- März 1984 N425
Postulat Ott
pour les cinq années sur lesquelles s'étendent les essais.
Ainsi, durant la première année, les concessionnaires ne
paient que 30 pour cent des taxes, 40 dans la deuxième, 50
dans la troisième et 60 dans les quatrième et cinquième.
Enfin, l'intervention demande une réduction des taxes per-
çues sur les programmes SSR, repris ou retransmis par les
diffuseurs locaux. La SSR leur a offert de reprendre certains
programmes. A cette fin, elle a fixé des prix forfaitaires qui
ne sont pas calculés en fonction des coûts de revient, mais
seulement d'après les charges supplémentaires lui incom-
bant. Si elle devait encore réduire ces prix, la mise à disposi-
tion des programmes serait alors financée en partie par les
taxes de radio et de télévision versées par les auditeurs et les
téléspectateurs qui ne peuvent pas du tout recevoir d'émis-
sions locales.
A cet égard, il y a lieu de tenir compte de la situation
juridique. La SSR diffuse ses programmes en vertu de sa
concession. Elle bénéficie d'une liberté de gestion dans la
mesure où son activité n'est pas restreinte par ladite conces-
sion ou par d'autres charges de droit public. Il lui appartient
donc de fixer le prix de ses productions, dans la meure où
ses droits et ses prestations sont touchés. Le Conseil fédéral
estime qu'il convient de respecter cette réglementation des
compétences prévue par la concession, cela d'autant plus
que la SSR n'exige pas la couverture intégrale des coûts,
mais simplement une participation aux frais.
Le gouvernement a allégé dans la mesure du possible les
conditions initiales offertes aux diffuseurs locaux, notam-
ment dans les régions économiquement faibles. Il s'agit
maintenant de recueillir des expériences dans le cadre des
essais. Celles-ci montreront si d'autres dispositions s'impo-
sent lors de l'application de solutions définitives.
Du point de vue juridique, il y a lieu de remarquer que la
motion demande également à la SSR des mesures qui
relèvent d'activité de cette dernière. Cette exigence doit
donc être rejetée pour des raisons juridiques.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en
postulat.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
#ST# 83.946
Postulat Ott
Neutralitätspolitik. Konzept
Politique de neutralité. Principes
Wortlaut des Postulates vom 15. Dezember 1983
Im Januar 1984 beginnt in Stockholm die erste Phase der
Konferenz für Vertrauensbildung, Abrüstung in Europa, die
nach den Beschlüssen von Madrid ein Teil des KSZE-Pro-
zesses sein soll. Nicht zuletzt dank der aktiven Neutralitäts-
politik unseres Landes soll sich der KSZE-Prozess in Form
einer Reihe von Konferenzen fortsetzen, welche unter ver-
schiedenen Aspekten alle die Herstellung von mehr Ver-
trauen zwischen den betroffenen Nationen bezwecken. Im
Hinblick auf die gemeinsame verfassungsrechtliche Kompe-
tenz von Parlament und Regierung für die Belange der
Neutralitätspolitik (vgl. BV 85.6 und BV 102.9) wird der
Bundesrat eingeladen, den eidgenössischen Räten einen
Bericht darüber zu erstatten,
a. mit welchem generellen Konzept von Vertrauensbildung,
Entspannung und Abrüstung die Schweiz in die kommende
Phase des KSZE-Prozesses eintritt;
b. nach welchen Leitlinien während dieses Prozesses und
künftig die erforderliche Kommunikation zwischen Parla-
ment und Regierung erfolgen könnte.
Texte du postulat du 15 décembre 1983
La première phase de la Conférence sur le désarmement en
Europe (CDE) débutera à Stockholm en janvier 1984; con-
formément aux décisions prises à Madrid, elle fait partie des
développements suscités par la CSCE. Notre politique de
neutralité active a notablement contribué à faire déboucher
la CSCE sur une série de conférences visant toutes, d'une
façon ou d'une autre, à renforcer la confiance entre les
nations intéressées. Etant donné que le Parlement et le
Gouvernement ont une responsabilité commune en matière
de politique de neutralité conformément à la constitution
(cf. art. 85,6 et 109,9 est.), le Conseil fédéral est invité à
présenter aux Chambres un rapport sur les principes
a. Dont il compte s'inspirer pour favoriser le renforcement
de la confiance mutuelle, la détente et le désarmement au
cours de la prochaine phase de la CSCE;
b. Que l'on devrait appliquer pour assurer la communica-
tion indispensable entre le Gouvernement et le Parlement
durant ces négociations et par la suite.
