- März 1983
147
Motion Belser
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Gesetzentwurfes
Dagegen
Abschreibung - Classement
30 Stimmen
2 Stimmen
Präsident: Es wird noch beantragt, zwei Motionen abzu-
schreiben. Einmal die Motion Broger (9740) aus dem Jahre
1969 sowie die Motion Binder (80.544) aus dem Jahre 1982,
davon allerdings nur Punkt 3. Punkte 1 und 2 sollen beste-
hen bleiben. Wird dazu das Wort gewünscht? Dies ist nicht
der Fall. Sie haben so beschlossen.
Zustimmung - Adhésion
An den Nationalrat - Au Conseil national
#ST# 83.310
Motion Belser. Armeeleitbild. Überprüfung
Révision du plan directeur de l'armée
Wortlaut der Motion vom 31. Januar 1983
Das Armeeleitbild wird als langfristiger Bezugsrahmen für
den Ausbau der Armee bezeichnet. Schon der erste Aus-
bauschritt, 1984 bis 1987, lässt nun aber befürchten, dass
bestimmte hochtechnisierte und deshalb sehr teure Waf-
fensysteme ständig zunehmendes Gewicht erhalten. In der
Folge dürfte es immer schwieriger werden, die Infanterie,
unsere zahlenmässig wichtigste Truppengattung, ausrei-
chend zu bewaffnen und zu schützen.
Der Bundesrat wird deshalb beauftragt zu überprüfen, ob
unsere Armee nicht dann bessere Chancen zur Auftragser-
füllung hätte, wenn sie sich in grösserem Masse auf den
Kampf der Infanterie und damit auch auf die Stärken unse-
res Geländes ausrichten würde.
Der Bundesversammlung ist über die Ergebnisse der Abklä-
rungen zu berichten.
Texte de la motion du 31 janvier 1983
Le plan directeur de l'armée est qualifié d'instrument de pla-
nification, à long terme, du développement de l'armée.
Pourtant, la première étape de réalisation déjà, qui doit se
dérouler de 1984 à 1987, fait craindre que certains systè-
mes d'armement hautement sophistiqués et, partant, très
coûteux, soient de plus en plus privilégiés. Il pourrait s'en
suivre que l'infanterie qui, dans notre pays, est l'arme la
plus importante du point de vue des effectifs, éprouve des
difficultés de plus en plus grandes à obtenir un armement
et une protection suffisants.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est chargé d'examiner
dans quelle mesure notre armée ne serait pas mieux à
même de remplir sa mission, si l'on mettait davantage
l'accent sur le combat de l'infanterie et, partant, si l'on
tenait mieux compte de l'avantage du terrain.
Le Conseil fédéral fera rapport à l'Assemblée fédérale sur le
résultat de cet examen.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Donzé, Meylan, Miville,
Piller, Weber (5)
Belser: Der Vorstoss hat bereits vor seiner Begründung in
der Presse einige Beachtung gefunden. Was darüber
geschrieben wurde, lässt allerdings nur beschränkt Ver-
ständnis für das Anliegen erkennen. Die Verteidigung
bereits bezogener Positionen wurde grossgeschrieben.
Der Vorstoss hat eine längere Vorgeschichte, die hier, um
Missverständnissen vorzubeugen, kurz dargelegt sei. Eine
Gruppe Interessierter unserer Fraktion befasste sich seit
mehr als einem Jahr mit Fragen der militärischen Landes-
verteidigung. Ziel war es, eine Sicht der Dinge zu gewinnen,
die über die einzelnen Rüstungs- und Baubotschaften hin-
ausging. Neben eigenen Erfahrungen wurde militärischer
Sachverstand von ehemaligen und aktiven hohen Offizieren
unserer Armee beigezogen. Am Anfang stand übrigens
eine Aussprache mit dem Generalstabschef und einzelnen
seiner Mitarbeiter. Dass wir dann das Dargelegte etwas
unterschiedlich gewichteten, versteht sich. In der Meinung,
das EMD selbst wäre daran interessiert, gewisse weitere
Abklärungen vorzunehmen, verzichteten wir vorerst auf
Erklärungen in der Öffentlichkeit. Wir waren uns bei unse-
rem Tun durchaus bewusst, dass wir uns der Kritik von zwei
Seiten aussetzten. Nämlich jener, denen jeder Franken für
die militärische Landesverteidigung zuviel ist, und jener, die
ungeprüft alles gutheissen, was unter dem Titel «militäri-
sche Landesverteidigung» verkauft wird.
