- September 1985 N1465Asylpolitik. Persönliche Vorstösse
#ST# Asylpolitik.
Persönliche Vorstösse
Politique d'asile.
Interventions personnelles
Präsident: Wir kommen zur Behandlung verschiedener per-
sönlicher Vorstösse auf dem Gebiet der Asylpolitik und zur
allgemeinen Debatte darüber. Es wurden Ihnen zwei Blätter
ausgeteilt. Das erste orientiert Sie über den Ablauf dieser
organisierten Debatte, das zweite über die Reihenfolge der
Redner.
Vorschlag der Fraktionspräsidenten
- Erklärung des Bundesrates
- 84.398 - Mo. SR. Asylgesetz. Revision
(+Kommissionsminderheit)
84.227 n Pa. Iv. Asylgesetz. Totalrevision
(schriftlicher Bericht)
85.228 n Pa. Iv. Aufnahme von Flüchtlingen.
Moratorium
(schriftlicher Bericht) ca. 60 Min.
84.205 n Iv. Kt. Freiburg. Asylbewerber
(schriftlicher Bericht)
85.436 - Ip. Wick. Asylbewerber.
Ubermässige Belastung einzelner
Kantone (dringlich)
Ad 84.224 - Po. der Kommission
- Fraktionssprecher
R, S, C (3x40 Min.)
V (25 Min.)
U, L, N, T (4x20 Min.)
Fraktionslose (15 Min.) 240 Min.
- Stellungnahme des Bunderates
- Abstimmungen
etwa 6 Std.
Der Bundesrat wird an seiner Sitzung vom 16. Oktober den
Bundesbeschluss über die ausserordentliche Erteilung
einer Anwesenheitsbewilligung an Asylgesuchsteller und
am 27. November die Revision des Asylgesetzes behandeln.
Die entsprechenden persönlichen Vorstösse werden zusam-
men mit diesen beiden Geschäften behandelt.
Proposition de la Conférence des présidents de groupe
- Déclaration du Conseil fédéral
- 84.398 - Mo. CE. Droit d'asile. Révision
(+minorité de la commission)
84.227 n Iv. pa. Loi sur l'asile. Révision totale
(rapport écrit)
85.228 n Iv. pa. Accueil des réfugiés.
Moratoire
(rapport écrit) 60min. env.
84.205 n Iv. ct. Fribourg. Requérants d'asile
(rapport écrit)
85.436 - Ip. Wick. Requérants d'asile.
Répartition inégale entre
les cantons (urgent)
Ad 84.224 - Pô. de la commission
- Rapporteurs des groupes
R, S, C (3x40 min.)
V (25 min.)
U, L, N, T (4x20 min.)
aucun groupe (15min.) 240min.
- Prise de position du Conseil fédéral
- Votations
6 heures env.
Le Conseil fédéral traitera l'arrêté sur l'attribution exception-
nelle d'une autorisation de séjour aux requérants d'asile lors
de sa séance du 16 octobre et la révision de la loi sur l'asile
le 27 novembre. Les interventions personnelles y relatives
seront traitées avec ces deux objets.
#ST# 84.398
Motion des Ständerates (Metti)
Asylgesetz. Revision
Motion du Conseil des Etats (Hefti)
Droit d'asile. Révision
Beschluss des Ständerates vom 7. Juni 1984
Décision du Conseil des Etats du 7 juin 1984
Wortlaut der Motion
Das Asylgesetz vom 5. Oktober 1979 führt zu Folgen und
Missbräuchen, welche bei dessen Erlass kaum vorausgese-
hen worden waren. Auch lässt sich die heutige Situation
nicht mit derjenigen während des letzten Weltkrieges ver-
gleichen.
Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, unverzüglich den
Räten eine Revision des Asylgesetzes vorzulegen, wobei der
Weg eines dringlichen Bundesbeschlusses nicht auszu-
schliessen ist. Die Revision hat insbesondere folgende
Punkte zu berücksichtigen:
- Auch wenn die im Gesetz genannten Voraussetzungen
erfüllt sind, sollen die Behörden nicht verpflichtet sein, Asyl
zu gewähren, sondern nur die Möglichkeit dazu haben.
- Die Anwendung des Gesetzes soll in enger Verbindung
mit den Kantonen erfolgen, wobei deren berechtigten Anlie-
gen Rechnung zu tragen ist.
