- Juni 1984
273Motion Reymond
ihrem Herzen folgend nun einfach noch etwas mehr will.
Weshalb ich es nicht akzeptieren kann, habe ich gesagt.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission 10 Stimmen
Für den Antrag des Bundesrates 28 Stimmen.
Art. 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 40 Stimmen
(Einstimmigkeit)
Abschreibung - Classement
Le président: Le Conseil fédéral vous propose de classer le
postulat n° 82 341 de notre collègue M. Zumbühl. Cette
proposition est-elle combattue au sein de ce conseil? Ce
n'est pas le cas.
Zustimmung - Adhésion
An den Nationalrat - Au Conseil national
#ST# 84.356
Motion Reymond
Milchkontingentierung. Neues System
Contingentement de lait. Nouveau système
Wortlaut der Motion vom 13. März 1984
Die Milchkontingentierung ist seit dem 1. Mai 1977 in Kraft.
Das einem Produzenten zugeteilte Kontingent wurde in
erster Linie aufgrund der in den Jahren 1974/75 und 1975/76
gelieferten Milch festgelegt. Trotz einiger individueller und
genereller Anpassungen, die seither gemacht worden sind,
wird die Produktion heute zum grossen Teil durch Fakten
beschränkt, die bereits zehn Jahre alt sind.
Da die Milchkontingentierung die Betriebe daran hindert,
sich entsprechend der Generationenfolge und der Wand-
lung der Lebensumstände zu entwickeln, wirkt sie äusserst
einschränkend und lähmend. Gewiss, sie hat substanzielle
Erhöhungen des Milchpreises ermöglicht. Da die geltende
Regelung jedoch den Bundesrat beauftragt, die Liefer-
menge für Zehntausende über das ganze Land verstreute
Produzenten auf das Kilo genau festzulegen, stellt sie eine
staaatliche Lenkung dar, wie sie bisher noch nie bestand
und wie sie für keinen anderen Bereich der Landwirtschaft
weder im Inland noch im Ausland besteht.
Der Zeitpunkt ist gekommen, den Betrieben wieder ein biss-
chen Spielraum zurückzugeben und den Berufsorganisatio-
nen, die dazu bereit sind, mehr Möglichkeiten zur Initiative
einzuräumen. Ein System des Kontingentenaustausches
unterden Produzenten des gleichen Milchverbandes, wie es
bereits bestehende Studien vorschlagen, würde es ermögli-
chen, diese Ziele zu erreichen.
Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, auf der Grundlage
von Artikel 5 Absatz 3 und unter Berücksichtigung von
Artikel 5a des Milchwirtschaftsbeschlusses 1977 so rasch
wie möglich eine Regelung zu treffen, die es den Milchver-
bänden erlaubt, ein Verfahren für den Austausch von Kon-
tingenten unter ihren Produzenten einzuführen.
Texte de la motion du 13 mars 1984
Le contingentement de la production laitière est en vigueur
depuis le 1
er
mai 1977. Le contingent dont dispose actuelle-
ment chaque producteur a été déterminé en tenant compte,
en premier lieu, de la quantité de lait livrée au cours des
années 1974/1975 et 1975/1976. Malgré certaines adapta-
tions individuelles ou générales intervenues dans l'inter-
valle, la production d'aujourd'hui est donc, en grande partie,
limitée par des données qui sont vieilles d'une dizaine
d'années.
En empêchant les exploitations d'évoluer comme il convien-
drait au gré de la succession des générations et des circons-
tances de l'existence, le contingentement est une mesure
extrêmement coercitive et sclérosante. Certes, elle a rendu
possible de substantielles augmentations du prix du lait.
Mais, en chargeant le Conseil fédéral de fixer au kilo près le
volume des livraisons de dizaines de milliers de producteurs
répartis dans tous le pays, le régime en vigueur comporte un
degré de dirigisme jamais atteint auparavant et qui n'a pas
son pareil dans d'autres branches de l'agriculture suisse ou
à l'étranger.
