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CH_VB_001Ch Vb2 mai 1984Ouvrir la source →
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent 470 N 2 mai 1984 #ST# 84.019 Waldschäden. Dringlicher Bundesbeschluss Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent Botschaft und Beschlussentwurf \om 19. März 1984 (I, 1093) Message et projet d'arrêté du 19 mars 1984 (I, 1109) Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière Frau Blunschy, Berichterstatterin: Die erweiterte Kommis- sion Gesundheit und Umwelt hat sich an ihrer Sitzung vom 19. April 1984 mit den beiden Bundesbeschlüssen befasst, die der Bundesrat mit Botschaft vom 19. März 1984 im Zusammenhang mit der Bekiimpf ung der Waldschäden dem Parlament beantragt hat. Die Vorlagen wurden von Herrn Bundesrat Egli, Herrn Dr. de Coulon, Direktor des Bundes- amtes für Forstwesen, und seinem Mitarbeiter, Herrn Moreil- lon, erläutert. Als Experte hat die Kommission Herrn Dr. Schwarzenbach, Vizedirektor der Eidgenössischen Anstalt für das forstliche Versuchswesen, Birmensdorf, bei- gezogen. Diesen Herren sei für ihre fachkundige Beratung bestens gedankt. Das Problem des Waldsterbens beunruhigt zu Recht die Schweizer Bevölkerung. Eine Umfrage der Sanasilva, die letztes Jahr bei 1429 Revierförstern der Schweiz durchge- führt wurde, ergab, dass irr Oktober 1983 14 Prozent der Bäume im Schweizer Wale als kränkelnd bis tot und 4 Prozent als krank bis tot zu betrachten waren. Seither hat sich der Zustand unserer Wiilder eher noch verschlechtert. Am stärksten betroffen ist gesamtschweizerisch die Weiss- tanne, bei der 26 Prozent geschädigt sind. Schädigungen weisen auch Fichte, Buche und Föhre auf. Es besteht die Gefahr, dass nun auch Obstbäume und Zierbäume betroffen werden. Es braucht wohl nicht besonders betont zu werden, welch grosse Bedeutung dem Wald und damit der Gesunderhal- tung des Waldes zukommt. Schon unsere Vorfahren waren sich dieser Bedeutung bewu äst. Im Jahre 1876 haben sie mit Zustimmung zu einem Artikel 24 der Bundesverfassung dem Bund die Oberaufsicht über die Wasserbau- und Forstpoli- zei übertragen, vorerst eingeschränkt auf das Hochgebirge und seit der Revision von "897 für das ganze Gebiet der Schweiz. Die Gründe, die vor mehr als 100 Jahren zur ersten Forstpolizeigesetzgebung geführt haben, gelten heute noch. Weitere sind dazugekc mmen. Damals ging es in erster Linie um die Vermeidung von Naturkatastrophen. Wald ist ja nicht nur ein Lieferant von Brenn- und Nutzholz; Wald spielt eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht der Natur. Er hat eine wichtige Schutzfunktion zu erfüllen, vor allem in einem so gebirgigen Land wie dem unseren. Wo der Wald fehlt oder nicht mehr widerstandsfähig genug ist, können Erdrutsche, Lawinen und Überschwemmungen un- gehindert ihr Zerstörungswerk ausführen. Der Experte hat in der Kommission darauf hingewiesen, eine Studie habe gezeigt, dass die Verkehrssicherheit unserer Nationalstrasse und des SBB-Trassees im Kanton Uri bei fortschreitender Ausbreitung der Waldschäden auf die Dauer nicht mehr gewährleistet werden könnte. Der Wald ist der Erholungsraum für unsere Bevölkerung. Nicht umsonst bezeichnet man den Wald als die grüne Lunge für unsere Städte und Dörfer. Wenn der Wald krank wird und abstirbt, kommt auch der Mensch gesundheitlich zu Schaden. Wir wissen ziemlich genau Bescheid über die katastropha- len Folgen, die sich ergeber können, wenn der Wald krank ist oder gar abstirbt. Nicht ganz so genau können wir über die Ursachen des Waldsterbens Auskunft geben. Es gibt Ursachen, die auf der Hand liegen, wie der Befall durch Borkenkäfer oder die fehlende oder ungenügende Nutzung des Waldes, die bewirkt, dass kranke Bäume nicht entfernt werden. Sicher spielt die Luftverschmutzung eine verhäng- nisvolle Rolle. Es sind Studien im Gange, welche die Auswir- kung der Abgase aus Ölheizungen, Motorfahrzeugen und Industrien auf die Gesundheit der Wälder genauer prüfen sollen. Das Problem der Luftverschmutzung muss interna- tional angegangen werden. Luftströme verfrachten die Abgase oft über weite Regionen. Die grössten Schäden müssen nicht unbedingt genau dort auftreten, wo grosse Mengen von Abgasen produziert werden. Wenn zum Bei- spiel der Kanton Genf bisher weniger vom Waldsterben betroffen wurde als zum Beispiel die Region Basel oder Aargau, so zeigt das höchstens, dass Luftströmungen sich nicht an Kantonsgrenzen und auch nicht an Landesgrenzen halten. Das Problem der Luftverschmutzung darf nicht nur punktuell, es muss im ganzen Land und auch im Ausland unter Kontrolle gebracht werden. Was will die Vorlage, die wir heute zu beraten haben? Sie will Sofortmassnahmen unterstützen in Bereichen, die unbestritten sind und wo rasch etwas Wirksames getan werden kann. Es geht um einen kleinen Schritt, dem sicher weitere folgen müssen. Was sie nicht will und auch nicht kann, das ist eine umfassende Bekämpfung aller Ursachen der Waldschäden. Der dringliche Bundesbeschluss hat folgende Zielset- zungen:
Der Bund soll Beiträge leisten an die Bekämpfung der Waldschädlinge, insbesondere der Borkenkäfer. Borkenkä- fer hat es schon immer gegeben. Die Situation ist deshalb alarmierend, weil die Borkenkäfer sich überaus stark ver- mehren konnten wegen des sehr warmen und trockenen Sommers 1983. Der Borkenkäfer befällt mit Vorliebe geschwächtes Holz. Die wegen des Waldsterbens zahlreich vorhandenen kranken Bäume bieten geradezu ideale Ver- hältnisse für die weitere Ausbreitung dieser Schädlinge. Man befürchtet, dass sie sich schliesslich auch an die gesunden Bäume heranmachen werden. Sobald die Tempe- ratur im Frühjahr ansteigt, beginnen die Borkenkäfer ihr Zerstörungswerk. Es muss daher sofort gehandelt werden. Das Aufstellen von Borkenkäferfallen hat sich als wirksame Bekämpfungsmethode erwiesen. Die Borkenkäfer werden durch den Lockstoff angezogen, fallen in einen Behälter und können dort eingesammelt und vernichtet werden. Diese Art der Bekämpfung ist umweltfreundlich, weil sie weder den Menschen noch Pflanzen oder andere Tierarten gefährdet. Befallene oder gefährdete Stämme müssen gefällt und entrindet werden, wobei die Rinde verbrannt werden muss. Das Holz muss aus dem Walde abtransportiert werden. Nur ausnahmsweise soll das befallene Holz che- misch behandelt werden, weil die Gefährdung anderer Lebewesen durch chemische Mittel vermieden werden soll. Alle diese Massnahmen verursachen Kosten, an denen sich der Bund nun beteiligen soll.
Bundesbeiträge sollen auch gewährt werden für eine bessere Pflege der geschädigten Waldbestände durch sofortiges Rüsten der kranken Bäume. Unabhängig vom Borkenkäferbefall gibt es kranke und geschädigte Bäume, die aus dem Wald entfernt werden müssen. Die Pflege der Wälder wurde in den letzten Jahren da und dort vernachläs- sigt, weil insbesondere an schwer zugänglichen Stellen, die nicht durch Wege erschlossen sind, die Kosten für das Fällen und den Abtransport der geschädigten Bäume in keinem Verhältnis mehr standen zum Nutzen, der aus der Verwertung dieses Holzes zu erwarten war. Die Botschaft des Bundesrates führt auf Seite 4 oben dazu aus: «Es ist offensichtlich, dass sich der Gesundheitszu- stand unserer Wälder in den letzten Jahren wegen der mangelnden Pflege allgemein stark verschlechtert hat.» Wir können die Schuld an den Waldschäden nicht allein der Luftverschmutzung zuschieben. Dass mangelnde Pflege einen wesentlichen Einfluss auf den Zustand des Waldes
Mai 1984 N471 Waldschäden. Dringlicher Bundesbeschluss hat, mag ein Beispiel erhärten, das 30 Jahre zurückliegt. In den fünfziger Jahren wurde im schweizerischen National- park eine Untersuchung über den Zustand des Waldes gemacht. Dabei wurde festgestellt, dass damals etwa ein Viertel aller Bäume nicht mehr gesund waren. Trotzdem konnte sich dort ein natürliches Gleichgewicht erstellen, und die Schäden haben in dieser Gegend glücklicherweise nicht zugenommen. Im Nationalpark werden bekanntlich menschliche Eingriffe in die Natur vermieden, damit werden auch keine Vorkehren zur Pflege des Waldes getroffen. Das Beispiel zeigt, dass ein Wald, der nicht regelmässig gepflegt und genutzt wird, notgedrungen immer eine Anzahl kranker und absterbender Bäume aufweisen wird. Die Zwangsnutzung erkrankter Baumbestände und eine Wieder- aufforstung können viel zu einem besseren Gesundheitszu- stand unserer Wälder beitragen. Weil die Waldpflege vor allem in abgelegenen Gebieten nicht kostendeckend ist, muss sie - soweit es sich um kranke Bäume handelt - subventioniert werden, was nebst der Borkenkäferbekämp- fung Ziel dieser Vorlage ist. Keine Beiträge werden gewährt für Arbeiten im Zusammen- hang mit der normalen Nutzung der Wälder. Man rechnet, dass im Rahmen normaler Holzschläge etwa 10 bis 15 Pro- zent Zwangsnutzung sind, wofür keine Bundesbeiträge geleistet werden. Die Mittel sollen gezielt dort eingesetzt werden, wo die Gefährdung der Waldbestände besondere Massnahmen erfordert.
Schliesslich werden Bundesbeiträge vorgesehen für besondere Massnahmen bei aussergewöhnlichen Ereignis- sen. Die Ausführungsbestimmungen werden präzisieren, an welche aussergewöhnlichen Ereignisse zu denken ist, zum Beispiel an den Schutz des Waldes bei gewissen Naturkata- strophen. Für alle drei Massnahmen werden abgestufte Bundesbei- träge gewährt, wenn auch der Kanton einen seiner Finanz- kraft angemessenen Beitrag leistet. Es soll auch dem Um- stand Rechnung getragen werden, ob ein Kanton besonders stark von Waldschäden betroffen ist. Anspruch auf Bundes- beiträge hat der Waldeigentümer, dem die Beiträge über die Kantone ausgerichtet werden. Subventionsberechtigt sind Massnahmen, die nach dem I.Januar 1984 getroffen wurden. Der erste Bundesbeschluss soll dringlich erklärt werden, und er ist daher zu befristen. Er soll bis zum 31. Dezember 1988 gelten. Mit dem zweiten Bundesbeschluss wird der Kredit auf 150 Millionen Franken festgelegt. Sollte sich zeigen, dass mehr Mittel erforderlich sind, könnte durch einen neuen, ebenfalls einfachen und damit nicht referendumspflichtigen Bundes- beschluss ein zusätzlicher Kredit gewährt werden. Soviel zum Inhalt dieser Vorlage. Anlässlich der Kommissionsberatung kam immer wieder die Enttäuschung zum Ausdruck - ich nehme an, dass sie auch in der nun folgenden Eintretensdebatte zu hören sein wird -, dass die Vorlage zu wenig bringe und nicht die Ursachen, nur gewisse Symptome des Waldsterbens bekämpfe. Die Ursachen des Waldsterbens sind derart komplex, dass ihre Bekämpfung nicht in einem einzigen und zudem dringlich erklärten Bundesbeschluss geregelt werden kann. Auch ver- hält es sich nicht so, wie gewisse Kreise zu glauben schei- nen, dass bisher nichts in dieser Richtung getan worden wäre. Seit mehr als 100 Jahren gibt es eine eidgenössische Forstpolizeigesetzgebung zum Schutz des Waldes. Das Par- lament hat Anfang Oktober 1983 ein Umweltschutzgesetz erlassen, das im Laufe dieses Jahres in Kraft treten sollte. Das Umweltschutzgesetz enthält in den Artikeln 11 und folgende wichtige Bestimmungen, die eine Eindämmung der Luftverunreinigungen bringen sollen. Es wäre schlechte Gesetzgebungsarbeit und würde einer Gedächtnislücke des Parlamentes gleichkommen, wenn wir unter dem Titel «Waldschädenbekämpfung» die gleiche Gesetzgebungsmaterie nochmals regeln wollten. Der Bundesrat hat im Rahmen seiner eigenen Kompetenz kürzlich bereits wichtige einschlägige Massnahmen ange- ordnet, so bezüglich der Abgase der Motorfahrzeuge, Kon- trolle der Heizungen usw. Über andere Massnahmen, wie zum Beispiel Tempolimiten im Strassenverkehr, wurden Vernehmlassungsverfahren eingeleitet. Bereits in parlamen- tarischer Beratung (der Ständerat ist Prioritätsrat) sind die Ausführungsbestimmungen überdie Verwendung der Treib- stoffzölle und die Standesinitiativen der Kantone Basel-Land und Schaffhausen betreffend Massnahmen zur Luftreinhal- tung und des Kantons Basel-Stadt betreffend Sofortmass- nahmen gegen das Waldsterben. Es ist also nicht so, dass nebst diesem dringlichen Bundesbeschluss überhaupt nichts gemacht worden wäre oder nichts in Gang gesetzt wurde. Es trifft zu, dass die heute zur Beratung stehende Vorlage nur einen kleinen Ausschnitt aus der Problematik der Wald- schäden berührt. In verschiedenen anderen Bereichen wurde aber bereits legiferiert oder es stehen entsprechende Vorlagen in Beratung. Die anderen Aspekte werden nicht etwa vergessen; sie werden in anderem Zusammenhang geregelt, soweit sie nicht bereits geregelt sind, und zwar auf dem Wege der ordentlichen Gesetzgebung. Man kann ja nicht alles durch dringliche Bundesbeschlüsse regeln. Ohne der Detailberatung vorzugreifen, möchte ich darauf hinweisen, dass die Kommission angesichts der relativ engen und eingeschränkten Zielsetzung der Vorlage der Ansicht war, der Titel des Bundesbeschlusses sei zu umfas- send und allgemein; er verspreche mehr, als er halten könne. Es soll daher bereits im Titel gesagt werden, dass es sich um Beiträge an ausserordentliche Massnahmen gegen Waldschäden handelt. Die Vorlage ist in zwei Bundesbeschlüsse aufgeteilt. Der erste Bundesbeschluss enthält rechtsetzende Bestimmun- gen, da er das geltende Forstpolizeigesetz abändert. Er ist daher allgemeinverbindlich und dem fakultativen Refe- rendum zu unterstellen; fakultativ deshalb, weil er sich auf die Verfassung abstützen kann. Wegen der Notwendigkeit, sofort handeln zu können, soll er dringlich erklärt werden und kann am Tage der Verabschiedung in Kraft treten. Wenn wir also bis am Freitag eventuelle Differenzen bereinigt haben und die Schlussabstimmung durchführen können, würde dieser dringliche Bundesbeschluss am Freitag dieser Woche in Kraft treten. Eine eventuelle Referendumsabstimmung müsste innert eines Jahres stattfinden. Soweit wir nur ein Gesetz abän- dern, ist es ein fakultatives Referendum. Wenn wir aber die Vorlage mit Bestimmungen belasten, die nicht der Verfas- sung entsprechen, wie das in der Detailberatung zutage treten wird, dann wäre das Referendum obligatorisch. Und bei einem obligatorischen Referendum wäre das Ergebnis leicht vorauszusehen, wenn man so rasch, rasch Verfas- sungsbestimmugnen einfach in einem dringlichen Bundes- beschluss abändern möchte. Beim zweiten Bundesbeschluss geht es lediglich um die Höhe der finanziellen Mittel, die zur Verfügung gestellt wer- den sollen. Er enthält also keine rechtsetzenden Bestim- mungen. Es kann dafür die Form des einfachen Bundesbe- schlusses gewählt werden, der nicht dem Referendum untersteht. Sollte sich erweisen, dass der Betrag von 150 Millionen Franken nicht ausreichen würde, so könnte wie- derum durch einfachen Bundesbeschluss - ohne Refe- rendum - ein neuer Kredit beschlossen werden. Die Auftei- lung in zwei Bundesbeschlüsse ermöglicht es, flexibel zu bleiben und den finanziellen Rahmen nötigenfalls anzu- passen. Die Kommission beantragt einstimmig Eintreten auf die Vor- lage und Zustimmung zu beiden Bundesbeschlüssen. M. Houmard, rapporteur: La Commission élargie de la santé publique et de l'environnement, chargée de préparer le débat sur les mesures extraordinaires contre le dépérisse- ment des forêts, s'est réunie le 19 avril 1984 à Berne. Dès le début des travaux, nous avons convenu de ne pas porter le débat sur l'ensemble des mesures envisagées pour lutter contre le dépérissement de nos forêts, mais de nous limiter aux buts recherchés par l'arrêté urgent. La Confédé-