Mitunterzeichner- Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Blun-
schy, Borei, Bratschi, Braunschweig, Bundi, Christinat, Cli-
vaz, Deneys, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Euler,
Fankhauser, Fehr, Friedli, Gloor, Hubacher, Jaggi, Lanz,
Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch,
Meizoz, Morf, Nauer, Neukomm, Pitteloud, Reimann, Rie-
sen-Freiburg, Robbiani, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Stamm
Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Weber-Arbon,
Widmer (41)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Nach BV 102.8 besorgt der Bundesrat die auswärtigen Ange-
legenheiten der Eidgenossenschaft. Hingegen ist die Wah-
rung der schweizerischen Neutralität in der Kompetenz von
Exekutive und Legislative. Im Hinblick auf den Parallelismus
von BV 85.6 und BV 102.9 spricht zum Beispiel J.-F. Aubert
im «Traité de Droit constitutionnel suisse» von «compéten-
ces communes du Parlement et du Gouvernement» (a. a. 0,
Ziff. 1330). Über die beiden parallelen Formulierungen heisst
es dort: «... le recouvrement des termes est presque parfait».
Diese Feststellung erscheint unter dem Titel «Politique exté-
rieure», denn in der Tat gilt ja die Neutralität in unserer
politischen Praxis und Ideologie seit langem als die oberste
aussenpolitische Maxime unseres Landes.
Während also die «normalen» aussenpolitischen Aktivitäten
(Aubert nennt: Anerkennung von Staaten, Ernennung der
diplomatischen und konsularischen Vertreter, Aushandlung
und Unterzeichnung zwischenstaatlicher Abkommen, ver-
gleiche Ziff. 1554 bis 1556) Sache der Regierung ist, verlangt
die Festlegung grundsätzlicher Richtlinien für eine
bestimmte Phase schweizerischer Neutralitätspolitik nach
einem Zusammenwirken von Parlament und Regierung.
Dieses Bedürfnis wird im jetzigen Augenblick besonders
spürbar, denn die Schweiz tritt in eine wichtige neue Phase
ihrer Neutralitätspolitik: Nachdem sich diese schon im bis-
herigen KSZE-Prozess und insbesondere während der
Madrider Folgekonferenz bewährt hat, wird sie nun erstmals
Verhandlungspartner in einem Prozess multilateraler Ver-
handlungen, die via Vertrauensbildung letztlich auf Abrü-
stung - eines der brennendsten weltpolitischen Probleme -
hinzielen.
Hier stellen sich für unseren neutralen Staat Fragen neuer
Ordnung, mit denen er bisher noch nie konfrontiert war. Da
die KSZE - nicht nur die demnächst beginnende KVAE,
sondern im Zusammenhang damit die ganze Reihe der
vorgesehenen Konferenzen im KSZE-Rahmen-als ein kon-
tinuierlicher Prozess gesehen werden muss, als eine Ganz-
heit also, kann Neutralitätspolitik hier nicht mehr nur von
Fall zu Fall, als unregelmässige Folge von punktuellen Akten
erfolgen, die zwar alle konsequent ein höheres Prinzip kon-
kretisieren. Sondern Neutralitätspolitik muss unter den
54-N
Postulat Bonny
426
N 23 mars 1984
neuen, veränderten Bedingungen als eine kontinuierliche
und planmässige Aktivität konzipiert werden.
Dies hängt zusammen mit de- zunehmenden Multilaterali-
sierung der internationalen Beziehungen. Und die Entwick-
lung muss ferner gesehen werden im Licht der Einsicht,
dass Neutralität ja kein statisches, immer gleichbleibendes
Prinzip ist, sondern ein Mittel zur Sicherung der Freiheit und
Unabhängigkeit des Landes, das naturgemäss in der
Geschichte einem Wandel unterliegt entsprechend dem
Wandel der internationalen Lage, in welcher die Freiheit
gesichert werden muss. Heute steht fest, dass es auf längere
Sicht ohne eine allgemeine Sicherheit in der Welt auch
keine schweizerische Sicherheit mehr geben kann. Ausser-
dem wird heute in zunehmendem Masse der neutrale Status
eines Landes als moralische Verpflichtung zu aktiver Beteili-
gung zur Herstellung von mähr Sicherheit auf der Welt
empfunden. - Am Rande sei auch darauf hingewiesen, dass
die sogenannte Friedensbewegung, welche auch in unse-
rem Lande eine sehr grosse ','.ah\ von Anhängern und vor
allem Sympathisanten in der Sache zählt, in letzter Zeit ihre
Forderungen immer mehr darauf konzentriert, dass die neu-
trale Schweiz der ihr zustehencen und zumutbaren friedens-
politischen Beitrag zur Stabilisierung der Weltlage leisten
sollte.
