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CH_VB_001Ch Vb24 sept. 1985Ouvrir la source →
Conseil de l'Europe. Protocoles additionnels 500 24 septembre 1985 #ST# Vierte Sitzung - Quatrième séance Dienstag, 24. September 1985, Vormittag Mardi 24 septembre 1985, matin 9.30 h Vorsitz - Présidence: Herr Kündig Präsident: Dem vergangenen Abstimmungswochenende ist ein intensiver, zum Teil sogar emotionell geführter Abstim- mungskampf vorangegangen. Um so erleichterter sind wir heute, ein gesamthaft erfreuliches Abstimmungsresultat vor uns zu haben. Das Parlament wie fast alle Parteien und Organisationen haben das neue Eherecht gutgeheissen und dem Volk zur Annahme empfohlen. Die Mehrheit der Stimm- bürgerinnen und Stimmbürger hat sich für die gesetzliche Verankerung einer angemessenen Partnerschaft zwischen den Eheleuten und damit für die Anpassung eines veralteten Gesetzes an die heutige Wirklichkeit ausgesprochen. Mit der Vereinheitlichung des Schuljahresbeginns haben Volk und Stände einem ersten Schritt in Richtung Schul- koordination zugestimmt. Es ist zu hoffen, dass dies von den Kantonen als Zeichen dafür aufgefasst wird, in der Folge eine weitergehende Koordination selbst an die Hand zu nehmen. In der Frage, ob sich der Staat an der Aufgabe beteiligen soll, den wirtschaftlichen Strukturwandel zu bewältigen, hat das Volk ebenfalls eindeutig Stellung bezogen. Die Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hat sich davon überzeugen lassen, dass die Wirtschaft gewillt ist, die not- wendige Anpassung aus eigener Kraft vorzunehmen. Es ist zu hoffen, dass die Unternehmen und die Banken den Auf- trag zur Förderung und zur Nutzung von Innovationen und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze gewissenhaft wahr- nehmen. Ich gestatte mir, noch eine kurze persönliche Erklärung abzugeben. Am letzten Mittwoch habe ich in einer für den Ständerat unüblichen Art auf Äusserungen von Herrn Bundespräsi- dent Dr. Kurt Furgler reagiert. Vermutlich hat nach einem langen, oft sehr persönlich gefärbten Abstimmungkampf ein unbedeutender Tropfen das Fasszum Überlaufen gebracht. Ich möchte mich dafür bei Ihnen, meine sehr verehrten Kollegen und Kolleginnen, entschuldigen. Die Meinungsver- schiedenheit, die offensichtlich aus Missverständnissen entstanden ist, konnte ich mit Herrn Bundespräsident Furg- ler am letzten Donnerstag bereinigen. Ich danke Ihnen für Ihre Nachsicht. Wegen einer Verzögerung der Beratungen im Nationalrat in der Asylantenfrage hat Bundesrätin Kopp mich heute früh gebeten, den Beginn unserer Beratungen auf 10.30 Uhr festzulegen. Eine Programmumstellung unsererseits war bedauerlicherweise nicht mehr möglich, da wir sowohl heute als auch morgen nur Geschäfte von Frau Kopp behan- deln. Eine Stellvertretung im Bundesrat war auch nicht mehr zu regeln. Ich bitte Sie deshalb um Verständnis, wenn ich jetzt die Sitzung bis 10.30 Uhr unterbreche. Ich bitte Sie, diese Zeit zu nutzen, denn ich nehme an, dass wir bis gegen 14.00 Uhr tagen werden. Die Sitzung wird für eine Stunde unterbrochen La séance est interrompue pour une heure #ST# 83.062 Europarat. Zusatzprotokolle (Internationale Rechtshilfe) Conseil de l'Europe. Protocoles additionnels (entraide judiciaire) Siehe Jahrgang 1984, Seite 506 Voir année 1984, page 506 Beschlüsse des Nationalrates vom 4. Juni und 13. Dezember 1984 Décisions du Conseil national des 4 juin et 13 décembre 1984 Anträge der Kommission siehe Detailberatung Propositions de la commission voir discussion par articles Dobler, Berichterstatter: Im Jahre 1983 hat der Ständerat