Bail à ferme agricole. Loi
1316
N 16 septembre 1985
unseres Problems nicht allein in den organisierten Debatten
suchen.
Zur Eigenart des schweizerischen Parlamentes gehört auch,
dass allen Ratsmitgliedern das höchstmögliche Mass an
persönlicher Redefreiheit eingeräumt wird, nicht nur als
Sprecher ihrer Fraktion, sondern auch persönlich als Volks-
vertreter. Diese Freiheit gehört auch zur Eigenart des
schweizerischen Parlamentes, genauso wie die Tatsache,
dass wir Milizparlament sind und bleiben wollen. Beide
Aufgaben sind miteinander zu lösen: Die Erhaltung der
Funktionsfähigkeit des Parlamentes und die Erhaltung der
besonderen Eigenart des schweizerischen Parlamentes.
Beides ist miteinander zu bedenken, beides ist nicht vonein-
ander zu trennen.
Ich wollte Ihnen dies zu Beginn dieser Session zu bedenken
geben.
Präsident: Ich kann Herrn Kollega Ott versichern, dass es
sich auch aus der Sicht der Fraktionspräsidentenkonferenz
um einen Probelauf handelt. Auch die Asyldebatte wird nach
Vorschlag der Fraktionspräsidentenkonferenz eine organi-
sierte Debatte sein, allerdings eine grosszügig organisierte
Debatte. Im übrigen darf ich Ihnen schon jetzt mitteilen:
Wenn wir dieses Programm durchhalten, haben wir den
Pendenzenberg wesentlich abgetragen, indem bis Schluss
der Session alle grossen Gesetzgebungsvorlagen beraten
sein werden.
#ST# 85.003
Autobahnzusammenschluss bei Genf.
Abkommen mit Frankreich
Raccordement des autoroutes près de Genève.
Accord avec la France
Botschaft und Beschlussentwurf vom 20. Februar 1985 (BBI l, 953)
Message et projet d'arrêté du 20 février 1985 (FF I, 937)
Beschluss des Ständerates vom 10. Juni 1985
Décision du Conseil des Etats du 10 juin 1985
Antrag der Kommission
Eintreten und Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Entrer en matière et adhérer à la décision du Conseil des
Etats
Herr Aregger unterbreitet namens der Verkehrskommission
den folgenden schriftlichen Bericht:
Das Abkommen bildet die Grundlage für den Zusam-
menschluss der schweizerischen und der französischen
Autobahnen im Raum Genf. Die Verbindung wird durch den
Bau eines Brückenbauwerkes von 377 Metern Länge über
schweizerischem und französischem Gebiet geschaffen.
Das Abkommen regelt die Einzelheiten betreffend den Bau
und den Betrieb des Werkes. Für die Ausführung der Bauar-
beiten können sich in gleicher Weise schweizerische und
französische Firmen bewerben. Die Autobahnbrücke wird
Teil des französischen Autobahnnetzes. Die Kosten des
Baus und der kapitalisierte Unterhalt werden im Verhältnis
der Länge des Werkes auf den beiden Staatsgebieten aufge-
teilt: 63 Prozent entfallen auf die Schweiz und 37 Prozent auf
Frankreich. Vorgesehen sind später noch zwei weitere
Abkommen, nämlich eines betreffend die Grenzregulierung
mit Frankreich und eines betreffend die Zollabfertigungsan-
lage. Der Zusammenschluss der schweizerischen und fran-
zösischen Autobahnen bringt eine wesentliche Erleichte-
rung für den Strassenverkehr. Insbesondere werden die
Stadtquartiere von Cointrin bis Plan-les-Ouates und der
Grenzübergang in Perly vom Durchgangsverkehr Schweiz-
Südfrankreich entlastet.
Das Abkommen ist dem fakultativen Staatsvertragsrefe-
rendum für unbefristete und unkündbare Verträge unter-
stellt. Die Verkehrskommission stellt einstimmig den Antrag,
auf die Vorlage einzutreten, das Abkommen zu genehmigen
und den Bundesrat zu ermächtigen, das Abkommen zu
ratifizieren.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
Le Conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 und 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1 et 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für den Beschlussentwurf 118 Stimmen
(Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
#ST# 81.073
Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
Bail à ferme agricole. Loi
Siehe Seite 304 hiervor - Voir page 304 ci-devant
Beschluss des Ständerates vom 13. Juni 1985
Décision du Conseil des Etats du 13 juin 1985
Differenzen - Divergences
Nussbaumer, Berichterstatter: Aus den ständerätlichen
Beratungen blieben unserer Kommission 35 Differenzen zur
Bereinigung, wobei das Vorpachtrecht als eine einzige Diffe-
renz gerechnet ist.
Unsere Kommission, die am 12. August 1985 tagte, bemühte
sich, diesen Differenzenberg abzubauen. Sie schlägt Ihnen
vor, in zwei Drittel der Fälle dem Ständerat nachzugeben. Es
kann sich bei der Beratung neuer Gesetze auch aus dem
Agrarbereich nicht darum handeln, dass die «Chambre
basse», wie unser Rat von Herrn Ständerat Debétaz benannt
wurde, unbesehen den Standpunkt des Erstrates über-
nimmt. Weil wir aber zu einem Kompromiss Hand bieten
wollen, schloss sich unsere Kommission weitmöglichst der
kleinen Kammer an. Gemäss Sessionsprogramm ist vorge-
sehen, wenn immer möglich dieses Gesetz, dessen Beratun-
gen schon fünf Jahre anstehen, noch in dieser Session in
beiden Räten zu verabschieden.
M. Thévoz, rapporteur: Notre commission s'est réunie le
12 août dernier en présence de Mme Kopp, conseillère
fédérale, pour prendre connaissance des divergences qui
subsistent après le deuxième examen du projet de loi par le
Conseil des Etats.
Ce conseil a maintenu la plupart de ses décisions précé-
dentes. Dans la mesure où ces dernières ne touchent pas à
des principes fondamentaux clairement admis par notre
conseil, notre commission est d'avis que l'on peut s'y rallier
- September 1985 N
1317Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
dans l'ensemble. Toutefois, en ce qui concerne les disposi-
tions relatives à l'affermage par parcelles et à l'affermage
complémentaire, la commission s'en est tenue, à l'unanimité
moins une abstention, à une solution fédérale unique. Elle a
donc écarté sans transiger et sans hésiter la cantonalisation
de ces mesures. Nous en prenons acte.
Par contre, concernant le montant du fermage, elle a
accepté la solution du Conseil des Etats relative au supplé-
ment de fermage lorsque le bail est prolongé pour une durée
plus longue que la durée légale. Elle a en revanche main-
tenu la version du Conseil fédéral, que nous avions adoptée
en première lecture et qui prévoit la réduction d'un quart du
fermage des entreprises agricoles pour les risques du fer-
mier. Nous pensons que le fait de biffer cette réduction
conduirait à une augmentation trop marquée du fermage; ce
qui ne serait pas sans conséquences sur le plan de la
politique agraire.
En ce qui concerne le droit de préaffermage des descen-
dants sur les entreprises agricoles, principe auquel la Suisse
romande notamment tient beaucoup, notre commission,
dans le but de trouver un compromis acceptable, a repris la
proposition présentée par la commission du Conseil des
Etats. Celle-ci vise à autoriser les cantons à introduire sur
leur territoire le droit de préaffermage sur les entreprises
agricoles. Cette solution raisonnable et fédéraliste s'il en est
a été rejetée par le plénum du Conseil des Etats, par 21 voix
contre 15. Nous vous proposons de la reprendre et de nous y
tenir avec fermeté. Cela nous paraît d'autant plus nécessaire
sur le plan du consensus politique que les compétences des
cantons relatives à l'affermage par parcelles et à l'affermage
complémentaire ne pourront sans doute pas être introduites
dans la loi.
Telles sont, dans les grandes lignes, les propositions que
nous vous invitons à adopter.
Art. 4 Abs. 3
Antrag der Kommission
Der Vertrag über die Pacht eines landwirtschaftlichen
Gewerbes muss in schriftlicher Form abgeschlossen
werden.
Art. 4 al. 3
Proposition de la commission
Le contrat relatif à l'affermage d'une exploitation agricole
doit être passé en la forme écrite.
Nussbaumer, Berichterstatter: Sie finden die erste Differenz
bei Artikel 4 Absatz 3. Unsere Kommission und in der Folge
dann auch unser Rat führten im Hinblick auf das Vorpacht-
recht die schriftliche Form für Pachtverträge über ganze
Gewerbe ein. Der Ständerat will sich mit der mündlichen
Form begnügen.
Unsere Kommission schlägt Ihnen nun mit 8 zu 4 Stimmen
bei einigen Enthaltungen vor, an der schriftlichen Form
festzuhalten. Allerdings ist dazu zu sagen, dass die schriftli-
che Form des Pachtvertrages wegen des Vorpachtrechtes
nicht mehr notwendig wäre. Wir schlagen Ihnen nämlich
eine Lösung für das Vorpachtrecht vor, die auch mit mündli-
chen Verträgen praktikabel wäre. Für die Pachtzinskontrolle
schliesslich ist die schriftliche Form der Pachtverträge auch
nicht nötig, weil die Zinshöhe mit einem Melde- und Erhe-
bungsformular kontrolliert werden könnte. Das Gleiche gilt
auch für die Bewilligung kürzerer Pachtdauern. Es ist dies
nicht eine Frage, die diese Differenzbereinigung auf Biegen
und Brechen belasten muss.
Im Namen der Kommission beantrage ich Ihnen Festhalten.
Persönlich könnte ich mich auch für die Beibehaltung der
schriftlichen Verträge einsetzen.
M. Thévoz, rapporteur: En ce qui concerne l'article 4, alméa
3, nous vous demandons de prévoir que le contrat de bail
doit être passé en la forme écrite. La commission, par 8 voix
contre 4, estime nécessaire d'inscrire cette disposition dans
la loi. En revanche, nous vous proposons de biffer la
deuxième partie de la phrase de façon à alléger quelque peu
la rédaction.
Bundesrätin Kopp: Der Bundesrat hatte ursprünglich keine
schriftliche Form vorgesehen. Ihre Kommission beantragt
Ihnen nun, die Schriftlichkeit beizubehalten. Nachdem das
Vorpachtrecht anders geregelt ist, bin ich der Meinung, wir
sollten auf die Schriftlichkeit verzichten, auch um hier nicht
in einem Nebenpunkt eine Differenz zum Ständerat zu
schaffen. Der Abschluss der Pachtverträge soll so einfach
wie möglich erfolgen, und viele Pachtverträge werden auch
heute noch mündlich abgeschlossen. Ich beantrage Zustim-
mung zum Ständerat.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission 107 Stimmen
Für Zustimmung zum Beschluss
des Ständerates 11 Stimmen
- Abschnitt: Vorpachtrecht
Section 2: Droit de préaffermage
Nussbaumer, Berichterstatter: Gestatten Sie mir, als dem
Präsidenten der Kommission, einige grundsätzliche Bemer-
kungen zum Vorpachtrecht der Nachkommen. Dieses neue
Instrument wurde ursprünglich in dieses Gesetz aufgenom-
men, weil in den Westschweizer Kantonen, aber auch in den
Kantonen Bern, Solothurn und in anderen Kantonen eine
Reihe von stossenden Fällen vorgekommen sind, wo der
ausgebildete Sohn übergangen wurde und der Vater den
Hof an einen Dritten verpachtete. Vor allem in der West-
schweiz waren die Kantonsregierungen überzeugt, es
müsse hier die Freiheit des Eigentümers als Verpächter
wenigstens zugunsten seiner eigenen Nachkommen einge-
schränkt werden, damit nicht über den Weg der Fremdpacht
die Übernahme auf dem Erbweg sabotiert werden kann. Der
Nationalrat hat diesem Wunsch Rechnung getragen, insbe-
sondere auch deshalb, weil in unserem Rat das Verständnis
für die unterschiedlichen Verhältnisse und für die speziellen
Bedürfnisse der Westschweiz sehr gross ist. Wider Erwarten
ist dem Vorpachtrecht im Ständerat eine übermächtige
Opposition erwachsen, obschon sich im seinerzeitigen Ver-
nehmlassungsverfahren alle Kantone mit ein bis zwei Aus-
nahmen mit dem Expertenvorschlag für das Vorpachtrecht
einverstanden erklärt hatten.
Unser Rat sollte sich aus staatspolitischen Gründen nicht
über die Meinung der Kantone hinwegsetzen und wenig-
stens einer Delegationsnorm zustimmen, so wie sie in der
ständerätlichen Kommissionssitzung vom S.Juni 1985 vor-
bereitet wurde. Allerdings machte Herr Ständerat Aubert
damals den Einwand, die Beschränkung der Vertragsfreiheit
in einem Gesetz sollte von Bundes wegen erfolgen und nicht
den Kantonen überlassen werden. Der Ständerat ist seiner
Kommission nicht gefolgt und hat nicht nur das Vorpacht-
recht auf Bundesebene verworfen, er hat auch auf eine
Delegationsnorm verzichtet, allerdings nur mit 21 zu 15
Stimmen.
