Die Beschwörung der Rechtsgleichheit wird damit zur Bemäntelung des faktischen Faustrechts im Marktgeschehen. Umweltpolitisch ist die Konzentration der Verkaufsstellen zweifellos falsch. Die Übernahme der Feinverteilung durch den Konsumenten selbst hat ungeheure Folgen für die Ver- kehrsaufkommen und darret den Verbrauch unersetzlicher fossiler Brennstoffe. Die Umweltbelastung steigt durch eine Entwicklung, die längst als schädlich erkannt wurde, aber aus ideologisch-dogmatischen Gründen laufengelassen wird. Die gesamte Entwicklung unserer Gesellschaft - die Konzentration auf immer mächtigere Organisationen bzw. Unternehmen, die Vermassung der manipulierten Konsu- menten, das Verschwinden eines echten selbständigen Mit- telstandes, das Schwinden des Willens zur Selbstverant- wortung in breiten Volkskreisen - zeigt sich beispielhaft an dem zur Diskussion stehenden Problem. Ich hätte eigentlich erwartet, dass vor allem die bürgerli- chen Parteien den Anlass nützen würden, um diesbezüglich einige grundsätzliche Überlegungen anzustellen. Statt des- sen haben sich ihre Vertreter damit begnügt, den Inhalt der Botschaft in Variationen nachzubeten. Herr Kollega Hösli beschwört die eingereichten Postulate der SVP von 1979 und 1981. Diese Postulate wurden eingereicht, als der Text der Initiative längst publik und bekannt war. Ich meine, dass gerade die SVP im Bewusstsein, dass ihre Anhänger in grossem Ausmasse hinter dieser Initiative stehen, besser täte, klipp und klar die vorliegende Volksinitiative zu unter- stützen, als sich mit Lange-Bank-Postulaten einen Vorwand zu schaffen, um die Initiative des politischen Gegners ohne Gesichtsverlust ablehnen zu können. An die Adresse der FdP und CVP: Deklamationen alleine genügen nicht. Die Beschwörung der Verantwortung der Kantone und Gemeinden ist hohl, wenn man weiss, mit wel- chen Mitteln die Grossverteiler in vielen Fällen ihre Ziele zu erreichen wissen. Herr Bundesrat, ich bin gespannt, was aus dem Projekt Säntispark in St. Gallen nun werden wird, ob das Volk die Kraft hat, diesen Einflüssen zu widerstehen. Das Bekenntnis zur freien Marktwirtschaft wird zur Leerfor- mel, wenn man weiss, dass wenig Mächtige den ganzen Markt beherrschen und den Kleinen nur gerade noch die Brosamen übrig lassen, die vom Tische fallen, bzw. diese Kleinen aus dem Markte drängen. Wir sollten es doch alle wissen: Zuviel Macht in den Händen einzelner Menschen oder einzelner Unternehmen ruiniert die Marktwirtschaft ebenso sicher wie Staatsinterventionismus. So geht es eben weniger darum, die Kleinen direkt zu schützen als viel- mehr darum, Fehlentwicklungen durch krebsartiges Wuchern der Grossen zu verhindern. Ich bin überzeugt, dass der Appell an die Verantwortung der Gemeindepräsi- denten und der Gemeindebehörden ein völlig falscher Weg ist. Ich weiss als ehemaliges Mitglied eines Gemeinderates, wie rasch ein Gemeindepräsident, der sich Kompetenzen anmassen würde, die er nicht hat, gerade von den Vertre- tern der Migros sehr rasch zur Ordnung zurückgerufen würde.
Protection des petits commerces 739 N 14 juin 1983 Ein weiteres Gebiet: Seit Jahren kämpfen wir gegen miss- bräuchliche Lockvogelpraktiken und die Diskriminierung der kleinen und mittleren Detaillisten in den Einkaufskondi- tionen. Gewisse Verteiler verkaufen bestimmte Produkte ohne kostendeckende Marge und sogar unter dem Ein- standspreis, d. h. unter dem Fakturapreis zuzüglich indi- rekte Steuern und Beschaffungskosten. Nach Auffassung des kleinen Detailhandels ist der systematische Verkauf zu Verlustpreisen unlauter und deshalb zu verbieten. Ausge- nommen ist der Verkauf demodierter oder leicht verderbli- cher Ware. Verkäufe unter dem Einstandspreis - sie wieder- sprechen dem normalen Geschäftsgebaren - kann sich langfristig eben nur der ganz Grosse aufgrund seines brei- ten Sortiments leisten; für das Fachgeschäft mit seinem engen Sortiment sind sie tödlich. Mit einem revidierten DWG und Kartellgesetz wird man kaum den angesprochenen Problemen wirkungsvoll begeg- nen können, insbesondere dürfte die in der Botschaft vor- geschlagene Lockvogelbestimmung, die ein Täuschungs- element beinhaltet, kaum geeignet sein, die Lockvogelpoli- tik zu bekämpfen. Sie werden einwenden, mit strukturpoliti- schen Eingriffen sei etwas Unzulässiges getan. Was ist die Exportrisikogarantie? Was sind die Massnahmenpakete? Aus all diesen Gründen unterstütze ich den Antrag unseres Kollegen Soldini, Volk und Ständen Annahme der Volksin- itiative zu empfehlen. Sollten Nationalrat und Ständerat die von der Kommission beantragte Motion und das Postulat annehmen, und sollte dadurch eine neue Situation entste- hen, würde ich mir die Sache nochmals überlegen. Vor allem würde eine Überweisung des Kommissionspostula- tes, um miteinander zu reden, vielleicht einmal die echte Möglichkeit bringen, um die Lage zu verbessern. Persönlich bin ich schon lange überzeugt, dass bei beidseitigem ehrli- chen Willen Grossverteiler und kleiner Detailhandel neben- einander Platz haben sollten. Beide sind vom Verteilernetz nicht wegzudenken. Der Konsument will beide. Aber so, wie heute einseitig expandiert wird, geht es nicht mehr weiter. Wir brauchen von beiden Seiten Marktchancen. Zum Schluss die Wiedergabe eines Hilferufes einer Luzer- ner Gemeinde, Greppen, die seit einigen Monaten keine Einkaufsmöglichkeit, keinen Laden mehr im Dorfe hat. Die Gemeindekanzlei telefonierte mir, es gäbe ältere Leute, die sich überlegen, in ein Heim zu gehen, weil kein Laden und keine Einkaufsmöglichkeit mehr bestehe. Mme Jaggi: L'initiative réclame l'application de trois princi- paux instruments d'une politique susceptible d'influencer les structures du commerce de détail. Il se trouve que, voici une douzaine d'années, j'ai soutenu une thèse sur ce sujet. A l'époque, j'avais fait une série de constatations fondées sur les chiffres disponibles - principalement ceux du recen- sement des entreprises de 1965 - lesquelles, dans l'ensem- ble, restent toujours valables. Premièrement, le processus de concentration, dans le com- merce entre autres, se poursuit imparablement en régime d'économie libérale. Cette concentration se fait aussi bien au niveau des unités de gestion, des entreprises qui s'intè- grent et qui créent des groupes de sociétés, qu'au niveau des unités d'exploitation: extension des surfaces de vente, augmentation des locaux annexes, etc. De sorte que, en définitive, les parts au marché des plus grandes entreprises
