Interpellation Crevoisier
1472
N 8 octobre 1982
Es sind unter anderen etwa folgende Problemkreise durch
PCP-Anwendung bekannt:
- PCP kann sich in Lebensmitteln anreichern (Holzbehäl-
ter).
- Empfindliche Personengruppen wie ältere Leute, Kranke,
Säuglinge könnten durch lange Aufenthalte in PCP-behan-
delten Räumen gesundheitlich gefährdet sein.
- Viele PCP-behandelte Produkte werden letztlich in Keh-
richtverbrennungsanlagen verbrannt. Ebenso wird PCP-
behandeltes Bauholz und Sägemehl verbrannt. Bei Verbren-
nungstemperaturen zwischen 300 bis 800 Grad Celsius
können aus PCP Dioxine der «Seveso-Klasse» wie Tetra-
chlordibenzodioxin (TCDD) entstehen.
- Der grösste Teil des verwendeten PCP ist «technische
Qualität». Diese Qualität kann Spuren von Dioxinen oder der
ebenfalls hochgiftigen Furane enthalten.
- PCP ist toxisch für aquatische Ökosysteme. Es ist ziem-
lich gut wasserlöslich, wird in den Kläranlagen kaum abge-
baut und somit in die Gewässer geschwemmt.
Der Verband der Kantons- und Stadtchemiker der Schweiz
ist schon seit einiger Zeit der Überzeugung, dass die doch
zahlreichen Indizien für die mögliche Beeinträchtigung der
menschlichen Gesundheit durch die vielseitige Anwendung
von PCP nach Massnahmen rufen.
Die aargauische Regierung hat sich nun im Zusammenhang
mit der Untersuchung über die Umweltbelastung in der
Region Rheinfelden der Meinung der Kantonschemiker
angeschlossen: «Der Gebrauch von PCP und anderer ähn-
lich giftiger Stoffe, für die es umweltfreundlichere Alternati-
ven gibt, sollte verboten oder doch massiv eingeschränkt
werden. Diese Forderung der Kantonschemiker ist zu
unterstützen» (Erklärung des Vorstehers des Departements
des Innern vor dem aargauischen Grossen Rat, 1. März
1982).
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Die Giftgesetzgebung sieht vor, dass das Bundesamt für
Gesundheitswesen zur Beurteilung der Giftigkeit von Che-
mikalien von einem Fachausschuss beraten wird. Dieser
Ausschuss setzt sich aus Vertretern der zuständigen eidge-
nössischen und kantonalen Amtsstellen, der Schweizeri-
schen Unfallversicherungsanstalt und der Wissenschaft
zusammen.
Aufgrund der von den Kantonschemikern in der Presse
publizierten Äusserungen über die Gefährlichkeit von Pen-
tachlorphenol haben sich die Experten des Fachausschus-
ses erneut mit der Giftigkeit dieses Grundstoffes eingehend
befasst und dem Bundesamt für Gesundheitswesen die fol-
genden Ergebnisse vermittelt.
Pentachlorphenol befindet sich seit 1971 in Giftklasse 3.
Auch die Reinheit dieses Grundstoffes stand im Jahre 1979
zur Diskussion, und es wurde dem Bundesamt für Gesund-
heitswesen empfohlen, Vorschriften über den Gehalt von
chlorierten Dibenzodioxinen und Dibenzofuranen festzule-
gen. Sie finden sich in der Giftliste 1 und legen einen Grenz-
wert fest, wonach der Gehalt dieser Verunreinigungen
1 ppm nicht übersteigen darf.
Pentachlorphenol wird in etwa hundert Produkten zur
Behandlung von Holzkonstruktionen verwendet und dient
zur Verhinderung eines Pilzbefalles. Der Wirkstoff kommt in
diesen Produkten in einer Konzentration von 2 bis 5 Pro-
zent vor. Die Imprégnation des Holzes erfolgt entweder
durch Anstrich oder nach dem Spritz- oder Tauchverfahren.
Nach der Verwendung eines Holzschutzmittels mit PCP
werden in den Innenräumen durch Verdampfen des Wirk-
stoffes gewisse Konzentrationen von PCP entstehen, so
dass ohne Zweifel Menschen und Tiere, die sich in solchen
Räumlichkeiten aufhalten, den Wirkstoff einatmen. Es stellt
sich nun die Frage, ob diese eingeatmeten Mengen giftig
sind. Die Experten des Fachausschusses gingen für eine
solche Beurteilung von der toxikologischen Wirkung dieses
Grundstoffes aus und verglichen den No effect level (keine
Wirkungskonzentration) mit den Raumluftkonzentrationen
bzw. den eingeatmeten Mengen nach einer Verwendung
eines solchen Produktes. Sie kamen zum Schluss, dass
unter den ungünstigsten Bedingungen, nämlich ohne Belüf-
tung und mit höchstem Atemvolumen eine giftige Wirkung
nicht erreicht werden kann. Aus diesem Grunde ist es auch
nicht vorgesehen, Pentachlorphenol in eine andere Gift-
klasse umzuklassieren oder gar eine Verwendung von PCP
zu verbieten. Interessant ist die Feststellung, dass bei
Untersuchungen des PCP-Gehaltes im Urin von Menschen,
die mit PCP arbeiten, und solchen, die normalerweise nicht
in Berührung damit kommen, doch gewisse Mengen nach-
gewiesen werden konnten. Sie betrugen zwischen 10 und
150ug/l Urin. Aber auch hier konnte berechnet werden,
dass solche Konzentrationen sich noch tausendfach von
einer toxischen Wirkung entfernt befinden.