Im Namen unserer einstimmigen Kommission beantrageich
Ihnen, den Vorschlag der ständerätlichen Kommission wie-
deraufzunehmen, also das Vorpachtrecht in einem einzigen
Artikel 5 neu zu regeln, so dass es den Kantonen freisteht,
für Nachkommen ein solches Vorpachtrecht einzuführen. Es
sollen allerdings nur jene Nachkommen ein Vorpachtrecht
erhalten, welche ihr Recht im Grundbuch anmerken lassen.
Jeder Nachkomme, der das 18. Altersjahr vollendet hat,
kann ohne Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters die
Anmerkung des Rechtes im Grundbuch verlangen. Den Kan-
tonen, die das Vorpachtrecht einführen wollen, steht es frei,
im Sinne der Vorschläge unseres Kollegen Bonnard oder
nach der bundesrätlichen Lösung ein solches Vorpacht-
recht einzuführen.
Ich bitte Sie, den Kommissionsvorschlägen zuzustimmen
und zu beachten, dass, wenn sie angenommen werden, die
Artikel 6, 7, 8, 8a bis 8d überflüssig werden.
Bail à ferme agricole. Loi
1318
N 16 septembre 1985
M. Thévoz, rapporteur: Lors du premier débat, nous avons
déjà longuement parlé de ce problème du droit de préaffer-
mage des descendants.
Nous nous sommes efforcés de trouver une solution
moyenne et avons adopté les propositions très complètes
présentées par M. Bonnard. Il n'en demeure pas moins que
le Conseil des Etats a lui aussi, à son tour, refusé d'accepter
ce droit de préaffermage, ceci bien que sa commission lui
ait soumis une version simplifiée qui permette de trouver
une solution équitable. La commission du Conseil des Etats
a en effet proposé une disposition donnant aux cantons la
latitude d'introduire ce droit de préaffermage dans leur
législation. Malheureusement, celle-ci a été repoussée, de
justesse il est vrai, au plénum du Conseil des Etats. Dans le
but de parvenir à un compromis et de déboucher sur une
solution positive, la commission du Conseil national vous
invite à l'unanimité à adopter la solution qui avait été, à
l'origine, proposée par la commission du Conseil des Etats.
Sur le fond, nous savons bien que l'intérêt pour ce droit
diverge beaucoup d'une région à l'autre. Cette nécessité se
fait beaucoup plus sentir en Suisse romande où des cas
douloureux de fils de familles qui n'ont pas pu reprendre la
ferme ont sensibilisé l'opinion publique.
C'est donc dans l'espoir de parvenir a un compromis politi-
que acceptable et pour faire preuve de compréhension à
l'égard d'une importante minorité que je souhaite très vive-
ment que la majorité de notre conseil puisse se rallier à la
solution de compromis que vous présente la commission du
Conseil national.
Bundesrätin Kopp: Ich habe Ihnen bereits das letzte Mal
gesagt, dass es sich beim Vorpachtrecht nicht um eine
Kernfrage dieses Gesetzes handelt. Hingegen ist es in der
Zwischenzeit zu einer staatspolitischen Frage geworden. Sie
haben gehört, dass sämtliche welschen Kantone dieses
Instrument dringend wünschen und dass es die deutsch-
schweizerischen Kantone in ihrer grossen Mehrheit ableh-
nen. Was liegt da also näher, als dass wir es den Kantonen
freistellen, ein solches Vorpachtrecht einzuführen. Eine
Bundesvorschrift braucht es auch deshalb, weil wir mit
dieser Bestimmung die Rechtsgrundlage dafür schaffen,
dass das Vorpachtrecht im eidgenössischen Grundbuch
angemerkt werden kann. Damit wurde den Bedenken von
Herrn Nationalrat Bonnard Rechnung getragen, dass der
Schutz des gutgläubigen Dritten zu gewährleisten sei; die-
ser Schutz besteht nur dann, wenn das Vorpachtrecht im
Grundbuch angemerkt werden kann.
Ich möchte Sie also bitten, der einstimmigen Kommission zu
folgen und dem Vorschlag zuzustimmen.
Oehen: Dieses Gesetz, das wir nach langen Geburtswehen
jetzt hoffentlich zu Welt bringen, ist für die Landwirtschaft
von grosser Bedeutung. Ich möchte die Gelegenheit hier
ergreifen, um unserer Kommission für ihre Anstrengungen
dafür zu danken, dass endlich eine Einigung erzielt worden
ist. Der Artikel 5 ist ein Beispiel für das hartnäckige Ringen
um Problemlösungen, die sowohl unser Rat als auch der
Ständerat akzeptieren können. Dabei muss ich Ihnen geste-
hen, dass ich die Haltung des Ständerates nicht begreife, vor
allem wenn man die Haltung der Kantone in genau dieser
Frage berücksichtigt.
Ich ergreife das Wort hier, weil unsere Fraktion der Meinung
ist, dass Artikel 5 Absatz 1 eine absolute Minimallösung
darstelle, die eigentlich nicht akzeptierbar sei. Wir sind hier
mit Ständerat Aubert einer Meinung, dass eigentlich eine
schweizerische Lösung hätte gefunden werden müssen.
Wenn wir keinen Gegenantrag gestellt haben, dann nur
deshalb, weil wir die Kommission in ihren Bemühungen, zu
einem Abschluss zu kommen, nicht beeinträchtigen
möchten.
Zum Absatz 2 gestatten wir uns eine Bemerkung: Ich weiss,
dass auch im früheren Entwurf der interessierte Nach-
komme seinen Anspruch im Grundbuch hätte anmelden
müssen. Ich möchte Sie aber darauf aufmerksam machen,
dass diese Forderung in vielen Fällen - wenn man die
landwirtschaftliche Bevölkerung und ihren Arbeitsrhythmus
kennt - zu Schwierigkeiten führen wird, weil die Erfüllung
dieser Forderung oftmals verpasst werden wird. Diese Tatsa-
che macht uns Sorgen.
Im Interesse der Sache bitten wir Sie aber trotzdem, diesem
Antrag der Kommission zuzustimmen.
Art. 5
Antrag der Kommission
Titel
Vorpachtrecht der Nachkommen des Verpächters
Abs. 1
Die Kantone können für Nachkommen des Eigentümers
eines landwirtschaftlichen Gewerbes, welche dieses selber
bewirtschaften wollen und dafür geeignet sind, ein Vor-
pachtrecht vorsehen.
Abs. 2
Der Nachkomme kann ein solches Vorpachtrecht einem
Dritten nur dann entgegenhalten, wenn es im Grundbuch
angemerkt worden ist; jeder Nachkomme, der das 18. Alters-
jahr vollendet hat, kann ohne Zustimmung eines gesetzli-
chen Vertreters die Anmerkung seines Vorpachtrechtes im
Grundbuch verlangen.
Abs. 3
Im übrigen regeln die Kantone die Einzelheiten und das
Verfahren.
Art. 5
Proposition de la commission
Titre
Droit de préaffermage des descendants du bailleur
Al. 1
Les cantons peuvent prévoir un droit de préaffermage sur
les exploitations agricoles pour les descendants du proprié-
taire qui entendent exploiter eux-mêmes et en sont capa-
bles.
Al. 2
Le descendant ne pourra toutefois opposer le droit de
préaffermage à un tiers que si le droit est mentionné au
registre foncier; le descendant qui a 18 ans révolus peut
demander la mention de son droit sans le consentement du
représentant légal.
Al. 3
Pour le surplus, les cantons arrêtent les détails et la procé-
dure.
Angenommen - Adopté
Art. 6-8d
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 9
Antrag der Kommission
Festhalten
Proposition de la commission
Maintenir
Nussbaumer, Berichterstatter: Der Ständerat hat mit 19 zu
18 Stimmen die Streichung dieses Vorpachtrechtes
beschlossen. Unsere Kommission schlägt Ihnen einstimmig
- September 1985 N1319Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
vor, an diesem Instrumentarium, das schon in Artikel 27 des
Bundesgesetzes über die Erhaltung des bäuerlichen Grund-
besitzes existiert, festzuhalten. Die Argumente, welche im
Ständerat gegen diese Bestimmung vorgebracht wurden,
werden der Sache nicht gerecht.
Es geht darum, einen übermässigen «Sömmerungsviehtou-
rismus» durch die ganze Schweiz einzudämmen. Es wurde
beispielsweise gesagt, Luzerner Bauern führen mit ihrem
Jungvieh ins Turtmanntal. Die Leute jener Gegend seien
also gezwungen, ihr Vieh auf der vorderen Grimsel zu som-
mern. Solche Beispiele könnten in allen Gegenden unseres
Landes angeführt werden. Die Tatsache, dass nur sieben
oder acht Kantone im Rahmen des Vollzugs des bäuerlichen
Bodenrechtes 1951 dieses Recht eingeführt haben, mag
täuschen. Diese Kantone sind: Freiburg, Glarus, Graubün-
den, Neuenburg, Nidwaiden, Tessin und Waadt.
Weil diese Kantone die meisten Berggebiete aufweisen, bitte
ich Sie im Namen der einstimmigen Kommission, hier fest-
zuhalten.
M. Thévoz, rapporteur: Je suis heureux que le Conseil ait
adopté tacitement ce droit de préaffermage. Lors du premier
débat, nous avions décidé de pouvoir étendre ce droit à
l'affermage d'alpages. Le Conseil des Etats propose de
biffer cette disposition. Quant à nous, nous estimons au
contraire que nous devons la maintenir de façon à avoir un
tout avec la décision de principe que nous venons de
prendre.
Je vous recommande donc au nom de la commission una-
nime de maintenir l'article 9 tel que nous l'avons adopté lors
du premier débat.
Bundesrätin Kopp: In Ergänzung der Ausführungen des
Kommissionspräsidenten darf ich lediglich darauf hinwei-
sen, dass dieser Artikel 9 weitgehend bestehendes Recht
enthält und dem Artikel 27 des Bundesgesetzes über die
Erhaltung des bäuerlichen Grundbesitzes entspricht.
Ich empfehle Ihnen auch aus diesem Grunde, dem Antrag
der Kommission zu folgen.
Angenommen - Adopté
Art. 10 Abs. 2 und 3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 10 al. 2 et 3
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Der Ständerat ist den
Beschlüssen unseres Rates in Artikel 10 nicht gefolgt. Herr
Reichling brachte in unserem Rat einen Antrag durch, der
eine klare Unterscheidung zwischen Fixpachtverträgen und
Normalpachtverträgen gebracht hätte. In diesem Zusam-
menhang wurde auch Artikel 27 Absatz 2 gestrichen. Weil
die Gefahr bestand, dass bei der Lösung Reichling nur noch
Fixpachtverträge abgeschlossen würden und damit die
Erstreckungsmöglichkeit praktisch umgangen werden
könnte, hatte Herr Reichling vorgeschlagen, den Abschluss
von Fixpachtverträgen unter 15 Jahren einer Bewilligungs-
pflicht zu unterstellen. Unser Rat hatte diese Anträge ange-
nommen. Der Ständerat lehnte unsere Fassung einstimmig
ab. Unsere Kommission liess sich von der Überlegung leiten,
man könne hier dem Ständerat zustimmen und die bundes-
rätliche Fassung übernehmen. Wenn nämlich der Richter
einen auf eine bestimmte Dauer abgeschlossenen Fixpacht-
vertrag - wie durch Artikel 27 Absatz 2 möglich -verlängern
muss, dann wird er die Beweggründe, die seinerzeit zum
Abschluss eines Fixpachtvertrages führten, würdigen müs-
sen. Die Erstreckung müsste im Einzelfall durch den Richter
abgelehnt werden, wenn die Gründe, die zum Abschluss
eines Fixpachtvertrages geführt hatten, immer noch gültig
wären.
Aus diesem Grund stimmte unsere Kommission in Artikel 10
Absatz 2 und 3 dem Ständerat zu.
M. Thévoz, rapporteur: Deux divergences subsistent aux
alinéas 2 et 3 de l'article 10. Il s'agit de décider si la
conclusion de baux pour une durée plus courte doit être
autorisée par l'autorité compétente. Le Conseil national
prévoyait que les baux d'une durée inférieure à quinze ans
devaient être soumis à autorisation. Le Conseil des Etats,
cependant, n'a pu adhérer à cette manière de voir. Comme il
ne s'agit pas d'une question fondamentale, notre commis-
sion, à l'unanimité moins deux abstentions, vous propose de
vous rallier à la solution du Conseil des Etats.
Angenommen - Adopté
Art. 16
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Bei Artikel 16 geht es eigent-
lich fast nur um eine Wortklauberei. Unsere Kommission war
der Meinung, man könne hier ohne weiteres auch die stän-
derätliche Fassung übernehmen, weil sie ungefähr dasselbe
besagt.
Angenommen - Adopté
Art. 21 Abs. 4
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 21 al. 4
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: In Artikel 21 Absatz 4 wollte
unser Rat, gestützt auf einen Vortrag von Herrn Professor
Friedrich, Zivilrechtler der ETH, ein besonderes Instrument
einführen. An und für sich geht es hier um den Streit der
systematischen Einordnung dieser unbestrittenen Bestim-
mung. Wenn sie hier gestrichen wird, wie das der Ständerat
getan hat, dann muss sie später ins neue bäuerliche Boden-
recht aufgenommen werden. Aus diesem Grunde schlägt
die Kommission mit 16 zu 1 Stimme vor, dem Ständerat zu
folgen und die Bestimmung im Pachtrecht zu streichen.
