Initiatives des cantons1436
N 5 octobre 1983
dium einzubauen, obschon es kein Studium gibt, das so
reich an Schikanen ist wie das Medizinstudium.
Vom 15. bis 17.September 1982 hat in Grindelwald ein
Seminar über Probleme der universitären Zulassungsbedin-
gungen stattgefunden. Ich konnte mit verschiedenen Teil-
nehmern dieses Seminars sprechen. Dabei waren auch Ver-
treter des Wissenschaftsrates. Ich kann Ihnen sagen, dass
sie nicht nur konsterniert waren ob der überheblichen Dis-
kussion, ob der unzulänglichen Vorbereitung und dem
Schnellschuss, der da abgefeuert wurde, sondern sie beton-
ten, dass keinerlei didaktische Motive zur Diskussion stan-
den. Es ging einfach darum, den Hahnen zuzudrehen und
die Studenten abzuschrecken. Ich kann Ihnen prominente
Zeugen für diese Behauptung nennen. Ich muss geiätehen,
ich war nicht selber dabei; ich referiere über das, was gesagt
und zum Teil in erregten Diskussionen vorgetragen worden
ist. Nachträglich versucht man nun, aus der Sünde der
Arroganz eine Tugend der Selektion zu machen. Aber wer
die Angelegenheit genau untersucht, merkt, dass mit der
Weglassung eines Prüfungstermines und einer Studienver-
längerung eben gar nichts getan wird für die Erhöht ng der
Studienqualität. Rund 40 Prozent aller Medizinstudenten -
ich habe die Einwände gehört - würden dazu verurteilt, ein
Jahr lang ohne Labor, ohne studentisches Zuhause, ohne
Studienmöglichkeit zu verbringen, ein Jahr einfach auszu-
schalten. Sie könnten dann erst recht nicht machen, was
Herr Landolt von ihnen erwartet, nämlich sich vertieft an Ort
und Stelle an der Hochschule mit dem Studium auseinan-
dersetzen, sondern sie wären ausgeschaltet. Das ist doch
mit ungeheuerlichen volkswirtschaftlichen und sozialen
Kosten verbunden. Jemand muss das schliesslich bezahlen,
entweder die Volkswirtschaft oder die Väter oder irgend
jemand.
Mit den Primarschülern kann man das wirklich nicht verglei-
chen. Dort bleiben nirgends 40 Prozent eines Jahrganges
stecken, die dann einfach ein Jahr zulegen müssen.
Die einzig trefffende Antwort auf das Vorgehen des leiten-
den Ausschusses war die Motion Segmüller und die Motion
Schönenberger im Ständerat, übrigens eine Motion, die
Herr Bundesrat Hürlimann den Medizinern vorangekündigt
hat für den Fall, dass sie nicht rechtzeitig Vernunft anneh-
men. Der Umstand, dass der Ständerat so massiv zuge-
stimmt hat, zeigt, dass man dort ein Zeichen setzen wollte,
das nicht übersehen werden darf. Wir sollten das gleiche
tun! Wenn wir ablehnen, danken wir- wie das Herr Bàumlin
gesagt hat - in dieser Sache wirklich ab. Herr Schönenber-
ger hat im Ständerat gesagt: «Es ist richtig, dass die Allge-
meine Medizinalprüfungsverordnung noch recht jung ist.
Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht sollte abgeändert
werden können, denn es ist offensichtlich und liegt auf der
Hand, dass der leitende Ausschuss eben den Sinn dieser
Verordnung nicht einhält, indem er praktisch jedem Studen-
ten, der das zweite medizinische Propädeutikum nicht
besteht, automatisch eine Wartefrist von einem Jahr aufer-
legt. Das kann nicht wegdiskutiert werden; dem ist so. Wenn
aber der Student Ende Sommersemester, Anfang Winterse-
mester allenfalls sein Examen ablegen kann, dann ist der
Verlust eines Jahres zum vornherein ausgeschlossen.»
Soweit Ständerat Schönenberger, und Herr Muheim hat
nachgedoppelt: «Wir haben hier wieder ein Beispiel, das
deutlich zeigt, dass das Parlament mit formellen Interpreta-
tionen in seiner politischen Handlungsfreiheit einge-
schränkt werden soll.»
