Division of occupational pension benefits after divorce

BV.2012.00017Tribunal des assurances sociales29 avr. 2012Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

Following a divorce, the Zurich Social Insurance Court completed the division of Y.'s occupational pension benefits. After receiving the pension foundation's calculation, the parties accepted the figures. The court held that only the marital portion of the vested benefits was divisible and ordered BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich to transfer CHF 136,384.90 to X.'s vested-benefits account at the Zürcher Kantonalbank foundation. The court also confirmed that the amount bears interest from the divorce finality date and that the proceedings are free of charge, with no party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 122 and 142 ZGB; division of vested benefits upon divorce; only the portion of occupational pension accrued during the marriage is subject to division, after deduction of premarital assets and any already settled amounts. Once the divorce court's allocation ratio is final, the competent social insurance court fixes the concrete transfer amount on the basis of the data supplied by the pension institution and orders payment to the receiving vested-benefits account. The transferred amount bears interest from the relevant valuation date until payment; default interest arises only upon expiry of the statutory grace period (consid. 1-3).

Texte intégral

BV.2012.00017

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

IV. Kammer

Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna

Sozialversicherungsrichter Hurst

Gerichtsschreiber Möckli

Urteil vom 30. April 2012

in Sachen

X.___

Klosbachstrasse 26, 8032 Zürich

Klägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Mumenthaler

Binder Sutter Mumenthaler Wiget

Zeltweg 64, Postfach, 8032 Zürich

gegen

1. Y.___

2. Kanton Zürich

Beklagte

Beklagter 1 vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Besser

Besser & Gontersweiler, Haus zum Steinberg

Neumarkt 6, Postfach 3952, 8021 Zürich 1

Beklagter 2 vertreten durch Finanzdirektion des Kantons Zürich

Walcheplatz 1, Postfach, 8090 Zürich

Finanzdirektion des Kantons Zürich vertreten durch BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich

Stampfenbachstrasse 63, Postfach, 8090 Zürich

sowie

Y.___

Kläger

vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Besser

Besser & Gontersweiler, Haus zum Steinberg

Neumarkt 6, Postfach 3952, 8021 Zürich 1

gegen

X.___

Klosbachstrasse 26, 8032 Zürich

Beklagte

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Mumenthaler

Binder Sutter Mumenthaler Wiget

Zeltweg 64, Postfach, 8032 Zürich

Sachverhalt:

1. Mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil des Bezirksgerichts Z.___ vom 15. Dezember 2011 (Dispositiv-Auszug, Urk. 1/2) wurde die Ehe von Y.___ und X.___ geschieden. Das Bezirksgericht Z.___ überwies die relevanten Akten zur Durchführung der Teilung der Austrittsleistung von Y.___ im Verhältnis 50 %/50 % gemäss Dispositivziffer 8 des Scheidungsurteils in Anwendung von Art. 142 Abs. 2 ZGB (in der bis Ende Dezember 2010 gültig gewesenen Fassung) an das hiesige Gericht (Verfügung vom 16. Februar 2012, Urk. 1/1).

2. Am 10. April 2012 teilte die BVK auf Ersuchen des Gerichts (vgl. Verfügung vom 19. März 2012, Urk. 10) das per 24. Januar 2012 (Rechtskraft des Scheidungsurteils) aufgezinste voreheliche Guthaben sowie die Austrittsleistung von Y.___ mit (Urk. 12; vgl. auch Urk. 6 und Urk. 9).

In einer gemeinsamen Stellungnahme vom 19./20. April 2012 liessen die Parteien durch ihre Rechtsvertreter erklären, sie seien mit der Berechnung der BVK einverstanden und beantragten die hälftige Teilung des während der Ehe erworbenen Guthabens gemäss Scheidungsurteil (Urk. 15-16).

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Nach Art. 122 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) hat jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz (Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, FZG) für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten, wenn ein Ehegatte einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge angehört oder beide Ehegatten einer solchen angehören und bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten ist. Stehen den Ehegatten gegenseitig Ansprüche zu, so ist nur der Differenzbetrag zu teilen (Art. 122 Abs. 2 ZGB).

1.2 Laut Art. 142 Abs. 1 ZGB (in der bis Ende Dezember 2010 gültig gewesenen Fassung) entscheidet das (Scheidungs-)Gericht über das Verhältnis, in welchem die Austrittsleistungen zu teilen sind, wenn keine Vereinbarung zustande kommt. Sobald der Entscheid über das Teilungsverhältnis rechtskräftig ist, überweist das Gericht die Streitsache von Amtes wegen dem nach dem Freizügigkeitsgesetz zuständigen Gericht (Art. 142 Abs. 2 ZBG). Gemäss Abs. 3 derselben Bestimmung ist diesem insbesondere der Entscheid über das Teilungsverhältnis (Ziffer 1), das Datum der Eheschliessung und das Datum der Ehescheidung (Ziffer 2), die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, bei denen den Ehegatten voraussichtlich Guthaben zustehen (Ziffer 3), und die Höhe der Guthaben der Ehegatten, die diese Einrichtungen gemeldet haben (Ziffer 4), mitzuteilen.

2.