M. Thévoz, rapporteur: Lors de notre premier débat, le
Conseil national avait apporté un complément à l'article 21.
Ainsi, selon l'alinéa 4, il était possible d'exiger, lors du
partage, l'attribution des biens meubles servant à l'exploita-
tion à leur valeur d'usage. Il semble que cette disposition
n'ait pas sa place dans cette loi, mais qu'il faille par contre
en tenir compte dans le cadre de la révision du droit foncier.
C'est la raison pour laquelle votre commission, par 16 voix
contre 1, vous propose de vous rallier à la solution du
Conseil des Etats.
Angenommen - Adopté
Art. 21 a
Antrag der Kommission
Titel
Übernahme von Zupachten bei Betriebsübergabe
Abs. 1
Übergibt der Eigentümer ein landwirtschaftliches Gewerbe,
das teilweise aus Eigenland und teilweise aus Pachtland
besteht, einer anderen Person zur Betriebsführung, so kann
der Übernehmer des Gewerbes dem Verpächter eines
Bail à ferme agricole. Loi1320
N 16 septembre 1985
Zupachtgrundstücks schriftlich erklären, dass er dieses
Grundstück pachtweise weiterbewirtschaften möchte.
Abs. 2
Lehnt der Verpächter nicht innert dreier Monate seit Emp-
fang der Erklärung den Übernehmer als neuen Pächter ab,
oder verlangt er innert derselben Frist nicht den Abschluss
eines neuen Pachtvertrages mit dem Übernehmer, so tritt
dieser in den laufenden Pachtvertrag ein.
Art. 21 a
Proposition de la commission
Titre
Reprise de baux en cas de remise de l'exploitation
Al. 1
Lorsque le propriétaire d'une entreprise agricole, consistant
partiellement en terres en propriété et partiellement en
terres affermées, en remet l'exploitation a une autre per-
sonne, celui qui reprend l'entreprise peut déclarer par écrit
au bailleur d'une parcelle déterminée qu'il voudrait repren-
dre le bail y relatif.
Al. 2
Si le bailleur ne refuse pas dans les trois mois à compter de
la réception de la déclaration la transmission du bail au
reprenant ou qu'il ne demande pas dans le même délai la
conclusion d'un nouveau contrat avec le reprenant, celui-ci
reprend le bail en cours.
Nussbaumer, Berichterstatter: Der Ständerat hat diese
Bestimmung abgelehnt, weil sie redaktionell unglücklich
sei. Immerhin hat sich im Erstrat eine Minderheit für die
Beibehaltung eingesetzt. Hierfür besten Dank! Sie hat näm-
lich ihren Minderheitsantrag mit der Begründung gestellt,
der Ständerat sollte dem National rat auch irgendwo nachge-
ben. Andererseits muss aus sachlichen Gründen an dieser
Bestimmung festgehalten werden, denn über 200000 Par-
zellenpachtverträge gehen zusammen mit Eigenland bei
Generationenwechseln von den Vätern auf die Söhne oder
von den Müttern auf deren Nachkommen über, oder sie
werden von den Verpächtern zurückgenommen. Unser Rat
hat diese Bestimmung überarbeitet und schlägt Ihnen mit 16
zu 4 Stimmen vor, diesen Artikel zu belassen. Diese Fassung
schränkt den Eigentümer in seiner Freiheit nicht ein, aber
sie schafft dort Klarheit, wo Pachtverträge, die meistens
mündlich abgeschlossen werden, stillschweigend vom
Pächter auf seinen Nachkommen in der Pacht übergehen.
Aus diesem Grunde bitte ich Sie, der Fassung, wie sie von
unserer Kommission vorgeschlagen wird, zuzustimmen.
M. Thévoz, rapporteur: L'article 21a, adopté par notre
conseil après une première lecture, est important. En effet,
dans notre pays, nombre d'exploitations, si ce n'est la plu-
part d'entre elles dont l'exploitant est propriétaire, compor-
tent souvent, en plus, des terres affermées. Ces dernières
font partie intégrante de l'exploitation. Cela forme un tout
qui conditionne la viabilité de l'exploitation.
C'est la raison pour laquelle nous estimons nécessaire de
prévoir, dans notre texte de loi, que le fermier qui reprend
une exploitation dont une partie des terres sont affermées
soit au bénéfice d'un droit de priorité sur lesdites terres de
manière à conserver l'exploitation comme un tout dans son
importance initiale.
Notre commission, par 14 voix contre 6, vous propose de
vous en tenir à la décision du Conseil national.
Ruckstuhl: Artikel 21 a enthält eine der Differenzen zum
Ständerat. Es scheint, dass wir seinerzeit ausschliesslich
den Hoferben als Nachfolger sahen bei der .Möglichkeit,
einen Betrieb mit zugepachteten Parzellen zu übernehmen.
Dem Ständerat hat das mit Recht nicht behagt. Aus den
Ratsprotokollen entnehmen wir, dass der Ständerat insbe-
sondere bei diesem Artikel eine Öffnung wünscht. Wir tra-
gen dem Rechnung, indem anstelle vom Nachfolger des
Vertragspartners andere Personen genannt werden. Die
Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe besteht heute
aus Eigenland und aus zugepachteten Parzellen. Diese
Bestimmung brächte eine Entspannung auf dem Pachtland-
markt in jener Situation, wo Betriebe innerhalb der Genera-
tionenfolge ihre Bewirtschafter wechseln.
Es scheint, dass der Ständerat der neuen Fassung zustim-
men könnte. Ich bitte Sie ebenfalls, dies zu tun.
Bundesrätin Kopp: Die Kommission des Nationalrates
schlägt eine neue Fassung der vom Nationalrat neu einge-
fügten, vom Ständerat aber verworfenen Bestimmung vor.
Nicht nur dem Nachkommen, sondern jeder Person, die das
Gewerbe zur Betriebsführung übernimmt, soll der Eintritt in
die Zu Pachtverträge erleichtert werden. Abweichend von
den allgemeinen Regeln des Vertragsrechtes soll nach
Anzeige an den Verpächter einer Zupachtparzelle das
Schweigen des Verpächters während drei Monaten als
Annahme des neuen Vertragspartners gelten. Es war vor
allem diese Überlegung, die den Ständerat dazu bewogen
hat, die Bestimmung zu streichen. Ich frage mich, ob es
sinnvoll ist, in einem solchen Nebenpunkt eine Differenz
aufrechtzuerhalten und würde Ihnen eher vorschlagen, dem
Entscheid des Ständerats zu folgen, um so mehr, als die
Juristen in diesem Rat kaum gewillt sind, hier eine Abwei-
chung von allgemein gültigen Regeln im Vertragsrecht zu
akzeptieren.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission 93
Für Zustimmung zum Beschluss des Ständerates 19
Art. 24
Antrag der Kommission
Abs. 1, 3 und 4
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Abs. 2
Der Pächter ist berechtigt, notwendige Hauptreparaturen
selber auszuführen, wenn der Verpächter sie auf Anzeige
hin nicht innert nützlicher Frist vorgenommen und seine
Verpflichtung hierzu nicht bestritten hat. Er kann jederzeit,
spätestens bei Beendigung der Pacht, hierfür volle Entschä-
digung verlangen.
Art. 24
Proposition de la commission
Al. 1,3 et 4
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Al. 2
Le fermier exécute lui-même les grosses réparations qui
s'imposent, lorsque le bailleur, dûment avisé, ne les a pas
entreprises dans un délai convenable et qu'il n'a pas
contesté son obligation à cet égard. Le fermier peut en
demander l'indemnisation en tout temps, mais au plus tard à
la fin du bail.
Art. 24a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Die Konzeption über Unter-
halt und Auseinandersetzung am Pachtende ist im Stände-
rat in den zwei Artikeln 24 und 24a sauberer geregelt wor-
den. Im Grunde genommen hat unsere Kommission der
ständerätlichen Fassung bei diesen beiden Artikeln zuge-
stimmt. Die Differenz, die entstanden ist, rührt von den
Einwendungen der Redaktionskommission her.
- September 1985 N
1321
Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass in Artikel 24
Absatz 2 auf der Fahne ein Wort nicht aufgenommen wor-
den ist. Der Wortlaut heisst richtig, so wie er in unserer
Kommission beschlossen wurde: «Der Pächter ist berech-
tigt, ersatzweise» - dieses Wort fehlte bisher- «notwendige
Hauptreparaturen selbst auszuführen, wenn der Verpächter
sie auf Anzeige hin nicht innert nützlicher Frist vorgenom-
men und seine Verpflichtung hierzu nicht bestritten hat.»
Dieser letzte Zusatz stammt ebenfalls von der Redaktions-
kommission. Auch im letzten Satz dieses Artikels Absatz 2
hat sich ein Fehler eingeschlichen. Es soll dort nur heissen:
«Er kann jederzeit, spätestens bei Beendigung der Pacht,
hierfür Entschädigung verlangen.» Das «volle» ist zu strei-
chen.
Die Fahne ist also lediglich mit dem Wort «ersatzweise» im
ersten Satz zu ergänzen und das Wort «volle» ist zu strei-
chen. Die Kommission stimmte mit 16 zu 2 Stimmen dieser
redaktionellen Ergänzung zu und folgte auch konsequenter-
weise in Artikel 24a dem Ständerat.
M. Thévoz, rapporteur: Nous vous proposons de traiter en
même temps les articles 24 et 24a. Il s'agit des indemnités
auxquelles l'agriculteur a droit pour l'exécution de grosses
réparations entreprises sur le domaine dont il est le fermier.
Le texte adopté par le Conseil des Etats est le suivant: «Le
fermier a le droit d'effectuer lui-même les grosses répara-
tions.» Nous en avons modifié la rédaction comme suit: «Le
fermier exécute lui-même les grosses réparations.» D'autre
part, il a le droit de demander l'indemnisation totale en tout
temps, mais au plus tard à la fin du bail.
Cette modification est d'ordre rédactionnel, mais elle revêt
toute son importance. Nous avons étudié cette question
avec beaucoup d'attention, afin de mettre sur pied une loi
qui réponde au désir du législateur et qui soit facilement
applicable. Par conséquent, votre commission, par 16 voix
contre 2, vous demande d'accepter cette modification.
Angenommen - Adopté
Art. 27 Abs. 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 27 al. 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Wie ich Ihnen schon bei Arti-
kel 10 ausgeführt habe, können wir oder müssen wir hier
folgerichtig nach den Beschlüssen bei Artikel 10 dem Stän-
derat zustimmen.
Angenommen - Adopté
Art. 28
Antrag der Kommission
Abs. 2 Bst. d
Festhalten
Abs. 3
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 28
Proposition de la commission
Al. 2 let. d
Maintenir
Al. 3
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Bei Artikel 28 Absatz 2 Buch-
stabe d bitte ich Sie, an der genaueren Formulierung unse-
res Rates festzuhalten. Wir brachten bei der Erstberatung
unseren Willen zum Ausdruck, die Pacht sei auch dann zu
erstrecken, wenn die Gebäude schlecht unterhalten würden.
Dagegen sei sie nicht zu erstrecken, wenn das Gewerbe
selber eine ungünstige Betriebsstruktur aufweise. Allerdings
hat ja der Pächter nach den Beschlüssen, wie wir sie in
Artikel 24 und Artikel 24a soeben gefasst haben, die Mög-
lichkeit, dafür zu sorgen, dass die gepachteten Gebäude
nicht einfach verlottern. Mit 10 zu 8 Stimmen hat unsere
Kommission Festhalten beschlossen.
Bei Artikel 28 Absatz 3 möchte der Ständerat mit seiner
Fassung beide Vertragspartner gleich verpflichten und nicht
nur vom Verpächter sprechen. Einstimmiger Vorschlag
unserer Kommission zu Absatz 3: Zustimmung zum Stän-
derat.
M. Thévoz, rapporteur: L'article 28 prescrit les conditions
qui doivent être remplies pour que la prolongation du bail
soit jugée intolérable ou injustifiée.
Lors des premiers débats, le Conseil national avait admis,
sous lettre d, la disposition suivante: «Le maintien de l'ex-
ploitation ne se justifie pas en raison des structures défavo-
rables qu'elle présente.»
Le Conseil des Etats ne s'est pas rallié à cette définition.
Quant à nous, nous estimons que nous devons nous y tenir.
Par conséquent, la commission, par 10 voix contre 8 - elle
était assez partagée -, vous propose de maintenir cette
disposition figurant à l'article 28, lettre d.
A l'article 28, 3
e
alinéa, notre commission vous propose
également de maintenir la décision prise précédemment par
le Conseil national, c'est-à-dire de mettre le propriétaire et le
fermier sur le même pied en ce qui concerne la possibilité de
demander la prolongation ou la résiliation du bail. A l'unani-
mité, votre commission vous prie de vous en tenir à notre
première version.