den Beschluss betreffend vier Zusatzprotokolle des Europa- rates auf dem Gebiet der Auslieferung, der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen und betreffend Auskünfte über ausländisches Recht behandelt. Von diesen vier Zusatzpro- tokollen sind drei genehmigt worden, opponiert wurde gegen das Zusatzprotokoll Nr. 99 zum Europäischen Über- einkommen über internationale Rechtshilfe in Strafsachen. Gemäss Beschluss des Ständerates vom 26. September 1984 wurde die Kommission für auswärtige Angelegenhei- ten förmlich beauftragt, die vorgelegte Materie einer vertief- ten Überprüfung zu unterziehen. Ohne auf die einzelnen Phasen noch einmal näher einzugehen, sei jedoch hervor- gehoben, dass der Nationalrat im Juni 1984 Kapitel 1 des Zusatzprotokolls Nr. 99 unter Namensaufruf mit 100 zu 70 Stimmen abgelehnt hat. Ihre Kommission veranlasste in der Folge die Teilung der Vorlage, damit wenigstens die unbe- strittenen Zusatzprotokolle Nr. 86, 97 und 98 in Rechtskraft treten konnten was inzwischen geschehen ist. Im Frühjahr 1985 organisierte Ihre Kommission die Anhö- rung verschiedener Experten und kam schliesslich an ihrer Sitzung vom 2. September 1985 mit 4 zu 3 Stimmen unter Stichentscheid des Präsidenten zum Antrag, Ihnen den Beschluss des Nationalrates auf Nichtannahme von Kapitel 1 zur Genehmigung zu unterbreiten. Die Minderheit hält am ursprünglichen Beschluss des Ständerats vom 6. und 15. Dezember 1983 fest. Dieser deckt sich mitderbundesrät- lichen Fassung. Die Nichtgenehmigung von Kapitel 1 des Zusatzprotokolls Nr. 99 möchte ich wie folgt begründen: Es ist als erstes mit aller Deutlichkeit voranzustellen, dass alle Kommissionsmitglieder den Kampf gegen die Wirt- schaftskriminalität über die Grenzen hinaus unterstützen und auch die Verbrechen gegen das Fiskalrecht bekämpfen. Als wirksamstes Mittel ist zweifelsohne die Anwendung des Bundesgesetzes über die internationale Rechtshilfe zu erwähnen, das hierfür als Rechtsgrundlage dient und seit nunmehr zwei Jahren in Kraft ist. Artikel 3 Absatz 3 dieses Gesetzes sieht vor, dass die Schweiz bei den erwähnten strafbaren Handlungen Rechts- hilfe gewähren kann. Wohl wird damit den schweizerischen Behörden eine gewisse Entscheidungsautonomie zugestan- den. Gleichzeitig myss jedoch erklärt werden, dass diese Kann-Vorschrift keine völlige Freiheit oder gar Willkür ein- räumt. Sie erfordert stets ein pflichtgemässes Ermessen. Demgegenüber muss die Schweiz nach dem Zusatzproto- koll Nr. 99 Rechtshilfe leisten. Jede Verweigerung von Rechtshilfe ist zu begründen. Nach der bundesrätlichen Fassung soll sich nun die Schweiz auf einen Vorbehalt stützen können, wonach Kapi- tel 1 nur insoweit anzunehmen ist, als die fiskalisch straf bare Handlung einen Abgabebetrug nach ihrer eigenen Gesetz- gebung darstellt. Durch die Formulierung des Bundesrates wird deutlich gemacht, dass die rechtliche Qualifikation eines Abgabebe- trugs nach der innerstaatlichen Gesetzgebung erfolgen soll.
Conseil de l'Europe. Protocoles additionnels 502 24 septembre 1985 •fiscale. Le message du Conseil fédéral de 1983 dit: «Pendant longtemps a prévalu l'opinion que les infractions fiscales ne devaient pas être traitées comme des infractions ordi- naires.» Cette affirmation contient une erreur, car aujour- d'hui encore les infractions fiscales ne sont pas traitées dans le cadre de l'entraide internationale comme des infrac- tions ordinaires. Ceux qui étaient déjà membres de ce conseil se souviendront que nous avons débattu de cette question à l'occasion de la discussion de la loi sur l'entraide