Parlement. Locaux
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28 février 1983
Ihre vorberatende Kommission erkennt dem Problem der
Luftqualität - zu dessen Lösung die Schweiz selbst ihr
Möglichstes beitragen soll - vordringliche Bedeutung zu.
Die Auswirkungen der in die Atmosphäre abgegebenen
Luftfremdstoffe (namentlich Schwefel- und Stickstoffverbin-
dungen) auf die Gesundheit der Bevölkerung, die Volkswirt-
schaft (Zerfall von technischen Anlagen und Bauwerken)
und die Natur (Gewässer, Wälder, Vegetation und Ökosy-
steme) sind bereits beängstigend.
Die Schweiz hat an einem solchen internationalen Überein-
kommen ein besonderes Interesse, ist sie doch im Ver-
gleich mit dem Ausland weniger «Verursacher» denn viel
mehr «Empfänger» von solchen luftverunreinigenden Stof-
fen. Vor allem als kleines Land ist uns in dieser Situation
daran gelegen, innerhalb einer internationalen Gemein-
schaft unsere Anliegen zur Sprache zu bringen.
Aus der Sicht der Kommission ist es ein Mangel des Über-
einkommens, dass die Unterzeichner nicht zu konkreten
Massnahmen gezwungen und zur Verantwortung gezogen
werden können. Die Schweiz mit ihrer relativ weit fortge-
schrittenen Umweltschutzpolitik vermag ihren Einfluss auf
andere Staaten höchstens indirekt geltend zu machen,
indem sie beispielsweise die Automobilexporteure zwingt,
Fabrikate herzustellen, die unseren Abgasvorschriften ent-
sprechen.
In späteren Verhandlungen erst können die Grenzwerte für
Emissionen zwingend festgelegt werden. Bis heute ist das
nicht möglich, weil die weiträumigen Luftverfrachtungen von
Schadstoffen noch nicht in ihrer Gesamtheit erforscht sind.
Gewisse Staaten weisen ein viel grösseres Forschungspo-
tential als die Schweiz auf: Deshalb ist der Zugang zu den
ausländischen Forschungsergebnissen - wie er durch
diese Vereinbarung geschaffen wird - wichtig für uns.
Generell sind Forschung und internationaler Informations-
austausch im Bereich des «sauren Regens» eine dringliche
Aufgabe unserer Zeit geworden.
Aus diesen Gründen beantragt Ihnen die Kommission ein-
stimmig, auf die Vorlage einzutreten und dem Bundesbe-
schluss zuzustimmen.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 und 2
Titre et préambule, art. 1 et 2
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 142 Stimmen
(Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
#ST# 82.044
Parlament. Raumbedarf
Parlement. Locaux
Siehe Seite 70 hiervor - Voir page 70 ci-devant
Beschluss des Ständerates vom 3. Februar 1983
Décision du Conseil des Etats du 3 février 1983
Differenzen - Divergences
Art. 1
Antrag des Büros
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Antrag Weber-Arbon
Festhalten
Proposition du Bureau
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Proposition Weber-Arbon
Maintenir
Präsident: Das erweiterte Büro beantragt Ihnen Zustim-
mung zum Beschluss des Ständerates.
Weber-Arbon: Zu diesem «Bürokrieg», wenn wir es so
bezeichnen können, möchte ich Ihnen - vor allem in meiner
Eigenschaft als Präsident der Dokumentationskommission
der beiden Räte - beantragen, am Entscheid unseres Rates
festzuhalten. Sie werden sich vielleicht erinnern, dass wir in
der ausserordentlichen Session hier den Entscheid trafen,
die drei unmittelbar an die heutigen Büros des Dokumenta-
tionsdienstes anschliessenden Räume für diesen Dienst
bzw. seine Erweiterung reserviert zu halten. Dabei gerieten
wir in Konflikt mit einigen Dienststellen des EMD, die eben-
falls Räume für sich beanspruchen. Ich will nicht weiter aus-
holen; in der Kontroverse «hier Parlament, hier Verwaltung»
würde es uns eidgenössischen Räten - den beiden Kam-
mern - wohl anstehen, zugunsten des Parlaments und sei-
ner Dienste zu entscheiden. In diesem Sinne beantrage ich
Ihnen - im Gegensatz zur offenbar etwas knappen Mehrheit
der Kommission unseres Rates -, am bisherigen Beschluss
des Nationalrates festzuhalten.
Müller-Balsthal, Berichterstatter: Herr Weber gibt mir
Anlass, den Antrag des erweiterten Büros noch kurz zu
erläutern. Wir haben uns bei der Vorlage «Raumbedarf des
Parlaments» nochmals über eine Differenz auszusprechen,
die wir in der Sondersession schon einmal behandelt hat-
ten. Vor kaum vier Wochen also ist entschieden worden,
entgegen der Auffassung des Ständerates an unserem
Beschluss festzuhalten.