Wir nehmen diese Stellung in Kauf.
Folgende, fast selbstverständliche Voraussetzungen lagen
unseren Überlegungen zugrunde: Unsere Armee kämpft im
eigenen Land. Sie bleibt eine Milizarmee. Ihr Auftrag bleibt
wie im Bericht zur Sicherheitspolitik aus dem Jahre 1973
umschrieben. Die finanziellen Mittel, die wir für Ausrüstung
und Betrieb unserer Armee zur Verfügung haben, sind
beschränkt. Aufwendungen in der Grössenordnung der
letzten Jahre waren nicht bestritten. Wir nahmen diese Dis-
kussion, die anlässlich der Finanzperspektiven stattfand,
nicht auf. Im Rahmen der Begründung dieser Motion muss
ich unvollständig bleiben. Einzelne aus dem Zusammen-
hang gerissene Aspekte müssen genügen. Ich bitte Sie um
Nachsicht.
Eine Milizarmee schweizerischer Prägung bedeutet grosse
Bestände, und grosse Bestände bedeuten für den Klein-
staat Warfen, die in grosser Zahl beschaffbar, bezahlbar
und verhältnismässig einfach zu handhaben sind. So bildet
denn die Infanterie das Rückgrat unserer Armee. 43 Pro-
zent der Stellungspflichtigen kommen zur Infanterie, heisst
es in einer Tonbildschau des EMD, die ich seit 10 Jahren
den Lausener Stellungspflichtigen vorführe. Beschränken
wir uns auf die Kampftruppen, so ist der Anteil der Infante-
rie meines Erachtens noch wesentlich grosser. Dieser
Infanterie müssen im Kampf entscheidende Aufgaben zufal-
len. Sie darf nicht nur für Nebenaufgaben, beispielsweise
zugunsten mechanisierter Kräfte, eingesetzt werden. Um
ihren Auftrag erfüllen zu können, braucht diese Infanterie
eine entsprechende Ausrüstung. Ihr Kampfverfahren
könnte man als aktive Verteidigung bezeichnen, wie es
Korpskommandant Franchini jüngst getan hat. Ich möchte
damit nur ausdrücken, dass ich den Infanteristen nicht von
der Mobilmachung bis zu seiner Ausschaltung im gleichen
Loch sitzen sehe. Wenn wir im Zusammenhang mit dem
Armeeleitbild in der Militärkommission hören konnten, dass
diesem Hauptharst der Kämpfer, der Infanterie, 13 Prozent
der Investitionen zugedacht seien, so stimmt das nach-
denklich. Wenn hohe Truppenkommandanten sagen, die
Infanterie müsste eigentlich «gelb» werden, so lässt das
mich persönlich aufhorchen.
Ich gehe noch einen Schritt weiter: Unsere militärische Ver-
teidigungsbereitschaft ist nicht im Volk tief verankert, weil
unsere Armee zum grössten Teil aus Hilfstruppen und
Zuträgern besteht. Die grosse Zahl der Kämpfer, die dank
ihrer Ausrüstung und ihrer Ausbildung sich mit einiger Aus-
sicht auf Erfolg schlagen können, trägt massgeblich zu die-
ser Verteidigungsbereitschaft bei.
