Unemployment benefits denied for insufficient contribution period

AL.2006.00023Tribunal des assurances sociales29 mars 2007Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

M.___ appealed against SYNA unemployment fund's objection decision denying unemployment benefits from 20 September 2005. The court held that only his employment in Switzerland counted toward the contribution period, which amounted to nine months, not the twelve months required by the AVIG. His prior work in the United States did not qualify for the contribution-period exemption under Art. 14(3) AVIG because it lasted less than twelve months, and contribution gaps could not be filled with exemption time. The objection decision was therefore upheld and the complaint dismissed. The proceedings were free of charge.

Regeste Omnilex

Art. 8 Abs. 1, Art. 13 Abs. 1, Art. 14 Abs. 3 AVIG; Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung und Verhältnis von Beitragszeit und Befreiungstatbestand. Für den Leistungsanspruch ist grundsätzlich die Erfüllung der Mindestbeitragszeit erforderlich. Als Beitragszeit zählt nur beitragspflichtige Beschäftigung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG; tatsächlich ausgeübte Arbeit genügt, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber die Beiträge effektiv abgeliefert hat. Der Befreiungstatbestand von Art. 14 AVIG ist subsidiär zu Art. 13 AVIG und kommt bei erfüllter Beitragszeit nicht zur Anwendung; eine Kumulation beider Tatbestände zur Schliessung von Beitragslücken ist unzulässig. Art. 14 Abs. 3 AVIG setzt zudem eine mehr als zwölfmonatige Auslandbeschäftigung voraus (vgl. Erw. 3).

Texte intégral

AL.2006.00023

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

I. Kammer

Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende

Sozialversicherungsrichter Spitz

Sozialversicherungsrichterin Bürker-Pagani

Gerichtssekretärin von Streng

Urteil vom 30. März 2007

in Sachen

M.___

Beschwerdeführer

vertreten durch Urs Klöti

Pestalozzi Lachenal Patry, Rechtsanwälte

Löwenstrasse 1, 8001 Zürich

gegen

Arbeitslosenkasse SYNA

Zahlstelle 57020 Zürich

Josefstrasse 59, Postfach, 8031 Zürich

Beschwerdegegnerin

Nachdem die Arbeitslosenkasse SYNA mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2005 einen Anspruch des schweizerischen Staatsangehörigen M.___ auf Arbeitslosenentschädigung ab 20. September 2005 verneint hat, da er weder die Beitragszeit erfüllt habe noch von deren Erfüllung befreit sei (Urk. 2),

nach Einsicht in die Beschwerde vom 18. Januar 2006, mit welcher der Versicherte beantragen lässt, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sei ihm ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 20. September 2005 zu gewähren (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der Arbeitslosenkasse SYNA vom 6. Februar 2006 (Urk. 7),

in Erwägung,

dass die versicherte Person gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, wenn sie unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (lit. e),

dass gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG die Beitragszeit erfüllt hat, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat,

dass für den Begriff der beitragspflichtigen Beschäftigung auf Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG zu verweisen ist, wonach für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig ist, wer nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) obligatorisch versichert und für Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit beitragspflichtig ist,

dass im Rahmen von Art. 13 Abs. 1 AVIG lediglich vorausgesetzt ist, dass die versicherte Person effektiv eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat, nicht aber, dass der Arbeitgeber als Organ des Beitragsbezugsverfahrens die Arbeitnehmerbeiträge tatsächlich der Ausgleichskasse überwiesen hat (BGE 113 V 352),

dass nach Art. 14 Abs. 3 AVIG Schweizer, die nach einem Auslandaufenthalt von über einem Jahr in einem Staat, der sowohl ausserhalb der Europäischen Gemeinschaft als auch der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) liegt, in die Schweiz zurückkehren, während eines Jahres von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, sofern sie sich über eine entsprechende Beschäftigung ausweisen können,

dass Art. 14 Abs. 3 AVIG die Ausübung einer Arbeitnehmertätigkeit von mindestens 12 Monaten Dauer innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit (vgl. Art. 13 Abs. 1 AVIG) verlangt, und dabei gleichgültig ist, ob diese Tätigkeit beitragsrechtlich erfasst wurde (SVR 1997 ALV Nr. 92 S. 280 Erw. 3a, Erw. 3c),

dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Befreiungsregelung nach Art. 14 AVIG subsidiär zur Mindestbeitragszeit nach Art. 13 AVIG ist, bei genügender Beitragszeit damit nicht zur Anwendung gelangt, und eine Kumulation von Beitragszeiten nach Art. 13 AVIG mit Befreiungstatbeständen nach Art. 14 AVIG nicht zulässig ist (BGE 121 V 342 f. Erw. 5b, ARV 2004 Nr. 26 S. 270 f. Erw. 3.2),