internationale en matière pénale qui est entrée en vigueur en 1983. Nous avons convenu, par un vote majoritaire - pour moi, j'appartenais à la minorité - que les infractions en matière fiscale ne faisaient pas l'objet d'entraide pénale dans la loi que nous avons votée et cela est encore le cas aujourd'hui. En effet, dans la loi en vigueur depuis le 1 er jan- vier 1983, la fraude fiscale en tant que telle n'est pas répri- mée. Je ne suis pas de ceux qui - comme certains de mes amis politiques au Conseil national - ont critiqué la Suisse parce qu'elle était trop indulgente en matière de fraude fiscale. Dimanche 15 septembre, j'ai écouté, sur un poste périphéri- que français, Europe 1, une émission politique à succès qui s'appelle le «Club de la presse». Chaque semaine, d'émi- nents journalistes reçoivent et interrogent un homme politi- que français important. Or, ce jour-là l'invité était M. Charles Pasqua, président du groupe gaulliste au Sénat. Il est en quelque sorte notre collègue, et, selon toutes probabilités, il sera, au mois de mars, le président au Sénat du RPR, le parti le plus important d'une nouvelle majorité, M. Pasqua est donc une personnalité en vue. Or, M. Pasqua a dit à la radio, devant de nombreux journa- listes et à l'adresse de ses futurs électeurs: «II ne faut pas frauder, en principe bien sûr, mais si on le fait, il faut au moins ne pas le faire ouvertement.» Cette opinion n'est pas la mienne, mais elle démontre qu'ailleurs également la fraude fiscale n'est pas considérée comme un péché à l'instar des autres. Ainsi donc, actuellement, je le répète, le droit suisse ne pénalise pas la fraude fiscale. En revanche, l'escroquerie fiscale est pénalisée, et il convient de faire la distinction entre les deux. Pour preuve, je prendrai une comparaison. Il n'y a pas si longtemps, la question de l'avortement était à l'ordre du jour de notre conseil. Une majorité se prononçait en faveur d'une décriminalisation de l'avortement si ce der- nier était effectué dans les 12 premières semaines de la grossesse, étant entendu qu'après ce délai, l'avortement devenait punissable. Les partisans - j'en fais partie - de cette idée de dépénalisation de l'avortement durant les 12 premières semaines, et qui l'ont votée, n'avaient absolument pas à l'esprit que l'on allait admettre l'avortement d'un enfant à sept ou huit mois de sa vie fœtale. Il y a là une différence de nature! En l'occurrence, vous avez voulu introduire cette différence dans la loi sur l'entraide en matière pénale, soit: pour la faute simple, pas d'entraide pénale internationale; pour l'es- croquerie en matière fiscale, qui est un délit beaucoup plus grave, l'entraide pourrait devenir exécutoire. Cette clause est stipulée à l'article 3, 3" alinéa, de la loi sur l'entraide pénale internationale, qui mentionne très clairement que, seule, l'escroquerie fiscale peut faire l'objet d'une entraide pénale internationale. Dans l'ordonnance d'exécution de cette loi, promulguée par le Conseil fédéral, l'article 24,1 er alinéa, renvoie à une autre loi. Il stipule en effet que, pour définir l'escroquerie fiscale, il faut se référer à l'article 14, 2 e alinéa, de la loi sur le droit pénal administratif, du 22 mars 1974. Or, cet alinéa se lit comme suit: «Lorsque l'attitude astucieuse de l'auteur aura eu pour effet de soustraire aux pouvoirs publics un montant important, représentant une contribution, un subside ou une autre prestation, ... la peine sera... etc.» En résumé, pour rendre possible l'application de l'alinéa 3 de l'article 3 de notre loi, il faut: «premièrement, que