Angenommen - Adopté
Art. 30a
Antrag der Kommission
Festhalten
Antrag Jeanneret
Zustimmung zum Ständerat
Art. 30a
Proposition de la commission
Maintenir
Proposition Jeanneret
Adhésion au Conseil des Etats
M. Jeanneret: Les Libéraux ne sont pas têtus ou sans
nuance; ils ont simplement le sens de la continuité et de la
cohérence.
La commission ne veut pas, nous dit-elle, transiger. Quant à
nous, nous sommes intransigeants lorsqu'il s'agit de prin-
cipe, surtout si le principe en cause est le fédéralisme. Nous
ne sommes d'ailleurs pas seuls. Lors du premier débat, au
mois de mars, nous avons été fermement appuyés par MM.
de Chastonay, Berger et Perey. C'est dire que l'on est
sensible à nos arguments dans les rangs radicaux, démo-
crates-chrétiens et de l'UDC. Certes, ces députés ont tous le
tort d'être romands, mais, au moins, tous connaissent bien
le dossier et savent pertinemment pourquoi ils donnent leur
préférence à la solution préconisée à l'époque par le Conseil
des Etats. Ce conseil, que nous vous invitons une deuxième
fois à suivre, a nettement maintenu sa position et le rappor-
teur, M. Debétaz, a fort bien résumé les arguments essen-
tiels.
La majorité de notre conseil ne nous a pas écoutés, au mois
de mars dernier; il en sera certainement de même aujour-
d'hui. Mais nous invitons une fois encore nos amis confé-
dérés à comprendre que ce geste peut et doit être fait, et que
la solution de l'autre Chambre représente la sagesse même.
Bail à ferme agricole. Loi1322
N 16 septembre 1985
Nous répétons que personne ne conteste le droit et le devoir
du législateur fédéral de prévoir dans les textes une telle
procédure d'autorisation. Matériellement, il n'y a donc point
de divergence. Par contre, formellement, il suffirait de
reconnaître qu'il appartient à chaque canton de décider s'il
tient ou non à introduire cette procédure dans sa propre
législation agricole, et cela selon les us et coutumes de la
région.
Le deuxième point fort est le fait que l'excellente formule de
la loi sur le maintien de la propriété foncière rurale peut être
reprise ici. Elle a pour elle l'épreuve du temps et de la
pratique.
En résumé, le bon sens, plus que l'application de telle
doctrine, conduit déjà à reconnaître la qualité de cette
solution à compétence cantonale.
Le rapporteur disait, le 13 juin 1985 au Conseil des Etats, ce
qui suit: «Une compétence cantonale est tout à fait justifiée
en matière d'affermage de parcelles, comme aussi d'ailleurs
en matière d'affermage complémentaire. Ces affermages
posent des problèmes différents suivant les régions. La
situation varie sensiblement d'un canton à l'autre. J'ai la
chance d'être assis - disait M. Debétaz - entre deux collè-
gues de Claris et de Thurgovie; l'agriculture de ces deux
cantons présente certainement des différences. Nos Etats
cantonaux sont incontestablement les mieux à même d'ap-
précier si les dispositions relatives aux affermages en cause
doivent être appliquées ou non sur leur territoire.»
Ce que je viens de développer est valable pour les articles
30a et 33a. Je vous invite une deuxième fois à être sensibles
à ces arguments et à vous prononcer en faveur de la solu-
tion du Conseil des Etats.
M. Berger: Ce n'est pas seulement en ce qui concerne le
principe que je vais défendre la proposition de M. Jeanneret,
mais également sur le plan pratique. L'unanimité se fait dans
cet hémicycle pour soutenir un type d'exploitation dite fami-
liale qui puisse s'adapter aux exigences de l'orientation des
productions et par là, de l'économie.
Or, il ne faut pas oublier que ce type d'entreprise agricole est
bien différent quant à ses structures d'une région du pays à
l'autre. La surface de terre nécessaire à la viabilité de la
famille paysanne est régie par de nombreux facteurs, tels
que le climat, la configuration du terrain, l'altitude, qui
conditionnent par là même la diversité des cultures dans
une même région ou d'une région à l'autre. Aussi, nous
doutons fort que lors du processus d'application de cette
disposition d'affermage par parcelles de la part de la Confé-
dération, que cette dernière ne soit pas à même d'appliquer
de telles dispositions avec toute la sensibilité exigée. La
rationalisation et la simplification administrative requises en
la matière iront dans le même sens. Nous craignons que
cette disposition ne soit plutôt comprise comme une intru-
sion inacceptable de la Confédération dans une sphère
d'activités qui logiquement et pratiquement nous semble
réservée aux cantons.
C'est pourquoi nous vous proposons de soutenir la version
du Conseil des Etats et de laisser l'application de cette
disposition à la compétence des cantons.
M. Longet: M. Jeanneret a laissé à nouveau resurgir le
conflit entre sensibilité romande et sensibilité alémanique.
Si j'interviens ici, c'est pour vous rassurer: en effet, des
Romands aussi sont favorables à la solution fédérale. Il ne
s'agit donc pas d'un conflit de région mais bien d'un conflit
d'ordre politique.
Nous ne pouvons pas transiger sur ce point: s'il est un
domaine qui n'a rien à voir avec le fédéralisme, c'est bien
celui qui nous occupe. M. Jeanneret a donné d'ailleurs le
meilleur exemple qui soit, en se référant à la loi sur la
propriété foncière rurale. C'est précisément cet exemple qui
nous fait souhaiter une solution de droit fédérale, car depuis
trente-cinq ans que cette loi est en vigueur, seulement sept
cantons se sont dotés des instruments qu'elle prévoyait. En
ce qui nous concerne, nous ne sommes pas d'accord d'at-
tendre aussi longtemps.
Il s'agit ici d'un problème de politique structurelle. La
semaine prochaine, nous allons ouvrir un long débat à
propos du 6
e
Rapport sur l'agriculture. Ce dernier fait le
point sur un certain nombre d'options que nous devons
prendre, suggère un certain nombre de choix qui concer-
nent l'ensemble du pays. Si donc ces messieurs veulent
vraiment être fédéralistes, alors qu'ils le soient jusqu'au
bout, qu'ils fédéralisent le contingentement laitier, les sub-
ventions, qu'ils laissent fixer les prix par les cantonsl Vous
verrez alors les disparités se renforcer. Cette voie est tout à
fait impraticable; la politique structurelle forme un tout.
Lorsqu'on veut endiguer la marée laitière, pratiquer plus de
justice dans les prix et faire en sorte que les petites et
moyennes entreprises parviennent à s'en sortir, on s'attaque
là à des problèmes d'ordre fédéral et ce n'est pas aux
cantons qu'il incombe de les régler. Il en va de même avec
cette disposition, qui est un des instruments majeurs pour
maintenir les petites et moyennes exploitations agricoles.
C'est véritablement une perversion du fédéralisme que de
vouloir ici en arriver à une solution cantonalisée. En effet,
l'essence du fédéralisme, c'est la solidarité entre les diffé-
rentes catégories et régions du pays. En l'occurrence, ici, il
s'agit des paysans et si l'on veut permettre aux petites et
moyennes entreprises de survivre, il faut arrêter cette pres-
sion excessive, ce «rush» sur les terres affermées; il faut
donc un moyen de contrôle efficace de par le droit fédéral.
Nous ne sommes pas d'accord d'attendre trente-cinq ans
pour que sept cantons se donnent ces moyens et nous
pensons que la proposition de M. Jeanneret est une illusion,
peut-être une tromperie, et qu'il faut ici, au nom même des
principes du fédéralisme, en appeler à une solution fédérale.
Maintenons notre position et demandons au Conseil des
Etats de se rallier à la nôtre.
Nussbaumer, Berichterstatter: Dieser Artikel 30a, welcher
eines der wichtigsten Instrumente des Gesetzes betrifft, ist
das eigentliche «pièce de résistance» unserer Differenzen-
bereinigung. Die Frage hängt mit unserer ganzen Agrarpoli-
tik eng zusammen. Das Problem stellt sich in allen Kantonen
gleich. Landauf, landab spricht man vom Bauernsterben.
Schönste Bauernhöfe, die gute Gebäude aufweisen, können
in unserem Land ohne weiteres parzellenweise verpachtet
werden. Ich denke an die erschütternden Beispiele, die uns
die Burgergemeinde Burgdorf, aber auch Bürgergemeinden
im Kanton St. Gallen und auch viele Private in den letzten
Jahren vorexerziert haben.
Natürlich können Sie jeden Bauernhof parzellenweise ver-
pachten. Die Nachfrage nach Land wird immer vorhanden
sein. Aber ob ein solches «laisser faire - laisser aller» im
Interesse unseres Landes, der Agrarpolitik und unserer Bau-
ernfamilien, die ihre Existenz verlieren und oft mit 50 Jahren
arbeitslos werden, liegt, ist auf einem anderen Blatt
geschrieben. Wer hier leichtfertig diese Bestimmungen rela-
tivieren will, der spielt mit dem Schicksal vieler Bauernfami-
lien. Der Grad der Aufstockung unserer Familienbetriebe ist
weit fortgeschritten. Es kann nicht darum gehen, unsere
Betriebe mit einer allzu produktionsorientierten Agrarpolitik
zu zwingen, immer mehr Land zuzupachten und die Arbeits-
belastung der Bauernfamilie endlos anwachsen zu lassen.
Im Gegensatz zur französischen Landwirtschaft, wo Herr
Landwirtschaftsminister Rocard gesagt hat: «L'agriculture
française est condamnée à l'expansion», wollen wir in unse-
rer Schweiz eine helvetische Agrarpolitik beibehalten. Bei
uns sollen die Bauern nicht sonntags pflügen gehen müs-
sen. Ich könnte Ihnen aus meiner Praxis als Bauernsekretär
viele Beispiele geben, wie allzu stark aufgestockte Höfe den
Bewirtschaftern die Freude am Beruf raubten. Deren Kinder
wendeten sich rasch vom Bauernberuf ab.
Ein zweites Argument für die Beibehaltung einer Bundeslö-
sung, die unsere Kommission einstimmig bei einer Enthal-
tung vorschlägt, liegt im Gesetzgebungsmechanismus. Dar-
auf wurde bislang in keinem der beiden Räte aufmerksam
gemacht. Wenn diese wichtigen Bestimmungen - Herr Jean-
neret - kantonalisiert werden, müssen die Kantone 26
Pachtgesetze erarbeiten und dem Souverän vorlegen. Alle
- September 1985 N
1323
Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
eidgenössischen Bestimmungen des Pachtrechtes indessen
können ohne kantonales Einführungsrecht direkt in die Pra-
xis umgesetzt werden. Werden nun die Bestimmungen über
die parzellenweise Verpachtung und über die Zupacht den
Kantonen anheimgestellt, dann muss hier eine Gesetzesma-
schinerie zu laufen beginnen, die weiss Gott nicht weniger
Staat bringen wird. Die Kantone selber sind ja die durchfüh-
renden Organe. Es wird ihnen im Rahmen der Gesetzesbe-
stimmungen ohne weiteres ermöglicht, den örtlichen Ver-
hältnissen Rechnung zu tragen.
Das ist auch der Grund, weshalb unsere Kommission Ihnen
vorschlägt, in Artikel 32 dem Ständerat zuzustimmen. Ich
werde allerdings zur Interpretation jener Bestimmungen bei
der Beratung von Artikel 32 im Namen der Kommission eine
Erklärung abgeben.
Zurück zu Artikel 30a: Überlegen Sie sich auch den zeitli-
chen Rahmen einer möglicherweise notwendig werdenden
kantonalen Folgegesetzgebung. Wenn die Kantone für die
Bereitstellung eines Pachtrechtes ebensolange brauchen
wie der Bund, dann wird es mindestens 1993, bis diese
Bestimmungen zum Greifen kommen. In der Zwischenzeit
werden - falls die allgemeine Agrarpolitik in die Zukunft
hinausextrapoliert wird - noch weitere 10000 bis 20000
Bauernhöfe verschwinden. Wollen Sie das? Sollten nicht
gerade wir alle auch ein Bekenntnis ablegen zum Familien-
betrieb und zur ausgewogenen Besiedelung unseres Lan-
des? Wenn in unseren kleinen Dörfern die Zahl der Bauern
nochmals um einen Drittel zurückgeht, dann wandern auch
die Arbeiter ab, dann gehen die Schulen ein, und die Dörfer
sterben.
Wir wissen alle genau, dass unsere Landwirtschaftspolitik
viele Parallelen zur Industrie aufweist. Wir stehen in einer
Phase der Diversifikation wie der Innovation in der Landwirt-
schaft. Wir sind-genau wie die Industrie-verpflichtet, alles
daran zu setzen, die Qualität unserer landwirtschaftlichen
Erzeugnisse auf einen sehr hohen Stand zu bringen bzw.
diesen zu halten. Dafür ist der gesunde bäuerliche Familien-
betrieb, wo zwei Generationen zusammen arbeiten, die
beste Voraussetzung.