Der Bundesrat muss ja nach der Motion von Frau Segmüller
den Termin nicht selber festlegen. Das können nach wie vor
die Fakultäten in einem bestimmten Rahmen selber
machen. Herr Landolt hat als «Lautsprecher» der Mediziner
von Zürich ein ungeheuer schwarzes Bild gemalt, aber die-
ses schwarze Bild wird nicht bestätigt von anderen Medizi-
nern, die auch einen Einblick in die ganze Angelegenheit
haben.
Ich möchte Sie also ersuchen, die Motion anzunehmen.
Eggll: Wenn man sich sorgt, dass in Zukunft zu viele Ärzte in
unserem Lande wirken könnten, dann müsste man eigent-
lich der Motion zustimmen, denn diese Motion führt ganz
automatisch zum Numerus clausus - es sei denn, das Parle-
ment und die Kantone seien bereit, die entsprechenden
Mittel zur Verfügung zu stellen. Ich möchte diese Behaup-
tung auch begründen.
Wenn man die Situation an den Universitäten einigermassen
kennt, stellt man fest, dass die zusätzlichen Prüfungen in
dieser Zeit nicht ohne zusätzliche Dozenten durchgeführt
werden können. Wenn wir das wollen, dann können wir das,
aber dann müssen wir auch die notwendigen Mittel zur
Verfügung stellen. Man muss sich nämlich bewusst sein,
dass man heute schon die grössten Schwierigkeiten hat, die
Prüfungen normal durchzuführen, und zwar wegen der
Belastung der Examinatoren. Jede neue Bestimmung würde
dazu führen, dass in der Universität Zürich entsprechend
mehr Dozenten eingestellt werden müssten. Die Dozenten
des zweiten Jahreskurses hätten zwischen Juli und Oktober
zwei Sessionen zur ersten Vorprüfung vorzubereiten, zwei
Sessionen zur zweiten Vorprüfung und zwei Sessionen zur
zweiten Vorprüfung der Apotheker, und dann kommt noch
eine Diplomprüfung für die Turnlehrer der ETH dazu. Wenn
man dieser Motion zustimmt und die alte Terminierung
durchführen würde, dann würden wir zusätzliche Dozenten
einstellen müssen. Wenn wir das wollen, können wir ja
stimmen, aber ich stimme nein.
Präsident: Herr Bundesrat verzichtet auf das Wort. Wir
stimmen ab. Die Abstimmung betrifft auch die Motion des
Ständerates.
Abstimmung - Vote
Für die Überweisung der Motionen
Dagegen
20 Stimmen
41 Stimmen
#ST# 82.201
Standesinitiative des Kantons Basel-Land
Invalidenversicherung. Revision
Initiative du canton de Bàie-Campagne
Assurance invalidité. Révision
Standesinitiative des Kantons Basel-Stadt
Invalidenversicherung. Revision
Initiative du canton de Bàie-Ville
Assurance-invalidité. Révision de la loi
Beschluss des Ständerates vom 29. September 1983
Décision du Conseil des Etats du 29 septembre 1983
Wortlaut der Initiative des Kantons Basel-Land
vom 29. März 1982
In den letzten Jahren hat der Kanton Basel-Landschaft nicht
nur auf dem Gebiet der stationären Betreuung somatisch
und psychisch Kranker und Verunfallter grosse Leistungen
vollbracht, sondern auch auf dem Gebiet der spitalexternen
Betreuung seiner hilfebedürftigen Kantonseinwohner: Hand
in Hand mit den Gemeinden und gemeinnützigen Zweckver-
bänden (und dem Bund) hat er die Inbetriebnahme von
Altersheimen, von Pflegeheimen, von Wohn- und Arbeitshei-
men für Behinderte, von Eingliederungsstätten, von Sonder-
schulen, von Übergangs- und von Tagesheimen ermöglicht.
