Budget de la Confédération 1984 (150 millions)12
6 mars 1984
#ST# Zweite Sitzung - Deuxième séance
Dienstag, 6. März 1984, Vormittag
Mardi 6 mars 1984, matin
8.00h
Vorsitz - Présidence: M. Debétaz
Le président: Je tiens à souhaiter une cordiale bienvenue à
M. Stich, conseiller fédéral. C'est la première fois, Monsieur
le conseiller fédéral, que vous représentez l'Exécutif devant
le Parlement. Nous sommes heureux que cette première ait
lieu au Conseil des Etats, et je dois vous dire que nos vœux
sincères vous accomoagnent dans votre haute et difficile
tâche.
#ST# 83.052
Voranschlag der Eidgenossenschaft 1984
(150 Millionen)
Budget de la Confédération 1984 (150 millions)
Bericht und Antrag des Bundesrates vom 25. Januar 1984
(Im Bundesblatt nicht veröffentlicht)
Rapport et proposition du Conseil fédéral du 25 janvier 1984
(Non publié dans la Feuillu Fédérale)
Antrag der Kommission
Mehrheit
Nichteintreten
Demzufolge Annahme des folgenden Bundesbeschlusses:
Bundesbeschluss über den Voranschlag der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft für das Jahr 1984 und die Bewilli-
gung von Verpflichtungskrediten
Änderung vom ... März 1984
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,
nach Einsicht in einen Bericht und Antrag des Bundesrates
vom 25. Januar 1984 über weitere Kürzungen im Voran-
schlag 1984 beschliesst:
Der Bundesbeschluss vom 14. Dezember 1983 über den
Voranschlag der Schweizerischen Eidgenossenschaft für
das Jahr 1984 und die Bewilligung von Verpflichtungskredi-
ten wird wie folgt geändert:
Art. 2
Aufgehoben
II
Dieser Beschluss ist nicht allgemeinverbindlich, er unter-
steht nicht dem Referendum.
Minderheit
(Kündig, Ducret, Gerber, Letsch)
Eintreten
Proposition de la commission
Majorité
Ne pas entrer en matière
en conséquence, adoption de l'arrêté fédéral suivant:
Arrêté fédéral concernant le budget de la Confédération
suisse pour l'année 1984 et I ouverture de crédits d'engage-
ments
Modification du ... mars 1984
L'Assemblée fédérale de la Confédération suisse,
vu le rapport et les propositions du Conseil fédéral du
25 janvier 1984 concernant des réductions supplémentaires
dans le budget 1984, arrête;
I
L'arrêté fédéral du 14 décembre 1983 concernant le budget
de la Confédération suisse pour l'année 1984 et l'ouverture
de crédits d'engagements esit modifié comme il suit:
Art. 2
Abrogé
Le présent arrêté, qui n'est pas de portée générale, n'est pas
soumis au référendum.
Minorité
(Kündig, Ducret, Gerber, Letsch)
Entrer en matière
Belser, Berichterstatter: Gestatten Sie mir eine Bemerkung
zur Vorgeschichte. Mit dem Voranschlag 1984 präsentierte
der Bundesrat in der Finanzrechnung einen Ausgabenüber-
schuss von 1156 Millionen Franken. Kein Rat war bereit,
einen solchen Fehlbetrag hinzunehmen. In der ständerätli-
chen Finanzkommission senkten wir den Fehlbetrag um 382
Millionen auf 774 Millionen Franken. Die nationalrätliche
Finanzkommission verlangte anschliessend vom Bundesrat
bis Anfang Dezember 1983 weitere Einsparungsvorschläge
von 100 bis 250 Millionen Franken. Der Bundesrat legte
daraufhin Einsparungen von 102 Millionen Franken vor.
Beide Räte verabschiedeten letztlich den Voranschlag 1984
mit einem Fehlbetrag in der Finanzrechnung von rund 660
Millionen Franken. Dem Budgetbeschluss wurde jedoch ein
Artikel 2 beigefügt mit folgendem Wortlaut: «Von der bewil-
ligten Ausgabensumme bleiben 150 Millionen Franken
gesperrt. Der Bundesrat wird eingeladen, die entsprechen-
den Kürzungen und die allen"alls nötigen Gesetzesänderun-
gen bis zur Frühjahrssession vorzuschlagen.»
Dieser Artikel 2 stammte aus dem National rat. Der Ständerat
stimmte ihm zu - eher etwas lustlos. Dabei wurde auch
angeführt, man wolle das Differenzbereinigungsverfahren
nicht weiter belasten und man könne ja bei Vorliegen der
bundesrätlichen Vorschläge eine materielle Wertung vor-
nehmen.
In der Diskussion im Nationa rat legten die beiden Sprecher
der Finanzkommission grosses Gewicht auf die angeregten
Gesetzesänderungen: «Wir erwarten vom Bundesrat, dass
er nochmals über die Bücher geht und sagt, welche Gesetze
zu ändern wären, worauf der Rat zu entscheiden haben
wird.» - Der Bundesrat ging über die Bücher. Er unterbreitet
uns nun Kürzungsvorschläge von etwas mehr als 150 Millio-
nen Franken. Aus zeitlichen Gründen verzichtet er aber auf
jegliche Gesetzesänderung. Mehr als 120 Millionen oder
fünf Sechstel dieser Einsparungen betreffen daher Investi-
tionen. Der grössere Teil des Rests sind Darlehen. Mit 5
gegen 4 Stimmen empfiehlt Ihnen die Mehrheit der Finanz-
kommission, auf diesen Vorschlag des Bundesrates nicht
einzutreten und den Artikel 2 des Budgetbeschlusses vom
Dezember aufzuheben.
Vor Jahresfrist haben wir ein Beschäftigungsprogramm mit
zusätzlichen Investitionen beschlossen. Diese Kürzungen
schwächen eindeutig das Beschäftigungsprogramm. Auch
wenn viel von einer Erholung der Konjunktur geschrieben
wird, so ist dieser Aufschwung bei uns in vielen Gebieten
doch nur recht stockend. Die hohen Zahlen von Ganzar-
beitslosen sind, zumindest noch nicht, nach unten in Bewe-
gung geraten. Kursänderungen in unserer Politik sollten in
- März 1984
13Voranschlag der Eidgenossenschaft (150 Millionen)
so kurzer Zeit nicht gemacht werden; sie sind nicht von
Vorteil.
Bei den Vorschlägen des Bundesrates handelt es sich nicht
um eigentliche Einsparungen. Es sind Verschiebungen, also
aufgeschobene Ausgaben. Wenn auch Investitionen oft in
den Folgejahren Betriebsausgaben verursachen, so hat es
in diesem Paket auch solche, die zu Einsparungen führen.
Ich denke da an die Sanierung der Werkstätten in Buochs
oder den Festungsmateriälpark in Bilten.
Im Blick auf die Sanierung der Bundesfinanzen ist auch auf
ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Kantonen zu achten.
Neben Aufgabenteilung und Anschlussprogramm sollten
wir keine neuen Unsicherheiten schaffen. Die vom Bundes-
rat hier vorgeschlagenen Kürzungen berühren aber auch
wieder Zusicherungen an Kantone und Gemeinden. Wenn
wir bedenken, dass wir im vergangenen Jahr Nachtragskre-
dite von fast 500 Millionen Franken sprachen, ohne die
Kredite aus dem Beschäftigungsprogramm, so wird die Ver-
hältnismässigkeit und die Frag Würdigkeit dieser Streich-
übung bei Investitionen offensichtlich. Kein Kommissions-
mitglied zeigte Begeisterung über die bundesrätlichen Vor-
schläge. Sparen wollte man ja bei Konsumausgaben. Man
billigte aber dem Bundesrat zu, dass ihm in der zur Verfü-
gung stehenden Zeit nicht viele andere Möglichkeiten offen-
standen, dem parlamentarischen Sparauftrag nachzu-
kommen.
