- Juni 1983 N
996 Postulat der unabhängigen und evangelischen Fraktion
ben müssen, als ihnen bei Inkrafttreten 1976 heute zuste-
hen würden. Und dies, ganz abgesehen davon, dass die
eidgenössischen Räte den Leistungsrahmen des neuen
Gesetzes gegenüber dem ursprünglich gesetzten Rahmen,
der als Abstimmungsunterlage vorhanden war, beträchtlich
beschnitten haben.
Die Ergänzungsleistungen erhalten deshalb die Aufgabe,
die vom Bundesrat und vom Gesetzgeber geschmälerten
Versprechungen zumindest teilweise auszugleichen. Eine
massgebliche Erhöhung der Ergänzungsleistungen ist des-
halb mehr als gerechtfertigt und würde gezielt vor allem
jenen zugute kommen, die wegen fehlender zweiter oder
dritter Säule dauernd von grosser Sorge bedrängt werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.383
Postulat Roy
Invalidenversicherung. Gesetzesrevision
Assurance-invalidité. Révision de la loi
Wortlaut des Postulates vom 16. März 1983
Gestützt auf die parlamentarischen Vorstösse zur Revision
des Invalidenversicherungsgesetzes wird der Bundesrat
ersucht, die Einführung von Bestimmungen zu prüfen, die
gewährleisten, dass Invalide, die geistig gesund geblieben
sind, die notwendigen Mittel für eine Schul- und Berufsbil-
dung erhalten, die dem Grundsatz der Chancengleichheit
gerecht wird.
Wir schlagen insbesondere vor, Video- und Robotergeräte
als Hilfsmittel anzuerkennen.
Texte du postulat du 16 mars 1983
Nous fondant sur les interventions parlementaires visant à
la réforme de la loi sur l'assurance-invalidité, nous prions le
Conseil fédéral d'envisager l'introduction de normes sus-
ceptibles d'assurer aux handicapés, dont le capital intellec-
tuel est intact, les moyens permettant d'acquérir une forma-
tion scolaire et professionnelle respectueuse du principe de
l'égalité des chances.
Nous suggérons que soient notamment retenues Iss tech-
niques vidéos et les robotiques de substitution.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baechtold, Biderbost,
Bonnard, Brélaz, Carobbio, de Chastonay, Christiriat, Cre-
voisier, Dafflon, Darbellay, Deneys, Dirren, Gerwig, Gloor,
Humbel, Jaggi, Jelmini, Lang, Lcetscher, Longet, Magnin,
Meizoz, Müller-Berne, Petitpierre, Pini, Riesen-F
:
ribourg,
Ruffy, Tochon, Vannay, Wilhelm (30)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Le trafic automobile, en constante augmentation, a fait
grimper tragiquement la statistique des handicapés vic-
times de la route. Beaucoup d'entre eux, mutilés plus ou
moins gravement, ont conservé intactes leurs facul'lés intel-
lectuelles.
La loi en révision devrait mieux tenir compte de cette caté-
gorie de handicapés en prenant en charge des moyens de
formation qui ne sont pas admissibles dans le cadre de la
législation actuelle.
Donner à ces handicapés le moyen de cultiver leur intelli-
gence en leur offrant la perspective de chances égales est
un problème de morale publique qui engage par consé-
quent la responsabilité de l'Etat. Nous sommes d'avis que
les robotiques de substitution, d'ores et déjà utilisées, aux
Etats-Unis notamment, offriraient la possibilité de pallier -
en partie du moins - les carences des organes défaillants.
Ces techniques pourraient être heureusement complétés
par les moyens vidéos, actuellement disponibles.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.416
Postulat
der unabhängigen und evangelischen Fraktion
Soziale Sicherheit. Perspektiven
Groupe indépendant et évangélique
Sécurité sociale. Perspectives
Wortlaut des Postulates vom 18. März 1983
Der vom Bundesamt für Sozialversicherung Ende 1982 her-
ausgegebene «Bericht über versicherungstechnische,
finanzielle und volkswirtschaftliche Aspekte der Sozialen
Sicherheit in der Schweiz» geht auf die wesentlichen Fra-
gen, die sich heute übrigens in allen Industrieländern ange-
sichts der mittel- und längerfristig ungünstigeren demogra-
phischen und wirtschaftlichen Aussichten aufdrängen, nicht
ein. Er ist deshalb weder in der Lage, die aktuellen Problem-
kreise und Tendenzen der Sozialversicherung darzulegen,
noch Perspektiven für die zukünftige Politik der Sozialen
Sicherheit aufzuzeigen. Falls Korrekturen nötig werden,
sollten sie heute schon eingeleitet werden, damit sie in klei-
neren Schritten ohne störende abrupte Änderungen und
unter Wahrung des Besitzstandes erfolgen können. Des-
halb wird der Bundesrat gebeten, zum erwähnten Bericht
Stellung zu nehmen.