Worum geht es? Der Dokumentationsdienst der Bundes-
versammlung ist ein wichtiger Service in unserer parlamen-
tarischen Arbeit. Er ist darauf angewiesen, mehr Räume in
dem Bereich zu erhalten, in dem er in den letzten Jahren
seine Tätigkeit in unserem Interesse nach und nach erwei-
tert und ausgebaut hat. Der Dokumentationsdienst befindet
sich eben - Sie wissen es - hier im Bundeshaus, angren-
zend an die Verwaltungsräume des EMD, das seinerseits
rund um den Departementschef gruppiert ist.
Für die Studienkommission, die fast drei Jahre die Forde-
rungen gegenüber der Verwaltung durchzusetzen und aus-
zuhandeln hatte, war es stets logisch und selbstverständ-
lich, dass das Militärdepartement hier Haare lassen müsse
und drei Büroräume dem Dokumentationsdienst abzutreten
habe. Nach langem Widerstand ist diese Zusicherung auch
erfolgt. Die verlangten Arbeitsräume, angrenzend und im
jetzigen Bereich des Dokumentationsdienstes, stehen zur
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Parlament. Raumbedarf
Verfügung, aber eine Treppe tiefer. Damit ist die Reorgani-
sation des Dokumentationsdienstes gesichert, allerdings
nicht in denjenigen Räumen, die Herr Dr. Cattaneo und die
Dokumentationskommission forderten; sie machten ge-
mäss unserem früheren Beschluss - Sie sehen das aus
Ihrer Unterlage - die Büros 170, 172, 174 zur Bedingung,
diejenigen also, die sich auf dem gleichen Boden befinden.
Aber ich wiederhole es: der von uns stets angestrebte
Zweck und das Ziel können erreicht werden, und das ist
meines Erachtens das Wesentliche. Auf diesen Standpunkt
stellt sich nun der Ständerat. Er gibt offenbar auch zu
bedenken, dass die EMD-Büros 170, 172 und 174 in den
vergangenen zwei bis drei Jahren unter hohen Kosten spe-
ziell für den Informationsdienst des EMD - es geht hier um
Verbindungen, um Installationen im Telefon-, Telex- und
Telegrafenbereich - eingerichtet wurden und weigert sich
wohl auch aus einer juristischen Nebenüberlegung, in einen
Bundesbeschluss Büronummern aufzunehmen.
Das erweiterte Büro des Nationalrates hat diese Differenz
anlässlich seiner Sitzung vom letzten Freitag noch eine
gewisse Zeit durchdiskutiert, das Pro und Kontra abgewo-
gen und beantragt Ihnen nun mehrheitlich, dem Ständerat
zuzustimmen und damit die Vorlage endgültig zu verab-
schieden.
Unsere Begründung ist dabei im wesentlichen die folgende:
- Die Reorganisation des Dokumentationsdienstes ist trotz
allem gewährleistet; denn mit der vorgeschlagenen Lösung
steht der dringend notwendige Raum, abgetreten durch
das Militärdepartement, zur Verfügung. Wir sind der Mei-
nung, dass bei den nun zu treffenden Änderungen des
Dokumentationsdienstes eine grosse Unterstützung sei-
tens des Amtes für Bundesbauten, vielleicht auch seitens
des Amtes für Organisation, zu gewährleisten ist. Damit ist
auch eine optimale Lösung, vielleicht sogar eine ebenbür-
tige, gewährleistet.
- Im Rahmen der Gesamtvorlage haben Bundesrat und
Verwaltung - nicht immer spontan - viel Verständnis
gezeigt. Diese Vorlage sollte nun nicht an einer, im gesam-
ten Rahmen gesehenen, wenig bedeutungsvollen Differenz
scheitern.
- Es ist ebenfalls zu bedenken, dass der Ständerat - das
ist unsere Beurteilung - nicht mehr auf seinen Entscheid
zurückkommen wird. Wenn wir es auf eine Einigungskonfe-
renz ankommen lassen, was sowieso in keinem parlamenta-
rischen Verhältnis steht, dann wäre die Vorlage tatsächlich
gefährdet und die Realisierung von zusätzlichen Arbeits-
plätzen für uns, für die Journalisten, die Verbesserungen
innerhalb der Parlamentsdienste und der Fraktionsbüros
vielleicht in weite Ferne gerückt.
Ich bitte Sie deshalb, dem Beschluss des Ständerates - der
Beschluss liegt vor Ihnen, es ist der gleiche, wie wir ihn
gefasst haben, aber ohne Büronummern - zuzustimmen
und dem Hin und Her ein Ende zu bereiten.
