No entry on appeal for missing appeal statement

SB120160Tribunal supérieur4 avr. 2012Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court held that the private prosecutor failed to submit a written appeal statement within 20 days after deemed service of the reasoned first-instance judgment. Because the appeal statement is a validity requirement, the court did not enter into the appeal. It fixed the second-instance fee at CHF 600, charged the costs to the appellant, and denied the accused any procedural compensation because no compensable effort had arisen from the bare notice of appeal.

Regeste Omnilex

Art. 399 Abs. 3 StPO; Art. 403 StPO: Die schriftliche Berufungserklärung innert Frist ist Gültigkeitserfordernis der Berufung. Wird sie nicht eingereicht, ist auf die Berufung nicht einzutreten; auf Stellungnahmen nach Art. 403 Abs. 2 StPO kann verzichtet werden. Für die Kostenfolge gilt Art. 428 Abs. 1 StPO; eine Prozessentschädigung an die Gegenpartei setzt nach Art. 436 Abs. 1 StPO einen entschädigungsfähigen Aufwand voraus. Die Zustellung nach Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO ist für den Fristenlauf massgeblich, wenn das Urteil als zugestellt gilt.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB120160-O/U/eh

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. J. Stark Beschluss vom 4. April 2012

in Sachen

A._____, Privatkläger und Berufungskläger

gegen

B._____, Beschuldigter und Berufungsbeklagter

verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ betreffend Ehrverletzung Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 13. Juli 2011 (DF100001)

Da der Privatkläger im Nachgang zur vorinstanzlichen mündlichen Urteils- eröffnung am 13. Juli 2011 Berufung anmeldete (Prot. I S. 9), da das begründete Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 13. Juli 2011 dem Privatkläger als Gerichtsurkunde an die von ihm neu angegebene Adresse zugesandt worden war (Urk. 15), er es jedoch zweimal nicht abholte (Urk. 25/1), da das Urteil in Anwendung von Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO somit am 28. Februar 2012 als dem Privatkläger zugestellt gilt (Urk. 25/1), da der Privatkläger innerhalb der in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegten gesetzlichen Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Urteils - mithin bis zum 19. März 2012 - keine schriftliche Berufungserklärung einreichte, da die Einreichung einer Berufungserklärung praxisgemäss eine Gültigkeits- voraussetzung darstellt und bei deren Nichteinreichung auf die Einholung von Stellungnahmen im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet wird (ZR 110 [2011] Nr. 69), da allein aufgrund der Berufungsanmeldung dem Beschuldigten im Berufungsverfahren keine wesentlichen Aufwendungen entstanden, die zu ent- schädigen wären, unter Hinweis auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO und Art. 436 Abs. 1 StPO wird beschlossen: 1. Auf die Berufung des Privatklägers A._____ vom 13. Juli 2011 wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Privatkläger auferlegt.

  1. Dem Beschuldigten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an − die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − den Privatkläger A._____ sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an − die Vorinstanz 6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundes- gerichtsgesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 4. April 2012

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. J. Stark

Mots-clés

appeal admissibilitywritten appeal statementdeemed servicecriminal procedure costsprivate prosecutionno entryprocedural compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal could be entered into despite the absence of a written appeal statement within the deadline.

Solution extraite

No; the appeal statement is a validity requirement, and without it the appeal must not be entertained.

Motifs extraits

The appellant was deemed served with the reasoned judgment on 28 February 2012, so the 20-day period expired on 19 March 2012. No written appeal statement was filed by then.

Question juridique clé

Allocation of second-instance costs and compensation.

Solution extraite

The appellate court fees were set at CHF 600 and charged to the appellant; the accused received no procedural compensation because no significant expense arose from the mere appeal notice.

Motifs extraits

Since the appeal was not properly pursued, costs fell on the appellant. The respondent incurred no compensable expense.

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