Eine Anwendung auf Textilien, die direkt in Berührung mit
der Haut kommen, muss verboten werden, da die Absorp-
tion von PCP durch die Haut nachgewiesen werden konnte.
Den Experten dieser Fachkommission war es bekannt, dass
der Schutz des Holzes durch solche Anstriche mit konser-
vierenden Stoffen in Innenräumen eigentlich gar nicht not-
wendig sei. Sie haben sich deshalb die Frage gestellt, ob
eine solche offensichtlich unnötige Exposition des Men-
schen mit Chemikalien nicht eingeschränkt werden sollte.
Diese Überlegungen haben dazu geführt, dem Bundesamt
zu empfehlen, die Verwendung solcher Holzschutzmittel in
Schlaf- und Wohnräumen sowie in Räumen, wo sich
Lebensmittel befinden, nach Möglichkeit einzuschränken
oder gar zu verbieten.
Das Bundesamt wird im Laufe des Jahres 1982 entspre-
chend den Beratungen durch die Experten des Fachaus-
schusses die Verwendung sämtlicher Holzschutzmittel
regulieren, hingegen hat sich in der toxikologischen Beur-
teilung des Pentachlorphenols keine neue Situation erge-
ben.
Pentachlorphenol bildet bei höherer Temperatur chlorierte
Dibenzodioxine und -furane, weshalb sich aus Kehrichtver-
brennungsanstalten Rauchgase entwickeln, die solche
Stoffe in kleinsten Mengen enthalten können. Um eine Bela-
stung der Bevölkerung durch solche Verbrennungspro-
dukte beurteilen zu können, braucht es quantitative Bestim-
mungen solcher Stoffe in den Rauchgasen. Weil sie aber
nur in Spuren vorhanden sind, sind die Methoden zu deren
Bestimmung sehr aufwendig und zeitraubend. Diese Arbei-
ten stehen aber kurz vor dem Abschluss, so dass ebenfalls
im Jahre 1982 auch dieses Risiko, das Pentachlorphenol
verursachen könnte, abgeschätzt werden kann. Es könnte
dabei eine nochmalige Beurteilung der Verwendung von
Pentachlorphenol zur Folge haben.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion
Dagegen
48 Stimmen
55 Stimmen
Präsidentin: Frau Mauch erklärt sich von der Antwort des
Bundesrates als nicht befriedigt.
#ST# 82.442
Interpellation Crevoisier
Landesbibliothek. Bibliotheksführer
Bibliothèque nationale. Guide
Wortlaut der Interpellation vom 22. Juni 1982
Zu unserer Überraschung haben wir vernommen, dass der
Führer der Landesbibliothek nur auf deutsch vorliegt. Wir
fragen den Bundesrat, innert welcher Frist er diesen Ver-
- Oktober 1982
1473
Interpellation Ganz
stoss gegen die Gleichberechtigung der Amtssprachen in
den Amtsstellen des Bundes beseitigen will? Wir möchten
weiter wissen, ob es solche Diskriminierungen auch in
anderen Bundesstellen gibt?
Texte de l'interpellation du 22juin 1982
Nous avons appris avec surprise que le Guide de la Biblio-
thèque nationale n'était actuellement édité qu'en langue
allemande. Nous demandons au Conseil fédéral dans quel
délai il entend corriger cette entorse au principe de l'égalité
des langues nationales dans les organismes officiels de la
Confédération. Nous désirons également savoir si une telle
discrimination est pratiquée dans d'autres institutions fédé-
rales.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
L'auteur renonce au développement et désire une réponse
écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
La Bibliothèque nationale dispose également d'un guide en
langue française. Il s'agit d'un texte datant de 1964, texte
légèrement corrigé en 1980 lors de sa dernière réimpres-
sion (800 exemplaires). Il en existe encore aujourd'hui envi-
ron 600 exemplaires.
Lorsqu'on 1979 le stock du guide en langue allemande fut
épuisé, la Bibliothèque élabora une nouvelle édition qui
parut en 1980. Le crédit pour la publication de la nouvelle
version française figurait dans le programme d'impression
de l'OCFIM pour l'année 1981. Mais les travaux de traduc-
tion n'ont pu être achevés qu'en janvier 1982 en raison du
manque de personnel. L'impression envisagée en 1983 a
été victime, ainsi que d'autres publications, des rigoureuses
mesures d'économie appliquées à l'OCFIM. Nous n'avons
pu inscrire au programme d'impression pour l'année 1983
que les publications périodiques de caractère bibliographi-
que qui paraissent depuis des décennies et qui sont indis-
pensables à la recherche et à l'enseignement concernant
notre pays.
