Recusal motion dismissed as insufficiently substantiated

SF120006Tribunal supérieur12 mars 2013Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The applicant asked the Zurich Cantonal Court of Appeal’s First Criminal Chamber to recuse the judges and clerk of the Second Criminal Chamber. The chamber held that the request was not sufficiently tied to the pending criminal case and did not credibly establish any ground for recusal under Art. 56 StPO. The motion was therefore not entered into. The applicant was ordered to pay a court fee of CHF 400.

Regeste Omnilex

Art. 56 and 58 StPO; recusal motion must be directed against the participation of a specific person in the concrete proceeding and must credibly set out the alleged ground. General criticism of a judge or abstract accusations, without a nexus to the pending case, do not satisfy the substantiation requirement and justify non-entry on the request.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SF120006-O /U/eh

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und Oberrichterin lic. iur. L. Chitvanni sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Semadeni Beschluss vom 12. März 2013

in Sachen

A._____, Gesuchsteller

gegen

Obergericht des Kantons Zürich, vertreten durch die Oberrichter lic. iur. B., lic. iur. C. und lic. iur. D._____ sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. E._____, Gesuchsgegnerin

betreffend Ausstandsbegehren

Erwägungen:

Nach Einsicht in das Schreiben des Gesuchstellers vom 11. Dezember 2012, in welchem er unter anderem geltend macht, die vier bisher beteiligten Oberrichter der II. Strafkammer seien befangen gewesen (Urk. 3), nachdem die beteiligten Oberrichter sowie der Gerichtsschreiber der II. Strafkammer die Erklärung abgegeben haben, dass aus ihrer Sicht keine Aus- standsgründe im Sinne von Art. 56 StPO vorliegen würden (Urk. 2/1-4), nachdem die II. Strafkammer, die das Berufungsverfahren als durch Rück- zug der Berufung erledigt abgeschrieben hat (Urk. 4), das Ausstandgesuch des Beschuldigten aber zuständigkeitshalber der I. Strafkammer überwiesen hat (Urk. 1), nachdem dem Gesuchsteller mit Verfügung der hiesigen Kammer vom 21. Dezember 2012 Frist angesetzt wurde, die Ausstandsgründe im Sinne von Art. 56 StPO zu nennen und sie glaubhaft zu machen (Urk. 5), mit der Androhung, dass bei Säumnis auf das Ausstandsgesuch des Gesuchstellers nicht eingetreten werde, mit dem Bemerken, dass der Gesuchsteller sowohl gegen den Entscheid der II. Strafkammer (Urk. 4) wie auch gegen die vorgenannte Verfügung (Urk. 5) ans Bundesgericht gelangte (Urk. 10; Urk. 11/1-2), dieses jedoch mit Entscheid vom 1. März 2013 auf die Beschwerde nicht eingetreten ist (Urk. 14), da der Gesuchsteller mit Eingabe vom 19. Januar 2013 (Urk. 7) sein Aus- standsbegehren sinngemäss damit begründet, Oberrichter lic. iur. B._____ habe sich im "Whistleblower"-Prozess rechtswidrig verhalten und geurteilt, er weitere Ausführungen zu den seines Erachtens kontrollierenden und überwachenden Behörden macht und seine Eingabe damit schliesst, ein solcher Richter sei Feind aller Bürger, daher sehr wohl befangen und alle anderen, die sich mit ihm zu- sammengetan hätten, würden im Kollektiv mithangen (Urk. 7),

in der Erwägung, dass sich ein Ausstandsgesuch gegen die Mitwirkung einer bestimmten Person im konkreten Verfahren richten muss (Boog in: BSK StPO, Basel 2011, N 2 zu Art. 58), der Gesuchsteller jedoch in seiner Eingabe keinen Bezug zu dem gegen ihn laufenden Verfahren nimmt (Geschäfts-Nr. SB120365 betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln), da demzufolge keine Ausstandsgründe im Sinne von Art. 56 StPO glaubhaft gemacht wurden, weshalb auf das Gesuch androhungsgemäss nicht einzutreten ist, da die Kosten ausgangsgemäss dem Gesuchsteller aufzuerlegen sind, wird beschlossen: 1. Auf das Ausstandsgesuch des Gesuchstellers A._____ wird nicht eingetre- ten. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 400.– festgesetzt und dem Gesuchsteller auferlegt. 3. Schriftliche Mitteilung an − den Gesuchsteller sowie gegen Empfangsschein an − die Oberrichter lic. iur. B., lic. iur. C., lic. iur. et phil. D._____ und den Gerichtsschreiber lic. iur. E._____ (II. Strafkammer des Obergerichts) und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung all- fälliger Rechtsmittel an die II. Strafkammer (SB120365). 4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 12. März 2013

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. C. Semadeni

Mots-clés

recusalbiassubstantiationnon-entrycriminal procedurecourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the recusal request met the requirement to identify specific grounds under Art. 56 StPO and relate them to the pending case.

Solution extraite

The motion did not target a concrete person’s participation in the specific proceeding and did not credibly establish recusal grounds.

Motifs extraits

A recusal request must concern a specific person in the concrete case. The applicant’s filing referred to unrelated criticism and made no connection to the ongoing traffic-offence appeal, so no Art. 56 StPO grounds were made credible.

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