- Juni 19851259Postulat Pitteloud
hauser, Rüttimann, Savary-Freiburg, Schärli, Schnider-
Luzern, Schnyder-Bern, Stamm Judith, Steinegger, Thévoz,
Tschuppert, Uhlmann, Wanner, Weber-Arbon, Wellauer,
Zehnder, Zwingli (48)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Verordnungen, die den Milchwirtschaftsbeschluss 1977
konkretisieren, so vor allem die Verordnung über die Milch-
kontingentierung im Talgebiet, in der voralpinen Hügelzone
und in der Zone l des Berggebiets (SR 916.350.101) und die
Verordnung über Massnahmen gegen übermässige Milch-
lieferungen in den Zonen II bis IV des Berggebietes (SR
916.350.102) enthalten bekanntlich Massnahmen, mit denen
eine übermässige Milchproduktion verhindert werden soll.
Einzelne Bestimmungen bewirken nun aber gerade das
Gegenteil. Zu denken ist an jene Vorschriften, die den Milch-
produzenten erlauben, ihre Kontingente für eine Höchst-
dauer von fünf Jahren stillzulegen. Viele Milchproduzenten
nützen ihr Milchkontingent nur deshalb voll aus (und tragen
damit zur Milchschwemme bei), um ihr Kontingent nicht zu
verlieren. Andere sind gezwungen, vor dem Ablauf der fünf
Jahre die Produktion wieder aufzunehmen.
Mit einer Abschaffung der gesetzlichen Limite von fünf
Jahren und der Zulassung der freiwilligen Stillegung von
Teilkontingenten wird den Bedürfnissen der Landwirte bes-
ser Rechnung getragen und ein grösserer Beitrag zur Ein-
dämmung der Milchschwemme geleistet.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 29. Mai 1985
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 29 mai 1985
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
#ST# 85.422
Postulat Neukomm
Preiskontrolle bei Käse
Fromages. Contrôle des prix
Wortlaut des Postulates vom 22. März 1985
Der Bundesrat wird gebeten, die Eidgenössische Preiskon-
trollstelle mit der Überwachung der Preise und Margen auf
allen Fabrikations- und Handelsstufen sowie mit der Bei-
tragsbemessung der Inlandverbilligung zu beauftragen. Er
erteilt der Eidgenössischen Preiskontrollstelle zudem den
Auftrag, die Preis- und Margenbildung bei den übrigen
importierten oder im Inland fabrizierten Käsesorten gemäss
allgemeiner Verordnung über geschützte Warenpreise vom
- April 1961 zu überwachen.
Texte du postulat du 22 mars 1985
Le Conseil fédéral est prié de charger le Contrôle des prix de
surveiller les prix et les marges de bénéfice à tous les
niveaux de la fabrication et du commerce, ainsi que de
.déterminer la contribution destinée à abaisser les prix dans
le pays. Il doit en outre donner à cet office le mandat de
surveiller les prix et les marges de bénéfice pour les autres
sortes de fromage importée ou fabriquées en Suisse, con-
formément à l'ordonnance générale sur les marchandises à
prix protégés du 11 avril 1961.
Mitunterzeichner-Cosignataires: Bäumlin, Bratschi, Braun-
schweig, Deneys, Eggenberg-Thun, Friedli, Jaggi, Leuenber-
ger-Solothurn, Meyer-Bern, Reimann, Robbiani, Rohrer,
Rubi, Ruffy, Stappung, Vannay, Wagner, Weber Monika,
Weber-Arbon, Zehnder (20)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Auf meine Einfache Anfrage vom 6. März 1984 antwortete
der Bundesrat, dass die preisbildenden Faktoren bei kosten-
beitrags- bzw. verbilligungsberechtigtem Käse fortan unter
Beizug einer neutralen Amtsstelle überprüft werden. Dies
und die Überwachung der Weitergabe von Verbilligungsbei-
trägen zugunsten der Konsumenten ist jedoch nach wie vor
nicht befriedigend gewährleistet. Grund dafür sind die gel-
tenden Richtlinien des Bundesamtes für Landwirtschaft
über die Inlandverbilligung nicht abzuliefernder Weich- und
Halbhartkäse vom 20. Oktober 1982. Danach führt das Bun-
desamt für Landwirtschaft die Überwachungsaufgabe in
eigener Sache aus oder überträgt sie dem Zentralverband
Schweizerischer Milchproduzenten (ZVSM), dessen Mitglie-
der selbst grosse Käsefabrikanten und Händler sind. Die
Richtlinien stehen im Gegensatz zum Bundesgesetz über
geschützte Warenpreise vom 21. Dezember 1960 und zum
Bundesratsbeschluss vom 10. Juli 1972 über die Interven-
tionsmöglichkeiten der Eidgenössischen Preiskontrollstelle
(EPK). Dieser unbefriedigende Rechtszustand muss die
Arbeit der beauftragten Amtsstelle lahmen, stellt den Über-
wachungsauftrag in Frage und gefährdet damit die Interes-
sen der Konsumenten.