Protection des petits commerces 741 N 14 juin 1983 quer dans le contexte actuel, c'est la fiscalité très avanta- geuse issue des nombreuses formes juridiques des socié- tés ou associations touchant au commerce. Je sais que c'est presque une montagne à déplacer. Cependant, toute institution demande périodiquement une révision de ses statuts qui doivent correspondre à la réalité évolutive de la société humaine au travers de son économie et de sa politi- que. En ce qui nous concerne, ce serait un moyen susceptible de mettre sur un pied d'égalité les grandes entreprises commerciales et le commerce privé. En 1979, le Conseil national était entré en matière dans ce domaine mais, hélas! on n'en trouve plus trace dans le message que nous trai- tons. Au vu de la situation actuelle, je voterai bien entendu en faveur de l'initiative visant à garantir l'existence des petits commerces. Müller-Scharnachtal: Im Sinne einer vorsorglichen Mass- nahme haben sich unter anderem auch verschiedene Kan- tone seit längerer Zeit mit der Konsumgüterversorgungs- situation befasst. Daraus geht hervor, dass vorderhand die meisten Gemeinden über ausreichende Einkaufsmöglich- keiten zur Bedarfsdeckung mit Gütern des täglichen Bedarfs verfügen. Eine gewisse Sorge bereiten uns aller- dings abgelegene Gemeindeteile mit dünner Besiedlung und demzufolge ungenügender Existenzmöglichkeit für einen Vollerwerb in dieser Branche. Auffallend ist hier und dort die Ausdünnung und Straffung des Sortimentes, so dass die Versorgung auswärts ergänzt werden muss. Unge- löst sind in vielen Detailhandelsgeschäften zudem die Nach- folgeprobleme. An schwerwiegenden Strukturproblemen fehlt es in der Tat nicht. So suchen wir, zusammen mit Bran- chenverbänden, Verteilerorganisationen und Regionalpla- nungsverbänden nach Neben- und Zuerwerbslösungen, welche sich beispielsweise durch eine Kombination aus Gastgewerbe, Milcheinlieferungsstelle, Bäckerei mit Kon- sumgütern usw. bewerkstelligen lassen. In der Regel geschieht dies sogar ohne Intervention von Staat und Gemeinde. Im Berggebiet kann sich allenfalls das Investi- tionshilfegesetz (IHG) als Restfinanzierungsinstrument empfehlen. Konkrete Projekte sind bei uns aber bisher lei- der nicht zustande gekommen, trotz unseren Bemühungen und trotz über siebenjähriger Vollzugspraxis. Mit der hier diskutierten Volksinitiative soll zum Schutz der Kleinhändler neu ein sogenannter Bedürfnisnachweis bei der Bewilligung zur Errichtung neuer oder Erweiterung bestehender Einkaufszentren eingeführt werden. Mit einer Verordnung von 1976 über den Bau von Einkaufszentren verfügt zum Beispiel der Kanton Bern bereits über ein griffi- ges Instrument, welches nach meiner Ansicht keiner weite- ren Verschärfung bedarf. Im Hinblick auf die Versorgungs- funktion der Regionalzentren haben grössere Einkaufsflä- chen - unter Umständen bis zu 2000 Quadratmeter - inso- fern eine Bedeutung, als wir ein weiteres Abwandern der Konsumenten und langfristig der Regionsbewohner zufolge Mangel an einem attraktiven Güterangebot unbedingt ver- hindern wollen. Die Republikaner-Initiative rennt in diesem Punkt wie gesagt offene Türen ein. Was die Wettbewerbsverzerrungen im Detailhandel betrifft, welche die Initianten anprangern, so bin ich der Meinung, dass Lockvogelpolitik, Missbrauch der Nachfragemacht sowie Preisdiskriminierungen sehr ernstzunehmende Pro- bleme sind. Ich bezweifle aber, ob es mit der Revision des Bundesgesetzes über den unlauteren Wettbewerb gelingen wird, Missbräuche effizient zu verhindern. Die Möglichkeit des Staates zur Einsichtnahme in die Preisfestsetzung von Produkten scheint mir doch etwas beschränkt. Jedenfalls wird mit der UWG-Revision als indirektem Gegenvorschlag zur Volksinitiative kein zugkräftiges Pferd in das Abstim- mungsrennen geschickt. Mehr Hoffnungen hege ich im Zusammenhang mit der bevorstehenden Kartellgesetzrevi- sion. Die Initiative fordert im weiteren eine gerechte steuerliche Erfassung von Grossverteilern. Angesichts der Tatsache, dass dieses Argument bei jeder neuen Bewilligung in der politischen Diskussion auf kantonaler und Gemeindeebene eine hervorragende Rolle spielt, habe ich Verständnis für das Anliegen. Nach meinen Erfahrungen versteuert der Detaillist, bezogen auf seinen Umsatz, in der Regel mehr als der Grossverteiler, welcher dank einer forschen Investi- tionspolitik und seiner ausserkommerziellen, aber dafür werbe- und umsatzwirksamen Leistungen auf dem Gebiet der Kultur, des Sports, der Erholung weniger Substrat auf- weist. Aber die Tatsache, dass gerade dieser Verdrän- gungskampf, welcher den Lebensmitteldetailhandel in sei- ner Existenz bedroht, ausserhalb der Agglomeration den Regionen noch steuerliche Nachteile bringt, sollte uns wirk- lich nachdenklich stimmen. Die Initiative ist zwar aus hauptsächlich ordnungspoliti- schen Gründen abzulehnen. Aber spätestens bei der Revi- sion der Kartellgesetzgebung und in der Frage der Besteuerung werden wir uns sehr ernsthaft mit gesetzge- berischen Gegenmassnahmen befassen müssen. Auch von den Kantonen dürfte man noch etwas mehr Initiative erwar- ten. Reimann: Diese Initiative wirft grundlegende Fragen schweizerischer Ordnungs- und Strukturpolitik auf. Ich bin mit den Initianten der Meinung, der Staat habe den Auftrag, gefährdeten Wirtschaftszweigen beizustehen und ihnen bessere Rahmenbedingungen zu sichern, als es das reine Spiel der Kräfte mit sich bringt. Denn wenn auf einem Markt einmal Ungleichgewichte zwischen Grossen und Kleinen herrschen, dann ist der Markt nicht mehr unbedingt funk- tionsfähig und verschärft eher noch durch die dann automa- tischen Konzentrationstendenzen