Insbesondere der Betrieb von Übergangs- und von Tages-
heimen sowie von Wohn- und Arbeitsheimen für Behinderte
weist auf eine nicht nur in unserem Kanton angelaufene
Entwicklung hin: dem psychisch und physisch Behinderten
soll vermehrt Hilfe bei der Integration zuteil werden. Dazu
- Oktober 1983 N1437
Standesinitiativen
gehört 'u. a. die Eingliederung in den Arbeitsprozess in
gewohnter Umgebung, aber auch die möglichst lange Wei-
terbeschäftigung bei fortschreitender Invalidität. Diese
Bemühungen kantonaler und kommunaler Behörden und
gemeinnütziger Organisationen werden durch heute nicht
mehr taugliche Bestimmungen der eidgenössischen Invali-
denversicherung erheblich erschwert: die grobe Abstufung
des Invaliditätsgrades für den Anspruch auf Rentengewäh-
rung ist bei den heute geltenden Rentenansätzen nicht mehr
angemessen. Sie trägt weder dem im Sinne der Integration
angestrebten stufenweisen Abbau der Invalidität noch der
im Sinne der Integration angestrebten Weiterbeschäftigung
bei fortschreitender Invalidität Rechnung. Intregrationsge-
recht wäre eine feinere Abstufung des für den Anspruch auf
Rentengewährung massgebenden Invaliditätsgrades.
Der Landrat des Kantons Basel-Landschaft beantragt des-
halb in Ausübung seines verfassungsmässigen Vorschlags-
rechtes, es seien die Bestimmungen der eidgenössischen
Invalidenversicherung durch eine Teilrevision im Sinne der
vorstehenden Erwägungen den Erfordernissen der Integra-
tion Behinderter möglichst bald anzupassen.
Texte de l'initiative du canton de Bàie-Campagne
du 29 mars 1982
Au cours de ces dernières années, le canton de Bâle-Cam-
pagne a fourni d'importantes prestations non seulement
pour permettre l'hospitalisation des malades, des personnes
victimes d'un accident et des malades mentaux, mais aussi
pour assurer des soins ambulatoires à ceux de ses habitants
qui doivent être secourus. Avec l'aide des communes et des
associations d'utilité publique (ainsi que de la Confédéra-
tion), il a rendu possible l'ouverture de maisons de retraite,
d'établissements hospitaliers, de logements et d'ateliers
protégés pour handicapés, de centres de réadaptation,
d'écoles spéciales, de centres thérapeutiques de transition
et d'hôpitaux de jour. La création de centres thérapeutiques
de transition et d'hôpitaux de jour, ainsi que celle de loge-
ments et d'ateliers protégés pour handicapés notamment
est révélatrice d'une évolution qui ne se limite pas à notre
canton: on s'efforce désormais d'accorder une assistance
accrue aux personnes atteintes dans leur santé physique et
mentale lors de leur réintégration dans la société. Il s'agit à
cet effet de les replacer dans leur cadre habituel de travail
par exemple ou de maintenir leur activité professionnelle le
plus longtemps possible en cas d'invalidité progressive. Ces
efforts des autorités cantonales et communales, ainsi que
ceux des associations d'utilité publique, sont considérable-
ment entravés par des dispositions désuètes de l'assurance-
invalidité: l'échelonnement trop sommaire du degré d'invali-
dité donnant droit à une rente n'est plus adapté aux taux
actuels. Il ne tient compte ni de la diminution par étapes du
degré d'invalidité que l'on cherche à obtenir afin de faciliter
l'intégration, ni de la nécessité d'employer le malade aussi
longtemps que possible en cas d'invalidité progressive. Aux
fins de faciliter l'intégration, il serait nécessaire d'établir un
échelonnement plus différencié du degré d'invalidité don-
nant droit à la rente.
Faisant usage de son droit constitutionnel de déposer une
initiative, le Grand Conseil du canton de Baie-Campagne
propose en conséquence de procéder à une révision par-
tielle de l'assurance-invalidité pour l'adapter le plus tôt pos-
sible aux nécessités de l'intégration des handicapés, dans le
sens indiqué ci-dessus.
