83.003
CH_VB_001Ch Vb8 mars 1983Ouvrir la source →
Renforcement de l'économie. Mesures 270 8 mars 1983 als Ausgang. Wir haben vielleicht zu wenig klar gesagt, dass die liquiden Mittel des Bundes nicht geschmälert werden, weil wir einen Eingang und einen Ausgang in gleicher Höhe haben. Eine letzte Bemerkung zu den Überlegungen von Herrn Röthlin sowie zur Frage von Herrn Aregger. Die Vertrauens- frage: Wir bezahlen unsere Beiträge nach Massgabe von Artikel 5 der Vereinbarung, wenn mit den Bohrarbeiten begonnen wird, nicht vorher. Wir dürfen sagen, dass sich die Italiener als Unternehmer, als Baumeister, aber auch als Konstrukteure bewährt haben, dass sie eine grosse Tradi- tion auf diesem Gebiet besitzen und immer wieder bewie- sen haben, grosse und anspruchsvolle Bauwerke bewälti- gen zu können. Wir haben ja von dieser Kapazität cer italie- nischen Nachbarn auch gelegentlich gerne profitiert. Man kann durchaus sagen, es sei nicht immer leicht - aber das gilt auch umgekehrt -, zu Abmachungen zu kommen. Aber man darf nicht sagen, dass Abmachungen, die mit unserem italienischen Nachbarn getroffen werden, nachher nicht korrekt eingehalten würden - ich habe jedenfalls nie gegenteilige Feststellungen gemacht -, so dass für mich die Vertrauensfrage, die zu Recht gestellt worden ist, durchaus positiv beantwortet werden kann. Zudem ist zu beachten, dass Italien bereits Vorleistungen erbracht hat. Es hat mit einem «Piano integrativo», der in Ausführung ist, etwa 20 Milliarden Franken für den Ausbau der Schienen- infrastruktur zur Verfügung gestellt. Das ist im Gange. Mit einem «Piano pluriennale», der daran anschliesst, werden weitere erhebliche Mittel für den Ausbau des Schienennet- zes, insbesondere für den Transitverkehr, zur Verfügung stehen. Das gibt doch auch Vertrauen, dass Italien es ernst meint. Ich möchte also sagen: Wir dürfen Vertrauen haben. Wir lei- sten mit den 60 Millionen Franken einen Beitrag nach Mass- gabe unserer, der schweizerischen Interessen. Diese Inve- stition dient der Gefahrenabwendung und der Kapazitätser- weiterung im Rahmen der heutigen Infrastrukturen. Die von der Schweiz zu erbringenden Leistungen sind pauschal (fix), ohne Nachschusspf licht; sie sind sicher auch adäquat. Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten und ihr zuzustim- men. Abstimmung - Vote Für den Antrag Röthlin (Nichteintreten) 7 Stimmen Für den Antrag der Kommission (Eintreten) 144 Stimmen Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Art. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Präsident: In Artikel 1 schliesst sich die Kommission dem Beschluss des Ständerates an. Die Kommissionssprecher haben bereits Stellung genommen. Angenommen - Adopté Art. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 143 Stimmen Dagegen 2 Stimmen An den Ständerat - Au Conseil des Etats #ST# 83.003 Stärkung der Wirtschaft. Massnahmen Renforcement de l'économie. Mesures Botschaft und Beschlussentwürfe vom 31. Januar 1983 (BBI l, 841) Message et projets d'arrêté du 31 janvier 1983 (FF I. 813) Beschluss des Ständerates vom 3. März 1983 Décision du Conseil des Etats du 3 mars 1983 Antrag der Kommission Mehrheit Eintreten Minderheit (Fischer-Bern) Nichteintreten Antrag Villiger Rückweisung an den Bundesrat mit dem Auftrag, a. das Massnahmenpaket auf unmittelbar beschäftigungs- wirksame Investitions- und Beschaffungsvorhaben zu kon- zentrieren; b. die Erhöhung des Zahlungskredites für die Vorschüsse an die ERG beizubehalten; c. nur Bereiche zu berücksichtigen, wo die Beschäfti- gungslage schlecht ist; d. sich auf Projekte mit ausgewiesener Dringlichkeit zu beschränken; e. Projekte wegzulassen, deren Realisierung die zukünftige Beschäftigung gefährden oder voraussichtlich anpassungs- bedürftige Strukturen zementieren würde. Proposition de la commission Majorité Entrer en matière Minorité (Fischer-Berne) Ne pas entrer en matière Proposition Villiger Renvoi du projet au Conseil fédéral en l'invitant a. à axer le train de mesures sur des projets d'investisse- ment et d'acquisition ayant une incidence directe sur l'emploi; b. à maintenir le relèvement du crédit de paiement destiné à financer les avances à la GRE; c. à ne prendre en compte que les secteurs où la situation de l'emploi est précaire; d. à se limiter aux projets incontestablement urgents; e. à abandonner les projets dont la réalisation mettrait en péril l'état futur de l'emploi ou consoliderait des structures qui appellent vraisemblablement des ajustements.
Renforcement de l'économie. Mesures 272 8 mars 1983 stipuliert sind, muss das revidierte Arbeitsvermittlungsge- setz diese Aufgabe weiterführen. Für das laufende Jahr ste- hen dafür nur noch ungenügende Mittel zur Verfügung. Es ist vorgesehen, diese Tätigkeit finanziell zu fördern. Für viele figurieren die SBB und PTT nur am Rande dieses Programms. Beide Regiebetriebe geben jedoch an, dass sie keinen Vorrat an ausführungsreifen, betriebswirtschaft- lich sinnvollen Projekten hätten. Zum Beschaffungsprogramm insgesamt (und von den ein- zelnen Massnahmen sehr unterschiedlich) gehen soge- nannte Multiplikatoreffekte auf Einkommen und Konsum aus. Die Würdigung dieser Effektwirkung scheint nir in ver- schiedenen Positionen des Transferbereiches etwas zu kurz zu kommen. Ohne den Bund stark zu belasten, hätte dieser Multiplikatoreffekt in einigen Positionen des Trans- ferbereiches beträchtliche Arbeitsbeschaffungswirkung ausgelöst. Wenn im militärischen Bereich nebst dem Hinweis auf die Arbeitsbeschaffung auch von der Notwendigkeit dieser Anschaffungen gesprochen wird, darf sicher auch hier im Transferbereich bei den obenerwähnten Positionen der enorme Nachholbedarf angesprochen werden. Ich komme zur Exportförderung. Wie zu Beginn en/vähnt, ist ein Teil des Rückgangs der wirtschaftlichen Aktiv täten auf die Abschwächung der Auslandnachfrage zurückzuführen. Sämtliche sich hier auf dem aussenhandelspolitischen Sek- tor aufdrängenden Massnahmen sollen sich aber in mass- vollem Rahmen halten und auf keinen Fall in einen Protek- tionismus münden. Im Zentrum dieser Massnahmen steht die Exportrisikogarantie. Die ERG nimmt schon nach der heute angewandten Praxis ein Ausmass an, das wahr- scheinlich nicht wesentlich vergrössert werden sollte. Die Absicherung von politischen und Wechselkursrisiken sind die beiden tragenden Säulen. Es wäre wirtschaftlich und finanzpolitisch nicht verantwortbar, Geschäfte abzusichern, die mit grosser Wahrscheinlichkeit zu Schäden führen; also Ausschluss der Delcredere-Risiken. Die Zahlungsschwierigkeiten und Kreditbegehren vieler Entwicklungs- und Ostblockländer haben die Risiken für die schweizerischen Exporteure dermassen erhöht, dass die ERG zu einer unerlässlichen Stütze der Ausfuhren in diese Länder geworden ist. Die hohen Verluste, die sich aus der Abwicklung der Währungsrisiken in den siebziger Jahren ergeben haben, liess die ERG in einen finanziellen Engpass geraten. Eine Gebührenerhöhung ist in der heutigen Situa- tion im Blick auf die Exportwirtschaft kaum zumutbar, und andererseits kommt eine Leistungsverminderung im Inter- esse der Erhaltung der Arbeitsplätze kaum in Frage. Im Gegenteil, die heutige Lage erfordert eine ungeschmälerte Weiterführung oder gar Verbesserung der Leistung der ERG für kreditwürdige Länder. Der Bundesrat schlägt deshalb vor, im laufenden Jahre 80 Millionen und im Jahre 1984 90 Millionen gegenüber dem Finanzplan zusätzlich aufzustocken. Daneben sieht die bun- desrätliche Vorlage vor, mit zusätzlichen Förderungsmass- nahmen die wirtschaftliche Präsenz auf den Auslandmärk- ten zu stärken. Diese Aufgaben sollen vornehmlich von der Schweizerischen Zentrale für Handelsförderung, unter Ein- bezug privatwirtschaftlicher Organisationen und Handels- kammern im Ausland, übernommen werden. 