Ich muss Sie noch auf einen weiteren wichtigen Umstand
aufmerksam machen, der ebenfalls mit der Realisierung
einer kantonalen Gesetzgebung zusammenhängt: In den
Kantonen mitgrösserem landwirtschaftlichem Einfluss-wie
beispielsweise im Kanton Waadt, im Kanton Bern oder im
Kanton unseres Präsidenten - ist es ein leichtes, ein land-
wirtschaftliches Spezialgesetz binnen Jahresfrist einzufüh-
ren. Aber in den Industriekantonen mit einem landwirt-
schaftlichen Bevölkerungsanteil von nur 3,4 oder 5 Prozent
ist die landwirtschaftliche Gesetzgebung weitgehend über-
haupt kein Thema mehr, besonders wenn es um ein kleines
Spezialgesetz geht, das dann noch dem obligatorischen
Gesetzesreferendum unterstellt ist. In unserer gehetzten Zeit
bleiben dann solche wichtige Anliegen von Minderheiten
einfach liegen. Solche Unterlassungen stehen unserer
Demokratie schlecht an. Die Waadtländer, die so stark auf
Kantonalisierung drängen, möchten doch bedenken, dass
unser Rat beim Vorpachtrecht den Anliegen der welschen
Schweiz zum Durchbruch verhelfen wird.
Aus diesem Grund bitte ich meine lieben Freunde aus dem
Welschland in der hinteren Ecke dieses Rates, hier den
Widerstand aufzugeben und zu bedenken, dass wir beim
Vorpachtrecht auch konziliant waren.
Liebe Kollegen aus der welschen Schweiz, darf ich Sie im
Namen unserer einstimmigen Kommission bitten, hier für
die Verhältnisse der deutschen Schweiz Verständnis aufzu-
bringen? Darf ich Sie bitten, auf die Stimme der Kantone,
wie sie in der Vernehmlassung erklang, zu hören? Sie geben
ja so viel auf die Stimme der Kantone! Es ist auch Föderalis-
mus, wenn man das Vernehmlassungsverfahren beachtet!
Sonst wird das Vernehmlassungsverfahren zu einer reinen
Alibiübung degradiert.
Beachten Sie unsere Anträge zu Artikel 32: Hier sind wir
auch entgegengekommen. Wir müssen unsere Freunde in
den grossen, arrondierten Kantonen Waadt und Bern darauf
aufmerksam machen, dass eine Kantonalisierung für jene
Höfe, die auf der Kantonsgrenze liegen, schwierig ist bei
unseren zerrissenen Kantonen; nicht nur Solothurn ist
schlecht arrondiert. Herr Jeanneret stellt den Antrag, dieses
Kapitel zu kantonalisieren. Ich habe am gestrigen Bettag,
Herr Jeanneret, viel über Ihren Antrag nachgedacht. In den
letzten 20 Jahren sind jährlich 10000 Arbeitsplätze in der
Landwirtschaft verlorengegangen. Wenn Familienbetriebe
eingehen, werden Leute in der Landwirtschaft arbeitslos,
und sie müssen in übrigen Berufen Unterschlupf finden.
Bauern, die mit 50 Jahren auf die Strasse gestellt werden,
finden vor allem in den Uhrenkantonen Neuenburg, Jura,
Solothurn kaum mehr eine Stelle. Die Anträge unseres Herrn
Jeanneret aus dem Kanton Neuenburg tragen dieser Tatsa-
che wenig Rechnung.
Noch eine weitere Betrachtung: Wer in den letzten Sessio-
nen die Aktivitäten der Pächter und Verpächter näher ver-
folgte, konnte feststellen, dass die Pächter die Ratsverhand-
lungen vor allem von den Tribünen her verfolgten und etwas
zu lautstark in ihrem Bulletin kommentierten. Die Verpäch-
ter direkt waren hier im Bundeshaus überhaupt nicht vertre-
ten. Hingegen sind andere Kreise daran interessiert, dass die
«Güterschlächterei» und die parzellenweise Verpachtung
lebensfähiger landwirtschaftlicher Heimwesen weitergeht!
Das sind jene, die die Interessen der Spekulation vertreten.
Mit der Kantonalisierung erreichen sie einen Aufschub der
neuen Gesetzgebung von mindestens zwei bis zu zehn
Jahren. Die Vertreter des Centre patronal und Exponenten
aus der deutschen Schweiz, welche den landwirtschaftli-
chen Boden nur als Spekulationsobjekt ansehen, versuch-
ten, in den Wandelhallen und in den Vorzimmern der Rats-
säle, Stimmung gegen diese wichtigen bäuerlichen Geset-
zesbestimmungen zu machen. Offenbar ist es ihnen bis jetzt
teilweise gelungen. •
Gestatten Sie mir, noch einen Gesichtspunkt zu erwähnen.
Es gibt Parteien und Parteienvertreter in der anderen Kam-
mer und in unserem Rat, die bei allen Gesetzesberatungen
den Status quo erhalten wollen. Mit dem Hinweis auf mehr
Föderalismus versuchen sie, alles Neue abzublocken. Sie
sind dafür, dass alles Alte erhalten bleibt. Sie treten auch für
einen absoluten Schutz des Grundeigentums ein. Ich frage
nun: Warum treten gerade jene Politiker, welche in unserem
Land alle gesetzlichen Änderungen bekämpfen und eine
konservative Haltung einnehmen, ausgerechnet beim
Boden für die bodenverändernde Nutzung und für den
Bruch mit dem Status quo ein? Sind viele Kreise für Födera-
lismus, nur solange er das eigene Portemonnaie nicht
berührt, oder wollen sie gar daraus Kapital schlagen?
Wer für die Erhaltung der echten Werte ist und diese von der
Vergangenheit in die Zukunft hinüberretten will, der sollte
sich mit aller Kraft für die bodenerhaltende Nutzung einset-
zen. Es ist ein Zwiespalt, immer von der Freiheit der Boden-
besitzer zu sprechen und diese Freiheit nicht mit der Verant-
wortung für den Boden zu verbinden! Diese Haltung bezüg-
lich Bodenfreiheit könnte man mit einem Wellenberg ver-
gleichen. Wenn er aber immer höher wird, werden die Wel-
lentäler immer tiefer, und eines Tages könnte eine Springflut
die aufgetürmte Freiheit hinwegspülen! Zur Erhaltung ech-
ter konservativer Werte gehört auch das Einstehen für das
grüne Land.
Aus diesem Grund bitte ich Sie, dieser Bewilligungspflicht
für die parzellenweise Verpachtung auf schweizerischer
Ebene zum Durchbruch zu verhelfen, denn wenn wir das
nicht tun, leisten wir der Spekulation Vorschub.
Im Namen der einstimmigen Kommission ersuche ich Sie,
hier dem Ständerat nicht zu folgen und diesen Artikel 30a zu
streichen.
M. Thévoz, rapporteur: Je voudrais simplement vous dire
qu'au sein de la commission, il y a eu une abstention, c'était
la mienne. C'est la raison pour laquelle je m'abstiendrai
également de prendre parti dans ce débat.
Bundesrätin Kopp: Ich glaube, ich habe anlässlich meiner
Ausführungen zum Vorpachtrecht klar dargestellt, dass ich
für kantonale Lösungen bin, wo immer das sinnvoll und
167-N
Bail à ferme agricole. Loi
1324N 16 septembre 1985
möglich ist. Aber hier, wo es nun um Massnahmen gegen
die parzellenweise Verpachtung geht, muss ich Sie drin-
gend bitten, Ihrer einstimmigen Kommission und dem Bun-
desrat zu folgen.
Im Landwirtschaftsbericht ist als Zielsetzung die Erhaltung
und Schaffung leistungsfähiger Familienbetriebe erwähnt.
Niemand hat diese Zielsetzung je in Frage gestellt. Aber um
diese Zielsetzung zu erreichen, ist es zwingend nötig, dass
die parzellen weise Verpachtung als wichtiges agrarpoliti-
sches Ziel auf Bundesebene geregelt wird, denn diese Ziel-
setzungen gelten für die ganze Schweiz und nicht für einige
Kantone. Es ist zwingend nötig, dass der Bund dieses wich-
tige agrarpolitische Mittel in der Hand behält.
Ein Kompromiss ist jedoch in der Frage denkbar, welche
landwirtschaftlichen Gewerbe vor der parzellenweisen Ver-
pachtung geschützt werden sollen; ob das nur solche sein
sollen, die eine gute landwirtschaftliche Existenz bieten,
oder auch solche, die eine ortsüblich angemessene Existenz
bieten. Hier würde noch ein gewisser Spielraum für die
Kantone bleiben. Bei diesem Artikel - ich wiederhole es -
handelt es sich um ein Kernstück dieser Vorlage. Der Bun-
desrat und Ihre einstimmige Kommission ersuchen Sie um
Festhalten.
Ich möchte Sie sehr bitten, dies ebenfalls zu tun, und zwar
mit einer deutlichen Mehrheit, so dass wir eine Chance
haben, im Ständerat nachher zu einer Einigung zu kommen.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission 94 Stimmen
Für den Antrag Jeanneret 33 Stimmen
Art. 31 Abs. 1
Antrag der Kommission
Festhalten
Art. 31 al. 1
Proposition de la commission
Maintenir
Nussbaumer, Berichterstatter: In unserer Kommission
wurde die Befürchtung laut, die Lösung des Ständerates
könnte zu Missbräuchen führen, wenn nämlich der Eigentü-
mer dem Pächter gestatten würde, das Pachtgut ohne
Bewilligung parzellen weise unterzuverpachten. Wenn bei
einer Gesetzesberatung Umgehungsmöglichkeiten schon
im Stadium der Beratung erkannt werden, sollte denselben
schon im Gesetzestext begegnet werden.
Unsere einstimmige Kommission empfiehlt Ihnen Fest-
halten.
M. Thévoz, rapporteur: A l'article 31, 1
er
alinéa, il s'agit de
définir qui a la possibilité de distraire, en vue de leur affer-
mage, les immeubles ou parties d'immeubles. Le Conseil
des Etats avait précisé qu'il ne s'agissait que du propriétaire
qui avait ce droit. On désire, au contraire, à l'unanimité de la
commission, éviter les abus en permettant aux fermiers, par
exemple, de sous-louer avec l'autorisation du propriétaire.
C'est la raison pour laquelle nous vous demandons de vous
en tenir à la solution du Conseil fédéral.
Angenommen - Adopté
Art. 32 Abs. 2 Bst. a und b und Abs. 3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des .Ständerates
Art. 32 al. 2 let. a et b et al. 3
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Bei Artikel 32 hat sich unser
Rat bei der Erstberatung zu sehr von einer aus dem Zusam-
menhang der Botschaft herausgerissenen Betrachtungs-
weise leiten lassen. Zwar heisst es in der Botschaft, Seite 30
unten: «Der Begriff der guten landwirtschaftlichen Existenz
ist objektiv zu verstehen. Die Existenz ist gut, wenn eine
durchschnittliche bäuerliche Familie mit anderthalb bis zwei
Arbeitskräften mit ihren Angehörigen ein mindestens paritä-
tisches Einkommen im Sinne der allgemeinen Landwirt-
schaftsverordnung erwirtschaften kann.» Es heisst aber,
nach dieser Bestimmung - und wir haben die Botschaft nur
soweit beachtet-: «In ungünstigen Verhältnissen, vor allem
im Berggebiet,» - hier ist aber auch das Hügelgebiet einge-
schlossen - «kann diese Einkommensgrenze tiefer liegen.
Doch sollte auch hier unter Berücksichtigung der örtlichen
Gegebenheiten und Gepflogenheiten mindestens ein ange-
messenes Einkommen erreicht werden.»
Wenn wir den Begriff der guten Existenz mit diesem Nach-
satz zusammen in Verbindung bringen, dann verkleinert
sich die Differenz zwischen dem, was der Bundesrat vor-
schlägt, der Ständerat beschlossen hat, und dem, was wir
das letzte Mal beschlossen haben. Wir wollten, dass alle
Betriebe, die eine ortsüblich angemessene Existenz darstel-
len, nicht der Zerstückelung preisgegeben werden. Wir kön-
nen aber beim Begriff «gute Existenz» bleiben. Es ist auch
zu beachten, dass dieser Begriff der guten landwirtschaftli-
chen Existenz nichts aussagt über die Betriebsgrösse.
Immerhin heisst es in der Botschaft: «... auch mittelgrosse
Familienbetriebe ab 10 bis 15 Hektaren Nutzfläche und
kleinere Betriebe mit Spezialkulturen könnten bereits eine
gute Existenz bieten und damit unter das Verbot der parzel-
lenweisen Verpachtung fallen.»
Seit der Veröffentlichung der Botschaft ist der 6. Landwirt-
schaftsbericht erschienen. Dieser enthält das umstrittene
Kapitel über das Gesamteinkommen, worüber wir wahr-
scheinlich noch in der nächsten Woche sprechen werden.
Auf Seite 295 dieses Berichtes wird gegenüber der zu einsei-
tigen Einkommenspolitik, die nur auf den Paritätslohn
abstellt, auch das Gesamteinkommen berücksichtigt. Ich
zitiere aus dem Bericht, Seite 295: «Ein Hauptmangel des
bis vor kurzem ausschliesslich praktizierten Paritätsverglei-
ches besteht darin, dass er nur den landwirtschaftlichen
Arbeitsverdienst einschliesst, die übrigen Einkommensbe-
standteile, nämlich den Zinsanspruch des Eigenkapitals und
das Nebeneinkommen, jedoch unberücksichtigt lässt. Er ist
deshalb als Beurteilungsmethode nur bedingt gültig. Ergibt
insbesondere ein unvollständiges Bild der wirklichen Ein-
kommens- und Lebensverhältnisse der bäuerlichen Familie.
