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CH_VB_001Ch Vb21 juin 1985Ouvrir la source →
PTT. Compte 1984 1216 N 21 juin 1985 #ST# 85.026 PTT. Rechnung 1984 PTT. Compte 1984 Botschaft und Rechnung vom 17. April 1985 Message et compte du 17 avril 1985 Beschlussentwurf Seite 28 der Rechnung Projet d'arrêté, page 28 du compte Bezug bei der Generaldirektion PTT, Viktoriastrasse 21, Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Viktoriastrasse 21, Berne Bremi, Berichterstatter: Die PTT präsentieren uns einen guten Abschluss. Das Unternehmungsergebnis weist einen positiven Saldo von 311 Millionen Franken auf. Die PTT selbst weisen uns allerdings darauf hin, dass die Tariferhö- hungen, die im vergangenen Frühjahr durchgeführt worden sind, rund 380 Millionen zusätzlich eingebracht haben. Wenn also das Unternehmensergebnis von plus 311 Millio- nen Franken zu würdigen ist, muss man bedenken, dass es ausschliesslich oder nur dank diesen Tariferhöhungen so gut ausgefallen ist. Bemerkenswert ist der Sprachgebrauch der PTT, die hier nicht von Tariferhöhungen, sondern von Tarifharmonisierungen sprechen. Das ist eine ganz beson- dere Wortschöpfung, die hier die PTT vorgenommen haben. Die Eigenfinanzierung der PTT hat sich etwas verbessert. Der Cash flow liegt höher als die Investitionen; der Cash flow liegt etwas über 2 Milliarden, und die Investitionen betragen knappe 2 Milliarden, was eine Überdeckung von 119 Millio- nen Franken in bezug auf die Eigenfinanzierung der Investi- tionen ergibt. Die PTT lieferten dem Bund 150 Millionen Franken ab, wie das im Budget vorgesehen war. Das ist für die Bundeskasse sehr erfreulich. Der Hinweis sei gestattet: Wenn die PTT ein privates Unternehmen wären, hätten sie bei diesem Cash flow wohl mehr als 150 Millionen an Steuern abzuliefern. Die PTT haben eine Verkehrszunahme von 2,7 Prozent zu verzeichnen, die ungleich verteilt ist. Die Fernmeldedienste hatten eine Zunahme von 3,7 Prozent, die Post eine von 1,3 Prozent. Wenn diese Verkehrszunahme von 2,7 Prozent mit dem zusätzlichen Personalbestand von 1,6 Prozent vergli- chen wird, ist festzustellen, dass die Verkehrszunahme erfreulicherweise im Verhältnis zum Personalbestand grös- ser war, was eine positive Veränderung der Produktivität vermuten lässt. Der Kostendeckungsgrad ist gesamthaft gesehen zufriedenstellend (105 Prozent): Bei der Post ist er leider nur 86 Prozent, beim Fernmeldewesen dagegen 120 Prozent. Die Fernmeldedienste helfen also weiterhin ganz wesentlich mit, die an sich defizitäre Post zu finanzieren. Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass die PTT erhebliche Leistungen gegenüber Wirtschaft und Öffentlichkeit erbrin- gen, so die Bestellungen an die Wirtschaft im Umfang von etwa 3,1 Milliarden. Damit sind die PTT ohne Zweifel eine der allergrössten inländischen Besteller und tragen damit auch wesentlich zur Stabilisierung unserer schweizerischen Konjunkturlage bei. Sie tragen etwa 250 Millionen Franken zur Reduktion des Zeitungstarifes bei und betreiben damit eine ganz erhebliche Presseförderung. Sie zahlen 90 Millio- nen an das Defizit der Reisepost und erbringen damit eine mit den SBB in der Art vergleichbare gemeinwirtschaftliche Leistung. Zu den normalen Abschreibungen von etwa 1,5 Milliarden kommen zusätzliche Abschreibungen im Umfange von etwa 180 Millionen Franken, die aus den Konsequenzen der Digi- talisierung notwendig geworden sind. Mindestens sind die Konsequenzen dieser Digitalisierung eine wesentliche Begründung für die besonderen zusätzlichen Abschrei- bungen. Darf ich Sie kurz auf drei Pendenzen hinweisen und Ihnen auch mitteilen, wie ihre Behandlungsweise vorgesehen ist.