Bestand im Grundtenor in der Finanzkommission beinahe
Einmütigkeit, so beurteilte man die Auswirkungen des
Entscheides auf Verwaltung und Bevölkerung unterschied-
lich. Ein Verzicht auf die Kürzungen mache uns unglaub-
würdig, war die Ansicht der Minderheit; wer im Dezember A
gesagt habe, müsse jetzt auch B sagen. Das glaube ich
nicht; das Volk ist durchaus in der Lage, zwischen echten
Einsparungen und Verschiebungen oder etwas kosmeti-
schen Änderungen zu unterscheiden. Im übrigen hat der
Bundesrat das Anschlussprogramm inzwischen verabschie-
det, jene Vorlage, die Einsparungen über den geforderten
Weg der Gesetzesänderungen bringt.
Ich bitte Sie daher, dem Antrag der Mehrheit Ihrer Finanz-
kommission zu folgen.
Kündig, Sprecher der Minderheit: Auch die Unterzeichner
des Minderheitsantrages, mit dem wir auf die Vorlage eintre-
ten möchten, sind sich bewusst, dass die Vorlage des Bun-
desrates nicht optimal ist. Einsparungen im Investitionsbe-
reich tragen nach unserem Dafürhalten nicht das richtige
Vorzeichen des Begriffes «Sparen». Wohl waren auch die
Dezemberbeschlüsse der eidgenössischen Räte nicht sehr
qualifiziert, weil etwas grobschlächtig ein Sparauftrag an
den Bundesrat weitergeleitet wurde, ohne dass Schwer-
gewichte, wie man sich das Sparen vorstellte, genannt wur-
den. Trotzdem bitte ich Sie, den Sparanstrengungen des
Bundesrates zuzustimmen. Ich glaube tatsächlich, dass es
hier um eine Frage der Glaubwürdigkeit geht.
Vor zehn Tagen haben wir mit dem Vorzeichen «Sanierung
des Bundeshaushaltes» dem schweizerischen Strassenbe-
nützer recht tief in die Tasche gegriffen, und heute will die
Mehrheit eine bundesrätliche Sparvorlage verweigern. Vor-
würfe, die an diese Vorlage gerichtet werden, gehen in drei
Richtungen: einmal, dass das Parlament einen falschen
Auftrag erteilt hätte; zweitens, dass Investitionen keine echte
Einsparungen bedeuten (es würde sich dabei um Augen-
wischerei handeln; es seien nur verschobene Aufgaben, die
uns in einem späteren Zeitpunkt recht massiv treffen wür-
den); drittens, dass die Unterhaltsaufgaben nicht ohne
Schaden und damit ohne zusätzliche spätere Kosten ver-
schoben werden könnten.
Dazu erlaube ich mir, folgende Bemerkungen zu machen.
Ich glaube nicht, dass es Auftrag des Parlamentes sein kann,
hier Einzelmassnahmen für ein derartiges Sparprogramm
vorzuschlagen. Wenn man Einzelmassnahmen vorschlagen
will, dann kann und soll man dies im Rahmen der Budgetde-
batte tun. Dies haben wir versucht, soweit es dem Parlament
überhaupt möglich war. Das Parlament hat somit in solchen
Aktionen einen Finanzrahmen festzulegen, innerhalb wel-
chem sich Einnahmen und Ausgaben zu bewegen haben;
die Prioritätensetzung soll schlussendlich beim Bundesrat
liegen, so wie er uns nun seine Prioritäten in dieser Vorlage
vorlegt.
Zum Vorwurf, Investitionen seien keine Einsparungen:
Direkt wirksam sind sie sicher nicht, denn früher oder später
werden diese Investitionen in den meisten Fällen wieder
realisiert werden. Man muss aber bei diesen Einsparungen
die Gesamtrelation sehen. Die Relation mit den jährlichen
Investitionen, die der Bund vorzunehmen gedenkt. Im Jahre
1983 waren es 3,3 Milliarden Franken. Im Jahre 1984 sollen
es 3,94 Milliarden Franken sein. Nach der Kürzung um 150
Millionen Franken sind dies immer noch 14 Prozent mehr als
im Vorjahr. Sind nun aber Verschiebungen von Investitionen
tatsächlich keine Sparmassnahmen? Ich glaube, dass man
hier auch eine andere Quantifizierung vornehmen kann,
nämlich einmal die Belastung durch die Zinsen. Diese Inve-
stition löst vom Moment der Investition an Zinsen aus, was
bei dem Betrag von 150 Millionen Franken zwischen 7 und 8
Millionen Franken jährlich wiederkehrende Kosten erbringt.
Und auch die Folgekosten von Investitionen sind nicht
gering; die Erfahrungen zeigen, dass die jährlich anfallen-
den Folgekosten bei 20 bis 30 Prozent der Investitionskosten
liegen. So gesehen sind also auch Investitionen, die ver-
schoben werden, echte Einsparungen.
Zur Frage der Beschäftigungslage: Es ist tatsächlich
schmerzlich, dass durch dieses Sparpaket Investitionen ver-
schoben werden sollen und dass es dem Bundesrat nicht
gelang - es war zwar eine sehr kurze Zeit, und man muss
dafür Verständnis haben -, in den Konsumausgaben die
entsprechenden Einsparungen vorzunehmen. Es wird durch
diese Vorlage im wesentlichen Bauvolumen reduziert. Ich
bin überzeugt, dass dieses Volumen die schwierigen Anpas-
sungsprobleme und die Redimensionierungen, die die
gesamte Bauwirtschaft in den nächsten Jahren durchma-
chen muss, kaum mindert. Ich glaube deshalb nicht, dass
man aus beschäftigungspolitischen Überlegungen nun die-
sem Sparauftrag nicht zustimmen soll.
Und nun zur Frage der Glaubwürdigkeit des Parlamentes:
Bei aller Problematik des Vorschlages ist doch hervorzuhe-
ben, dass wir sowohl bei den letzten Abstimmungen über
die Strassensteuern wie auch in anderen Belangen dem
Schweizervolk immer wieder vordoziert haben, dass wir in
Zukunft haushälterisch mit dem Geld umgehen wollen.
Wenn wir nun aber einen Vorschlag des Bundesrates, in
welchem er uns die Möglichkeit von weiteren Einsparungen
von 150 Millionen Franken präsentiert zurückschicken, dann
öffnen wir doch die Ausgabenschleuse zunehmend. Wir
dürfen dann nicht erstaunt sein, wenn auf diese Weise auch
in Zukunft wohl kaum je ein Ausgleich des Bundeshaushal-
tes erreicht werden wird.
Wenn der Bundesrat bereit ist, diesen ersten Schritt zu tun,
so sollten wir ihn daran nicht hindern. Auch hier müssen wir
wieder die Relation sehen. In der Tat und Wahrheit sparen
wir damit 7 Promille des gesamten Bundeshaushaltes, also
70 Rappen auf 100 Franken realen Aufwand des Jahres.
Wenn wir diesem Antrag nicht zustimmen, müssen wir unbe-
dingt einen weiteren Forschungskredit aufnehmen für ein
innovatives Vorhaben: für eine integrale Ausgabenbremse.
Ich ersuche Sie deshalb, der Kommissionsminderheit zuzu-
stimmen und auf die Vorlage einzutreten.