Le moment est venu de rendre un peu de flexibilité aux
exploitations et de confier davantage d'initiatives aux orga-
nisations professionnelles prêtes à les assumer. Un système
d'échange de contingents entre producteurs d'une même
fédération laitière, dans le sens des études déjà effectuées,
permettrait d'atteindre ces objectifs. Aussi, sur la base de
l'article 5, 3
e
alinéa et compte tenu des dispositions de
l'article 5a de l'arrêté sur l'économie laitière 1977, le Conseil
fédéral est invité à édicter dans le plus bref délai la régle-
mentation permettant aux fédérations laitières d'instituer
une procédure d'échange de contingents entre leurs pro-
ducteurs respectifs.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubert, Bauer, Binder,
Brahier, Bürgi, Dobler, Dreyer, Ducret, Genoud, Gerber,
Hophan, Jagmetti, Knüsel, Lauber, Matossi, Meier Hans,
Meylan, Moll, Schafften Schoch, Schönenberger, Steiner,
Stucki, Zumbühl (24)
Le président: M. Reymond m'a annoncé qu'il considérait sa
motion comme étant développée par le texte de son inter-
vention et dont vous avez eu l'occasion de prendre connais-
sance. Je l'en remercie et donne donc immédiatement la
parole à M. Furgler, conseiller fédéral.
Bundesrat Furgler: Die Frage der Milchkontingentierung
beschäftigt Bundesrat und Parlament seit Jahren. Wir haben
auch alljährlich versucht, durch sinnvolle Änderungen,
Anpassungen, Verbesserungen der zwei Kontingentierungs-
verordnungen die zugegebenermassen einschneidenden
Massnahmen für die Produzenten möglichst tragbar zu
machen. Dass sich die Milchkontingentierung grosso modo
bewährt hat, wird von niemandem bestritten. Vielleicht ist es
auch ein typisches Zeichen, dass sich die EG heute - mit
einigen Jahren Verzug - auch zu einer solchen Massnahme
gezwungen sieht, um das Milchproblem in den Griff zu
bekommen. '
Ich füge sofort bei: Es wäre Ihnen und mir viel lieber, wenn
man den Milchsektor völlig frei gestalten könnte; aber bis
jetzt konnte mir und Ihnen niemand eine echte Alternative
zur Milchkontingentierung empfehlen. Ohne diese Mass-
nahme wäre es völlig undenkbar, den jetzt gültigen Milch-
preis zu bezahlen; denn Sie kennen den Marktmechanis-
mus: Wenn Sie mehr produzieren, brauchen Sie mehr
Abnehmer; wenn Sie aber keine zusätzlichen Abnehmer
finden, dann müssen Sie im Preis nachgeben; das hat man
mit Blick auf Artikel 29 des Landwirtschaftsgesetzes heute
gegenüber den Landwirten nicht getan. Man hat den Preis
garantiert. Also muss man mit Bezug auf den Ausstoss, auf
das Quantum, massvoll bleiben.
Ein ausgedehntes Versuchsverfahren half mit, die Kontin-
gente mindestens teilweise den veränderten Verhältnissen
anzupassen. Ich darf Herrn Reymond sagen, dass in sieben
Jahren über rund 65 000 Gesuche zu entscheiden war. Er ist
Motion Reymond
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12 juin 1984
ja diesbezüglich selbst ein Spezialist. Sodann hat die Struk-
turänderung in der Landwirtschaft dazu geführt, dass die
durchschnittliche Kontingentsgrösse von 48 890 Kilogramm
per 1. Mai 1979 auf 56 434 Kilogramm pro 1982/83 angestie-
gen ist. Es trifft also nicht zu, wenn da und dort gesagt wird,
die Produktion werde heute zum grossen Teil durch Fakten
beschränkt, die bereits zehn Jahre alt seien. In Tat und
Wahrheit erfolgte ein gewisser Anstieg. Dessen ungeachtet
vermöchte ein Kontirigentenaustausch ohne Zweifel unter
den Milchproduzenten selbst den verhältnismässig starren
Kontingenten entgegenzuwirken. Das ist auch die Idee des
Motionärs; eine ähnlich lautende Motion wurde im National-
rat eingereicht. Studien, die wir erstellen Hessen, haben
gewisse Vorteile des Systems aufgezeigt; aber ich wäre
unehrlich, wenn ich Ihnen nicht sagte, dass die gleichen
Studien natürlich auch eine grosse Zahl von Problemen, ja
sogar Nachteile bei einem derartigen Kontingentenaus-
tausch aufzeigten. Auf jeden Fall müsste auch hier der Bund
die Spielregeln aufstellen.
