Postulat Bonny
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N 23 mars 1984
neuen, veränderten Bedingungen als eine kontinuierliche
und planmässige Aktivität konzipiert werden.
Dies hängt zusammen mit de- zunehmenden Multilaterali-
sierung der internationalen Beziehungen. Und die Entwick-
lung muss ferner gesehen werden im Licht der Einsicht,
dass Neutralität ja kein statisches, immer gleichbleibendes
Prinzip ist, sondern ein Mittel zur Sicherung der Freiheit und
Unabhängigkeit des Landes, das naturgemäss in der
Geschichte einem Wandel unterliegt entsprechend dem
Wandel der internationalen Lage, in welcher die Freiheit
gesichert werden muss. Heute steht fest, dass es auf längere
Sicht ohne eine allgemeine Sicherheit in der Welt auch
keine schweizerische Sicherheit mehr geben kann. Ausser-
dem wird heute in zunehmendem Masse der neutrale Status
eines Landes als moralische Verpflichtung zu aktiver Beteili-
gung zur Herstellung von mähr Sicherheit auf der Welt
empfunden. - Am Rande sei auch darauf hingewiesen, dass
die sogenannte Friedensbewegung, welche auch in unse-
rem Lande eine sehr grosse ','.ah\ von Anhängern und vor
allem Sympathisanten in der Sache zählt, in letzter Zeit ihre
Forderungen immer mehr darauf konzentriert, dass die neu-
trale Schweiz der ihr zustehencen und zumutbaren friedens-
politischen Beitrag zur Stabilisierung der Weltlage leisten
sollte.
Das geeignete Instrumentant m für das neutralitätspoliti-
sche Zusammenwirken von F'arlament und Regierung in
unserem Land gemäss BV 85 6 und 102.9 muss erst noch
gefunden werden. Als ein brauchbares Element eines sol-
chen Instrumentariums ersehe nt der konzeptionelle Bericht
- etwa analog dem Bericht über die Menschenrechtspolitik
in der Schweiz vom 2. Juni 1982. Ein solcher Bericht müsste
nicht nur über die bisherige Neutralitätspolitik der Schweiz
in der neuen, multilateralen Situation Rechenschaft geben,
sondern in möglichst umfassender Weise auch Schlüsse
ziehen und mögliche Neuansä~:ze für die zukünftig zu verfol-
gende Politik aufzeigen. Übe' das hinausgehend, was in
einzelnen Interpellationsbeanlwortungen schon zu finden
ist (z. B. zur Ip von NR Braunschweig Nr. 83.582), müsste er
sich konzeptionellen Fragen widmen wie- um ein einziges
konkretes Beispiel zu geben -: Welcher Zusammenhang
kann hergestellt werden zwischen der KVAE und den ande-
ren vorgesehenen KSZE-Spe/iialkonferenzen, und welche
nichtmilitärischen Massnahmen der Vertrauensbildung soll-
ten ins Auge gefasst werden, welche die in Stockholm zur
Verhandlung stehenden militärischen Massnahmen zur Ver-
trauensbildung positiv beeinflussen könnten?
Ein konzeptioneller Bericht i:;t darum als ein geeignetes
Instrument anzusehen, weil er eine Grundlage für den not-
wendigen Dialog zwischen Parlament und Regierung
abgibt. Ein erster derartiger Bericht sollte nicht zu spät an
das Parlament abgehen, d. h. nicht erst dann, wenn die neue
Phase des KSZE-Prozesses bereits beendet ist. Er sollte
andererseits erst dann erstattest werden, wenn schon erste
Erfahrungen vorliegen. Dem ersten Bericht könnten auf-
grund neuer Erfahrungen und Erwägungen weitere folgen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil 'édéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.964
Postulat Bonny
Junge Hochschulabsolventen.
Beschäftigungsprobleme
Jeunes universitaires. Difficultés d'emploi
Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1983
Der Bundesrat wird eingeladen, einen Bericht zu erstellen,
der
.- die Konsequenzen der gegenwärtigen Beschäftigungs-
lage der jungen Hochschulabsolventen untersucht;
- die möglichen Entwicklungen dieser Problematik für die
nächsten Jahre aufzuzeigen versucht;
- die Massnahmen darstellt, welche zur Bewältigung dieser
Schwierigkeiten getroffen werden müssen.
Texte du postulat du 16 décembre 1983
Le Conseil fédéral est prié d'établir un rapport
- qui analyse les conséquences de la situation actuelle de
l'emploi chez les jeunes universitaires;
- qui essaie de prévoir l'évolution de ce problème pour les
années à venir; et
- qui présente les mesures nécessaires à l'aplanissement
de ces difficultés.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-Bern, Cevey,
Couchepin, Darbellay, Jeanneret, Künzi, Luchinger, Marti-
gnoni, Pidoux, Spalti (10)
Schriftliche Begründung — Développement par écrit
Im Rahmen der auf unserem Arbeitsmarkt vorhandenen
Schwierigkeiten zeichnet sich immer deutlicher eine beson-
dere Problematik bei den jungen Hochschulabsolventen ab.
Im Laufe der letzten Jahre haben sich deren Beschäfti-
gungsaussichten allmählich verschlechtert. Wegen des star-
ken Ausbaues der Dozenten- und vor allem der Assistenten-
stellen - letztere wurden zudem vielfach in Teilstellen aufge-
splittert-tritt die effektive Situation nicht in voller Schärfe in
Erscheinung. Auf die Dauer bringt dies jedoch keine Lö-
sung.
Verschiedene Anzeichen deuten neuerdings darauf hin,
dass gegenwärtig, aber auch kurz- und mittelfristig eine
markante Verschlechterung mit entsprechenden gesell-
schaftlichen, sozialen, finanziellen und wirtschaftlichen Fol-
gen eintreten wird. Es gibt zwar immer noch erhebliche
Unterschiede zwischen den Studienrichtungen und Landes-
gegenden. Die Allgemeintendenz ist aber leider klar negativ.
Diese Entwicklung darf nicht tatenlos hingenommen wer-
den. Massnahmen sind unumgänglich, die nicht nur zeitge-
recht, sondern auch gut aufeinander abgestimmt werden
müssen. Insbesondere ist das Vorgehen zwischen Bund,
Kantonen, Hoch- und Mittelschulen sowie Wirtschaft zu
koordinieren.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Bonny Junge Hochschulabsolventen. Beschäftigungsprobleme
Postulat Bonny Jeunes universitaires. Difficultés d'emploi
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1984
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.964
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
23.03.1984 - 08:00
Date
Data
Seite
426-426
Page
Pagina
Ref. No
20 012 332
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