- Dezember 1983 N1821
Interpellation Jaeger
#ST# 81.551
Interpellation Oester
Zivilschutz. Mängel
Protection civile. Lacunes
Wortlaut der Interpellation vom 30. November 1981
Am Zivilschutz, einer der Säulen der schweizerischen
Gesamtverteidigung, ist in jüngster Zeit harsche Kritik geübt
worden. Dabei sind auch Haltung und Arbeitsweise des
zuständigen Bundesamtes ins Schussfeld geraten: Beste-
hende Mängel und Lücken würden heruntergespielt; Büro-
kratismus, Plan- und Papiergläubigkeit machten sich breit;
eine übermässige Regelungsdichte überfordere viele
Gemeinden; die Kaderausbildung sei mangelhaft, was zu
Leerläufen führe, usw.
Ich ersuche deshalb um Beantwortung folgender Fragen:
- Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass ein gewisses
Unbehagen um den Zivilschutz im wesentlichen dem heuti-
gen Ungleichgewicht zwischen Bauten und Material einer-
seits, der Ausbildung andererseits zuzuschreiben ist?
- Teilt er die Ansicht, dass das sogenannte Malaise im
Zivilschutz darin bestehe, «dass viel zu wenig Personen in
viel zu kurzer Zeit für viel zu viele Probleme brauchbare
Lösungen erarbeiten sollten»?
- Wenn ja, erachtet es der Bundesrat nicht auch für dring-
lich, dass das BZS die anstehenden Ausbildungsprobleme,
insbesondere die Kaderausbildung, zielstrebiger angeht als
bisher?
- Durch welche Massnahmen gedenkt der Bundesrat
sicherzustellen, dass alle örtlichen Schutzorganisationen
über genügend qualifizierten Kadernachwuchs verfügen?
- Wie kann erreicht werden, dass jeder Schweizer mög-
lichst bald weiss, in welchen Schutzraum er sich nötigen-
falls zu begeben und wie er sich dort zu verhalten hat?
- Hält der Bundesrat nicht auch dafür, dass die Zivilbevöl-
kerung im Katastrophenfall nur dann wirksam geschützt
werden kann, wenn neben Schutzräumen und Material auch
minimale Schutzraumeinrichtungen, Alarmanlagen (Sire-
nen), störungsresistente Ortsraum-Funksysteme und
Schutzmasken für jedermann vorhanden sind?
- Sieht er weitere Massnahmen vor, um innert nützlicher
Frist die Funktionsfähigkeit des Zivilschutzes entscheidend
zu verbessern und dadurch in den Augen der Öffentlichkeit
glaubwürdiger zu machen?
Texte de l'interpellation du 30 novembre 1981
Ces derniers temps, de sévères critiques ont été adressées à
la protection civile, qui est l'un des piliers de la défense
générale de la Suisse. A cette occasion, on a aussi critiqué le
comportement et les méthodes de travail de l'Office fédéral
compétent: on minimise, semble-t-il, les lacunes existantes;
c'est le règne de la bureaucratie, à grand renfort de plans et
de paperasses; beaucoup de communes sont débordées par
le nombre excessif de réglementations; la formation des
cadres et insuffisante, ce qui entraîne un manque d'effica-
cité.
C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral de répondre aux
questions suivantes:
- Le Conseil fédéral est-il de l'avis que le malaise régnant
au sujet de la protection civile doit principalement être
attribué au déséquilibre existant actuellement entre les
constructions et le matériel d'une part et l'instruction d'autre
part?
- Ne pense-t-il pas que le malaise en question tient au faut
que trop peu de personnes sont censées élaborer dans un
délai trop court des solutions satisfaisantes pour un trop
grand nombre de problèmes?
- Dans l'affirmative, le Conseil fédéral n'estime-t-il pas
urgent que l'OFPC s'attaque plus résolument que jusqu'ici
aux problèmes en suspens de l'instruction, et tout particuliè-
rement de celle des cadres?
- Quelles mesures le Conseil fédéral compte-t-il prendre
afin de pouvoir garantir que toutes les organisations de
protection civile des communes disposent d'un nombre
suffisant de cadres qualifiés prêts à prendre la relève?
- Comment faire en sorte que chaque Suisse sache dès
que possible dans quel abri il doit se rendre au besoin et
comment il devra s'y comporter?
- Le Conseil fédéral ne pense-t-il pas qu'en cas de catas-
trophe, la population civile ne peut être protégée de façon
efficace que si tout le monde dispose, outre les abris et le
matériel, d'équipements minimaux d'abris, d'installations
d'alarme (sirènes), de radios locales protégées contre les
perturbations et de meisques de protection?