Texte du postulat du 18 mars 1983
Le «Rapport sur les aspects actuariels, financiers et écono-
miques de la sécurité sociale en Suisse», publié à la fin de
1982 par l'Office fédéral des assurances sociales n'examine
pas les questions essentielles qui se posent aujourd'hui -
en Suisse comme dans tous les pays industrialisés - à
moyen et à long terme en raison des perspectives démo-
graphiques et économiques défavorables. C'est pourquoi
ce document n'est ni en mesure d'établir la liste des pro-
blèmes et des tendances caractérisant aujourd'hui les
assurances sociales, de les analyser et de jeter des bases
de décision, ni de dégager des vues prospectives sur la
politique de sécurité sociale. S'il se révélait nécessaire de
corriger la situation actuelle, il conviendrait d'y procéder
dès aujourd'hui, de telle sorte que ces corrections puissent
être apportées par petites étapes sans provoquer de chan-
gements radicaux ni remettre en question l'acquis. Aussi le
Conseil fédéral est-il prié d'exprimer son avis sur le rapport
précité.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Angesichts der in allen vergleichbaren Industrieländern für
die Sozialversicherung wesentlich schlechteren demogra-
phischen Perspektiven sowie des Risikos einer ungünsti-
gen wirtschaftlichen Entwicklung erwarten wir vom Bundes-
rat eine Stellungnahme zum Bericht des Bundesamtes für
Sozialversicherung «über versicherungstechnische, finan-
zielle und volkswirtschaftliche Aspekte der Sozialen Sicher-
heit in der Schweiz». In seinem Bericht dazu sollte der Bun-
desrat konkret die folgenden Fragen, die auf einem von der
Postulat Kohler Raoul
997
N 24 juin 1983
Landesring-/EVP-Fraktion in Auftrag gegebenen Gutachten
von Prof. Dr. Silvio Borner vom Institut für angewandte Wirt-
schaftsforschung an der Universität Basel basieren, beant-
worten, weil nur dann die kritische Auseinandersetzung mit
allen Aspekten der Sozialen Sicherheit möglich wird:
- Existenzsicherung durch die AHV: Ist der Verfassungs-
auftrag (Art. 34quater Abs. 2 BV), wonach die AHV den Exi-
stenzbedarf zu decken hat, erfüllt, obschon immer noch 10
Prozent aller Rentner Ergänzungsleistungen beziehen müs-
sen und überdies viele Rentner ihren Anspruch auf Ergän-
zungsleistungen aus falscher Scham gar nicht erst geltend
machen?
- Leistungsziel in der Altersvorsorge:
- Kann die Anwendung des sogenannten Mischindex
unter der im Bericht geltenden Annahme der «goldenen
Regel» bei der AHV nicht dazu führen, dass die heutigen
Rentnerjahrgänge zu Lasten der späteren Rentnerjahr-
gänge begünstigt werden, und dies bei ständig zunehmen-
der Beitragsdauer und höheren Beitragssätzen der jungen
Rentnergeneration?
- Stellt das nicht die Erreichung der Leistungsziele der
Altersvorsorge (Art. 34quater Abs. 2 und Abs. 3 BV) in
Frage?
- Falls dies zutrifft, mit welchen Vorkehren soll diese
Fehlentwicklung korrigiert werden?
- Finanzielles Gleichgewicht der Altersvorsorge:
- Gefährdet die demographische Entwicklung (1970 ent-
fielen auf 100 Erwerbstätige 21,9 Rentner, heute sind es
bereits 26,6; im Jahre 2000 werden es gar 30,8 sein) nicht
die finanziellen Grundlagen der Sozialversicherung?
- Trifft es somit zu, dass bei wirtschaftlicher Stagnation
und konstanten Rentenleistungen die Belastung der aktiven
Generation allein durch die AHV bis ins Jahr 2000 um 16
Prozent ansteigen wird?
- Mit welchen Massnahmen soll das derart gefährdete
finanzielle Gleichgewicht der Altersversicherung gewährlei-
stet werden?
- Wirtschaftliche Lage der Rentner:
- Trifft es zu, dass das für den individuellen Wohlstand
massgebliche Nettoeinkommen nach Steuerabzug pro Kon-
sumenteneinheit für Rentner wie auch für Arbeitnehmer im
Durchschnitt in allen Einkommenskategorien praktisch
gleich ist?
- Welche Schlüsse werden daraus gezogen, falls dies
zutrifft?
- Sollte darum bei der Rentenfestsetzung künftig nicht
auf das Nettoeinkommen nach Steuerabzug abgestellt wer-
den?
- Solidarität in der AHV:
- Ist wegen der heutigen, auf dem Versicherungsprinzip
basierenden Staffelung der AHV-Renten der Maximalrent-
ner in Franken gerechnet nicht der grössere Nutzniesser
der AHV-Solidarität als der Minimalrentner?