la somme volée ou ' escroquée soit importante; deuxièmement, obligation est de constater de façon évidente que les éléments constitutifs de l'escroquerie fiscale sont réunis, d'après le droit suisse. Il faut notamment qu'il y ait astuce (utilisation de faux, incita- tion à produire de fausses attestations ou à faire de fausses déclarations).» Je vous renvoie ici à la page 22 du message du Conseil fédéral. Telles sont donc toutes les restrictions et toutes les précau- tions qui ont été prisses envers d'éventuels escrocs. J'étais opposé à ces mesures et je le reste. Toutefois, étant donné que je suis démocrate, je me soumets et je les accepte. Mais alors, que l'on ne vienne pas nous dire aujourd'hui que la définition de l'escroquerie n'est pas suffisamment prévue dans notre droit en vigueur! Si l'on se fonde sur ce que je viens de vous exposer, quelle serait alors la différence au cas où nous adopterions, comme précédemment, ce protocole n° 99? L'unique diffé- rence réside dans le fait qu'en conservant le système actuel, seuls les juges suisses peuvent appliquer cette disposition. Si nous votons la convention, les juges des autres pays appartenant au Conseil de l'Europe pourront appliquer le droit suisse, et seulement le droit suisse en matière d'escro- querie fiscale. Voilà la seule différence. On ne peut être opposé à l'adoption de cette convention pour des questions juridiques. Dans son intervention de 1983, M. Hefti n'a pas caché qu'il ne voulait pas de cette convention. Il a été correct, c'était clair et net. Il voulait que cette convention ne touche en aucune façon des gens qui ne payaient pas leur dû au fisc. C'était une attitude politique. Au Conseil national, certains députés ne voulaient pas que des juges étrangers se mêlent de nos affaires. Cet argument n'est pas valable, puisque, de toute façon, s'ils le faisaient, ils devraient appliquer le droit suisse et la jurisprudence suisse. Après ces déclarations politiques, les rapporteurs de la commission du Conseil national, MM. Widmer et Pini, ont indiqué que pour protéger des gens qui trichent avec le fisc ils ne voulaient pas faire de politique, que c'étaient unique- ment des questions juridiques qui les faisaient agir. Aujourd'hui, en commission, le Conseil fédéral reconnaît au contraire que le problème est politique, et Mme Kopp a raison de le rappeler. On relève que le Tribunal fédéral n'a pas encore bien expli- cité ce qu'était la notion d'escroquerie fiscale. M. Friedrich a répondu au Conseil national en disant d'abord que la défini- tion actuellement en vigueur est extrêmement claire et ensuite que l'escroquerie fiscale n'est qu'une partie du délit d'escroquerie en général selon l'article 148 du code pénal suisse. L'article 148 du code pénal suisse a provoqué une abondante jurisprudence et il n'est pas exact de dire qu'il n'y a pas de jurisprudence du Tribunal fédéral en la matière. Ce qui reste, c'est le problème politique. Actuellement, la Suisse a tendance à se replier sur elle- même, et la plupart des Suisses, je le reconnais, approuvent cette tendance. Malheureusement, ou heureusement, la question ne se pose pas ainsi. Quand l'heure d'été a été introduite chez tous nos voisins, un mouvement très impor- tant s'est développé chez nous pour dire: «Que les autres fassent ce qu'ils veulent, nous, Suisses, noua sommes maî- tres chez nous, nous faisons ce que nous voulons.» Mais nous n'avons pas le pouvoir de faire ce que nous voulons. En effet, si nous sommes les seuls au centre de l'Europe à ne pas avoir l'heure d'été, nous ne punissons pas les