Unclear medical causality requires remittal to insurer

UV.2007.00417Tribunal des assurances sociales9 mars 2008Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich Social Insurance Court partly upheld the insured person's complaint against the insurer’s decision stopping accident benefits as of 3 May 2007. It found that the medical file did not sufficiently clarify whether the current complaints, including a disc herniation and possible psychological sequelae, were naturally causally related to the 1999 accident. The court therefore annulled the objection decision and remitted the case to the insurer for further medical assessment and a new decision. The insurer was ordered to pay CHF 3,000 in party compensation, and the proceedings were declared free of charge.

Regeste Omnilex

Art. 43 ATSG; natural causation in accident insurance must be established ex officio on the basis of reliable medical evidence; where the insurer has long assumed treatment costs, termination of benefits requires a sufficiently substantiated medical assessment of the current complaints and, if psychological sequelae are invoked, at least a medical diagnosis of a psychic disorder or a qualification of the complaints as non-organic in origin. A medical report that does not expressly exclude causality and leaves open the origin and allocation of the symptoms is insufficient; the matter must be remitted for further clarification (consid. 3).

Texte intégral

UV.2007.00417

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

IV. Kammer

Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Hurst

Ersatzrichterin Arnold Gramigna

Gerichtssekretär Ernst

Urteil vom 10. März 2008

in Sachen

A.___

Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin Evalotta Samuelsson

Samuelsson Goecke Laur & Meier Rhein Rechtsanwälte

Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich

gegen

''Zürich'' Versicherungs-Gesellschaft

Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz

Postfach, 8085 Zürich

Beschwerdegegnerin

Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Verfügung 3. Mai 2007 ihre Leistungen aus dem Unfallereignis vom 29. Januar 1999 per sofort eingestellt (Urk. 8/Z136) und mit Einspracheentscheid vom 17. August 2007 die dagegen erhobene Einsprache abgewiesen hat (Urk. 2),

nach Einsicht in die Beschwerde vom 20. September 2007, mit welcher die Beschwerdeführerin die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids beantragt hat (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 1. November 2007 (Urk. 7),

in Erwägung,

dass die Beschwerdegegnerin ihren weitere Unfallversicherungsleistungen ab dem 3. Mai 2007 ablehnenden Einpracheentscheid im Wesentlichen damit begründet, eine im Bericht des B.___ vom 30. April 2007 (Urk. 8/ZM41) festgestellt Diskushernie sei „gemäss ständiger Rechtsprechung“ nicht auf den Unfall zurückzuführen (Erw. 3.a.aa) und bezüglich der anderen geltend gemachten Beschwerden könne nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gesagt werden, ob es sich bei diesen um natürliche Folgen des versicherten Unfalls handle (Erw. 3.a.bb),

dass der Versicherungsträger den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären hat (Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG),

dass die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang eine Tatfrage und als solche primär eine medizinische Frage ist, zu deren Beantwortung die rechtsanwendenden Behörden (Gerichte und Verwaltung) auf zuverlässige ärztliche Angaben angewiesen sind,

dass der Bericht des B.___ vom 30. April 2007 (Urk. 8/ZM41), auf den die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid abstützt, einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis nicht explizit verneint, sondern vielmehr die Diagnose eines persistierenden cervikovertebralen Schmerzsyndroms nach HWS-Distorsionstrauma 1999 enthält und weder hinsichtlich der Genese der festgestellten Diskushernie eine Aussage macht, noch Auskunft darüber gibt, inwiefern die geklagten Beschwerden ausschliesslich der Hernienproblematik zuzuordnen und inwiefern sie Folgen einer - gegebenenfalls durch den Unfall ausgelösten - psychischen Störung sind,

dass zwar die Rechtsprechung verschiedentlich ärztlichen Beurteilungen gefolgt ist, welche eine Diskushernie als Unfallfolge verneinten, und ausgehend vom äusseren Unfallgeschehen die Adäquanz psychischer Unfallfolgen in dem von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid dargelegten Sinne (Erw. 2.c.cc) beurteilt,

dass dies aber nicht bedeutet, dass im konkreten Einzelfall auf die ärztliche Beurteilung der Genese einer nach einem Unfall aufgetretenen Diskushernie gänzlich verzichtet werden kann,

dass, nachdem ein Unfallversicherer mehr als acht Jahre lang die Behandlung von Beschwerden übernommen hat, die Beurteilung der Unfalladäquanz dieser Beschwerden nach BGE 115 V 133 eine ärztliche Diagnose einer psychischen Störung oder zumindest eine ärztliche Qualifikation der Beschwerden als nicht organischer Genese verlangt,

dass somit der medizinische Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt ist, weshalb die Streitsache zu einer ärztlichen Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den von der Beschwerdeführerin aktuell geklagten Beschwerden und dem Unfallgeschehen vom 29. Januar 1999 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist,

dass die Beschwerdegegnerin bei diesem Ausgang des Prozesses gegenüber der Beschwerdeführerin entschädigungspflichtig wird (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer), wobei eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen ist (§ 34 Abs. 3 GSVGer),

erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. August 2007 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.

4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  ''Zürich'' Versicherungs-Gesellschaft
    
  •  Rechtsanwältin Evalotta Samuelsson
    
  •  Bundesamt für Gesundheit
    

5. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Mots-clés

social insuranceaccident insurancenatural causationmedical evidencedisc herniationpsychological sequelaeremittalparty compensationcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the insurer could terminate accident insurance benefits based on the existing medical file.

Solution extraite

No; the medical facts, especially the natural causal link between current complaints and the 1999 accident, were not sufficiently clarified.

Motifs extraits

The report relied on by the insurer did not expressly deny causality and did not explain the origin of the disc herniation or distinguish organic from possible psychological causes. After more than eight years of treatment coverage, a reliable medical assessment was required.

Question juridique clé

Whether the matter should be remitted for further medical assessment and a new decision.

Solution extraite

Yes; the case had to be returned to the insurer for further clarification and a new administrative decision.

Motifs extraits

Because the medical record was incomplete, the insurer must investigate ex officio and obtain a medical opinion on natural causation before deciding again.

Question juridique clé

Whether litigation costs and compensation should be awarded.

Solution extraite

Yes; the insurer had to pay a party compensation of CHF 3,000 and the proceedings were free of charge.

Motifs extraits

As the appellant prevailed to that extent, the insurer was liable for costs under the cantonal social insurance court statute.

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