Lack of jurisdiction over legal aid request in pending divorce case

VO140005Tribunal supérieur9 janv. 2014Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A woman requested legal aid from the President of the Zurich High Court for a divorce case already pending before the Zurich District Court. The president held that his competence under § 128 GOG is limited to pre-action requests and requests up to the end of any conciliation stage. Because the divorce action was already pending before the district court, the request had to be filed there. The application was therefore not entered into, no referral was made, and the proceeding was declared free of charge.

Regeste Omnilex

§ 128 GOG; Art. 119 Abs. 6 ZPO; competence to decide legal-aid requests. The President of the High Court is competent only for legal-aid applications before the filing of an action and, at most, until completion of conciliation proceedings. Once proceedings are pending before the district court, competence lies with that court itself; the higher court president cannot substitute for that forum. A refusal to enter into the request for lack of jurisdiction is an erstinstanzlicher decision within the meaning of Art. 319 lit. b ZPO and may be challenged by appeal under Art. 121 ZPO. Legal-aid proceedings are cost-free.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO140005-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Gürber

Verfügung vom 9. Januar 2014

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 7. Januar 2014 ersucht A._____ (nachfolgend: Gesuchstel- lerin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für ein beim Bezirksgericht Zürich anhängiges Ehe- scheidungsverfahren mit der Geschäfts-Nr. FE131041-L (act. 1). 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcherischen Gericht, na- mentlich für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcherischen Schlichtungsbe- hörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vorprozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege im Rahmen eines bereits hängigen Verfahrens vor einem Bezirksgericht, wie dies die Gesuchstellerin beantragt (act. 1). Solche Gesuche sind direkt beim betreffenden Gericht zu stellen, vorliegend beim Bezirksgericht Zürich. Mangels Zuständigkeit ist daher auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht einzutreten. Eine Überweisung des Gesuchs an das Bezirks- gericht Zürich erfolgt nicht. 3. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 4. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Oberge- richtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen de- ren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre.

Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. 2. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin unter Rücksendung der einge- reichten Beilagen (act. 2/1-13; gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Zürich, 9. Januar 2014 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Gürber

versandt am:

Mots-clés

legal aidjurisdictiondivorcenon-entrycostsappeal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the President of the Zurich High Court had jurisdiction to decide legal aid for an already pending district-court divorce proceeding.

Solution extraite

No. The President of the Zurich High Court is only competent for pre-action legal-aid requests or those up to the end of conciliation; requests in pending district-court proceedings must be filed with that court.

Motifs extraits

Under § 128 GOG, the president's competence is limited to pre-proceedural matters. Because the divorce case was already pending before the district court, the request had to be addressed to the Zurich District Court. Therefore the application could not be entered into.

Question juridique clé

Whether the request should be forwarded to the Zurich District Court.

Solution extraite

No transfer was ordered.

Motifs extraits

The president expressly stated that no referral to the district court would occur.

Question juridique clé

Whether the present legal-aid procedure was subject to court fees.

Solution extraite

The procedure was free of charge.

Motifs extraits

Art. 119(6) ZPO makes legal-aid proceedings cost-free.

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