No jurisdiction over legal-aid request in pending family case

VO120064Tribunal supérieur6 juin 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The applicant requested legal aid for a pending marital-protection case before the District Court of Dietikon. The Obergericht president held that he lacked subject-matter jurisdiction because § 128 GOG allows him to decide only pre-litigation legal-aid requests or requests up to the end of conciliation proceedings. A request in an already pending district-court case must be filed with that court. The application was therefore not entered into, and no legal counsel was appointed. The court further stated that legal-aid proceedings are free of charge and that an appeal against this decision may be filed within 10 days under Art. 121 ZPO.

Regeste Omnilex

§ 128 GOG; Art. 119 Abs. 6 ZPO; Art. 121 ZPO; Art. 319 lit. b ZPO — Zuständigkeit des Obergerichtspräsidenten für unentgeltliche Rechtspflege; Gesuche in einem bereits hängigen erstinstanzlichen Verfahren sind beim befassten Gericht einzureichen. Die Kompetenz des Obergerichtspräsidenten beschränkt sich auf vorprozessuale Gesuche beziehungsweise Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens (consid. 2). Das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege ist kostenlos (consid. 3.1). Wird über das Gesuch erstinstanzlich durch den Obergerichtspräsidenten entschieden, ist gegen den Entscheid die Beschwerde nach Art. 121 ZPO gegeben; dies ändert an der erstinstanzlichen Natur des Entscheids nichts (consid. 3.2).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO120064-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident Dr. H.A. Müller sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu-Zweifel

Urteil vom 6. Juni 2012

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 3. Mai 2012 ersuchte A._____ (nachfolgend: Gesuchstelle- rin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für ein am Bezirksgericht Dietikon hängi- ges Eheschutzverfahren (EE120023) und reichte diverse Belege ins Recht (act.1-3/1-8). 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcheri- schen Gericht, namentlich für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcheri- schen Schlichtungsbehörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vor- prozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Rahmen eines bereits hän- gigen Verfahrens vor einem Bezirksgericht, wie dies die Gesuchstellerin be- antragt (act. 2). Ein solches Gesuch ist direkt beim betreffenden Gericht zu stellen. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher nicht einzutreten. 3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre.

Es wird erkannt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin (gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). Zürich, 6. Juni 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu-Zweifel

versandt am:

Mots-clés

legal aidjurisdictionfamily lawnon-entrycost-free proceedingsmarital protection

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the Obergericht president had jurisdiction to decide a legal-aid request for a case already pending before the district court.

Solution extraite

No. Such a request must be filed directly with the court handling the pending proceedings; the president is competent only for pre-litigation requests or until the end of any conciliation phase.

Motifs extraits

Under § 128 GOG, the president of the Obergericht may only decide legal-aid requests before a claim is filed in a Zurich court, especially for conciliation proceedings. He lacks subject-matter competence for requests made within an already pending district-court case.

Question juridique clé

Whether an unentgeltlicher Rechtsbeistand should be appointed.

Solution extraite

No appointment was made because the request was not entered into.

Motifs extraits

Because the legal-aid request was not within the president's competence, the request could not be granted on the merits.

Question juridique clé

Whether the obergerichtliche proceedings were free of charge.

Solution extraite

Yes. Legal-aid proceedings are free of charge.

Motifs extraits

Art. 119(6) ZPO makes legal-aid proceedings cost-free.

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