Der übliche Paritätsvergleich ist denn auch vor allem dort
ungeeignet, wo - wie das in vielen Klein- und Bergbetrieben
zutrifft - ein wesentlicher Teil des Einkommens aus nicht-
landwirtschaftlicher Tätigkeit stammt. Der Vergleich auf-
grund des Arbeitsverdienstes je Tag vermittelt in diesen
Fällen ein verzerrtes Bild, aus methodischen Gründen in der
Regel zu schlechtes Bild der Einkommenslage der bäuerli-
chen Familie.» Soweit das Zitat aus dem Landwirtschaftsbe-
richt.
Im Auftrag unserer Kommission erkläre ich zuhanden des
Protokolls, dass bei der Beurteilung, ob ein landwirtschaftli-
ches Heimwesen eine gute Existenz sei, auch das Gesamt-
einkommen dieser Familienbetriebe mitzuberücksichtigen
sei.
Ich bitte Frau Bundesrätin Kopp, sich dazu zu äussern, ob
sie sich dieser Interpretation des zur Diskussion stehenden
Begriffes der guten landwirtschaftlichen Existenz anschlies-
sen kann.
Unter diesen Voraussetzungen beantrage ich Ihnen im
Namen unserer Kommissionsmehrheit, dem Ständerat zuzu-
stimmen. Das gilt für alle Bestimmungen von Artikel 32.
M. Thévoz, rapporteur: A l'article 32, la commission vous
propose, par 15 voix contre 6, de vous rallier à la version du
Conseil fédéral et du Conseil des Etats en ce qui concerne la
définition des moyens d'existence nécessaires à une famille
paysanne. Le Conseil fédéral dit que «la famille doit jouir de
bons moyens d'existence», alors que lors du premier débat,
nous avions adopté la définition suivante: «des moyens
d'existence appropriés selon les conditions locales». Nous
estimons que cette définition, réflexion faite, est assez com-
- September 1985 N
1325
Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
pliquée. C'est la raison pour laquelle nous vous proposons,
à la majorité, de vous rallier à la solution du Conseil des
Etats, cette définition étant valable pour l'ensemble de l'arti-
cle 32.
Bundesrätin Kopp: Ich kann mich den Ausführungen des
Kommissionspräsidenten anschliessen, und zwar vor allem
auch deshalb, weil ja der 6. Landwirtschaftsbericht .davon
ausgeht, dass zum Einkommen auch das Nebeneinkommen
gezählt wird. Mit anderen Worten: beim Paritätsvergleich
wird nicht mehr nur auf das Einkommen aus der eigentli-
chen Landwirtschaft abgestellt.
In dem Sinne bin ich mit der Auslegung des Kommissions-
präsidenten einverstanden und kann Ihnen ebenfalls
Zustimmung zum Kommissionsmehrheitsbeschluss emp-
fehlen.
Angenommen - Adopté
Art. 33
Antrag der Kommission
Festhalten
Antrag Bonnard
Zustimmung zum Ständerat
Art. 33
Proposition de la commission
Maintenir
Proposition Bonnard
Adhésion au Conseil des Etats
M. Bonnard: Nous sommes ici dans l'affermage par par-
celles. Cet affermage n'est possible que moyennant une
autorisation de l'autorité compétente. Qu'en est-il du bail si
l'autorisation est refusée? C'est la question que tranche
l'article 33. Entre la version du Conseil national et du Conseil
fédéral, d'une part, et celle du Conseil des Etats, d'autre
part, il y a une différence considérable qui a donné lieu à
discussion au Conseil des Etats, mais qui chez nous a
pratiquement passé totalement inaperçue.
Pour le Conseil national et le Conseil fédéral, le bail ne
déploie aucun effet tant et aussi longtemps que l'autorité
compétente n'a pas délivré l'autorisation requise. Pour le
Conseil des Etats, au contraire, le bail déploie ses effets tant
et aussi longtemps que l'autorisation n'est pas refusée.
Pour bien saisir la portée de cette différence, permettez-moi
de prendre un exemple pratique et fréquent. Voici un pro-
priétaire et un fermier qui concluent un bail à la fin de l'hiver,
pour une parcelle, avec entrée en vigueur le 1" mars. Le
propriétaire ne requiert l'autorisation qu'au mois de septem-
bre. L'autorité se prononce au mois de novembre et elle
refuse l'autorisation. Entre-temps, le fermier a cultivé la
parcelle, il en a tiré une belle récolte à la fin de l'été, il l'a
vendue à un bon prix. Dans le système du Conseil fédéral et
du Conseil national, le propriétaire ne pourra réclamer
aucun fermage au fermier pour ces huit mois durant les-
quels il a joui de la parcelle alors même qu'il a fait une
récolte, qu'il l'a vendue et qu'il en a tiré un bon bénéfice.
Dans le système du Conseil des Etats, le propriétaire pourra
réclamer le fermage convenu pour le temps qu'aura duré le
bail entre son entrée en vigueur et la date de résiliation fixée
par l'autorité.
Que ce soit dans la version du Conseil fédéral et du Conseil
national ou dans celle du Conseil des Etats, l'article 33 vise
un seul et même but. Il s'agit d'infliger aux parties une
sanction de droit civil pour le motif que l'autorisation exigée
par la loi n'a pas été accordée. La différence entre les deux
textes réside dans la dureté de la sanction. Le Conseil
fédéral et le Conseil national veulent une sanction dure, le
Conseil des Etats une sanction plus mesurée.
A mon avis, la sanction du Conseil fédéral et du Conseil
national est excessive. Elle charge le propriétaire seulement
et elle donne au fermier un avantage illégitime. Ne l'oublions
pas, l'affermage par parcelles est fréquemment le fait de
petits propriétaires qui veulent cesser leur exploitation,
devenue trop petite et qui n'est donc plus rentable, et qui
veulent affermer leur bien et non pas le céder. Ils l'afferment
entre plusieurs voisins dont les exploitations sont plus
grandes et, par conséquent, plus viables. Punir ce petit
propriétaire et privilégier l'exploitant plus important, ce n'est
tout simplement pas équitable.
Je sais- Madame la conseillère fédérale le dira tout à l'heure
- que le Conseil fédéral et le Conseil national attendent de
leur sanction un effet préventif salutaire. Je pourrais, à la
rigueur, comprendre cet,argument s'il n'y avait aucune
sanction pénale; mais l'article 55 de notre projet prévoit des
sanctions pénales précisément pour le cas qui nous occupe
et celles-ci peuvent s'élever jusqu'à 10 000 francs d'amende.
Cela représente déjà une sanction sévère. Je vous rappelle
que s'agissant du crédit à la consommation, nous nous
sommes mis d'accord avec le Conseil des Etats poursuppri-
mer toutes les sanctions pénales. Il n'y a plus de divergence
entre les deux Chambres sur ce point et pourtant les sanc-
tions civiles que nous prévoyons dans cette législation sur le
crédit à la consommation sont dans l'ensemble moins
lourdes que celles qui sont prévues ici.
Devant le Conseil des Etats, Madame la Conseillère fédérale,
vous avez argumenté en expliquant que l'article 33, qui est
ici en cause, est directement inspiré des solutions qui ont
été adoptées dans la «lex Furgler» ou la «lex Friedrich».
Permettez-moi de m'étonner. Cette assimilation entre l'ac-
quisition d'immeubles par les étrangers et l'affermage par
parcelles entre agriculteurs suisses néglige, à mon avis, le
fait que les données des deux problèmes, leur portée politi-
que, les biens à sauvegarder sont de nature complètement
différente. Vous savez bien que l'emprise étrangère sur le
sol suisse est devenue un problème national qui a des
résonnances dans toutes les couches de la population et qui
a exigé des solutions énergiques. Mais vous savez tout aussi
bien que l'affermage par parcelles n'est qu'un problème
spécifique, qui n'éveille pas les mêmes échos et que nous
pouvons parfaitement résoudre sans recourir à des solu-
tions extrêmes.
La solution du Conseil des Etats représente à mon avis une
solution à la fois suffisante et efficace. Ce qu'il faut, mais ce
qui suffit aussi, c'est d'empêcher l'affermage d'une parcelle
ne répondant pas aux conditions de l'article 32. La solution
du Conseil des Etats permet parfaitement d'atteindre ce but
puisque l'autorité peut ordonner la cessation du bail et que
les parties doivent supporter seules les dommages résultant
de la résiliation. C'est cela qui importe; aller plus loin, c'est
violer le principe de la proportionnalité.
Permettez-moi, pour conclure, de vous rappeler que la solu-
tion du Conseil fédéral et du Conseil national n'a trouvé au
Conseil des Etats que trois voix pour la soutenir. C'est dire
que nos excellents collègues de l'autre Chambre ne vont
pas céder. Je vous invite dès lors à les suivre.
Nussbaumer, Berichterstatter: Im Namen der einstimmigen
Kommission möchte ich hier den Entwurf des Bundesrates
beibehalten. Die Fassung des .Ständerates hätte zur Folge,
dass die nicht bewilligten Verträge nicht von Anfang an
ungültig'wären, sondern erst mit der Auflösung durch die
Behörden ungültig würden. Das schafft Rechtsunsicherhei-
ten. Allerdings wirft uns der Ständerat vor, wir hätten diese
Bestimmung zu wenig bedacht. Der Bundesrat sagt, die
Verträge seien unwirksam, solange keine rechtskräftige
Bewilligung der Behörde vorliege. Die Verträge sind nichtig,
wenn die Bewilligung rechtskräftig verweigert wird. Bei der
ständerätlichen Fassung geht es um die Auflösung wider-
rechtlich abgeschlossener Verträge, die aber zustande
gekommen sind.
Im Ständerat wurde gesagt, es könne nicht verhindert wer-
den, dass Liegenschaften widerrechtlich parzellenweise ver-
pachtet würden, ohne dass überhaupt eine Bewilligung ein-
geholt werde. Es wurde behauptet, die Verträge seien zu
zahlreich, als dass es der Behörde überhaupt möglich wäre,
Bail à ferme agricole. Loi
1326
N 16 septembre 1985
alle Verträge zu erfassen. Das stimmt natürlich nicht. Wenn
eine selbständige Existenz aufgehoben wird und eine par-
zellenweise Verpachtung bevorsteht, ist es jedem Leiter
einer Ackerbaustelle möglich, die Meldung dem Kanton
weiterzuleiten. Das sind in einem grossen Kanton pro Jahr
vielleicht 30 bis 40 Fälle. Das ist überschaubar, sofern die
Kantone die Kontrolle an die bestehenden landwirtschaftli-
chen Amtsstellen in den Gemeinden delegieren. Im übrigen
sieht Artikel 33 in Absatz 2 und Absatz 3 ebenfalls Sanktio-
nen vor für den Fall, dass die Pacht bereits angetreten ist.
Der Unterschied ist dann klein. Im einen Fall geht es um die
Räumung des Pachtobjektes, das vertragslos angetreten
worden ist; das ist die Lösung des Nationalrates. Im anderen
Fall geht es um die Auflösung eines widerrechtlich abge-
schlossenen Vertrages. Im Ständerat wurde gesagt, der
Pächter allein sei durch die bundesrätliche Lösung bevor-
zugt. Er könne die Parzellen nutzen und brauche dann am
Jahresende keinen Zins zu bezahlen. Der Verpächter sei der
alleinige Leidtragende. Er könne nicht einmal den Pachtzins
verlangen. So habe der Verpächter allein die Sanktionen zu
erdulden, und das sei ungerecht. Es ist aber eigenartig:
Wenn wir diese Logik weiterführen, müssen wir zuletzt nur
noch für jene Gesetze machen, die Gesetze zum vornherein
ignorieren oder übertreten wollen. Der Verpächter kann sich
zum vornherein erkundigen, ob die parzellenweise Verpach-
tung möglich sei oder nicht. Glauben Sie, ein Pächter, der
einen grossen Teil eines solchen widerrechtlich parzellen-
weise verpachteten Hofes zugepachtet und ein halbes Jahr
darauf gewirtschaftet hat, erleide keinen Schaden und keine
Umtriebe durch die vorzeitige Auflösung?
Es stimmt nicht, dass wir dem Verpächter mehr zumuten
wollen als dem Pächter. Das Argument, die parzellenweise
Verpachtung sei schwierig zu kontrollieren, weil die Pacht-
verträge nicht im Grundbuch eingetragen werden, würde
nur zutreffen, wenn die Kantone sozusagen von der Haupt-
stadt, vom Büro aus, ohne die Mithilfe der dezentralisierten
Amtsstellen vorgehen würden. Aber gerade hier bleiben die
Kantone in ihrem Handlungsspielraum frei. Zudem sind zivil-
rechtliche Sanktionen gegenüber Leuten, die sich nicht um
die Gesetzesbestimmungen kümmern, viel sympathischer
als strafrechtliche.