Im Armeeleitbild finden wir auch einige Hinweise zum
Bedrohungsbild; mit starken Panzerverbänden, massiv
unterstützt von Artillerie, Kampfhelikoptern und Fliegern,
wäre zu rechnen, steht da. Um die Wucht dieses Materials
zu brechen, brauchen wir einen Verbündeten. Diesen finden
wir in unserem Gelände. Die Entscheidung in jenen Gebie-
ten suchen zu wollen, in denen diese Wucht ungebrochen
zum Tragen kommt, dürfte doch etwas vermessen sein. Wir
haben bis heute dieses Gelände keineswegs ausser acht
gelassen. Wir haben es mit Hindernissen, mit permanenten
Sprengobjekten usw. verstärkt. Gerade das Mittelland hat in
Motion Belser
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16 mars 1983
den letzten Jahrzehnten zudem eine Überbauung erfahren,
die - trotz Autobahnen - für unseren Abwehrkampf nicht
nachteilig sein dürfte. Wie können wir dieses Gelände wei-
ter nutzen? Welche Waffen lassen sich unter diesen engen
Bedingungen überhaupt erfolgreich einsetzen? Inwieweit
kommt eine wirkungsvolle - weil rechtzeitige - Zerstörungs-
führung in Konflikt mit einer weiträumigeren Verschiebung,
zum Beispiel mechanisierter Reserven?
Waffen sind eine Voraussetzung für eine erfolgverspre-
chende Kampfführung. Ihre Beherrschung ist eine andere.
Von zwei Seiten sind uns hier Grenzen gesetzt. Übungsge-
schosse u'sw. werden immer teurer, und für gewisse
Kampfverfahren fehlen in unserem Land die Ausbildungflä-
chen. Simulatoren und andere Übungshilfen können diese
Defizite in der praktischen Ausbildung nur bedingt wettma-
chen. Die Offenbarung erfolgt im Ernstfall. Dass man dann
manchmal unangenehme Überraschungen erlebt, mussten
beispielsweise die Engländer im Südatlantik erfahren, im
Hinblick auf ein System, das uns ja auch etwas interessiert.
Das EMD macht nun im Armeeleitbild zu Recht darauf auf-
merksam, dass Material mit hoher Technizität immer teurer
wird. Ob angesichts der ins Auge gefassten Beschaffung
diese Kostensteigerungen nicht unterschätzt werden, ist für
mich offen. Was ich damit meine, möchte ich anhand von
zwei Beispielen darlegen, die ich in einer der letzten Ausga-
ben des amerikanischen Wochenmagazins Time gelesen
habe: 1983 erhält man für 2 Milliarden Dollar 701 Kampfpan-
zer. 1953 waren es für die gleiche Kaufkraft 6735 Panzer.
Anstatt 10 erhalten wir für die gleiche Kaufkraft noch einen
Panzer. Auch wenn ein 1983er Panzer viel leistet, so ist
nicht zu übersehen, dass er auch ein sehr lohnendes Ziel
geworden ist.
Ähnlich illustrativ ist ein Ausspruch des Vorsitzenden der
Martin Marietta Aerospace Division in Denver. Er sagte: Seit
den Gebrüdern Wright bis heute sei ein Kampfflugzeug alle
10 Jahre viermal teurer geworden. Er leitet daraus das
Gesetz volkswirtschaftlich erzwungener Abrüstung ab. Im
Jahre 2054 könnten die USA mit ihrem gesamten Militärbud-
get noch ein taktisches Kampfflugzeug kaufen, wenn die
Entwicklung so weitergehen würde.
Wir sind in der Schweiz nicht so weit. Tendenziell aber ist
das gleiche festzustellen. Um mit den zur Verfügung ste-
henden Krediten durchzukommen, reduziert man die Zahl
der Waffen. Das erlebten wir bei den Flugzeugen, bei
Geschossen wie Maverick usw. Neben die Beschaffungsko-
sten treten bei neuen Waffen in den meisten Fällen höhere
Unterhalts- und Betriebskosten. Bei der Beschaffung von
Ersatzteilen ist man nach kurzer Zeit den Lieferanten hoff-
nungslos ausgeliefert. Nach Ausführungen des EMD würde
beispielsweise heute die Beschaffung von 50 Panzerab-
wehrhelikoptern zirka 400 Millionen Franken kosten. Die
Nebenkosten (Bewaffnung, Ausbildung, Unterhalt, Bauten
usw.) würden während einer Zeitspanne von 10 Jahren - sie
fallen unterschiedlich an - weitere 485 Millionen beanspru-
chen. Das macht Überlegungen, wie sie die nationalrätliche
Finanzkommission bei der Behandlung der Finanzperspek-
tiven angestellt hat, illusorisch.