M. Kohler Raoul, rapporteur: C'est la troisième fois que cet
objet est inscrit à l'ordre du jour de notre conseil. Vous
vous souvenez peut-être que, vers la fin de notre dernière
session extraordinaire, nous avions maintenu une diver-
gence avec le Conseil des Etats au sujet du nouvel aména-
gement des locaux du Palais du Parlement. Nous avions
tenu à préciser que les locaux supplémentaires qui devaient
être mis à la disposition du Service de documentation de
l'Assemblée fédérale seraient ceux qui se trouvent sur le
même palier que notre salle de séances, soit les n
os
170,
172 et 174, comme l'avait demandé notre Commission de
documentation.
Les raisons invoquées à l'appui de notre décision étaient
les suivantes: l'aménagement que nous souhaitions devait
permettre au Service de documentation d'organiser son tra-
vail de manière rationnelle et efficiente d'une part et, d'autre
part, il avait aussi, pour nous parlementaires, l'avantage de
maintenir sur un seul étage et à proximité immédiate de
notre salle de délibérations le Service de documentation
que nous sommes appelés à consulter fréquemment.
Hélas! une nouvelle fois le Conseil des Etats n'a pas voulu
se rallier à notre manière de voir et a maintenu la diver-
gence. Il estime que les locaux n°
s
170, 172 et 174 doivent
rester à la disposition du Département militaire fédéral et
que la différence de niveau pour le Service de documenta-
tion ne devrait pas présenter d'inconvénients importants.
Votre Bureau, dans sa séance de vendredi dernier, a exa-
miné une nouvelle fois la situation. Il a regretté que le
Conseil des Etats n'ait pu se rallier à la décision de notre
conseil, mais il a regretté aussi que les divergences exis-
tantes entre les deux conseils aient eu pour effet premier
de retarder considérablement l'exécution des travaux
d'aménagement du Palais du Parlement, lesquels ont pour
but - je vous le rappelle - d'améliorer les conditions de tra-
vail des parlementaires, des journalistes et des collabora-
teurs du Service de documentation. Sur le fond, l'avis du
Bureau ne s'est pas modifié. Cependant, étant donné le
grand retard que ce projet a subi pendant la phase d'élabo-
ration déjà - je pense ici à la difficulté de trouver un terrain
d'entente avec le Conseil fédéral et avec l'administration -
étant donné aussi le retard .dû au traitement de cet objet
par nos deux conseils, votre Bureau vous propose, pour
mettre fin à ces atermoiements, de vous rallier à la décision
du Conseil des Etats. Il estime en outre que la divergence
porte sur un objet d'importance secondaire et qu'il n'est
pas opportun de prolonger le débat.
«Dr Gschider git noh, der Esel blybt stoh», dit un proverbe
suisse alémanique. C'est aussi un peu dans cet esprit qu'à
titre personnel, cette fois-ci, je vous propose de vous rallier
à la décision du Conseil des Etats.
Bundesrat Egli: Sie wissen, dass mein Herr Vorgänger sich
in diesem Geschäft eine gewisse Zurückhaltung auferlegt
hatte. Wenn ich trotzdem das Wort ergreife, so erstens ein-
mal, weil ich Ihrem verehrten Herrn Präsidenten die freundli-
che Grussadresse verdanken möchte, und zweitens
möchte ich diesen Saal nicht verlassen, ohne mich «ent-
jungfern» zu lassen. Aber erwarten Sie nicht, dass ich nun
mit Inbrunst in diesen Streit eintrete, der zwischen Regie-
rung und Parlament über territoriale Ansprüche ausgebro-
chen ist. Es geht doch einfach um die Frage: Soll der Doku-
mentationsdienst seine drei neuen Büros im Parterre bezie-
hen oder soll das Militärdepartement drei Büros auslogieren
und in das Parterre dislozieren? Es scheint mir, dass das
allen irdischen Dingen und damit auch der Verwaltung inhä-
rente Trägheitsprinzip sich auch hier Geltung verschaffen
muss. Ermöglichen wir daher doch dem EMD, dass es dort
bleiben kann, wo es ist.
Ich danke der Kommission für ihr Verständnis und schliesse
ganz einfach mit der Bitte: Stimmen Sie dem Ständerat zu,
damit dieses wohl spannende, aber doch etwas nervenauf-
reibende Differenzbereinigungsverfahren seinen Abschluss
findet.
Präsident: Das Wort wird nicht mehr verlangt. Das erwei-
terte Büro schlägt Ihnen zusammen mit dem Bundesrat vor,
sich dem Ständerat anzuschliessen. Herr Weber-Arbon
beantragt Festhalten.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag des Büros 71 Stimmen
Für den Antrag Weber-Arbon (Festhalten) 43 Stimmen
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
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Jahr
1983
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
01
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
82.044
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
28.02.1983 - 15:30
Date
Data
Seite
118-119
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Pagina
Ref. No
20 011 253
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