die Ungleichgewichte. Es ist anzuerkennen, dass hier eine Gruppierung, die sonst weniger in dieser Richtung denkt, den Bundesauftrag gemäss Bundesverfassung zum Schütze bedrohter Wirt- schaftszweige ernst nimmt. In der Sache selbst aber verfeh- len die Initianten das Ziel und die Mittel. Ich glaube nicht, dass das Ziel einer gleichmässigen Versorgung im Detail- handel derart gefährdet ist. Der bloss zahlenmässige Rück- gang der Kleinverkaufsstellen sagt an sich wenig aus. Nie- mand wird behaupten, der Zustand vor 1960 sei ideal gewe- sen. Andere Länder wie Frankreich und Italien, welche heute noch einen völlig zersplitterten Kleinhandel haben, erkennen auch die damit verbundenen Nachteile. Unflexibili- tät, ein im Kleinladen wenig aufgefächertes Angebot, Han- del über mehrere Stufen mit entsprechenden Teuerungs- auswirkungen usw., von den dort noch immer schlechten Sozialbedingungen des Personals ganz abgesehen. Wenn also die Schweiz gegenüber diesen Ländern den Detailhan- del rationalisiert hat, sind damit auch Vorteile erzielt wor- den. Der Wettbewerb ist intensiviert worden, was in einer Marktwirtschaft eigentlich erfreulich ist. In der Wettbe- werbsfrage liegt denn auch die Verkennung der Mittel durch die Initianten. Ihre Kreise haben es in der Hand, mit der anstehenden Kar- tellgesetzrevision ein schlagkräftigeres Instrument zu schaffen. Wenn im Kartellgesetz eine Kontrolle der Fusio- nen, eine schärfere Überwachung marktträchtiger Unter- nehmen, direktere Möglichkeiten der Kartellkommission, einzuschreiten, geschaffen werden, wenn das Sekretariat schlagkräftiger wird, dann haben die Initianten alle Gewähr, dass ihre Ziele verfolgt werden können. Wettbewerbsver- zerrungen können sodann im Gesetz über den unlauteren Wettbewerb ausgemerzt werden, aber ein reines Gewerbe- schutzgesetz darf daraus selbstverständlich auch nicht werden. Mit diesen zwei Gesetzen kann also eine ord- nungspolitisch saubere Lösung gefunden werden. Mit einer solchen Initiative darf aber nicht ein Zaun um ein ganz gewisses Gärtlein gemacht werden und dabei der Wettbe- werb in der übrigen Wirtschaft mittels schlechtem Kartellge- setz und schlechtem UWG im Ungleichgewicht belassen werden. Im übrigen sind die meisten Kantone in ihrer Raum- planung bereits hellhörig genug geworden, um die erste Forderung der Initianten nach einem Bedürfnisnachweis für Einkaufszentren aus eigenem Antrieb zu verwirklichen. Die letzte Forderung der Initiative, die steuerliche Erfassung
Protection des petits commerces 743 N 14 juin 1983 Schaftsentwicklung, die uns in den vergangenen Jahrzehn- ten in fast allen Bereichen der Wirtschaft, beileibe nicht nur im Handel, grössere Unternehmen, grössere Einheiten gebracht hat. Manche haben Mühe, die neuen Dimensionen psychisch zu verarbeiten - Herr Oehen ist ein typischer Vertreter dieser Mitbürger -, da hat sich eben da und dort vorab ein gefühlsmässig bestimmtes Missbehagen einge- stellt. Damit Sie mich recht verstehen: ich respektiere sol- che Gefühle, auch wenn ich sie nicht teile. Ich muss aber auch nachdrücklich unterstreichen, dass diese Gefühle von den Initianten schlicht und einfach missbraucht worden sind zur Durchsetzung von Anliegen, die sich mit unserer marktwirtschaftlichen Ordnung ganz einfach nicht vereinba- ren lassen. Vordergründig - so das plakatierte Ziel - soll die Versor- gung aller Teile des Volkes mit lebensnotwendigen Gütern gewährleistet werden. Liest man aber den Text der Initia- tive, dann drängt sich die Frage auf: Will man das wirklich? Will man nicht vielmehr und ausschliesslich Konkurrenten mit Hilfe des Staates bekämpfen, und zwar ohne Rücksicht auf die Versorgungssicherheit? Bereits Stil und Inhalt der Werbung für das Volksbegehren lassen daran jedenfalls berechtigte Zweifel aufkommen. In einer sogenannten Dokumentation etikettiert die Aktionsgemeinschaft selb- ständiger Detaillisten die beiden Genossenschaften Coop und Migros wörtlich als «unschweizerisch». Bei 2,3 Millio- nen Genossenschaftern - gut ein Drittel unserer Gesamtbe- völkerung - wirkt eine solche Qualifikation - das muss ich hier ganz deutlich sagen - nicht nur kühn und unverschämt, sondern vor allem peinlich. Man fragt sich, ob sie einfach die fehlenden Argumente der Initianten ersetzen soll. Die Initianten scheinen auch sonst nicht viel Glück gehabt zu haben. Der Migros wird, offenbar um eine latente Angst des Bürgers vor den Grossen zu nutzen oder zu schüren, eine «ungesunde Marktstellung» von über 40 Prozent atte- stiert, während in Wahrheit der Marktanteil der Migros bei 21 Prozent, der Coop, wenn ich mich nicht täusche, etwa bei 16 oder 17 Prozent liegt. Es wird bewegt Klage geführt über den Energieverschleiss - man spürt den Appell an die Grünen - und den Autoverkehr, der mit der Fahrt zum Ein- kaufszentrum verbunden ist. Aber gerade über jene Landesteile und Regionen, wo sich das Versorgungspro- blem noch am ehesten stellen kann, schweigen sich diese Detailhändler prompt aus. Die Botschaft führt auf Seite 11 an, dass in der Schweiz Ende 1981 466 Gemeinden ohne Laden waren. Bei diesen Gemeinden ist in der Folge eine Umfrage durchgeführt wor- den. 411 Gemeinden haben durch ihre Behörden geantwor- tet, und diese Umfrage hat nun doch ganz interessante Zahlen zutage gefördert. Man konnte erfahren, dass in den letzten 50 Jahren in diesen Gemeinden rund 70 Prozent Läden eingegangen sind. Die Hälfte dieser Läden wurde geschlossen in einer Zeitphase, da es überhaupt noch keine solchen Grossverteilerzentren gab, die jetzt im Schussfeld der Initiative stehen. Die grossen Verkaufsflä- chen sind eigentlich erst in den siebziger Jahren entwickelt worden, und diese Flächen folgten der Bevölkerung, nicht die Bevölkerung den Verkaufsflächen. Das muss man auch einmal deutlich hervorheben. Welche Gründe haben zur Schliessung dieser Läden geführt? Es ist interessant, dass da 6 Prozent Bevölke- rungsabnahme eine Rolle spielten; 10 Prozent gaben an, die Konkurrenz habe zum Aufgeben des Ladens geführt; 31 Prozent verwiesen auf Überalterung und