Die Betriebskosten des EMD haben steigende Tendenz und
lassen sich nur auf Kosten der Einsatzbereitschaft des
Materials und fragwürdiger Sparmassnahmen bei der Aus-
bildung verhältnismässig stark verringern. Dies einige Hin-
weise zu den Befürchtungen im ersten Teil der Motion, dass
wir auch finanziell in Engpässe geraten.
Mein Vorstoss rüttelt nicht an den Grundzügen der Konzep-
tion 66 und an unserer Hauptkampfform, der Abwehr. Ver-
bal wird auch im Armeeleitbild die bestehende Einsatzkon-
zeption beibehalten. Die Pläne für die zukünftigen
Rüstungsbeschaffungen zeigen aber, dass man das eine
Element der Abwehr mit grossem Aufwand studiert hat. Wir
sollten nicht einfach in diese Richtung gehen, bevor wir
nicht mit gleicher Ernsthaftigkeit die militärischen Erfolgs-
chancen einer infanteriestarken Lösung geprüft haben. Als
Parlamentarier müssen wir über die einzelnen Rüstungs-
und Baubotschaften hinaus die Richtung kennen. Ich bin
überzeugt, dass das EMD die geeigneten Leute für die
Erfüllung dieses Prüfungsauftrages finden wird. Ich bitte
Sie, den Vorstoss zu überweisen.
M. Chevallaz, conseiller fédéral: Si le plan directeur de
l'armée élaboré l'an dernier par la Commission de défense
militaire n'a pas été soumis en bonne et due forme à
l'approbation du Parlement comme le fut l'organisation des
troupes de 1961, c'est premièrement parce qu'il n'apporte
pas de modifications fondamentales à cette organisation et
à la conception de la défense que nous avons définie en
1966 et qui a été reprise dès lors par les rapports sur la
sécurité de 1973 et 1979.
Ce plan directeur propose seulement, en fonction de cette
conception, d'adapter nos moyens à l'évolution de la tech-
nique des armes et du combat. Ensuite, la réalisation de ce
plan directeur est prévue par étapes de quatre ans. La
substance de la première étape doit être confirmée par les
Grandes lignes de la prochaine législature en fonction des
moyens financiers qui seront consentis en faveur de l'arme-
ment. Les propositions d'acquisitions nou»elles seront pré-
sentées au Parlement dans le cadre des messages concer-
nant l'armement. Il n'y a donc pas de fait accompli.
Dans cette phase initiale de la définition du plan directeur, il
a donc paru suffisant au Conseil fédéral que le Parlement
soit informé de cette direction d'intention, les Commissions
militaires ayant, elle, l'occasion de le débattre largement.
Nous ne voyons toutefois aucun inconvénient, bien au
contraire, à répondre aux questions formulées dans la
motion déposée par MM. Belser et consorts. Qu'il me soit
permis toutefois, en anticipation sur le rapport que vous
nous demandez, de répondre à la principale inquiétude que
vous avez exprimée, c'est-à-dire à la crainte que l'acquisi-
tion d'armes hautement techniques et fort coûteuses
n'amène à négliger l'armement, l'équipement et la protec-
tion de l'infanterie, qui est notre corps de troupes le plus
important numériquement, et de démontrer que l'infanterie
et son combat demeurent dans notre terrain l'élément
essentiel de notre défense.
Le plan directeur, qui ne porte pas de millésime mais que
j'appellerai par commodité le plan directeur 1982, puisque
c'est l'année de son élaboration, se réfère à l'organisation
des troupes existante, dont il ne prévoit pas de modifica-
tions fondamentales, ainsi qu'à la mission de l'armée définie
par les rapports des années antérieures.