Wortlaut der Initiative des Kantons Basel-Stadt
vom 11. Februar 1983
Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt lädt die eidgenössi-
schen Räte ein, noch vor der Verabschiedung der 10. AVlV-
Revision eine Revision des Bundesgesetzes über die Invali-
denversicherung vom 19.Juni 1959 durchzuführen, bei der
vor allem folgende Postulate zu beachten sind:
- Die Beschränkung auf Halb- und Ganzrenten ist heute,
wo die IV-Renten gemäss Verfassungsauftrag existenzsi-
chernd sein sollen und tatsächlich für Menschen in einfa-
cheren Verhältnisse vielfach praktisch der einzige Ersatz für
entfallende Erwerbstätigkeit sind, nicht mehr zeitgemäss
und kann zu unverständlichen Härten führen. Es sollte
darum eine Verfeinerung der Rentenabstufung, zum Bei-
spiel mit Drittels- oder Viertelsrenten, eingeführt werden,
wobei zu begrüssen wäre, wenn gleichzeitig in vermehrtem
Ausmass soziale Härtefälle besser berücksichtigt werden
könnten. Anzustreben ist dabei auch eine bessere Harmoni-
sierung der IV mit anderen Sozialversicherungen, insbeson-
dere mit der Arbeitslosenversicherung, damit nicht weiter-
hin Behinderte «durch die Maschen» des Sozialnetzes fal-
len, indem sie von der IV nicht als rentenberechtigt und
anderseits von derALV nicht als vermittelbar bezeichnet
werden. Die Bedeutung des Erwerbseinkommens eines Teil-
invaliden für den Rentenanspruch ist so einzuschränken,
dass kleine Zusatzeinkommen nicht wie bisher mit empfind-
lichen Rentenkürzungen bestraft werden.
- Gewisse Kategorien von Invaliden haben während der
Dauer von Massnahmen zur beruflichen Eingliederung kei-
nen Taggeldanspruch und verlieren, wenn solche Massnah-
men an einem internen Platz durchgeführt werden, auch
noch ihre Rente. Diese Regelung wirkt sich sehr oft hem-
mend auf den Eingliederungswillen der Invaliden aus und
bringt Menschen, die vorher ein selbständiges Leben
geführt haben, insbesondere eine eigene Wohnung haben,
manchmal fast unüberwindliche finanzielle Probleme. Die
Taggeldberechtigung müsste darum neu geregelt und unter-
anderem nach dem bewährten System der SUVA durchge-
führt werden.
- Neben dem heute dominanten Prinzip der Eingliederung
ins Erwerbsleben sollte der Gedanke der Sozialrehabilita-
tion vermehrt Ausdruck in der Invalidenversicherung finden,
und zwar sowohl bei der Abgabe von Hilfsmitteln als auch
bei der Finanzierung von Rehabilitationsmassnahmen. Es ist
nicht gerechtfertigt, dass gewisse Hilfsmittel, welche die
Mobilität oder den mitmenschlichen Kontakt Invalider för-
dern, nur an erwerbstätige Invalide abgegeben werden oder
dass Rehabilitationsmassnahmen, zum Beispiel Rehabilita-
tionskurse für Blinde, nur bezahlt werden, wenn sie der
Eingliederung ins Erwerbsleben dienen. Neben der berufli-
chen muss auch die soziale und gesellschaftliche Eingliede-
rung der Behinderten zur Aufgabe der Invalidenversiche-
rung gemacht werden.
- Die von Invaliden zu tragenden Kosten für Betrieb und
Reparatur von Hilfsmitteln sollten so geregelt werden, dass
soziale Härtefälle vermieden werden.
- Die Liste der Geburtsgebrechen, deren Behandlung die
IV übernimmt, müsste in der Weise bereinigt werden, dass
die kostspieligen Behandlungen, wenigstens soweit sie
nicht von der Krankenversicherung getragen werden, tat-
sächlich erfasst werden. Dies ist heute zum Beispiel im
Bereich der Zahn- und Kieferanomalien nicht der Fall.