Das geeignete Instrumentant m für das neutralitätspoliti-
sche Zusammenwirken von F'arlament und Regierung in
unserem Land gemäss BV 85 6 und 102.9 muss erst noch
gefunden werden. Als ein brauchbares Element eines sol-
chen Instrumentariums ersehe nt der konzeptionelle Bericht
- etwa analog dem Bericht über die Menschenrechtspolitik
in der Schweiz vom 2. Juni 1982. Ein solcher Bericht müsste
nicht nur über die bisherige Neutralitätspolitik der Schweiz
in der neuen, multilateralen Situation Rechenschaft geben,
sondern in möglichst umfassender Weise auch Schlüsse
ziehen und mögliche Neuansä~:ze für die zukünftig zu verfol-
gende Politik aufzeigen. Übe' das hinausgehend, was in
einzelnen Interpellationsbeanlwortungen schon zu finden
ist (z. B. zur Ip von NR Braunschweig Nr. 83.582), müsste er
sich konzeptionellen Fragen widmen wie- um ein einziges
konkretes Beispiel zu geben -: Welcher Zusammenhang
kann hergestellt werden zwischen der KVAE und den ande-
ren vorgesehenen KSZE-Spe/iialkonferenzen, und welche
nichtmilitärischen Massnahmen der Vertrauensbildung soll-
ten ins Auge gefasst werden, welche die in Stockholm zur
Verhandlung stehenden militärischen Massnahmen zur Ver-
trauensbildung positiv beeinflussen könnten?
Ein konzeptioneller Bericht i:;t darum als ein geeignetes
Instrument anzusehen, weil er eine Grundlage für den not-
wendigen Dialog zwischen Parlament und Regierung
abgibt. Ein erster derartiger Bericht sollte nicht zu spät an
das Parlament abgehen, d. h. nicht erst dann, wenn die neue
Phase des KSZE-Prozesses bereits beendet ist. Er sollte
andererseits erst dann erstattest werden, wenn schon erste
Erfahrungen vorliegen. Dem ersten Bericht könnten auf-
grund neuer Erfahrungen und Erwägungen weitere folgen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil 'édéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.964
Postulat Bonny
Junge Hochschulabsolventen.
Beschäftigungsprobleme
Jeunes universitaires. Difficultés d'emploi
Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1983
Der Bundesrat wird eingeladen, einen Bericht zu erstellen,
der
.- die Konsequenzen der gegenwärtigen Beschäftigungs-
lage der jungen Hochschulabsolventen untersucht;
- die möglichen Entwicklungen dieser Problematik für die
nächsten Jahre aufzuzeigen versucht;
- die Massnahmen darstellt, welche zur Bewältigung dieser
Schwierigkeiten getroffen werden müssen.
Texte du postulat du 16 décembre 1983
Le Conseil fédéral est prié d'établir un rapport
- qui analyse les conséquences de la situation actuelle de
l'emploi chez les jeunes universitaires;
- qui essaie de prévoir l'évolution de ce problème pour les
années à venir; et
- qui présente les mesures nécessaires à l'aplanissement
de ces difficultés.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-Bern, Cevey,
Couchepin, Darbellay, Jeanneret, Künzi, Luchinger, Marti-
gnoni, Pidoux, Spalti (10)
Schriftliche Begründung — Développement par écrit
Im Rahmen der auf unserem Arbeitsmarkt vorhandenen
Schwierigkeiten zeichnet sich immer deutlicher eine beson-
dere Problematik bei den jungen Hochschulabsolventen ab.
Im Laufe der letzten Jahre haben sich deren Beschäfti-
gungsaussichten allmählich verschlechtert. Wegen des star-
ken Ausbaues der Dozenten- und vor allem der Assistenten-
stellen - letztere wurden zudem vielfach in Teilstellen aufge-
splittert-tritt die effektive Situation nicht in voller Schärfe in
Erscheinung. Auf die Dauer bringt dies jedoch keine Lö-
sung.
Verschiedene Anzeichen deuten neuerdings darauf hin,
dass gegenwärtig, aber auch kurz- und mittelfristig eine
markante Verschlechterung mit entsprechenden gesell-
schaftlichen, sozialen, finanziellen und wirtschaftlichen Fol-
gen eintreten wird. Es gibt zwar immer noch erhebliche
Unterschiede zwischen den Studienrichtungen und Landes-
gegenden. Die Allgemeintendenz ist aber leider klar negativ.
Diese Entwicklung darf nicht tatenlos hingenommen wer-
den. Massnahmen sind unumgänglich, die nicht nur zeitge-
recht, sondern auch gut aufeinander abgestimmt werden
müssen. Insbesondere ist das Vorgehen zwischen Bund,
Kantonen, Hoch- und Mittelschulen sowie Wirtschaft zu
koordinieren.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Ott Neutralitätspolitik. Konzept
Postulat Ott Politique de neutralité. Principes
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1984
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.946
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
23.03.1984 - 08:00
Date
Data
Seite
425-426
Page
Pagina
Ref. No
20 012 331
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