On ne saurait répondre clairement et précisément à la
question qui clôt l'interpellation sans procéder à une
enquête générale et à une analyse comparative et quantita-
tive de toutes les publications des services de la Confédé-
ration. La Bibliothèque nationale ne peut entreprendre
actuellement un tel travail, qui exigerait beaucoup de
temps, sans affecter les services courants qu'elle assure au
public dans le domaine de l'information.
La Bibliographie des publications officielles suisses permet
cependant de fournir dans une certaine mesure à cette
question une réponse valable et éclairante. Cette Bibliogra-
phie recense les publications des services de la Confédéra-
tion qui sont intégrées chaque année dans les fonds de la
Bibliothèque nationale. Le dépouillement du volume
35/1980 qui répertorie les publications officielles non pério-
diques de l'année 1980, ainsi que celui du numéro spécial
2/1976 qui ne retient que les publications officielles périodi-
ques donnent l'image suivante:
Sur les 940 publications non périodiques (en chiffre rond)
des services de la Confédération retenues par la Bibliogra-
phie, 395 sont rédigées en allemand, 295 en français, 120
en italien, 40 (émanant surtout de l'EIR) en anglais, 90
simultanément en deux ou trois langues officielles. Quant
aux 410 publications périodiques (en chiffre rond) signalées
pour l'année 1976, 125 sont en allemand, 85 en français, 25
en italien, 175 simultanément en deux ou trois langues offi-
cielles.
Ces chiffres montrent bien que par rapport à la population
qui les parle, la part des langues officielles en usage .dans
les publications de la Confédération est plus que garantie.
On remarque notamment qu'en ce qui concerne les publi-
cations périodiques, celles rédigées simultanément en deux
ou trois langues officielles sont relativement en surnombre.
Il ressort de la comparaison des titres annoncés dans la
Bibliographie qu'une partie importante de ces publications
(40 pour cent des publications non périodiques) sont en fait
des traductions du même texte dans les différentes langues
officielles.
On ne peut donc à peine parler d'une discrimination des
autres langues officielles en faveur de l'allemand en ce qui
concerne l'activité éditrice de la Confédération; l'adminis-
tration s'est même constamment efforcée, dans ce
domaine, de supprimer les disparités constatées.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion
Dagegen
Minderheit
offensichtliche Mehrheit
Präsidentin: Herr Crevoisier erklärt sich von der Antwort
des Bundesrates als nicht befriedigt.
#ST# 82.420
Interpellation Ganz
Breite der Strassenfahrzeuge
Largeur des véhicules routiers
Wortlaut der Interpellation vom 16. Juni 1982
Wie zu vernehmen ist, sind zurzeit Bestrebungen im Gang,
die bisher gesetzlich zugelassene Höchstbreite von Stras-
senfahrzeugen von 2,30 Meter generell auszudehnen auf
2,50 Meter.
Ich frage den Budnesrat:
- Ist er nicht auch der Auffassung, dass die Fussgänger
und Zweiradfahrer durch diese Fahrzeuge schon genügend
gefährdet sind? Die Verkehrsentflechtung steht zudem erst
in bescheidenen Anfängen.
- Sind die Kompetenzen des Bundesrates gemäss SVG,
wonach er ermächtigt ist, hierfür geeignete Strassen wie
Autobahnen, signalisierte Hauptstrassen usw., für breitere
Fahrzeuge offen zu erklären, nicht genügend, um allfälligen
berechtigten Begehren Rechnung zu tragen?
- Ist nicht zu befürchten, dass bei einer generellen Erhö-
hung der Fahrzeughöchstbreite die Zahl der superbreiten
Fahrzeuge beängstigend zunehmen würde?
Texte de l'interpellation du 16 juin 1982
La loi fixe actuellement la largeur maximale des véhicules
routiers à 2,30 mètres. Or on vient d'apprendre que des
démarches sont en cours en vue de faire passe la limite
généralement admise à 2,50 mètres.
Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui-
vantes:
- Le gouvernement ne pense-t-il pas que ces véhicules
font déjà courir suffisamment de risques aux piétons et aux
conducteurs de deux-roues? Il faut d'ailleurs noter à ce
propos que la séparation des usagers de la route n'en est
qu'à de modestes débuts.
- La LCR attribue au Conseil fédéral la compétence
d'autoriser la circulation de véhicules plus larges sur cer-
taines routes qui s'y prêtent, telles qu'autoroutes, routes
principales signalisées; cette compétence ne suffit-elle pas
pour que le gouvernement puisse tenir compte de toute
demande justifiée?
- Ne faut-il pas craindre, si une augmentation générale de
la largeur maximale des véhicules est autorisée, que le
nombre des véhicules extrêmement larges s'accroisse de
façon alarmante?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Ammann-
St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Borei, Bratschi, Braunschweig,
Bundi, Chopard, Eggli, Gerwig, Gloor, Günter, Jaggi, Kauf-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Crevoisier Landesbibliothek. Bibliotheksführer
Interpellation Crevoisier Bibliothèque nationale. Guide
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1982
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
82.442
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
08.10.1982 - 08:00
Date
Data
Seite
1472-1473
Page
Pagina
Ref. No
20 010 861
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