Texte de l'initiative du canton de Bàie-Ville
du 11 février 1983
Le Grand Conseil du canton de Bàie-Ville invite l'Assemblée
fédérale à procéder, avant que soit traitée la 10
e
révision de
l'AVS, à une révision de la loi fédérale du 19 juin 1959 sur
l'assurance-invalidité, qui devrait prendre en considération
les exigences suivantes:
- A l'époque actuelle, où les rentes Al doivent, selon le
mandat constitutionnel, assurer l'existence de leurs bénéfi-
ciaires et constituent souvent pour des personnes de condi-
tion modeste pratiquement la seule compensation pour la
perte du revenu de leur activité, la limitation du versement
de prestations à la demi-rente et à la rente complète n'est
aujourd'hui plus adaptée aux conditions de l'heure et peut
entraîner des rigueurs incompréhensibles. Il faudrait donc
afférer le régime d'échelonnement des rentes en instituant
par exemple le versement d'un tiers ou d'un quart de rente
complète, tout en prévoyant la possibilité de tenir compte
dans une plus large mesure des cas sociaux pour éviter un
traitement de rigueur. En l'occurrence, il importe aussi de
tendre à une meilleure harmonisation de l'assurance-invali-
dité avec d'autres assurances sociales, notamment avec
Motion Dirren
1438
N 5 octobre 1983
l'assurance-chômage. Cela devrait permettre d'éviter que
des personnes qui ne souffrent plus d'invalidité continuent
de passer entre les mailles du «filet social» en n'étant plus
désignées par l'assurance-invalidité comme ayant droit à
une rente et, d'autre part, comme plaçables par l'assurance-
chômage. Il y a lieu de limiter le rôle que joue le revenu
qu'une personne souffrant d'invalidité partielle tire de son
activité professionnelle de telle manière qu'un petit revenu
supplémentaire ne soit plus frappé de réductions relative-
ment fortes de la rente, comme c'est le cas jusqu'ici.
2. Durant l'application de mesures visant à assurer leur
réintégration professionnelle, certaines catégories d'inva-
lides n'ont pas droit à une indemnité journalière et perdent
aussi leur rente lorsque de telles mesures sont appliquées
en internat. Cette réglementation exerce fréquemment un
effet inhibiteur sur la volonté des invalides de se réintégrer
dans la vie professionnelle et pose souvent des problèmes
financiers presque insurmontables à des personnes qji ont
mené précédemment une vie indépendante, plus particuliè-
rement à celles qui ont eu leur propre logement. C'est
pourquoi il importerait de régler à nouveau le droit à l'in-
demnité journalière, notamment selon le système de la CNA
qui a donné de bons résultats.
3. Outre le principe aujourd'hui prioritaire de la réintégra-
tion dans la vie professionnelle, l'idée de la réhabilitation
sociale devrait occuper une plus large place dans le régime
de ('assurance-invalidité. Les améliorations y relatives
devraient être réalisées tant sur le plan de la remise de
moyens auxiliaires que sur celui du financement des
mesures de réintégration. Il n'est pas justifié que certains
moyens auxiliaires qui facilitent la mobilité des infirmes ou
leur contact avec autrui ne soient accordés qu'à des per-
sonnes exerçant une activité professionnelle ou que pour
des mesures de réintégration, telles que cours pour aveu-
gles, qui servent à assurer la réinsertion dans la vie écono-
mique. Il importe qu'en sus de la réintégration dans la vie
professionnelle, l'intégration sociale des invalides constitue
une tâche de l'assurance-invalidité.
4. Les frais que doivent supporter les invalides pour l'entre-
tien et la réparation de moyens auxiliaires devraient faire
l'objet d'une réglementation qui évite toute rigueur d'ordre
social.
5. La liste des infirmités congénitales dont l'Ai assume le
traitement devrait être revue de telle sorte que les traite-
ments coûteux, du moins s'ils ne sont pas assumés par
l'assurance-maladie, puissent être pris en considération. Or
cela n'est par exemple pas le cas actuellement pour les
anomalies qu'accusent les dents ou les mâchoires.
Herr Linder unterbreitet namens der Kommission für soziale
Sicherheit den folgenden schriftlichen Bericht:
- Am 29. März 1982 reichte der Land rat des Kantons Basel-
Landschaft eine Standesinitiative ein. Sie verlangt eine bal-
dige Teilrevision des Bundesgesetzes vom 19.Juni 1959
über die Invalidenversicherung, welche insbesondere eine
verfeinerte Rentenabstufung verwirklicht.