dass das Bundesgericht in seinem in ARV 2004 Nr. 26 S. 269 publizierten Urteil vom 13. April 2004 klarstellte, dass der Gesetzgeber deshalb von einem überjährigen Befreiungstatbestand nach Art. 14 AVIG - im Extremfall: von 12 Monaten und 1 Tag - ausgeht, weil der Versicherte bei kürzerer (12-monatiger oder unterjähriger) Dauer des Befreiungstatbestandes die Möglichkeit hat, sich durch bezahlte unselbständige Erwerbstätigkeit das Mindestbeitragsjahr nach Art. 13 Abs. 1 AVIG zu sichern,

dass im vorliegenden Fall die Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 20. September 2003 bis 19. September 2005 dauerte,

dass der Beschwerdeführer innerhalb dieser Rahmenfrist in der Zeit vom 20. September 2003 bis 30. April 2004 in den A.___ bei der Firma S.___ Inc. und in der Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 2004 sowie vom 1. März bis 31. August 2005 in der Schweiz bei S.___ AG in U.___ als Arbeitnehmer tätig war (Urk. 1, Urk. 3/3, Urk. 3/4a-b, Urk. 7, Urk. 8/3, Urk. 8/8, Urk. 8/9, Urk. 8/14, Urk. 8/16),

dass zunächst zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer die Beitragszeit gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt hat,

dass gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG eine beitragspflichtige Beschäftigung im Sinne von Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG erforderlich ist, was für die Tätigkeit des Beschwerdeführers in den USA nicht zutrifft,

dass lediglich die bei der S.___ AG in U.___ ausgeübte Tätigkeit angerechnet werden kann und diese eine Beitragszeit von 9 Monaten ergibt,

dass der Beschwerdeführer die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten damit nicht erfüllt hat,

dass zu prüfen bleibt, ob sich der Beschwerdeführer auf Art. 14 Abs. 3 AVIG berufen kann,

dass die Beschäftigung des Beschwerdeführers in den A.___ bei der S.___ Inc. innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist für die Beitragszeit lediglich 7.327 Monate (20. September 2003 bis 30. April 2004) dauerte,

dass sich der Beschwerdeführer damit nicht über eine mehr als 12 Monate dauernde Beschäftigung im Ausland ausweisen kann und den Befreiungstatbestand von Art. 14 Abs. 3 AVIG damit nicht erfüllt,

dass es nach der angeführten Rechtsprechung nicht zulässig ist, fehlende Beitragszeiten mit den Zeiten der Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit auszufüllen, weshalb das entsprechende Vorbringen des Beschwerdeführers unbehelflich ist,

dass somit feststeht, dass der Beschwerdeführer innerhalb der vom 20. September 2003 bis 19. September 2005 dauernden Rahmenfrist für die Beitragszeit mit 9 Monaten die erforderliche Mindestbeitragszeit von 12 Monaten gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG nicht erfüllt hat und auch die Voraussetzungen für eine Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit nach Art. 14 AVIG nicht gegeben sind,

dass sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2005 damit als rechtens erweist, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  Urs Klöti
    
  •  Arbeitslosenkasse SYNA
    
  •  Staatssekretariat für Wirtschaft seco
    
  •  AWA Amt für Wirtschaft und Arbeit
    

4. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Mots-clés

unemployment insurancecontribution periodforeign employmentexemption from contribution periodbenefit entitlementsubsidiaritySwiss returneecost-free proceedings

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appellant had the minimum contribution period required for unemployment benefits.

Solution extraite

Only the Swiss employment could be counted; it amounted to nine months, which was insufficient for the twelve-month minimum.

Motifs extraits

Under Art. 13 AVIG, only employment that is contribution-bearing under Art. 2(1)(a) AVIG counts. The work performed in the USA did not qualify, so the minimum contribution period was not met.

Question juridique clé

Whether the appellant was exempt from the contribution period under the return-from-abroad rule.

Solution extraite

He did not prove more than twelve months of qualifying employment abroad and therefore did not satisfy the exemption under Art. 14(3) AVIG.

Motifs extraits

The exemption requires proof of employment abroad of more than one year within the relevant framework period. The appellant's US employment lasted only about 7.327 months, and missing contribution time cannot be combined with exemption periods.

Question juridique clé

Whether the objection decision denying unemployment compensation should be overturned.

Solution extraite

The challenged objection decision was lawful and remained in force.

Motifs extraits

Because neither the contribution period nor the exemption rule was satisfied, the legal prerequisites for unemployment compensation were absent.

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