Die Überwachung der Eidgenössischen Preiskontrollstelle
soll ferner aufzeigen, ob die Bundesmittel im Sektor Käse-
unter Berücksichtigung der Verhältnisse bei Importkäse -
gesamtwirtschaftlichen Verwertungszielen entsprechend
eingesetzt werden. Darüber und über die Weitergabe der
Verbilligungen zugunsten der Konsumenten hat die Eidge-
nössische Preiskontrollstelle dem Bundesrat periodisch
Meldung zu erstatten. Bei der Überprüfung der Kalkulatio-
nen verbilligungsberechtigter Käse kann die EPK Experten
und Vertreter der milchwirtschaftlichen Seite beiziehen. Die
Finanzierung dieser Aufgaben könnte wie bis anhin mittels
Abgaben der Käsefabrikanten gewährleistet werden, damit
die Bundeskasse nicht zusätzlich belastet wird. Bisher hat
der Zentralverband Schweizerischer Milchproduzenten
allein diese Finanzierungsbeihilfen erhalten. Neu sollte ein
angemessener Anteil für die Aufgaben der Eidgenössischen
Preiskontrollstelle abgezweigt werden.
Die Eidgenössische Preiskontrollstelle ist bereits heute
Fachinstanz in Preis-, Kosten- und Beitragsfragen bei
geschützten Agrarprodukten, unter anderem bei den Zuk-
kerfabriken, der Rapsölverwertung, der Pflichtlagerhaltung
von Nahrungsmitteln, der Milch, Butter usw.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
vom 29. Mai 1985
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 29 mai 1985
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
#ST# 85.376
Postulat Pitteloud
Ausgesteuerte Arbeitslose. Statistik
Chômeurs ayant épuisé leur droit à l'assurance.
Statistique
Wortlaut des Postulates vom 13. März 1985
Der Bundesrat wird eingeladen, die notwendigen Massnah-
men zu treffen, damit man den Arbeitslosenstatistiken
entnehmen kann:
- wie viele Arbeitslose ausgesteuert worden sind;
- aus welchen Gründen diese Personen ihren Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung verloren haben;
Postulat Meier-Zürich
1260
N 21 juin 1985
- wie sich die arbeitslose Bevölkerung zusammensetzt,
wenigstens was das Alter, das Geschlecht, den Zivilstand,
die Staatsangehörigkeit und die Ausbildung betrifft.
Der Bundesrat wird ausserdem eingeladen zu prüfen, ob
nicht die Verordnung über die Informations- und Auszah-
lungssysteme der Arbeitslosenversicherung so geändert
werden sollte, dass die verlangten zusätzlichen Daten
gesammelt werden können.
Texte du postulat du 13 mars 1985
Le Conseil fédéral est invité à faire le nécessaire pour que
les statistiques en matière de chômage permettent d'être
renseigné sur
- le nombre de chômeurs ayant épuisé leur droit à l'assu-
rance;
- les motifs pour lesquels ces personnes n'ont plus droit
aux prestations;
- la structure de la population au chômage au mois d'après
leur âge, leur sexe, leur état civil, leur nationalité et leur
niveau de formation.
Le Conseil fédéral est en outre invité à examiner l'opportu-
nité d'une éventuelle modification de l'ordonnance sur les
systèmes d'information et de paiement de l'assurance chô-
mage, pour assurer la récolte des renseignements supplé-
mentaires demandés.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Amman-Saint-Gall,
Bäumlin, Borei, Bundi, Christinat, Clivaz, Deneys, Fank-
hauser, Fehr, Friedli, Hubacher, Jaggi, Lanz, Leuenberger-
Soleure, Leuenberger Moritz, Mauch, Meyer-Berne, Morf,
Neukomm, Reimann, Robbiani, Rohrer, Rubi, Ruffy, Stamm
Walter, Vannay, Wagner, Weber-Arbon (28)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
L'appareil statistique en matière de chômage doit être ren-
forcé et affiné dans notre pays, car jusqu'ici de graves
carences subsistent. En particulier ne figurent pas dans les
statistiques le nombre de chômeurs ayant épuisé leur droit à
l'assurance, ni les motifs pour lesquels ils n'ont plus droit
aux prestations. Il serait pourtant nécessaire de savoir si ces
personnes ont, soit quitté le canton ou le pays, soit pris leur
retraite, soit retrouvé du travail, soit encore connu des
modifications de leur situation personnelle et familiale,
entraînant la perte du droit aux prestations.