Die Auffassungen über einen möglichen Kontingentenaus-
tausch sind innerhalb der Landwirtschaft noch sehr kontro-
vers. Während der Waadtländer Milchverband die neue Idee
unterstützt, hat sich beispielsweise der Milchverband Bern
als grösster Verband dagegen ausgesprochen. Auf jeden
Fall könnten wir einen derartigen Kontingentenaustausch
rechtlich nicht auf den Milchwirtschaftsbeschluss 1977
abstützen. Man müsste also hier eine neue Rechtsgrundlage
schaffen. Sie wissen, dass aber bereits die Vorbereitungen
für den Milchwirtschaftsbeschluss 1987 angelaufen sind.
Es wird eine kluge Politik sein, alle mit diesem Vorstoss
zusammenhängenden Fragen in die Revisionsbemühungen
für den neuen Milchwirtschaftsbeschluss einzubringen, sie
aber nicht vorweg sektoriell zu lösen. Dannzumal wird das
Parlament die Grundfragen des Milchwirtschaftsbeschlus-
ses zu entscheiden haben.
Aus diesen Überlegungen empfiehlt Ihnen der Bundesrat,
die Motion in ein Postulat umzuwandeln, damit die Fragen
von Herrn Reymond im Zusammenhang mit dem Erlass des
neuen Milchwirtschaftsbeschlusses weiter geprüft werden
können.
M. Reymond: Je tiens à remercier le Conseil fédéral de sa
réponse positive à ma motion tendant à l'institution d'une
procédure d'échange des contingents laitiers entre les pro-
ducteurs d'une même fédération laitière. J'aimerais d'abord
rappeler qu'aujourd'hui déjà, une forme d'échange des con-
tingents existe dans e cadre de chaque société de laiterie.
Ces échanges s'opèrent en particulier en fin d'année laitière
sous la forme de compensations entre les producteurs qui
n'ont pas atteint leur quota et ceux qui l'ont dépassé. Ce
système est simple et efficace. Il constitue un assouplisse-
ment nécessaire du contingentement individuel. Il fonc-
tionne bien, avec la bénédiction, je le précise, des ordon-
nances du Conseil fédéral. Il suffirait dès lors de retendre de
la même manière au niveau des fédérations laitières pour
que chacune de celles-ci s'organise afin de répartir sur son
territoire les contingents libérés par certains fournisseurs de
lait.
Le Conseil fédéral, dans sa réponse, nous rappelle que la
Fédération laitière bernoise est opposée à l'échange des
contingents. Je crois cependant qu'il est tout à fait possible
de prévoir une législation laissant chaque fédération décider
librement de la mise sur pied ou non d'un système
d'échange de contingents sur son territoire dans le cadre
des dispositions que fixera l'autorité. Je suis personnelle-
ment suffisamment respectueux, par mes convictions fédé-
ralistes, des particularismes régionaux pour admettre que,
dans ce domaine, les uns pratiquent différemment des
autres. Il suffira pour cela que le législateur fédéral laisse le
maximum d'autonomie et de liberté d'action à chaque fédé-
ration.
C'est pourquoi je me réjouis de la réponse du Conseil
fédéral lorsqu'il dit que l'examen de la question sera pour-
suivi dans le cadre des travaux préliminaires concernant
l'arrêté sur l'économie laitière 1987. Compte tenu du fait que
notre exécutif considère, ce qui n'est pas mon opinion, ni
non plus celle de tous les juristes de la Confédération à ma
connaissance, que l'arrêté sur l'économie laitière 1977 ne
permet pas, au niveau des fédérations, l'échange des contin-
gents, j'accepte de transformer ma motion en postulat, en
remerciant d'abord le Conseil fédéral de sa réponse, ensuite
mes nombreux collègues qui ont contresigné la motion,
témoignant ainsi de l'acuité comme de l'urgence du pro-
blème.
Le président: Le postulat est-il combattu au sein du con-
seil? Je constate qu'il n'est pas combattu.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Schluss der Sitzung um 19.30 Uhr
La séance est levée à 19 h 30
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Reymond Milchkontingentierung. Neues System
Motion Reymond Contingentement de lait. Nouveau système
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1984
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
84.356
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
12.06.1984 - 17:15
Date
Data
Seite
273-274
Page
Pagina
Ref. No
20 012 655
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