17 Millionen, verteilt auf vier Jahre, sollen für diese auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen ausgerichteten Massnahmen vor- gesehen werden. Zur Erleichterung der Geschäftskontakte im Ausland soll die Zahl der Handelsassistenten von 30 auf 47 aufgestockt werden. Nun noch ein Wort zu den entwicklungspolitischen Mass- nahmen: Ich habe zu Beginn schon auf die Auswirkung der weltweiten Rezession auf die Entwicklungsländer hingewie- sen. Der weltwirtschaftliche Aufbauprozess hat sich in die- sen Ländern nicht nur verlangsamt, sondern ist geradezu zum Erliegen gekommen. Der Auftrag an die interrationalen Organisationen und an die Industriestaaten zur Weiterfüh- rung und womöglich Erhöhung der Aussenfinanzierung die- ser Staaten ist begreiflich. Zu diesem Zwecke werden in dieser Vorlage die Mittel für Mischkredite und Zahlungsbi- lanzbeihilfen um 100 Millionen erhöht. Von diesen Mitteln werden nicht nur die Empfängerländer, sondern auch die schweizerische Volkswirtschaft profitieren. Man schätzt, dass diese 100 Millionen ein Liefervolumen von 200 bis 300 Millionen auslösen werden. Dazu kommen noch die erhöh- ten Vorschüsse der ERG, die weitere Lieferungen ermögli- chen werden. Ein Wort noch zum Fremdenverkehr: Er ist im aussenwirt- schaftlichen Förderungsbereich zu erwähnen. Die Bedeu- tung dieses Wirtschaftszweiges für die Schweiz brauche ich hier nicht näher zu erläutern. Immerhin ist festzustellen, dass auch in diesem Zweig in der letzten Zeit beträchtliche Einbrüche festzustellen sind. Die Beherbergungsziffer nahm um 6 Prozent ab. Es ist mit einer weiteren Abschwä- chung zu rechnen. Die umliegenden Länder haben die Wett- bewerbsanstrengungen verstärkt. Aus all diesen Gründen schien es dem Bundesrat geboten, eine Aufstockung des Bundesbeitrages an die Schweizerische Verkehrszentrale von 10,5 Millionen für drei Jahre vorzuschlagen. Die Mittel sollen es uns erlauben, für unser Ferienland Schweiz erfolg- reich Werbung zu treiben. Es hätte den Rahmen eines Eintretensvotums überschrit- ten, wenn ich bei den einzelnen Massnahmen in Details gegangen wäre. Wir haben ja noch genügend Gelegenheit, dies in der Detailberatung zu tun. Gestatten Sie mir noch einige kurze Ausführungen zu den finanziellen Auswirkungen für den Bund und zu den Impul- sen auf unsere Wirtschaft. Insgesamt ergeben die vorge- schlagenen Massnahmen für den Bund Ausgaben in der Höhe von 969,1 Millionen Franken, Änderungen durch die Räte vorbehalten. Davon werden 715,8 Millionen Franken über Verpflichtungskredite und 253,3 Millionen Franken über Zahlungskredite gesteuert. Angezielt bei diesen Impul- sen ist nicht die Strukturpolitik, sondern die Konjunkturpoli- tik. Die Anforderung an dieses Programm liegt in einer hohen Beschäftigungsrelevanz. Die in diesem Paket vorge- schlagenen Massnahmen sind im wesentlichen Vorhaben, die später ohnehin verwirklicht worden wären. Des zeitliche Vorziehen soll später zu einer entsprechenden Entlastung führen. Im nächsten Legislaturfinanzplan müssen die mit diesem Beschäftigungsprogramm beantragten Mehrausgaben, sofern die Lage es erlaubt, kompensiert werden. Mit dem vom Bund zur Verfügung gestellten Betrag, verbunden mit dem Einschuss Dritter, wird ein Multiplikatoreffekt erreicht, der die 2-Milliarden-Grenze bedeutend übersteigt. Die Mehrheit der Kommission ist mit dem Bundesrat über- zeugt, dass die finanziellen Aufwendungen zugunsten der Wirtschaft in der heutigen Wirtschaftslage gerechtfertigt sind und, begleitet von einem gewissen psychologischen Effekt, zum Erfolge führen werden. Die Kommission ist mit 20 gegen 1 Stimme, bei einer Ent- haltung, auf die Vorlage eingetreten und hat sie mit einigen Änderungen mit 18 gegen 0 bei drei Enthaltungen in der Schlussabstimmung gutgeheissen. Ich ersuche Sie ebenfalls, auf die Vorlage einzutreten. M. Coutau, rapporteur: Votre commission a siégé à trois reprises, au total pendant vingt-quatre heures, pour exami- ner l'ensemble et le détail des mesures visant au renforce- ment de l'économie suisse. Après un long débat d'entrée en matière, elle a été saisie d'un très grand nombre de pro- positions d'amendement. Elle a également pris connais- sance des débats du Conseil des Etats et des modifications proposées par ce conseil. Enfin, elle a décidé de reporter à une séance ultérieure de la Commission élargie des affaires économiques l'examen d'une série de motions présentées dans le prolongement des mesures proposées par le Conseil fédéral. Pour essayer de présenter un rapport à la fois synthétique et fidèle, je vous propose de distinguer successivement quatre chapitres: tout d'abord l'opportunité du programme, ensuite son contenu, troisièmement ses effets et enfin les réserves qui se sont exprimées à son sujet.
Renforcement de l'économie. Mesures274 8 mars 1983 frontières se ferment. Cela n'empêche pas pcurtant la recherche de mesures propres à maintenir la compétitivité de notre production qui doit pouvoir lutter à armes égales avec ses concurrents étrangers. Soyons libre-échangistes sans faiblesses, mais sans naïveté non plus. Ainsi, les moyens restent conformes à nos conceptions confirmées et adéquates à l'écart des objectifs économi- ques inchangés, à savoir une croissance modérée, une sta- bilité des prix, un plein emploi, un équilibre des échanges avec l'étranger, une évolution progressive et continue des structures, une paix sociale, une monnaie sûre et stable, un assainissement à terme des finances publiques, le tout aboutissant à un niveau de vie élevé garanti dans la durée. On peut distinguer essentiellement deux volets dans les mesures que nous examinons. Tout d'abord, un programme d'acquisitions et de stimulation de l'investissement propre à atténuer la faiblesse conjoncturelle de secteurs pa'ticulière- ment affectés par la baisse mondiale de la demande. Deuxièmement, un ensemble de mesures plus pa r ticulière- ment destinées à renforcer la capacité concurrentielle de l'industrie suisse d'exportation. Pour ce qui est du programme d'acquisitions, il a été éla- boré avec soin. Le choix des projets retenus n'est pas l'effet d'un hasard hâtif; il répond à une série de critères précis et adéquats. Ces critères sont au nombre ce quatre. Tout d'abord, les acquisitions doivent répondre à un besoin matériel, admis et confirmé. Il ne s'agit pas de se lancer tête baissée dans des dépenses inconsidérées qui ne répon- draient qu'à la possibilité d'injecter des sommes dégagées à l'aveuglette. Deuxièmement, les projets retenus doivent avoir atteint un degré de préparation tel que leur réalisation exerce un effet aussi rapide que possible sur l'économie. Ainsi seules ont été retenues les demandes qui peuvent entraîner des commandes adjugées dans les six mois et réalisables dans les deux, voire trois ans. Troisièmement, les projets retenus doivent engendrer le maintien ou l'aug- mentation de l'emploi en Suisse. Les dépenses dénuées d'effets multiplicateurs à court terme ou à moyen terme, et dont les effets ne se traduisent pas sur l'emploi, n'ont pas de raison d'être retenues dans ces circonstances. Enfin, les commandes doivent concerner en priorité les branches et les régions les plus touchées par la récession. Chacun des projets présentés peut ne pas répondre inté- gralement à ces quatre critères, mais l'ensemble constitue un programme qui leur reste conforme. Ainsi, en particulier, certains équipements militaires ne peuvent, à première vue, répondre entièrement au souci d'attribution régionale des commandes, faute d'entreprises spécialisées qui produi- sent, dans les régions touchées, des équipements néces- saires. Mais les effets de commandes secondaires attri- buées en sous-traitance par l'entreprise générale mandatée ne doivent pas être négligés. De plus, ces commandes peu- vent aussi prévenir des pertes d'emplois qui pourraient sur- venir dans des régions encore peu touchées si rien n'était entrepris. Dans ces propositions portant sur des majorations de cré- dits d'engagement, il convient de mentionner le poste relatif à l'encouragement de la recherche, notamment celle qui est axée sur la pratique et sur son application. Il ne s'agit pas là d'une somme considérable, mais elle indique une volonté de complémentarité plus étroite entre les hautes écoles et les besoins d'innovation des entreprises. D'ailleurs, ces crédits sont en partie destinés à l'acquisition de machines et d'équipements dont les laboratoires de niveau universi- taire ont besoin et qui entraînent des commandes bien- venues dans l'industrie suisse. Quant au troisième aspect de l'attribution des crédits demandés, il concerne directement des mesures transi- toires en faveur de l'emploi sous forme de cours de recy- clage et de perfectionnement, et cela en attendant la mise en vigueur définitive de la nouvelle loi sur le chômage. La somme est effectivement faible, mais c'est précisément en raison du caractère transitoire du besoin qui sera couvert dès le 1 er janvier 1984 par la nouvelle loi sur l'assurance- chômage. Le deuxième volet des mesures proposées est destiné à renforcer la capacité de concurrence de nos exportateurs, y compris, bien entendu, le secteur touristique. A cet égard, le principal élément concerne la garantie contre les risques à l'exportation (GRE). Cet instrument est absolument indis- pensable pour les exportateurs qui trouvent des débouchés dans les pays en voie de développement notamment. La plupart de ces derniers sont confrontés à des difficultés de paiement considérables. Ils obtiennent d'autres fournis- seurs des conditions de paiement largement favorisées, sous diverses formes, par les pouvoirs publics des pays exportateurs. Une certaine surenchère se manifeste à cet égard, qui touche de très près à une sorte de protection- nisme. Cela est si vrai que l'OCDE cherche à harmoniser ce genre de prestation susceptible de falsifier la libre concur- rence internationale. Les risques encourus par la GRE se sont considérablement accrus ces dernières années, sur- tout les risques monétaires, même s'il n'est pas question, au nom de la protection de l'emploi, de couvrir des opéra- tions dont on sait, avant même leur démarrage, qu'elles entraîneront des pertes. Une nouvelle diminution des pres- tations n'est guère concevable dans ce contexte, pas davantage qu'une nouvelle augmentation des primes, les dernières modifications à cet égard étant intervenues très