La conception de notre engagement est celle d'un combat
défensif mené en profondeur grâce aux effectifs très
denses que nous permet notre armée de milice, combat
mené de la frontière au secteur alpin central. L'ossature
essentielle de cette défense est constituée par l'infanterie,
qui groupe 36 pour cent des effectifs totaux, 58 pour cent
des effectifs combattants, occupant les points forts, ren-
forcés et fortifiés de notre terrain.
Cette infanterie, dans notre armée de milice, ne saurait être
négligée. Elle ne l'a pas été et ne le sera pas. Il est naturel
qu'elle coûte moins cher que d'autres corps de troupes,
son armement étant moins compliqué, moins sophistiqué.
Tout naturellement, on ne peut pas répartir proportionnelle-
ment les crédits entre l'aviation et l'infanterie en fonction
des effectifs. On s'en rend compte aisément.
Nous poursuivrons la construction d'abris et de positions
fortifiées à l'usage de l'infanterie et de ses armes de sou-
tien. Nous avons déjà renforcé la défense antichars en
dotant chaque bataillon de fusiliers et de carabiniers des
unités de campagne, chaque régiment de montagne d'une
compagnie d'engins antichars Dragon. Nous évaluons dès
cette année un char léger de fabrication suisse porteur d'un
lance-fusées antichars, qui renforcera la défense au niveau
du régiment d'infanterie. Nous allégeons et nous assouplis-
sons l'équipement et l'uniforme de cette infanterie.
L'introduction, dès la fin des années 80, d'un fusil d'assaut
plus léger, moins long et tout aussi précis rendra, en l'allé-
geant, l'infanterie plus souple et plus mobile sans diminuer
l'efficacité de son tir.
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149
Motion Belser
Je dois dire que nous nous étonnons singulièrement de la
cabale - il n'y a pas d'autres mots pour la qualifier - qui pré-
tend refuser cette arme au combattant individuel et particu-
lièrement à l'infanterie alors que tous nos voisins ont intro-
duit ou introduisent actuellement une arme analogue. Les
spécialistes militaires du Département des finances, dans
leur corapport, je le cite puisque ce corapport a été com-
plaisamment divulgué, prétendent que la force de combat
de l'armée ne serait pas accrue par l'acquisition du fusil
d'assaut 1990. Je pense quant à moi que la conviction et la
force combattive de l'infanterie seraient sérieusement-
atteintes par le refus d'une arme individuelle notablement
plus légère, moins encombrante et plus précise.
La défense, cependant, ne saurait être exclusivement stati-
que. Elle doit être active, agressive même. Ainsi, l'infanterie,
d'abord appelée à tenir le terrain, est invitée ensuite à
mener des coups de main et des actions de riposte. Elle
peut engager ces actions seule dans des conditions de ter-
rain, d'intempéries ou de nuit qui lui sont favorables, ce
qu'on appelle en allemand I'«lnfanterie-Wetter», qui garde
dans un pays tel que le nôtre encore toute ses chances et
toute sa valeur.
Mais cette infanterie ne saurait affronter un adversaire
supérieur en nombre et en moyens mécanisés la poitrine
découverte. Elle aura, dans de nombreux terrains et dans
bien des circonstances, besoin de l'appui des chars en rup-
ture, en soutien ou en accompagnement. Certaines opéra-
tions de riposte nécessiteront quant à elles un engagement
rapide et fort, d'où la nécessité des divisions mécanisées
déjà instituées par la réorganisation de 1961. La même rapi-
dité, la même efficacité brutale sont indispensables pour
liquider les unités aéroportées adverses qui auraient débar-
qué sur les nombreux glacis du Plateau suisse, notamment
aux abord des centres vitaux. Les opérations contre les uni-
tés aéroportées ne sont concevables qu'avec des moyens
forts et en grande partie mécanisés.
Nos chars anciens et nouveaux sont de bons chars pour
leur génération mais ils trouveront de plus en plus en face
d'eux, d'ici la fin des années 80, des chars de la deuxième
génération du type Léopard, II T 80 ou Abrams souples,
rapides dans leurs déplacements et dans leurs tirs d'une
très remarquable précision. Il faudra bien renouveler les
chars de combat de nos divisions mécanisées par des
modèles de la deuxième génération, les anciens chars
devant venir renforcer plus directement l'infanterie. L'acqui-
sition graduelle d'un nouveau char ne déséquilibera pas
notre système de défense et sa forte structure d'infanterie.
