Incorrect filing transferred to coercive measures court

UB120137Tribunal supérieur8 nov. 2012Modified

Ouvrir la source

Résumé

A. filed a challenge against a police zone ban under the Violence Protection Act but sent it to the Obergericht instead of the coercive measures court. The Obergericht held that the substance of the filing sought judicial review of a police measure under § 5 GSG and therefore belonged before the coercive measures court, not as a complaint against the court's own order, which concerned only a contact ban. The filing was returned to the proper court, the appellate proceedings were closed, and no costs were charged.

Regest

Art. 39 Abs. 1 StPO; competence to deal with an incorrectly directed filing under the cantonal Violence Protection Act: a submission challenging a police-ordered zone ban is to be treated according to its substance as a request for judicial review and forwarded to the competent coercive measures court. A filing cannot be construed as a complaint against a different order where the attacked measure is not contained in that order. Where the matter is thus referred to the proper authority, the appellate proceedings are terminated and may be removed from the register without costs.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UB120137-O/U/but

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. M. Bertschi und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Gürber

Beschluss vom 8. November 2012

in Sachen

A._____, Beschwerdeführer

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Beschwerdegegnerin

betreffend Anordnung Ersatzmassnahmen

Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichtes des Bezirks Zürich vom 30. Oktober 2012, GH121961

Erwägungen: 1. Mit Schreiben vom 2. November 2011 erhob A._____ bei der III. Strafkammer des Obergerichts Einsprache gegen eine "Verfügung vom 29. Oktober 2012", in welcher er mit einem Rayonverbot bis 12. November 2012 belegt worden sei (Urk. 2). Eine identische Einsprache hatte A._____ dem Bezirksgericht Zürich zugesandt, welches die Eingabe als "irrtümlich an uns gesandt" über das Zwangsmassnahmengericht am 5. November 2012 an das Obergericht weitergeleitet hat (Urk. 6). 2. Mit seiner Einsprache wendet sich A._____ offensichtlich gegen ein von der Polizei gestützt auf § 3 des Gewaltschutzgesetzes (GSG) erlassenes Ra- yonverbot. Es handelt sich mithin um ein Gesuch um gerichtliche Beurtei- lung gemäss § 5 GSG, das vom Zwangsmassnahmengericht zu beurteilen wäre (§ 33 Abs. 1 GOG). Demgegenüber handelt es sich bei der "Einspra- che" nicht um eine Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmass- nahmengerichts vom 30. Oktober 2012, welche kein Rayonverbot, sondern lediglich ein Kontaktverbot enthält (Urk. 5). Nachdem Abklärungen ergeben haben, dass die 'Gefährdete Person' inzwi- schen ein Gesuch um Verlängerung der Schutzmassnahmen gestellt und das Zwangsmassnahmengericht zur Anhörung der Beteiligten auf den 12. November 2012 vorgeladen hat, ist die Einsprache vom 2. November 2012 zur geeigneten Veranlassung an das Zwangsmassnahmengericht zu- rückzuschicken (Art. 39 Abs. 1 StPO).

Es wird beschlossen: 1. Die Eingabe von A._____ vom 2. November 2012 (Urk. 6) wird im Sinne der Erwägungen dem Zwangsmassnahmengericht am Bezirksgericht Zürich zu- rückgeschickt. 2. Das vorliegende Verfahren wird als dadurch erledigt am Register abge- schrieben. 3. Es werden keine Kosten erhoben. 4. Schriftliche Mitteilung an: - A._____ (per Gerichtsurkunde) - das Zwangsmassnahmengericht am Bezirksgericht Zürich zweifach, zu Geschäfts-Nr. GH121961 sowie zu Geschäfts-Nr. GS120171 unter Beilage von Urk. 6 (gegen Empfangsbestätigung) - die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zur Kenntnisnahme im Geschäft 2012/3678 (gegen Empfangsbestätigung)

  1. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Vo- raussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts- gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerde- legitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. Zürich, 8. November 2012 Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. K. Balmer Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Gürber

Mots-clés

protective measureszone bancontact bancompetencejudicial reviewtransfercosts