No entry on victim's appeal for failure to file appeal statement

SB160233Tribunal supérieur26 juil. 2016Dismissed

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Résumé

The Zurich High Court did not enter into the private complainant's appeal against the Dietikon District Court judgment because no appeal statement was filed within the statutory period. The court treated the non-entry as a loss for cost purposes, but because the complainant had been granted legal aid, no costs were imposed and the appeal costs were borne by the court fund. No compensation was awarded for counsel on either side because no relevant expenses were shown.

Regest

Art. 399 Abs. 3, Art. 403 Abs. 1 and 3 StPO; appeal statement not filed within time limit, consequence of non-entry. After a valid notice of appeal, failure to submit the appeal statement within the statutory period precludes appellate review on the merits. Non-entry is deemed defeat for the purpose of cost allocation under Art. 428 Abs. 1 StPO; however, where legal aid has been granted under Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO, no procedural costs may be imposed on the assisted party and the costs are borne by the court fund. No compensation is awarded absent identifiable necessary expenses.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB160233-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic . iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin lic . iur. S. Maurer Beschluss vom 26. Juli 2016

i n Sachen

A., Privatklägerin und Berufungsklägerin unentgeltli ch vertreten durch Rechtsanwälti n li c. i ur. X.,

sowie

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, Anklägerin

gegen

B., Beschuldigter und Berufungsbeklagter amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y.,

betreffend Schändung Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 10. März 2016 (DG140055)

Erwägungen: 1. Gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 10. März 2016 hat die Privatklägerin zwar Berufung angemeldet, innert der Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO (im Strafverfahren gibt es keine Gerichtsferien, Art. 89 Abs. 2 StPO) aber keine Berufungserklärung eingereicht. Deshalb ist auf die Berufung gestützt auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ni cht ei nzutreten. 2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel der Privatklägerin kommt an si ch einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Privatklägerin wären somit die Kosten für das Berufungsverfahren aufzu- erlegen. Mit Verfügung der Oberstaatsanwaltschaft, Büro für amtliche Mandate, wurde ihr jedoch die unentgeltliche Rechtspflege gewährt (Urk. 13/2), weshalb ihr keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, vom Ansetzen einer Gerichts- gebühr abzusehen ist und die Kosten des Berufungsverfahrens auf die Gerichts- kasse zu nehmen si nd (Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO). Wesentli che Aufwendungen und Auslagen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin im Berufungsverfahren sind nicht ersichtlich, weshalb keine entsprechenden Entschädigungen festzusetzen si nd. Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung der Privatklägerin vom 17. März 2016 wird nicht ein- getreten. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge- nommen.

  1. Schri ftli che Mi ttei lung an − die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis − die Vertretung der Privatklägerin (im Doppel für sich und die Privat- klägerschaft) sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten). 4. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgeri chtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Züri ch, 26. Juli 2016

Der Präsident:

lic. iur. S. Volken

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Maurer

Mots-clés

criminal appealnon-entryappeal statementcost allocationlegal aidprivate complainant