Nachfolgepro- bleme, und rund 44 Prozent der Antworten sind unter die Tatsache zu subsumieren, dass die Motorisierung, die Mobilität der Bevölkerung stark zugenommen habe. Konse- quenterweise müssten eigentlich die Initianten den Autover- kehr zum Einkaufen beschränken. Aber wenn man jemandem unter dem Blickwinkel der Sicherstellung der Versorgung einen Vorwurf machen will, dann sicher nicht - und ich sage das jetzt einmal ganz deut- lich als Mitglied unserer Landesringfraktion - der Migros. Sie bedient mit ihren Verkaufswagen 60 Prozent dieser 466 Gemeinden mindestens einmal wöchentlich, 31 Prozent von ihnen gar zwei- bis dreimal. Dort gibt es gar keine Läden, und diese Versorgung wird sichergestellt durch die Genos- senschaft, die jetzt im Schussfeld dieser Detaillisten steht. Die Bevölkerung ist gelockt worden mit dem Titel «Sicher- stellung der Versorgung». Das war der Lockvogel, mit dem die Unterschriften eingeholt worden sind für eine Initiative, die ganz und gar nicht in unser Wirtschaftssystem passt. Die Initiative will den Detailhandel eindeutig mit staatlichen, nicht marktwirtschaftlichen Mitteln schützen, die Detailli- sten unter die schützenden Fittiche der Beamten gegen- über der Konkurrenz stellen, und insofern kontrastiert sie doch ganz erheblich mit dem freisinnigen Slogan «weniger Staat» und überhaupt mit dem bürgerlichen Bekenntnis zur freien Wirtschaftsverfassung unseres Landes. Es kann nicht in Frage kommen, dass sich die Konsumen- ten vom Staat vorschreiben lassen, wo ihr Bedürfnis in bezug auf die Einkaufsmöglichkeiten zu sein hat. Jeder- mann steht es frei - auch Herrn Schärli - einen Quartierla- den zu eröffnen, wo immer er will. Wenn er es nicht tut, dann offenbar aus der Abschätzung der Marktsituation her- aus, wahrscheinlich weil er nicht konkurrenzfähig ist. Aber wo bleibt da der Geist des freien Unternehmertums, wo bleibt da das Ja zu unserer freiheitlichen Wirtschaftsverfas- sung, wenn man mit solchen Mitteln in unsere Marktwirt- schaft eingreifen möchte? Wir lehnen das aus liberalen marktwirtschaftlichen Überle- gungen grundsätzlich ab. Eigentlich hätte der Bundesrat nach meiner Meinung die Initiative als ungültig erklären las- sen sollen. Die Initiative präsentiert uns eine ganze Palette völlig verschiedener Mittel zur Erreichung des Ziels «Schutz der Detaillisten» - nicht der Konsumenten! Wenn man die Grundsätze befolgt, welche der Bundesrat 1977 gegenüber der PdA-lnitiative vorgetragen hat, welche seinerzeit für ungültig erklärt wurde, hätte man wahrscheinlich auch diese Initiative ungültig erklären müssen. Nun, ich möchte mit Herrn Bundesrat Purgier über diesen Punkt nicht streiten. Ich anerkenne, dass es auch politische Erwägungen gibt, die dafür sprechen, dass man dieser Initiative durch Volks- entscheid die Abfuhr erteilt, die sie verdient. Sie verdient diese Abfuhr, denn sie steht in ihren Auswirkungen im Widerspruch zum angeblichen Ziel, das sie verfolgen will. M. Longet: Les socialistes sont contre une concentration excessive dans l'industrie, dans l'agriculture et également dans le commerce. Nous sommes pour la sauvegarde d'emplois dans l'industrie, les bureaux et aussi dans le commerce. Les socialistes ne se satisfont pas de l'action de la loi du plus fort en économie. Par ailleurs, nous appré- cions le rôle d'animation, le rôle social que joue le petit commerce et nous rappelons que la protection des consommateurs va de pair avec une structure aussi variée que possible de la distribution. S'agissant des centres commerciaux, nous observons que les économies que le consommateur espère y faire sont souvent illusoires dans la mesure, par exemple, où c'est lui qui se déplace vers le distributeur et qui paie ce déplace- ment et non plus l'inverse; dans le mesure aussi où souvent il achète fréquemment plus qu'il n'avait prévu d'acheter. Une distribution qui serait fondée essentiellement sur des centres commerciaux pénaliserait en outre tous ceux qui n'ont pas de voiture pour s'y rendre. On a parlé de l'Améri- que du nord où il est devenu, en maintes régions, très diffi- cile de s'approvisionner, donc de survivre, sans voiture. Nous ne voulons pas de cela chez nous. Pourquoi alors ne soutenons-nous pas l'initiative? Pour deux motifs essentiellement et je tiens à le rappeler ici en fin de débat. D'abord parce que toutes les bases légales permettant d'atteindre ces objectifs généraux existent déjà ou sont en passe d'être complétées. Il s'agit essentiellement de quatre textes législatifs, dont deux concernent l'aspect structurel, soit les conditions de concurrence, et deux l'approvisionne- ment de la population. Les deux premiers, la loi sur la concurrence déloyale et la loi sur les cartels sont devant notre conseil. Par conséquent, il nous incombe, à nous, de
Protection des petits commerces745 N 14 juin 1983 spürten wir, dass man solchen Strukturproblemen je nach eigener innerer Bereitschaft, eigenem Können und Wage- mut so oder anders begegnen kann. Ich möchte keines- wegs an die Adresse derer auch nur ein schlechtes Wort richten, denen die Anpassung schwerfällt aus Gründen, die ich hier nicht zu untersuchen habe. Aber unsere Gesell- schaft - es wurde von verschiedenen Rednern auf das gesellschaftspolitische Element dieser Diskussion hinge- wiesen - braucht immer wieder Menschen, die bei verän- derter Lage Neues wagen. Zu Recht hat Herr Reimann gesagt, dass wir auf diese Frage in naher Zukunft bei Behandlung der Innovationsprobleme erneut zu sprechen kommen werden. Ich folgere ..aus dem Gesagten, dass trotz des massiven Strukturwandels der Einzelhandel nach wie vor oft ein hohes Leistungsniveau aufweist; dort, wo dies der Fall ist, muss uns um seine Zukunft nicht bange sein. Dort spielt dann allerdings die Beziehung zwischen Handel und Konsu- ment die entscheidende Rolle. Ich werde darauf noch ein- mal kurz zu sprechen kommen. Wir können als freie Bürger und Konsumenten in diesem freien Staat - verehrter Herr Gehen, das trifft zu trotz Kopfschütteln, und das hat nichts mit der von Ihnen gepriesenen blauäugigen