récemment, en 1980 et 1981. Les pertes sont donc élevées et, conformément à la nouvelle loi sur la GRE, la Confédéra- tion peut consentir des avances sans porter atteinte au principe de l'autofinancement à long terme du système. Une dérogation passagère est cependant admissible dans les limites de nos engagements internationaux de libre- échange. Reste à savoir si une modification du système actuel pourrait se révéler nécessaire ultérieurement, comme plusieurs commissaires le suggèrent. Des études comparatives approfondies devraient être menées pour connaître exactement l'ampleur des effets sti- mulateurs que nos partenaires industrialisés obtiennent par les modalités de crédits préférentiels qu'ils accordent à leurs exportateurs pour leurs livraisons vers les pays en voie de développement. Nous ne pouvons pas nous expo- ser à des reproches de protectionnisme à cet égard, mais nous devons veiller à combattre à armes égales. Les autres aspects du volet exportation du programme font l'objet des quatre autres arrêtés. Ils n'ont pas suscité de débats aussi fournis que le premier. Il s'agit d'abord d'une majoration de 100 millions de francs du crédit d'engage- ment, adoptée en septembre dernier au titre des mesures de politique économique et commerciale en faveur de la coopération internationale au développement. On veut ainsi renforcer les moyens mis à disposition en matière de cré- dits mixtes et d'aide à la balance des paiements des pays importateurs. L'effet multiplicateur des crédits mixtes est élevé. Il démon- tre que l'aide au développement peut aussi favoriser l'emploi en Suisse, ce qui est de nature à améliorer l'image de cette aide auprès de certains milieux qui restent très sceptiques à son égard. Ces crédits mixtes sont notam- ment destinés à des équipements prioritaires dont les pays qui sont en train d'enregistrer un certain décollage écono- mique ont un besoin spécifique. Cette augmentation donne un peu plus de poids dans notre politique d'aide au déve- loppement à cette forme d'aide économique et commer- ciale, mais elle ne bouleverse pas les proportions par rap- port aux autres aspects de cette politique, à savoir la coopération technique et l'aide humanitaire. Quant aux autres arrêtés relatifs à la promotion des expor- tations (crédits à l'OSEC, aux chambres de commerce suisses à l'étranger, à l'Office national suisse du tourisme), ils ne demandent guère d'autres commentaires. 3. Votre commission s'est penchée longuement sur les effets réels qu'on peut attendre de cet ensemble de mesures. Pour la Confédération, le programme d'acquisi- tion présenté entraîne une dépense supplémentaire de 641 millions de francs et grâce à l'effet multiplicateur de ces crédits, qui doit entraîner des dépenses correspondantes
Renforcement de l'économie. Mesures 2768 mars 1983 ticipation des cantons et des communes, ainsi que de tiers, à ce programme. En effet, les crédits inscrits dans l'arrêté et dont la Confédération pourra disposer n'auront, dans de nombreux cas, d'effet réel que dans la mesure où les parte- naires adhèrent et contribuent financièrement aux projets retenus. Il en va notamment ainsi du logement. On peut se demander si l'effort envisagé dans ce secteur répondra bien à une volonté de construire, surtout dans des régions où la récession a sensiblement réduit les besoins en matière de logements. Dans ces régions, l'aide au logement pourrait porter davantage sur la rénovation que sur la construction proprement dite. Je ne reviens pas sur la question du financement de ce pro- gramme ni du débat corrélatif à la compensation des pro- jets dans le temps, à laquelle j'ai déjà fait allusion. Je relève pour terminer qu'au sein de la commission, on a insisté sur la nécessité d'une information quant au déroule- ment pratique du programme et à ses effets concrets. S'il est impossible d'obtenir des analyses exhaustives sur les ultimes conséquences de chaque projet, il sera néanmoins nécessaire d'obtenir des renseignements propres à consti- tuer des éléments d'appréciation sur l'efficacité constatée de programmes de cette nature; non pas seulement pour le plaisir d'émettre une éventuelle critique, mais bien davan- tage pour optimaliser une opération similaire qui pourrait être décidée dans le futur. Je conclus ce rapport en confirmant que, selon l'avis de la commission, ce programme répond à un besoin sérieux, qu'il a été dûment étudié, selon des critères rigoureux, et qu'il ne dénote en rien un climat de panique mais s'inscrit dans la continuité de la politique économique de ce pays. Il constitue un signe d'appui et de confiance à l'intention de tous les partenaires de l'économie et s'il ne doit pas éveiller d'illusions, s'il n'est pas une potion magique, il ne mérite pas non plus d'être traité avec dédain ni avec dérision. C'est pourquoi votre commission vous invite, par 20 voix contre 1 et avec 1 abstention, à entrer en matière. M. Butty: Le groupe démocrate-chrétien se prononcera en faveur de l'entrée en matière sur les mesures visant au ren- forcement de l'économie suisse. Il relève la nécessité de l'intervention de l'Etat dans la situation actuelle et l'opportu- nité des mesures proposées. Il prend acte avec satisfaction du fait qu'un deuxième paquet de mesures, comportant un volet régional, fait l'objet d'une procédure de consultation. Il devra compléter le premier paquet que nous examinons présentement. Quelques remarques d'abord sur la nécessité et l'opportu- nité des mesures proposées. Depuis trois ans, l'économie mondiale, dont nous sommes interdépendants, est en stagnation. L'économie est même en régression dans de nombreux pays. Un vent froid souffle sur l'économie suisse également et, par conséquent, sur l'emploi. Le produit national brut a diminué en valeur réelle de 2,5 à 3 pour cent en 1982. Il s'agit là du score le plus mauvais parmi tous ceux des pays de l'OCDE. Cette constatation est inquiétante car la substance même de notre potentiel économique est atteinte. Il faudra apprendre à gérer la décroissance, en tout cas dans cer- tains secteurs et dans certaines régions. Il faudra même se contenter d'une croissance ralentie pour d'autres régions, qui sont malheureusement les moins développées, celles précisément qui recherchent un rattrapage. Sept interpellations urgentes sur la situation économique ont été développées devant le Conseil national \s 28 sep- tembre 1982. L'une émanait du groupe démocrate-chrétien. Elles demandaient toutes des mesures de relance au niveau fédéral. La situation ne s'est pas améliorée depuis et nous ne pouvons que soutenir le Conseil fédéral dans ses efforts, en espérant qu'il les poursuive encore. Peur la pre- mière fois, le Conseil fédéral reconnaît que I évolution actuelle et les difficultés que nous rencontrons sont dues non seulement à des causes conjoncturelles mais aussi à des raisons structurelles. C'est ce que nous avions affirmé à plusieurs reprises. Il faut donc agir dans deux directions. Les difficultés struc- turelles subsisteront, même en cas de reprise conjonctu- relle, si nous n'abordons pas le fond des problèmes posés sur ces deux plans: secteurs économiques, branches menacées, régions particulièrement touchées, taille des entreprises, etc. En agissant à ces deux niveaux, nous prendrons des décisions efficaces qui doivent être complé- mentaires. Le cadre général des interventions étant ainsi fixé et leur nécessité démontrée, nous tenons encore à vous soumet- tre les réflexions suivantes: II est inutile et superflu de parler ici de plus ou moins d'Etat. L'alternative ne se pose pas en ces termes, et le PDG l'a toujours affirmé. Nous voulons un Etat sain, capable de remplir sa tâche et intervenant quand et où cela se révèle nécessaire. Il ne peut se substituer à l'économie que s'il doit soutenir l'action et les efforts du secteur privé. C'est le principe de la subsidiarité. Parmi les articles de la constitution fédérale concernant l'économie, l'article 31 """"i"«' 8 , en particulier, fait devoir à la Confédération de prendre les mesures nécessaires «ten- dant à assurer l'équilibre de l'évolution conjoncturelle, en particulier à prévenir et à combattre le chômage et le ren- chérissement». La Confédération doit «collaborer avec les cantons et l'économie» et tenir compte «des disparités dans le développement économique des diverses régions du pays». Ces textes constitutionnels sont clairs, le Conseil fédéral n'a fait que s'en inspirer en proposant les mesures dont nous discutons. Personne ne peut plus nier que le chômage soit devenu un problème grave dans notre pays, même si les comparai- sons avec les pays voisins démontrent que notre situation est encore privilégiée. Assurer des places de travail est, pour les démocrates-chrétiens, la première priorité sociale. Soixante mille emplois supprimés en 1982 représentent un chiffre vraiment inquiétant! Si le chômage pose des pro- blèmes difficiles sur les plans économique et financier, c'est surtout au niveau humain et familial qu'il peut avoir les conséquences les plus tragiques. Il était donc indispensa- ble