Mit einer Standesinitiative vom 11. Februar 1983 lud der
Kanton Basel-Stadt die eidgenössischen Räte ein, das Bun-
desgesetz vom 19.Juni 1959 über die Invalidenversicherung
noch vor der 10. AHV-Revision zu ändern. Die Revision soll
eine verfeinerte Rentenabstufung einführen - zum Beispiel
mit Drittels- oder Viertelsrenten -, die Taggeldberechtigung
an das System der SUVA anpassen, eine bessere soziale
Eingliederung ermöglichen, die Übernahme von Kosten für
den Betrieb und die Reparatur von Hilfsmitteln vorsehen
sowie die Liste der Geburtsgebrechen ausweiten, zum Bei-
spiel im Bereich der Zahn- und Kieferanomalien.
- Die Kommission für soziale Sicherheit führte am 2.Sep-
tember 1983 eine allgemeine Aussprache durch. Sie prüfte
insbesondere die Frage, ob die Revision des Invalidenversi-
cherungsgesetzes der 10. AHV-Revision vorzuziehen sei.
Diesem Anliegen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-
Stadt stimmte die Kommission grundsätzlich zu.
Die Kommission ist der Meinung, dass die verfeinerte Ren-
tenabstufung eines der Hauptziele der vorgezogenen Geset-
zesrevision sein sollte. Sie unterbreitet dem Rat daher fol-
genden Motionstext:
Motion der Kommission für soziale Sicherheit
Invalidenversicherung. Revision
Der Bundesrat wird beauftragt, eine Teilrevision des Bun-
desgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19.Juni
1959 vor der 10. AHV-Revision vorzulegen. Sie soll vor allem
die verfeinerte Rentenabstufung zum Gegenstand haben.
Motion de la Commission de la sécurité sociale
Assurance-invalidité. Révision
Le Conseil fédéral est chargé de présenter, avant la 10' révi-
sion de l'AVS, une révision partielle de la loi du 19 juin 1959
sur l'assurance-invalidité. Cette révision devra porter sur
raffinement de l'échelonnement des rentes.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt einstimmig
a. den Initiativen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-
Stadt Folge zu geben,
b. ihre Motion zu überweisen.
Proposition de la commission
A l'unanimité, la commission propose
a. de donner suite aux initiatives cantonales de Bâle-Cam-
pagne et de Baie-Ville,
b. d'adopter la motion.
Bundesrat Egli: Der Bundesrat ist mit der Überweisung der
Motion einverstanden, nachdem ohnehin die Themata, die
Gegenstand der beiden Initiativen sind, momentan im Stu-
dium sind im Zusammenhang mit der 10. AHV-Revision. Wir
nehmen die Motion entgegen.
Präsident: Sie stimmen den Anträgen der Kommission zu.
Überwiesen - Transmis
#ST# 81.923
Motion Dirren
Invalidenversicherungsgesetz. Revision
Assurance-invalidité. Révision de la loi
Wortlaut der Motion vom 18. Dezember 1981
Der Bundesrat wird beauftragt, eine Revision des Bundesge-
setzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung
einzuleiten. Die Erkenntnisse der Behindertenberatung, die
Erfahrungen der beruflichen Wiedereingliederung und die
geänderte Arbeitsmarktsituation sind entsprechend zu
berücksichtigen. Die Koordination mit den übrigen Sozial-
versicherungen ist zu verbessern.
Texte de la motion du 18 décembre 1981
Le Conseil fédéral est chargé de préparer une révision de la
loi fédérale du 19 juin 1959 sur l'assurance-invalidité. Cette
révision doit tenir compte des connaissances acquises en
matière d'assistance aux handicapés, des expériences faites
dans le domaine de la réadaptation professionnelle et de la
situation actuelle du marché de l'emploi. Il convient égale-
ment d'intensifier la coopération avec les autres assurances
sociales.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Biderbost, Bircher, Brat-
schi, Brélaz, de Chastonay, Couchepin, Darbellay, Günter,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Standesinitiative des Kantons Basel-Stadt Invalidenversicherung. Revision
Initiative du canton de Bâle-Ville Assurance-invalidité. Révision de la loi
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1983
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
05.10.1983 - 15:00
Date
Data
Seite
1436-1438
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Pagina
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20 011 815
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