autres, nous nous punissons nous-mêmes, nous punissons notre tourisme, notre aviation, nos chemins de fer. Nous avons bien dû nous rendre compte que nous étions dépendants des autres pays d'Europe. La preuve a été faite. Elle a été faite là et elle est faite ici de la même façon. Je n'ai jamais imaginé que je citerais un jour M. Peter Sager qui est un homme de droite. A propos des difficultés psychologiques pour les Suisses d'admettre que des juges européens appliquent le droit suisse, M. Sager a dit: «Sie gründen auf der Annahme, dass unser Volk wählen könne zwischen einer Schweiz wie bisher und einer Schweiz als Teil Westeuropas. Das ist jedoch keine reale Alternative mehr, seit wir auf zahlreichen Ebenen alle materiellen Vor- teile internationaler Arbeitsteilung und Verbindung wahrge-
Conseil de l'Europe. Protocoles additionnels 504 24 septembre 1985 sehen Staaten, welche das Zusatzprotokoll ratifiziert haben, zeigt den bescheidenen Wirkungsgrad an. Nachdem nun aber der Nationalrat mit einer derartigen Mehrheit einen abweichenden Beschluss gefasst hat, ist das Resultat hier ja wohl vorauszusehen. Es wird auf ein Zuwar- ten mit den Erfahrungen des Rechtshilfeabkommens hin- auslaufen. Ich bedaure das zwar, werde es aber nicht ändern können. Mich dünkt - das ist mein Hauptanliegen -, vor allem der Bundesrat und die Verwaltung sollten diese Wartezeit dann mindestens positiv nutzen. Wir sollten dahin wirken, dass unsere Steuerfachleute vermehrt, bedeutend mehr als bis- her, bei Expertentreffen innerhalb des Europarates und im Rahmen der OECD-Gremien aktiv werden, dass sie zu Wort und zum Zuge kommen und damit bestehende Interes- senkonflikte auch aus unserer Sicht darlegen und einer besseren Lösung zuführen können. Wir können es uns auf die Dauer einfach nicht 'leisten, dass das Ausland wegen unseres häufigen Abseitsstehens die Interpretation unserer eigenen Lage und unserer eigenen Rechtsauffassung prak- tisch allein übernimmt. Ein letztes Anliegen möchte ich unterstreichen: Das Votum von Kollege Dobler könnte die irrtümliche Vorstellung wek- ken, die Schweiz sei völlig ohne jegliche Verpflichtung gegenüber Abkommen des Europarates. Das stimmt natür- lich nicht. Nicht nur im privaten Verkehr, sondern auch im Völkerrecht gilt beim Abschluss von Verträgen bekanntlich der Grundsatz von Treu und Glauben: Mit unserem Beitritt zum Europarat haben wir grundsätzlich auch die Pflicht übernommen, uns um die Koordination der Rechtsordnun- gen und um Abkommen zu bemühen - selbst wenn wir dabei in sehr gemächliche schweizerische Fahrzeuge ein- steigen, bei denen die Bremsen bedeutend besser ausgerü- stet sind und gepflegt werden als die Motoren! Bundesrätin Kopp: Die heutige Debatte und auch die Ver- handlungen in der Kommission zeigen mit aller Deutlichkeit, dass wir es primär nicht mit einer rechtlichen Frage zu tun haben, sondern mit einer politischen. Es wird von den Geg- nern der Vorlage übermässig Gewicht auf die juristische Frage gelegt, um zu verhindern, dass dieses Zusatzprotokoll 99 ratifiziert wird. Ich darf darauf hinweisen, dass sich unsere betroffenen Justizbehörden bei der Anwendung des IRSG bereits heute mit den aufgeworfenen juristischen Fra- gen zu befassen haben. Sie entstehen also nicht neu mit der allfälligen Ratifikation des Zusatzprotokolls 99 und haben offensichtlich bisher mehr Juristen beschäftigt als der ordentliche Ablauf des Rechtshilfeverfahrens. Wenn Ständerat Masoni auf eine bedenkliche Entwicklung hingewiesen hat, muss ich ihm sagen, dass die Fälle, an die er denkt, nicht den Abgabebetrug