Dépérissement des forêts. Ar-été fédéral urgent 472 N 2 mai 1984 ration et les cantons sont tenus de prendre des mesures pour protéger la forêt contre les maladies et les parasites (art. 29 et 32"" de la loi sur les forêts), mais il manque les bases juridiques pour allouer des subsides. L'arrêté vise donc à donner les moyens Financiers indispensables pour endiguer à bref délai les ravages provoqués par les maladies et les parasites qui, s'ils ne sont pas combattus, prendraient des dimensions telles qu'ils constitueraient un véritable danger général et pourraient avoir des conséquences irré- versibles. L'arrêté a un caractère urgent, avec effet rétroactif au 1 er janvier 1984, parce qje certaines mesures prépara- toires ont dû être prises dès le début de l'année. Afin d'éviter des débordements lors du débat, je vais cerner les problèmes relatifs aux dégâts secondaires et essayer de définir brièvement ce qui devrait retenir notre attention et ce qui devrait être reporté à plus tard. L'état sanitaire général de nos forêts est une source de préoccupations pour différontes raisons. La première est due globalement à leur sous-exploitation et doit trouver une solution au niveau du rajeunissement. Quant au deuxième phénomène lié au dépérissement des forêts, il a trait à des causciS extérieures ou à l'apparition massive de parasites. Alors qu'au siècle dernier on a dû édicter une loi restrictive pour empêcher la surexploitation de nos forêts, on en est arrivé en ces temps de bien-être matériel à délaisser cer- taines d'entre elles. L'évolut on économique a eu pour con- séquence de déséquilibrer las rapports entre les frais d'ex- ploitation et les prix de vonte de certains assortiments. Certains propriétaires ont renoncé à exploiter raisonnable- ment leurs forêts. Cela est allé si loin que même le tiers de la forêt publique ne beneficio plus régulièrement de soins culturaux. On a probablement oublié que la forêt ne doit pas être maintenue pour elle-marne, mais qu'elle constitue un des éléments essentiels à l'équilibre de la nature et que la forêt protectrice joue un rôle important dans la survie de l'homme, comme de son environnement. Si cet aspect du problème n'est pas à l'ordre du jour de ce débat, il n'en reste pas moins vrai que le Conseil fédéral devra prendre, très rapidement, des mesures permettant de rajeunir la forêt suisse. La Confédération ne pourra toutefois pas résoudre cette tâche par des subventions généralisées; ce serait, à notre avis, apporter de l'eau à la mer, le niveau ne changerait pas, tandis que la Confédération s'essouflerait. En revanche, nous pensons que la solution passera par la révision de la loi sur la police des forêts. Une meilleure attribution des moyens financiers pour la desserte des forêts en terrain accidenté sera certainement un des points cen- traux de cette révision. Mai:; il sera tout aussi important de mettre l'accent sur l'assainiüsement des forêts par rajeunis- sement accéléré. Ce derniur postulat visera l'encourage- ment de la recherche applicuée en vue du renforcement de la mise en valeur du bois indigène et la stimulation de l'innovation par la formation adéquate des cadres supé- rieurs de l'industrie de transformation. Il y aura aussi lieu, à un autre niveau, de procécer à une révision de certaines attributions de nos bourgeoisies ou de nos corporations obligées, par des conventions, à soustraire des moyens financiers pour les attribuer à des buts sociaux sans aucun rapport avec la forêt. Le vie Ilissement des forêts devra être attaqué avec la même vigieur que le défrichement a été traité au siècle dernier, nos «après-venant» nous en seront reconnaissants, car la forêt pourra alors continuer de jouer un rôle protecteur. Le deuxième sujet qui préoccupe les professionnels du bois se situe au niveau du dépérissement dû à des causes exté- rieures à la forêt ou à l'apparition massive de parasites. Il s'agit entre autres de l'influence des immissions sur l'éco- système de la forêt. Ce problème est à l'étude. La Confédé- ration a mis 17 millions de Irancs à disposition de l'analyse SANASILVA et 6 millions supplémentaires ont été attribués au programme national de recherche 14 en vue de déceler les causes du dépérissement. Avant de prendre des mesures définitives, nous devons attendre ces résultats. Il ne sert à rien d'édicter des directives dont l'efficacité n'est pas assu- rée. L'écosystème forestier est tellement complexe qu'il faut travailler sur des bases sûres. Le fait que les symptômes observés dans la nature ne concordent pas toujours avec ceux enregistrés en laboratoire complique encore la déci- sion. Aux dégâts directs qui concernent avant tout le fonc- tionnement très délicat de la respiration et de l'évapo-trans- piration des arbres viennent s'ajouter des dégâts indirects, tel le lessivage des sols par des substances acides. L'état actuel de nos informations à ce sujet se résume, si nous voulons être objectifs, en fait à ceci. Dans un écosys- tème intact, les substances nutritives sont conservées dans le circuit naturel. En revanche, lorsque le système est dérangé, certains éléments de fonctionnement de la nutri- tion de l'arbre sont endommagés, l'arbre est de plus en plus mal approvisionné en eau et en substances nutritives, ce qui l'affaiblit, et il est plus fragile aux attaques de parasites. D'autre part, on sait que telles essences se prêtent mieux à certains sols et qu'une monoculture n'est en général pas favorable surtout lorsqu'il s'agit de résineux. Il y aurait d'autres éléments à évoquer. Revenons simple- ment à cette affirmation de La Palice: «Si l'écosystème n'était pas dérangé, il n'y aurait pas de dépérissement des forêts.» Mais encore faut-il avouer que l'incertitude règne quant aux éléments qui déclenchent le dépérissement. Le cumul de plusieurs facteurs a, en revanche, la faculté d'en multiplier les effets. Nous ne pouvons toutefois nous arrêter à ces différents facteurs. Même la pollution de l'air ne saurait faire l'objet de ce débat. Il ne s'agit pas pour nous de minimiser la nécessité de lutter contre la pollution atmos- phérique mais la commission, dans sa majorité, vous demande de vous en tenir aux problèmes liés à l'arrêté urgent. Nous ne pouvons pas en effet discuter aujourd'hui des sujets ayant trait à la loi sur l'environnement ou à la répartition des droits sur les carburants. Ces lois ou ces arrêtés sont en consultation, attendons donc les résultats. Nous ne retiendrons donc pas les problèmes concernant la propagation massive de maladies et de parasites. Il ne s'agit pas de nouvelles maladies ou de nouveaux parasites. On trouve des références à la lutte contre les épidémies de bostryches au cours du XVIII 0 siècle déjà, ce qui est nouveau c'est d'une part l'intensité de ces attaques et d'autre part le coût de l'intervention pour lutter contre ces parasites. Nos prédécesseurs ont toujours veillé à ce que la forêt soit maintenue dans un bon état sanitaire, en chargeant les gardes forestiers d'éliminer tout arbre malade. C'était le principe de la «Saubere Wirtschaft». Pour des raisons d'éco- nomies, on a délaissé ce principe sacro-saint et on en paie aujourd'hui les conséquences. Il faudra bien qu'on en revienne au bon vieux principe même si cela doit coûter à la communauté. C'est encore meilleur marché et plus efficace que d'intervenir par des moyens artificiels. La recrudescence de parasites tel le bostryche typographe est principalement due aux conditions météorologiques défavorables. Cela s'est produit à diverses reprises au cours des ans. La sécheresse de 1983 a été particulièrement néfaste à la forêt. En outre, les bois renverses par la tempête de l'automne 1983/hiver 1984, qui n'ont pu être exploités à cause des fortes chutes de neige, peuvent être victimes d'un autre insecte tout aussi dévastateur. Il s'agit principalement du bostryche liseré. Le premier insecte, le bostryche typographe, s'attaque aux bois debout. Il se propage entre l'écorce et le cambium et détruit partiellement l'écorce. Sa reproduction est très rapide. On parle d'un facteur 80 entre chaque génération. Le parasite attaque la forêt sur différents fronts et causerait des dégâts considérables et irréversibles s'il n'était pas com- battu. Pour lutter efficacement contre le bostryche typo- graphe, deux méthodes peuvent être envisagées. La pre- mière consiste en l'abattage d'arbres-pièges utilisés comme lieux de ponte par les insectes. Les bois sont écorcés et les écorces brûlées pour détruire les larves et les insectes. Ce système était utilisé au XVIII e siècle déjà. Depuis quelques années, la science a développé un piège artificiel. Il s'agit de placer des pièges à bostryches à des endroits prédestinés à la propagation de l'insecte. Ces pièges qui émettent une
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent 474 N 2 mai 1984 werden durch Gewährung vcn finanziellen Beiträgen. Nach der Diskussion der Aufgabenneuverteilung in der letzten Session stellt sich darum di« 1 Frage: Was bringt diese neue finanzielle Verflechtung? Gehen wir von unserem Konzept der Aufgabenneuverteilung ub? Ich glaube nicht, dass wir hier in Widerspruch geraten mit der Aufgabenneuvertei- lungsphilosophie. Wir wollten ja den historisch gewachse- nen Wald an Subventionen durchforsten, um dem Bund wieder neuen Spielraum zu geben für neue Aufgaben. Hier handelt es sich um eine solche typische neue Aufgabe, die auch zu Recht befristet wird auf fünf Jahre. Wir hoffen also, mit den Bundesbeiträgen Impulse zu geben im Kampf gegen den Borkenkäfer. Wir bedauern höchstens, dass der Bor- kenkäfer seinerzeit auf der Arche Noah überhaupt Platz gefunden hat. Zum Vorschlag von Frau Cirendelmeier: Dieser stellt im Grunde genommen eine bunte Mischung dar und müsste insgesamt als allgemeiner Bundesbeschluss auf Gesetzes- stufe verwirklicht werden. Tempolimiten werden vorgeschla- gen, ein Zollzuschlag auf Heizöl, Gas und Kohle sowie unter anderem eine allgemeine Ernergiesteuer. Damit würden wir aber auch neues Verfassungsrecht schaffen, neue Fiskalab- gaben beschliessen. Hinzu kommt die geforderte massive Senkung der SBB-Tarife. Wir würden hier also mehrfach eingreifen in- Materien, die in anderen Gesetzen geregelt sind; eingreifen in Kompetenzen, die anderen Gremien zustehen. Der Bundesrat ist sich natürlich gewohnt, das wir uns ab und zu in seinen Kompetenzbereich einmischen. Ebenso kommen wir dem SBB-Verwaltungsrat in die Quere, der sich dann fragen muss: V/as soll ein solch neuer Auftrag an den Bundesrat, die Tarifiî der SBB massiv zu senken? Heben wir damit Artikel 3 des SBB-Gesetzes auf, wonach die Bundesbahnen verpflichtet sind, nach gesunden wirtschaft- lichen Grundsätzen zu handeln, oder ist damit auch der Leistungsauftrag hinfällig? Wir kämen auch zu umfassen- den Sondervollmachten für den Bundesrat; er müsste die Bestimmungen für eine maüsive Senkung der SBB-Tarife und den Beschluss über dit; Erhebung einer allgemeinen Energiesteuer konkretisierer und vollziehen. Sicher ist - die Frau Präsidentin hat das gesagt -, dass wir einen solchen Bundesbeschluss binnen Jahresfrist der obli- gatorischen Volksabstimmung zu unterstellen hätten. Dann müsste der Bürger über ein solches Multipaket entscheiden: Wenn er den Borkenkäfer bekämpfen will, sieht er sich gleichzeitig verpflichtet, Tempo 100/80 zuzustimmen, die allgemeine Energiesteuer zi bejahen usw. Wir fragen uns wirklich, ob das vor dem Hintergrund des Gebotes der Einheit der Materie noch seriös ist. Wohin dieser Weg führt, mag Frau Grendelmeier aus dem Antrag Hegg ersehen, der uris neue «Anreicherungen» vor- schlägt, wie die Sperre des. Kontingentes der Jahresauf- enthalter oder einen sofortigen Bewilligungsstopp für Grundstückverkäufe. Gerade die Vertreter von Minderheiten sollten darauf ach- ten, dass unserer Rechtsordnung nachgelebt wird und wir hier nicht zur Willkür kommiän. Herr Auer - nicht unser Herr Auer, der wäre aber auch dazu fähig gewesen -, der Bundisshausarchitekt Auer, hat den Nationalratssaal vorausschauend ohne Fenster gebaut, damit wir eben nicht zum Fenster hinaus sprechen. Ich glaube, dass dieses Paket von Frau Grendelmeier eher für die Tribüne geeignet ist als für unsere Amtliche Sammlung. Mit so leichter Hand sind die Probleme unseres Waldes und unserer Umwelt nicht zu lösen. Ich bitte Sie, auf