- Juni 1983
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Postulat Loretan
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Dichiarazione scritta del Consiglio federale
II Consiglio federale è disposto ad accettare il postulato.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.362
Postulat Crevoisier
Audiovisuelle Dokumente und Tondokumente.
Ausleihdienst
Documents sonores et audiovisuels.
Service de prêts
Wortlaut des Postulates vom 10. März 1983
Dank den Netz von Bibliotheken und Dokumentationszen-
tren, das sich nach und nach gebildet hat, sind heute archi-
vierte schriftliche Dokumente (Bücher, Zeitschriften, Zeitun-
gen usw.) relativ leicht zugänglich.
Tondokumente und audiovisuelle Dokumentationsmittel hin-
gegen - sie werden in der Schweiz vor allem vom Radio und
vom Fernsehen produziert - stehen der Bevölkerung und
Institutionen wie Schulen, Berufsverbänden, auf sozialem
Gebiet tätigen Organisationen und politischen Vereinigun-
gen, die solche Dokumente brauchen könnten, immer noch
nicht zur Verfügung. Dies ist bedauerlich, denn Ton und Bild
können in unserer Gesellschaft eine bedeutende und
unentbehrliche erzieherische Rolle spielen.
Wir fordern deshalb, dass geprüft wird, ob nicht - insbeson-
dere für Dokumente, die sich in den SRC-Archiven befinden
- ein Ausleihdienst eingerichtet werden könnte. Es wird vor
allem folgendes zu regeln sein: Autorenrechte, institutio-
nelle und betriebliche Organisation, Kosten und Finanzie-
rung.
Texte du postulat du 10 mars 1983
L'accès aux documents d'archives écrits (livres, revues,
journaux, etc.) est aujourd'hui relativement aisé grâce au
réseau de bibliothèques et de centres de documentation
qui s'est progressivement mis en place.
En revanche, les documents sonores et audiovisuels, dont
la radio et la télévision sont en Suisse les plus grands pro-
ducteurs, restent inaccessibles au public et aux orga-
nismes comme les écoles et les associations profession-
nelles, sociales ou politiques qui pourraient en avoir besoin.
C'est regrettable dans la mesure où le son et l'image peu-
vent jouer, dans notre société, un rôle éducatif important et
irremplaçable.
Nous demandons en conséquence que soit étudiée a créa-
tion d'un service de prêts à partir notamment des archives
de la SSR. Les points suivants devront en particulier être
réglés: droits d'auteurs, organisations institutionnelle et
fonctionnelle, coût et financement.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Bacciarini, Baech-
told, Sarchi, Baumlin, Bonnard, Borei, Braunschweig,
Bundi, Butty, Carobbio, Cavadini, de Chastonay, Cotti, Cou-
chepin, Darbellay, Delamuraz, Deneys, Dirren, Eggenberg-
Thoune, Euler, Forel, Frey-Neuchâtel, Gehler, Gerwig,
Girard, Gloor, Günter, Herczog, Humbel, Jaeger, Jaggi,
Jeanneret, Jelmini, Kohler Raoul, Lang, Leuenberger, Loet-
scher, Longet, Magnin, Martin, Mascarin, Massy, Mauch,
Meizoz, Morel, Morf, Muheim, Müller-Lucerne, Müller-Argo-
vie, Nauer, Neukomm, Oester, Petitpierre, Pini, Reimann,
Renschier, Robbiani, Rothen, Roy, Rubi, Ruffy, Teuscher,
Vannay, Weber Monika, Weber-Arbon, Widmer, Wilhelm,
Zbinden, Zehnder, Ziegler-Genève, Zwygart (72)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
L'auteur renonce à un développement et demande une
réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral est disposé à accepter le postulat.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.412
Postulat Loretan
Nationales Forschungsprogramm
«Die Zukunft der Städte»
Programme national de recherche sur
«L'avenir des villes»
Wortlaut des Postulates vom 17. März 1983
Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob im Rahmen
der nächsten Serie der nationalen Forschungsprogramme
ein umfassendes Programm über «Die Zukunft der Städte»
verwirklicht werden kann.
Ein solches Programm sollte folgende Problemkreise
behandeln:
- Wie entwickelt sich das schweizerische Stadtsystem -
unter Einschluss der Agglomerationsgemeinden - in
Zukunft? Wie entwickelten und entwickeln sich die einzel-
nen Agglomerationen unseres Landes? Ist eine weitere Ver-
schärfung der Disparitäten zwischen den verschiedenen
Agglomerationen sowie zwischen Kernstädten und Agglo-
merationsgemeinden zu erwarten?