Die PTT haben uns ein neues Eigenkapital- und Reserve- konzept vorgelegt. Die Finanzkommissionen beider Räte haben sich damit noch nicht beschäftigt. Wir werden es aber noch im Verlaufe des späteren Sommers tun und Ihnen dann entsprechende Resultate vorlegen. Es handelt sich darum, festzulegen, in welcher Art und Weise die PTT selbst Reserven bilden können, Reserven, die dann allenfalls auch zu Tariferhöhungen führen könnten, wenn wir die PTT ermächtigen, durch Abschreibungen oder andere Reserve- bildungen ihre Rechnung zu belasten. Darüber werden wir aber mit dem Budget orientieren.
Die Geschäftsprüfungskommission hat schon auf die Beschaffungsfragen, besonders im Bereich des Fernmelde- wesens, hingewiesen. Auch die Finanzkommission verfolgt diese Fragen. Wir werden bei der Revision des Fernmelde- gesetzes daran denken müssen.
Wir weisen hier einmal deutlich darauf hin, dass der Zahlungsverkehr in der Schweiz sich ganz erheblich verän- dert. Von dieser Veränderung sind vorerst einmal die Post und die Banken betroffen. Post und Banken arbeiten bei der Abwicklung moderner Formen des Zahlungsverkehrs zwar zusammen, aber sie harmonisieren ihre Bemühungen nicht. Es gibt nicht die gleichen Zahlungsverkehrsmittel bei Post und bei Banken; es gibt nicht die gleichen Bancomaten und nicht die gleichen Formulare und nicht die gleichen Ver- rechnungsmethoden. Das ist zwar aus der Sicht der PTT und aus der Sicht der Banken verständlich. Aber es ist unver- ständlich aus der Sicht von 6 Millionen PTT-Konsumenten in der Schweiz, die sich in dieser Beziehung ein engeres Zusammenwirken zwischen Banken und PTT wünschen. Wir haben uns darüber auch mit Banken und mit den PTT unterhalten. Wir stehen unter dem Eindruck, dass die PTT in dieser Richtung noch zu einer grösseren Zusammenarbeit mit den Banken aufzufordern wären. Im Namen der Sektion und der Finanzkommission darf ich Ihnen beantragen, der Rechnung zuzustimmen. Sie finden den entsprechenden Beschluss auf Seite 28. Wir weisen darauf hin, dass in diesem Beschluss enthalten ist - Sie finden diesen Zusatz auf Seite 17 der Rechnung - die Genehmigung der Kreditüberschreitungen im Umfang von 115,5 Millionen in der Erfolgsrechnung und 0,9 Millionen bei den Investitionen. Gemäss Artikel 9 Ziffer 2 des Finanzhaushaltgesetzes bean- tragen wir Ihnen, auch diesen Kreditüberschreitungen zuzu- stimmen. M. Kohler Raoul, rapporteur: Le compte financier des PTT pour 1984 boucle avec un bénéfice d'entreprise de 311 millions de francs. Ce bénéfice dépasse de 57 millions le montant inscrit au budget. Ce résultat favorable, que la Commission des finances a enregistré avec satisfaction, s'explique notamment par le fait que les demandes de prestations ont crû en 1984 de 2,7 pour cent, soit 1,3 pour cent pour les services postaux et 3,7 pour cent pour les services des télécommunications, mais il s'explique aussi par rajustement des tarifs à partir du 1°' mars 1984, dont le produit supplémentaire s'est élevé à 250 millions de francs pour la poste et à 130 millions de francs pour les services des télécommunications. A y regarder de plus près, les résultats sont bien meilleurs encore qu'ils n'apparaissent. En effet, outre le bénéfice d'entreprise de 311 millions de francs, dont 150 millions pour la Caisse fédérale, les PTT ont payé ou mis en réserve des montants très élevés, soit au titre des amortissements, soit pour l'auto-assurance, soit pour la caisse d'assurance du personnel. Il en résulte que, sur un total de 7,7 milliards de francs de recettes d'exploitation, les PTT ont pu dégager une sorte de marge brute de 2350 millions de francs. Au chapitre du personnel, il y a lieu de relever que l'effectif est demeuré inférieur de 318 unités au plafond autorisé par les Chambres fédérales. Les charges ont crû en raison de l'accroissement des effectifs, mais aussi du fait que l'alloca- tion de renchérissement a été plus élevée que ce qui avait été prévu. A cela s'est ajouté l'amortissement de la dette de