betrafen, sondern die Urkundenfälschung. Der Bundesrat hat in seiner Botschaft seine Politik in der Rechtshilfe dargelegt. Er wollte im beschränkten Rahmen von Artikel 3 Absatz 3 des Rechtshilfegesetzes im Kampf gegen die Fiskalkriminalität einen kleinen Schritt weiterge- hen und schlug dem Parlament vor, das Zusatzprotokoll mit dem bekannten Vorbehalt zu ratifizieren. Damit wollte er sich konsequent zeigen. Nachdem mit dem Rechtshilfe- gesetz in der Schweiz der Abgabebetrug den gemeinrechtli- chen Delikten gleichgestellt wurde, sprach seiner Meinung nach nichts dagegen, dass man sich diesbezüglich interna- tional zur Zusammenarbeit verpflichtet. Vor allem lag ihm daran, zum Ausdruck zu bringen, dass er im internationalen Verhältnis den Abgabebetrüger- ich wiederhole: den Abga- bebetrüger- im Vergleich zu den anderen Deliquenten nicht irgendwie privilegieren will. Es liegt nun an Ihnen, sich über diese Politik auszusprechen und zu entscheiden, ob Sie den Bundesrat weiterhin unter- stützen wollen. Meiner Meinung nach ist die Bedeutung der aufgeworfenen juristischen Fragen nicht derart, dass von der in der Botschaft des Bundesrates ausgedrückten und von meinem Vorgänger vertretenen Politik abgewichen wer- den muss. Ich beantrage deshalb Genehmigung gemäss An- trag des Bundesrates. Dieser Antrag entspricht übrigens dem Beschluss Ihres Rates, der - wenn ich mich richtig erinnere - einstimmig gefällt wurde. Ich habe eine zu grosse Meinung von Ihrem Rat, als dass ich annehmen würde, dass Sie sich damals nicht Ihre Gedanken gemacht haben, bevor Sie den Antrag des Bundesrates einstimmig gutgeheissen haben. Nun hat sich aber Ihre Kommission, und zwar nur mit Stichentscheid des Präsidenten, dem Entscheid des Natio- nalrates angeschlossen. Dazu möchte ich folgendes fest- halten: • Seit dem 1. Januar 1983 ist das Bundesgesetz über interna- tionale Rechtshilfe in Strafsachen in Kraft, welches die Rechtsgrundlage im Verhältnis zu Staaten liefert, mit wel- chen kein entsprechender Staatsvertrag besteht, und ergän- zend zur Anwendung kommt, wo bestehende Staatsverträge weniger weit gehen. Dieses Gesetz wird nun von den zustän- digen schweizerischen Justizbehörden häufig angewendet, insbesondere Artikel 3 Absatz 3, welcher eine besondere Bedeutung erlangt hat, weil er eine eingeschränkte Rechts- hilfe in Fiskalsachen vorsieht. Auf entsprechende Anfragen werden die ausländischen Justizbehörden stets darauf hin- gewiesen, dass die Schweiz bei Vorliegen eines Abgabebe- truges gemäss ihrem Recht- ausschliesslich gemäss ihrem Recht - Rechtshilfe leisten könne. Würde nun die Schweiz das Zusatz p roto ko 11 mit dem Vorbe- halt gemäss dem Entscheid des National rates ratifizieren, so wäre betreffend Kapitel 1, dem eigentlichen Kernstück des Zusatzprotokolls, das Rechtshilfe in Fiskalsachen beinhal- tet, offiziell jegliche Zusammenarbeit ausgeschlossen. Damit würde die Schweiz im Rahmen eines europäischen multilateralen Vertragswerkes die Rechtshilfe in Fiskalsa- chen verweigern. Ich befürchte, dass eine derartige Ratifizierung betreffend die Frage, ob nun die Schweiz in Fiskalsachen Rechtshilfe leistet oder nicht, zu Unklarheiten, Unsicherheiten und vor allem zu Missverständnissen führen könnte. Dies liegt nicht im Interesse der Schweiz und entspricht keinesfalls der gemäss IRSG bisher verfolgten Praxis. Hinzu kommt, dass der nationalrätliche Vorbehalt demjenigen, den wir anläss- lich der Unterzeichnung bereits angebracht haben, wider- sprechen würde. Ich darf es Ihnen überlassen, zu entschei- den, was eine derartige Haltung für das Ansehen