M. Ducret: Je suis personnellement favorable à l'entrée en
matière. Nous avons l'occasion ce matin de parler séparé-
ment du budget d'investissement et de celui de fonctionne-
ment. Hier, on a parlé du fonctionnement, mais d'une
manière assez curieuse, on va trouver une opposition entre
le vote qui est intervenu à cette occasion, sur la non-
augmentation pour la recherche scientifique, et le vote d'au-
jourd'hui sur l'éventuelle diminution des investissements.
Ceux qui ont dit non hier seront à peu près les mêmes qui
diront oui aujourd'hui. Nous sommes précisément, M. Belser
et moi-même, dans cette situation.
En ce qui concerne l'investissement au fonctionnement,
permettez-moi tout d'abord de rappeler très simplement
Budget de la Confédération 1984 (150 millions)
14
6 mars 1984
comment l'on paie ces investissements. Par trois moyens:
on le fait avec le soldo bénéficiaire du compte de fonction-
nement; ensuite, avec les amortissements contenus dans le
compte de fonctionnement et, enfin, avec l'augmentation de
la dette. Dans le système comptable de la Confédération - et
je le répéterai chaque fois que nous parlerons de finances -
on ne retrouve pas cette différence entre le boni de la
Confédération et l'amortissement, c'est tout. Actuellement,
dans le compte 1984, il y a environ 3 milliards de francs de
réserve qui sont le bénéfice du compte-fonctionnement et
les amortissements pour payer les investissements. Cela ne
suffit pas. Il faut augmenter la dette et cette augmentation
doit être en gros de 600 millions de francs. Donc la discus-
sion que nous avons ici est extrêmement politique car nous
ne discutons pas seulement de la masse d'investissements
que nous voulons faire, mais nous décidons aussi de l'aug-
mentation de la dette de la Confédération. Or, ce discours-là
est tenu unanimement par le Conseil fédéral, le Conseil
national et le Conseil des Etats. Le but visé par ces trois
entités politiques-quand on parle de l'assainissement des
finances fédérales - c'est de ne pas et de ne plus augmenter
la dette, ce qui est tout à fait clair. Je ne veux pas discuter de
la philosophie de la non-augmentation de cette dette ou, au
contraire, de la possibilité que notre pays a encore de
l'augmenter, ce serait une trop longue discussion que nous
n'allons pas entreprendre.
Mais enfin quels sont nos moyens pour limiter l'augmenta-
tion de cette dette et atteindre le but que visent les Cham-
bres et le Conseil fédéral? Nous avons déjà modéré le
budget de fonctionnement, et considérablement puisque
l'on se plaint partout des mesures qui ont été prises. Nous
avons déjà reporté sur les cantons et sur les communes 520
millions de francs et il reste maintenant la troisième possibi-
lité: réduire les investissements puisqu' aussi bien les sub-
ventions ont été réduites et que nous avons appris hier, à la
suite d'une conférence de presse que vous avez donnée,
Monsieur le Conseiller fédéral, que l'on se préparait à dimi-
nuer, de l'ordre de 360 millions, les dépenses dans les
prochains budgets, en maintenant à nouveau une réduction
des subventions aux communes et aux cantons. Il ne reste,
très franchement, qu'une alternative à savoir modérer aussi
les investissements ou accepter l'augmentation de la dette.
La question est là et pas ailleurs.
Les conséquences? Il faut, je crois, ramener les choses à
leur juste niveau. Il est vrai que nous réduisons de 150
millions de francs les investissements mais n'oublions pas
que c'est dans un premier temps, sur la liste qui nous a été
proposée, ils avaient augmenté de 187 millions, c'est-à-dire
que c'est l'augmentation que nous modérons. Entre 1982 et
1983, les investissements se sont accrus de 100 millions de
francs, cela correspondait à l'évolution du coût de la vie.
Entre 1983 et 1984, si vous acceptez la réduction de 150
millions, ils augmenteront encore de 37 millions. Comme le
coût de la vie dans notre pays, heureusement, est modéré
pour 1984, cela correspond à la même hausse que celle de
1982 à 1983. Vous ne faites donc rien de plus que de
maintenir le niveau des investissements à ce que vous aviez
décidé pour l'année 1983 et je constate que cette progres-
sion n'est pas négligeable dans de nombreux domaines.
Plusieurs d'entre nous se sont exprimés en séance de com-
mission au sujet de l'agriculture et il faut tout de même
constater qu'un effort considérable est fait dans ce
domaine, notamment pour l'agriculture de montagne qui
doit être soutenue largement, c'est tout à fait clair, mais là
nous passons à une contribution aux frais des détenteurs de
bétail dans ces régions. Pour ne prendre que ces chiffres de
120 millions de dépenses en 1982, 152 millions en 1983 et
170 millions de francs en 1984, je pose alors la question: où
est le péril, où est le drame? Il n'y en a pas. Nous sommes
encore des gens riches, au niveau de nos investissements.
Mais, s'il vous plaît, puisque nous avons pris la décision de
modérer l'augmentation de la dette de la Confédération - et
vous l'avez tous dit une fois ou l'autre, soit hier, soit au
moment de la présentation du budget - je crois que mainte-
nant - c'est indiscutable - cette modération va dans le sens
d'un vote affirmatif d'une réduction de 150 millions de
francs concernant les investissements et les prêts de la
Confédération pour 1984. Il est vrai qu'on y verrait plus clair
si notre budget était présenté sous une autre forme, mais
cela c'est une autre affaire. Je reprends simplement en
conclusion ce que j'ai dit il y a un instant. Il y a trois façons
de financer les investissements: par le moyen du bénéfice
du compte d'exploitation et de fonctionnement, par le
moyen des amortissements auxquels on peut procéder et
par l'augmentation de la dette. Vous avez choisi de recourir
aux deux premiers en votant le budget de fonctionnement.
Vous choisirez aujourd'hui d'augmenter la dette de 150
millions ou de ne pas l'augmenter de 150 millions.
M.Genoud: J'aurais aimé pouvoir partager cette volonté de
réduire les dépenses budgétaires de 150 millions, volonté
qui s'est manifestée déjà au sein du Conseil national lors des
débats sur le budget en décembre dernier. Je dois rappeler
aujourd'hui, surtout à l'intention de ceux qui marquent leur
étonnement devant les propositions du Conseil fédéral, que
le représentant de ce dernier, M.Chevallaz, à l'époque chef
du Département fédéral des finances ad intérim, avait claire-
ment exposé devant la Commission des finances qui débat-
tait du budget en décembre 1983 que le Conseil fédéral ne
pourrait réaliser l'économie supplémentaire qu'on lui
demandait, pour la majeure partie du montant, qu'en dimi-
nuant les crédits d'investissement. Cela a été pour moi une
raison suffisante de m'opposer, en décembre dernier, à
cette coupe supplémentaire de 150 millions, car déjà alors je
commençais à me poser la question de la crédibilité du
Parlement qu'on évoque beaucoup, cette fameuse «Glaub-
würdigkeit des Parlaments». J'ai constaté que voter d'une
part en 1983 un programme spécial de relance et de soutien
à l'emploi et, d'autre part, prêter la main à la suppression,
dans le budget, d'une partie des crédits de construction
proposés était le signe d'une incohérence qui est peut-être
encore plus grave que le manque de crédibilité du Parle-
ment. Il faut insister encore aujoud'hui sur cette crédibilité,
j'en conviens, dans le cadre de l'examen d'un autre dossier
que nous traiterons pendant cette séance et qui est celui du
deuxième paquet de mesures destinées à soutenir emploi.