die Vorlage des Bundesrates einzutreten und den Anträgen der Kommis- sion zuzustimmen. Frau Grendelmeier: Ich versuche nun mein «unseriöses Paket», mit dem ich angeblich zum Fenster hinaus spreche bzw. mit dem ich zu den nicht vorhandenen Tribünenbesu- chern spreche-wie mein Vcrredner sagte-, etwas weniger emotional zu verteidigen. Sie haben es gesehen: die Botschaft trägt den verheissungs- vollen Titel «Massnahmen gogen Waldschäden». Der Inhalt jedoch ist von einer deprimierenden Dürftigkeit - das müs- sen Sie zugeben -, und zwar auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners. Ich bin dagegen, dass - wie es in der Kommission beantragt wurde und wie Sie es aus der Fahne ersehen - der Titel der Dürftigkeit des Inhalts ange- passt wird. Es sollte umgekehrt sein, der Titel soll stehen- bleiben und mit Inhalt gefüllt werden. Das schiene mir für den Wald sehr viel tauglicher. Denn was hier vorliegt, ist im besten Fall eine heroische Kriegserklärung an den Borken- käfer, das arme Tier! Frage: Ist irgend jemand in diesem Saal für den Borkenkä- fer? Wohl kaum. Also hier herrscht Einigkeit über alle Par- teien hinweg, hier gibt es keine Differenzen, hier muss man allenfalls auch keine unpopulären Massnahmen ergreifen, das heisst Massnahmen, die vielleicht in der eigenen Partei scheel angesehen werden, die vielleicht vom Wähler nicht goutiert werden. Hier können wir Einigkeit demonstrieren, eine feine Sachel Dabei bin ich durchaus auch der Meinung, dass wir diese Vorlage hier unterstützen müssen, eben weil niemand für den Borkenkäfer ist. Selbstverständlich müssen wir alle vor- handenen Instrumente einsetzen, um diese Seuche zu bekämpfen, so wie das auch in früheren Jahren immer der Fall war. Es gab Epidemien in den vierziger Jahren, man ist ihrer Herr geworden. Der Unterschied zu heute ist aber folgender: Früher war der Wald in seiner Substanz gesund. Der Borkenkäfer geht und ging auf schwächliche, kränkli- che Bäume los, was in der Vergangenheit einzelne Exem- plare waren, oder er befällt durch klimatische Besonderhei- ten geschwächte Wälder. Als man in den vierziger Jahren den Borkenkäfer endlich besiegt hatte, ging es dem Wald wieder gut. Das ist heute ganz anders: Wenn wir den Bor- kenkäfer dieses Mal besiegen, dann stirbt der Wald trotzdem weiter. Lassen Sie mich ein Beispiel zitieren: Der Wald muss mit einem todkranken Patienten verglichen werden. Denken wir an eine Hirnhautentzündung, die nicht behandelt wird. Bei einer Hirnhautentzündung leidet der Patient unter rasenden Kopfschmerzen. Was wir hier tun als «Ärzte»: Wir geben unserem Patienten ein Aspirin gegen die Kopfschmerzen, die ein Symptom der Hirnhautentzündung sind, und schauen zu, was nun passiert. Im Falle einer Meningitis- Tuberkulose ist der Patient in 21 Tagen tot - Ende. Ohne Schmerzen, mit viel Aspirin, wunderbar... Genau so geht es unserem Wald ohne Borkenkäfer; wir schauen zu, wie der Wald stirbt. Ich finde das nicht wunderbar. Der Borkenkäfer ist eine Sekundär- und nicht eine Primär- schädigung. Richtigerweise steht in der Botschaft auf Seite 4: «Ohne Luftverschmutzung kein Waldsterben!» Der Borkenkäfer ist also niemals Ursache des Waldsterbens, sondern ein beschleunigender Faktor, der ins gesamte The- rapiekonzept ohne Zweifel miteinbezogen werden muss. Wo aber bleiben die im Titel versprochenen Massnahmen für eine ursächliche Bekämpfung? Ohne diese Massnahmen kann unser Patient nicht gesund werden. Die Vorlage bringt nicht einen einzigen Therapievorschlag. Es ist somit eine Alibiübung, ja sogar eine Irreführung - bewusst oder nicht - der Öffentlichkeit, die nach den vielen Warnungen, nach den vielen Beobachtungen von Kennern, von Experten, nach all dem Reden und Schreiben über das Waldsterben nun endlich Taten sehen möchte. Natürlich kann man mir den Vorwurf machen, ich sei unge- duldig. Ich bin aber nicht die einzige, die ungeduldig ist. Der Wald kann nicht warten. Ich zitiere hier ein paar sehr bemer- kenswerte Sätze des Experten Herrn Dr. Schwarzenbach aus der Kommissionssitzung. Er warnt eindringlich vor der Verharmlosung des Problems: «Seit der Sanasilva-Studie vom Herbst 1983 hat sich eine drastische Verschlechterung des Zustandes unseres Waldes eingestellt. Die Krankheit dehnt sich nicht nur geographisch aus, sondern sie erfasst heute praktisch alle Baumarten, also auch Laub- und, ganz neu, Obst- und Zierbäume. Im Verlauf des letzten Sommers haben sich die Schäden vervierfacht. Das Welschland - entschuldigen Sie, meine welschen Kollegen, Sie haben mit Recht Freude gehabt, dass ihr Gebiet bis jetzt relativ ver- schont geblieben ist, aber auch da muss Sie Dr. Schwarzen-
Dépérissement des forêts. Arroté fédéral urgent476 N 2 mai 1984 la peine et le temps de l'anal/se globale et de la réflexion. Il ne pouvait donc pas être question de présenter mainte- nant, sur ces points, des projets en urgence qui fussent admissibles, indiscutables et d'une efficacité incontestable. Je m'étonne par conséquent des critiques acerbes adres- sées par d'aucuns à ce projet soi-disant dérisoire. Comment ne pas voir que ce qui est proposé ici en urgence est la seule chose qui pouvait l'être, que c'est urgent, en effet, et que ce n'est pas rien? Ce n'est pas rien puisque, d'après tous les spécialistes, ce qui menace le plus la forêt actuellement, aujourd'hui, immédiatement c'est le bostryche, parasite attiré par des conditions climatiques qui lui sont propices, par le bois malade et par le bois mort. En laissant donc de côté leis grandes controverses, nous devons permettre à la Confédération, de concert avec les cantons, de verser immédiatement des subventions aux propriétaires des forêts, afin qu'ils luttent contre les para- sites, qu'ils épurent leurs forêts du bois contagieux ou menace. Ces mesures exceptionnelles correspondent à une situation exceptionnelle, elle:; ne sont pas des subventions se rapportant à des activités et à une exploitation normale, habituelle, et il ne saurait en être question aujourd'hui. C'est donc dans l'idée qu'on reste à la version stricte des projets soumis par le Conseil fédéral que le groupe libéral entrera en matière et sera prêt à voter l'arrêté de portée générale urgent, ainsi que l'arrêté simple dégageant un crédit de 150 millions. Par là même, le groupe libéral vous engage à repousser toutes le; propositions minoritaires qui vous sont présentées, propositions qui visent à faire éclater ce projet dans toutes les directions, parfois même des directions impossibles et inimaginables, ou sans aucun rap- port avec le présent projet, et présentées uniquement dans un but démagogique et électoral. Je pense aussi à la question de l'affectation du produit des taxes sur les carburants, qui sera notamment réglée par la loi qui va bientôt être discutée par le Parlement et qui n'a rien à voir avec le projet qui nous occupe actuellement. Si nous voulons être réalistes et efficaces sans délai, écar- tons les surenchères qui sacrifient trop à la mode de pani- que actuelle et courons sus aux bostryches. Gehen: Um es gleich vorwec) zu nehmen: Unsere Fraktion betrachtet den vorgelegten È undesbeschluss als absolutes Minimalprogramm im Kampfe gegen den Tod unserer Wäl- der und dessen Annahme als; Selbstverständlichkeit. Noch bevor der Begriff des Waldsterbens zu einem politi- schen Schlagwort geworder war, gelangte 1983 die Kan- tonsoberförsterkonferenz mit der Schrift «Unser Wald - von allen geliebt - von den meisten verkannt» an die Öffentlich- keit. Diese Schrift war in woilgesetzten Worten ein Notruf an den Bund, die in den letzten Jahren real zusammengestri- chenen Beihilfen zur Waldpflege wieder aufzustocken. Ich zitiere hier die Schlussbemerkung der Kurzfassung: «Wir appellieren an das staatspo itisene Verständnis und erin- nern an die Zusammenhänge und Verhältnismässigkeiten in der Schweiz. Der Wald bedeckt mehr als ein Viertel der Landesoberfläche und ist die grundlegende natürliche Vor- aussetzung für die Besiede'lung und die wirtschaftliche Tätigkeit. Trotz dieser gewaltigen Bedeutung beansprucht er einen minimalen Teil der Eiundesausgaben. In Verhältnis- massig geringen Mehrbelastungen des Bundes liegt der Schlüssel zur Verbesserung der forstlichen Verhältnisse in der ganzen Schweiz. Insbesondere sind damit auch entscheidende Impulse zur Verbesserung der Lebensbedin- gungen in den benachteiligten Gebieten des Alpenraumes und des Juras verbunden. Eine vermehrte staatliche Unter- stützung der Abwehr von Naturereignissen und der Mass- nahmen zur Grundlagenverbesserung bedeuten die uner- lässliche Hilfe und den Ansporn zur Selbsthilfe!» Dieser von staatspolitischer Verantwortung für die Gesund- heit unseres Lebensraumes getragene Appell löste damals kaum ein Echo aus. Erging im Mehrheitssparwillen unseres Parlamentes einfach unter. Nachträglich zeigt sich jetzt die Richtigkeit der Kritik an linearen Kürzungsübungen, wenn man weitgehend darauf verz chtet, nebst dem Sparen auch in bedeutendem Umfange neue Mittel zu beschaffen. Die Regierungsparteien werden sich früher oder später nun doch zusammenraufen müssen, um echte neue Schwer- punkte staatlicher Tätigkeit zu schaffen. Das Fehlen genü- gender Mittel, um neuerkannte Aufgaben kraftvoll anzupak- ken, zeigt sich jetzt. Der Verzicht auf diese Mittel wird sich auch in Zukunft als dramatischer Fehler erweisen. Es lässt sich leicht voraussehen, dass diese neuen Schwerpunkte der staatlichen Aufgaben eine ökologische, lebenssichernde Ausrichtung werden haben müssen; so, wie wir bis heute gewurstelt haben, lässt sich ja nicht mehr lange weiterfah- ren. Die Begrenztheit unseres Raumes, die bereits masslos überbeanspruchte Regenerationsfähigkeit der Natur durch unsere materialistische Verschwendungsgesellschaft und die voraussehbaren Verknappungen verschiedener Roh- stoffe und Lebensrnittel müssten eigentlich uns allen klar gemacht haben, dass nur auf neuen Wegen der gesellschaft- lichen Entwicklung die nach und nach für jedermann sicht- baren Probleme gelöst werden können. Das Waldsterben ist ein alarmierendes Symptom für eine aus dem Gleichgewicht geratene Biosphäre. Unsere Kollegin Frau Grendelmeier hat mit ihren Anträgen im Rahmen dieser engbegrenzten Vorlage der Ungeduld Ausdruck gegeben, die alle einsichtigen Menschen erfasst ob der Gemächlichkeit, oder härter gesagt, ob der Trägheit unserer Regierung, des Parlamentes und der Bevölkerung gegenüber den bedrohlichen Entwicklungen. Frau Grendel- meier hat hier mit Engagement die Problematik aufgezeigt, und sie hat recht. Es wäre wirklich richtiger, die Vorlage mit Inhalt anzureichern, als den Titel dem Leergehalt der Vor- lage anzupassen. Den vorgeschlagenen Massnahmenkatalog von Frau Kolle- gin Grendelmeier betrachten wir als ein erstes Paket, das immerhin genügen würde, um das unheilvolle Geschehen massiv zu bremsen. Ich zweifle allerdings, ob damit schon eine Umkehr der Degeneration unserer Natur eingeleitet werden kann. Kollege Hegg hat die Liste im vorgeschlagenen Artikel 2a um die äusserst wichtigen Aspekte der Bevölkerungsdichte und des Verbrauchs an Boden ergänzt. Es ist penibel, dass man auch heute noch nicht sehen will, dass die weiterhin steigende Gesamtbelastung unserer Umwelt als Produkt aus der Zahl Menschen, ihrer zivilisatorischen Ansprüche an die Umwelt und der angewendeten Technologie zu verstehen ist. Eine weiter ansteigende Zahl Konsumenten macht alle technologischen Fortschritte ebenso zunichte wie die unbe- kümmerte Ausdehnung der zivilisatorischen Ansprüche des einzelnen Menschen an seine Umwelt. Der offensichtlich notwendige Erfolg im Kampf gegen die Umweltbelastung ist nur erreichbar, wenn vorerst alle drei Faktoren stabil gehal- ten und dann schrittweise und auf breitester Front die zivili- satorischen Ansprüche zurückgenommen und unsere Tech- nologien verbessert werden. Es sei an dieser Stelle der Hinweis gestattet, dass die vom Bundesrat als Sofoiimassnahmen zur Eindämmung der Luftverschmutzung angekündigten Massnahmen zwar rich- tig, aber zur Erzielung des notwendigen Erfolges sicher ungenügend sind. Um so bedauerlicher ist es, wenn gegen Teile jener Massnahmen, im Bereiche des Verkehrs nämlich, jetzt bereits im Volke Stimmung gemacht wird und der Bundesrat sich zur Einleitung einer Vernehmlassung gera- dezu genötigt sah. Uns scheint, die Frage nach der Verhält- nismässigkeit und der Durchführbarkeit sei bei allen vom Bundesrat zur Diskussion gestellten ersten Massnahmen beantwortet: Das sind eindeutig notwendige Schritte in die richtige Richtung. Die Anträge Grendelmeier und Hegg sind zu unterstützen, denn beide sind konsequentere, aber immer noch Minimalmassnahmen zur Rettung unserer Le- bensgrundlage. Wir fordern den Bundesrat zudem auf, bei der Erarbeitung des versprochenen Berichtes auch an die beiden folgenden Tatsachen zu denken: Es verdichtet sich erstens der Ver- dacht, dass die Kernspaltungstechnik an den Schäden in unseren Wäldern nicht ganz unschuldig ist, und zweitens: die Ideologie unseres gesellschaftlich-wirtschaftlichen Han-
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent478 N 2 maM 984 den Herbst versprochene Verordnung des Bundes über die Luftreinhaltung. Einige technische Bemerkungen:
Wir erwarten, dass die Ausführungsbestimmungen so abgefasst werden, dass sie - auch im Sinne einer einfachen und zweckdienlichen Administration - den Forstleuten ver- ständlich sind und wenig Mühe bereiten.
Wir erwarten einen haushälterischen Umgang mit diesen Bundesmitteln.
Wir erwarten, dass kein Missbrauch getrieben wird mit diesen Bundesmitteln. Es darf nicht vorkommen, dass zum Beispiel Korporationen ohnehin notwendig werdende Nut- zungen einfach als Zwangsnutzung erklären, um so mög- lichst einfach an die Bundesmittel heranzukommen.
Der Waldeigentümer soll auch verpflichtet werden, sein Gut fachgerecht und entsprechend den Gesetzen zu unter- halten.
