Appeal inadmissible; request for legal aid belongs before first instance

RZ150006Tribunal supérieur16 nov. 2015Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court dealt with an appeal against a first-instance order requiring a CHF 5,700 advance on court costs in a maintenance action. It held that the submission, although labeled as an appeal, was in substance only a request for legal aid. Because such a request must be made to the first-instance court, the appeal was inadmissible. The court also noted that the request would not be forwarded to the Bezirksgericht. It waived appellate costs and denied party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 322 Abs. 1 ZPO; legal aid request wrongly filed with the appellate court; admissibility of appeal. A submission designated as an appeal is assessed according to its substance. If it contains no challenge to the reasoning of the impugned order but only a request for legal aid, the appellate court cannot entertain it where the request must be lodged before the first-instance court. The appellate court may deny referral of the misfiled request and declare the appeal inadmissible. As a rule, costs may be waived for circumstances of the case, while party compensation is denied where the appellant fails and the respondent has incurred no relevant effort (consid. 2, 4).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RZ150006-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- ber lic. i ur. F. Rieke Beschluss vom 15. November 2015

i n Sachen

A._____, Kläger und Beschwerdeführer

gegen

B._____, Beklagte und Beschwerdegegnerin

betreffend Unterhalt (Kostenvorschuss)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Bezirksgerichtes Winterthur vom 19. Oktober 2015 (CG150025-K)

Erwägungen: 1. a) Am 12. Oktober 2015 ging beim Bezirksgericht Winterthur (Vor- instanz) eine Klage des Klägers auf Bezahlung von ausserordentlichen Kosten im Sinne von Art. 286 Abs. 3 ZGB und auf Bezahlung von Mündi genunterhalt im Sin- ne von Art. 277 Abs. 2 ZGB ein (Vi-Urk. 1). Mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 (Vi-Urk. 5 = Urk. 2) setzte die Vorinstanz dem Kläger u.a. eine Fri st zur Lei stung eines Gerichtskostenvorschusses von Fr. 5'700.-- an (Dispositiv-Ziffer 1). b) Hiergegen hat der Kläger am 2. November 2015 fristgerecht (Vi-Urk. 6) Beschwerde erhoben und stellt die Beschwerdeanträge (Urk. 1 S. 2): "1. Es sei Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksgerichtes Winterthur vom 19. Oktober 2015 (Leistung Kostenvorschuss durch den Kläger von Fr. 5'700) aufzuheben. 2. Es sei eine unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von sämtlichen Kos- ten, Vorschüssen und Sicherheitsleistungen) zu gewähren. → vgl. beiliegende Urkunden (insbesondere act. 6.11, Gesuch um un- entgeltliche Rechtspflege beim Obergericht des Kantons Zürich vom 2. November 2015)" c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwer- de sogleich als unzulässi g erweist, kann auf die Einholung einer Beschwerdeant- wort verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 2. a) Der Kläger hat seine Eingabe an das Obergericht als "Beschwer- de" bezeichnet, weshalb ein Beschwerdeverfahren anzulegen war. Inhaltlich han- delt es sich dabei jedoch einzig um ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (es wurden denn auch keine Beanstandungen gegen die Erwägungen in der an- gefochtenen Verfügung erhoben). Ein solches Gesuch ist jedoch nicht beim Ober- gericht, sondern bei der Vorinstanz einzureichen. Auf die Beschwerde ist daher ni cht ei nzutreten. b) Der Kläger ist darauf hinzuweisen, dass sein beim Obergericht einge- reichtes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht an die Vorinstanz weiterge- leitet wird. Es muss es selber bei der Vorinstanz einreichen.

c) Die Vorinstanz ist darauf hinzuweisen, dass das vorliegende Verfahren ni cht vom Kollegialgericht, sondern vom Einzelgericht im ordentlichen Verfahren zu führen ist (Entscheid der Kammer vom 7. Juli 2015, LZ150002, S. 7 Erw. 3.1, mit Hinweisen). BGE 139 III 368, auf den sich die Vorinstanz für i hre Zuständig- keit beruft, äussert si ch nur zur Verfahrensart (bei gegebenem Streitwert ordentli- ches Verfahren), jedoch nicht zur sachlichen Zuständigkeit der kantonalen Gerich- te (Einzel- oder Kollegialgericht). 4. a) Umständehalber ist für das Beschwerdeverfahren auf die Erhe- bung von Kosten zu verzi chten. b) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu- sprechen, dem Kläger zufolge seines Unterliegens, der Beklagten mangels rele- vanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird ni cht eingetreten. 2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge- sprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 3, 4 und 5/1-4, sowie an die Vorinstanz, je gegen Emp- fangsschei n. Die vori nstanzli chen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine ver- mögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Hauptsache beträgt Fr. 52'000.--. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 16. November 2015

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am: js

Mots-clés

inadmissibilitylegal aidcost advancemaintenanceappealfirst instance competenceparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the filing was a valid appeal against the first-instance order.

Solution extraite

The filing was treated as an appeal, but substantively it was only a request for legal aid; because such a request must be filed with the first instance, the appeal could not be entertained.

Motifs extraits

No objections were raised to the reasoning of the challenged order; the legal-aid request was wrongly submitted to the appellate court instead of the first instance.

Question juridique clé

Who must decide a legal-aid request in this procedural situation.

Solution extraite

The request must be filed before the first-instance court, not the appellate court.

Motifs extraits

The appellate court expressly pointed out that the request would not be forwarded and had to be submitted directly to the Bezirksgericht.

Question juridique clé

Costs and party compensation for the appeal proceedings.

Solution extraite

No court costs and no party compensation were awarded for the appeal proceedings.

Motifs extraits

The court waived costs because of the circumstances and denied party compensation because the appellant lost and the respondent incurred no relevant effort.

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