Alors, parlons-en, de cette c'édibilité. Sommes-nous crédi-
bles quand, au cours de la même séance, nous supprimons
dans un budget qui a été élaboré des crédits destinés à
financer des constructions, des investissements et, d'un
autre côté, nous votons d'autres mesures destinées à
encourager l'activité économique dans le pays, à encoura-
ger ce qu'on nomme communément la «relance»?
Je ne veux pas faire ici un plaidoyer en faveur des divers
secteurs qui sont concernés par cette coupe envisagée de
150 millions. Je rappellerai simplement en passant qu'est
également touchée, au titre des prêts et des interventions
directes, l'aide aux pays en voie de développement. Je ne
sais pas si, politiquement, c'est le moment de prêter une fois
de plus la main à la réduction d'un crédit de ce genre.
Je peux évoquer également les dépenses militaires, en souli-
gnant qu'on ne fait aujourd'hui aucune économie puisqu'on
reporte simplement dans le temps des dépenses qui sont
nécessaires. On s'illusionne donc un petit peu en donnant
l'impression, car il s'agit d'une impression seulement, qu'on
fait ou qu'on veut faire des économies.
Je pourrais parler aussi de l'agriculture. Si, comme on vient
de le rappeler, les contributions versées aux détenteurs de
bétail en région de montagne subissent une augmentation
de 40 pour cent, je dois tout de même souligner que c'est à
la suite d'une décision prise l'année dernière par le Parle-
ment, qui s'est montré plus généreux que le Conseil fédéral
en l'occurrence, et aujourd'hui, le Conseil fédéral est mis
devant l'obligation de respecter des engagements qu'il a
pris à l'époque. Il ne s'agit pas d'une disposition prise dans
le cadre du budget, mais d'un arrêté datant de l'année
passée ou plutôt, il s'agit d'un transfert de compétence,
dans la loi, de l'Assemblée fédérale au Conseil fédéral et du
vote d'un crédit du Parlement, qui est allé au-delà, je le
répète, de ce que proposait le Conseil fédéral. Mais il faut se
- März 1984
15
Voranschlag der Eidgenossenschaft (150 Millionen)
souvenir que ces paysans de montagne n'avaient plus béné-
ficié d'une adaptation de leurs primes depuis l'année 1975.
Pour juger de l'importance de cette augmentation de 40
pour cent, il faut également la mettre en relation avec le
temps qui s'est écoulé entre 1975 et 1983, alors que, dans
d'autres domaines, on en est à demander des adaptations
de six mois en six mois; on estime qu'une adaptation une
fois par année est insuffisamment sociale.
Je pourrais m'étendre davantage sur cette question, mais je
ne crois pas qu'il soit judicieux de mettre en opposition
l'agriculture, la défense nationale, l'aide au tiers monde, etc.
Je constate seulement que, si l'ont veut opérer cette réduc-
tion de 150 millions sous le prétexte de réaliser des écono-
mies, on entre dans le domaine de l'illusionnisme car, je le
répète, la suppression de ces investissements ne représente
pas une économie.
Pour ce qui regarde l'obligation de recourir à l'emprunt pour
les financer, puisque nous ne disposons pas d'un cash flow
qui serait le bénéfice ou les amortissements, je rappelle que
ceux qui voulaient hier augmenter de 110 millions les crédits
destinés à la recherche n'auraient pas pu trouver une autre
voie pour disposer des moyens de financer cette dépense
supplémentaire. Je crois que, si l'on n'approuve pas l'aug-
mentation de la dette, il faudra revenir une fois de plus à ce
que j'ai déjà réclamé ici même, non pas tant au moment de
l'examen du budget qu'au moment des délibérations rela-
tives à tous les objets qui comportent des dépenses, c'est-
à-dire à une modération des dépenses. Il faut cesser de
créer de nouvelles charges et d'imposer de nouvelles tâches
à l'Etat.
On nous en proposera prochainement dans un domaine
tout nouveau puisqu'on veut revenir à l'article 55
bis
de la
constitution pour aider l'information et la presse dans le
pays. Je vois qu'on n'est pas encore tout à fait conscient que
le moment est venu de tirer un trait sous les charges et les
tâches de la Confédération et de ne pas en ajouter de
nouvelles. C'est pourtant là que réside le problème concrè-
tement et non pas dans une possibilité tout à fait illusoire
d'amender après coup un budget au chapitre des investisse-
ments.
Voilà pourquoi je vous demande de bien vouloir vous en
tenir à la décision de la majorité de la commission et de ne
pas entrer en matière.
Weber: Herr Belser hat anlässlich der Differenzbereinigung
zum Voranschlag 1984 - damals nicht als Kommissionsprä-
sident, sondern als einziger Sprecher unserer Gruppe - die
Gründe dargelegt, warum wir gegen diese komische Übung
waren. Das, was er damals als Befürchtung zum Ausdruck
gebracht hat, ist nun als nackte Wahrheit in den Anträgen
des Bundesrates zum Ausdruck gekommen.
Diese Kürzungen bei den Investitionen sind nun wirklich
keine Einsparungen. Die Wirtschaftslage sollte uns doch
von einem solchen Gewaltakt abhalten. Noch vor einem Jahr
haben wir uns bemüht - das ist bereits ausgeführt worden -,
mit den Massnahmen zur Stärkung der Wirtschaft in entge-
gengesetzter Richtung durch Aufstockung der Mittel etwas
Vernünftiges zu tun.
Was soll diese Zickzack-Politik? Wie soll eine solche Zick-
zack-Politik beim Volk Vertrauen wecken? Ich glaube nicht,
dass das verstanden wird. So sehr Sparanstrengungen in
der Bevölkerung verstanden werden, so muss nun bei ihr
gerade die uns zugemutete Pseudosparübung Enttäu-
schung hervorrufen. Es gibt eben auch grosse Bevölke-
rungsteile, die denken können und solche Spiele zu durch-
schauen vermögen. Nicht dass wir uns einfach damit vertrö-
sten: das Volk glaubt nun wirklich, es sei da gespart worden,
und im Grunde genommen liegt überhaupt nichts drin. Das
ist aus dem Hüftgelenk geschossen, und man rechnet auf
den Applaus.
Ich verzichte darauf, mit Zahlen anzutreten. Wenn Herr
Kündig aber glaubt, mit den einzusparenden Zinsen über-
zeugen zu können, dann muss ich einfach darauf aufmerk-
sam machen, dass es sehr wohl möglich ist, dass wir mit
einer späteren Realisierung der geplanten Investitionen
beachtliche, durch die Teuerung bedingte Mehrkosten ris-
kieren. Die Zinsen werden so oder so auf uns zukommen,
und da wird wahrscheinlich «unter dem Strich» nichts mehr
übrig bleiben, um zu sparen.
Wir haben bewiesen, dass wir dort, wo ein echtes und
begründetes Sparen möglich ist, mitmachen; sei es beim
Budget, sei es beim Sparpaket, bei der Aufgabenteilung,
beim Verzicht auf wohl Wünschbares, aber nicht absolut
Nötiges oder Verschiebbares. Es gibt aber auch ein Verant-
wortungsbewusstsein, das uns von solchen Gewaltakten
abhalten sollte. Eine solche Budgetiererei kann kein Ver-
trauen wecken. Sie weckt höchstens die falsche Vorstel-
lung: Wenn das möglich ist (150 Millionen Franken im Nach-
hinein noch sparen zu können), dann wäre wahrscheinlich
auch noch mehr möglich gewesen; man hat uns da etwas
vorgespielt.
Hier könnte man wirklich ein Bonmot, das da heisst: «Man-
che mögen das Pathos so sehr, dass ihnen der Text gleich-
gültig ist», etwa wie folgt abwandeln: «Manche mögen den
Applaus für einen Antrag so sehr, dass ihnen dessen Sinn
oder Unsinn gleichgültig ist.»