Man kann sich fragen, ob das massenhafte Auftreten des Borkenkäfers, Schneebruch und Windfall - das sage ich vor allem auch aus der Sicht meiner Schaffhauser Heimat - nicht auch den Fichtenmonokulturen zuzuschreiben ist, die diese Schäden besonders begünstigen. Ich erwarte, dass die Forstleute in dieser Richtung umdenken. Zum Schluss finde ich, dass der'Bundesrat die Kantone anhalten soll, für die entsprechenden Anschlussprogramme zu sorgen. M. Carobbio: Après toutes les discussions, les prises de position, les rapports, les cris d'alarme sur l'état de nos forêts, nous voici enfin appelés à discuter et à approuver des mesures concrètes. Les premières d'une série, je l'espère. Je ne reviendrai donc pas sur les divers aspects du dépérisse- ment des forêts ni sur les causes d'une telle situation ni sur l'urgence des mesures à prendre pour sauver le bois. On en a déjà longuement parlé dans ce conseil durant les sessions d'automne et d'hiver 1983, ainsi que pendant la dernière session, et encore aujourd'hui. En l'occurrence, l'évidence des faits est désormais certaine et admise par tous ou presque: nos forêts sont malades; en cas de non-intervention, les conséquences de cette situation pourraient devenir graves pour l'environnement, l'économie et les hommes de ce pays. En outre, comme l'ont fait observer les rapporteurs et les députés qui viennent de prendre la parole, plusieurs causes sont à l'origine d'une telle situation: évolution du climat, insuffisance des travaux d'aménagement de nos bois, pollution atmosphérique. Mais personne ne peut plus nier, en toute bonne foi, que la pollution atmosphérique, en particulier, figure parmi les causes les plus importantes du dépérissement des forêts. Face à une telle situation, des mesures urgentes s'imposent et, sur ce point, tous semblent être d'accord. Le groupe du Parti suisse du travail, du PSA et du POCH prend donc position en faveur de la mise sur pied de mesures visant à lutter contre le dépérissement des forêts. Concrètement, le groupe donne son appui aux propositions contenues dans les deux arrêtés fédéraux urgents qui nous sont soumis et il votera l'entrée en matière, car il est d'avis que c'est là un premier pas nécessaire. La lutte contre les parasites de nos forêts, grâce à des mesures de prévention et à des traite- ments des arbres malades, ne peut que rencontrer notre accord. Nous considérons que l'engagement du Conseil fédéral dans ce domaine est positif et nous approuvons également sa décision d'hier d'augmenter les effectifs du personnel forestier pour mener à bien, avec la collaboration des can- tons, le programme envisagé. Cependant, à l'instar de Mme Grendelmeier, en particulier, ainsi que d'autres de nos collè- gues, nous tenons à exprimer notre déception devant la portée très limitée des propositions qui nous sont soumises. Nous avons aussi des difficultés à suivre la majorité de la commission qui a décidé de limiter le débat au seul premier train de mesures proposé par le Conseil fédéral. Monsieur le Conseiller fédéral, permettez-moi de vous dire que le message n° 84.019 du Conseil fédéral, après tous les discours, toutes les prises de position, les demandes de mesures urgentes et vos promesses en la matière, fait figure de la petite souris dont accouche la montagne. Si les mesures proposées ne sauraient être contestées, en revanche vous devez reconnaître qu'il s'agit là de mesures timides qui visent davantage les conséquences du dépéris- sement des forêts que leurs causes. Ces mesures sont donc, à notre avis, nettement insuffisantes. Parmi toute la série de mesures possibles, que vous-même, Monsieur le Conseiller fédéral, avez envisagées - et je rap- pelle ici vos déclarations au cours des débats des dernières sessions - vous nous proposez «seulement», si j'ose dire, les plus techniques, quoi qu'elles soient nécessaires et utiles. Par contre,-vous renvoyez une fois de plus les «vraies» mesures, celles qui s'attaquent aux causes princi- pales du dépérissement des forêts celles, que j'appellerai «politiques» et qui visent à limiter la pollution atmosphéri- que, laquelle est, je le répète, une des causes principales de la situation actuelle. Je ne contesterai pas la complexité du sroblème qu'ont souligné plusieurs orateurs: bien des mesures envisagées ne sont pas faciles à appliquer et certaines de ces mesures doivent encore être vérifiées quant à leur efficacité. Mais, de l'avis de notre groupe, ce n'est pas encore là une raison suffisante pour renvoyer une fois do plus une partie de ces mesures ou pour se borner pour le moment à proposer sur le plan pratique l'octroi de crédits cestinés à combattre les conséquences du dépérissement des forêts, à développer cette lutte contre le bostryche. En effet, il faut quand même une fois de plus rappeler la première des diverses causes qui sont à I origine des dan- gers que courent nos forêts, à savoir le rôle important de la pollution atmosphérique due aux émanations polluantes des systèmes de chauffage des industries et des véhicules à moteur. En l'occurrence, il est bien difficile de contester cette évidence, même s'il existe toujours des avis différents concernant l'incidence de ces causes. Il nous semble vrai- ment discutable que, parmi les mesures urgentes qui nous ont été soumises, n'ont absolument pas été incluses celles qui s'attachent à ces causes précitées. A ce propos, je pense en premier lieu à toutes les mesures visant à promouvoir le trafic public: abaissement des tarifs des chemins de fer, promotion des transports régionaux, en collaboration avec les cantons, limitation de la vitesse des véhicules sur les routes. Je songe également aux mesures de contrôle obliga- toire des chauffages, à l'introduction immédiate, si possible, de l'essence sans plomb. Toutes ces mesures ont déjà été réclamée« ici et je rappelle à ce propos la motion présentée par le porte-parole de notre groupe, Mme Mascarin. Certes, on m'objectera que les mesures concernant l'introduction de l'essence sans plomb et celles concernant le contrôle obligatoire des installations de chauffage sont prévues et qu'elles seront introduites le plus vite possible. Il n'empêche que, pour le moment, tout engagement concret et précis, appuyé sur une base légale imperative, est, une fois de plus, renvoyé. Mais surtout, on doit aussi constater en pratique le manque d'une véritable volonté politique du Conseil fédéral, lorsqu'il s'agit de promouvoir une politique différente en matière de trafic et de consommation d'énergie. En effet, aucune mesure concernant la pollution due au trafic public n'est envisagée dans les arrêtés ou dans le message en discus- sion. On me dira que ce n'est pas dans ce contexte que de telles mesures doivent être envisagées. Soit, mais malheu- reusement, jusqu'ici elles ne sont envisagées nulle parti Ainsi, dans le message qui sera discuté au cours des pro- chaines sessions, concernant l'utilisation des droits de douane sur les carburants et à propos de la politique éner- gétique, aucune loi visant à une utilisation rationnelle et économique de l'énergie, comme la réclamait la semaine dernière le président de la Commission fédérale de l'éner- gie, le conseiller d'Etat M. Caccia, n'est envisagée par le Conseil fédéral. Au contraire, ce dernier se borne à proposer le rejet de l'initiative populaire sur l'énergie dont nous discu- terons encore lors de cette session.
Mai 1984 N479 Waldschäden. Dringlicher Bundesbeschluss Face à une telle façon de procéder, notre groupe a été tenté de vous inviter à renvoyer le message au Conseil fédéral, afin qu'il le complète à l'aide de mesures plus importantes, telles que celles que je viens de rappeler. Si nous y avons renoncé, c'est parce que nous tenons à ce qu'au moins les mesures de moindre envergure, comme celles .qui sont proposées, soient rapidement mises sur pied. En conclusion, notre groupe, insatisfait des mesures insuffi- santes en discussion, appuyera les propositions de Mme Grendelmeier, et cela pour réaffirmer sa volonté de réclamer avec force, de la part du Conseil fédéral, l'adoption rapide d'autres mesures à long terme, plus efficaces et mieux adaptées à une lutte véritable contre le dépérissement des forêts suisses. Präsident: Es folgen nun die Einzelredner. Bisher haben sich 26 Redner eingeschrieben. Ich beantrage Ihnen, hier die Rednerliste zu schliessen. - Sie sind damit einver- standen. Frau Morf: Es hat natürlich keinen Sinn, dass wir uns, nachdem wir diesen dringlichen Bundesbeschluss einmal behandelt haben, auf die Schulter klopfen, und meinen, wir hätten das Waldsterben dann im Griff. Borkenkäfer sind schliesslich nicht die Ursache des Waldsterbens. Aber es scheint mir bei allen diesen Diskussionen so jämmerlich menschlich, dass so viele es sich mit einer der grössten uns drohenden Katastrophen so leicht machen wollen. Es gibt so viele Vogel-Strauss-Reaktionen darauf. Die einen sagen: «Waldsterben hat es schon immer gegeben, das geht vorüber.» Sie machen sich höchstens Sorgen, ob man das anfallende Holz zu einem anständigen Preis abbringen wird. Oder wo man das Geld herholen wird, wenn die Schäden Kosten verursachen. Andere nehmen zwar die längerfristi- gen Folgen immerhin zur Kenntnis, wollen aber vorderhand dennoch von umfassenden Massnahmen nichts wissen. Sie wollen alles zuerst wissenschaftlich erforschen. Sie wollen die Ursache, aber auch das Erfolgsrisiko für die Massnah- men zuerst erforschen. In anderen Worten: Sie wollen den Brand nicht löschen, bevor sie feststellen, wer ihn ausgelöst hat. Nicht die grösste, aber die stärkste Gruppe unter jenen, die sich in aller Seelenruhe zum Waldsterben und den vorge- schlagenen Massnahmen dagegen vernehmen lassen, sind die, welche zwar für Sofortmassnahmen zu haben sind, aber nur für Massnahmen, die ihnen finanziell etwas einbringen. In dieser Beziehung purzeln die Angebote nur so nach Bern. Wir Parlamentarier kriegen Tag für Tag Post, worin uns gesagt wird, welcher Filtereinbau, welche Umrüstung der Automotoren, welche regelmässigen Vergaserkontrollen, welches sau reresistente Saatgut, welcher Polyacryllösungs- spray für die Bäume, welche Kalk- und Magnesiumdüngung für den Wald, welche Borkenkäferfallen mit welchen Hor- monsäckchen für welchen Preis nötig wären. Der zuständige Bundesrat hat zwar ursprünglich ein griffi- ges und umfassendes Massnahmenpaket in der Schublade und sogar die Absicht gehabt, es auf den Tisch zu legen. Sogar die kurzfristig am meisten einschränkende Mass- nahme, das Tempo 100, war von Bundesrat Egli darin einge- schnürt gewesen. Aber der Gesamtbundesrat hatte aus vor- läufig unerfindlichen Gründen in letzter Minute Angst vor dem eigenen Mut, dieses Paket herauszuholen, es aufzu- schnüren und auch zu brauchen. Er popularisierte im Hand- kehrum das Wort «Akzeptanz», das heissen soll, man würde ja, man müsste ja, aber nur, wenn alle anderen damit einver- standen wären. Überlegungen, die sich schnelle Autofahrer, andere Luftverschmutzer und auch Borkenkäfer in bezug auf ihre Opfer eigentlich nie machen. Der vorliegende Bundesbeschluss ist also bei weitem nicht das, was man sich sofort erhoffen durfte. Es ist wieder einmal so ein «Päckli» aus dem «Gäng-sövel-Bundeshaus». Und wir werden damit wieder zu einem «Gäng-sövel-Parla- ment». Immerhin: es geht ums Geld. Deshalb erlaube ich mir auch, darauf hinzuweisen, dass ich vor eineinhalb Jahren die Frage nach einem Waldschadenfonds gestellt hatte und ganz schön abgeblitzt bin, hier in diesem Saale. Hier haben wir ihn nun, diesen Waldschadenfonds, aber nur einen ersten Teil davon. Die Folgekosten der Umweltver- schmutzung werden sich allerdings nicht auf finanzielle Umschichtungen von Geldern an Arztkosten für den Wald beschränken. Wenn unsere Regierung nicht den Mut und die Weitsicht hat, die konkreten nötigen Massnahmen gegen die immer bedrohlichere Umweltverschmutzung zu beschliessen - Akzeptanz hin oder her -, wenn unser Gesamtbundesrat nicht zum Handeln bereit ist, dann wird bald einmal nicht nur der Wald zeigen, wieviel die ökologi- sche Uhr geschlagen hat. Längerfristig kommt uns die Symptombekämpfung zu teuer zu stehen, vor allem, wenn noch jene Leute daran verdienen, die ursprünglich schon an der Luftverschmutzung verdient haben. Es gibt künftig nur eines: Das Übel an der Wurzel anpacken und die Massnahmen einleiten, die die sozialde- mokratische Fraktion bereits bei der Waldsterben-Debatte vom September 1983 mit einer dringlichen Motion verlangt hat. Ich bin zwar für Zustimmung zum Bundesbeschluss, aber dazu gehören auch die Anschlussprogramme, wie wir sie damals schon verlangt haben. Zum Teil sind sie jetzt wieder angetönt worden in den Einzelanträgen, die partiell allerdings noch zu präzisieren wären. Unsere Fraktion wird bei den entsprechenden Abschnitten noch näher darauf eingehen. Wanner: Die vom Bun'desrat vorgeschlagenen Massnahmen zugunsten der bedrohten Wälder verdienen unsere volle Unterstützung. Auch das Vorgehen mittels dringlichem Bun- desbeschluss ist richtig und der Lage angemessen. Die Milderung der für die Waldbesitzer zu erwartenden wirtschaftlichen Verluste - an deren Ursache die Waldbesit- zer weitgehend unbeteiligt sind -, ist ein Akt der Vernunft und der Gerechtigkeit. Unsere Wälder erfüllen Funktionen, die ganz einfach mit Geld nicht aufzuwiegen sind. Nicht zuletzt darum ist die Sorge um deren Zustand besonders ausgeprägt. Das Volk verlangt von uns nicht nur entschlos- senes Handeln, sondern ist auch bereit, nötigenfalls die entsprechenden und erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Mit diesem Bundesbeschluss kann das unbestrittene Ziel der Wiedergesundung unserer Wälder nicht erreicht wer- den. Es ist aber auch nicht der Sinn der vorgesehenen Massnahmen. Die Anträge von Frau Grendelmeier sind in diesem Zusammenhang nicht diskutabel. Mit Sicherheit wird der Bundesrat in nächster Zeit mit Mass- nahmen und Anträgen aufwarten, die, wenn sie wirksam sein sollen, nicht nur eitel Freude auslösen werden. Zu diesem Zeitpunkt gilt es für unser Parlament, Schritte zu ermöglichen, die geeignet sind, das Problem des Waldster- bens langfristig zu beheben. Gleichzeitig gilt es, mit aller Deutlichkeit festzustellen, dass ein Zustand, der nun über Jahre angedauert hat, nicht von einem Tag auf den anderen beseitigt werden kann. Es sind Vorkehrungen nötig, die den Rahmen des bisher Üblichen sprengen, die auch etwas kosten und deren Auswirkungen uns alle treffen werden. Die Forstwirtschaft wird zusätzliche Mühe haben, das aus den Zwangsnutzungen anfallende Holz zu einigermassen kostendeckenden Preisen zu verwerten. Da in den traditio- nellen Holzexportländern eine ähnliche Situation herrscht, verstärkt sich der Importdruck zusätzlich. Hier sind meiner Ansicht nach zusätzliche Massnahmen unerlässlich, um den Schutz des Holzes als einer unserer wenigen einheimischen Rohstoffe zu ermöglichen. In diesem Sinne bitte ich Sie, auf die Vorlage einzutreten. M. Thévoz: L'état de santé de nos forêts, ou du moins de certaines d'entre elles sises notamment en Suisse alémani- que, est préoccupant. Il convient de le reconnaître, même si certaines réactions face à cette situation sont manifeste- ment exagérées. Il est donc nécessaire de rechercher sans passion et objectivement les causes de ce phénomène en