- Prévoit-il de prendre d'autres mesures afin d'améliorer en
temps utile l'efficacité de la protection civile et de rendre
ainsi celle-ci plus crédible aux yeux du public?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aider, Allenspach,
Ammann-St. Gallen, Bîel, Bircher, Bundi, Fischer-Hägglin-
gen, Geissbühler, Graf, Günter, Kloter, Künzi, Loretan,
Lüchinger, Martignoni, Müller-Aargau, Nebiker, Ogi,
(Schär), Widmer, Wyss, Zwygart (22)
Antwort des Bundesrates - Réponse du Conseil fédéral
Siehe Zwischenbericht vom 31. Januar 1983 (BBI l, 1333)
zum Stand des Zivilschutzes.
Voir rapport intermédiaire du Conseil fédéral du 31 janvier
1983 (FF I, 1307) sur l'état de préparation de la protection
civile.
Le président: L'interpellation de M. Oester a été dévelop-
pée. M. Oester s'est déclaré satisfait de la réponse du
Conseil fédéral.
Siehe Seite 1812 hiervor- Voir page 1812 ci-devant
Sondersession Mai 1984
Session spéciale de mai 1984
Le président: Le Conseil des Etats, sans opposition, a
décidé de siéger lui-même les 4 et 5 mai et d'autoriser le
Conseil national à tenir une session extraordinaire du 2 au 5
mai. La session extraordinaire de mai aura donc lieu.
#ST# 83.507
Interpellation Jaeger
Journalisten. Strafverfolgung
Journalistes. Poursuite pénale
Diskussion - Discussion
Siehe Seite 1545 hiervor - Voir page 1545 ci-devant
Jaeger: Anlass. zur Interpellation, die ich zusammen mit
meinem Kollegen Günter eingereicht habe, war damals die
Veröffentlichung von Berichten im Zusammenhang mit der
Schliessung des Novosti-Büros, war aber auch die Veröf-
fentlichung von Berichten, die das Parlament über EMD-
interne Probleme erhalten hat.
In jenem Zusammenhang stellten sich zwei Probleme, auf
die ich heute zurückkommen möchte. Ich möchte die Gele-
genheit wahrnehmen, Herrn Bundesrat Friedrich einige kon-
krete Fragen zu stellen.
Motion (Muheim)-Reimann1822N 15 décembre 1983
Es wurde ja vor allem als stossend empfunden, und es hat
auch jn der Öffentlichkeit zu Kritik geführt, dass bei der
Strafverfolgung betreffend Amtsgeheimnisverletzung die
fehlbaren Beamten zum Teil nicht eruiert werden konnten.
Die Strafverfahren mussten eingestellt werden, während-
dem die Strafverfahren gegen Journalisten weitergeführt
wurden. Nun ist es auch uns'klar, dass gemäss Artikel 293
Strafgesetzbuch beachtet werden muss, dass die Strafver-
fahren rechtlich getrennt durchgeführt werden müssen.
Dennoch muss man sich in diesem Zusammenhang fragen,
ob es nicht besser und angemessen wäre, eine Revision des
betreffenden Artikels vorzunehmen.
Im übrigen stellt sich auch die Frage, ob die Strafverfahren
nicht eingestellt werden könnten. Interessant in diesem
Zusammenhang ist: Wenn man die betroffenen Journalisten
befragt, so wissen einige von ihnen gar nicht, ob jetzt das
Strafverfahren eingestellt worden sei. Sie wissen gar nicht
mehr, wie die Angelegenheit jetzt steht. Sie hätten gehört,
dass die Strafverfahren bis zur Beantwortung unserer Inter-
pellation eingestellt worden seien, aber seither sei eigentlich
nichts mehr geschehen. Ich glaube, es wäre schon richtig,
wenn wir Aufschluss darüber erhalten würden, ob die Ver-
fahren eingestellt oder weitergeführt werden. Es wäre auch
interessant, in wie vielen Fällen die Einstellung des Strafver-
fahrens zur Diskussion steht.
Ein zweiter Punkt, der mir sehr wichtig scheint, das ist die
Frage, ob Artikel 293 Strafgesetzbuch überhaupt noch
zweckmässig sei, ob es nicht in der Tat Situationen geben
kann, wo eben eine Veröffentlichung von Berichten sinnvoll
sein kann, oder besser gesagt: das Zurückhalten von
Berichten eben nicht opportun ist. Denn Staatstätigkeit
sollte grundsätzlich öffentlich sein. Das ist auch die Ansicht,
wie sie beispielsweise von Herrn Ständerat Binder in seiner
Motion in leicht abgewandelter Weise vertreten wird.
In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach
dem Zeitplan einer allfälligen Revision. Herr Bundesrat
Friedrich hat ja schon einmal darüber orientiert, und mir
scheint es nun sehr wichtig zu wissen, wie konkret der
Zeitablauf der Revisionsarbeiten aussieht und vor allem
auch, welche Stossrichtung die Revision haben wird. Wird
also beispielsweise dem Opportunitätsgedanken Rechnung
getragen? Wird in diesem Sinne auch eine Erfüllung der
Forderungen in der Motion Binder zu erwarten sein?