Juni 1985 N 1217 PTT. Rechnung 1984 337 millions de francs provenant de l'incorporation de l'allo- cation de renchérissement de 19 pour cent dans les rentes, à la date du 1 er juillet 1984. 200 millions de francs de ce montant ont été mis à la charge du compte 1984. Bien que les dispositions légales en vigueur autorisent un amortisse- ment de ces 337 millions de francs qui soit réparti sur dix années, les PTT envisagent d'amortir les 137 millions de francs restants jusqu'à la fin de l'année 1985. Au chapitre des amortissements, il faut relever qu'il a été opéré 20 millions de francs d'amortissements supplémen- taires sur les stocks et 180 millions de francs d'amortisse- ments supplémentaires sur les installations, alors que le budget 1984 n'en prévoyait que 100. Le degré de finance- ment des investissements, obtenu par le biais des amortisse- ments, a passé de 83 pour cent qu'il était en 1983 à 88 pour cent pour 1984. Quant au degré de couverture des frais par branches de services des PTT, il faut relever qu'il s'est amélioré par rapport à 1983. Il a passé de 81 à 86 pour cent pour les services postaux et de 116 à 120 pour cent pour les services de télécommunications. Pour l'ensemble de l'Entreprise des PTT, ce degré de couverture s'est amélioré de 101 à 105 pour cent, grâce surtout à l'adaptation des tarifs à partir du 1 er mars 1984. La couverture des frais est négative, plus particulièrement pour les transports des journaux, 36 pour cent à peine, le transport des voyageurs, 57 pour cent, et le transport des colis postaux, 76 pour cent. Il s'agit ici, pour une large part, de prestations fournies en faveur de l'économie générale, dont la direction de l'Entreprise des PTT estime que le déficit s'élève au total à 342 millions de francs pour 1984. Dans le domaine des crédits d'engagement, la direction générale des PTT souhaitait supprimer les listes des acquisi- tions d'immeubles et des constructions figurant aux pages 55 et suivantes du message des PTT sur le budget et les comptes. La Commission des finances s'est opposée à cette manière de faire, car elle entendait disposer des détails de même ampleur que ceux contenus dans les listes des cons- tructions civiles et militaires de la Confédération. Quelques mots encore sur la conception des PTT concer- nant leur capital propre. La constitution des réserves de l'Entreprise des PTT est fondée, depuis 1978, sur deux piliers, à savoir: la réserve de compensation pour égaliser les fluctuations du compte d'exploitation et la réserve de financement qui sert avant tout à assurer à long terme le financement des investissements. A la fin de l'exercice de 1984, il a été versé 161 millions de francs à titre de réserve, soit 16 millions de francs à la réserve de compensation et 145 millions de francs à la réserve de financement, de sorte que ces deux fonds ont atteint chacun la somme de 520 millions de francs. Si l'on y ajoute les 48 millions de francs destinés à la création de possibilités de travail, les fonds propres des PTT s'élèvent, à fin 1984, à 1088 millions de francs, soit environ 6 pour cent de la somme du bilan. En mars 1985, le Conseil d'administration des PTT a décidé de proposer au Conseil fédéral une nouvelle conception concernant le capital propre de l'entreprise. Elle prévoit la constitution d'un capital initial et d'un fonds de réserve de compensation des résultats. Les réserves existantes devraient être supprimées et intégrées à la nouvelle concep- tion du capital propre. Le Conseil d'administration entendait déjà attribuer le bénéfice d'entreprise pour 1984 selon cette nouvelle conception. La Délégation des finances s'y est opposée. Elle a prié le Conseil fédéral de présenter la répartition du bénéfice d'entreprise 1984 selon la concep- tion actuelle, c'est-à-dire conformément au budget 1984, et cela pour les raisons suivantes: la nouvelle conception du