Texte de la motion
La loi sur l'asile du 5 octobre 1979 entraîne notamment des
abus, qui n'étaient guère prévisibles au moment où elle a été
édictée. En outre, la situation actuelle n'est pas comparable
à celle qui prévalait pendant la deuxième guerre mondiale.
Le Conseil fédéral est donc invité à proposer sans retard aux
Chambres une révision de la loi sur l'asile, sans exclure la
possibilité d'un arrêté fédéral urgent. Cette révision doit en
particulier tenir compte des points suivants:
- Même si les conditions requises par la loi sont remplies,
l'octroi de l'asile ne doit pas être une obligation pour les
autorités, mais seulement une possibilité.
- L'application de la loi doit se faire en étroite coordination
avec les cantons qui doivent pouvoir faire valoir leurs inté-
rêts justifiés.
Anträge der Kommission des Nationalrates
Mehrheit
Die Motion wird abgelehnt.
Minderheit
(Bonnard, Aubry, Fischer-Hägglingen, Flubacher, Hofmann,
Lüchinger, Nef)
Die Motion wird im Sinne der Erklärungen des Bundesrates
überwiesen.
Propositions de la commission du Conseil national
Majorité
La motion est rejetée.
Minorité
(Bonnard, Aubry, Fischer-Hägglingen, Flubacher, Hofmann,
Lüchinger, Nef)
Politique d'asile. Interventions personnelles
1466
N 23 septembre 1985
La motion est transmise dans le sens des déclarations du
Conseil fédéral.
#ST# 84.205
Initiative des Kantons Freiburg
Asylbewerber
Initiative du canton de Fribourg
Requérants d'asile
Wortlaut der Initiative vom 14. Mai 1984
Der Kanton Freiburg lädt den Bundesrat ein, so rasch wie
möglich eine Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die
Kantone verpflichtet werden, eine angemessene Anzahl von
Asylbewerbern aufzunehmen. Das Parlament muss dem
Bundesrat unbedingt die für die Bundespolitik erforderli-
chen Mittel geben, d. h. auch die absolut notwendigen Kre-
dite für die Einstellung zusätzlicher Beamter, die diese Poli-
tikverlangt. Eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation
liegt sowohl im Interesse der Kantone, die Asylbewerber
aufnehmen, als auch in dem der Asylbewerber selbst, deren
Entwurzelung ein echtes Problem darstellt.
Der Kanton Freiburg ist wie die anderen Schweizer Kantone
ein Aufnahmekanton. Aber unser föderalistischer Aufbau
verlangt die Solidarität aller Kantone.
Texte de l'initiative du 14 mai 1984
Le canton de Fribourg invite le Conseil fédéral à proposer
dans les plus brefs délais l'insertion dans la loi de l'obliga-
tion pour les cantons de recevoir un nombre équitable de
requérants d'asile. Les Chambres fédérales doivent absolu-
ment donner au Conseil fédéral les moyens nécessaires à la
politique de la Confédération, c'est-à-dire aussi les crédits
indispensables à l'engagement des fonctionnaires supplé-
mentaires que postule cette politique. Un assainissement de
la situation est dans l'intérêt tant des cantons recevants que
des requérants eux-mêmes dont le déracinement ne man-
que pas d'être préoccupant.
Le canton de Fribourg comme les autres cantons suisses
sont des terres d'accueil. Mais notre régime fédératif
requiert que la solidarité soit le fait de tous les cantons.
Herr Fischer-Hägglingen unterbreitet namens der Kommis-
sion den folgenden schriftlichen Bericht:
- Inhalt der Initiative (siehe oben).
- Ergebnis der Vorprüfung: Die mit der Vorberatung von
Fragen der Asylpolitik betraute Kommission behandelte die
Standesinitiative an ihrer Sitzung vom 18. Februar 1985. Sie
beantragt dem Rat, dem Vorstoss des Kantons Freiburg
teilweise Folge zu geben und folgenden Motionstext zu
überweisen:
«Der Bundesrat wird eingeladen, so rasch wie möglich eine
Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone ver-
pflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewer-
bern aufzunehmen.