der Schweiz im Ausland zur Folge haben kann. Schliesslich noch ein Aspekt praktischer Natur: Das Zusatz- protokoll besteht aus vier Kapiteln. Dem Kapitel 4 kommt keine Bedeutung zu, da es rein formellrechtliche Bestim- mungen betreffend Inkrafttreten und Möglichkeiten der Anbringung von Vorbehalten enthält. Wird zudem noch Kapitel 1 ausgeschlossen, würde das Zusatzprotokoll seines Kernstückes beraubt werden. Es ist nun sehr fraglich, ob sich die Ratifizierung von Kapitel 2 und 3 rechtfertigt, die bloss je einen Artikel enthalten und lediglich die Ausdeh- nung der Rechtshilfe auf die Zustellung von Urkunden betreffend die Vollstreckung einer Strafe oder ähnlicher Massnahmen und den Austausch von Auskünften des Straf- registers zum Gegenstand haben. Den schweizerischen Justizbehörden bringt die Ratifikation eines solchen Rumpf- protokolls jedenfalls keine nennenswerte oder lohnende Neuerung. Das Geschäft hat, wie ich bereits erwähnt habe, primär eine politische Dimension angenommen. Die Lösung muss dementsprechend eine politische sein. Ich möchte Sie bit- ten, nicht nur an die innenpolitische, sondern auch an die aussehpolitische Dimension zu denken. Verfahrensrechtlich wird der Bundesrat durch das Parla- ment ermächtigt, ein internationales Übereinkommen zu ratifizieren. Seine Leitfunktion in der Aussenpolitik zwingt ihn, die Opportunität eines solchen Schrittes unter Berück- sichtigung aller vorliegenden Elemente abzuschätzen. Massgebend sind in dieser Phase des Verfahrens die glei- chen Kriterien, wie sie der Bunderat bereits beim Entschluss, ein Übereinkommen des Europarates den Räten zur Genehmigung zu unterbreiten, hat beiziehen müssen: Zweckmässigkeit und Nützlichkeit des Übereinkommens, die Realisierbarkeit seines Gegenstandes in unserer Rechts-
Constitution du canton de Baie-Campagne. Garantie 506 24 septembre 1985 Gesamtberatung - Traitement global du projet Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Titre et préambule, art. 1 et 2 Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 33 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Nationalrat - Au Conseil national #ST# 85.031 Kantonsverfassung Uri. Gewährleistung Constitution du canton d'Uri. Garantie Botschaft und Beschlussentwurf vom S.Mai 1985 (BBI II, 621) Message et projet d'arrêté du 8 mal 1985 (FF II, 625) Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral M. Aubert, rapporteur: Les cantons suisses se sont engagés depuis quelques années dans une ère de révisions totales. Je ne parle pas ici du canton du Jura qui, parce qu'il entrait lui-même dans la Confédération, devait s'y présenter muni d'une constitution qui ne pouvait être que neuve. Je parle d'un mouvement général, déclenché probablement par les travaux de rénovation de la constitution fédérale, qui s'est étendu à une partie considérable de la Suisse alémanique. Argovie est venu en premier, c'était en 1980. Uri et Baie- Campagne ont suivi, nous les retrouvons aujourd'hui. On nous annonce encore Soleure, Glaris, Thurgovie. Ces révi- sions totales sont d'un intérêt très réel. MM. Affolter et Binder l'ont noté quand nous avons délibéré en septembre 1981 de la constitution argovienne. Il est à peine besoin de souligner que l'intérêt qu'elles suscitent chez les profes- seurs de droit constitutionnel est encore plus grand. J'ai pour ma part, s'il est permis de le dire sans présomption, trouvé que la constitution uranaise était claire, bien compo- sée, riche d'enseignements. Mais je n'aurais pas l'idée sau- grenue de vous inviter aujourd'hui à une discussion de séminaire. Le