- Welche Wirkungen haben die Rahmenbedingungen auf
die Entwicklung des Stadtsystems? Zu diesen Rahmenbe-
dingungen gehören neben neuen demographischen, techni-
schen und wirtschaftlichen Faktoren auch und vor allem die
Massnahmen übergeordneter Gemeinwesen; d.h. Verfas-
sungsbestimmungen, Gesetzgebung sowie Verordnungen
von Bund und Kantonen.
- Welchen Handlungsspielraum haben Städte und Agglo-
merationsgemeinden überhaupt noch, um Konflikte zu
lösen und eine eigene Politik durchzusetzen?
- Welche politischen und verwaltungstechnischen Organi-
sationsformen benötigen Kernstädte und Agglomerations-
gemeinden, um die künftige Entwicklung zu meistern?
Texte du postulat du 17 mars 1983
Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il est possible de
réaliser à l'occasion de la prochaine série de programmes
nationaux de recherche un vaste programme consacré à
«L'avenir des villes».
Il devrait porter sur les problèmes suivants:
- Comment le système urbain suisse (communes périphé-
riques incluses) va-t-il se développer?
Comment les différentes agglomérations de notre pays se
sont-elles développées? Et qu'en est-il aujourd'hui?
Faut-il s'attendre à une aggravation des disparités entre les
différentes agglomérations, ainsi qu'entre les villes-centres
et les communes périphériques?
- Quelles incidences les conditions générales ont-elles sur
le développement du système urbain? Relevons que ces
conditions générales englobent non seulement des fac-
teurs démographiques, techniques et économiques nou-
veaux mais aussi et même surtout les mesures prises par
les pouvoirs publics au niveau supérieur, c'est-à-dire les
Postulat Ott
1001
N 24 juin 1983
dispositions constitutionnelles, législatives et réglemen-
taires de la Confédération et des cantons.
- Si tant est qu'elles en aient encore une, de quelle marge
de manœuvre les villes et les communes périphériques dis-
posent-elles pour résoudre les problèmes et mettre en
oeuvre une politique qui leur soit propre?
- De quel type d'organisations politique et administrative
les villes-centres et les communes périphériques ont-elles
besoin pour contrôler leur développement futur?
Mitunterzeichner- Cosignataires: Affolter, Akeret, Ammann-
Bern, Aregger, Basler, Bratschi, Braunschweig, Bremi, Can-
tieni, Cevey, de Chastonay, Chopard, Darbellay, Delamuraz,
Dupont, Eggenberg-Thun, Eggli, Flubacher, Frei-Romans-
horn, Frey-Neuenburg, Geissbühler, Hofmann, Huggenber-
ger, Jeanneret, Jost, Kopp, Landolt, Linder, Lüchinger, Mar-
tin, Mauch, Meier Werner, Messmer, Muheim, Nef, Neu-
komm, Petitpierre, Reimann, Rothen, Rubi, Schmid,
Schwarz, Spiess, Steinegger, Stucky, Weber-Schwyz, Wid-
mer, Wyss (48)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Städte und Agglomerationsgemeinden umfassen etwa zwei
Drittel der Bevölkerung unseres Landes. Die Entwicklung
der Städte und ihrer Agglomerationsgemeinden, d. h. des
schweizerischen Stadtsystems, ist entscheidend für die
künftige Entwicklung unseres Landes. Die Städte sind Ner-
venzentren für die Schweiz, aber auch Mittelpunkte für
regionale Einzugsgebiete. Auf die Agglomerationen entfällt
ein beträchtlicher Anteil sowohl des öffentlichen wie des
privaten Verkehrs.
Die Funktionstüchtigkeit des schweizerischen Stadtsy-
stems ist heute bedroht. Die ungelösten Fragen mehren
sich. Ungleichgewichte in nahezu allen Sachbereichen wie
Finanzen, Bevölkerung, Boden und Bodennutzung, Kultur,
Verkehr, Wohnbau, Entsorgung (Umweltschutz),.Wirtschaft,
Aktivität des Bürgers, sind sowohl in den grössten wie auch
in den kleinsten Kernstädten und Agglomerationsgemein-
den feststellbar.
Die Städte sind gezwungen, kurzfristig zu handeln und
gegen die Ungleichgewichte anzukämpfen. Für eine länger-
fristige erfolgreiche Politik fehlen heute die nationalen und
regionalen Grundlagen, die auch wissenschaftlich abge-
stützt sind.
Bund, Kantone sowie Städte und Agglomerationsgemein-
den sind dringend auf praxisnahe wissenschaftliche
Erkenntnisse angewiesen, damit die Zukunft unseres Stadt-
systems - und damit der urbanen Entwicklungszentren
unseres Landes - erfolgreich gestaltet werden kann.