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent480 N 2 mai 1984 s'appuyant notamment sur des recherches scientifiques solides, mais aussi sur certaines observations et remarques d'ordre plus pratique, voire terre à terre. Voici quelques réflexions à ce sujet. Il est incontestable que la sylviculture, comme l'agriculture et la viticulture, sont toutes trois étroitement dépendantes du climat et de la nature du sol, donc de l'environnement naturel dans lequel ces activités s'exercent. Il arrive aussi fréquemment que les zones qui leur sont dévolues soient étroitement imbriquées, donc soumises aux mêmes conditions naturelles, aux mêmes contraintes dues à l'activité humaine. Or, en Europe occidentale, hautement industrialisée et hypermotorisée, l'agriculture se porte techniquement si bien que les surplus animaux et végétaux de toute nature qu'elle produit sont si importants qu'ils obligent les pouvoirs publics à prendre des mesures contraignantes pour les endiguer. Ce sont en bonne partie ces surplus qui contribuent à assurer le ravitail- lement alimentaire de plusieurs pays où le degré de motori- sation est incomparablement plus faible que chez nous. Quant à la vigne, chacun a en mémoire les récoltes records de ces deux dernières années. Nous sommes donc confrontés à une contradiction fla- grante entre, d'une part, l'état de santé remarquable des cultures agricoles en général, et d'autre part, l'anémie dont souffrent d'importantes surfaces forestières. Je pense que cela provient en partie du fait que la forêt ne bénéficie plus en général des soins nécessaires à son entretien. Permettez-moi de citer à ce propos un exemple en relation avec l'évolution de l'agriculture. Il est fréquent, en effet, que le paysan possède une certaine surface boisée en plus de son domaine. Or, à l'époque où le bois de feu jouait un rôle indispensable à la ferme, et où la main-d'œuvre était plus nombreuse qu'aujourd'hui, l'exploitation et l'entretien de la forêt allaient de soi, ne serait-ce que pour pouvoir se chauf- fer et «faire la cuisine» en dépensant le moins possible. Aujourd'hui, la situation est bien différente. Le chef d'exploi- tation, surtout en hiver lorsque les rares saisonniers sont rentrés chez eux, est souvent presque seul, et un homme seul, quand il a soigné le bétail, n'est guère motivé pour aller au bois, d'autant plus que le bois de feu est de moins en moins utilisé dans nos fermes. Si l'on ajoute à cela le fait que la vente du bois de service couvre à peine les frais d'abat- tage, surtout s'il faut faire appel à des bûcherons profession- nels, on comprendra sans peine que l'entretien de la forêt ne figure plus - et ceci aussi bien pour les communautés publiques que les propriétaires privés- au premier rang de leurs préoccupations. Il est inévitable que, dans ces conditions, le bostryche ait fait des progrès, car il s'attaque avant tout aux arbres négligés et affaiblis. Il est donc temps de redresser la situation. La première condition pour cela est que la forêt cesse d'être une charge financière pour ses propriétaires, car si elle rapporte à nouveau, elle sera tout naturellement mieux entretenue et donc en meilleure santé. On me permettra de citer à ce propos les paroles d'un ami du Pays-d'Enhaut qui me disait que «naguère, on affirmait que les forêts des pauvres, exploitées intensivement, étaient les plus belles»! En attendant, il est urgent de parer au plus pressé afin de freiner dans toute la mesure possible la progression du bostryche. Pour cela, il faut nettoyer la forêt, et je ferai ici une suggestion. Pourquoi les communes, les corporations de droit public, ne feraient-elles pas appel à des hommes motivés, momentanément privés de travail, pour collaborer à ces travaux d'utilité publique? Il y aurait là pour eux une occupation des plus vivifiantes et positives en attendant des jours meilleurs. Je signalerai à ce propos que les jeunes paysans, qui ne sont bien sûr pas au chômage, membres des groupes de vulgarisation agricole de plaine, vont, en compagnie de volontaires venant de tous les milieux, monter ces prochains jours aux Ormonts pour aider à remettre en état les forêts ravagées par les avalanches. C'est là le signe d'une prise de conscience dont on peut espérer qu'elle se généralisera, et ne sera pas de courte durée seulement. La bonne volonté, voire la volonté tout court, sont en effet infiniment plus efficaces et sympathi- ques que les mesures contraignantes de nature administra- tive. Il n'en demeure pas moins que les mesures proposées par le Conseil fédéral sont opportunes, et de nature à encourager cette prise de conscience indispensable pour redresser la situation et mettre de l'ordre dans nos forets qui, soit dit en terminant, voient leur surface non pas diminuer, mais s'éten- dre chaque année de plusieurs dizaines d'hectares. Kühne: Ich werde zwar ebenfalls zu den wirtschaftlichen Problemen der Waldschäden sprechen, Frau Morf. Es geht mir aber nicht um das Erhäschen von Vorteilen und Beiträ- gen. Als Waldbesitzer kann man mit den Waldschäden nur verlieren. Deshalb sind wir an der Ursachenbekämpfung stark interessiert. Heute geht es um eine Sofortmassnahm«, und als solche begrüssen wir diesen dringlichen Beschluss. Durch Beiträge an das Rüsten, den Transport und das Entrinden soll die rechtzeitige Nutzung der geschädigten Bäume sicherge- stellt werden. Es wird aber schwerhalten, die zum Teil jahre- lang vernachlässigte Pflege und Nutzung innert kurzer Zeit nachzuholen. Die intensivierte Bewirtschaftung wird zu einem grösseren Angebot führen, für das nur ein beschränk- ter Absatz besteht. Auf dem Markt wird das mit Beiträgen geförderte Holz das Holz aus normaler Nutzung konkurren- zieren und zu einem zusätzlichen Preisdruck führen. Die ordentliche Nutzung muss ja weitergehen; wenn wir diese zurückstellen, verschieben wir das ganze Problem einfach um einige Jahre, es wird später um so stärker wieder auf uns zukommen. Mit dem Zusammenbruch der Holzpreise wer- den die Schäden aber automatisch und beinahe gleichmäs- sig auf alle Waldbesitzer verteilt, auch auf jene, die gesunde und gutgepflegte Bestände haben. Der Wald hat eine vielfache Funktion. Nicht zuletzt ist er in Berg- und Hügelgegenden das wirtschaftliche Rückgrat. Ich denke an die Bedeutung für viele Bauern; für sie wird es eine Einkommens- und Existenzfrage werden. Aber auch Orts-, Bürgergemeinden oder übrige Korporationen haben mit dem Erlös aus dem Wald bisher verschiedene Aufgaben im öffentlichen Interesse finanziert, Die Rüst- und Transportkosten sind in den letzten Jahren, vor allem in ungenügend erschlossenen Wäldern, sehr stark gestiegen. Die Holzpreise stehen jetzt schon unter Druck, viele Forstbetriebe kämpfen jetzt schon mit roten Zahlen. Der zusätzliche Holzanfall durch diesen Bundesbeschluss darf nicht zu einem weiteren Preiszerfall führen, sonst ver- fehlen die Beiträge ihre Wirkung und führen dazu, dass nachher die Holznutzung generell subventioniert werden muss. Ich bitte den Bundesrat, vor allem den Holzmarkt im Auge zu behalten. Notfalls sind handelspolitische Massnahmen zum Schütze und zum zusätzlichen Absatz des Schweizer Holzes zu treffen. Nachdem dieser Bundesbeschluss nur ein Sofort- programm mit beschränker Wirkung ist, frage ich den Bun- desrat an: Besteht ein Anschlussprogramm und sind die Grundzüge eines solchen Programmes schon vorhanden? Ruckstuhl: Wir beraten in dieser Session Geschäfte von grösster Tragweite. Es gibt solche, von denen wir nicht wissen können, wie sie sich tatsächlich auswirken, weil uns die Erfahrung fehlt. Ob nun, wie es mit den Anträgen von heute morgen aussieht, dieser ganz einfache Borkenkäfer- beschluss zu einem so schicksalhaften Geschäft ausgebaut werden soll, ist für mich fraglich. Ich befürchte eher, dass die Vorlage gefährdet wird mit den Anträgen, die zum Teil wohl nur gestellt wurden im Bewusstsein, dass sie ohnehin abgelehnt werden, weil niemand die Verantwortung dafür tragen könnte. Die Vorlage wird einmal mehr benutzt, gesell- schaftspolitische Vorstellungen und Parteiprogramme zu publizieren. Nach dem Antrag von Herrn Hegg fehlt eigent- lich nur noch ein Vorstoss gegen den Einflug ausländischer Borkenkäfer! Ich bin mir bewusst, dass der Schutz unserer Umwelt eine wichtige Aufgabe unserer Generation darstellt. Wenn wir in diesem Bereich Schwerpunkte setzen wollen, so zeigt uns
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent482 N 2 mai 1984 Sturm im Jahre 1715. Soweit kurze Auszüge aus der Schrift aus dem Deutschen Kurfürstentum Sachsen, die Sie, wenn Sie sich dafür interessieren, bei mir ohne weiteres einsehen können. Ich weiss, dieser Blick zurück hilft uns nicht weiter, aber er zeigt immerhin, dass es nichts Neues unter der Sonne gibt. Noch einen Aspekt möchte ich beifügen: Schon vor zehn Jahren habe ich hier in diesem Rate eine Anfrage gestellt, ob nicht auch dem Holz als einheimischem Brennstoff wieder ein grösserer Stellenwert eingeräumt werden sollte. Die Antwort des Departementes des Innern war damals sehr wohlwollend, aber zugleich auch fatalistisch, nämlich dass nur noch ein verschwindend kleiner Teil der Heizenergie durch das Holz gedeckt werden könne. Dies offenbar auch deswegen, weil mit dem Überhandnehmen der bequemeren Ölheizung einfach das Holz nicht mehr für diesen Zweck gefragt ist. Ich kann diesen Fatalismus einfach nicht verste- hen, nachdem zum Beispiel noch während des letzten Welt- krieges die Wohneinheiten, vorwiegend auf dem Lande, noch ausschliesslich mit Holz beheizt wurden. Mir scheint es daher irgendwie unlogisch, dass im Massnahmenkatalog, den Frau Grendelmeier vorgeschlagen hat, nicht auch steht, dass der Bundesrat Ölheizungen durch Holzheizungen oder mindestens Cheminée-Heizungen zu ersetzen habe. Letz- tere würden den Holzabsatz entscheidend beschleunigen. Die chronische Unternutzung unserer Wälder, sicher eine der massgebenden Ursachen des kränkelnden Zustandes des Waldes, wäre eliminiert. Aber auch der Schadstoffaus- stoss einer Holzheizung wäre ungleich kleiner als der einer Ölheizung. Damit wäre eigentlich der Kreis wieder ge- schlossen. Wer macht den mutigen Anfang und zieht daraus die Konse- quenz? Die «Weltwoche» könnte vielleicht einmal eine Umfrage bei den 246 Parlamentariern durchführen, die sich nicht nach der Grosse des Autos, sondern auch nach den Ansprüchen und der Art der Raumheizung ausrichten würde. Ich bitte Sie, heute den Kredit zu beschliessen, und dann punktuell den Kampf für unseren Wald weiterzuführen. Landoli: Wie Sie alle habe ich mit grösstem Bedauern fest- gestellt, dass in den vergangenen 10 bis 20 Jahren die Pflege unserer Wälder sträflich vernachlässigt wurde. Selbst bestens erschlossene Waldgebiete, wie die der Stadt Zürich, machen stellenweise einen jämmerlichen Eindruck. Es ist insbesondere das Energieholz, welches vielerorts einfach dem Verrotten überlassen wird. Die Schätzungen über die Menge des Brennholzes gehen weit auseinander. Es sollen zwischen vielen Hunderttausenden und 2 Millionen Kubik- meter jährlich sein. Dieses vor 30 und 50 Jahren noch so nützliche und geschätzte Brennholz wird heute meistens an Ort und Stelle dem Verfall und dem Frass vieler Waldschäd- linge - Insekten und Pilzen - überlassen. Zu diesem alljähr- lich anfallenden Holz kommt künftig die Menge, die zwin- gend zur Gesundung des Waldes gefällt werden muss. Wie der Botschaft und den vielen Schreiben und Voten der Forstfachleute zu entnehmen ist, muss dieses Abfallholz dringend weggeräumt und unbedingt ausser Reichweite der Wälder gestapelt werden. Die Frage lautet darum: Was geschieht mit dieser Unmenge an unbrauchbarem Brenn- holz? Werden mit den öffentlichen Geldern Holzsammelak- tionen finanziert, deren Abschluss in immerwährenden, unzähligen Freudenfeuern entlang all unsere Waldränder besteht? Zum anderen möchte ich gerne wissen, ob mit diesen oder anderen Geldern Projekte zur Verwertung eben dieses anscheinend unbrauchbaren Energieholzes eingesetzt wer- den. Ich meine damit ganz konkret das Projekt der Fernhei- zung im Unterengadiner Dorf Sent. Zwei Heizungsinge- nieure haben mit Hilfe des Nationalen Energiefonds (NEFF), der Stiftung für Landschaftsschutz, der forstwirtschaftlichen Zentralstelle der Schweiz und anderen Organisationen ein Pilotprojekt erarbeitet, das mit Abfallenergiebrennholz auf dem Weg über die Holzvergasung diese Gemeinde mit dem anfallenden Holz ihrer 24 Quadratkilometer Gemeindewald mit der-nötigen Energie für Heizungen und Warmwasser versorgt hätte. Zur Realisierung dieses Minifernheizwerkes wären 8 Millio- nen Franken nötig gewesen. 3 Millionen hiatten die Energie- bezüger aufgebracht. Die restlichen 5 Millionen waren nicht aufzubringen. Ist es für uns nicht ein Armutszeugnis, dass unsere verantwortlichen und zuständigen Organe oder Insti- tutionen aus Wissenschaft und Forschung dieses Geld nicht zur Verfügung stellen konnten, um ein so eminent wichtiges Projekt zu verwirklichen? Zurzeit ruhen die Akten über die Wärmeversorgung Sent beim Bundesamt für Energie. Sind Sie, Herr Bundesrat, der Meinung, dass jeder Ihrer Kollegen nur in seinem Bereich tätig werden soll? Die Nutzung des Holzes gehört ins EDI beziehungsweise EVD. Für die Umwandlung von Brennholz in Energie ist der Energieminister zuständig. Sie sind sicher überzeugt, Herr Bundesrat, dass alle möglichen Schritte zur Verwertung von Windwurf-, Schneebruch- und Lawinenfall- holz zusätzlich zu dem vom Borkenkäfer befallenen Holz nötig sind. Ich möchte darum gerne wissen, wieweit die interdépartementale Zusammenarbeit bezüglich der Beseiti- gung - das heisst hoffentlich der Verwertung - des Brenn- holzes geht. Sind wir etwa bereits so weit, dass Sie mir nur eine Antwort geben können, nämlich: Wir machen es wie ihr Zürcher vor vier Wochen und verbrennen Holzstoss neben Holzstoss im Freien wie am Sechseläuten. Aber bei uns wird der Böögg nur einmal im Jahr verbrannt! M. Rime: L'arrêté qui nous est soumis se limite au subven- tionnement des mesures de lutte contre les parasites. C'est parfaitement logique; on ne peut pas tout entreprendre à la fois. Il s'agit dans ce domaine de travailler vite. En effet, la propagation du bostryche peut s'accélérer gravement sui- vant les conditions atmosphérique«. Pour enrayer ce fléau, l'évacuation immédiate des bois al teints est indispensable mais les grumes ne sont pas des cailloux: on ne peut pas les entreposer et les conserver longtemps. Les bois doivent être pris en charge immédiatement par l'industrie de transforma- tion. Or, chacun sait les difficultés auxquelles se heurte actuellement cette industrie en raison de la concurrence étrangère. De plus, l'arrivée sur le marché de millions de mètres cubes supplémentaires ne pourra pas être compen- sée par une diminution des coupes normales. L'industrie du bois ne peut pas fonctionner avec des chablis ou des bois de mauvaise qualité seulement. Ses fabrications exigent tous les assortiments de bois. Pour assurer cette prise en charge, il faudra sans doute intervenir aussi en faveur de ceux qui achètent les bois, les transforment et les stockent avant de les écouler. Si les importations continuent au rythme et aux prix actuels, la situation deviendra impossible; elle est déjà absolument grave. C'est pourquoi, tout en vous invitant à entrer en matière sur cet arrêté urgent, je prie le Conseil fédéral d'envisager d'autres mesures qui son': indispensables, notamment une diminution des importations, qui sont en constante augmentation (plus 36 pour cent au cours des deux premiers mois de cette année pour les seuls sciages). M. Eggly a fait allusion, il y a quelques instants, aux tracta- tions qui ont eu lieu en son temps dans le cadre de l'AELE. A ce moment, nos bois suisses, qui sont une de nos seules matières premières, n'ont pas été bien défendus. Il s'agit aujourd'hui de revoir cette question. C'est la seule façon de régler le problème. Sinon, les industries suisses du bois disparaîtront les unes après les autres et l'Etat devra par la suite prendre en main les industries qui transforment ce bois, qui reste, comme je viens de le dire, une des seules matières premières de notre pays. Frau Mauch: Ich glaube, der Bundesrat hätte sich etliches an Diskussionen ersparen können, wenn er von Anfang-an klipp und klar gesagt hätte, worum es in diesem Bundesbe- schluss geht, nämlich um nichts arideres als die Borkenkä- ferbekämpfung. Auch wenn wir im Grundsatz lesen, ob es nun heisst «Schadstoffauswirkung» oder «Schadstoffwir- kung», so wissen wir ja alle, dass das mit Ursachenbekämp-
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent484 N 2 mai 1984 du bois à des prix plus élevés aurait aussi le même effet sanitaire sur nos forêts. De même un encouragement, sous une forme à déterminer, que ce soit pour les infrastructures industrielles ou les structures de marché, aurait des effets plus sérieux pour nos bois à long terme. En effet, le pro- blème fondamental à l'épuisement des 150 millions subsis- tera tel qu'à ce jour. Dès lors je voterai l'entrée en matière de cet arrêté urgent en étant conscient de sa nécessité immédiate, mais aussi de sa portée limitée. Il n'apparaît pas logique dans le cadre de ce message urgent d'étendre, comme le voudrait Mme Grendelmeier et les écologistes, les mesures de protection contre la pollution, ce n'est pas son but. En revanche, il est tout aussi urgent que le Conseil fédéral grâce à la législation en place, d'une part, et sur la base des expertises et des consultations, d'autre part, prenne des mesures structurelles et générales. Il faudra au plus vite réviser la loi forestière, révision qui permettra, je l'espère, de mettre en place un outil de travail efficace, car le vrai problème, le seul problème fondamental pour notre pays, c'est de sauver sa forêt. Humbel: Beim Waldsterben spricht man von vier Stufen: Die erste Stufe umfasst das Bekämpfen und wenn möglich sogar das Beseitigen der Ursachen. Die zweite Stufe be- inhaltet das Bekämpfen der Wirkungen; wenn das alles nichts nützt, kommt leider die dritte Stufe: das Fällen der Bäume. Man kann noch von der vierten Stufe sprechen, nämlich von der Verwendung des so stark anfallenden Holzes. Ich spreche ganz kurz zur zweiten Stufe, zum Bekämpfen der Wirkungen. Hier kann ich auf meinen Vorstoss vom letzten September hinweisen. Ich habe mir vorgestellt, dass, wie kranke Menschen, auch kranke Bäume entsprechend behandelt werden können. Kann man mit zutreffenden Massnahmen den Stillstand der Krankheit oder sogar die Gesundheit der kranken Bäume erreichen? Das ist ja die grosse, entscheidende Frage. In der BRD hat man es mit Kalkdüngungen versucht. Die Vor- und Nachteile sind bekannt. Die letzte Walddebatte hat aber über diesen Punkt nichts Weiteres und Neues hervorgebracht. Deshalb gestatte ich mir, bei der Vorlage über ausserordentliche Massnahmen gegen Waldschäden nochmals kurz darauf zurückzukommen. Wie weit ist denn heute die chemische Industrie? Oder können kranke Bäume auch biologisch behandelt werden? Herr Kollege Houmard - unser Kommis- sionssprecher ist ja von Berufes wegen Experte - kann uns darüber nachher in seinem Votum einige Informationen geben, auch über den Stand der Dinge heute. Herrn Bundesrat Egli möchte ich anfragen, wie es von der politischen und administrativen Seite her aussieht. Meines Erachtens sollte man die Mittel zur Bekämpfung auch der Wirkungen verstärken. Selbstverständlich hat die Beseiti- gung der Ursachen - Luftverschmutzung usw. - eine grosse Priorität. Kollege Kühne hat bereits, so kühn wie er ist, von einem Anschlussprogramm gesprochen. Mir schwebt diese Idee auch vor. In diesem Anschlussprogramm rnüsste sicher auch etwas von der Bekämpfung des Waldsterbens mit weiteren Mitteln, also vor allem von der Bekämpfung der kranken Bäume, stehen. Ich bin sehr dankbar, wenn diese Fragen beantwortet werden. Weder-Basel: Wir müssen heute leider erkennen, dass sich die Natur nicht unbeschränkt belasten und manipulieren lässt. Die Natur schlägt-um mit Konrad Lorenzzu sprechen
Sind diese Forschungsergebnisse richtig, besteht eine Korrelation zwischen Atomkraftwerken und dem Auftreten des Waldsterbens?