- Ist nicht eine Neuordnung vorzuziehen, die künftig die
Umverteilungsbeiträge der aktiven Generation so verteilt,
dass die Minimal- und Maximalrentner gleich hohe Solidari-
tätszuschüsse erhalten?
- Internationale Konkurrenzfähigkeit und Soziale Sicher-
heit:
- Verringern relativ wachsende Soziallasten tatsächlich -
wie dynamische Analysen vermuten lassen - die internatio-
nale Konkurrenzfähigkeit der schweizerischen Wirtschaft?
- Mit welchen zusätzlichen Belastungen ist künftig zu
rechnen?
- Gibt es wirtschaftliche Grenzen für die Tragbarkeit der
künftigen Soziallasten, und wie lassen sie sich gegebenen-
falls zahlenmässig umschreiben?
- Warum haben die Verfasser des Berichtes darauf ver-
zichtet, im Kapitel «finanzielle Perspektiven» Zahlenangaben
zu diesen Fragen zu machen?
- Bedürfnisse und Effizienz:
- Fehlen in der schweizerischen Sozialpolitik trotz der
über 33 Milliarden Franken Ausgaben für die Soziale Sicher-
heit (1980) nicht sowohl eine gründliche aktuelle Bedürfnis-
abklärung wie auch die unerlässliche Evaluation der Effi-
zienz der heutigen Massnahmen und Institutionen?
- Ist der Bundesrat bereit, diese Bedürfnisabklärung vor-
zunehmen und gestützt darauf Massnahmen sowohl zur
Schliessung effektiver Lücken in der Sozialen Sicherheit als
auch zur Kosteneindämmung in der Kranken- und Invaliden-
versicherung ohne Beeinträchtigung der Sozialen Sicher-
heit und Gerechtigkeit zu treffen bzw. vorzuschlagen?
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Mit der Veröffentlichung des Berichtes über versicherungs-
technische, finanzielle und volkswirtschaftliche Aspekte der
Sozialen Sicherheit in der Schweiz hat der Bundesrat eine
Erklärung verabschiedet, in der er zu den Grundlagen für
Perspektiven, dem Grundsatz der Anpassungsfähigkeit
sowie zur Belastbarkeit mit Sozialabgaben seine Haltung
festhält. Vor allem behält er sich ausdrücklich die volle
Handlungsfreiheit gegenüber irgendwelcher programmarti-
gen Sozialversicherungsgesetzgebung vor.
Der Bundesrat ist sich auch bewusst, dass einerseits der
gesamte Bereich der Sozialversicherung ein breitgefächer-
tes Gebiet darstellt, andererseits die Entwicklung die
Sozialversicherung dauernd beeinflusst, so dass kaum end-
gültige Aussagen möglich sind. Er hat denn auch bereits
das EDI beauftragt, Anschlussfragen in Abhängigkeit der
Entwicklung weiterzubearbeiten. Im Auftrag ist auch die
weitere Berichterstattung eingeschlossen.
Der Bundesrat versteht das Postulat als Ergänzung des
bereits erlassenen Auftrages und ist bereit, es in diesem
Sinne entgegenzunehmen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.364
Postulat Kohler Raoul
Nationalstrasse N 5. Förderung der Wirtschaft
Route nationale N 5. Promotion de l'économie
Wortlaut des Postulates vom 14. März 1983
Der Bundesrat wird eingeladen, im Rahmen der regionalpo-
litischen Massnahmen zugunsten der wirtschaftlich bedroh-
ten Regionen das dritte langfristige Nationalstrassen-Bau-
programm vom 20. Dezember 1982 zu überprüfen und so
zu ändern, dass mit dem Bau der N 5 von Solothurn nach
Biel rascher begonnen und das Teilstück früher dem Ver-
kehr übergeben werden kann.
Texte du postulat du 14 mars 1983
Dans le cadre des mesures de politique régionale pour
venir en aide aux régions dont l'économie est menacée, le
Conseil fédéral est invité à reconsidérer le troisième pro-
gramme de construction à long terme des routes natio-
nales, du 20 décembre 1982, et de faire en sorte que la
construction de la N 5, entre Soleure et Bienne, débute plus
rapidement et que la mise en service de ce tronçon de
route ait lieu dans des délais plus brefs.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubry, Sarchi, Borei,
Cavadini, Cevey, Delamuraz, Deneys, Frey-Neuchâtel, Geh-
ler, Gloor, Houmard, Jeanneret, Loetscher, Martignoni, Mül-
ler-Scharnachtal, Räz, Rothen (17)
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat der unabhängigen und evangelischen Fraktion Soziale Sicherheit. Perspektiven
Postulat de la Groupe indépendant et évangélique Sécurité sociale. Perspectives
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1983
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.416
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
24.06.1983 - 08:00
Date
Data
Seite
996-997
Page
Pagina
Ref. No
20 011 539
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