Bund und Kantone müssen in die Lage versetzt werden, die
Auswirkungen ihrer Massnahmen auf die Entwicklung des
Stadtsystems zu beurteilen. Städte und Agglomerationsge-
meinden ihrerseits brauchen die nötigen wissenschaftlichen
Erkenntnisse zur Aufgabenerfüllung im Rahmen der
Gemeindeautonomie.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
#ST# 83.396
Postulat Ott
Flüchtlingspolitik. Initiative der Schweiz
Politique des réfugiés.
Initiative de la Suisse
Wortlaut des Postulats vom 16. März 1983
Heute leben auf der Welt über 20 Millionen Flüchtlinge. Für
die Länder Westeuropas hat das Flüchtlingsproblem in
jüngster Zeit eine neue Gestalt und neue Dimensionen
angenommen: Es wird zusehends zu einem Drittwelt-Pro-
blem. Unser Land ist durch diese Entwicklung stark betrof-
fen. Wenn wir an unserer traditionellen humanitären und
liberalen Asylpolitik festhalten wollen, müssen wir nach
internationalen Lösungen des Problems Ausschau halten,
denn dieses wird allein aus der nationalstaatlichen Perspek-
tive längerfristig kaum mehr zu lösen sein.
Der Bundesrat wird darum eingeladen zu prüfen, ob die
Schweiz nicht - entsprechend ihrer Tradition des Eintretens
für Völkerrecht und für internationale Zusammenarbeit auf
humanitärem Gebiet - eine internationale Initiative für eine
kooperative Lösung des neuen Flüchtlingsproblems, insbe-
sondere im westeuropäischen Rahmen, ergreifen könnte.
Texte du postulat du 16 mars 1983
On recense actuellement plus de 20 millions de réfugiés de
par le monde. Depuis quelque temps, ce problème a pris,
pour ce qui est des pays d'Europe occidentale, un tour nou-
veau et plus d'ampleur. En effet, il est visiblement en passe
de devenir un problème du tiers monde. Notre pays est for-
tement touché par cette évolution. Or, si nous voulons
conserver notre politique d'asile libérale et humanitaire fon-
dée sur la tradition, nous devons rechercher des solutions
au niveau international, car le problème des réfugiés ne
pourra bientôt plus être résolu par des mesures prises sur
le plan national uniquement.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à examiner s'il
ne serait pas opportun que la Suisse prenne, conformé-
ment à sa tradition de défense du droit des gens et de la
coopération internationale sur le plan humanitaire, l'initiative
de lancer un appel aux pays concernés, et notamment aux
pays d'Europe occidentale, afin qu'ils se concertent pour
rechercher une solution au problème des réfugiés, tel qu'il
se pose aujourd'hui.
Mitunterzeichner- Cosignataires: Affolter, Akeret, Ammann-
St. Gallen, Baechtold, Bircher, Blunschy, Bratschi, Braun-
schweig, Bundi, Chopard, Eggenberg-Thun, Gerwig, Hub-
acher, Meier Werner, Morf, Müller-Luzern, Müller-Bern,
Nauer, Neukomm, Reiniger, Rubi, Ruffy, Schmid, Spiess,
Uchtenhagen, Wagner, Zehnder (27)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
- Die kürzliche Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren
wie auch die jüngsten öffentlichen Diskussionen zum Asyl-
problem haben gezeigt, dass der Andrang von Flüchtlingen,
insbesondere auch von solchen aus fremden Kulturberei-
chen, beängstigende Ausmasse annimmt - beängstigend
darum, weil daraus eine Verschlechterung der Stimmung im
Volk gegenüber den Prinzipien unserer Asyltradition resul-
tieren könnte. Die Unantastbarkeit dieser Tradition sollte
aber ein Markstein sein auch auf unserem zukünftigen Weg.
- In diesem Dilemma liegt eine, wenigstens teilweise, Inter-
nationalisierung des Problems in unserem eigensten Inter-
esse.
- Unser Land hat schon wiederholt derartige Initiativen
ergriffen und internationale Konferenzen einberufen, so
zuletzt die Konferenz über die Zusatzprotokolle zum Genfer
Kriegsvölkerrecht 1974 bis 1977. Eine neuerliche Initiative
gerade der Schweiz im Dienste der Lösung einer neuartigen
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Loretan Nationales Forschungsprogramm «Die Zukunft der Städte»
Postulat Loretan Programme national de recherche sur "L'avenir des villes"
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1983
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.412
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
24.06.1983 - 08:00
Date
Data
Seite
1000-1001
Page
Pagina
Ref. No
20 011 544
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