Ich bitte Sie, auf diese Sparübung nicht einzutreten.
Mme Bauer: Chacun d'entre nous admet la nécessité d'as-
sainir les finances fédérales. Il faut reconnaître cependant
que le système des réductions linéaires, adopté par notre
Parlement depuis quelques années, n'est pas satisfaisant
car il frappe indistinctement toutes les prestations de la
Confédération. En fait, c'est une solution de facilité, c'est
une dérobade devant l'exercice des responsabilités qu'on
est en droit d'attendre d'un gouvernement et d'un Parle-
ment. Elle dispense les autorités d'opérer des choix et de
désigner des priorités. Et pourtant des priorités il y en a,
c'est incontestable, et des tâches nouvelles, urgentes, qu'on
méconnaît ou qu'on néglige. Mes collègues en ont cité
quelques-unes, permettez-moi à mon tour de citer, parmi
ces tâches qu'on peut considérer comme prioritaires, la
protection de l'environnement qu'on amputerait de quel-
ques dizaines de millions au moins ou encore l'aide publi-
que au développement.
Je voudrais rappeler ici l'importance de la coopération tech-
nique qui, ainsi que le souligne le rapport du Conseil fédéral
de 1973 sur la politique de sécurité de la Suisse, participe à
la sécurité de notre pays en contribuant à la construction de
la paix dans le monde. Le conflit Nord-Sud en effet, et on ne
le répétera jamais assez, est aussi menaçant que le conflit
Est-Ouest, tous deux étant par ailleurs étroitement liés.
Aussi doit-on déplorer qu'appelé à faire des propositions
pour limiter le déficit de la Confédération, une fois encore,
une fois de plus, le Conseil fédéral propose de diminuer le
subventionnement à des institutions telles que la coopéra-
tion technique, plutôt que de chercher à réduire d'une
manière générale les dépenses d'exploitation ou encore -
ainsi que le proposait hier M. Reymond - les dépenses
énormes affectées aux bâtiments de la Confédération.
Cette fois il s'agit de sabrer 12 millions supplémentaires, soit
1,5 million de francs pour la coopération technique, 2,5
millions de francs pour les participations aux banques régio-
nales de développement et 8 millions pour les crédits mixtes
accordés pour les prêts à l'étranger. Et pourtant, en 1980, le
Conseil fédéral, suivi par le Parlement, déclarait vouloir
augmenter progressivement l'aide publique afin qu'elle
atteigne, en 1985, 0,35 pour cent du produit national brut,
soit la moyenne à l'époque des pays industrialisés. J'ajoute-
rai que l'aide publique moyenne de ces mêmes pays indus-
trialisés a continué à augmenter et qu'elle se montait en
1983 à 0,38 pour cent du produit national brut. Dès octobre
1982 cependant le Conseil fédéral est revenu sur les engage-
ments pris et il a proposé de geler à 0,26 pour cent le niveau
de l'aide suisse au développement. Ainsi donc, après les 8
millions que les Chambres fédérales ont biffés pendant la
session de décembre, cette nouvelle compression porte à 20
millions au total la réduction des crédits prévus pour 1984
au titre de l'aide au développement, par rapport au projet de
budget du Conseil fédéral.
Budget de la Confédé'ation 1984 (150 millions)
16
6 mars 1984
Je voudrais vous demander de ne pas suivre les proposi-
tions de la minorité de la commission et de refuser ces
nouvelles déductions, ceci pour quatre raisons. Première-
ment, et M. Genoud l'a mentionné tout à l'heure, le Conseil
fédéral, ce Parlement perdent de leur crédibilité en revenant
une fois de plus sur leur intention d'accroître progressive-
ment la part de l'aide au développement. Deuxièmement, ils
négligent totalement les besoins de nos sept grandes asso-
ciations de coopération technique qui ont lancé l'initiative
«Aider aujourd'hui pour survivre demain». Celles-là savent
pourtant que les besoins sont immenses, qu'ils ne cessent
d'augmenter, que la faim, que la désertification, le déboise-
ment atteignent des proportions jamais connues et vérita-
blement dramatiques et que nous n'avons pas le droit de
nous en accommoder. Troisièmement, ils refusent de pren-
dre en considération les vœux des 206 000 signataires de la
pétition qui expriment incontestablement une préoccupa-
tion largement partagée dans notre pays en faveur du prin-
cipe d'une aide accrue. Quatrièmement, face à l'opinion
publique internationale, la position de la Suisse n'est plus
soutenable. Comment justifier plus longtemps une telle
ladrerie, car c'est bien de ladrerie qu'il s'agit dès lors que la
Suisse, l'un des pays les plus riches du monde, occupe
désormais le seizième rang sur les dix-sept pays membres
du Comité d'aide au développement de l'OCDE pour ce qui
est du volume de leur aide? Comment la réputation de notre
pays ne serait-elle pas entachée par une carence si patente,
par un tel manque de solidarité? «Les économies que le
Conseil fédéral veut réaliser sur le dos de l'aide au tiers
monde sont une honte. Humainement c'est insoutenable!»
C'est le colonel commandant de corps Zumstein, chef de
l'Éat-major général qui a prononcé ces mots - parmi d'au-
tres d'ailleurs - et je lui rends hommage car dans ce
domaine il a prononcé de fortes et belles paroles que je suis
heureuse de rapporter.
A rencontre de certains pays qui se sont engagés à ne
jamais réduire l'aide au développement, quelle que soit leur
situation financière, la Suisse coupe et sabre les crédits au
tiers monde à chaque occasion. Quelle insensibilité à la
misère du monde, quelle dureté, quelle courte vue, quel
aveuglement!
Pour conclure, je dirai que le Conseil des Etats fera preuve
de maturité et que, dépassant les préoccupations a court
terme, il marquera son souci du long terme, de la sécurité de
notre pays et de la paix dans le monde en suivant la majorité
de notre commission et en refusant d'entrer en matière sur
les nouvelles déductions proposées.
Lauber: Als Vertreter eines Bergkantons bin ich gegen die
Kürzung des Kostenvoranschlags um weitere 150 Millionen
Franken.
Ich hatte bereits in der Dezembersession gegen den
Beschluss des Nationalrates gestimmt. Der Bundesrat ist
dem Kürzungsantrag nachgekommen. Die Massnahmen
setzen schwergewichtig im Investitionsbereich ein. Notwen-
dig wären Kürzungen der Konsumaufgaben, nicht zuletzt
auch im Hinblick auf den Legislaturfinanzplan. Er sieht
zwischen 1985 und 1987 eine Steigerung der Konsumauf-
gaben von 4019000 Franken auf 4396000 Franken vor,
jedoch einen Rückgang der Investitionen von 415 auf 409
Millionen Franken.
Ich teile die Meinung, dass es sich bei den Kürzungen
gewisser Investitionsbeiträge nur um eine Verschiebung
handeln kann. Was also 1984 zurückgehalten wird, muss
später ausgegeben werden, möglicherweise auf höherem
Kostenindex, weil die Teuerung jeweils hinzugerechnet wer-
den muss. Es handelt sich also um keine wirkliche Er-
sparnis.