Die Zuständigkeit des Bundes ist subsidiär. Die Bundesbe-
hörden sind nur dann befugt zu entscheiden, wenn die
Kantone sich innert nützlicher Frist auf keine angemessene
Lösung geeinigt haben.»
Das Begehren um Personalaufstockung lehnt die Kommis-
sion ab; das Parlament habe mit der Bewilligung von insge-
samt 88 Stellen diesem Begehren bereits entsprochen.
- Erwägungen der Kommission: Die Kommission teilt die in
der Standesinitiative vertretene Auffassung, dass eine bes-
sere Verteilung der Asylbewerber auf die Kantone notwen-
dig sei. Nach ihrer Meinung ist dieses Anliegen des Kantons
Freiburg, der einen starken Zustrom von Asylbewerbern
verzeichnet, gerechtfertigt. Sie ist daher bereit, ihm mit einer
Motion Nachachtung zu verschaffen.
Die Entwicklung der letzten Zeit hat gezeigt, dass die übri-
gen Kantone nicht bereit sind, zur Entlastung der Kantone,
die viele Asylbewerber zu betreuen haben, zusätzliche
Flüchtlinge aufzunehmen. Eine Umfrage des Eidgenössi-
schen Justiz- und Polizeidepartementes bei den Kantonen
hat eine geringe Bereitschaft gezeigt, auf freiwilliger Basis
etwas zu unternehmen.
Der Bund soll deshalb nach Meinung der Kommission die
Befugnis erhalten, eine bessere Verteilung der Flüchtlinge
auf die Kantone anzuordnen. Sie erachtet es als richtig, dass
seitens des Bundes ein gewisser Druck zur Solidarität in
dieser Richtung ausgeübt werden kann. Zur Diskussion
stand aber nur eine subsidiäre Regelung. Die Kantone sollen
die Möglichkeit haben, innert nützlicher Frist selber zu han-
deln. Erst wenn von dieser Möglichkeit kein Gebrauch wird,
habe der Bund tätig zu werden.
Die Kommission lehnte es ab, eine Lösung auf dem Konkor-
datsweg anzustreben, da sie zuviel Zeit beanspruchen
würde. Auch wurde die Möglichkeit nicht in Betracht gezo-
gen, die Justizdirektoren mit einer Umverteilung der Asylbe-
werber zu beauftragen.
Die mit der Motion beauftragte Gesetzesänderung soll so
rasch wie möglich dem Parlament unterbreitet werden. Die
Kommission hält aber ein Vorziehen dieser Gesetzesrevision
nicht für nötig. Sie soll im Zusammenhang mit der zweiten
Revision des Asylgesetzes diskutiert werden.
Antrag der Kommission
Aus diesen Überlegungen beantragt die Kommission ein-
stimmig, der Standesinitiative teilweise Folge zu geben und
ihre Motion zu überweisen.
Proposition de la commission
Pour ces motifs, la commission propose de donner partielle-
ment suite à l'initiative du canton de Fribourg et de trans-
mettre sa motion.
Motion der Kommission des Nationalrates
Asylbewerber. Verteilung auf die Kantone
Der Bundesrat wird eingeladen, so bald wie möglich eine
Gesetzesänderung vorzuschlagen, wonach die Kantone ver-
pflichtet werden, eine angemessene Anzahl von Asylbewer-
bern aufzunehmen.
Die Zuständigkeit des Bundes ist subsidiär. Die Bundesbe-
hörden sind nur dann befugt zu entscheiden, wenn die
Kantone sich innert nützlicher Frist auf keine angemessene
Lösung geeinigt haben.
Motion de la commission du Conseil national
Requérants d'asile. Répartition entre les cantons
Le Conseil fédéral est invité à proposer dans les plus brefs
délais l'insertion dans la loi de l'obligation pour les cantons
de recevoir un nombre équitable de requérants d'asile.
La compétence de l'autorité fédérale est subsidiaire. L'auto-
rité fédérale n'est habilitée à décider que si les cantons ne
sont pas parvenus à trouver dans un délai utile une solution
appropriée.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion des Ständerates (Hefti) Asylgesetz. Revision
Motion du Conseil des Etats (Hefti) Droit d'asile. Révision
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
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Jahr
1985
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
84.398
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
23.09.1985 - 14:30
Date
Data
Seite
1465-1466
Page
Pagina
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20 013 716
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