La proportion en République fédérale d'Allemagne est,
aujourd'hui, de 130 hommes pour un char; nous sommes
actuellement à un char pour 830 hommes! C'est donc bien
qualifier notre armée en démontrant qu'elle est une armée
de l'infanterie.
_L'acquisition cThélicoptères de combat, autre priorité, ne
"s'effectuera pis davantage au détriment de l'infanterie.
L'intervention de cette arme essentiellement antichar - que
tous nos voisins possèdent - permettra au commande-
ment, qui en fera sa réserve, de dégager une infanterie
subissant une forte pression des chars adverses.
Notre armée demeure donc, dans sa structure dense, une
armée de milice, échelonnée en profondeur, accrochée au
terrain, une armée d'infanterie, et cette infanterie ne sera
pas négligée au profit des autres armes, nécessaires elles
aussi, bien entendu, s'agissant de la modernisation de son
armement et de son équipement.
Le rapport que demande la motion de M. Belser confirmera
et complétera ma brève déclaration. Sur le fond, le Conseil
fédéral admet la justification des questions posées par
cette motion et il préparera le rapport qu'elle demande.
Toutefois il nous est apparu, en lisant le règlement de votre
conseil, que votre texte ne correspondait pas à la définition
de la motion. L'article 25 de ce règlement prévoit en effet, à
son alinéa 3, que «le mandat de présenter un rapport peut
être donné sous forme de postulat, mais non de motion».
C'est pourquoi nous proposons à M. Belser de transformer
sa motion en postulat.
Präsident: Ist Herr Belser bereit, die Motion in ein Postulat
umwandeln zu lassen?
Belser: Ich bin zu dieser Umwandlung bereit, denn ich sehe
natürlich Absatz 3 von Artikel 25 unseres Geschäftsregle-
mentes auch. Ich gehe aber davon aus, dass das meinem
Anliegen keinen Abbruch tut und dass die Frage mit der
nötigen Unvoreingenommenheit geprüft und abgeklärt wird.
In diesem Sinne kann ich mich einverstanden erklären mit
einer Umwandlung in ein Postulat.
Gadient: Wenn Kollege Belser in seiner Motion Bedenken
anmeldet gegenüber hochtechnisierten und deshalb sehr
teuren Warfensystemen, Bedenken, die ihn befürchten las-
sen, diese erhielten ein ständig zunehmendes Gewicht auf
Kosten der Infanterie, dann können mit der Bezeichnung
«hochtechnisiert» wohl zur Hauptsache nur die mechani-
sierten Verbände gemeint sein. Wer 1500 Diensttage bei
dieser Truppe geleistet hat, kann diesen Vorstoss nicht ein-
fach kommentarlos übergehen, zumal er ja offenbar durch
die gleichzeitige Einreichung einer analogen Motion im
Nationalrat ganz bestimmte Wirkungen zeitigen soll.
Das Abwehrkonzept nach dem Armeeleitbild hält an der
bewährten Konzeption der Abwehr als gemischtes System
von statischen und beweglichen Kräften fest. Die gemischte
Gefechtsform der Abwehr besteht aus Verteidigung,
Gegenschlag und Gegenangriff. Es ist selbstverständlich,
dass die Abwehr wenn möglich in Räumen vorbereitet wer-
den muss, in denen die Panzerachsen durch das Gelände
eingeengt sind. Wo das indessen nicht der Fall ist, sind
mechanisierte Gegenschlagskräfte unerlässlich. Wer diese
Zusammenarbeit im Felde in unzähligen Übungen miterlebt
hat, weiss um die Bedeutung dieser Kooperation und kennt
vor allem die Tatsache, dass wir in unserem Lande wohl
infanteriestarkes, dann aber auch gemischtes und panzer-
starkes Gelände haben. In manchen Abschnitten des
schweizerischen Mittellandes sind der Einsatz geschlosse-
ner Panzerformationen von Bataillons- bis Regimentsstärke
- d. h., 30 bis 90 Kampfpanzern - wie auch Luftlandeaktio-
nen grösseren Umfanges durchaus möglich.