de prendre des mesures énergiques, donc anticycli- ques. Les critères fixés par le Conseil fédéral sont justes: rapidité dans les décisions et durée limitée; les investissements doivent être nécessaires et concerner les secteurs et les régions menacés. Il était évident, dès lors, que le Conseil fédéral devait nous proposer une relance avec des effets à la fois d'ordre inté- rieur et extérieur. L'un ne peut aller sans l'autre dans un pays aussi dépendant que le nôtre de ses exportations. En ce qui concerne l'ensemble du paquet d'interventions qui nous est proposé, nous portons les appréciations sui- vantes: tout d'abord, il convient de renforcer la compétiti- vité de notre économie et la capacité de concurrence de nos entreprises. Cela vaut non seulement pour garantir le succès de nos exportations, dont l'importance est vitale pour notre pays, mais encore pour maintenir une saine éco- nomie dans les différentes régions; il faut donc assurer aux entreprises qui y sont établies, les moyens de résorber le chômage. Il y va de l'efficacité de l'autodéfense de la région. En vue de maintenir notre compétitivité, nous approuvons les mesures d'ensemble prises jusqu'à ce jour: stabilisation du niveau des prix, poursuite de la lutte contre le renchéris- sement. Nous estimons aussi que les taux des intérêts doi- vent être fixés à un niveau bas, cela afin de favoriser les investissements et les équipements. Pour toutes ces mesures, la collaboration de la Banque nationale est indispensable. Elle devra coordonner ses décisions avec les principes qui sont à la base du projet qui nous est présenté. Enfin, cette compétitivité que nous recherchons, exige de limiter la charge fiscale des entreprises, spécialement des petites et moyennes d'entre elles. Certains aménagements
Renforcement de l'économie. Mesures 278 8 mars 1983 rasch nach seiner Amtsübernahme gehandelt hat. Wir wis- sen, dass die hier vorgeschlagenen Massnahmen zur Stär- kung der Wirtschaft keine Wunder bringen werden; aber es geht um eine gewisse Stützung der Binnennachfrage und der Exportwirtschaft, es geht darum, den gegenwärtigen Konjunktureinbruch abzubremsen und so zu verhütsn, dass das konjunkturelle Tief sich nicht in einem Teufelskreis nach unten bewegt und dazu führt, dass Produktionskapazitäten vernichtet werden, die wir mittel- und längerfristig wieder brauchen. Eine solche Vernichtung von privatem und volks- wirtschaftlichem Kapital ist widersinnig. Nach wie vor sind unsere Probleme mehrheitlich st r ukturel- ler Art. Aber die konjunkturellen Schwierigkeiten, die wir heute haben, erschweren die strukturelle Anpassung, die wir in verschiedenen Branchen durchführen müssen, und die - wie etwa in der Uhrenregion - zu eigentlichen regiona- len Zusammenbrüchen geführt haben. Die noch sehr nied- rige durchschnittliche Arbeitslosigkeit ist nicht unbedingt ein guter Gradmesser für unsere wirtschaftlichen Schwie- rigkeiten, weil diese regional sehr ungleich verteilt ist. In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass unsere Arbeitslosenstatistik nicht ohne weite- res mit jener anderer Industrieländer verglichen werden kann. Nicht nur ist die Erfassung zum Teil anders - etwa was die Teilzeitbeschäftigten betrifft -; die meisten Länder haben auch seit dem Einbruch von 1974/75 einen Sockel von Arbeitslosen, während wir dieses Problem als Folge des Abbaus von ausländischen Arbeitskräften nicht haben. Es ist nicht zuletzt dieser Tatbestand, dem wir heute unsere vergleichsweise gute Situation verdanken. Die nach dem Einbruch von 1975 trotz zögernder Erholung rasch wieder erreichte Vollbeschäftigung hat uns einen grösseren Manövrierraum zur Bekämpfung der Inflation gegeben und uns vergleichsweise - alles ist relativ - die Möglichkeit eines zurückhaltenden Finanzgebarens ver- schafft. Dies gibt uns heute gottlob genügend Spielraum für Massnahmen konjunktureller und struktureller Art. Solche Massnahmen sind dringend nötig, denn heute schlägt sich jeder Rückgang der Produktion im Verlust von mehrheitlich schweizerischen Arbeitsplätzen nieder, und unsere Bevöl- kerung reagiert darauf verständlicherweise sehr sensibel. Trotz der positiven Einstellung in bezug auf die vorgeschla- genen Massnahmen scheinen uns einige kritische Bemer- kungen angebracht, wobei wir wissen, dass diese nicht an die Adresse von Herrn Bundesrat Furgler gehen: Das Massnahmenpaket und vor allem die sogenannten Beschaffungsmassnahmen sind offensichtlich unier gros- sem Zeitdruck zusammengestellt worden. Nun hat sich zwar die Konjunkturlage insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres 1982 sehr rasch verschlechtert, aber diese Ver- schlechterung, so meinen wir, war voraussehbar. Die kon- junkturellen Schwierigkeiten zeigten sich schon seit gerau- mer Zeit in allen OECD-Staaten und führten dort zu zuneh- mender Arbeitslosigkeit. Die OECD-Staaten sind unsere Haupthandelsländer; Krisen schlagen erfahrungsgemäss mit Verspätung immer auf unser Land durch. Die drastische Senkung der Erdölpreise musste überdies zu e ner Ver- schärfung der wirtschaftlichen Lage führen, da sie einer- seits Investitionen in Erdölsubstitutionsprojekte dämpfte und andererseits die Nachfrage aus den OPEC-Staaten, die der Schweiz beim letzten Konjunktureinbruch stark gehol- fen hat, eindämmte. Auch die zunehmende Überschuldung der Entwicklungs- und vieler sogenannter Schwellenländer und entsprechende Sanierungsbemühungen mussten zu einem weiteren Absinken der Nachfrage nach Industriepro- dukten führen, und damit auch für unser Land Schwierigkei- ten bringen. Angesichts dieser Tatbestände haben wir bereits im Januar 1982 in einer Interpellation gefordert, dass Beschäftigungs- programme vorbereitet werden. Wir glauben, dass eine frü- here Vorbereitung mehr Möglichkeiten geboten hätte, gewisse Prioritäten zu setzen, die man in diesem Programm vermisst. Es wäre überdies möglich gewesen, sorgfältiger abzuklären, dass Beschäftigungsaufträge jenen Unterneh- men, Branchen und Regionen zugute kommen, die auf eine solche Stützung am meisten angewiesen sind. Auch die breite Öffentlichkeit hat offensichtlich Mühe zu begreifen, dass in all jenen Bereichen, von denen man heute ständig spricht - Energiesparen, Alternativenergien, Umweltschutz, öffentlicher Verkehr - relativ wenig gemacht wird, dass dafür aber fast die Hälfte, nämlich 272 von 640 Millionen Franken, in den Rüstungsbereich fliessen. Militärische Grossprojekte wie der Skyguard haben nicht nur einen rela- tiv kleinen sogenannten Multiplikator - sie werden ja nur vom Bund finanziert, lösen also keine zusätzliche Nachfrage von Dritten aus -, sondern es kann auch kaum davon gesprochen werden, dass sie gezielt in jene Regionen flies- sen, die am stärksten bedroht sind. Wenn die Botschaft von 19 Kantonen und 200 Zulieferbe- trieben spricht, die von einem solchen Projekt profitieren, so zeigen die anteilsmässigen Zahlen hier doch ein weniger positives Bild. Mit etwas Phantasie, insbesondere aber einer längerfristigeren, sorgfältigeren Vorbereitung, hätte unseres Erachtens ein ausgewogeneres und gezielter wir- kendes Beschaffungsprogramm entwickelt werden können. Die sozialdemokratische Fraktion bejaht grossmehrheitlich auch die Beschaffungsprojekte im Rüstungsbereich; denn auch sie scharfen und erhalten bedrohte Arbeitsplätze. Wir möchten diese aber ergänzen durch einige zusätzliche Inve- stitionen in den Bereichen Energie, Umweltschutz, öffentli- cher Verkehr und Wohnbausanierung. Wie Sie wissen, hat die Sozialdemokratische Partei eine Alternative oder - sagen wir es bescheidener - ein Ergän- zungsprogramm von solchen Beschäftigungsprogrammen erarbeitet, die auch mittel- und längerfristig sinnvoll sind. Sie lösen gleichzeitig Zukunftsprobleme, indem sie der von uns immer wieder zitierten Lebensqualität dienen. Wir haben uns bemüht, alle konkreten Projekte ausfindig zu machen, die bei der überstürzten und sehr restriktiven Zusammenstellung von Beschaffungsprojekten quasi unters Eis geraten sind. Es ist natürlich kein Zufall, dass schubladenfertige Projekte eher im Rüstungsbereich zu fin- den sind als bei jenen meist eher neueren Bundesämtern, die unter Personalnot und Sparübungen leiden, wie zum Beispiel jene für Energie, Umweltschutz, Gewässerschutz und ähnliche. Die von uns in die Kommission eingebrachten Projekte in diesen Bereichen sind heute realisierungsreif. Es handelt sich unter anderem um Lärmschutzmassnahmen, ein klei- nes Programm im Bereich Lufthygiene, Beihilfe für einen zusätzlichen Autoverladezug der Furka-Oberalp-Bahn, die vorzeitige Einführung des längst aus Sicherheitsgründen nötigen Zugfunks, die zusätzliche Beschaffung von leisen Einheitswagen Typ IV - welche ermöglicht wird, wenn wir bei den sehr reparaturanfälligen und schlecht bewährten orangen Wagen Typ III rascher amortisieren lassen -, die Aufstockung der Wohnbaurenovation in Berggebieten, wo wir einen Überhang an Gesuchen haben; da zu den Bergge- bieten heute auch grosse Teile des Juras gehören, wäre das sehr sinnvoll. Die Kommission, welche unsere Kritik bezüglich des Beschaffungsprogramms zum Teil teilte, hat diesen Zusatz- anträgen mehrheitlich zugestimmt. Wir bitten Sie, diesen Anträgen zu folgen und damit ein aus- gewogeneres und gezielter wirkendes Beschaffungspro- gramm zu verabschieden. Was die verschiedenen Massnahmen zur Stärkung der Exportwirtschaft betrifft, so stimmt die sozialdemokratische Fraktion auch diesen zu. Immerhin scheinen uns auch hier einige kritische Bemerkungen angebracht. Wir sind grund- sätzlich bereit, die Bevorschussung der Exportrisikogaran- tie zu akzeptieren, auch wenn wir wissen, dass die Kosten sich voraussichtlich in den nächsten Jahren auf 300 bis 500 Millionen Franken im Jahr belaufen werden und diese Bevorschussung voraussichtlich definitiv bleibt, um es ein- mal so zu umschreiben. Das läuft natürlich auf eine Art Sub- ventionierung der Exportwirtschaft hinaus. Diese mag berechtigt sein, etwa im Hinblick auf die immer wieder zitierten ungleich langen Spiesse. Aber in dem Augenblick, wo die öffentliche Hand hier Defizite übernimmt, scheint
