Non-entry for failure to file appeal statement

SB120171Tribunal supérieur17 avr. 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich District Court had acquitted the accused of false accusation and a violation of the Passenger Transport Act. The private complainant filed a timely appeal but did not submit the mandatory written appeal statement within 20 days after service of the reasoned judgment. The Zurich High Court therefore refused to enter into the appeal. It also imposed the second-instance court fee of CHF 600 on the private complainant and denied any compensation to the accused.

Regeste Omnilex

Art. 399 Abs. 1 and 3, Art. 403 Abs. 1 and 3 StPO; failure to file the appeal statement in due time: if the appellant, after timely notice of appeal, does not submit the written appeal statement within 20 days after service of the reasoned judgment, the appellate court must not enter into the appeal. The opportunity to be heard under Art. 403 Abs. 2 StPO may be dispensed with where non-entry follows from the absence of a timely notice of appeal or appeal statement. Costs are allocated according to the outcome; a party whose appeal is not entertained counts as unsuccessful under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB120171-O/U/eh

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, und lic. iur. R. Naef, Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Truninger Beschluss vom 17. April 2012

in Sachen

A._____, Privatklägerin und Berufungsklägerin

sowie

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Anklägerin

gegen

B., Beschuldigte und Berufungsbeklagte verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X.

betreffend falsche Anschuldigung etc. Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung - Einzelgericht, vom 18. Januar 2012 (GB110060)

I. 1. Mit Urteil der Einzelrichterin des Bezirks Zürich vom 18. Januar 2012 wurde die Beschuldigte vom Vorwurf der Falschen Anschuldigung und der Wider- handlung gegen das Personenbeförderungsgesetz freigesprochen (Urk.28). 2. Mit Eingabe vom 24. Januar 2012 meldete die Privatklägerin A._____ fristgerecht Berufung gegen den erstinstanzlichen Entscheid an und ersuchte um schriftliche Begründung des Urteils (Urk. 30). Der begründete Entscheid wurde von der Privatklägerin am 13. März 2012 entgegengenommen (Urk. 33/2); in der Folge liess die Privatklägerin aber innert Frist keine Berufungserklärung einreichen.

II. 1. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll die Berufung anzumelden. Jene Partei, welche Berufung angemeldet hat, hat dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Erfolgt – innert Frist – keine derartige Berufungsanmeldung oder -erklärung, tritt das Berufungsgericht auf die Berufung nicht ein (Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO). 2. Der Privatklägerin ging das begründete Urteil wie erwähnt am 13. März 2012 zu (Urk. 33/2). Von diesem Zeitpunkt an lief die Frist von 20 Tagen, um die Berufungserklärung einzureichen, welche am 2. April 2012 ablief. Der begründete Entscheid enthält dazu eine ausführliche Rechtsmittelbelehrung (Urk. 31 Dispositiv Ziffer 6). Die Privatklägerin meldete vorliegend zwar rechtzeitig Berufung an, in der Folge reichte sie aber innerhalb der Frist keine Berufungserklärung ein. Auf die Berufung ist daher nicht einzutreten.

  1. Wird keine Berufung angemeldet bzw. keine Berufungserklärung eingereicht, kann auch darauf verzichtet werden, den Parteien vor Erlass des Nichteintretensentscheids Gelegenheit zur Stellungnahme im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO einzuräumen (ZR 110/2011 Nr. 69). III. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens demnach der Privatklägerin aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mangels erheblicher Umtriebe ist der Beschuldigten für das Berufungsverfahren keine Entschädigung zuzusprechen. Es wird beschlossen:

  2. Auf die Berufung der Privatklägerin A._____ vom 24. Januar 2012 wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Privatklägerin A._____ auferlegt. 4. Der Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren keine Entschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat − die Privatklägerin A._____ sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz.

  3. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 17. April 2012

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Truninger

Mots-clés

appeal statementnon-entrycriminal appealcostsprivate complainantacquittal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal had to be entered into despite the absence of a timely appeal statement.

Solution extraite

The court had to refuse to enter into the appeal because no appeal statement was filed within 20 days after service of the reasoned judgment.

Motifs extraits

Under Art. 399 StPO, an appellant must file a written appeal statement within the prescribed time; if this is not done, Art. 403 StPO requires non-entry.

Question juridique clé

Who bears the costs of the appeal proceedings.

Solution extraite

The private complainant, as the unsuccessful party due to non-entry, must bear the costs.

Motifs extraits

Costs follow the outcome under Art. 428 Abs. 1 StPO; a party whose appeal is not entertained is treated as losing.

Question juridique clé

Whether the accused is entitled to compensation for the appeal proceedings.

Solution extraite

No compensation was awarded because the appeal caused no significant expense or effort for the accused.

Motifs extraits

The court found no substantial burden justifying compensation.

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