Es mag Fälle geben, wo für einen Gegner der Besitz von
Gelände, in welchem unsere Infanterie in einem modernen
Krieg eine Chance hat, ausschlaggebend ist. In sehr vielen
Fällen, insbesondere auch entlang unserer grossen Ver-
kehrsachsen, kann aber Infanteriegelände umfahren oder
mit dem Einsatz von besonderen Kampfmitteln - Artillerie-
feuer, Bomben, C-Kampfmittel - neutralisiert werden.
Nun ist es sicher nicht zu verantworten, einfach das Bedro-
hungsbild zu korrigieren und zu retouchieren, um damit die
gewünschten Umdispositionen zu rechtfertigen. Das
Armeeleitbild geht in realistischer Abwägung der sich heute
ergebenden Voraussetzungen in bezug auf das Bedro-
hungsbild davon aus, dass starke Panzerverbände - von
Artillerie, Kampfhelikoptern und Fliegern massiv unterstützt
- jede statische oder zu wenig tief gestaffelte Verteidigung
durchbrechen und anschliessend in unverteidigte Räume
eindringen können. So können insbesondere auch jederzeit
Luftlandetruppen ausserhalb der von der Infanterie besetz-
ten Räume zum Einsatz gelangen. Sicher verfügt die Infan-
terie örtlich über mechanisierte Gegenschlagskräfte. Aber
für den Kampf in panzerstarkem Gelände, auf operativer
Stufe, sind die mechanisierten Verbände unser einziges
Kampfmittel. Wir benötigen dieses dynamische Element der
Abwehr, wenn die Armeeführung in letzter Konsequenz ihre
Handlungsfreiheit, auf die es immer wieder entscheidend
ankommt, wahren soll.
Die Bedingungen - und das darf nicht vergessen werden -,
unter denen unsere Infanterie eingesetzt werden muss,
können im Kampfgeschehen nur zu einem bescheidenen
Teil von uns selber bestimmt werden. Tempo, Rhythmus
und Wucht gegnerischer Aktionen nehmen nicht Rücksicht
auf das, was die Infanterie mitzuhalten und einzustecken
vermag.
Die Infanterie hat nur dann im Alleingang eine Chance,
wenn sie in jenen Räumen eingesetzt werden kann, wo ihre
Motion Belser
150
16 mars 1983
Eigenschaften in voller Geländegängigkeit - Kampf mit
leichten Waffen, Vielzahl an Kämpfern usw. - voll zum Tra-
gen gebracht werden können. Das ist eigentlich nur beim
Jagdkampf - also im Kleinkrieg - möglich. Aber Kleinkrieg
ist nur eine ergänzende, keine Hauptkampfform, denn Klein-
krieg setzt voraus, dass der Gegner unser Land besetzen
kann. Aber auch die Frage der rechtzeitigen Kampfbereit-
schaft darf in ihrer Bedeutung für unser Land angesichts
der extrem kürzer werdenden Vorwarnzeiten und der lan-
gen Dauer der Erstellung der Kampfbereitschaft bei der
Infanterie nicht unterschätzt werden. Mit einer reinen Infan-
terie-Armee verliert der künftige Oberbefehlshaber die
erwähnte Handlungsfreiheit, indem es ihm nicht möglich
sein wird, Kräfte auch unter feindlichem Feuer rasch zu ver-
schieben, um Schwergewichte zu bilden oder Luftlandun-
gen zu zerschlagen.
Ein moderner Gegner kann unser Land gleichzeitig in der
ganzen Tiefe erfassen. Die Armee ist nur dann in der Lage,
eine solche Bedrohung abzuwehren oder einzudämmen,
wenn sie über eine ausreichende Zahl beweglicher und
feuerkräftiger Mittel, d. h. über Panzerverbände, verfügt.