Renforcement de l'économie. Mesures 280 8 mars 1983 l'occurrence par la Confédération, même si le chef du Département fédéral de l'économie publique nous a donné à ce sujet des garanties verbales. Cette inquiétude, pour ne pas dire plus, est encore renforcée par le fait que la com- mission, sur invitation de l'administration fédérale, a fait l'impasse sur une demande d'évaluation des effets des mesures prises sur l'emploi dans les différents cantons, présentée par M. Borei qui en a d'ailleurs fait une proposi- tion de minorité à l'article 7c (nouveau) et que notre groupe soutiendra évidemment. Pourquoi cette crainte d'une information complète sur les conséquences, positives ou négatives, de cette injection d'argent dans l'économie du pays? Ce refus de transpa- rence s'est également manifesté en commission sur une proposition que nous avions faite, qui demandait une éva- luation systématique des projets réalisés et qui assurait, au besoin, le financement des expertises éventuellement nécessaires. On exige de telles évaluations pour les projets d'aide au développement; nous comprenons donc mal que l'on refuse de le faire pour des projets devant être réalisés en Suisse. Partant du principe que ces derniers laissent l'argent investi dans la poche de certains de nos compa- triotes, n'y a-t-il pas de raisons d'aller au-delà de la signa- ture du contrat? L'argent, le cas échéant gaspillé en Suisse, mérite-t-il moins d'attention que celui qui sort de nos fron- tières vers les pays en voie de développement? Cela consti- tue mon troisième sujet de mécontentement. Il est encore un quatrième domaine qui me tient personnel- lement à cœur, pour toute une série de raisons, et qui mérite à mes yeux des critiques de fond. A la 'ubrique «Politique relative au marché du travail», il n'est prévu qu'un montant de 800000 francs, pour 1983, sur le milliard qu'il est envisagé de dépenser dans les trois années à venir. C'est pour le moins dérisoire si l'on prend en considération le fait que notre pays enregistre déjà près de 30 000 chô- meurs complets. Cela fait donc moins de 30 francs par chô- meur, en 1983, pour l'organisation de cours de réintégration et de perfectionnement. On nous dira ici qu'il ne s'agit, avec ce montant, que d'assurer le financement d'actions déjà engagées ou, pour le moins, déjà programmées, et que la Confédération, en cette matière, intervient de façon subsi- diaire seulement, qu'elle se contente de donner une suite favorable aux demandes qu'elle reçoit. Peut-être, mais l'argument est un peu mince; dans la crise que nous connaissons, la Confédération devrait avoir une oolitique plus offensive dans le domaine de la formation, de la réinté- gration et du recyclage des personnes sans enploi ou menacées de le devenir. Permettez-moi, pour éclairer mon propos, de vous faire part de quelques considérations en cette matière Même lorsqu'il s'agit des chômeurs, nous dirions même surtout s'agissant des chômeurs, il faut résolument poser le pro- blème dans cet ordre: formation d'abord, recyclage ensuite. L'expérience a en effet largement prouvé qu'un tra- vailleur seulement recyclé devra continuellement être recy- clé. Seule une formation de base permet l'initiative profes- sionnelle, éclaire les choix, soutient l'imagination en cas de crise de l'emploi. Toute entreprise de formation visant les chômeurs doit donc se concevoir au moins à moyen terme; le but n'est pas seulement l'insertion professionnelle à un poste donné - peut-être éphémère - mais l'intégration des intéressés dans un processus personnel de développe- ment. Dans la situation actuelle - il faut avoir le courage de le reconnaître - tout travailleur est un chômeur potentiel. La formation doit donc être conçue à la fois pour les chômeurs actuels et pour les chômeurs futurs, c'est-à-dire pour l'ensemble des travailleurs et pas uniquement pour les ouvriers! Un programme de formation doit donc être fondé d'abord sur une formation de base - comprenant une connaissance de la situation économique, l'expression orale et écrite, les mathématiques, les langues étrangères - et ensuite sur une formation à un emploi - par exemple en commande numérique et en informatique. La formation à l'emploi doit se greffer sur la formation générale et non l'inverse. La formation se fera de façon intensive pour les chômeurs et en unités séparables pour les travailleurs chô- meurs à temps partiel ou pour ceux ayant encore un emploi. Ce programme de formation doit être conçu et organisé régionalement. Il participe en effet au programme de déve- loppement régional. Il nécessite en conséquence l'engage- ment de toutes les forces disponibles dans la région - enseignants, écoles, associations, syndicats ouvriers et patronaux. Comme l'ensemble du problème doit être pensé à long terme, il est nécessaire d'engager rapidement des expériences pilotes, par exemple dans trois régions parti- culièrement touchées par la crise. Nous ferons en consé- quence une proposition concrète dans ce sens et, afin d'assurer le financement d'un tel projet, nous soutiendrons la proposition d'arrêté nouveau présenté par Mme Deneys. C'est donc en se fondant sur ces quelques considérations
Renforcement de l'économie. Mesures 282 8 mars 1983 Solche Töne hat man gehört, und es ist noch keine Woche her, dass im Ständerat ein Ostschweizer Standesvertreter dieses Programm als ein Programm aus dem blauen Him- mel herab qualifiziert und gesagt hat, seit dem letzten Herbst hätte man an sich noch keine offensichtliche Ver- schlechterung der Wirtschaftslage erleben müssen. Die Arbeitslosigkeit, die wir jetzt hätten, würde im Frühling, etwa im März, wieder beseitigt sein. So steht es sinnge- mäss im Protokoll. Dieser Herr hat sich im weiteren noch wie folgt geäussert: Es würde nichts helfen, mit Bundesauf- trägen die Geschichte einfach etwas zu verzögern, damit diene man niemandem. Nur wenn irgendwo zukunftweisend etwas erarbeitet werde, finde man wieder den Weg in die Zukunft. Wenn man das nicht fertigbringe, müsse man eben aufgeben und gelegentlich liquidieren, anders sei das nicht zu machen. In der freien Marktwirtschaft sei es so, dass man komme und dass man gehe. Das wäre nun alles gut und recht, wenn nicht gerade dieser Kollege noch vor einem halben Jahr immerhin mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen konnte, dass man ihm entgegengekommen ist. Man hat in den eidgenössischen Räten für 440 Millionen Franken zusätzliche Bundesaufträge beschlossen, um der ihm nahestehenden Firma zu helfen. Als Ostschweizer bin ich für diesen Beitrag zur Stützung unserer ostschweizeri- schen Wirtschaft natürlich dankbar. Auf der anderen Seite muss ich aber sagen: Diese Art und Weise, sich später zu dieser Politik zu äussern, wenn man seine Aufträge in die Auftragsbücher eingebracht hat, finde ich schlicht und ein- fach eine Unverschämtheit. Ich möchte mich als Ostschweizer für diesen Kollegen ent- schuldigen. Ich habe das Gefühl, gewisse Leute hätten sich noch nicht damit abgefunden, dass im EVD ein Wechsel des Departementchefs stattgefunden hat. Ich möchte noch etwas zu Herrn Otto Fischer sagen, der mir zwar sehr sympathisch ist. Leider ist er nicht hier und hat auch noch nicht gesprochen, doch hat er mir erlaubt, ihn dennoch zu zitieren. Er hat in der Kommission gesagt: «Was die Klein- und Mittelbetriebe brauchen, ist, dass der Staat sie in Ruhe lässt.» Herr Fischer weiss, dass seine Leute aus dem Baugewerbe sich in den kommunalen, kan- tonalen und eidgenössischen Amtsstellen bzw. bei diesen Behörden für Aufträge geradezu die Türfallen in die Hand geben. Ich meine, so dürfe man einfach nicht argumentie- ren, obwohl ich Herrn Fischer einige Konsequenz attestie- ren muss, dies im Gegensatz zu jenem Herrn, den ich vor- her zitierte. Unsere Kritik richtet sich nicht nur dagegen, dass man zu lange gewartet und den richtigen Zeitpunkt verpasst hat; unsere Kritik richtet sich in differenzierter Weise auch gegen das Konzept und seine Ausgestaltung. Erlauben Sie mir, hier auf etwas hinzuweisen: Noch vor einem halben Jahr fand unsere Beurteilung solcher Beschäftigungspro- .gramme darin ihren Ausdruck, dass der Ökonom Key- nes sozusagen als ökonomische Unperson qualifiziert wurde. Heute ist er plötzlich salonfähig geworden. Man kann beinahe sagen: Heute wird er viel zitiert, aber wenig gelesen. Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass eine key- nesianische gesamtwirtschaftliche Nachfragesteuerung mit gewissen Risiken behaftet ist. Ich habe in den letzten Debatten zu diesem Thema immer wieder darauf hingewie- sen. Wir müssen deshalb sehr strenge Kriterien an die Aus- gestaltung eines solchen Ausgabenpaketes stellen und uns fragen: Sind diese Kriterien im einzelnen in bezug auf die Konzeption, aber auch in bezug auf die einzelnen Positio- nen erfüllt? Ein erstes wichtiges Kriterium: Ein Ausgabenprogramm und die einzelnen Positionen dürfen nicht nur sofortige Einkom- menswirkungen haben, sondern diese sollten sich auch in Beschäftigungswirkungen umsetzen. Wir müssen uns also davor hüten, Ausgaben zu beschliessen, bei denen zusätzli- che Aufträge durch Produktivitätssteigerung aufgefangen werden, oder Ausgaben, bei denen zusätzlich ausländische Arbeitskräfte benötigt werden. Wir müssen uns auch davor hüten, Ausgaben zu beschliessen, für die es keine ausfüh- rungsreifen Projekte gibt. Gerade im Zusammenhang mit dem letzten Punkt darf ich anmerken, dass diesem Krite- rium in den Vorschlägen des Bundesrates weitgehend nachgelebt wird, auch wenn man sich da und dort fragen kann, ob es nicht noch mehr ausführungsreife Projekte hätte. Wenn wir die Geschichte insgesamt beurteilen, sieht man: Etwa 54 Prozent kommen der Bauwirtschaft zugute, obwohl die Rezession die Bauwirtschaft diesmal weniger stark tan- giert als in den Jahren 1974/75; allerdings - das anerkenne ich - sind im Zusammenhang mit diesem Programm auch Ausgaben für Ausrüstungen verbunden, die beschäfti- gungswirksamer sind als jener Teil, der effektiv in den Bau- sektor fliesst; abgesehen davon gibt es auch regionale Unterschiede. Es gibt Regionen, in denen die Bauwirtschaft zu den notleidenden Branchen gehört. Wir werden in der Detailberatung auf Positionen zurückkommen, wie bei- spielsweise den Nationalstrassenbau, wo wir der Auffas- sung sind, die Beschäftigungswirkung sei relativ gering. Ein zweites Kriterium: Das Ausgabenpaket als Ganzes, aber auch die Positionen im einzelnen sollten eine gewisse hin- reichende Grössenordnung aufweisen, damit überhaupt eine Beschäftigungswirkung erzielt wird. Es sollten Schwer- punkte gesetzt werden. Wir müssen uns also hüten vor dem sogenannten Spraydoseneffekt, d. h. Massnahmen, die sich zu sehr in kleine Beträge aufsplittern und dadurch an Wirk- samkeit verlieren. Wir haben versucht, durch verschiedene Streichungs- und Erhöhungsanträge diesem Kriterium näherzukommen. Auch im Zusammenhang mit der Gesamtsumme müssen wir uns natürlich fragen, ob 0,65 Prozent der Gesamtnachfrage - soviel macht das Programm aus - imstande sein werden, die fast einprozentige Arbeitslosigkeit in unserem Lande zu beseitigen. In diesem Zusammenhang ist es wieder einmal nützlich, bei Keynes nachzulesen, denn er hat nie von voller Kompensa- tion des privaten Nachfrageausfalles gesprochen, sondern wenn man genau liest, findet man sehr viele Ausführungen darüber, dass mit der Nachfragesteuerung auch die Ange- botsbedingungen verbessert werden sollten, d. h. dass Impulse vermittelt werden sollten, und zwar nicht nur von der Konsumseite, sondern vor allem auch im Investitionsbe- reich. Positive Anreize sollten ferner auf die Erwartungshal- tung der Produzenten und Konsumenten ausgeübt werden, und schliesslich sollte mit solchen Programmen auch die Investitionsbereitschaft gefördert werden. Das heisst also: Ausgabenprogramme, wie wir sie heute beschliessen, soll- ten eingebettet sein in längerfristige Investitionspläne; nur dann können sie auch langfristig nachhaltige Investitions- entscheide auslösen. Die Schwerpunkte sollten drittens auf zukunftsträchtige Bereiche gelegt werden, wo auch langfristig Chancen be- stehen. Geht man nämlich anders vor, dann bewirkt man mit solchen Massnahmen nicht mehr und nicht weniger als eine gefährliche Zementierung schwacher Strukturen. Mit anderen Worten: Wie sich die Situation uns heute präsen- tiert, stellen wir fest, dass konzeptionell angelegte, langfri- stige Pläne nur im Rüstungsbereich bestehen. Dort ist viel Ausführungsreifes vorhanden, auch einiges, das in langfri- stige Beschaffungspläne eingebettet ist. Wenn wir die übri- gen Bereiche durchforsten und genau unter die Lupe neh- men, stellen wir fest, dass sehr viel Zufälliges zusammen- kommt. Man suchte eben zusammen, was ausführungsreif ist, wofür die Projekte vorliegen. Man läuft Gefahr, irgend- welche zurückgestellte Wunschzettel unter dem Titel Kon- junkturförderung zu erfüllen. Da muss man nach meiner Auffassung sehr vorsichtig sein. In der Kommission haben wir einiges in dieser Richtung korrigieren können, anderes muss in der Detailberatung noch korrigiert werden. Wie gesagt, sind an sich langfristig ausgerichtete Pläne lediglich im Rüstungsbereich vorhanden. Wir hätten es uns nun leichtmachen und in den Bereichen Energienutzung, Umweltschutz und öffentlicher Verkehr einfach zusätzliche Ausgaben beantragen können. Aber wir sehen auch, dass hier zum Teil keine ausführungsreifen Projekte vorhanden sind; soweit vorhanden, wurden sie auch berücksichtigt. Es
Renforcement de l'économie. Mesures284N 8 mars 1983 mich auch persönlich von dieser Vorlage intensiv angespro- chen. Die beantragten Massnahmen betreffen meinen beruflichen Wirkungskreis nicht. Deshalb darf ich mir zumu- ten, sie auch objektiv zu beurteilen. Im Grunde fragt man sich, ob diese Anträge mehr durch den ökonomischen Sachverstand oder durch die ökologi- sche Barmherzigkeit getragen seien. Adam Smith und Key- nes standen bei dieser Vorlage wohl weniger Gevatter als viel Glaube, viel Liebe und viel Hoffnung. Dass unser EVD in beiden Kategorien denken und handeln kann, nehmen wir dankbar zur Kenntnis. Im Eintreten konzentriere ich mich als Sprecher meiner Fraktion darauf, Zielkonflikte aufzuzeigen, die wir ;:u lösen haben, und Kriterien darzustellen, nach denen wir entschei- den sollten.
Zielkonflikte: Zuerst einer mit dem Ausgleich des Bun- desfinanzhaushaltes. Seit Jahren kämpfen wir um den Aus- gleich des Bundesfinanzhaushaltes. Die Finanzkommission bearbeitet hierzu gegenwärtig die Haushaltperspektiven. Die rezessive Entwicklung wird wohl den letzten Zweifler davon überzeugen, dass wir den Rechnungsausgleich nicht mit Mehrbelastungen der Wirtschaft erreichen können, im Gegenteil, die Finanzkommission wird zusätzliche Einspa- rungen beantragen. Steht dies nicht in krassem Gegensatz zu dem, was wir heute tun? Zielkonflikte gehören zum alltäglichen Umgang der Politiker. Wir wollen davor nicht zurückschrecken, soncern sie anpacken. Wir mildern diesen Konflikt, wenn wir uns sowohl heute als auch später antizyklisch verhalten, d. h. dass wir in späteren Budgets die heute beschlossenen Kredite kom- pensieren müssen. Tun wir das, wird der Budgetausgleich durch dieses Programm nicht gefährdet, höchstens hinaus- geschoben. Tun wir das nicht, werden wir durch zusätzliche Verschuldung die Leistungsfähigkeit des Bundes weiterhin reduzieren. Eine zusätzliche Verschuldung erreichen wir allerdings in jedem Fall. Die Kompensation bedarf dagegen eines politischen Willensaktes in den kommenden Jahren; deshalb haben wir in der Kommission den entsprechenden Artikel eingebracht, und wir bestehen auf der konsequen- ten Durchführung. Je konsequenter und vollständiger wir kompensieren, desto unbedenklicher wird dieses Paket. Dann verschaffen wir uns auch die Potenz, in einer näch- sten Rezession wieder ähnlich handeln zu können.
Zielkonflikt mit Nebenzielen: Das Arbeitsbeschaffungs- programm kann missbraucht werden, um andere Ziele zu verfolgen. Jeder Parlamentarier kann seine bisher abge- lehnten Steckenpferde neu satteln. Die Dutzende von Anträgen in der Kommission sind ein deutlicher Ausdruck von kleinkarierter politischer Vorteilshascherei im Wahljahr. Wer dieses Programm dazu missbraucht, um Kulturgüter- schutz, öffentlichen Verkehr, Gewässerschutz, Landesver- teidigung und Forschung als Selbstzweck zu betreiben, reisst das Vertrauen unserer Bürger in eine konsistente Wirtschafts- und Finanzpolitik ein. Statt Nebenkriegsschau- plätze zu eröffnen, müssen wir uns auf saubere Entschei- dungskriterien einigen. Ich bitte Sie, diese Beschränkung auf das wirkliche Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Zielkonflikt mit der Aufgabenteilung: Wir dürfen nicht in den politischen Hinterhalt stolpern, jetzt Beiträge an die Kantone und Gemeinden zu erhöhen, die uns dann die geplante Aufgabenteilung erschweren. Einmal mehr würden wir bei den Kantonen und Gemeinden Misstrauen und Unsi- cherheit säen. Die Kantone und Gemeinden sind solider finanziert als der Bund, und wir dürfen ihnen zutrauen, auch einen eigenen Beitrag an die Schaffung von Arbeitsplätzen zu leisten. Ihnen fällt es leichter, die Massnahmen präziser zu dimensionieren.