Naivität der Bundesräte etwas zu tun, selbst wenn sie braunäugig sind - dort einkaufen, wo wir wollen. Wie verschiedene Untersu- chungen ergeben haben, ist die Versorgung generell, heute und auf absehbare Zeit, gewährleistet. Ich betone «gene- rell» und trete auf einzelne spezielle Probleme diesbezüg- lich noch ein, dies auch mit Bezug auf die Voten von Madame Jaggi, Herrn Columberg und andere. Verschiedene Versorgungsmängel sind dargestellt worden. Ich teile die Auffassung von Herrn Regierungsrat und Natio- nalrat Müller-Scharnachtal, der in den schwach besiedelten Gemeinden, in Berggebieten vor allem, die Notwendigkeit von Verbesserungen sieht, aber sofort beifügt, dass man mit Selbsthilfe und mit gewissen Rahmenvoraussetzungen, die Kantone, Gemeinden und Bund anbieten - ich werde vom IHG noch sprechen -, Abhilfe schaffen kann. Man muss erfinderisch sein. Herr Müller sprach von den Mög- lichkeiten zur Kombination von Bäckereien, Lebensmittel- und anderen Geschäften. Ich möchte neben den Versor- gungsschwächen in den Berggebieten auch jene in einzel- nen Stadtquartieren und in Vororten grösserer Städte erwähnen. Hier hat mich allerdings bei näherer Abklärung dieser Sachlage etwas betroffen gemacht, dass selbst dort, wo versucht wurde, neue Läden zu erstellen, diese wegen der Einkaufsgewohnheiten der anvisierten Konsumenten nur sehr kurze Zeit lebensfähig waren. Die Frage steht also im Raum: Was will der Konsument? Wenn Sie die Entwicklung der letzten 20 Jahre sachlich bewerten, dann stellen Sie fest, dass im allgemeinen unter dem Gesichtspunkt der Versorgung die Lage der Konsu- menten eher besser geworden ist. Allgemein - auf Ausnah- men habe ich hingewiesen. Dies erklärt sich natürlich nicht zuletzt durch die zunehmende Wettbewerbsintensität im Handel - Wettbewerb auch mit Bezug auf die Verkaufs- strukturen mit ihren sehr unterschiedlichen Leistungen. Von den Preissenkungstendenzen, die sich daraus ergeben, konnte der Konsument ebenso profitieren wie von der immer grösseren Vielfalt des Angebotes. Gar mancher Kon- sument, der die Existenz von Grossverteilern kritisiert, besucht diese Grossverteiler munter jeden Tag, so dass zwischen dem, was er sagt, und dem, was er tut, ein gros- ser Unterschied besteht; das manifestiert sich in Umsatz und Gewinn der in Konkurrenz stehenden Unternehmen! Also auch hier die Frage: Soll der Staat das ändern? Nach Meinung des Bundesrates: nein; das wäre Sache des Kon- sumenten selbst. Angesichts dieser Lage drängt sich hin- sichtlich des versorgungspolitischen Ziels der Initiative keine Ergänzung der Bundesverfassung auf. Ich sage aus voller Überzeugung: Für die Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Versorgungsprobleme genügen die beste- henden Rechtsgrundlagen. Ich teile hier die Auffassung Ihrer Kommissionssprecher. Dabei verkenne ich nun allfällige Versorgungsschwierigkei- ten in speziellen Fällen nicht. So entsteht dann ein gewisses Problem im Transport von den Grossdepots in die kleineren Räume, in denen das Versorgungsgut Platz finden soll, wenn die Verbindungswege aus irgend einem Grunde gefährdet sind. Es besteht ein Transportbedarf, wie zu Recht gesagt worden ist. Das beschäftigt uns vor allem im Hinblick auf Krisenzeiten. Wir haben aber nunmehr mit dem Landesversorgungsgesetz vom 8. Oktober 1982 das pas- sende Instrument, um diesen Problemen wirksam zu begegnen, und wir werden im Bundesrat nicht zögern, die- ses Instrument auch anzuwenden. Die verfassungsrechtli- che Grundlage von Artikel 31 bis Absatz 3 Buchstabe e der Bundesverfassung genügt. Ich darf hier alle beruhigen, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. Bezüglich des strukturpolitisch motivierten Anliegens der Volksinitiative - Schutz des Kleinhandels - und der instru- mentellen Vorschläge zur Verwirklichung dieses Zieles darf ich ganz knapp folgendes festhalten: Artikel 31 bis Absatz 2 und Absatz 3 Buchstabe a der Verfassung bieten eine weit- reichende Verfassungsgrundlage für die Verwirklichung der Anliegen der Initianten, mit Ausnahme, das sage ich deut- lich, der Forderung nach einer Entflechtung der Grossver- teiler. Nach wie vor ist es jedoch nicht opportun, aufgrund des Absatzes 3 Buchstabe a, der Abweichungen von der Handels- und Gewerbefreiheit erlaubt, eine protektionisti- sche Strukturpolitik einzuleiten. Ich verweise noch einmal auf das Beispiel derjenigen Detaillisten, die es gewagt haben, ihre eigenen Unternehmen anzupassen; ich möchte sie ermutigen. Mit protektionistischem Beharren auf veralteten Strukturen würden wir den Betreffenden einen schlechten Dienst erweisen. Hier ist die Gesellschafts- und Wirtschaftsphilo- sophie ganz schlüssig; was wir anderenorts für unser Land als Ganzes verlangen, hat hier Geltung im Kleineren. Dabei können die Hilfen, auf die ich jetzt zu spechen komme, sehr wirksam sein - wenn man sie benützt. Ich meine mit diesen möglichen Hilfen folgendes: Ohne neue Verfassungsbe- stimmungen machen zu müssen, haben wir im Rahmen bestehender Planungs-, Bau- und Verkehrsrechtsgesetze in den Kantonen, im Bund und in den Gemeinden wirksame Entscheidungshilfen, um Missbräuchen und Masslosigkei- ten zu steuern. Die diesbezüglichen Entscheide - ich denke vor allem auch an baurechtliche Ordnungen in den Kanto- nen - sind nach Meinung des Bundesrates bis heute zu wenig angewendet worden. Darauf vermag aber der Bund nicht einzuwirken; das ist Sache der Kantone. Mit Bezug auf die beiden Wettbewerbsgesetze (UWG und Kartellge- setz) werde ich ergänzend noch ein Wort sagen, möchte aber im Zusammenhang mit Baurecht, Verkehrsrecht und Planungsrecht noch die raumplanerischen Mittel für die Steuerung der Entwicklung der Versorgungslage und insbe- sondere der Einkaufszentren erwähnen. Wenn Sie sich für einen Moment der Mühe unterziehen, das von Ihnen beschlossene Raumplanungsrecht auf den Tat- bestand der Versorgung zu untersuchen, dann werden Sie feststellen, dass man gar manches tun kann. Ich verstehe darunter folgendes: Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe d des Gesetzes