2.1 Das Bezirksgericht Z.___ meldete dem hiesigen Gericht mit Verfügung vom 16. Februar 2012 die notwendigen Eckdaten für die Teilung der Austrittsleistungen, ausser dem vorehelichen Guthaben. Nach den notwendigen Ergänzungen durch die involvierte Vorsorgeeinrichtung sind die Angaben vollständig.

2.2 Zu teilen ist nur das während der Ehe geäufnete Vorsorgeguthaben des Klägers (Urteil des Bezirksgerichts Z.___ vom 15. Dezember 2011, Dispositivziffer 8). Dieses betrug bei Heirat bzw. am 31. Dezember 1999, aufgezinst per 24. Januar 2012 und unter Berücksichtigung der Auszahlung von Fr. 31'000.-- am 6. September 2001, Fr. 317'549.30 (Urk. 12). Das gesamte Freizügigkeitsguthaben per 24. Januar 2012 belief sich auf Fr. 590'319.10. Die im Verhältnis 50 %/50 % zu teilende Austrittsleistung des Klägers beträgt somit Fr. 272'769.80 (Fr. 590'319.10 - Fr. 317'549.30). Damit hat die Klägerin Anspruch auf Fr. 136'384.90 aus dem Vorsorgeguthaben des Klägers.

2.3 Die Scheidungsparteien erklärten sich mit dieser Berechnung einverstanden und beantragten, die Teilung sei in diesem Sinn vorzunehmen. Im Weiteren seien keine Gerichtskosten aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen (Urk. 16).

2.4 Demnach ist die Vorsorgeeinrichtung des Klägers, die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich, zu verpflichten, den Betrag von Fr. 136'384.90 zulasten des Freizügigkeitskontos Nr. __ lautend auf Y.___, Versicherten-Nr. __ auf das Konto der Klägerin bei der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank, Postfach, 8010 Zürich, zu überweisen (Bankenclearing 700/Postkonto 80-151-4; Sammelkonto Nr. 1100-6257.196 lautend auf Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank, zu Gunsten von X.___).

3. Rechtsprechungsgemäss (vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 6. Juni 2006, B 17/06) ist die einem ausgleichsberechtigten Ehegatten im Falle der Scheidung zustehende Austrittsleistung vom massgebenden Stichtag der Teilung an (Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils) bis zum Zeitpunkt der Überweisung oder des Beginns der Verzugszinspflicht zu verzinsen. Dabei hat die Vorsorgeeinrichtung den Mindestzinssatz von Art. 12 BVV 2 (ab 1. Januar 2012 1.50 % p.a.) oder den allenfalls höheren reglementarischen Zins zu vergüten. Für den Fall des Eintritts der Verzugszinspflicht (nach Ablauf von dreissig Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Entscheids) beliefe sich der anzuwendende Zinssatz auf den BVG-Mindestzinssatz plus einem Prozent (Art. 2 Abs. 4 FZG und Art. 26 Abs. 2 FZG in Verbindung mit Art. 7 der Freizügigkeitsverordnung).

Demzufolge ist die X.___ geschuldete Freizügigkeitsleistung im Sinne der Erwägungen zu verzinsen, und zwar zu mindestens 1.50 % ab 24. Januar 2012 beziehungsweise nach Eintritt eines allfälligen Verzugsfalles nach dem genannten höheren Verzugszins.

Das Gericht erkennt:

1. Die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich wird verpflichtet, den Betrag von Fr. 136'384.90 zulasten des Freizügigkeitskontos Nr. __ lautend auf Y.___, Versicherten-Nr. __, auf das Vorsorgekonto der Klägerin bei der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank, Postfach, 8010 Zürich, zu überweisen (Bankenclearing 700/Postkonto 80-151-4; Sammelkonto Nr. 1100-6257.196 lautend auf Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank, zu Gunsten von X.___).

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.

4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  Rechtsanwalt Andreas Mumenthaler
    
  •  Rechtsanwalt Rolf Besser
    
  •  BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich unter Beilage der Doppel von Urk. 15 und 16
    
  •  Bundesamt für Sozialversicherungen
    

5. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Mots-clés

occupational pensiondivorcevested benefitspension splitinterestcourt costsparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

How the vested benefits from Y.'s occupational pension are to be divided after divorce

Solution extraite

Only the benefits accrued during the marriage are subject to division; the pension share was calculated at CHF 136,384.90 for X.

Motifs extraits

The divorce judgment definitively fixed a 50/50 split. After deducting the premarital portion from the total vested benefits at the relevant date, the marital portion to be divided was CHF 272,769.80, so X. is entitled to half of that amount.

Question juridique clé

Whether the pension institution must transfer the awarded amount and whether interest applies

Solution extraite

BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich must transfer CHF 136,384.90 to X.'s vested-benefits account, with interest of at least 1.50% from 2012-01-24 and, if default occurs, default interest thereafter.

Motifs extraits

Under the applicable case law and pension regulations, the transferred vested benefit bears interest from the relevant valuation date until payment or default interest accrual.

Question juridique clé

Court costs and party compensation

Solution extraite

The proceedings are free of charge and no party compensation is awarded.

Motifs extraits

The court ordered no costs and offset party expenses.

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