Ein Zielkonflikt mit falschen Illusionen. Unser Programm darf niemals die Erwartung wecken, die Konjunktur beleben oder den Arbeitsmarkt massgebend beeinflussen zu kön- nen. 1982 betrug die schweizerische Gesamtnachfrage rund 260 Milliarden Franken. Mit diesem Programm lösen wir also total bestenfalls 1 Prozent davon aus, wobei es sich erst noch auf drei Jahre verteilt. Die Vorlage soll den guten Willen des Bundes dokumentieren, auch einen Beitrag zu leisten. Wir wollen aber ehrlich genug sein, um einzugeste- hen, dass unser Instrumentarium kurzfristig wenig ermög- licht und unsere Defizite eine starke Politik nicht zulassen. Beurteilungskriterien für ein solches Ankurbelungspro- gramm: Die Fraktion sieht vor allem vier solche Kriterien. Das erste ist die rasche Wirkung. Die ausgelöste Wert- schöpfung soll in den Jahren 1983 und 1984 stattfinden. Ob für die folgenden Jahre auch noch Mittel eingesetzt werden müssen, werden wir klugerweise erst dann beurteilen, wir laufen sonst Gefahr, mit unserer Spritze unnötigerweise einen Aufschwung zu stützen, wie das beim letzten Mal der Fall war. Wir wollen also alles möglichst rasch abwickeln und deshalb die unmittelbar notwendigen Massnahmen auch jetzt und nicht erst im Juni treffen. Zweites Kriterium: Hoher Multiplikatoreffekt mit jedem vom Bund eingesetzten Franken. Es sollen möglichst viele pri- vate Franken investiert werden. Wir zweifeln etwas daran, dass das beispielsweise im Wohnungsbau heute zutrifft. Drittes Kriterium: die Zielgenauigkeit. Wir wollen dort ein- greifen, wo heute effektiv Arbeitslosigkeit herrscht. Es nützt den Uhrenarbeitern wenig, wenn in ihrer Region ein Zollge- bäude gebaut wird. Gerade im Gewerbe, beispielsweise der Haustechnik, wird dies der Fall sein. Herr Bundesrat Purgier, wir wissen, dass Unternehmer zu Ihnen kommen, die über ihre schlechte Situation klagen. Sie haben auch dafür Verständnis, dass jene Unternehmer, die 1983 ein gutes Jahr haben werden, nicht zu Ihnen kommen, um ihnen zu sagen «Es geht uns schon wieder gut» und «Bitte, greifen Sie endlich ein». Da also nur die klagende Kategorie von Unternehmern zu Ihnen kommt, dürfen Sie sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen, und infol- gedessen die Situation nicht dramatisieren, wie Sie das bis heute auch nicht getan haben. Viertes Kriterium: Wir wollen eine anhaltende Erhöhung der Leistungsbereitschaft. Nach Abschluss der Investition soll eine über Jahre anhaltende wirtschaftliche Leistungsbereit- schaft resultieren. Das früher angewandte Kriterium der Stärkung der Infrastruktur ist in den Hintergrund getreten. Wir haben in dieser Beziehung stark aufgeholt. Das vorliegende Programm und vor allem die Zusatzanträge halten dem Vergleich mit den vier genannten Messkriterien noch nicht hinlänglich stand. Deshalb will sich unsere Frak- tion für eine Straffung des Programmes einsetzen und das Programm erst vor der Schlussabstimmung beurteilen. Ich schliesse mit einer persönlichen Bemerkung: Die pri- märe Verantwortung für seine Situation in unterschiedlichen Konjunkturlagen trägt jeder selbst: der Staat, das Unter- nehmen und der einzelne. Darüber hinaus soll jeder den anderen helfen, schwere Zeiten zu überstehen. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass nur diejenigen von einem letzten Aufschwung profitieren werden, die sich jetzt aus eigener Kraft und ohne unverantwortbare Verschuldung durch die Rezession bringen. Für den Bund bedeutet dies, dass auch er primär sein eige- nes Haus aus eigener Kraft, d. h. ohne Mehreinnahmen, zu entschulden und in Ordnung zu halten hat. Das traue ich unseren Unternehmen und auch unserem Staat zu. Wir wol- len allen einzelnen Bürgern den Mut machen, der politi- schen Herausforderung selbst die Stirn zu bieten. M.Jeanneret: En apportant son accord aux arrêtés propo- sés par le Conseil fédéral, le groupe libéral est parfaitement conscient qu'il s'associe à une politique profondément hel- vétique dans son origine, ses mécanismes et sa portée. En d'autres termes, il ne s'agit pas de participer à une révolu- tion mais de souscrire à une évolution. Politique profondé- ment helvétique parce que pragmatique tout en étant struc- turée, parce que tenant compte des circonstances du moment et de la réalité de notre pays, sans négliger l'envi- ronnement économique international, parce que pratique sans oublier tout ce qu'il peut y avoir de psychologique quand l'Etat intervient dans le jeu économique. Nous voulons donc ici et ce jour être concret avec le gou- vernement central, car nous savons assez combien ce
März 1983 285Stärkung der Wirtschaft. Massnahmen «paquet» peut tout à la fois être le premier d'une série de mesures, comme le premier et le dernier, du même coup, si la conjoncture se modifiait rapidement et positivement. Nous ne voulons donc pas, dans nos propos, déborder ce message et ceci pour plusieurs motifs. D'abord, nous sommes la deuxième Chambre et beaucoup de choses ont déjà été.dites et écrites. Ensuite, et quant au deuxième volet de mesures, attendons le résultat de la procédure de consultation et voyons l'exploitation que l'administration en fera. .Enfin, nous voulons nous éloigner des querelles aca- démiques, entre ceux qui perdent toute sérénité devant une crise qui s'étendrait et ceux qui les poursuivent, dans leur passivité, devant une relance qui arriverait déjà. Nous savons au surplus que le Conseil fédéral du début 1983 pré- sente un projet qui a déjà été largement préparé par celui de fin 1982, M. Furgler se trouvant d'ailleurs être les deux fois conseiller fédéral. Le groupe libéral s'attachera simplement à quatre remar- ques. Nous saluons, en premier lieu, la volonté politique du Conseil fédéral d'être attentif et d'être prêt. Cela participe de ce que nous avons nommé l'effet psychologique et nous considérons qu'il n'est pas sans importance. Nous ne que- rellerons pas pour savoir si le message est venu trop tôt ou trop tard, il est là et à l'instant où le peuple suisse tout entier, et non pas seulement celui de quelques régions, semble accorder une priorité à la question de l'emploi. Est-ce vraiment des mesures visant au renforcement? Il s'agit pour nous plutôt de mesures tendant à maintenir et à précéder, parallèlement, les préoccupations industrielles en anticipant certaines commandes. Nous aurions tendance à dire qu'il s'agit de propositions dont le but est d'abord de contenir en vue de ne pas perdre de nouvelles places de travail. Il y a un acte d'attente tout à fait justifiable, dès l'ins- tant où nous naviguons tous à vue quant à l'évolution de la conjoncture. Mais alors, et nous sommes très fermes sur ce point, attention aux déceptions, gare aux illusions. Un barrage n'a jamais créé de lui-même d'électricité, il contient seulement de l'eau nécessaire à l'approvisionnememnt et rien de plus! En deuxième lieu, et nous entrons ici dans le détail de la procédure, il convient de demander du gouvernement un rapport de causalité entre l'intention et l'objectif. Nous ne contestons pas la liberté de manoeuvre qui nous est demandée. Nous reconnaissons volontiers que seul l'exé- cutif peut décider, comme il le dit dans son projet d'arrêté, du moment et de l'ampleur de la libération des crédits. Mais, et il n'y a là aucune originalité car le Conseil fédéral l'a déjà entendu, ces mesures doivent toucher réellement, pré- cisément et quotidiennement les cantons, les villes et les villages qui sont défavorisés, que ces régions soient tou- chées parce que situées géographiquement à des endroits où la vie économique est ralentie ou parce que la nature de leur industrie leur vaut un appauvrissement grave de leur production. Nous faisons confiance au Conseil fédéral, qui nous paraît conscient, mais nous souhaitons que l'histoire ne parle jamais du Conseil fédéral et du Parlement de 1983 comme de ceux qui auraient vu les régions riches s'enrichir encore et les cantons touchés s'affaiblir toujours plus! Nous souhaitons donc que des renseignements précis, complets et réguliers soient fournis au Parlement sur la manière dont les crédits seront utilisés et ceci sous les nombreuses formes dont dispose le gouvernement pour le faire. Quand un canton, comme celui auquel j'ai l'honneur d'appartenir, a mis sur pied, d'ailleurs avec la Confédéra- tion, un instrument aussi vital pour la science, le développe- ment et l'industrie du pays tout entier que la Fondation suisse pour la recherche en microtechnique, alors soute- nons-la sans réserve, immédiatement et plus globalement encore. En ce qui concerne la formation complémentaire, nous aimerions rappeler que les meilleures intentions et les meil- leurs textes dépendront d'abord de la volonté des intéres- sés et que tous ne sont pas toujours d'accord avec les recyclages proposés. Notre troisième remarque portera sur les crédits militaires en nous félicitant qu'ils aient été incorporés dans le projet et ceci pour plusieurs raisons qui tombent tellement sous le sens, qu'il est inutile de vouloir les développer longuement. Nos propos vont plutôt à ceux qui ne voudraient pas se prononcer sur le «paquet» complet. Que diraient-ils si nous faisions la fine bouche, et il y aurait pourtant des motifs par- faitement légitimes de le faire, devant l'aide aux pays en voie de développement? Nous considérons, bien au contraire, que celle-ci fait partie de notre politique de sécu- rité au sens large. Le Skyguard aussi, que certains aime- raient biffer, concerne plusieurs entreprises et cantons et nous l'approuvons. Nous aimerions, une fois pour toutes, que certains soient conséquents avec eux-mêmes et ne profitent pas de chaque occasion pour remettre en cause des dépenses concernant l'armement. Nous disons, par ail- leurs et en passant, que dans le débat de détail, nous sou- tiendrons demain les propositions du Conseil fédéral quant à la recherche et au développement. Il nous revient, finalement et quatrièmement, à nous deman- der si les propositions du Conseil fédéral sont compatibles avec la doctrine libérale. Nous répondons après réflexion positivement, car nous avons toujours pensé, en politique comme en économie, que les situations extraordinaires autorisent des remèdes extraordinaires. C'est d'ailleurs une constante de la politique suisse à travers son histoire et dont l'exception extrême à une situation normale est alors l'attribution des pleins pouvoirs. Mais l'essentiel c'est que l'on réagisse quand le malade est guéri et que l'on ne donne plus de remèdes à un corps sain, que l'on range ensuite les flacons dans la pharmacie pour le cas où une nouvelle poussée de fièvre se présenterait. L'Etat a le devoir de créer les bases nécessaires à un fonc- tionnement normal des lois du marché, énergétiques, fis- cales, d'infrastructure générale, etc. Il peut au surplus s'avancer plus avant dans le jeu économique s'il le fait de manière limitée et transitoire en vue principalement de réta- blir une situation permettant à l'entrepreneur de travailler librement. C'est d'ailleurs pourquoi, aussi convaincus que nous soyons de l'importance de la garantie des risques à l'exportation, nous veillerons à ce que ces développements ne mettent pas en péril le libre-échange sans lequel la Suisse tomberait alors dans un marasme profond et dura- ble. Au fond et pour conclure, nous ne sommes pas, dans le principe, favorables à des mesures particulières. Nous sou- haitons d'abord que l'économie se reprenne, mais nous admettons ce paquet du Conseil fédéral vu les circons- tances du moment. Or, la confiance des entrepreneurs sur le plan international dépendra beaucoup du climat politique. A cet égard, ce qui s'est passé dimanche en Allemagne et en France est éloquent et exemplaire. Les peuples veulent moins de bureaucratie et plus de libertés individuelles, moins de désordre et plus de sécurité, moins de règle- ments et plus d'initiatives. Votre meilleur atout, Monsieur le conseiller fédéral, c'est qu'il y ait en Suisse, en Europe et aux Etats-Unis encore beaucoup de dimanches tels que celui que nous venons de vivre. Fischer-Bern: Ich präsentiere Ihnen jetzt meinen Nichtein- tretensantrag so gewissermassen in den hohlen Magen hin- ein und werde versuchen, das auch möglichst plastisch zu tun. Zuerst liegt es mir daran, Ihnen das noch einmal zur Kennt- nis zu bringen, was Herr Bundespräsident Honegger am