capital propre des PTT touche des questions primordiales de politique budgétaire comme celle de la conception du capital initial, du montant de ce capital, de l'accumulation d'autres réserves, des amortissements, des conséquences sur la politique tarifaire, de l'exploitation des avoirs sur comptes de chèques postaux, du versement du bénéfice à la caisse fédérale, etc. On peut comprendre que l'Entreprise des PTT veuille adap- ter son capital propre à ses futurs besoins financiers qui sont considérables. Toutefois, il paraît judicieux d'élaborer au préalable des études à ce sujet. Il est indispensable que les commissions parlementaires compétentes aient l'occa- sion d'examiner sérieusement, et sans être pressées par le temps, l'ensemble des problèmes que cette question sou- lève. Or, cela n'est évidemment pas possible dans le cadre des délibérations sur le compte financier de l'Entreprise des PTT. C'est pourquoi les sections PTT des Commissions des finances des deux conseils tiendront une séance commune extraordinaire le 23 août prochain, au cours de laquelle elles pourront, sur la base d'une documentation détaillée, exami- ner sérieusement et émettre un avis fondé sur la nouvelle conception concernant le capital propre des PTT. Pour terminer, je voudrais encore remercier l'Inspectorat des finances de l'Entreprise des PTT pour son rapport d'activités très fouillé. La Commission des finances en a pris acte. «Le rigoureux contrôle des coûts introduit par les PTT en 1983 a porté ses fruits durant l'exercice 1984», nous précise le message du Conseil fédéral. Nous nous associons volontiers à cette constatation en ajoutant que l'Inspectorat des finances des PTT n'y est pas étranger. La Commission des finances unanime vous propose d'ap- prouver le compte financier de l'Entreprise des PTT pour l'année 1984. Cela implique aussi, conformément à l'article 9, 2 e alinéa, de la loi sur les finances de la Confédération, l'approbation des dépassements de crédits, à raison de 115,5 millions de francs au compte des résultats et de 0,9 million de francs pour les investissements, tels qu'ils figu- rent en page 17 du message. Basler: Die SVP gratuliert den PTT zu ihrem ausserordent- lich guten Jahresabschluss. Die erarbeiteten und nun ver- fügbaren Mittel haben schlagartig um einen Viertel zuge- nommen. Schon während der letzten vergangenen sieben fetten Jahre-1977 bis 1983-haben die erarbeiteten Mittel - wir sprechen hier vom Cash flow - 1,5 bis 1,8 Milliarden Franken betragen. Sie liegen nun über der 2-Milliarden- Frankenschwelle und werden dort bleiben, denn neben der Beschränkung des Aufwandes ist diese verbesserte Ertrags- lage auf die neuen PTT-Tarife zurückzuführen, die ab 1. März 1984 wirken; sie haben bereits zehn der zwölf Rech- nungsmonate auf der Einnahmenseite verbessert. Bei den nächsten Jahresrechnungen werden die Tariferhöhungen ihre volle Wirkung zeigen. Dieser embarras de richesse hat zu zweierlei Reaktionen geführt. Die eine ist, dass in der vorliegenden Finanzrech- nung mehrjährige Verpflichtungen sofort zu Lasten der 1984er-Rechnung beglichen worden sind; die zweite Reak- tion ist zukunftsgerichtet: es soll ein neues Eigenkapitalkon- zept erarbeitet werden. Anstelle der bisherigen Ausgleichs- reserve und der allgemeinen Finanzierungsreserve sollen neu ein Grundkapital und eine Ergebnisausgleichsreserve geäufnet werden. Wir fragen uns, ob der Übergang vom Reserve- zum Eigen- kapitalkonzept wesentlich sei. Könnte man nicht die bisheri- gen Ausgleichs- und Finanzierungsreserven auf den Real- wert anheben, wie er als Ziel Mitte des letzten Jahrzehntes gesehen wurde? Eine damalige Milliarde Franken müsste heute um einen Drittel höher angesetzt werden, damit ihre Kaufkraft erhalten bleibt. Sollte man nicht, mit Rücksicht auf die kaum vorstellbaren Umstellungen von der Analogtechnik auf die Digitaltechnik, von der Mechanik auf die Elektronik, vom Kupferdraht aufs Glasfaserkabel, zusätzliche Abschreibungen im Fernmelde- bereich vornehmen? Wir stehen nämlich vor einem gewalti- gen Investitionsschub im Bereich der Fernmeldedienste, wo kaum genug der erarbeiteten Mittel ihren Einsatz finden. Dieses Postulat des vergrösserten Mitteleinsatzes steht nicht im Widerspruch mit jenem der Investitionsverstetigung in unserem Lande. Gesamtwirtschaftlich betrachtet, liegt das Zeitalter des Infrastruktur-Ausbaues für das physische Näherrücken teilweise hinter uns: Das Nationalstrassennetz ist bald einmal vollendet; die «Bahn 2000» verlangt noch 153-N