Zudem - und das ist der Hauptgrund, dass ich hier interve-
niere - gehen viele Beiträge, die einer Kürzung zum Opfer
fallen sollen, auf Kosten der Bergbevölkerung, des schwä-
cheren Volksteils also. Nennen wir etwa die Rubrik «Anla-
gen zum Schütze der Gewässer». Natürlich bezieht sich die
Summe auf die Gewässer des ganzen Landes, aber jeder-
mann weiss, dass die Sanierung der Gewässer in volkrei-
chen Gegenden vorangeschritten ist, während sie in kleine-
ren und mittleren Agglomerationen aus finanziellen
Gründen zurückgestellt werden musste. Jetzt, da endlich
diese Regionen an die Reihe kommen sollen, verweigert der
Bund die gesetzlichen Beiträge. Ich empfinde dies als Unge-
rechtigkeit.
Noch krasser stellt sich das Problem für die Landwirtschaft.
In der Rubrik «Kostenbeiträge an Viehhalter im Berggebiet»
zwackt man beinahe 5 Millionen Franken ab; 6 Millionen
streicht der Bund bei den Bodenverbesserungen und land-
wirtschaftlichen Hochbauten und 6 Millionen Franken bei
den landwirtschaftlichen Investitionskrediten. Gemessen am
grossen Nachholbedarf in der technischen Aufrüstung
unserer Landwirtschaft und vor allem in der Berglandwirt-
schaft, ist auch der Betrag von 120 Millionen Franken pro
Jahr noch sehr bescheiden. Andererseits sind gerade diese
Meliorationskredite dazu angetan, der eigentlichen Grund-
lagenverbesserung in der Landwirtschaft einen guten Dienst
zu erweisen. Gerade die landwirtschaftlichen Investitions-
kredite wirkten sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten
segensreich aus. Es ist leicht zu errechnen, dass die Strei-
chung dieser Beiträge weitgehend auf Kosten der Bergbau-
ern geht, einer Bevölkerungsgruppe, die ohnehin nach wie
vor um ihre Existenz ringen muss. Eine solche Politik muss
ich ablehnen.
Auch die Kürzung im Futtergetreidebau im Betrage von fast
8,5 Millionen Franken erregt Unwillen. Eigentlich bringen
die Bauern diese Gelder selbst auf, nämlich durch die
Entrichtung von Preiszuschlägen auf Importgetreide. Des-
halb ist diese Kürzung nicht gerechtfertigt. Ebenso unange-
bracht sind die Kürzungen in der Rubrik «Hauptstrassen»
von 3,5 Millionen Franken und auch diejenigen in der Rubrik
«Niveauübergänge, Massnahmen zur Trennung des Ver-
kehrs» von 4 Millionen Franken.
Ich möchte es kurz ausdrücken: Das ganze Paket ist abzu-
lehnen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich ergänzend
anführen, dass das Prinzip der linearen Kürzungen, wie es in
den letzten Jahren praktiziert wurde, einer auf echte Bedürf-
nisse abgestuften Finanzpolitik Platz zu machen hat. Wir
entfernen uns je länger, je mehr von der Solidarität gegen-
über schwachen Volksgruppen und finanzschwachen Kan-
tonen.
Aus diesen Gründen ersuche ich den Rat, dem Vorschlag
seiner Kommission zuzustimmen und die uns vorgelegten
Kürzungen zum Voranschlag 1984 abzulehnen.
Bürg!: Ich möchte dafür plädieren, die Anträge des Bundes-
rates in den grösseren finanzwirtschaftlichen und politi-
schen Zusammenhang zu stellen. Dazu drei kurze Überle-
gungen: Zum ersten möchte ich darauf hinweisen, dass die
Milliardeneinnahmenwunder im Bundeshaushalt, die Wun-
der der Jahre 1981 und 1982, offenkundig zu Ende sind. Wir
müssen uns wieder auf eine vorsichtigere Finanzgebarung
besinnen, wir müssen ein Zeichen setzen für das künftige
Budget. In der bisherigen Debatte wurde sodann mehrfach
auf den beschäftigungspolitischen Aspekt der Anträge des
Bundesrates hingewiesen. Darf ich in diesem Zusammen-
hang daran erinnern, dass wir glücklicherweise eine leichte
Konjunkturerholung zu verzeichnen haben. Sie ist nicht
sensationell - ich gebe das zu -, aber sie besteht. Das
gestattet uns eine gewisse Flexibilität im öffentlichen Inve-
stitionsbereich. Wenn wir diese Kürzungen annehmen, ver-
bleiben immer noch mehr Investitionen im Bundeshaushalt
als im Jahre 1983. Das ist offenbar auch der Grund, weshalb
die Organisationen der Bauwirtschaft bereit sind, diese Kür-
zungen ohne Proteste hinzunehmen.
Noch eine politische Überlegung des Zweikammersystems:
Die Finanzkommission des Nationalrates stimmt diesem
Paket mit klarer Mehrheit zu und sie ist offenbar auch
gewillt, es vor dem Rat entsprechend zu verteidigen. Wir
sollten demgegenüber im Ständerat nicht ohne Not den
Eindruck erwecken, wir möchten uns Sparanstrengungen
entziehen. Bis jetzt hatte der Ständerat eine solide Reputa-
tion für eine zurückhaltende Finanzgebarung. Wir sollten sie
nicht aufs Spiel setzen. Wenn ich das sage, verehrter Herr
- März 1984
17
Voranschlag der Eidgenossenschaft (150 Millionen)
Kollege Weber, so um eine Einteilung aufzugreifen, die Sie
gemacht haben; ich hoffe, dass Sie mich nicht definitiv bei
jenem Teil des Volkes einordnen, der nicht denken kann.
Meier Hans: Wie wir in dieser Frage auch entscheiden, es
wird auf jeden Fall eine unbefriedigende Lösung bleiben. Ich
habe Verständnis für die Minderheit, wenn sie befürchtet,
beim Steuerzahler könnte der Eindruck entstehen, man
rücke von den Sparbemühungen ab. Auch die Mehrheit
steht fürs Sparen ein, kann aber diesen Weg nicht gehen.
Herr Kommissionspräsident Belser hat schon darauf hinge-
wiesen, was wir vor einem Jahr zur Ankurbelung der Wirt-
schaft beschlossen haben. Man muss sich auch die Frage
stellen: Wie beurteilt der Bürger ein solches Vorgehen im
heutigen Zeitpunkt? Wenn zuzugeben ist, was Herr Kollege
Bürgi gesagt hat, dass sich bescheidene Anzeichen einer
Belebung der Konjunktur bemerkbar machen, muss ande-
rerseits doch festgestellt werden, dass vor allem im Tiefbau
die Aussichten alles andere als rosig sind.
In der Wintersession mussten wir unter grossem Zeitdruck
dieser Sperrung zustimmen,, wenn wir das Budget über-
haupt unter Dach bringen wollten. Das war sehr unbefriedi-
gend. Man durfte immerhin annehmen, im Nationalrat
bestünden gewisse Vorstellungen, wo gekürzt werden soll:
bei Konsumausgaben und nicht bei Investitionen, die ja
ohnehin nur Verschiebungen darstellen und keine echten
Einsparungen sind. Auch darauf wurde schon hingewiesen.
Aber bei Verschiebungen können nicht nur Zinsen einge-
spart werden, sondern es müssen möglicherweise für
Betrieb und Unterhalt Mehraufwendungen in Kauf genom-
men werden.
Ich sehe die Notwendigkeit der Einsparung dieser 150 Millio-
nen Franken ein, kann aber aus grundsätzlichen Erwägun-
gen einem solchen Vorgehen nicht zustimmen. Wir begeben
uns auf einen gefährlichen Weg, wenn wir dem Bundesrat
nur noch vorschreiben, in welcher Grössenordnung wir
einen Ausgabenüberschuss akzeptieren, und die endgültige
Festsetzung einer grossen Zahl von Budgetpositionen dem
Bundesrat überlassen.