September 1982 - also nicht 1981, sondern 1982 - hier in diesem Saal gesagt hat: Er hat am Schluss der Stellung- nahme des Gesamtbundesrates erläutert: «Der Bundesrat bittet die eidgenössischen Räte, die konjunkturelle Lage nicht zu dramatisieren und als Vorwand zum Ausbrechen aus der finanzpolitischen Disziplin zu gebrauchen, die sie seit Jahren vom Bundesrat immer wieder fordern. Lassen Sie sich durch Ihre berechtigte Besorgnis nicht zu Reaktio- nen verleiten, die in einer Reihe von Ländern eine Haupt- 37-N
Renforcement de l'économie. Mesures286 8 mars 1983 Ursache für Inflation, Haushaltschwierigkeiten und Dauer- arbeitslosigkeit bilden.» Das müssen wir als Bild vor die Diskussion, die wir heute führen, stellen. Ich weiss, dass es noch die alte Zusammen- setzung des Bundesrates gewesen ist, die dieses Paket beschlossen hat; es war am 13. Dezember 1982. Ich weiss nicht, ob dieser 13. irgendwie von Bedeutung ist, es scheint mir so. Ich habe es in der Kommission gesagt und sage es hier noch einmal, ohne damit irgendeinem der Bundesräte näher treten zu wollen: Der Gesamtbundesrat hat mit sei- nem Beschluss für dieses Massnahmenpaket die Nerven, die zu behalten er uns beschwor, selbst verloren. Er hat nämlich einige Wochen - nicht Monate, sondern einige Wochen - später ein Milliardenprojekt genehmigt, das wir nun zu behandeln haben. Sie wissen ganz genau - ja, Sie wissen es: Dieses Pro- gramm nützt nichts, es nützt nichts, es ist völlig wertlos. Ich möchte sogar persönlich noch weitergehen und sagen: es schadet. Aber auf jeden Fall wird es nichts nützen. Es wird nicht zur Folge haben, dass es weniger arbeitslose Uhren- arbeiter oder weniger Arbeitslose in der Maschinenindustrie gibt, die ja vom Ausland her ihre Krise oder ihre Rezession serviert erhalten haben. Sie können mit dem Denkmal- schutz oder mit der Forschungsförderung oder irgend sol- chen Dingen nicht die Beschäftigung ankurbeln. Sie können Geld verteilen, und ich glaube Herrn Bundesrat: Purgier ohne weiteres, wenn er sagt, dass da Industrielle - und zwar wahrscheinlich sogar der ersten Garnitur - bei ihm angerückt sind und gesagt haben: «Es muss jetzt etwas getan werden.» Das sind die gleichen Leute, die dann bei einer anderen Gelegenheit sagen: «Der Staat mischt sich in alles hinein.» Aber es ist die Aufgabe der Staatsführung, solchen Leuten entgegenzutreten und nicht auf das Jam- mern eines Unternehmers, dem das Wasser höher steigt, einzutreten und sofort irgend etwas zu unternehmen. Sie werden mit diesem Programm keine Beschäftigungswir- kung haben. Sie werden mit diesem Programm etwas ganz anderes erreichen: Sie werden Geld verteilen, und beim Geldverteilen sind die Bürger und auch die Unternehmer wieder dabei. Es wird einige tausend Unternehmen auf 260 000 selbständige Betriebe geben, die von diesem Pro- gramm profitieren. Und wer bezahlt? Der Steuerzahler; zum Teil werden die gleichen Leute, die davon profitieren, auch nachher wieder zur Kasse gebeten. Letzten Herbst haben wir die Warenumsatzsteuer erhöht. 600 Millionen Franken pro Jahr werden aus dem Kreislauf gezogen, und hier werden, glaube ich, etwa 300 oder 400 Millionen pro Jahr wieder eingesetzt. Wir machen die Politik des «Stägeli uf und Stägeli ab»: einmal sparen wir, und ein- mal geben wir aus. Als die nationalrätliche Kommission die erste Sitzung hatte, tagte unten die ständerätliche Finanz- kommission und sprach vom Sparen. Wir oben gaben das Geld wieder aus. Was mit diesem Programm erreicht wird - das ist das einzig Sichere -, ist, dass ein Durchbruch für eine vermehrte Aus- gabenwirtschaft entsteht. Alles das, was wir in den letzten paar Jahren erreicht haben, nämlich das Bewusstsein, man müsse jetzt endlich den Bundeshaushalt in Ordnung brin- gen, ist wieder zum Teufel! Dieses Bewusstsein wird durch den Bundesrat, durch die Parteien - wir haben ja soeben den Reigen der Fraktionssprecher gehört -, durch Sie alle wieder gestört. Sie wissen genau, dass sich nachher die Staatsquote wieder erhöht hat; und diese Staatsquote kön- nen Sie nicht mehr herabsetzen. Es wird Jahre gehen, bis wir die Disziplin wiederhergestellt haben. Wir haben im Jahre 1975/76 die gleiche Übung durchge- führt. Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass es ein grundle- gender Fehler gewesen ist, was wir getan haben. Wir haben nicht nur 1 oder 2 Milliarden Franken - Geld, das der Bund ja gar'nicht hatte, sondern zuerst «pumpen» musste - ver- pulvert, sondern wir haben gleichzeitig eine Fehlentwick- lung der Strukturen bewirkt, Herr Bundesrat Purgier. Anstatt den Strukturwandel über uns ergehen zu lassen, haben wir «hineingepumpt» und damit - es war ja mehr als jetzt - erreicht, dass zum Beispiel vor allem im Baugewerbe Fehlstrukturen erhalten geblieben sind. Wir haben das Brot vorweggegessen. Wir haben die ganze Marktsituation in diesen Branchen gestört, wie das auch diesmal der Fall sein wird. / Dass man das hier nun mit politischen und psychologischen Gründen motivieren will, dazu Hesse sich einiges sagen. Ich kann nicht auf alles eintreten, was ich in meinem Herzen über diese Fehlentwicklung, die wir hier beginnen, herum- trage; aber ich werde Ihnen doch etwas sagen: Sie glau- ben, und vor allem die bürgerlichen Parteien glauben offen- bar, dieses Programm, diese Milliarde, die da ausgegeben wird - die wir ja nicht haben, ich habe es bereits gesagt, die wir zuerst aufnehmen müssen -, würde für die Wahlen «wohltuend» wirken, um es etwas vorsichtig auszudrücken. Die Nationalratswahlen sind wie im Jahre 1975 in Sicht. Wir müssen etwas tun; wir dürfen das Volk nicht im Stich las- sen, hat mir sogar einer gesagt! Glauben Sie doch nicht, dass das Volk auf so etwas einsteigt! Das Volk, der Sou- verän, ist nämlich nicht dümmer als wir. Er merkt es; er merkt die Fehler, die wir machen. Und dass wir so schlecht angesehen sind, dass die Politik so schlecht bewertet wird im Volk draussen, kommt nicht von ungefähr; das kommt von daher, dass man das Ungenügen der politischen Ent- scheidungsmöglichkeiten herausspürt. Fast alle unter Ihnen - ich nehme die Sozialisten aus, mit denen werde ich dann nachher noch einige Worte reden (Heiterkeit) -, fast alle unter Ihnen von den bürgerlichen Parteien wissen, dass das Programm «Chabis» ist, dass es nichts wert ist. Sie wissen, dass Sie im Grunde genommen dagegen stimmen sollten; das wissen Sie, wenn Sie eine Gewissenserforschung bei sich machen, aber Sie tun es nicht, weil Sie glauben, man müsse aus «politischen» Grün- den, wegen der Wahlen, wegen der Parteien usw., wegen der bürgerlichen Parteien, die sonst von den Sozialdemo- kraten überspielt würden bei den Nationalratswahlen, etwas tun. Das ist völliger «Mumpitz». Kein einziger unter Ihnen wird mehr Chancen haben, gewählt zu werden, weil er hier für dieses Projekt eine Rede gehalten hat und unter diesen 55 figuriert, die heute und morgen und übermorgen hier antre- ten. Kein einziger wird davon irgend etwas profitieren, son- dern das Volk wird höchstens, und zwar mit Recht, noch ein tieferes Misstrauen gegenüber den Politikern, noch ein tie- feres Misstrauen gegenüber der Politik des Bundes haben, nicht nur des Bundesrates, sondern auch gegenüber der Verwaltung, die ja weitgehend hinter diesem «Zug» steht. Aber es wird vor allem die Politik und es werden wir selber, die Politiker, mit Recht kritisiert werden. Und dann noch etwas: Wenn alle anderen Argumente nicht mehr ziehen, dann kommen die - wir haben sie bereits gehört und werden sie morgen noch den ganzen Tag hören können - sogenannten psychologischen Argumente. Sie wissen aus Lebenserfahrung, dass man, wenn man kein Argument mehr hat, mit der Psychologie kommt; das ist nämlich etwas, was nicht fassbar ist, und jeder versteht etwas anderes darunter. Was heisst Psychologie? Es ist heute gesagt worden, damit könnten wir gegen den Defätis- mus antreten. Genau das Gegenteil wird der Fall sein. Es wird nämlich der Unternehmer fragen: «Ja, ist innert einigen Monaten die Situation so schlimm geworden, dass der Bund jetzt sogar eine Milliarde Steuergelder einsetzen muss, damit wir dem entgegenwirken können?» Er wird mit der Investition noch mehr zuwarten, er wird sich sagen: «Halt, jetzt ist Vorsicht am Platz; wir wissen ja nicht, ob nicht ein zweites, drittes und viertes Programm kommt. Wir warten jetzt zu.» Wenn mit psychologischen Argumenten ein Standpunkt, der noch Ende September 1982 von selten unserer Landes- regierung so deutlich zum Audruck gekommen ist, in eini- gen Monaten über Bord geworfen wird, dann müssen Sie nicht glauben, dass dadurch ein positiver psychologischer Effekt entsteht; dadurch entsteht Unsicherheit. Der Bürger wird sich fragen: «Ja, was ist denn passiert, dass wir plötz- lich so etwas unternehmen müssen?» Er wird nicht sagen «Ja, ja, es ist alles bestens, wir können Vertrauen haben,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Stärkung der Wirtschaft. Massnahmen Renforcement de l'économie. Mesures In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.003 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.03.1983 - 08:00 Date Data Seite 270-287 Page Pagina Ref. No 20 011 279 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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