erlaubt Bund, Kantonen und Gemeinden, dass sie mit Massnahmen der Raumplanung insbesondere die Bestrebungen unterstützen, die die ausreichende Versor- gungsbasis des Landes sichern wollen. Die mit Planungs- aufgaben betrauten Behörden haben die Siedlungen nach den Bedürfnissen der Bevölkerung zu gestalten; insbeson- dere sollen günstige Voraussetzungen für die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sichergestellt werden. Ergänzend wird im Artikel 6 Absatz 3 darauf hingewiesen, dass das auch bei Entscheiden über Verkehr, Versorgung, öffentliche Bauten und Anlagen zu berücksichtigen sei. Das nenne ich ein griffiges Instrumentarium. Es liegt an den Kantonen, sich dieser Mittel zu bedienen. Ich darf hier auch mit Befriedigung feststellen, dass die gestützt auf das Raumplanungsgesetz von den Kantonen und mit den Kantonen erwirkte Richtplanung zu einer viel engeren Koordination geführt hat. Und nun ein Wort zum UWG. Seit dem 18. Mai dieses Jäh-
Protection des petits commerces747 N 14 juin 1983 effet, dans ce message, celle de la révision de la loi fédérale sur la concurrence déloyale. C'est peu! En ce qui concerne l'approvisionnement de la population, dont j'ai déjà parlé lors du débat général, le gouvernement admet que des lacunes existent dans des communes rurales faiblement peuplées ou des régions de montagne ainsi que dans certains quartiers et banlieues des grandes villes. «On ne saurait l'oublier», dit le Conseil fédéral. Cependant, les difficultés éventuelles d'approvisionnement en période de crise ou en temps de guerre pourront être surmontées grâce à la loi en délibération au Parlement, loi qui est basée sur l'article 31 bis , 3 e alinéa, lettre e, de la constitution fédérale. Le Conseil fédéral ajoute que cet arti- cle 31 bis , très sollicité d'ailleurs par les partisans comme par les adversaires de l'initiative, offre en ses 2 e et 3 e alinéas, lettre a, une base constitutionnelle suffisante pour répondre au vœu des initiants et qu'il n'est pas disposé à prendre des mesures de protection spéciale en faveur du petit com- merce, parce que les problèmes soulevés peuvent être résolus dans le cadre de la législation existante ou en com- plément de celle-ci: loi sur l'aménagement du territoire, loi sur la concurrence déloyale, loi sur les cartels et organisa- tions analogues, législation fiscale ou encore charte de la concurrence loyale. Or, force est bien de constater que plu- sieurs de ces textes sont aujourd'hui dépassés ou remis en question. Rappelons pour mémoire que l'initiative des Républicains et des Vigilants proposait en fait quatre postu- lats: a. Soumettre la construction des centres d'achat de grandes surfaces à la cause du besoin dans le sens d'une limitation, b. Eliminer les distorsions de concurrence actuellement constatées sur le marché, c. Instaurer un régime fiscal prévoyant une imposition équi- table des grandes sociétés de distribution, d. Envisager la déconcentration de ces mêmes sociétés. Pour ce qui est des «shopping centers», le Conseil fédéral estime qu'une nouvelle disposition constitutionnelle n'est pas nécessaire, cela d'autant moins qu'il appartient aux cantons et aux communes d'épuiser les possibilités de leur législation et de leur réglementation. Cette brutale fin de non-recevoir est pourtant atténuée par la déclaration qu'on ne peut donner libre cours au développement anarchique des centres d'achat car, outre des avantages certains, cette sorte de commerce présente aussi des inconvénients en matière de concentration abusive d'approvisionnement, de dépérissement du centre des villes, de charges pour la protection de l'environnement et d'économies d'énergie. A ce sujet, permettez-moi de préciser les résultats d'un son- dage effectué par l'Association de détaillants en alimenta- tion VELEDES, sondage corroboré par la question ordinaire Roy du 1 er juin 1981. Pour aller faire leurs achats dans les vingt plus grands cen- tres commerciaux de Suisse, les consommateurs parcou- rent quelque 1,3 milliard de kilomètres et brûlent à peu près 130 millions de litres d'essence par an. Un tel calcul devrait donner à réfléchir! En effet, lorsqu'on n'a pas de courses très importantes à faire, est-il raisonnable de parcourir en moyenne 10 à 15 kilomètres pour gagner quelques francs, voire quelques centimes sur le prix de son panier? Dans cette optique, les consommatrices souhaitent un équilibre entre petits détaillants et grandes surfaces, a-t-il été déclaré lors d'un récent débat organisé par la Fédération romande des consommatrices. Et à cet égard, une enquête parue le 8 juin dernier dans un quotidien vaudois est révélatrice. L'idée que les grandes surfaces sont «tellement moins cher que l'épicier du coin» est si ancrée dans la petite tête des clients que ces der- niers ne tiennent pas compte des frais supplémentaires causés par un déplacement de plusieurs kilomètres effec- tué en voiture. Au tarif de 50 centimes par kilomètre, com- prenant l'amortissement, l'assurance, l'entretien et la ben- zine, voilà qui renchérit singulièrement le prix des denrées achetées dans une grande surface éloignée du domicile. Hélas! ces constatations ne changent rien au fait que le gouvernement ne veut pas prendre de mesures restrictives sur le plan national, seule solution pourtant permettant de tenir compte des zones d'attraction des grandes surfaces périphériques, lesquelles dépassent le plus souvent les frontières cantonales. On se souvient ici qu'à la suite d'une intervention de notre collègue M. Schärli, en mars 1979, le Conseil national avait, par le biais d'une motion, accepté à une forte majorité le principe d'une imposition plus équitable des coopératives à but lucratif. Le Conseil des Etats, quant à lui, avait accepté la première partie de la motion, transformant la deuxième en postulat. A la suite de ces prises de position claires et précises du Parlement, on pouvait s'attendre à des proposi- tions concrètes du Conseil fédéral. Or, rien de tel ne se fait jour dans le message du 27 septembre 1982. Ce dernier