No entry on legal aid request for Art. 265a SchKG proceeding

VO120194Tribunal supérieur24 déc. 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A woman sought legal aid from the president of the Zurich Court of Appeal for a planned step in enforcement proceedings concerning maintenance claims under Art. 265a SchKG. The court held that no conciliation procedure is required for such proceedings and that, therefore, no pre-action legal-aid decision by the court president was necessary. The request was not entered into, no counsel was appointed, and the procedure was declared free of charge. The decision also noted that it is subject to cantonal complaint under Art. 121 and 319 lit. b ZPO.

Regeste Omnilex

Art. 198 lit. e Ziff. 7 ZPO; Art. 119 ZPO; legal aid for a proceeding under Art. 265a SchKG: where the intended main proceeding is exempt from conciliation, the precondition for a request for legal aid before the filing of the action is lacking. The court president therefore lacks occasion to grant legal aid for the conciliation stage or to appoint counsel. Legal-aid proceedings are cost-free under Art. 119 Abs. 6 ZPO. The decision is an instance under Art. 319 lit. b ZPO and is amenable to cantonal complaint.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO120194-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Verfügung vom 24. Dezember 2012

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2012 stellte A._____ (nachfolgend: Gesuch- stellerin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für ein nicht näher konkretisiertes Schlich- tungsverfahren gegen B._____ betr. Unterhalt bzw. Fortsetzung der Betrei- bung nach Art. 265a SchKG (act. 1). 2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei- entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei- entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 3. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein- reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä- sident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die un- entgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsver- fahrens bewilligen kann. 4. Nach Art. 197 ZPO geht dem Entscheidverfahren grundsätzlich ein Schlich- tungsversuch vor einer Schlichtungsbehörde voraus. Im Sinne einer Aus- nahme entfällt das Schlichtungsverfahren gemäss Art. 198 lit. e Ziffer 7 ZPO bei Klagen auf Feststellung neuen Vermögens nach Art. 265a SchKG. 5. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Gesuchstellerin in der Hauptsache die unentgeltliche Rechtspflege für die Fortsetzung der Betreibung nach Art. 265a SchKG beantragen möchte. Nach der Einleitung einer Betreibung für ausstehende Unterhaltsansprüche in der Höhe von Fr. 11'100.15 bzw. Fr. 7'600.- und der Zustellung des Zahlungsbefehls an den Beklagten in der Hauptsache erhob dieser am 12. Dezember 2012 Rechtsvorschlag mit der Begründung, seit dem Konkurs sei er nicht zu neuem Vermögen gekommen (act. 2/1). Gleichentags orientierte das Stadtammann- und Betreibungsamt

C._____ die Gesuchstellerin über den Rechtsvorschlag und wies sie auf die weitere Vorgehensweise nach Art. 265a SchKG hin (act. 2/1). Da die Ge- suchstellerin offenbar nun den Rechtsvorschlag dem Richter des Betrei- bungsortes vorlegen lassen und danach allenfalls Klage nach Art. 265a SchKG erheben möchte (act. 2/1 S. 5) und weder für die Vorlage des Rechtsvorschlages vor dem Richter noch für die allfällige nachfolgende Kla- ge ein Schlichtungsverfahren durchzuführen ist (Art. 198 lit. e Ziffer 7 ZPO), entfällt damit auch die Notwendigkeit der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege durch den Obergerichtspräsidenten. Auf das Gesuch um un- entgeltliche Rechtspflege ist damit nicht einzutreten. 6. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 7. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. 8. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgelt- liche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht.

Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt.

  1. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: - die Gesuchstellerin, - das Friedensrichteramt der Stadt Zürich, Kreise ..., - die Gegenpartei in der Hauptsache, B._____, ... [Adresse].

  2. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). Zürich, 24. Dezember 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Mots-clés

legal aidconciliationenforcementmaintenance claimsinadmissibilitycourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the request for legal aid should be entered into for a proceeding concerning continuation of enforcement under Art. 265a SchKG.

Solution extraite

The request was not admissible because neither the referral of the objection to the enforcement judge nor any later action under Art. 265a SchKG requires conciliation, so court-appointed legal aid by the court president was unnecessary.

Motifs extraits

Legal aid before filing is only needed for proceedings before the court president in the context of a conciliation stage. Since Art. 198 lit. e ch. 7 ZPO exempts Art. 265a SchKG claims from conciliation, the procedural precondition for this legal-aid request was absent.

Question juridique clé

Whether counsel should be appointed as part of legal aid.

Solution extraite

No counsel was appointed.

Motifs extraits

Because the request for legal aid was not entered into, appointment of counsel failed together with the main request.

Question juridique clé

Who bears the costs of this legal-aid procedure.

Solution extraite

The procedure is free of charge.

Motifs extraits

Art. 119 Abs. 6 ZPO provides that legal-aid proceedings are cost-free.

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