Late criminal complaint not entered; lawyer ordered to pay costs

UE130238Tribunal supérieur13 déc. 2013Inadmissible

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Résumé

The Zurich Cantonal Court of Appeal ruled on a complaint against the prosecutor's dismissal of a manslaughter investigation. It held that the complaint was filed after the 10-day deadline and therefore did not enter into the merits. Because the delay resulted from counsel's failure to observe the deadline, the court imposed the CHF 300 court fee on the complainants' lawyer personally and ordered him to pay CHF 324 in compensation to the represented respondent.

Regest

Art. 396 Abs. 1, Art. 90 Abs. 1 and Art. 91 Abs. 2 StPO; late criminal complaint and cost consequences. A complaint filed after expiry of the statutory 10-day period is inadmissible. The timeliness of the filing is determined by the date of receipt of the challenged decision and the expiry of the last day of the period. Where the procedural default is attributable to counsel, costs may, pursuant to Art. 417 StPO, be charged to the lawyer as the person who caused the fault, irrespective of the usual cost allocation under Art. 428 Abs. 1 StPO (consid. 2-4).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UE130238-O/U/br

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Dr. P. Martin und lic. iur. W. Meyer sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. U. Gassmann

Beschluss vom 13. Dezember 2013

in Sachen

  1. A., 2. B., 3. C., 4. D., Beschwerdeführer

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 2, 3, 4 vertreten durch A._____ substituiert durch Substitut Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

  1. E._____, 2. Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Einstellung einer Strafuntersuchung

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft III vom 6. Juni 2013, B-6/2012/473


Erwägungen: 1. Am 6. Juni 2013 verfügte die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich die Einstellung der Strafuntersuchung gegen E._____ wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung (B-6/2012/473; Urk. 5). Mit Eingabe vom 23. August 2013 er- hob der Rechtsvertreter der Privatklägerschaft dagegen Beschwerde (Urk. 2). Auf entsprechende Aufforderung hin (Urk. 6) nahmen die Verteidigung von E._____ (Beschwerdegegner 1) und die Staatsanwaltschaft zur Beschwerde Stellung; bei- de machten geltend, die Beschwerde sei verspätet eingereicht worden (Urk. 8 bzw. Urk. 11). 2. Die Beschwerdefrist beträgt 10 Tage ab Erhalt der angefochtenen Verfü- gung (Art. 396 Abs. 1 StPO). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer nahm die angefochtene Verfügung am Montag, 12. August 2013, entgegen (Urk. 12/32). Der letzte Tag der Beschwerdefrist fiel somit auf Donnerstag, den 22. August 2013 (Art. 90 Abs. 1 StPO). Nachdem die Beschwerdeschrift auf den 23. August 2013 datiert ist (Urk. 2) und am 26. August 2013 der Post übergeben wurde (Urk. 4), erweist sie sich als verspätet (Art. 91 Abs. 2 StPO). Auf diesen Umstand auf- merksam gemacht (Urk. 13), erklärte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer am 28. Oktober 2013 Rückzug der Beschwerde (Urk. 17). 3. Auf die Beschwerde ist infolge Verspätung nicht einzutreten. Grundsätz- lich würden die Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Bei Säumnis oder anderen fehlerhaften Verfahrenshand- lungen können die Verfahrenskosten jedoch ungeachtet des Verfahrensausgangs der verfahrensbeteiligten Person auferlegt werden, die sie verursacht hat (Art. 417 StPO). Als verfahrensbeteiligte Person (gemäss Art. 127 StPO) kann auch ein Rechtsbeistand kostenpflichtig werden (Domeisen in BSK; N 13 zu Art. 417 StPO mit Verweisen). Das Versäumen der Beschwerdefrist stellt ohne Zweifel eine ele-

mentare Verletzung der anwaltlichen Sorgfaltspflicht dar, welche es rechtfertigt, den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer zur Übernahme der Verfahrenskosten und zur Leistung einer Prozessentschädigung zu verpflichten. 4. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 17 GebV OG auf Fr. 300.– festzusetzen. Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner 1 ist in Anwendung von § 19 der Verordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 über die An- waltsgebühren (AnwGebV) eine Prozessentschädigung von Fr. 300.-- zuzüglich 8% MWST zu entrichten.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt und Rechtsanwalt Dr. X._____ persönlich auferlegt. 3. Rechtsanwalt Dr. X._____ wird verpflichtet, den Beschwerdegegner 1 mit Fr. 324.– zu entschädigen. 4. Schriftliche Mitteilung an: − Rechtsanwalt Dr. X., fünffach (per Gerichtsurkunde) − Rechtsanwalt lic. iur. Y., im Doppel (per Gerichtsurkunde) − die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 12] (gegen Empfangsbe- stätigung) − die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schrift- lich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwer- devoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.

Zürich, 13. Dezember 2013

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. Th. Meyer Gerichtsschreiber:

lic. iur. U. Gassmann

Mots-clés

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