Herrn Bonnard möchte ich sagen: Sehr oft werden solche
Pachtverhältnisse von denen verschwiegen, die der
Behörde nicht sagen wollen, dass sie einen übersetzten
Pachtzins verlangen wollen. Es stimmt nicht, dass unsere
Kommission und unser Rat, wie das Herr Ständerat Aubert
im Ständerat behauptete, nur von «propriétaires opulents»
und von «fermiers faméliques» ausgegangen sind. Wir sind
von zwei gleichwertigen Vertragspartnern ausgegangen. Es
gibt auf beiden Seiten Ausgehungerte und Wohlbestallte.
Die Erfahrungen, die wir, Herr Bonnard, mit der Pachtzins-
kontrolle seit dem Bestehen des Gesetzes über die Kontrolle
der Pachtzinse gemacht haben, sind wenig verheissungs-
voll. Die Pachtzinskontrolle wurde in den meisten Kantonen
nicht mehr durchgeführt, sie blieb toter Buchstabe. Deshalb
müssen wir hier eine Lösung wählen, die greift.
Ich bitte Sie im Namen der einstimmigen Kommission, hier
dem Ständerat nicht zu folgen und an unserem Beschluss
festzuhalten.
M. Thévoz, rapporteur: Je vous rappelle que la commission,
à l'unanimité, vous propose de vous en tenir à notre premier
texte, c'est-à-dire de vous rallier à la version du Conseil
fédéral. Il est évident que, lorsque nous avons pris notre
décision, nous ne connaissions pas l'argumentation de
M. Bonnard, qui, bien sûr, donne à réfléchir.
Néanmoins, nous sommes d'avis que les sanctions qui sont
infligées en cas de transgression de la loi doivent avoir un
effet dissuasif efficace. C'est une des raisons pour les-
quelles la commission vous engage à opter pour la version
du Conseil fédéral.
Bundesrätin Kopp: Die Ausführungen und der Antrag von
Herrn Bonnard veranlassen mich, zu dieser Frage etwas
ausführlicher Stellung zu nehmen. Der Antrag von Herrn
Bonnard, der dem Beschluss des Ständerates entspricht,
hat erheblich mildere zivilrechtliche Sanktionen zur Folge.
Erst wenn die Bewilligung verweigert wird, wird der Vertrag
nichtig, während nach der Konzeption des Bundesrates, der
auch Ihre Kommission beipflichtet, der Vertrag ohne Bewilli-
gung von Anfang an unwirksam ist.
Herr Bonnard hat geltend gemacht, dass diese Lösung vor
allem den Verpächter treffen würde. Ich glaube indessen
nicht, dass das so ist. Es ist nicht nur der Fall denkbar, in
dem der Pächter erntet, aber den Pachtzins nicht bezahlt,
sondern je nach Zeitpunkt ist es auch möglich, dass der
Pächter den Pachtzins bereits bezahlt, aber noch nicht
geerntet hat.
Im übrigen ist die Situation des Pächters ausserordentlich
labil, da er jeden Tag zu gewärtigen hat, dass er bei der
Nichtigkeit des Vertrages die Pacht aufgeben muss. Ich
glaube durchaus, dass bei der vorgeschlagenen Lösung die
Spiesse - um diesen Ausdruck zu gebrauchen - beidseitig
gleich lang sind.
Nun zum Vergleich mit der Lex Friedrich: Natürlich sind
diese beiden Gesetze inhaltlich nicht miteinander vergleich-
bar. Aber sie sind insofern zu vergleichen, als es sich in
beiden Fällen um Verträge handelt, die einer behördlichen
Bewilligung bedürfen. Nun wird gerade bei der Spezialge-
setzgebung immer wieder der Vorwurf erhoben, dass der
Bundesrat ähnliche Rechtsverhältnisse verschieden regle.
Ich bin der Meinung, wir sollten alles daran setzen, dass Sie
in der Spezialgesetzgebung bei vergleichbaren Verhältnis-
sen eben auch die gleichen Rechtsfolgen ansetzen. Wir
versuchen, dies in der Spezialgesetzgebung zu verwirkli-
chen, so auch in diesem Falle.
Der Kommissionspräsident hat zu Recht darauf hingewie-
sen, dass es sympathischer ist, wenn wir die Sanktionen im
Zivilrecht treffen und nicht im Strafrecht. Ich schliesse mich
dieser Auffassung an und bitte Sie, aus al! diesen Überle-
gungen der hier einstimmigen Kommission und dem Bun-
desrat zu folgen.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission 75 Stimmen
Für den Antrag Bonnard 44 Stimmen
Art. 33a
Antrag der Kommission
Festhalten
Antrag Jeanneret
Zustimmung zum Ständerat
Art. 33a
Proposition de la commission
Maintenir
Proposition Jeanneret
Adhésion au Conseil des Etats
Angenommen gemäss Antrag der Kommission (siehe
Entscheid bei Art. 30a)
Adopté selon la proposition de la commission (voir décision
à l'art. 30a)
Art. 34
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Der Ständerat hat mit der
Neuformulierung von Artikel 34 Absatz 2bis eine Lösung
gefunden, die juristische Personen gleich behandelt wie
natürliche Personen. Wenn entschieden werden muss, ob
eine Einsprache gegen übermässige Zupacht gegeben sei,
dann ist das Einkommen von zweieinhalb bis drei beschäf-
- September 1985 N
1327
Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
tigten Arbeitskräften mit dem Einkommen in einem über-
durchschnittlichen bäuerlichen Familienbetrieb zu verglei-
chen. Die kleine Differenz in Artikel 34 Absatz 2 bringt
keinen Freipass für Fernpächter. Erheblich entfernte Grund-
stücke, die ausserhalb des ortsüblichen Bewirtschaftungs-
bereiches liegen, unterliegen in jedem Fall dem Einspruchs-
verfahren. Die ständerätliche Lösung trägt mit der Präzisie-
rung «offensichtlich ausserhalb des ortsüblichen Bewirt-
schaftungsbereiches» den unterschiedlichen Arrondie-
rungsverhältnissen in den verschiedenen Kantonen besser
Rechnung. Normalerweise ist der ortsübliche Bewirtschaf-
tungsrayon das eigene Dorf. Sehr oft liegen einzelne Parzel-
len in angrenzenden Nachbardörfern. Dazu gehört selbst-
verständich auch das Gebiet um einen zweiten Betriebs-
standort, also beispielsweise um das Maiensäss herum.
Die in den letzten 20 Jahren aufgekommenen Fernpachten
sollen jedoch nicht als Besitzstand angenommen werden. In
Frankreich beispielsweise sind Förderungsmassnahmen,
die einem jungen Landwirt zukommen, der einen selbständi-
gen Erwerb aufnimmt, auf 4 Kilometer Umkreis begrenzt. In
der Milchkontingentierung kennen wir den Zehnkilometer-
kreis. Dieser überspringt eindeutig den ortsüblichen, lan-
desüblichen Bewirtschaftungsrayon.
Ich bitte Sie im Namen der einstimmigen Kommission, hier
dem Ständerat zuzustimmen.
M. Thévoz, rapporteur: A l'article 34, il s'agit de définir les
conditions qui permettent d'affirmer qu'un affermage com-
plémentaire est manifestement abusif. La notion de distance
a aujourd'hui changé de valeur. Avec les moyens de trans-
port dont on dispose, les réseaux de chemins qui ont été
construits, il est possible d'exploiter des parcelles sises à
une distance beaucoup plus considérable que ce n'était le
cas naguère, du temps de la traction hippomobile.
C'est la raison pour laquelle nous pensons que la version du
Conseil des Etats, qui stipule que «l'immeuble doit être situé
manifestement hors du rayon d'exploitation normale»,
contient une meilleure définition que celle du Conseil fédé-
ral, que nous avions adoptée lors du dernier débat, et qui ne
fait mention que «d'une distance considérable».
Par conséquent, la commission, à l'unanimité, vous propose
de vous rallier à la définition du Conseil des Etats.
Angenommen - Adopté
Art. 41 Abs. 2
Antrag der Kommission
Festhalten
Art. 41 al. 2
Proposition de la commission
Maintenir
Art. 41 a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Ich bitte Sie, Artikel 41
Absatz 2 in Verbindung mit Artikel 41 a zu betrachten.
Unsere Kommission versuchte hier noch einmal nachzuge-
ben, aber es kann nicht die Aufgabe des eidgenössischen
Parlamentes sein, die Pachtzinsen derart anzuheben, dass
die Pächter mit einer Verdoppelung des Pachtzinses rech-
nen müssen. Dies hätte auch seine Auswirkungen auf die
landwirtschaftlichen Produktionskosten und auf die Pro-
duktepreise. Ein Sechstel aller hauptberuflich geführten
Betriebe sind Pachten. Ich möchte am Beispiel anknüpfen,
wie es von Präsident Debétaz im Ständerat erwähnt wurde.
Heute beträgt der Hypothekarzinsfuss 5,5 Prozent. Zieht
man davon das Pächterrisiko von einem Viertel ab, dann
bleibt eine Verzinsung des Ertragswertes von 4'/
8
Prozent.
Heute hat der Verpächter eine Verzinsung seines Kapitals,
also des Ertragswertes, von 3 Prozent; 2,5 Prozent des
heutigen Pachtzinses fallen auf die Verpächterlasten. Diese
Verpächterlasten werden ja inskünftig mit der neuen Zinsre-
gelung separat abgegolten. Wenn wir nun zu diesen 4'/
8
Prozent noch 15 Prozent zuschlagen, wie wir es Ihnen in
Artikel 41 a vorschlagen, wird dieser Zuschlag nicht nur auf
diese 4% Prozent gemacht, sondern auch auf die Verpäch-
terlasten. Der Verpächter wird anstatt wie bisher 3 Prozent
Landgutrente, wie man dem sagt, neu nach dem Vorschlag
des Nationalrates, etwa 5 Prozent Landgutrente bekommen.
Wenn wir wissen, wie eng in der Landwirtschaft kalkuliert
werden muss, und wie sehr die Konsumentenschaft darauf
erpicht ist, preisgünstige Nahrungsmittel zu beziehen, dür-
fen wir hier den Bogen nicht überspannen.
Wir müssen ausserdem bedenken, dass in den nächsten
Monaten das neue eidgenössische Schätzungsreglement in
Kraft treten wird. Dieses wird eine Erhöhung der Ertrags-
werte um durchschnittlich 30 Prozent bringen. Wenn wir
also einen Hof betrachten, der einen Ertragswert von
200 000 Franken hat, erhält der Verpächter dafür nach heuti-
gem Pachtrecht und Abzug der Verpächterlasten 3 Prozent
von 200 000 Franken oder 6000 Franken als Verzinsung oder
als Landgutrente.
Neu wird der Verpächter für seinen Hof - der statt 200 000
nach dem neuen Schätzungsreglement 260 000 Franken
Ertragswert aufweisen könnte - 5 Prozent Zins oder 13 000
Franken erhalten. Diese Zinserhöhung wird bei besser abge-
deckten Verpächterlasten, die hier nicht eingerechnet sind,
116 Prozent betragen. Wenn wir hier weitergehen, über-
spannen wir den Bogen. Wir drängen den Pächter in einen
ungeheuren Produktionszwang hinein, und das könnte der
Natur und auch der Gesundheit des Pächters nicht gut
bekommen. Wir müssen die Zusammenhänge zwischen
Pachtzins und der übrigen Agrarpolitik erkennen. Die im
Ständerat bekanntgegebene finanzielle Privilegierung des
Pächters pro Hektare (im Jahresdurchschnitt 458 Franken)
wurde durch die eidgenössische Forschungsanstalt Täni-
kon nicht bestätigt. Man schreibt mir von Tänikon, die
Vergleichbarkeit zwischen Eigentümerbetrieben und Pacht-
betrieben in den gleichen Grössenkategorien sei mit allen
Vorbehalten anzunehmen. Mit der neuen Zinsgestaltung
gehen wir auch mit der nationalrätlichen Lösung, also Bei-
behaltung des Pächterisikoabzuges, weit über das hinaus,
was diese Unterschiede von 458 Franken pro Hektare aus-
macht.