rôle de l'Assemblée fédérale est limité, il se borne à vérifier qu'une constitution cantonale ne contient rien d'incompatible avec le droit fédéral. De ce point de vue, le Conseil fédéral n'adresse aucun reproche à la constitu- tion d'Uri. Votre commission non plus. Tout au plus est-ce le lieu de rappeler que les constitutions cantonales doivent se comprendre dans le cadre du droit fédéral. Il en résulte que certaines des dispositions qu'elles contiennent n'ont pas l'étendue que suggère une lecture abstraite. Je prends l'exemple de l'article 3, 2 e alinéa, de la constitution uranaise: «La législation règle l'octroi du droit de cité communal et cantonal.» Il est clair que la législation cantonale n'a, en cette matière, qu'une compétence fort étroite. Elle ne peut guère régler que les cas de naturalisa- tion ordinaire. L'acquisition du droit de cité communal et cantonal par l'effet de la filiation, de l'adoption et du mariage, voire de la plupart des cas de naturalisation facili- tée, relève exclusivement du droit fédéral. L'article 3, 2 e ali- néa, de la constitution uranaise n'a donc qu'une portée très restreinte. Mais il est bien entendu, nous l'avons précisé quand nous avons examiné la constitution du Jura en 1977, qu'une disposition cantonale qui ne trouve à s'appliquer valablement que dans quelques cas seulement n'en mérite pas moins notre garantie. Votre commission vous propose de l'accorder à la nouvelle constitution d'Uri. Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit Gesamtberatung - Traitement global du projet Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Titre et préambule, art. 1 et 2 Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Eteschlussentwurfes 33 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Nationalrat - Au Conseil national #ST# 85.049 Kantonsverfassung Basel-Landschaft. Gewährleistung Constitution du canton de Baie-Campagne. Garantie Botschaft und Beschlussentwurf vom 21. August 1985 (BBI II, 1157) Message et projet d'arrêté du 21 août 1985 (FF II, 1173) Antrag der Kommission Mehrheit Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Minderheit l (Hefti) Art. 1 ... gewährleistet mit Ausnahme von Paragraph 115 Absatz 2 Satz 2. Minderheit II (Steiner) Art. 1 ... gewährleistet mit Ausnahme der Wort «oder in dessen Nachbarschaft» in Paragraph 115 Absatz 2 Satz 2. Proposition de la commission Majorité Adhérer au projet du Conseil fédéral Minorité I (Hefti) Art. 1" ...du 4 novembre 1984 à l'exception du paragraphe 115, 2 e alinéa, 2 e phrase. Minorité II (Steiner) Art. 1 er ...du 4 novembre 1984 à l'exception des mots «oder in dessen Nachbarschaft» du paragraphe 115, 2° alinéa, 2 e phrase. M. Aubert, rapporteur: Je peux dire de cette constitution, en ce qui concerne son style, sa structure, sa substance, ce que je disais tout à l'heure de la constitution d'Uri. Elle fait une forte impression. Naturellement, il est toujours possible de relever quelques tournures singulières. M. Schmid a, par
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Europarat. Zusatzprotokolle (Internationale Rechtshilfe) Conseil de l'Europe. Protocoles additionnels (entraide judiciaire) In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1985 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 04 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.062 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 24.09.1985 - 09:30 Date Data Seite 500-506 Page Pagina Ref. No 20 013 859 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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