Wir haben in der letzten Session die Regelung des Persön-
lichkeitsschutzes beschlossen. Und da ging es ja vor allem
um die Absicherung unserer persönlichen Sphäre gegen-
über Eingriffen von selten der Medienleute. Mir scheint,
dass es von der Symmetrie her richtig wäre, wenn man nun
auch die Freiheit der Medienschaffenden in einer Gesetzes-
revision besser verankern würde.
Bundesrat Friedrich: Ich möchte zu dieser Interpellation
zusätzlich noch folgende vier Punkte festhalten:
- Heute gibt es im Strafgesetzbuch zwei einschlägige Arti-
kel: einmal den Artikel 320-Verletzung des Amtsgeheimnis-
ses -, dann den Artikel 293 - Veröffentlichung amtlicher
geheimerVerhandlungen. Nach rechtsstaatlichen Prinzipien
sind wir verpflichtet - ich unterstreiche: verpflichtet -, diese
Artikel anzuwenden, solange sie geltendes Recht sind.
- Wenn nun der Beamte als Täter (nach Art. 320) nicht
ermittelt werden kann, so kann die Anwendung von Artikel
293 auf den Journalisten als stossend erscheinen. Ich
betone: kann. Diese Frage lässt sich aber nicht generell,
sondern nur im Einzelfall beantworten.
- Wir haben bereits in der schriftlichen Antwort gesagt,
dass wir das Problem in einem grösseren Zusammenhang
prüfen und nach möglichen Lösungen suchen. Das Ergeb-
nis der Prüfung steht noch aus. Materiell möchte ich darauf
hinweisen, dass das Opportunitätsprinzip im Strafrecht eine
höchst zweischneidige Sache ist.
- Einfluss auf hängige Strafverfahren nehmen wir nicht.
Jaeger: Ich bin mit dem letzten Punkt der Antwort nicht
zufrieden, weil die Journalisten, die betroffen sind, nach
meiner Auffassung das Recht haben, zu wissen, ob diese
Strafverfahren weitergehen oder nicht. Das wissen sie eben
nicht, und das scheint mir einfach nicht in Ordnung zu sein.
Le président: M. Jaeger se déclare très partiellement satis-
fait.
#ST# 83.565
Motion des Ständerates (Kündig)
Personalvorsorgeeinrichtungen. Aufsicht
Motion du Conseil des Etats (Kündig)
Institutions de prévoyance du personnel.
Surveillance
Beschluss des Ständerates vom 6. Dezember 1983
Décision du Conseil des Etats du 6 décembre 1983
Wortlaut der Motion vom 20. September 1983: Vgl. Motion
(Muheim)-Reimann
Texte de la motion du 20 septembre 1983: Voir Motion
(Muheim)-Reimann
83.563
Motion (Muheim)-Reimann
Personalvorsorgeeinrichtungen. Aufsicht
Institutions de prévoyance du personnel.
Surveillance
Wortlaut der Motion vom 20. September 1983
Der Bundesrat wird beauftragt, den Entwurf für eine Ände-
rung von Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe c des Bundesgeset-
zes über die Aufsicht über die privaten Versicherungsein-
richtungen vom 23. Juni 1978 zu unterbreiten, wodurch die
Personalvorsorgeeinrichtungen eines oder mehrerer priva-
ter und/oder öffentlicher Arbeitgeber von der Versiche-
rungsaufsicht befreit werden, sofern sie der Aufsicht
gemäss Artikel 61 und 62 des Bundesgesetzes über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
vom 25. Juni 1982 unterliegen.
Texte de la motion du 20 septembre 1983
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre un projet de
modification de l'article 4,1" alinéa, lettre c, de la loi sur la
surveillance des institutions d'assurance privées du 23 juin
1978, afin de libérer de cette surveillance les institutions de
prévoyance en faveur du personnel d'un ou plusieurs
employeurs privés ou publics, en tant que celles-ci sont
soumises à la surveillance prévue aux articles 61 et 62 de la
loi sur la prévoyance professionnelle vieillesse, survivants et
invalidité du 25 juin 1982.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Ammann-
Bern, Bremi, Deneys, Eggli, Fischer-Bern, Hösli, Jelmini,
Keller, Kühne, Landolt, Morel, Müller-Bern, Nebiker, Oehler,
Reimann, Rüegg, Zehnder, Ziegler-Solothurn (19)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
- Das Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über die priva-
ten Versicherungseinrichtungen vom 23. Juni 1978
bezweckt den Schutz der Versicherten mittels der Versiehe-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Jaeger Journalisten. Strafverfolgung
Interpellation Jaeger Journalistes. Poursuite pénale
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1983
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
11
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.507
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
15.12.1983 - 08:00
Date
Data
Seite
1821-1822
Page
Pagina
Ref. No
20 012 059
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