Des informations complémentaires telles que le sexe, l'âge,
l'état civil, la nationalité, le niveau de formation et de qualifi-
cation des personnes au chômage seraient également
importantes, puisqu'elles permettraient de connaître les
catégories de travailleurs les plus touchées (catégories à
haut risque).
La mise en vigueur d'une réelle législation sociale en
matière de chômage a, selon certains, «révélé» des cas qui
jusqu'ici échappent à la statistique; mais il faut aussi consi-
dérer qu'un certain nombre de chômeurs ayant épuisé leur
droit aux indemnités tombent à la charge des assurances
sociales ou services de prévoyance, tout en continuant à
être de véritables chômeurs. L'ampleur de ces phénomèns
devrait pouvoir être mesuré.
L'OFIAMT est actuellement engagé dans l'information du
dénombrement des chômeurs, ce qui devrait entraîner une
amélioration de la statistique, à condition que les offices
cantonaux du travail collaborent sérieusement à la collecte
et à la transmission des renseignements.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
vom 15. Mai 1985
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1985
Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Überwiesen - Transmis
#ST# 85.426
Postulat Meier-Zürich
Ausländische Sportprofis. Arbeitsbewilligung
Sportifs professionnels étrangers.
Permis de travail
Wortlaut des Postulates vom 22. März 1985
Der Bundesrat wird ersucht, die Arbeitsbewilligungen für
ausländische Sportprofis soweit zu beschränken, dass pro
Mannschaft in den zwei obersten Spielklassen von Fussball
und Eishockey nur noch ein Ausländer eingesetzt werden
kann.
Texte du postulat du 22 mars 1985
Le Conseil fédéral est invité à réduire le nombre de permis
de travail accordés aux sportifs professionnels étrangers.
Cette mesure devrait avoir pour résultat de limiter à un le
nombre de joueurs étrangers qui peuvent être engagés par
équipe de football ou de hockey sur glace professionnelle,
dans les deux premières ligues.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Schwierigkeiten, komplette Stürmerlinien in die Eishok-
key-Nationalmannschaft zu integrieren, sind darauf zurück-
zuführen, dass die entscheidenden Positionen in den ober-
sten Spielklassen von ausländischen Profis besetzt werden.
Die Begrenzung auf einen Ausländer pro Mannschaft würde
die finanzielle Situation mancher Eishockey- und Fussball-
vereine beträchtlich verbessern und könnte sich auf die
Förderung einheimischer Nachwuchstalente nur positiv aus-
wirken.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 15. Mai 1985
Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 mai 1985
Die durch die Verordnung des Bundesrates vom 26. Oktober
1983 über die Begrenzung der Zahl der erwerbstätigen Aus-
länder (VO BR) festgelegte Ausländerpolitik basiert auf dem
System der Globalplafonierung. Für den Zeitraum eines
Jahres werden Höchstzahlen für die Erte lung von erstmali-
gen Aufenthaltsbewilligungen festgelegt. Diese Höchstzah-
len werden nach einem bestimmten Schlüssel auf die Kan-
tone verteilt. Dem BIGA steht ebenfalls ein Kontingent zur
Verfügung, für dessen Beanspruchung in der VO BR bin-
dende Kriterien festgelegt werden. Die Kantone, in deren
Kompetenz auch der Entscheid über die Gesuche von Sport-
profis fällt, können über die Höchstzahlen unter Berücksich-
tigung von Artikel 6 Absatz 2 VO BR frei verfügen. Die
geltende Regelung gibt dem Bundesrat keine Handhabe,
den Kantonen zusätzliche Einschränkungen aufzuerlegen,
und er beabsichtigt auch nicht, deren Kompetenz weiter
einzuengen.
Das Prinzip der Globalplafonierung lässt eine Beschneidung
von Ansprüchen einzelner Arbeitgebergruppen nicht zu. Ein
solcher Schritt würde zu einer unverhältnismässigen
Benachteiligung, wenn nicht sogar zu einer rechtsunglei-
chen Behandlung der Betroffenen führen. Der Bundesrat
hält dafür, dass der Spielbetrieb auch weiterhin von den
einzelnen Sportverbänden zu regeln ist. Er betrachtet es
nicht als angebracht, in irgendwelcher Art in deren Konzep-
tion einzugreifen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat empfiehlt, das Postulat abzulehnen.
Abgelehnt - Rejeté
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Pitteloud Ausgesteuerte Arbeitslose. Statistik
Postulat Pitteloud Chômeurs ayant épuisé leur droit à l'assurance. Statistique
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1985
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
85.376
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
21.06.1985 - 08:00
Date
Data
Seite
1259-1260
Page
Pagina
Ref. No
20 013 513
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