Kündig, Sprecher der Minderheit: Ich erlaube mir, zu den
Ausführungen von Herrn Lauber noch einige Bemerkungen
zu machen, und zwar deshalb, weil der Eindruck aufkom-
men könnte, dass mit diesen Sparmassnahmen das Bergge-
biet und die Landwirtschaft im besonderen getroffen wür-
den. Das kann nie die Absicht dieser Sparmassnahmen sein.
Ich möchte das anhand der auf Seite 2 des roten Blattes
aufgeführten Details kurz zu erläutern versuchen. Wenn Sie
den Futtergetreidebau nehmen, der in der Jahresrechnung
1982 101 Millionen Franken ausmachte, im Voranschlag
1983 102 Millionen, so wurde der Voranschlag 1984 auf 113
Millionen erhöht. Dabei ist folgendes festzustellen: Beim
Futtergetreidebau legt der Bundesrat die Anbauprämien
fest, und diese Anbauprämien werden nicht verändert. Sie
bleiben also genau so, wie sie waren, aber man sieht heute
schon, dass der budgetierte Betrag von 113 Millionen Fran-
ken nicht notwendig ist. Deshalb wurde die Kürzung um 8,4
Millionen Franken vorgenommen.
Bei der zweiten Position, Kostenbeiträge an die Viehhalter
im Berggebiet, die Sie auch als Beispiel mangelnder Soli-
darität aufgezeigt haben, ist es sehr ähnlich. Im Jahre 1982
waren es 120 Millionen Franken. Der Voranschlag 1983 sah
152 Millionen vor. Für den Voranschlag 1984 wurden 175
Millionen Franken eingesetzt, die nun um 4,8 Millionen auf
170 Millionen gekürzt werden. In Tat und Wahrheit ist aber
der Betrag, der an die Viehhaltung im Berggebiet geleistet
wird, im Gesetz festgelegt. Es wird kein einziger Franken
weniger ins Berggebiet fliessen. Man hat einzig festgestellt,
dass man nicht soviel Geld braucht. Es handelt sich also
nicht um eine Frage der Solidarität.
Ähnliches könnte man auch sagen bei den Investitionskredi-
ten an die Landwirtschaft. Sie wurden von 13 Millionen im
Jahre 1982 auf 15 Millionen im Jahre 1983 erhöht, und von
diesen 15 Millionen ging man im Voranschlag 1984 auf 30
Millionen. Es wurde also eine Verdoppelung vorgenommen,
3-S
von der man nun wieder 6 Millionen abstreicht. Es handelt
sich somit immer noch um eine Erhöhung von 15 Millionen
auf 24 Millionen Franken. Unter diesen Vorzeichen und in
genauer Kenntnis dieser Zahlen kann man nicht davon spre-
chen, man würde dabei die Solidarität zum Berggebiet ver-
gessen. Dies wollte ich noch beifügen, weil ich doch den
Vorwurf als solchen zurückweisen muss.
Bundesrat Stich: Bei dieser Vorlage handelt es sich nicht
um ein Programm des Bundesrates, sondern der Bundesrat
hat eine Hausaufgabe erledigt, die er vom Parlament bekom-
men hat. Dafür hat er relativ wenig Zeit gehabt, aber ich
glaube nicht, dass die Zeit hier von Bedeutung ist. Man
muss davon ausgehen, dass diese Vorlage in einer Zeit
geboren worden ist, wo man auf der einen Seite bereits ein
Anschlussprogramm bearbeitet hat und andererseits die
Vorlage zur Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund
und Kantonen in den Räten behandelte. Wenn man sich
dessen bewusst ist, muss man sich ganz klar sein, dass für
zusätzliche Einsparungen relativ wenig Raum übrig bleibt.
Deshalb ist es eigentlich fast selbstverständlich, dass das
Schwergewicht bei den Investitionen bzw. bei den Beiträgen
hat liegen müssen. Der Bund hat im letzten Jahr zusätzlich
rund 300 Millionen für Beschäftigungsmassnahmen ausge-
geben, und in diesem Jahr will er nun ungefähr die Hälfte
dieses Betrages einsparen. Die Frage, ob die wirtschaftliche
Lage dies erlaubt, müssen Sie entscheiden, wenn Sie heute
zu diesem Programm Stellung nehmen.
Trotzdem darf man nicht sagen, es würden damit keine
Einsparungen vorgenommen. Es ist zweifellos richtig, dass
mit der Verschiebung von Investitionen die Ausgaben
momentan reduziert werden. Andererseits hat der Bundes-
rat diese Investitionen bei der Budgetierung als wichtig
erachtet, weshalb sie später nachgeholt werden müssen,
denn überflüssig werden sie dadurch nicht. Deshalb müssen
Sie damit rechnen, dass eben diese Vorlagen später wieder-
kommen.
Was eingespart wird - es ist bereits gesagt worden -, sind
Zinsen und unter Umständen auch direkte Kosten im
Zusammenhang mit den Investitionen. Umgekehrt muss
man bedenken, dass durch den Aufschub die Sache wieder
etwas teurer wird. Im Moment besteht allerdings immer
noch eine Differenz zwischen den Zinssätzen, welche der
Bund bezahlen muss, und der Teuerungsrate, so dass Sie
davon ausgehen können, dass netto tatsächlich gespart
wird.
Wie Sie bei diesem Programm auch entscheiden werden, für
den Bundesrat bedeutet es sicher nicht, dass er in den
Sparanstrengungen nachlassen wird. Es ist die Absicht des
Bundesrates, den Finanzplan einzuhalten und vor allem eine
Sanierung der Bundesfinanzen bis zum Ende der Legislatur-
periode durchzuführen. Das ist notwendig, damit der Bund
selber wieder etwas Spielraum bekommt für neue Aufgaben,
denn neue Aufgaben wird es für den Bund immer wieder
geben. Aber Sie dürfen sicher auch sehen, dass der Bundes-
rat bereit ist, weitere dauerhafte Anstrengungen zum Sparen
zu unternehmen.
Wir werden bekanntlich in diesem Monat noch an die
Geschäftsprüfungskommission den Bericht über die Aufga-
benüberprüfung abliefern. Der Bundesrat hat beim Vor-
schlag der Reduktion der Arbeitszeit nicht vorgeschlagen,
für die Verwaltung zusätzliche Stellen zu beantragen. Wenn
man aber ohne zusätzliche Stellen auskommen will, dann
muss der Bund im Verwaltungsbereich einige Anstrengun-
gen unternehmen, um eben rationeller arbeiten zu können,
denn sonst ist diese Zielsetzung nicht denkbar.
Es ist nun an Ihnen, zu diesem Programm Stellung zu
nehmen. Das Parlament hat es verlangt; der Bundesrat hat
es Ihnen vorgelegt. Er hat allerdings die liebenswürdige
Qualifikation bekommen, es sei nicht optimal; aber etwas
Optimaleres im Bereich des Sparens war in dieser Zeit nicht
zu bewerkstelligen.
Grundsätzlich möchte der Bundesrat von kurzfristigen
Sparübungen wirklich wegkommen. Denn in der Zukunft
sollten die Kantone, aber auch die Gemeinden und andere,
Personnel fédéral. Compensation du renchérissement186 mars 1984
die auf Zahlungen des Bundes angewiesen sind, wissen,
was sie tatsächlich zugut haben. Die Berechtigten sollten
die Beträge dann auch bekommen, wenn sie es zugut
haben.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit (Nichteintreten) 22 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit (Eintreten) 20 Stimmen
Le président: L'entrée en matière est donc refusée. La
majorité de la commission vous propose dès lors l'adoption
de l'arrêté fédéral. Je donne la parole au président de la
commission.