Noch ein Wort zum Pächterrisiko. Das Pächterrisiko besteht
nicht nur wegen der Möglichkeit, dass eines Tages gekün-
digt werden könnte. Viele unserer Pachthöfe weisen eher
bescheidene oder technisch veraltete Gebäude auf. Sehr oft
sind auch wenig Garagen und Schopfräume vorhanden. In
Ackerbaubetrieben müssen die Ackerfrüchte meistens vom
Feld weg abgeliefert werden, weil kein Platz für Zwischenla-
gerung und spätere Sortierung besteht. Bei den Kartoffeln
beispielsweise gibt dies eine grosse Preiseinbusse. Dadurch
geht dem Pächter Arbeitseinkommen verloren. Wenn der
Pächter beispielsweise keine Heubelüftung einrichten kann
oder darf, dann ist die Wetterabhängigkeit seines Betriebes
viel grösser. Es gibt nämlich eine Reihe von Verpächtern, die
sich nicht bereit erklären, derart grosse Einbauten, wie die
Heubelüftung, zu gestatten, selbst dann nicht, wenn der
Pächter sie selbst bezahlt. In Käsereigebieten, wo nicht auf
Silofütterung ausgewichen werden kann, gibt dies zusätzli-
che Kosten beim Futterzukauf. Es gibt auch Pachten, die zu
wenig Siloraum aufweisen, und der Verpächter ist sehr oft
nicht bereit, Silos selber zu erstellen oder durch den Pächter
erstellen zu lassen, weil er Angst vor der Nachbarschaft hat
und Auseinandersetzungen um Immissionsbelastungen
befürchtet. Unlängst erschien in der «Neuen Zürcher Zei-
tung» ein Leserbrief eines Dozenten der Hochschule St. Gal-
len, der die eidgenössischen Räte davor warnen wollte,
beim Pachtzins nicht zu überborden. Wenn der Pachtzins
für ganze Heimwesen zu attraktiv würde, könnte dies boden-
rechtlich nachteilige Folgen haben. Der Verfassungsgrund-
satz, den bäuerlichen Grundbesitz zu festigen, gebiete, die
Bail à ferme agricole. Loi
1328
N 16 septembre 1985
Verpachtung von Höfen für nichtbäuerliche Grundbesitzer
nicht zu attraktiv zu machen.
Aus allen diesen Gründen schlage ich Ihnen im Namen der
einstimmigen Kommission vor, bei Artikel 41 Absatz 2 an
unsern Beschlüssen festzuhalten und dafür als Kompromiss
bei Artikel 41a dem Ständerat zuzustimmen. Dieser zweite
Beschluss wurde in unserer Kommission mit 11 zu 9 Stim-
men gefasst.
Ich bitte Sie, unsern Beschlüssen zuzustimmen.
M. Thévoz, rapporteur: La divergence suivante concerne
l'article 41, 2
e
alinéa. Il s'agit du taux de l'intérêt de la valeur
de rendement fixé par le Conseil fédéral.
Le Conseil national, lors de son premier débat, a décidé que
ce taux serait diminué d'un quart pour cent pour les exploi-
tations agricoles, tandis que le Conseil des Etats proposait
de biffer cette disposition.
Quelles sont les conséquences des diverses versions? La
décision du Conseil des Etats entraînerait une augmentation
exagérée du taux du fermage de quelque 100 pour cent. La
déduction pour les risques nous paraît indispensable afin de
limiter les charges du fromage a des proportions accepta-
bles et de tenir compte, de façon appropriée, de la sécurité
économique du fermier, qui, par rapport à celle du proprié-
taire, reste toujours plus faible. A notre avis, ce serait une
erreur de supprimer cette déduction d'un quart pour cent
pour les exploitations agricoles.
Dans la même foulée, je vous propose de traiter les diver-
gences que nous trouvons à l'article 41 a. En effet, par 11
voix contre 9, la commission vous invite à adopter la version
du Conseil des Etats, à savoir un supplément de 15 pour
cent, alors que le Conseil national, lors du premier débat,
avait opté pour un supplément de fermage de 10 pour cent
seulement. Ainsi, par cette décision, nous disposerions
d'une solution équilibrée entre l'article 41 et l'article 41a,
dans le cadre de la fixation du taux de fermage.
Par conséquent, je vous propose de maintenir notre déci-
sion en ce qui concerne l'article 41 et de nous rallier au
Conseil des Etats relativement à l'article 41 a.
Bundesrätin Kopp: Der Vorschlag, den Ihnen die Kommis-
sion macht, ist zweifellos ein sehr sinnvoller Kompromiss,
weil er den nötigen Anreiz dazu bietet, langfristige Pachtver-
träge abzuschliessen. Auf Details möchte ich nicht eintreten.
Die Pachtzinse sind bisher sicher zu tief gewesen. Mit ein
Zweck dieser Revision ist es, die Pachtzinse anzuheben.
Wenn nun aber das Resultat, wie es der Ständerat festlegt,
zusammen mit der Neubewertung des Ertragwertes zu einer
Steigerung bis zu 135 Prozent führt, ist es naheliegend, dass
hier der Bogen überspannt wird.
Ich möchte Sie deshalb bitten, dem Kompromissvorschlag
Ihrer Kommission zuzustimmen.
Präsident: Die Kommission beantragt Ihnen, bei Artikel 41
festzuhalten und bei 41 a dem Ständerat zuzustimmen.
Angenommen - Adopté
Art. 43 Abs. 1 und 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 43 al. 1 et 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Nach der ständerätlichen
Fassung könnten nur noch die Behörden gegen den ver-
einbarten Pachtzins Einsprache erheben.
Unsere Kommission schliesst sich hier - der Präsident zwar
schweren Herzens - einstimmig dem Ständerat an, weil sie
umgekehrt vom Ständerat inständig erwartet, er werde bei
den anderen noch verbleibenden Differenzen auch ein Zei-
chen setzen.
Ich bitte Sie, sich hier dem Ständerat anzuschliessen.
M. Thévoz, rapporteur: Nous vous proposons à l'article 43 la
solution du Conseil des Etats, qui précise que c'est l'autorité
désignée par le canton qui peut former opposition. Ainsi,
nous faisons un pas en direction des cantons, même si nous
avons été intransigeants lors de deux articles précédents.
Angenommen - Adopté
Art. 50
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Nussbaumer, Berichterstatter: Aus staatsrechtlichen und
verfassungsrechtlichen Gründen kann der Eîund den Kanto-
nen nicht vorschreiben, sie hätten zwingend eine paritäti-
sche, verwaltungsunabhängige Kommission, zusammenge-
setzt aus Verpächtern und Pächtern, einzusetzen. Immerhin
soll hier zuhanden des Protokolls sehr deutlich der Wunsch
der Organisationen der Grundeigentümer und der Pächter
weitergegeben werden. Von beiden Vertragspartnern ist
gewünscht worden, dass in den Kantonen als Beschwerde-
instanz paritätische Kommissionen verwaltungsunabhängig
aufgestellt würden. Weil dies so gewünscht wurde, gebe ich
es weiter. Wir können nur auf die Vernunft der Kantone
zählen.
Wir bitten Sie,,sich hier dem Ständerat anzuschliessen.
Angenommen - Adopté
Art. 54
Nussbaumer, Berichterstatter: Gestatten Siie mir, dass ich
hier im Plenum eine Frage der Redaktionskommission
zuhanden des Protokolls beantworte. Es wurde von der
Redaktionskommission die Frage aufgeworfen, ob die Kan-
tone eine oder mehrere Beschwerdeinstanzen einsetzen
könnten. Hierzu ist zu bemerken, dass seinerzeit schon die
Expertenkommission, aber auch der Bundesrat den Kanto-
nen so wenig wie möglich vorschreiben wollte. Es steht also
den Kantonen frei, nach Sachgebieten getrennte
Beschwerdeinstanzen einzuführen. Allerdings werden die
meisten Kantone ohnehin nur eine Beschwerdeinstanz vor-
sehen, was sicher am zweckmässigsten ist.
Angenommen - Adopté
Art. 61 Abs. 1 und 5
Antrag der Kommission
Abs. 1
Festhalten
Abs. 5
Ein Vertrag ...
... der zwischen dem I.Januar 1985 und dem Inkrafttreten
dieses Gesetzes abgeschlossen oder wirksam wurde und
der nach diesem Gesetz der Bewilligungspflicht unter-
stünde, gilt auf den 1. November des dritten Jahres ...
Art. 61 al. 1 et 5
Proposition de la commission
Al. 1
Maintenir
Al. 5
Un contrat d'affermage...
... a débuté entre le 1
er
janvier 1985 et l'entrée en vigueur de
la présente loi, sera tenu pour résilié au 1
e
' novembre de la
troisième année...
- September 1985 N
1329Strassenverkehrsunfälle. Haager Übereinkommen
Abs. 1 - AI. 1
Nussbaumer, Berichterstatter: Nachdem Sie bei Artikel 4
die schriftliche Form beschlossen haben, bleibt die Diffe-
renz bei Artikel 61 Absatz 1 bestehen.
Angenommen - Adopté
Abs. 5-AI. 5
Nussbaumer, Berichterstatter: Hier schlägt unsere Kommis-
sion eine verkürzte Übergangsregelung vor. Nachdem die
Beratungen dieses Gesetzes so lange gedauert haben, sollte
die Übergangsregelung nicht fünf Jahre zurückgreifen, auf
den 1. Januar 1981, und nach Inkrafttreten dieses Gesetzes
noch sechs Jahre in die Zukunft ausgedehnt werden. Aus
diesem Grund schlägt Ihnen unsere Kommission vor, nur
Verträge bezüglich parzellenweiser Verpachtung, die nach
dem 1. Januar 1985 in Kraft getreten sind, noch nachträglich
genehmigen zu lassen. Diese Verträge sollen, wenn der
Ständerat auch dieser Meinung ist, auf den 1. November des
dritten Jahres, und nicht des sechsten Jahres, aufgelöst
werden, sofern keine Bewilligung erteilt wird. Ich habe dem
Präsidenten der ständerätlichen Kommission geschrieben,
wir würden diesen Antrag heute so stellen. Wir stehen ja hier
im Differenzbereinigungsverfahren und können die zweite
Änderung eigentlich nicht mehr vornehmen, wenn sich der
Ständerat querstellt.
Ich bitte Sie, unserem geänderten Antrag, da er eine ver-
kürzte Übergangsregelung bringt, die auch übersichtlicher
ist, zuzustimmen.
M. Thévoz, rapporteur: A l'article 61, chiffre 5, nous vous
proposons une nouvelle rédaction pour tenir compte de la
longue durée des débats, et de la date de mise en vigueur de
la loi. En lieu et place du 1
er
janvier 1981, nous vous propo-
sons d'inscrire dans la loi le 1
er
janvier 1985 et de raccourcir
d'autant la période transitoire de six ans à trois ans. Nous
serrerons ainsi la réalité de beaucoup plus près.
Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
#ST# 85.002
Geistiges Eigentum. Abkommen von Nizza
Propriété intellectuelle. Arrangement de Nice
Botschaft und Beschlussentwurf vom 4. Februar 1985 (BBI l, 609)
Message et projet d'arrêté du 4 février 1985 (FF I, 601)
Beschluss des Ständerates vom 6. Juni 1985
Décision du Conseil des Etats du 6 juin 1985
Antrag der Kommission
Eintreten und Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Entrer en matière et adhérer à la décision du Conseil des
Etats
Herr Fischer-Hägglingen unterbreitet namens der Petitions-
und Gewährleistungskommission den folgenden schriftli-
chen Bericht:
Mit Botschaft vom 4. Februar 1985 unterbreitete der Bun-
desrat einen Entwurf zu einem Bundesbeschluss betreffend
das revidierte Abkommen von Nizza über die internationale
Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für die Ein-
tragung von Marken.
Die Schweiz ist seit 1962 Mitglied des Verbandes zur interna-
tionalen Klassifikation der Waren und Dienstleistungen für
die Registrierung von Marken. Der Verein wurde durch das
Abkommen von Nizza begründet und umfasst heute 32
Staaten.
Die Klassifikation dient vor allem Recherchezwecken. Sie
muss von Zeit zu Zeit den sich ändernden wirtschaftlichen
Gegebenheiten angepasst werden.
Die am 13. Mai 1977 beschlossenen Änderungen des
Abkommens betreffen den Inhalt und die Sprache der Klas-
sifikation, das Verfahren zur Änderung der Klassifikation
und die Schlussabstimmungen.
Die Kommission beantragt einstimmig, dem Bundesbe-
schluss zuzustimmen.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 und 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1 et 2
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 93 Stimmen
(Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
#ST# 84.080
Strassenverkehrsunfälle.
Haager Übereinkommen
Accidents de la circulation routière.
Convention de La Haye.
Botschaft und Beschlussentwurf vom 24. Oktober 1984 (BBI III, 915)
Message et projet d'arrêté du 24 octobre 1984 (FF III, 927)
Beschluss des Ständerates vom 13. März 1985
Décision du Conseil des Etats du 13 mars 1985
Antrag der Kommission
Eintreten und Zustimmung zum Beschluss des Stände-
rates
Proposition de la commission
Entrer en matière et adhérer à la décision du Conseil des
Etats
Herr Frei-Romanshorn unterbreitet namens der Kommis-
sion den folgenden schriftlichen Bericht:
- Der Antrag zur Genehmigung des Haager Übereinkom-
mens vom 4. Mai 1971 über das auf Strassenverkehrsun-
fälle anzuwendende Recht steht in engem Zusammenhang
mit der Vorlage zu einem Bundesgesetz über das interna-
tionale Privatrecht (82.072). Deshalb ist dieses Geschäft
der vorberatenden Kommission übertragen worden, die
sich mit der IPR-Vorlage befasst.
Der Ständerat hat die IPR-Vorlage am 13. März mit 22. zu 1
Stimme angenommen. Im Anschluss daran hat er den
Beschlussentwurf zum Haager Strassenverkehrs-Überein-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz
Bail à ferme agricole. Loi
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1985
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
01
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
81.073
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
16.09.1985 - 14:30
Date
Data
Seite
1316-1329
Page
Pagina
Ref. No
20 013 669
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