Transfer of case to another district court due to appearance of bias

VV120004Tribunal supérieur14 juin 2012Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich cantonal high court's administrative commission decided a request by the District Court of Meilen to transfer a pending civil claim case. The request was based on the fact that a judge of the district court was registered as a single-signature board member of the defendant and was personally implicated by allegations in the complaint, creating concerns under Art. 47 lit. f ZPO. Since the parties either waived observations or agreed to the transfer, and because the original court could not be properly composed with substitute judges or such substitution was not appropriate, the commission ordered that the case be sent to the District Court of Zurich for further handling.

Regeste Omnilex

§ 117 GOG; Art. 47 lit. f ZPO: When a court cannot be constituted with substitute members, or the use of such substitutes is not appropriate, the supervisory authority shall transfer the dispute to another court of the same subject-matter and functional jurisdiction. A transfer is likewise appropriate where, because of a judge’s personal involvement and the resulting risk of appearance of bias, recusal of the entire court cannot be excluded. The decisive consideration is whether the proper composition of the court can still be ensured; absent this, and particularly where the parties do not oppose the move, transfer to another competent court is ordered (consid. 1-2).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr.: VV120004-O/U

Mitwirkend: Obergerichtspräsident Dr. H.A. Müller, Vizepräsident lic. iur. R. Naef, die Oberrichter lic. iur. M. Burger, Dr. J. Zürcher und Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider sowie der Stellvertreter des Generalsekre- tärs lic. iur. L. Huber

Beschluss vom 14. Juni 2012

in Sachen

A._____, Kläger

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

B._____ AG, Beklagte

vertreten durch Y._____ AG

betreffend Umteilung Prozess CG120014-G des Bezirksgerichts Meilen in Sa- chen der Parteien betreffend Forderung

Erwägungen: 1. Mit Schreiben vom 14. Mai 2012 überwies das Bezirksgericht Meilen die Ak- ten des Verfahrens CG120014-G an die Verwaltungskommission des Ober- gerichts des Kantons Zürich mit dem Ersuchen, den Prozess einem anderen Gericht zu überweisen. Es begründete dies damit, dass der ...richter lic. iur. C._____ bei der Beklagten des betreffenden Verfahrens als einzelzeich- nungsberechtigter Verwaltungsrat eingetragen sei und zudem gegen ihn in der Klageschrift der Vorwurf erhoben werde, der Grund für die Kündigung sei sein unzumutbar gewordenes Verhalten gegenüber dem Kläger gewe- sen. Damit erscheine es nicht als opportun, die Sache vor dem Bezirksge- richt Meilen zu verhandeln. Sinngemäss wird damit geltend gemacht, es be- stünden aufgrund der persönlichen Betroffenheit von lic. iur. C._____ im be- treffenden Verfahren und aufgrund der persönlichen Verhältnisse auch für die anderen Richterinnen und Richter Gründe i.S.v. Art. 47 lit. f ZPO, wes- halb sämtliche Richterinnen und Richter des Bezirksgerichts zur Vermeidung jeden Anscheins der Befangenheit in den Ausstand treten würden (act. 1). 2. Kann ein Gericht nicht mehr durch den Beizug von Ersatzmitgliedern besetzt werden oder ist der Beizug von solchen nicht angebracht, so überweist die Aufsichtsbehörde die Streitsache einem anderen Gericht gleicher sachlicher und funktionaler Zuständigkeit (§ 117 GOG). Die Parteien haben mit Einga- ben vom 25. Mai bzw. vom 1. Juni 2012 auf eine Stellungnahme verzichtet bzw. geltend gemacht, dass Sie mit der beantragten Überweisung an ein anderes Bezirksgericht einverstanden seien (act. 4 und 5). Das Verfahren wird deshalb dem Bezirksgericht Zürich zur weiteren Behandlung überwie- sen.

Es wird beschlossen: 1. Das beim Bezirksgericht Meilen anhängige Verfahren CG120014-G wird dem Bezirksgericht Zürich zur Behandlung überwiesen. 2. Dieser Beschluss wird den Parteien, dem Bezirksgericht Zürich sowie dem Bezirksgericht Meilen schriftlich gegen Empfangsschein mitgeteilt, Letzterem unter Rücksendung der Akten und mit dem Hinweis, die Akten des Verfah- rens CG120014-G nach Abschreibung am Register direkt dem Bezirksge- richt Zürich zu übersenden. 3. Rechtmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen, von der Zustellung an ge- rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Beschwerde eingereicht wer- den. Die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthal- ten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweis- mittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Materielle und formelle Entscheide der Beschwerdeinstanz sind kostenpflichtig; die Kosten hat die im Verfahren unterliegende Partei zu tragen. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung.

Zürich, 14. Juni 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Generalsekretär-Stv.:

lic. iur. L. Huber versandt am:

Mots-clés

transfer of proceedingsappearance of biasrecusalcourt compositionsupervisory jurisdiction

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the pending case had to be transferred to another court because the original court could not be properly composed or transfer was otherwise appropriate.

Solution extraite

The case was transferred to the District Court of Zurich for further proceedings.

Motifs extraits

Because the court could not be composed with substitute members, or their use was not appropriate, the supervisory authority had to assign the matter to another court of the same subject-matter and functional jurisdiction. The parties did not object to the transfer.

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