Belser, Berichterstatter: Wir sind der Meinung, wir sollten
dem von der Kommission vorgelegten Bundesbeschluss in
globo zustimmen.
Le président: Le président de la commission nous propose
maintenant de voter le projet proposé par la majorité de la
commission in globo. Y a-t-il une autre proposition? Tel
n'est pas le cas.
Bundesbeschluss - Arrêté fédéral
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 20 Stimmen
Dagegen 16 Stimmen
An den Nationalrat - Au Conseil national
#ST# 83.076
Bundespersonal. Teuerungszulagen
Personnel fédéral.
Compensation du irenchérissement
Botschaft und Beschlussenwutf vom 28. November 1983 (BBI IV, 545)
Message et projet d'arrêté du 28 novembre 1983 (FF IV, 549)
Antrag der Kommission
Eintreten
Proposition de la commission
Entrer en matière
Heftl, Berichterstatter Der gegenwärtig in Kraft stehende
Bundesbeschluss übe' die dem Bundespersonal zu gewäh-
renden Teuerungszulagen läuft Ende dieses Jahres ab. Der
Bundesrat beantragt, denselben um vier weitere Jahre zu
verlängern.
Derzeit wird die Teuerung halbjährlich ausgeglichen, auf-
grund der jeweiligen Lebenskosten. Bis jetzt galt hierfür als
Massstab exakt der Stand des Lebenskostenindexes für die
Konsumentenpreise. Neu soll der Ausgleich an sich nur
noch einmal im Jahr erfolgen. Der Bundesrat will sich
allerdings die Kompetenz geben lassen, eine zusätzliche
Teuerungszulage zum Ausgleich der zwischenzeitlich einge-
tretenen Teuerung ausrichten zu können, wobei die wirt-
schaftlichen Verhältnisse zu prüfen sind.
Die Mehrheit Ihrer Kommission beantragt, dass künftig in
jedem Falle die Teuerung nur noch einmal im Jahr auf den
- Januar auszugleichen sei und auf die erwähnte Kompe-
tenz zu weiteren Zulagen verzichtet werde. Eine Minderheit
will hier am bundesrätlichen Vorschlag festhalten. Einen
anderen Punkt beschlägt der von der Minderheit vorge-
schlagene Absatz 1 bis bei Artikel 2. Danach soll der Bundes-
rat befugt sein, sofern es die wirtschaftlichen Verhältnisse
erfordern, die Teuerungszulagen tiefer als gemäss Index-
stand anzusetzen, wobei allenfalls nach Besoldungsklassen
abzustufen wäre. Die Mehrheit konnte sich dem nicht an-
schliessen.
Sodann hat uns heute Herr Kollega Miville einen Strauss von
Anträgen und Eventualanträgen beschert. In der Kommis-
sion hatte er diese noch nicht gestellt.
Der Kommissionsbeschluss, die Teuerung jährlich nur noch
einmal auszugleichen, gab Anlasszu Vorwürfen, der Grund-
satz des automatischen vollen Teuerungsausgleiches sei
verleugnet worden. Man kann sich jedoch fragen, ob der
kleine Schritt der Kommission bereits eine solche Verlet-
zung bedeute. Aber auch wenn dem so wäre, darf ein starrer
Automatismus beim Teuerungausgleich je länger, je weni-
ger als Tabu betrachtet werden. Das widerspräche schon
einem Postulat, welches unser Rat 1981 angenommen hat
und welchem um so mehr Bedeutung zukommt, als es
bestritten worden war, aber dann doch die Zustimmung der
Dreiviertelmehrheit fand.
Diejenigen, welche dieses Tabu auch nur leicht zu hinterfra-
gen beginnen, versucht man mit dem Vorwurf zu geschwei-
gen, sie wollten den Teuerungsausgleich überhaupt zu Fall
bringen. Davon ist aber nicht die Rede. Hingegen müssen
wir auch die Grenzen sehen, welche in dieser Sache beste-
hen. Den Folgen einerVerschlechterung der Wirtschaftslage
- wenigstens soweit hierfür Preiserhöhungen bei Importen
und Leistungsabfall im Inland die Ursache sind - können wir
uns auf die Dauer nicht einfach durch den Teuerungsaus-
gleich entziehen. Dadurch werden nur die erforderlichen
Anstrengungen zur Überwindung der Schwierigkeiten hin-
ausgezögert. Das Ergebnis eines solchen Laissez-faire ist
uns aus gewissen ausländischen Staaten bekannt. Es wer-
den plötzlich Reduktionen in einem Ausmasse notwendig,
die nicht nur für alle viel härter sind, sondern es ergeben
sich, wie meist bei abrupten und einschneidenden Eingrif-
fen, in anderer Hinsicht Nachteile. Eine vernünftige Regie-
rung, ein vernünftiges Parlament und ein vernünftiges Volk
werden kleine Korrekturen zurzeit grösseren Schäden in der
Zukunft vorziehen.
Auch unter jenen, welche jetzt den uneingeschränkten
Teuerungsausgleich erhalten, fehlt es nicht an Leuten, wel-
che vor den angetönten Zusammenhängen die Augen nicht
verschliessen. Andere aber scheinen sich gegen auch nur
die geringste persönliche Einbusse zu sträuben. Das staatli-
che Personal sollte eigentlich nicht unerbittlich darauf
beharren, sich derart von der Privatwirtschaft zu distanzie-
ren. Wir wissen, wenn wir es auch nicht gerne sagen, dass
namentlich beim zweiten Sektor - und ohne ihn vermögen
auch die anderen nicht zu bestehen - vielfach ein zu hohes
Kostenniveau Hauptgrund für die heutigen Schwierigkeiten
bildet.
Sodann können - beim Gewicht, das heute dem Bund in den
meisten Bereichen des nationalen Lebens zukommt - des-
sen Beamte in verantwortlicher Stellung einen nicht zu
unterschätzenden Einfluss auf die Teuerungsentwicklung
ausüben. Auch von hier aus fragt es sich, ob es richtig ist,
diese vollständig von den Folgen einer Teuerung abzuschir-
men. Das gilt auch für den Bundesrat. Anlässlich einer
Wirtschaftsdebatte in unserem Rat im Herbst 1982 habe ich
bemerkt: «Bei der Frage des Teuerungs- und Indexautoma-
tismus möchte ich dem Bundesrat keinesfalls unterschie-
ben, auch persönliche Überlegungen mitspielen zu lassen.
Um so mehr kann er hier gewisse Initiativen ergreifen und
sich dabei immer noch vom französischen Staatspräsiden-
ten und seiner Regierung rechts überholen lassen.» Von mir
aus gesehen möchte ich bemerken, dass sich der Bundesrat
in dieser Sache immer noch etwas schwer tut.
Namens der Kommission beantrage ich Eintreten auf die
Vorlage und Zustimmung zu den Kommissionsanträgen.
Moll: Sie haben aus dem Votum des Kommissionspräsiden-
ten gehört, dass der Grundsatz der Ausrichtung einer Teue-
rungszulage an das Bundespersonal grundsätzlich nicht
bestritten ist. Ich möchte auch vorweg darauf hinweisen,
dass sich sicher der Antrag des Bundesrates, aber auch die
Anträge der Kommission und der Minderheitsantrag von
Herrn Letsch nicht gegen das Bundespersonal richten und
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Voranschlag der Eidgenossenschaft 1984 (150 Millionen)
Budget de la Confédération 1984 (150 millions)
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1984
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.052
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
06.03.1984 - 08:00
Date
Data
Seite
12-18
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Pagina
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20 012 408
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