No appealable object without prior objection decision

ZL.2006.00025Tribunal des assurances sociales29 juin 2006Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

M.___ challenged a district council decision that had dismissed his filing as premature and referred it to the municipal supplementary benefits office for treatment as an objection. The Social Insurance Court of the Canton of Zurich held that objection proceedings under the ATSG must be conducted first by the issuing authority and that, absent an objection decision, there was no appealable object before the district council. The appeal was therefore dismissed. The request for waiver of court costs was unnecessary because the proceedings were free of charge.

Regeste Omnilex

Art. 52 ATSG; appealable object in social insurance proceedings; objection procedure must be conducted first by the issuing administrative authority. The objection decision, not the original administrative decision, constitutes the object of judicial review. If no objection decision has yet been issued, a supervisory or judicial instance may not enter into the matter for lack of an appealable object (consid. 2). The free-of-charge nature of the proceedings renders a request for waiver of court costs moot.

Texte intégral

ZL.2006.00025

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

I. Kammer

Sozialversicherungsrichter Spitz, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Bürker-Pagani

Ersatzrichterin Maurer Reiter

Gerichtssekretärin von Streng

Urteil vom 30. Juni 2006

in Sachen

M.___

Beschwerdeführer

gegen

Stadt A.___

Beschwerdegegnerin

sowie

Bezirksrat B.___

unter Hinweis darauf,

dass das Sozialversicherungsamt der Stadt A.___, Abteilung Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend Durchführungsstelle) mit Verfügung vom 27. November 2005 den Anspruch von M.___ auf Zusatzleistungen ab dem 1. Januar 2006 neu festsetzte, wobei es in der Rechtsmittelbelehrung auf die Möglichkeit der Einspracheerhebung bei der Durchführungsstelle hinwies (Urk. 9/11 S. 2 Ziff. 4),

dass M.___ hiergegen am 7. April 2006 (Eingangsstempel) mit Eingabe vom 21. Februar 2006 datierter Einsprache beim Bezirksrat B.___ erhob (Urk. 9/10),

dass der Bezirksrat mit Beschluss vom 13. April 2006 (versandt am 25. April 2006) auf die Eingabe vom 7. April 2006 nicht eintrat, weil die Durchführungsstelle in dieser Sache noch kein Einspracheverfahren durchgeführt hatte und ein Einspracheentscheid der Durchführungsstelle damit noch nicht ergangen war (Urk. 5), und die Sache an die Durchführungsstelle zur Behandlung als Einsprache überwies (Urk. 2 = Urk. 9/9),

dass M.___ dagegen am 26. Mai 2006 beim hiesigen Gericht Beschwerde erhob mit dem Antrag, es seien ihm höhere Zusatzleistungen zuzusprechen, und ausserdem sinngemäss um Erlass der Gerichtskosten ersuchte (Urk. 1),

in Erwägung,

dass am 1. Januar 2003 das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten sind und in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt haben, so auch im Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters- und Hinterlassenenversicherung (ELG) sowie in der zugehörigen Verordnung (ELV),

dass neu für sämtliche Sozialversicherungszweige (mit Ausnahme der beruflichen Vorsorge, auf die das ATSG keine Anwendung findet) ein Einspracheverfahren geschaffen wurde (Art. 52 ATSG),

dass gemäss Art. 82 Abs. 1 ATSG die formellen Bestimmungen des ATSG (Art. 27 bis Art. 62 ATSG) sofort, d.h. per 1. Januar 2003, in Kraft getreten sind, und eine Anwendung von Art. 82 Abs. 2 ATSG, wonach die Kantone ihre Bestimmungen über die Rechtspflege diesem Gesetz innerhalb von 5 Jahren nach seinem Inkrafttreten anzupassen haben und bis dahin die bisherigen kantonalen Vorschriften gelten, auf das Einspracheverfahren ausser Betracht fällt, weil letzteres nicht zum Rechtspflege-, sondern zum Verwaltungsverfahren zählt,

dass das Einspracheverfahren im Anschluss an den Erlass einer Verfügung zwingend durchzuführen ist und Einspracheinstanz dabei die verfügende Verwaltungsbehörde sein muss (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 16. Februar 2005 in Sachen B., C 219/04, vgl. auch Urteil in Sachen C. vom 29. März 2006, Erw. 4.1),

dass damit der Einspracheentscheid, nicht aber die Verfügung, Anfechtungsgegenstand des erstinstanzlichen Beschwerdeverfahrens vor dem kantonalen Versicherungsgericht bildet, was sinngemäss auch für das Rechtsmittelverfahren vor dem Bezirksrat zu gelten hat,

dass der Bezirksrat im angefochtenen Beschluss vom 13. April 2006 zu Recht nicht auf die Eingabe des 7. April 2006 eingetreten ist, da ein Einspracheentscheid der Durchführungsstelle in dieser Sache noch nicht ergangen war und es deshalb an einem Anfechtungsgegenstand fehlte,

dass die Beschwerde damit abzuweisen ist,

dass sich das Gesuch des Beschwerdeführers um Erlass der Gerichtskosten angesichts der Kostenlosigkeit dieses Verfahrens als gegenstandslos erweist,

erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  M.\_\_\_
    
  •  Stadt A.\_\_\_
    
  •  Bezirksrat B.\_\_\_
    
  •  Bundesamt für Sozialversicherung
    
  •  Direktion für Sicherheit und Soziales des Kantons Zürich
    

4. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.

Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).

Bezüglich der kantonalrechtlichen Beihilfe und der kommunalrechtlichen Gemeindezuschüsse ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Mots-clés

supplementary benefitsobjection procedureappealable objectadministrative procedurecost-free proceedings

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the district council could enter into the filing despite the absence of an objection decision by the issuing authority.

Solution extraite

No. The objection procedure must first be conducted by the issuing administrative authority; without an objection decision there is no appealable object.

Motifs extraits

Under the ATSG, objection proceedings are mandatory after a decision and must be handled by the authority that issued the decision. Therefore, only the objection decision, not the original decision, is the subject of judicial review; the same applies mutatis mutandis before the district council.

Question juridique clé

Whether the appellant’s request for waiver of court costs could be granted.

Solution extraite

The request became moot because this proceeding is free of charge.

Motifs extraits

Since the proceedings are cost-free, there are no court costs to waive.

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