constate simplement que des études approfondies effec- tuées par l'Administration fédérale des contributions ont permis d'établir que les coopératives ne sont nullement pri- vilégiées par rapport aux sociétés anonymes comparables. La motion de la commission du Conseil national ne sert qu'à confirmer la pratique des autorités de taxation et d'autres mesures législatives sont donc superflues! On ne peut se départir du sentiment que, dans ce cas particulier en tout cas, c'est l'administration qui décide et non le Parle- ment. Déconcentration des grandes coopératives. Par le terme de déconcentration, il faut entendre la dissociation d'une grande entité économique existante en plusieurs unités plus petites et juridiquement indépendantes. Une telle déconcentration viserait, dans l'esprit de l'initiative, plus particulièrement Migros et Coop-Suisse. Mais le Conseil fédéral estime que l'exigence d'une déconcentration des grandes sociétés de distribution serait contraire au principe de la proportionnalité et à celui de l'égalité devant la loi. La concentration croissante de l'appareil de distribution, parti- culièrement prononcée dans le secteur alimentaire, va donc se poursuivre même si l'on peut escompter un certain ralentissement. La concurrence va s'amplifier puisque l'expansion commerciale dans un marché stagnant ne peut se faire qu'au détriment d'entreprises concurrentes. Il en résultera donc un déséquilibre croissant au détriment du commerce de détail. Cette évolution n'aura pas seulement des répercussions économiques mais elle aura également des incidences poli- tiques et sociales: accélération de l'exode vers les grandes agglomérations, abandon des campagnes, par exemple. Elimination des distorsions de concurrence. Je relevais au début de cette intervention qu'un seul élément positif res- sortait du message du Conseil fédéral. Il s'agit de la révision de la loi sur la concurrence déloyale, qui date d'ailleurs de 1943. Dans son texte, le gouvernement estime que c'est surtout la réglementation de la politique des prix d'appel qui revêt une importance particulière. La disposition du projet de révision, s'il est accepté, offrirait en effet une base légale permettant de combattre les altérations de la concurrence provoquées par la politique des prix d'appel. Pour rester objectif, il faut convenir que cet engagement du Conseil fédéral concerne le postulat le plus important de l'initiative, mais on peut regretter qu'il soit arrivé quelques jours avant le débat parlementaire qui nous occupe présentement. Quant au projet de charte de la concurrence loyale, discuté actuellement par les organisations et les entreprises concernées, il faut bien reconnaître qu'il a du plomb dans l'aile. A la veille de parapher ce protocole qui visait avant tout à éliminer des discriminations de prix et de conditions de vente, certains des partenaires en cause - «les dis- counts» notamment - ont refusé leur signature, déclarant que la politique des prix d'appel faisait partie de leur marke- ting. Comme l'on peut craindre que les grandes entreprises de la distribution alimentaire se désistent, elles aussi, les chances de voir cette convention de droit privé aboutir s'amenuisent de plus en plus. A part l'élément très positif que constitue la révision de la loi sur la concurrence déloyale, dans le sens demandé par
Protection des petits commerces749 N 14 juin 1983 dem Kartellbericht betreffend Konzentration im Detailhandel im Bereiche Lebensmittel, Seite 377: «Die betrieblichen Konzentrationsbewegungen (Schliessung von Lebensmit- telverkaufsstellen) haben sich während den vergangenen drei Jahre leicht stabilisiert. Sollte sich jedoch diese Ten- denz wieder verstärken, müsste diese Entwicklung einge- hend untersucht werden.» Dieser Satz weist darauf hin, dass die Lage eigentlich in wirtschaftlicher, in planerischer Sicht oder auch im Bereich der Versorgung laufend beob- achtet werden sollte. Es gibt aber auch andere Aspekte, die der Beobachtung bedürfen, zum Beispiel steuerrechtliche Fragen, Probleme des administrativen Aufwandes, Bürokra- tismus, Durchführbarkeit von Normen und Vorschriften, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Postulant in der Kom- mission - Kollege Cotti - möchte mit diesem Postulat mit- helfen, an der Wurzel anzupacken, also Ursachentherapie zu betreiben. Es ist sattsam bekannt - ich bin mir des Pro- blems als Mitglied der GPK bewusst -, dass die ständige Schaffung von neuen Kommissionen - ohne überflüssig gewordene wieder abzuschaffen - bedenklich ist. Die Schaffung, d. h. die Einberufung eines Gremiums öffnet den Weg zu einer einfachen, aber guten Lösung, die nicht kost- spielig sein muss. Das Bauforum - in der Zusammenset- zung Bundesamt für Konjunkturfragen, Bauwirtschaftskon- ferenz, Baumeisterverband, Vertreter der Arbeitnehmer- schaft usw. - könnte vielleicht in dieser Richtung weglei- tend sein. Die Kommission bittet sie, der Motion und dem Postulat zuzustimmen. M. Tochon, rapporteur: A la fin de nos travaux, une discus- sion nourrie s'engagea sur l'opportunité de déposer des motions. Plusieurs propositions furent présentées: limiter les nouvelles surfaces de ventes, voire les interdire, modi- fier, renforcer, appliquer plus sévèrement la loi sur l'aména- gement du territoire, interdire la vente systématique en- dessous des prix de revient, renforcer l'imposition des coopératives à but lucratif, renforcer l'aide aux régions défavorisées pour l'approvisionnemment, telles que le Tes- sin. Pour les uns, l'acceptation d'une motion très complète et imperative s'impose; elle pourrait permettre le retrait éven- tuel de l'initiative. Pour les autres, pas question de motion, nos législations actuelles suffisent et, de plus, peuvent encore être améliorées. Elles répondent aux vœux des ini- tiants; encore faut-il avoir la volonté politique de s'en servir. En conclusion, tous les commissaires reconnaissent que problème il y a. Vous avez déjà entendu de nombreux dépu- tés le déclarer ici, mais personne ne sait vraiment comment régler ce