1983
CH_VB_001Ch Vb31 janv. 1983Ouvrir la source →
#ST# Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Nationalrat - Conseil national 1983 Februarsession - 15. Tagung der 41. Amtsdauer Session de février - 15 e session de la 41 e législature #ST# Erste Sitzung - Première séance Montag, 31. Januar 1983, Nachmittag Lundi 31 janvier 1983, après-midi 15.30 h Vorsitz - Présidence: Herr Eng Nachruf - Eloge funèbre Präsident: Am letzten Donnerstag ist Gabriel Despland, der Ständeratspräsident des Jahres 1960, im Alter von 82 Jah- ren gestorben. Gabriel Despland hatte seine politische Karriere als Gemeinderat von Echallens begonnen. 1934 wurde er Gemeindepräsident und freisinniges Mitglied des Waadtlän- der Grossen Rates, den er 1943/44 präsidierte. Im Septem- ber 1941 trat er als Nationalrat ins eidgenössische Parla- ment ein. In den Ständerat wurde er 1943 gewählt. Ihm gehörte er, mit einem dreijährigen Unterbruch von 1944 bis 1947, bis 1967 an. In der Zwischenzeit hatten ihn seine Mit- bürger in den Staatsrat berufen, als dessen Mitglied er im Château Saint-Maire von 1945 bis 1961 zuerst dem Baude- partement und anschliessend dem Departement des Innern vorstand. Unter seiner Leitung wurde der Umbau der Psychiatrischen Klinik Cery abgeschlossen und im Kanton Waadt als erstem Kanton vor 24 Jahren das Frauenstimm- recht eingeführt. Gabriel Despland hat sich mit grossem Eifer für die politische Emanzipation der Frau eingesetzt.. Am 7. Dezember 1959 übernahm er das Präsidium des Ständerates. An jenem Tag richtete er an die Ständekam- mer die folgenden von seinem erhabenen Denken zeugen- den Worte: «Wenn wir auch all unsere Anstrengungen zunächst darauf ausrichten müssen, das Band, das uns bei aller ethnischen, konfessionellen und sprachlichen Verschiedenheit verbin- det, noch stärker zu knüpfen, um unserem Land Frieden, Freiheit und Unabhängigkeit zu sichern, so wollen wir uns doch aktiv an allen Bemühungen beteiligen, der Menschheit eine würdigere, friedlichere und glücklichere Zukunft zu bereiten!» Seine grossen Fähigkeiten bewies Gabriel Despland 1964 vor der ganzen Schweiz. Als Präsident der Schweizerischen Landesausstellung von 1964 hat er der Devise der Expo 64 «Für die Schweiz von morgen: Erkennen und Schaffen» zu ihrem vollen Sinn verholten. Es kam ihm die Ehre zu, in Lau- sanne die begeisterten Delegationen der schweizerischen Kantone zu empfangen. Den unvergesslichen Erfolg der grossen eidgenössischen Gesamtschau von Vidy haben wir ihm zu verdanken. Auf sein fachmännisches Urteil konnte auch die Schweizeri- sche Verkehrszentrale unter seiner zehnjährigen Präsident- schaft zählen. Gabriel Despland, Enkel der beiden Nationalräte Maurice Despland und Jean Cavat, hat sich voll in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt. Das Waadtland verliert in ihm einen seiner besten Söhne, einen Mann des Landes, der tief in jenem Gros-de-Vaud verwurzelt war, das ihm so viel bedeu- tete. Ein grosser Staatsmann, aufrecht, gewandt, gebildet, ist von uns gegangen. Im Namen unseres Rates spreche ich den Nationalräten des Kantons Waadt und der freisinnig-demokratischen Fraktion unser tiefes Beileid aus. Ich bitte die Anwesenden und das Publikum, sich zum Andenken an den grossen Waadtländer zu einer Gedenkminute zu erheben. Der Rat erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen L'assistance se lève pour honorer la mémoire du défunt Präsident: Wenn auch unsere zusätzlichen Sitzungen die- ser ausserordentlichen Session für viele ungelegen kom- men und vor allem eine vermehrte Arbeitslast bedeuten, können wir uns doch ihrer Notwendigkeit nicht verschlies- sen. Die Ihnen bereits ausgeteilte Pendenzenliste der Früh- jahrssession beweist nachdrücklich, wie dringend wir diese Verhandlungswoche brauchen. Der von den Kommissionen angemeldete Zeitbedarf für die verhandlungsreifen grossen Geschäfte, wie beispielsweise den Grundstückerwerb durch Ausländer, Finanzhaushaltsplan, Ehewirkungen und Güterrecht, erreicht schon heute über volle 15 Sitzungs- tage. Dabei sind weder die recht zahlreichen parlamentari- schen Initiativen, die noch zahlreicheren persönlichen parla- mentarischen Vorstösse, noch die ordentlichen Geschäfte berücksichtigt, geschweige denn die grossen Geschäfte, die wir entsprechend den Legislaturzielen vor Ende unserer Legislatur zu beraten beabsichtigten. Unter derartigem Geschäftsdruck darf der Rat auf das Verständnis aller zäh- len und erwarten, dass die zur Verfügung stehende Zeit rationell und effizient genützt wird. Ich danke Ihnen jedenfalls schon zum voraus für eine kon- zentrierte Beratungsweise. 1-N
Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 31.01.1983 Date Data Seite 1-1 Page Pagina Ref. No 20 011 210 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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