Solche Mittel sind auch nötig zur raschen Abwehr von
Überfällen oder von Kommandoaktionen. Sollten wir in einer
allgemeinen Spannungsphase nicht mehr in der Lage sein,
mit solchen Aktionen fertig zu werden, dann könnte dies
dazu führen, dass ausländische Mächte dies besorgen wür-
den.
Das Armeeleitbild beruht auf einem ausgewogenen Kon-
zept. Unsere Armee bleibt ein Infanterieheer. Das Verhältnis
zwischen Infanterie und Mechanisierten dürfte etwa bei 10
zu 1 liegen. Es kann keine Rede davon sein, dass die Infan-
terie geschwächt werden soll. Das ist heute auch in den
Ausführungen von Herrn Bundesrat Chevallaz einmal mehr
zum Ausdruck gekommen.
Auch eine Armee, die künftig zu über 40 Prozent aus Infan-
teristen bestehen wird, kann es sich indessen ganz einfach
nicht leisten, auf hochtechnisierte Warfensysteme zu ver-
zichten. Infanterie, deren gute Eigenschaften nicht durch
eine Mindestzahl von modernen und potenten Waffensyste-
men ergänzend verstärkt wird, ist nicht in der Lage - auf
sich allein gestellt -, einen wirksamen Abwehrkampf zu füh-
ren.
Im übrigen kann Herr Kollege Belser versichert sein, dass
auch der mechanisierte Soldat von allem Anfang an lernt,
alle sich bietenden Möglichkeiten des Geländes auszunüt-
zen, es zu seinem stärksten Verbündeten zu machen. Wie
steht es andererseits aber mit der Kampfkraft der mechani-
sierten Truppen, an deren Erhaltung und Förderung uns
schon aus den dargelegten Gründen doch ausgesprochen
gelegen sein muss? Wenn Sie das Folgende hören, dann
dürfte deutlich werden, dass unsere eigentliche Sorge im
Grunde genommen in gegenteiliger Richtung gehen
müsste.
Man hat die mechanisierten Divisionen seit deren Schaffung
stufenweise erheblich geschwächt. Nicht weniger als 96
Kanonen sind in jeder Division verschwunden. Das selb-
ständige Panzerbataillon, das Aufklärungsbataillon, eine
Artillerieabteilung und zwei Pak-Kompanien sind ersatzlos
weggenommen worden, so dass diese Verbände heute für
ihre grossräumigen Aufgaben als in dieser Hinsicht eindeu-
tig unterdotiert erscheinen.
In Würdigung dieser wohlbekannten Fakten wird deutlich,
dass - militärisch gesehen - nicht die geringste Veranlas-
sung besteht, eine solche Überprüfung (die längst in sachli-
cher und kompetenter Art gemacht worden ist) nochmals
zu wiederholen. Wie hätte sonst heute Herr Bundesrat Che-
vallaz derart umfassend und erschöpfend Auskunft und die
gewünschte Antwort bereits in aller Gründlichkeit geben
können? Eine Motion wäre folglich nicht nur aus formellen,
sondern ebensosehr aus materiellen Gründen entschieden
abzulehnen.
Der Bundesrat will den Vorstoss als Postulat entgegenneh-
men. Ohne dasselbe zu unterstützen, will ich mich dieser
Absicht nicht widersetzen; aber es lag mir daran, im Hin-
blick auf die künftige Entwicklung in dieser wichtigen Frage
und Diskussion einige Feststellungen zu machen und recht-
zeitig vor den Folgen zu warnen, die dann eintreten könn-
ten, wenn unsere Strategie primär auf eine möglichst billige
Armee ausgerichtet sein sollte.
Präsident: Wird das Postulat aus der Mitte des Rates
bestritten? Das ist nicht der Fall; es ist überwiesen.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Schluss der Sitzung um 11.55 Uhr
La séance est levée à 11 h 55
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Belser. Armeeleitbild. Überprüfung
Motion Belser. Révision du plan directeur de l'armée
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
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Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
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Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
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1983
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II
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Volume
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Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
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08
Séance
Seduta
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Datum
16.03.1983 - 08:30
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