PTT. Compte 1984 1218 N 21 juin 1985 eine Ergänzung in der Verkehrserschliessung unseres Lan- des; aber die Zwei- und Mehrwegverständigung mittels Tele- kommunikation ist die neue grosse Erschliessungsaufgabe unseres Landes. Auch sie hilft, die Verbindungen zu verkür- zen, und zwar auf umweltschonende Weise, denn Konferen- zen am Fernsehtelefon erlauben einen Gedankenaustausch über Regionen weg so wirksam wie heute über einen Tisch hin, aber eben ohne den Hin- und Rückreiseaufwand, der uns heutzutage plagt. Wir finden, neue Reservegefässe für künftige Erträge zu suchen, ist nebensächlich, denn die PTT werden ihre erar- beiteten Mittel in Fernmeldetechnik investieren und bei der sich rasch wandelnden Elektronik auch rasch abschreiben müssen. Für die «Bahn 2000» haben wir die Visionen, aber noch immer keine Mittel. Für die «Post 2000» jedoch sind nun die Finanzquellen da. Setzen wir sie ein! Biel: Obwohl es Freitag morgen ist, wären wir gut beraten, die PTT-Rechnung nicht einfach so leicht vorbeigehen zu lassen, und dies, selbst wenn die äusseren Umstände glän- zen. Die PTT als Grossunternehmen mit 56 000 Mitarbeiter leisten immerhin 2,6 Prozent unseres Sozialproduktes und vergeben für über 3 Milliarden Franken Aufträge an die Privatwirtschaft. Mit anderen Worten: Ihre Bedeutung ist allein von dort her so gross, dass wir allen Anlass haben, aufmerksam zu bleiben. Hinzu kommt das, was Sie auch vorhin beim Geschäftsbericht gehört haben: die unerhörte Bedeutung der PTT für die technische Entwicklung in unse- rer Wirtschaft im Kommunikationswesen. Auch dort haben wir aufmerksam zu bleiben. Es kommt weiter hinzu, dass dieses Grossunternehmen beträchtliche gemeinwirtschaftli- che Leistungen erbringt, Leistungen, die wir sonst hier im Parlament beschliessen und finanzieren müssten. Ich denke etwa an die Zeitungstransporttaxen; es geht hier um einen Betrag von etwa 240 Millionen Franken. Dort spricht man im Augenblick von einem Kostendeckungsgrad von 36 Prozent. Ob er wirklich so hoch ist, wird sich dann zeigen, wenn die zusätzlichen Rechnungen gemacht werden. Die PTT versu- chen nun herauszudividieren, wie das Ergebnis aussehen würde, wenn man auf die Zeitungstransporte verzichtete. Dann weiss man auch, wie hoch dieser Kostendeckungs- grad effektiv ist. Die Reisepost ist auch eine dieser Positio- nen, die gemeinwirtschaftliche Bedeutung haben. Das Ergebnis ist wirklich brillant. Es besteht nun die Gefahr, dass wir es einfach akzeptieren und glauben, dabei bleibe es. In den Details sieht es aber doch etwas anders aus. Deshalb müssen wir uns laufend damit befassen. Das Ergebnis ist im letzten Jahr sogar besser ausgefallen als der generelle Abschluss, weil bekanntlich 105 Millionen Franken zusätzlich als Tilgung des Defizits der Versiche- rungskasse zurückgestellt worden sind. Diese Gelder sollen in diesem Jahr der Versicherungskasse überwiesen werden. Damit erhöht sich natürlich der Cash flow auf 2,166 Milliar- den Franken. Damit haben wir nicht, wie im Bericht zur Rechnung auf Seite 21 steht, eine Finanzierungslücke, son- dern einen Finanzierungsüberschuss. Ich beklage das nicht. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass dieser Überschuss besteht, weil wir diese Mittel in Zukunft brauchen. Langfristig ist das Eigenkapital völlig ungenügend. Ein Blick auf die Bilanzdar- stellung auf Seite 18/19 der Botschaft zeigt das zur Genüge. Wenn mehr als vier Fünftel der Bilanzsumme aus kurzfristi- gen Verpflichtungen bestehen -vor allem Postcheckgelder -, ist dies problematisch. Auch wenn die PTT ein Monopol- unternehmen sind, ist es nötig, mehr Eigenkapital zu bilden. Herr Basler hat vorhin eine Ziffer genannt; ob sie richtig ist, wissen wir nicht. Wir haben den Eindruck, sie sollte eher höher sein. Die Tarifmassnahmen sollen etwa per Saldo 380 Millionen gebracht haben. Dieser Mehrertrag entspricht dem Über- schuss der internen Kostenrechnung. Nun gibt die Analyse der Kostenrechnung der PTT ein sehr differenziertes Bild. Wir haben bei der Post insgesamt einen Kostendeckungs- grad von 86 Prozent (gegenüber 81 Prozent im Vorjahr). Das ist an sich verständlich, wenn man weiss, dass der Anteil der Personal kosten 73 Prozent beträgt. Bei den Fernmeldebe- trieben sind es etwa 27 Prozent. Das allein zeigt schon das Problem auf. Wenn wir weiter analysieren, sehen wir, dass der Postbe- reich zwar 43 Prozent der Kosten verursacht hat, aber nur 35 Prozent an den Ertrag geliefert hat. Die Fernmeldedienste haben mit 53 Prozent Anteil an den Kosten über 60 Prozent des Ertrags geliefert. Nun haben die Fernmeldedienste den wohl höchsten Überschuss erzielt, seit es die PTT gibt. Allein im Auslandverkehr sind über den Kosten mehr als 700 Millionen Franken angefallen. Man sieht, dass im Ausland- verkehr einiges an Tarifmassnahmen getan werden muss, weil das Schweizer Telefon zu teuer geworden ist und zahl- reiche Firmen ausweichen. Das weiss man bei den PTT- Betrieben, und man wird dem bei den nächsten Tarifmass- nahmen Rechnung tragen müssen. Die Taxerhöhung allein hat bei den Telefonbetrieben etwa 130 Millionen Franken netto mehr erbracht. Das entspricht praktisch der Abliefe- rung an die eidgenössische Staatskasse. Wir haben hier erneut ein Problem, das wir wiederholt aufgeworfen haben: Die Fernmeldebetriebe, insbesondere das Telefon, sind - ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht- zu einer Fiskalquelle geworden. Die Taxerhöhung beim Telefon wäre nicht nötig gewesen. Ich habe dies hier seiner- zeit kritisiert; die Ergebnisse geben mir nun recht. Bei den Postbetrieben ist es anders. Dort war die Tarifanpassung nötig, und es werden auch weitere nötig werden. Bei den Telefon betrieben aber war sie nicht gerechtfertigt, auch wenn das Gesamtergebnis sehr brillant ist. Um es noch einmal zu sagen: Die PTT laufen in verschie- dene Probleme technischer Natur hinein, die zu heiklen Entscheidungen zwingen. Diese Entscheidungen haben natürlich Investitionen mit Folgekosten zur Folge, und wir sehen heute noch nicht ganz klar, in welcher Richtung die Entwicklung geht. Wir können nur hoffen, dass die Investi- tionen im richtigen Bereich und klug getroffen werden. Bis jetzt haben wir mehr oder weniger Glück gehabt. Vielleicht erweist sich letztlich das ganze IFS-Debakel doch als Glücksfall, wenn man die richtigen Lehren daraus ziehen kann. Heute zumindest ist es verfrüht, sich ein Urteil zu bilden. Die Finanzlage der PTT muss langfristig gesehen werden. Wir dürfen uns nicht von einem oder zwei glänzenden Jahren täuschen lassen. Vor allem ist es wichtig, dass wir die Bilanz nie aus den Augen verlieren, denn dort können Sie zahlreiche Zahlen finden, die Ihnen zeigen, wie die Dinge wirklich sind. Bundesbeschluss - Arrêté fédéral Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1-3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, art. 1-3 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 96 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali PTT. Rechnung 1984 PTT. Compte 1984 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 85.026 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1985 - 08:00 Date Data Seite 1216-1218 Page Pagina Ref. No 20 013 473 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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