problème. De toute évidence, même si, dans le texte de l'initiative, nous ne trouvions pas la clause du besoin, et surtout la déconcentration - notion fort interven- tionniste - nombreux sont ceux qui ne seraient pas loin d'accepter cette initiative. Finalement, le principe du dépôt d'une motion a été accepté par 13 voix contre 6 et 2 abstentions, les motion- naires souhaitant établir des règles du jeu honnêtes dans une économie libre. Après les travaux d'une sous-commission chargée de met- tre sur pied un texte de motion, notre président, lors de notre dernière séance, a pu nous soumettre un texte de compromis entre plusieurs propositions émanant de MM. Schärli, Delamuraz, Linder et Neukomm, et que la commis- sion a accepté par 8 voix contre 2 et 3 abstentions. Quant au postulat qui vous est présenté, il est issu d'une motion de M. Cotti, que la commission a acceptée sous la forme de postulat et qui répond aux soucis exprimés en commission sur le dépérissement des petits commerces. Vous me permettrez, pour terminer, de vous faire part de quelques considérations personnelles. En effet, il est curieux de constater que tous les milieux, commerçants .petits et grands, consommatrices et consommateurs, la population en général, hommes politiques en particulier, estiment qu'un problème existe et regrettent la disparition des petits commerces. Par contre, personne ne sait ou ne veut savoir comment empoigner ce sujet délicat. L'initiative va trop loin, certains de leurs auteurs le reconnaissent d'ail- leurs: (interventionnisme, protectionnisme). Au sein de la commission, nous avons très bien senti que les lois exis- tantes, lois sur la concurrence déloyale et sur les cartels, charte de la concurrence loyale, sont pour les uns très lar- gement suffisantes et que des motions et postulats ne sont pas nécessaires. Peut-être? mais encore faut-il avoir la volonté politique de les appliquer ou de les modifier en fonction des besoins. Pour les autres, la motion est utile, ne serait-ce que pour influencer les travaux des commissions penchées actuellement sur la révision de ces lois. C'est pourquoi le postulat Cotti a paru intéressant à la commis- sion, car il propose d'approfondir le dialogue entre les spé- cialistes du commerce de détail et une étude socio-politi- que des causes-dé la disparition des petits commerces. Puisque chacun a retenu l'existence d'un malaise au sein des commerces de détail, il ne faudrait pas, qu'une fois de plus, ces derniers se retrouvent seuls. Mais que pouvons- nous entreprendre de concret pour leur venir en aide? Toute la question est là. Ne faut-il pas, en premier lieu, informer mieux le consommateur? On l'a déjà dit. La popu- lation qui - comme cela a été relevé en séance de commis- sion - «verse des larmes de crocodile sur la disparition des petites épiceries de quartier», mais qui, lors de ses achats, passe la tête haute devant le petit commerce du coin pour s'engouffrer dans une grande surface! Pour quelle raison en est-il ainsi? Les prix sont-ils plus avantageux? Peut-être, mais tient-on compte de tous les facteurs de renchérisse- ment - on l'a dit également - les déplacements par exem- ple? Est-ce que le choix est plus grand? Ce n'est pas tou- jours le cas. Nous allons aussi dans ces grands centres d'achats grâce à une publicité tapageuse et grâce à des prix d'appel, à des actions très contestables; M. Oehen a même utilisé le terme de manipulation du consommateur. En réalité, est-ce que le porte-monnaie du consommateur qui sort d'une petite épicerie est plus plat que celui du consommateur qui sort d'une grande surface? Je ne crois pas, surtout que le consommateur n'est pas obligé de payer comptant dans les «petites épiceries». En plus de ces différentes raisons, nous pourrions encore parler de certaines modes, modes de se ravitailler dans les grandes surfaces, modes qui, comme nous l'avons déjà dit, évoluent. Aux Etats-Unis d'Amérique, le consommateur veut retrouver un certain contact humain; l'habitant de nos villes espère le retour d'une certaine vie de quartier, vie qui a disparu avec les petits commerces et qui a isolé encore plus le citoyen. L'Etat doit-il participer à ce «retour aux sources»? Peut- être, mais pas forcément en agissant contre les grandes surfaces, mais plutôt pour les petits commerces, par exem- ple lors de l'imposition fiscale, en diminuant des taxes pro- fessionnelles prohibitives, ou en abolissant les tracasseries administratives, multiples et diverses, qui découragent bien souvent de petites entreprises familiales. En conclusion, nous pensons que c'est par l'évolution des us et coutumes des consommateurs que les petits com- merces cesseront de dépérir. La mode passant, l'informa- tion étant meilleure, l'effort des petits commerçants aidant, le consommateur reviendra de sa propre volonté chercher le contact du vendeur et le service personnalisé, au grand bonheur des urbanistes, anxieux non seulement de la dis- parition des «petites épiceries», mais surtout devant la mort des quartiers de la plupart de nos villes suisses et égale- ment face à l'isolement de certaines régions de montagne perturbant leur approvisionnement. C'est pourquoi, suivant la majorité de votre commission, nous vous demandons d'accepter, aussi bien la motion que le postulat qui vous sont proposés, dans l'espoir que les petits commerces retrouveront la place qu'ils n'auraient jamais dû perdre dans notre économie nationale. Nous espérons également, comme nombre d'entre vous, que, d'ici le vote populaire sur l'initiative, de grandes améliora- tions auront été apportées aux législations concernées,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Schutz der Kleinhändler. Volksinitiative Protection des petits commerces. Initiative populaire In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.063 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.06.1983 - 08:00 Date Data Seite 726-750 Page Pagina Ref. No 20 011 465 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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