Wenn ja, auf welche Weise tragen die AKWs zum Wald- sterben bei? Diese Fragen gehören, nachdem ernsthafte, bekannte, unabhängige Wissenschafter uns vor dieser Entwicklung warnen, in die allfälligen Untersuchungen. Viele Wissenschafter reden vom Waldsterben als von der grössten uns bedrohenden Katastrophe. Das hat auch Frau Mauch hier gesagt. Ohne radikale Wende und ohne grösste Anstrengungen riskieren wir die Zerstörung jener Grundla- gen, die wir von unseren Vorfahren als. Erbe intakt und gesund erhalten haben, und die wir unseren Nachkommen ebenso intakt weiterreichen wollen. Ich bitte Sie daher um Ihre Zustimmung zu den Landesring- Anträgen Nef: Diese Vorlage ist notwendig. Doch dürfen wir uns nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass sie etwas von einem Beitrag an die Begleitmusik auf einem Leichengang an sich hat. Ich selbst frage mich nämlich als Waldbesitzer und Bauer, der seinen Wald immer selbst bewirtschaftet hat - und zwar darum selbst bewirtschaftet, weil es nicht rentiert, Holzer anzustellen -, ob mit dieser Botschaft, die zweifellos angenommen wird, das Problem nun gelöst wird. Herr Bundesrat Egli, ich frage mich, ob in diesem Bundes- haus die Linke weiss, was die Rechte tut; ich spreche von den Händen. Und zwar deshalb, weil zum Beispiel bei uns im Neckertal Hunderte von Kubikmetern Holz im Wald ver- faulen. Jetzt beschliessen wir Massnahmen, um dieses Holz «ans Tageslicht» zu befördern. Wir können es dann sichtbar ann Waldrand verfaulen lassen! Wenn andere Departemente nichts tun wollen gegen die übermässige Holzeinfuhr aus dem Ausland, obwohl Massnahmen beschlossen werden sollen, um unser im Wald verfaulendes Holz «ans Tages- licht» zu befördern, dann ist etwas nicht in Ordnung. Dann weiss wirklich die eine Hand nicht recht, was die andere tut. Das ist es, was ich an dieser Massnahme zu beanstanden habe. Ich bin davon überzeugt, dass sie notwendig ist; aber wenn sie nicht übergeordnet betrachtet wird, dann geht sie doch am Ziel vorbei.
Mai 1984 485Waldschäden. Dringlicher Bundesbeschluss Dann plagt mich noch etwas anderes: Wir reden immer von der Energiesituation in der Schweiz, vom Öl, das wir nicht verbrennen sollten. Und das Holz, diesen immer anfallen- den, erneuerbaren Brennstoff, vermögen wir verfaulen zu lassen, bis es zur Gefahr wird für den heutigen Waldbe- stand. Ich meine, dass hier einfach etwas nicht in Ordnung ist; wir sollten diese Sache einmal von einer höheren Warte aus betrachten und mit verschiedenen Massnahmen angehen. Sonst kommen wir zu solchen Feuerwehrübungen, die drin- gend notwendig sind, aber im Grunde genommen eben trotzdem so etwas von Begleitmusik auf einem Leichengang an sich haben. Geissbühler: Der bisherige Verlauf der Eintretensdebatte hat deutlich gezeigt, dass man dem Wald gegenüber sehr günstig gestimmt ist, dass man ihn nicht sterben lassen will. Das wenigstens ist am Ganzen erfreulich. Persönlich bedaure ich wie verschiedene Antragsteller, dass wir mit den vorliegenden dringlichen Bundesbeschlüssen nicht über eine Symptombekämpfung hinauskommen. In vielem muss ich sogar Frau Grendelmeier recht geben, weil sie nicht nur mit schauspielerischem Können, sondern - davon bin ich überzeugt- aus innerem Engagement heraus ihre Anliegen vorgetragen hat. Indessen ist Frau Grendel- meier intelligent genug, um sich bewusst zu werden, dass nicht alles und jedes in dieses Multipack hineinverpackt werden kann. Da spielen ganz einfach noch die lange erprobten und zum grossen Teil auch bewährten Grund- sätze und Gepflogenheiten unserer Demokratie mit hinein. Also - das dürfte Frau Grendelmeier bereits an der entspre- chenden Kommissionssitzung gemerkt haben - geht es jetzt darum, so rasch als möglich ein Minimum an Machbarem zu verwirklichen. Dieses zwar in der Einsicht und in der Über- zeugung, dass das sofort Machbare nur ein bescheidener Anfang sein darf, wenn wir wirklich daran denken, so rasch wie möglich auch an die Ursachentherapie heranzugehen. Da möchte ich Herrn Bundesrat Egli unter vielen Rednern auch meine volle Unterstützung zusichern. Ein Problem - es ist hier meines Wissens noch nicht erwähnt worden - stellt die Erschliessung unserer Wälder vor allem im Hügel- und Berggebiet dar. Ich möchte noch ganz kurz darauf eingehen: Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass unsere Privatwälder zum Teil sehr schlecht bewirtschaftet werden. Das liegt nebst den unter- setzten Holzpreisen und den Ursachen, die zum Beispiel Herr Kollege Nussbaumer ausführlich beschrieb, weitge- hend an der ungenügenden Erschliessung unserer Wälder. Das Pferd als lange Zeit bewährte Zugkraft wird heute leider allzu selten für die Waldbewirtschaftung eingesetzt. Allein das Pferd ermöglicht ein behutsames und schonendes Holz- schleifen. Leider ist diese Zugkraft nun zumeist durch Trak- toren ersetzt worden. Die Traktoren arbeiten zum Teil in einer Art und Weise, die alles andere als schonend ist, vor allem gegenüber dem Jungwuchs; sie ziehen aber auch ältere Bäume und vor allem den Waldboden arg in Mitlei- denschaft. Da wäre es meines Erachtens wichtig, dass in einem sehr weittragenden Sinne zur Schonung unserer Wälder eine sinnvolle Erschliessung vorangetrieben würde. Die gesetzli- chen Grundlagen sind vorhanden; es ginge jetzt noch darum, entsprechende Massnahmen in Zusammenarbeit mit privaten Organisationen, mit den forstlichen Behörden und vor allem mit den Kantonen zu intensivieren. Ich bitte um Eintreten auf die Vorlage und möchte Herrn Bundesrat Egli ermuntern, mit dem bereits an den Tag gelegten Engagement fortzufahren. Unterstützung gewäh- ren wir diesen dringlichen Bundesbeschlüssen am besten mit Eintreten auf die Vorlage und der Ablehnung der Einzel- anträge. Hösli: In die negativen Meldungen über unsere Wälder wer- den-nur zum Teil zu Recht, zum grossen Teil zu Unrecht- auch die Waldbesitzer einbezogen. In bezug auf Bergge- meinden muss ich festhalten, dass viele während manchen 62-N Jahren nicht nur keinen Ertrag erzielen konnten, sondern trotz schlechter Finanzlage grosse Opfer brachten, solange es eben einigermassen ging, und dann nicht mehr. Die Folgen sehen wir nun. Man hat aber nicht nur einen immer kleiner werdenden Unterhalt durchgeführt, sondern auch - und das sei dankbar anerkannt - mit Hilfe des Bundes und der Kantone grosse Aufforstungen und Wald/Weide-Aus- scheidungen durchgeführt und gemäss Forstgesetz Ersatz- aufforstungen vorgenommen. Aufgrund dieser Tatsachen kann über die Entwicklung des Waldes auch Positives gemeldet werden. Auch davon sollten wir Kenntnis nehmen. Herr Kollege Landoli hat zwar von sträflicher Vernachlässi- gung gesprochen. Ich möchte dazu erwähnen, was das Bundesamt für Forstwesen in der «Volkswirtschaft» vom Oktober 1983 geschrieben hat: «Investitionen der öffentli- chen Waldbesitzer: Die im öffentlichen Wald getätigten Inve- stitionen beliefen sich 1982 auf 86,9 Millionen Franken und übertrafen somit jene des Vorjahres um 8,5 Millionen Fran- ken bzw. um rund 11 Prozent. Vermehrt investiert wurde in sämtlichen Bereichen; die Investitionen für Aufforstungen, Verbauungen und Entwässerungen, die im Vorjahr stagniert hatten, verzeichneten mit +16 Prozent die relativ grösste Zunahme. Für Waldwegebau, Aufforstungen und Verbauun- gen sowie Waldzusammenlegungen wurden 1982 Bundes- subventionen von insgesamt 44 Millionen Franken ausbe- zahlt. Die finanziellen Aufwendungen der öffentlichen Wald- besitzer» - ich weiss, dass auch viele Private Opfer gebracht haben - «haben erneut zugenommen, nämlich von 305 auf 321 Millionen Franken. Infolge der leicht rückläufigen Holz- nutzungen sank gegenüber 1981 der Anteil der Aufwendun- gen von Holzrücken und Transport von 52 auf 50 Prozent.» Wir dürfen auch nicht übersehen, dass gemäss Forststatistik die Waldoberfläche der Schweiz seit 1950 um 1170 Quadrat- kilometer zugenommen hat. Der Kanton Thurgau hat eine Oberfläche von 1013 Quadrat- kilometern. Der Wald hat also in diesen 30 Jahren um 1170 Quadratkilometer, also um mehr als die Grosse des Kantons Thurgau, zugenommen. Die volumenmässige Zunahme - das bestätigt das Forstamt - ist noch grösser. Diese Zunahme, die trotz Häuser- und Strassenbauten erfolgte, hat aber auch negative Aspekte. Einmal für die Berglandwirt- schaft, indem die Alpflächen kleiner wurden. Die Alpen, die man früher als die Kolonien der Schweiz bezeichnete, sind aber für unsere Landesversorgung sehr wichtig. Zweitens - das ist von den Natur-, Heimat- und Tierschützern zu beach- ten -: Die Zunahme der Waldoberfläche ist auch für das Wild nicht gut. Die früheren Wildheugebiete - das waren vor allem südostexponierte Steilhänge - waren im Frühjahr zuerst aper und bildeten die dringend nötige Äsungsfläche für unser Wild. Diese Flächen sind heute verwaldet, sind zugewachsen. Das Resultat: Wir haben Wildschäden, weil sich das Wild jetzt an die jungen Bäume halten muss, da die Äsungsflächen nicht mehr vorhanden sind. Wir müssen uns deshalb überlegen, was zu tun ist, und auch beim Wald die Qualität vor die Quantität stellen. Dies würde Zurückhaltung bei nicht unbedingt notwendigen Ersatzauf- forstungen und dafür vermehrte und verbesserte Wald- pflege bedeuten, was eine Anpassung der Subventionsmög- lichkeiten bedingen würde. Ich bitte Herrn Bundesrat Egli, auch diesem Aspekt seine Aufmerksamkeit zu schenken. Frau Blunschy, Berichterstatterin: Ich kann mit Befriedi- gung feststellen, dass völlige Einstimmigkeit herrscht, dass wir auf diese Vorlage eintreten sollen. Bei der Frage, was in diese Vorlage hineinkommen soll, ergeben sich dann die verschiedenen Ansichten. Die Zielsetzung der Vorlage ist nicht so eng, wie gewisse Redner behauptet haben. Verschiedene Redner haben gesagt, das sei eine Vorlage, die nur die Bekämpfung des Borkenkäfers bezwecke. Die Beiträge an die Borkenkäferbe- kämpfung bilden aber nur einen kleinen Teil dieser Vorlage; der wichtigere Teil betrifft die Beiträge an eine bessere Waldpflege. Wenn ein Wald nicht regelmässig gepflegt und genutzt wird, bleiben selbstverständlich schlechte Bäume einfach stehen; sie sterben ab. Das macht nicht nur einen
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent 486 N 2 mai 1984 unschönen Eindruck. Diese schlechten Bäume sind auch eine Brutstätte für die Borkenkäfer. Der Gesundheitszustand des Waldes verschlechtert sich dadurch. Wir haben übrigens deshalb den Titel geändert. Herr Re- beaud hat den Vorwurf erhoben, wir würden im Titel «Mass- nahmen gegen Waldschäden» sehr viel versprechen. Die Kommission war sich bewusst, dass der Titel zu weit gefasst ist, und beantragt Ihnen, den Titel enger zu fassen und von «Beiträgen an ausserordentliche Massnahmen gegen Wald- schäden» zu reden. Wenn wir uns auf diese klarere Zielset- zung beschränken - Beiträge an Borkenkäferbekämpfung, Beiträge an eine bessere Nutzung der Wälder, Beiträge bei gewissen ausserordentlichen Ereignissen -, sind wir sicher, dass wir etwas Wirksames tun, das sofort Erfolge aufweisen wird. Damit ist selbstverständlich nicht ausgeschlossen - im Gegenteil, es ist sogar erwünscht -, dass wir auf dem Wege der ordentlichen Gesetzgebung die Ursachen der Wald- krankheiten zu bekämpfen suchen. Übrigens haben wir schon heute Gesetze, die uns die Handhabe geben, diese Ursachen zu bekämpfen: das Umweltschutzgesetz, das demnächst in Kraft gesetzt werden soll, und die Forstgesetz- gebung, die mehr als 100 Jahre alt ist. Ich bin durchaus einverstanden, dass man weitere Vorschrif- ten und Massnahmen prüfen soll; das gehört jedoch in das ordentliche Gesetzgebungsverfahren. Das Parlament muss sich grösste Zurückhaltung auferlegen bei der Dringlicher- klärung von Vorschriften, vor allem wenn sie nicht nur den Gesetzen, sondern gar unserer Bundesverfassung wider- sprechen. Wir haben ja keinen Zentralstaat, sondern einen Bundesstaat. Die Kantone sind selbständige Staaten, die Rechte und Pflichten haben. Wir haben auch keine Diktatur, sondern eine Demokratie. Volk und Stände haben Mitspra- cherechte. Wir können nicht ungestraft das Mitspracherecht von Volk und Ständen - und wenn es nur für ein Jahr ist - ausschliessen, sonst erhalten wir, wenn wir diese dringliche Vorlage überladen, spätestens in einem Jahr die Quittung, indem das Volk dann zu einer solchen Zwängerei bestimmt nein sagen würde. Damit wäre die ganze Vorlage, inklusive die unbestrittenen Teile, ausser Kraft gesetzt. Wer die dringliche Vorlage mit Vorschriften überladen will, die eindeutig in das ordentliche Gesetzgebungsverfahren gehören, der sägt am Ast, auf dem er selber sitzt, denn spätestens in einem Jahr würde damit ein zusätzlicher Bei- trag zum Waldsterben geleistet, ausgerechnet von jenen Kreisen, die sich als Waldschützer sehen. Wenn wir die Vorlage aufblasen zu einer schillernden Seifenblase, die in einem Jahr sicher platzen würde, was haben wir dann gewonnen? Besser ist es, im Dringlichkeitsverfahren nun das zu regeln, was völlig unbestritten und dringend notwen- dig ist und auch sofortige Erfolge verspricht. Alles übrige gehört in das ordentliche Gesetzgebungsverfahren. Es ist ja niemandem verboten, sich freiwillig zu beschränken in der Energieverwendung, wenn er ein Motorfahrzeug führt usw. Gerade diese freiwillige Beschränkung wäre sicher am Platz für alle jene, die solche Massnahmen im Dringlichkeitsver- fahren in diesen Bundesbeschluss hineinpacken wollen. Die berechtigte Sorge um den Wald muss uns veranlassen, in kleinen, aber sicheren Schritten konsequent vorwärtszu- gehen. Die Kommission war einstimmig - nur mit einer einzigen Gegenstimme, derjenigen von Frau Grendelmeier- für Eintreten auf die Vorlage in der Fassung des Bundesra- tes mit den kleinen, mehr redaktionellen Änderungen der Kommission. Ich bitte Sie, dasselbe zu tun. M. Houmard, rapporteur: Je crois que l'entrée en matière n'est pas combattue. Il s'agit beaucoup plus de savoir main- tenant ce que nous allons introduire dans ce train de mesures. Mme Grendelmeier, MM. Seiler et Günter, ainsi que d'autres orateurs, veulent inclure dans cet arrêté les problèmes en rapport avec la qualité de l'air, d'autres envi- sagent des mesures complémentaires. Je rappellerai encore une fois que le Conseil fédéral a débloqué 17 millions pour l'analyse SANASILVA et 6 millions complémentaires pour déterminer les causes du dépérissement des forêts. Aussi, de deux choses l'une, ou bien les crédits destinés à la recherche sont nécessaires et le Conseil fédéral a pris une décision juste, ou bien les causes du problème en question sont connues ou suffisamment claires pour que des mesures puissent être prises. Dans ces conditions, on peut alors se demander pourquoi des crédits auraient été demandés, on peut également se poser la question de savoir si ceux qui ont réclamé lesdits crédits étaient à la hauteur de leur tâchel Notre commission est convaincue que le Conseil fédéral a agi avec sagesse et qu'il est judicieux d'attendre les résul- tats des différentes analyses avant de prendre des mesures complémentaires. En ce qui concerne les mesures visant à améliorer l'environnement, elles doivent être traitées dans le cadre de la législation courante. Chacun sait que la nouvelle loi sur la protection de l'environnement entrera en vigueur cette année; ce dossier est pendant devant le Conseil fédéral qui prendra incessamment une décision en la matière. M. Rebeaud a relevé la différence de l'état des forêts entre la Suisse romande et la Suisse alémanique. Il semble effective- ment que le dépérissement des forêts en Suisse romande est moindre que dans d'autres régions; cela a été confirmé par le Centre de recherches de Birmensdorf. Son directeur, M. Bosshard, l'explique pour des raisons climatiques mais aussi sylvicoles, et l'analyse en laboratoire' des aiguilles de sapin a confirmé cette différence. Cette analyse permet d'éviter que l'on accuse les forestiers romands de ne pas avoir apprécié les dégâts avec tout le sérieux voulu. M. Rüttimann a confirmé le fait que le problème du dépérisse- ment des forêts existe depuis le XVIII' siècle sinon avant et, comme l'a très bien souligné M. Thévo;:, les forêts des pauvres étaient les mieux soignées parce qu'elles étaient suffisamment exploitées. M. Aliesch, à mon avis, a remis la discussion sur une bonne voie, en prenant l'exemple des régions de montagne, des Grisons en particulier. Il a plus particulièrement évoqué les conséquences du manque de soins sylvicoles inhérent à ces régions. La solution se trouve au niveau de la révision de la loi sur la police des forêts. M. Martin a émis également le même point de vue. Au vu de ces données, je suis d'avis qu'il sera certainement nécessaire de prendre un deuxième train de mesures. M. Humbel a posé la question des possibilités de l'industrie chimique. Faut-il envisager la fertilisation des sols et des feuilles? Les pays nordiques sont en période d'essais et les résultats ne sont pas encore connus. Une acidification limi- tée du sol résulte toujours d'un processus naturel. Ce pro- cessus est accéléré par la pollution clé l'air: plusieurs agents polluants se mélangent avec l'eau pour former des acides et entraîner des réactions chimiques dans le sol, ce qui a pour effet de provoquer ce que l'on appelle un «lessivage» des substances nutritives importantes telles que le potassium et le magnésium, ainsi que la libération d'ions métalliques, toxiques pour les plantes. La chimie, Monsieur Humbel, pourrait effectivement intervenir, mais à quel prix? Soyons donc heureux que la chimie ait développé des produits peu polluants et malgré tout efficaces pour lutter contre les parasites. M. Nef a évoqué le problème de la sous-exploitation des forêts et des mesures à prendre aux frontières pour limiter l'importation dû bois. Cette question soulevée à plusieurs reprises peut être envisagée. Les industries du bois sont toutefois conscientes du fait que le protectionnisme n'ap- portera pas la solution au problème du dépérissement des forêts. Cela peut être un exercice limité dans le temps, relevant partiellement d'un exercice de pompiers, au terme duquel l'économie forestière et l'industrie du bois se retrou- veront dans la même situation, sitôt que ces mesures seront levées. L'industrie horlogère nous en donne un bon exemple. Personnellement, je crois que la meilleure réponse pourrait venir des citoyens et des maîtres d'ouvrage qui devraient préférer dans la construction, le bois indigène au caractère nettement plus individuel que les bois importés. Cela per- mettra d'améliorer le bilan de l'économie du bois et l'on aura fait œuvre utile.
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent 488 N 2 mail 984 bekannt ist. Es handelt sich um ein Programm, welches den Zustand der Wälder erforschen soll, und zwar nicht nur den Status quo in einem bestimmten Moment, sondern auch die Entwicklung. Wir haben hierfür einen Kredit von 17 Millio- nen Franken vorgesehen. Ausserdem besteht das Nationale Forschungsprogramm Nummer 14, welches sich mit der Luftreinhaltung befasst. Wir haben den Kredit dort noch mit 6 Millionen Franken aus der Bundeskasse und 6 Millionen Franken aus den Mitteln des Forschungsfonds aufgestockt. Ich darf also feststellen, dass der Bundesrat sich doch über einen beachtlichen Katalog von Massnahmen ausweisen kann, welche erteilweise bereits eingeführt hat oder die nun unmittelbar in Einführung begriffen sind. Man hat in der Debatte mit Recht darauf hingewiesen, dass wir dem Problem des Waldsterbens nur mit internationalen Lösungen beikommen. Ein grosser Teil der Schadstoffe, welche die Atmosphäre enthält, stammt aus dem Ausland, ohne dass wir hier den Anteil genau festsetzen könnten. Darum ist die Schweiz auch international tätig in den entsprechenden Fachorganisationen der UNO und der OECD. Am aussichtsreichsten erscheinen uns aber Ver- handlungen im Rahmen der europäischen Wirtschaftskom- mission der UNO, ECE genannt, weil hier auch die Oststaa- ten mitarbeiten. Die Mitarbeit dieser Oststaaten ist uns besonders wichtig, denn Sie wissen, dass es dort um den Umweltschutz nicht besonders gut steht. Ich erinnere an die Konvention von Genf über die weiträumige und grenzüber- schreitende Luftverschmutzung, welche Sie ratifiziert haben. Auch diese Konvention wurde im Rahmen der ECE abgeschlossen. Die Schweiz ist also auch beigetreten. Das Exekutivorgan dieser Organisation, welchem auch die Schweiz angehört, hat im letzten Juni in Genf getagt. Die Schweiz hat dort, zusammmen mit Österreich und der Bun- desrepublik, einen Vorstoss unternommen zum Einbezug der Stickoxide in die künftigen Programme. Im Juni dieses Jahres soll in München eine grosse Konferenz unter Beizie- hung der Oststaaten stattfinden. Sie wird zurzeit seriös vorbereitet, auch durch bilaterale Kontakte. Ich stehe in persönlichem Kontakt mit den zuständigen Ministem unse- rer Nachbarländer, mit Ausnahme von Italien. Mit dem Umweltschutzminister von Österreich hatte ich Kontakt letz- ten Februar, als ich bei ihm in Wien war. Der Umweltschutz- minister von Deutschland wurde von mir im letzten Herbst besucht. Er wird mir noch diesen Monat einen Gegenbesuch abstatten. Mit der Umweltschutzministerin von Frankreich hatte ich im letzten Juni Kontakt. Sie wird mich ebenfalls demnächst in der Schweiz besuchen. Ziel dieser Kontakte ist eine Harmonisierung unserer Pro- gramme, insbesondere im Zusammenhang mit der Entblei- ung des Benzins und für die bevorstehende grosse Konfe- renz in München. Wenn auch alle diese Feststellungen und Bemerkungen keinen Einfluss auf den vorgelegten dringlichen Bundesbe- schluss haben, empfand ich es doch angesichts der Debatte als nützlich und nötig, Ihnen diesen kurzen Zwischenbericht über den ganzen Problemkreis zu erstatten. Unter den allgemeinen Fragen möchte ich Sie doch noch daran erinnern, dass es sich um einen dringlichen Bundes- beschluss nach Artikel 89bis der Bundesverfassung handelt, d. h. um Massnahmen, deren Inkrafttreten - gemäss Wort- laut der Bundesverfassung - keinen Aufschub erträgt. Es ist also nicht möglich, in diesen dringlichen Bundesbeschluss noch Materien einzupacken, welche ebensogut auf dem ordentlichen Gesetzgebungsweg geordnet werden können. Nun gestatte ich mir noch, auf die aufgeworfenen Fragen zu antworten, soweit mir das möglich ist. Ich werde nicht auf Voten allgemeiner Natur eintreten, in denen lediglich die Botschaft als mager bezeichnet oder der Bundesrat als untätig gescholten wurde. Ich möchte mich aber bei all jenen bedanken, die die Debatte wieder auf den Boden der Wirklichkeit und dieses dringlichen Bundesbeschlusses zurückgeführt haben. Sie mögen entschuldigen, wenn ich nicht alle Votanten persönlich nenne. Herr Schule, Sie haben nach den Ausführungsbestimmun- gen gefragt. Ich darf Ihnen versichern: Es wird keinen büro- kratischen Erlass geben. Es wird höchstens darum gehen, den Artikel 2 des dringlichen Bundesbeschusses näher aus- zuführen, nämlich die Prozentquoten der Subventionen fest- zulegen, weil dieser Artikel 2 ja nur den Rahmen der auszu- zahlenden Subvention enthält. Im Hinblick auf die Aufgabenteilung haben Sie angetönt, es handle sich hier um eine neue Aufgabe des Bundes. Hier bin ich mit Ihnen nicht einverstanden, denn die Oberaufsicht des Bundes im Forstwesen ist schon (wie Sie von Frau Blunschy gehört haben) mehr als 100 Jahre alt; es handelt sich höchstens um eine Intensivierung einer bestehenden Aufgabe. Herr Oehen, Sie haben sich darüber beklagt, dass für den Wald bisher zuwenig Mittel eingesetzt worden seien. Ich kann diese Klage durchaus verstehen, muss Ihnen aber zu bedenken geben, dass der Bund nur die Oberaufsichtsbe- hörde im Forstwesen ist und primär die Kantone zuständig sind. Zudem werden die Mittel, die der Bund für das Forst- wesen bereitstellt, auf dem Wege des ordentlichen Budgets dem Parlament vorgelegt, und es liegt dann an Ihnen, diese Kredite festzulegen. Sie haben sich darüber beklagt, dass wir die Tempolimiten in die Vernehmlassung schickten. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass das Gesetz uns eine solche Vernehmlas- sung vorschreibt. Herr Stamm, Sie haben mit Recht vor Missbräuchen gewarnt. Es kann tatsächlich zu Missbräuchen führen, ins- besondere dann, wenn Sie noch gewisse Anträge gutheis- sen sollten, die als Minderheitsantràge eingebracht worden sind, wie zum Beispiel jenen, wonach auch noch die Kosten für die Lagerung des Holzes subventioniert werden sollten. Dann könnte auf Kosten der Eidgenossenschaft spekuliert werden; das Holz würde solange gelagert, bis die Preise hinaufgehen. Ein Missbrauch könnte tatsächlich entstehen, aber wir werden darüber wachen, dass das nicht geschieht. Sie haben auch gefragt, ob aus Sturmschäden resultieren- des Fallholz ebenfalls diesem dring liehen Bundesbeschluss unterstehe. Diese Frage kann ich insofern bejahen, als die- ses Fallholz eine Gefahr wegen dem Belall durch Schäd- linge darstellt; es muss entfernt werden, und insofern fällt es unter diesen Bundesbeschluss. Herr Thévoz, Sie haben zu Recht die Frage aufgeworfen, woher das Personal für diese Waldarbeiten komme. Es wurde verschiedentlich - nicht in dieser Debatte, aber in der Öffentlichkeit - vorgeschlagen, die Arbeitslosen, die wir leider haben, für solche Arbeiten einzusetzen. Ich muss aber darauf aufmerksam machen, dass es sich im Wald um eine spezielle, sehr gefährliche Arbeit handelt. Es wäre unverant- wortlich, in diesem Bereich nicht geübte Leute in den Wald zu schicken. Zurzeit wird auch die Frage geprüft, ob Trup- pen eingesetzt werden könnten; es besteht ein dahingehen- der Vorstoss Ihres Kollegen Wellauer. Aber auch hier kann es sich nur darum handeln, Truppen, die in solchen Berei- chen geübt sind, in die Wälder zu schicken, zum Beispiel Genie- oder Luftschutztruppen. Diese Frage wird also zur- zeit geprüft. Herr Kühne, Sie befürchten zu Recht, dass auf dem Holz- markt ein Druck entstehen könnte, und Sie fragen, was man zu tun gedenke. Ich habe bereits bei früherer Gelegenheit auf zwei Vorstösse aus Ihren Kreisen - Herr Martin sowie Herr Dobler im Ständerat - geantwortet: Holz ist in der Sprache unserer Freihandelsverträge mit der EG und in der Sprache des GATT-Vertrages sowie der EFTA-Konvention nicht etwa ein landwirtschaftliches Produkt, sondern ein Industrieprodukt. Wir können deshalb nicht beliebig Mass- nahmen an der Grenze einführen, sondern das wäre nur dann möglich, wenn die Voraussetzungen zur Anwendung der sogenannten Schutzklausel gegeben wären. Ich habe damals erklärt, dass in jenem Zeitpunkt diese Voraussetzun- gen nicht gegeben seien, aber ich habe in Aussicht gestellt, die Frage neu zu prüfen, wenn im Zusammenhang mit dem Waldsterben ein unerträglicher Druck auf den Holzmarkt entstehen sollte. Sie haben auch noch darnach gefragt, wie es sich mit einem allfälligen Anschlussprogramm verhalte. Wir haben das
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent 490 N 2 mai 1984 Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress Antrag der Kommission Titel Bundesbeschluss über Beiträge an ausserordentliche Mass- nahmen gegen Waldschäden Ingress Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Antrag Günter Even tualan träge (für den Fall, dass der Bundesbeschluss sinngemäss in der Fassung des Bundesrates beschlossen werden sollte) A. Titel Bundesbeschluss über ausserordentliche Massnahmen zum Schutz des Waldes vor Schädlingen Art. 1 • Der Bund leistet Beiträge an Massnahmen zum Schütze des Waldes vor Schädlingen. Titre et préambule Proposition de la commission Titre Arrêté fédéral sur des subventions à des mesures extraordi- naires contre les dégâts aux forêts Préambule Adhérer au projet du Conseil fédéral Proposition Günter Proposition subsidiaires (pour le cas où l'arrêté fédéral est adopté dans la version du Conseil fédéral) A. Titre: Arrêté fédéral instituant des mesures extraordinaires pour la protection des forêts contre les ravageurs (parasites) Art. 1 La Confédération alloue des subventions pour les mesures visant à protéger les forets contre les ravageurs (parasites). Le président: Etant donné la proposition éventuelle de M. Günter, je vous propose de repousser la discussion et la décision sur ce point à la fin de la discussion sur l'arrêté. En l'absence d'autre proposition, vous avez adopté cette manière de procéder. Je vous fais une deuxième proposition de procédure, en accord cette fois avec les rapporteurs et les auteurs de propositions, c'est de grouper la discussion sur les articles premier, 2a et Sa. Il est évident que nous voterons ensuite séparément chacun de ces articles, sous réserve que l'arti- cle 1 de la proposition Grendelmeier soit accepté. Si elle était refusée, il semble que les propositions aux articles 2a et 5a ne pourraient plus être acceptées. Vous êtes d'accord avec cette proposition de procédure. Je donnerai d'abord la parole aux auteurs des propositions. Art. 1 Antrag der Kommission Mehrheit ... vor Schadstoffauswirkungen,... Minderheit (Grendelmeier) Der Bund leistet Beiträge an Massnahmen und erlässt Vor- schriften zum Schutz des Waldes vor Schadstoffauswirkun- gen, Krankheiten und Schädlingen. Art. 1 Proposition de la commission Majorité (Ne concerne que le texte allemand) Minorité (Grendelmeier) La Confédération alloue des subventions et édicté des pres- criptions pour les mesures ... Art. 2a Antrag der Kommission • Mehrheit Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Minderheit (Grendelmeier) Zur Bekämpfung der Ursachen von Waldschäden verfügt der Bund folgende Sofortmassnahmen: a. Sofortige Einführung von Tempo 100 km/h auf Autobah- nen und 80 km/h auf Uberlandstrassen, wie dem übrigen Strassennetz ausserhalb der Ortschaften; b. Obligatorische Einführung von Katalysatoren bei Neuwa- gen bis spätestens Ende 1985. Einführung von bleifreiem Benzin; c. Obligatorische jährliche Abgaskontrollen von Altautos und anderen Motorfahrzeugen; d. Massive Senkung der SBB-Tarife; e. Der Bund unterstützt und koordiniert die Bemühungen der Kantone zur Förderung der regionalen Verkehrsmittel. Er strebt einen gesamtschweizerischen Tarifverbund sämtli- cher öffentlicher Verkehrsmittel an, in dessen Rahmen ein verbilligtes Umweltschutzabonnement einzuführen ist. f. Obligatorische Ölfeuerungskontrollen; g. Senkung der Abgasgrenzwerte für Industrie und Keh- richtverbrennungsanlägen unter Berücksichtigung der Gesamtbelastung durch das Zusammenwirken der einzel- nen Schadstoffe; h. Erhebung eines Zollzuschlages für fossile Brennstoffe, abgestuft nach Schwefelgehalt und anderen Noxen; i. Der Bund erhebt eine allgemeine Energiesteuer. Antrag Lanz Bst. d Massive Senkung der SBB- und PTT-Tarife; Anträge Hegg Bst. k Sperre des Kontingents von 10 000 neuen Jahresaufenthal- tern in der Fremdarbeiterverordnung; Bst. l Sofortiger Bewilligungsstopp für Verkäufe von Grundstük- ken, die nicht als Grundlage für einen Produktions- oder Dienstleistungsbetrieb benötigt werden, an Personen im Ausland. Art. 2a Proposition de la commission Majorité Adhérer au projet du Conseil fédéral Minorité (Grendelmeier) Pour lutter contre les causes des dégâts aux forêts, la Confédération édicté les mesures immédiates suivantes: a. Introduction immédiate de la limitation de vitesse à 100 km/h sur les autoroutes et 80 km/h sur les routes princi- pales et le reste du réseau en dehors des localités; b. Introduction obligatoire des catalyseurs sur les voitures neuves à fin 1985 au plus tard. Introduction de l'essence sans plomb;
Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent492 N 2 mai 1984 gesprochen, welches hier vorliegt. Das scheint mir eben die Gefahr zu sein, sich auf ein absolutes Minimum zu beschränken, um die tatsächlichen Probleme nicht in Angriff nehmen zu müssen. Nun möchte ich aber zu den Vorschlägen inhaltlich etwas sagen: Die LdU/EVP-Fraktion hat bereits - Sie wissen es vielleicht - im Dezember eine Liste, ein ganzes Massnah- menpaket, ein Motionenpaket in der Form eines sogenann- ten Grünbuches der Öffentlichkeit vorgestellt und hier ein- gereicht. Die Punkte, die Sie nun hier aufgelistet sehen, entsprechen erstens einmal den wesentlichsten Geboten der Ursachenbekämpfung. Das heisst, es werden die Haupt- verursacher getroffen. Und da gibt es keine Zweifel mehr; es steht in der Vorlage, auf Seite 4. Noch einmal: «Ohne Luft- verschmutzung - kein Waldsterben». Und zu den Verursa- chern der Luftverschmutzung gehören die Motorfahrzeuge, die Ölfeuerungen, Industrie und Kehrichtverbrennung. Wenn wir diese Probleme in den Griff bekommen, dann haben wir einen ganz wesentlichen Teil der Luftverschmut- zung reduziert. «Das schlackt kä Geiss weg». Und darüber braucht man auch nicht mehr zu diskutieren. Das ist genü- gend erforscht. Hüten wir uns also davor, uns weiterhin «Zeit zu kaufen» mit noch mehr Forschung, mit noch genaueren Detailangaben! Wir werden nie alles bis in das letzte Detail erforscht haben. Aber wir haben die Möglich- keit, das, was wir wissen und was uns bekannt ist, bereits in die Tat umzusetzen. Wenn man uns sagt, dass bei gewissen möglichen Massnah- men nur ein Effizienzgrad von vielleicht 5, 7 oder 9 Prozent besteht, dann sind es eben 5, 7 oder 9 Prozent! Wir sollten nicht warten, bis die anderen 90 Prozent in Angriff genom- men werden können! Nein! Wenn wir eine Massnahme nach der anderen zusammenzählen, dann kommen wir vielleicht einmal auf eine optimale Zahl von 80 Prozent, und das wäre eine ganz schöne Menge. Wir haben unsere Vorschläge auch eingeteilt nach diesen Gebieten. Die Buchstaben a, b und c betreffen Motorfahr- zeuge, die Buchstaben d und e den öffentlichen Verkehr, f und g Heizung, Industrie und Kehrichtverbrennungsanla- gen, h und i die Finanzierung. Zu Punkt 1, zum Automobil: Das ist ja nun wohl unser allerliebstes, aber auch unser empfindlichstes Kind. Nir- gends jault der Schweizer dermassen auf, wie wenn daran etwas geändert wird. Es ist ja auch merkwürdig, dass ausge- rechnet heute morgen zu lesen war, dass nun erst die berühmte Vernehmlassung beginnt, die bereits im März als hinlänglich unnötig empfunden wurde, weil nämlich die Meinungen gemacht sind, weil wir wissen, wie die Automo- bilverbände denken, weil wir wissen, wie die Autoindustrie denkt, weil wir aber auch wissen, wie die ökologischen Bewegungen denken. Es braucht diese Vernehmlassung nicht. Trotzdem hat man ein Vernehmlassungsverfahren eingeleitet, das sage und schreibe erst heute effektiv beginnt - das dauert mir etwas sehr lange -, angeblich weil es Übersetzungsschwierigkeiten gegeben hat. Ich habe grösste Hochachtung vor den Übersetzungskünsten dieses Hauses. Ich habe noch nie so fabelhaft schnelle, erstklassige Übersetzer getroffen wie ausgerechnet in diesem Haus. Und da soll es Schwierigkeiten gegeben haben? Oder ist es allenfalls dieses neue Wort «Akzeptanz», das man nicht übersetzen kann, weil der Inhalt aus Gummi besteht, weil jeder damit anfangen kann, was er will? Ist es allenfalls die semantische Übersetzung, die nicht hinhaut? Ich fürchte es. Wir werden, wenn alles gut geht, bis im August genau wissen, was die Leute denken, und wir werden dann genau gleich viel wissen wie heute. Dabei wäre das nun die Mög- lichkeit gewesen, morgen die Tafeln für die Hunderter- Limite zu montieren. Warum ist denn das so ein Problem? Können Sie sich nicht erinnern, dass wir das alles schon einmal über uns haben ergehen lassen - vor zehn Jahren? Damals war es aber die Energiekrise. Die hat uns am Portemonnaie getroffen, darum ging es. Niemand hat reklamiert, und die Schweiz existiert noch immer. Die Massnahme hat auch gezeigt - und das wäre noch ein Vorteil von Tempo 100-, dass wir sie rückgängig machen können für den Fall, dass es sich einmal herausstellen sollte, dass anstatt Abgase reine Alpenluft den Autos entweicht. Ein weiteres mir unerklärliches Phänomen ist die Tatsache, dass gerade jene Kreise, die immer nach Amerika schielen (vor allem, seit Amerika vom heutigen Präsidenten geleitet wird), eine solche Massnahme ablehnen. In Amerika, im wohl grössten, wichtigsten Autoland, zuckelt man aber seit 1974 mit ganzen 88 Kilometern pro Stunde durch die Gegend, und auch Amerika lebt noch, und zwar auch nicht schlecht, obwohl die Autos dort noch viel stärker sind als die, die hier von der Allgemeinheit gefahren werden. Viel- leicht sind die Amerikaner etwas vernünftiger und brauchen das Auto nicht als Spielzeug, sondern als notwendiges Übel. Lernen wir doch von den Amerikanern! Man ist doch dazu hierzulande sonst sehr bereit. Ich möchte auch noch auf den öffentlichen Verkehr (Buch- staben d und e) zu reden kommen. Wenn wir dem Automobi- listen schon so weh tun und ihn zwingen wollen, den «Blei- fuss» etwas vom Pedal zu heben, dann geben wir ihm einen Zucker, indem wir- und das scheint mir unumgänglich zu sein - den öffentlichen Verkehr attraktiver gestalten, dass es nicht so ist, dass der Vernünftige, der den Zug benützt, mehr bezahlt als der, der sein Auto benützt. Wir müssen dem umweltbewussten Automobilisten das Umsleigen auf öffent- liche Verkehrsmittel erleichtern. Leider ist es heute so, dass wir zum Teil nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln reden müssen, sondern von öffentlichen Zumutungen. Es scheint mir immer noch das beste Argument zu sein, wenn man jemandem etwas gibt für seine Bereitschaft, zu verzichten. Die beiden Massnahmen würden bestimmt die Attraktivität unserer öffentlichen Verkehrsmittel erhöhen. Die Buchstaben f und g betreffen die Heizungen, dann auch die Belastung durch Kehrichtverbrennungs- und Industrie- feuerungen. Auch diese Massnahmen dürften unbestritten sein und sind ja auch schon angetönt worden von Bundes- rat Egli. Also sollten wir da doch eigentlich zusammenarbei- ten, und Sie müssten mir dankbar sein, dass wir noch etwas mehr Dampf aufsetzen wollen. Der letzte Punkt betrifft die Finanzierung. Wir beweisen damit, dass wir nicht einfach in die Luft hinaus postulieren, sondern dass wir durchaus wissen, was wir mit unserem Massnahmenpaket, mit dem Grünbuch, wollen. Diese neun Punkte sind also kein unseriöses Multipack, lieber Kurt Schule, sondern - das wage ich zu behaupten - zusammen mit der Bekämpfung der Borkenkäfer der Ver- such einer ersten, koordinierten Therapie im Sinne der Ersten Hilfe und im vollen Bewusstsein, dass dies erst ein allererster, bescheidener Schritt zur Genesung des Waldes ist, der nun wiederum seinerseits auch nur ein Symptom ist für unsere kranke Umwelt. Ich bitte Sie also, unseren Vorschlagen zuzustimmen. Die LDU/EVP-Fraktion und der Wald wären Ihnen dankbar. Hegg: Den Vorwurf einiger meiner Vorredner, meine Anträge seien demagogisch und zum Fenster hinaus gesprochen, muss ich natürlich entschieden zurückweisen. Die Liste von Sofortmassnahmen, wie sie Frau Kollega Gren- delmeier als Vertreterin der in diesem Haus sitzenden soge- nannten «Grünen» aufgestellt und als Antrag eingereicht hat, ist irgendwie typisch. Typisch deshalb, weil sie die Bevölkerungsfrage ausklammert. Es ist tatsächlich erstaun- lich, wie stark dieses Tabu gepflegt wird, dass in diesem Zusammenhang über Fragen der Bevölkerungsentwicklung, die bis jetzt ja ausschliesslich ein Elevölkerungswachstum ist, nicht gesprochen werden darf. Ich habe nicht die Absicht, dieses Tabu einzuhalten. Selbst- verständlich ist die Frage der Populationsdichten, der Anzahl Individuen derselben Art pro Flächeneinheit, für eine sich wirklich als wissenschaftlich versteherde Ökologie von entscheidender Bedeutung. Dies gilt für Pf'anzen und Tiere und selbstverständlich auch für den Menschen, der-setzen wir uns einmal in die Haut beziehungsweise in das Fell nichtmenschlicher Kreaturen - ein grosser, vielleicht der grösste Schädling ist. Dies gilt auch für den Wald. Nicht die
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Waldschäden. Dringlicher Bundesbeschluss Dépérissement des forêts. Arrêté fédéral urgent In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band II Volume Volume Session Maisession Session Session de mai Sessione Sessione di maggio Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.019 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 02.05.1984 - 08:00 Date Data Seite 470-493 Page Pagina Ref. No 20 012 448 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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