Mootness after final eviction order in tenancy dispute

RU160028Tribunal supérieur3 juin 2016Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The tenant appealed against the Zurich conciliation authority’s decision striking the tenancy termination challenge off as moot. The Obergericht held that a final eviction order, later confirmed on appeal and left without suspensive effect by the Federal Supreme Court, removed any protected interest in a ruling on the validity of the termination or on a lease extension. Since the eviction had already been enforced before the conciliation hearing, the conciliation proceedings were properly discontinued. The appeal was dismissed, with no court costs or party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 59 Abs. 2 ZPO, Art. 242 ZPO; Art. 272a Abs. 1 lit. a OR; mootness of tenancy proceedings after final eviction order. A claimant must maintain a legally protected interest throughout the proceedings; if such interest falls away later, the action is to be struck off as moot. Where a tenant is finally ordered to vacate and the eviction is enforced, the tenant no longer has an interest in a judgment on the validity of the termination or on lease extension, particularly if extension is excluded by law. The same applies to conciliation proceedings, which may be discontinued without a merits decision (consid. II.2-3). A Federal Supreme Court filing does not suspend enforcement absent an express suspensive order; its decision becomes final on the day it is rendered (Art. 61, 103 BGG).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RU160028-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. i ur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. i ur. et phil. D. Glur und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichtsschreiber lic. i ur. M. Is le r Urteil vom 3. Juni 2016 i n Sachen

A._____, Klägerin und Beschwerdeführerin,

gegen

B._____ AG, Beklagte und Beschwerdegegnerin,

vertreten durch C._____ AG, diese vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

betreffend Kündigungsschutz / Anfechtung

Beschwerde gegen den Beschluss der Schlichtungsbehörde Zürich vom 29. April 2016 (MM150790)

Rechtsbegehren: (act. 1 sinngemäss; act. 25 S. 2) Es sei festzustellen, dass die Kündigung vom 26. November 2015 per 31. De- zember 2015 nichtig bzw. unwirksam ist. Beschluss der Schlichtungsbehörde Zürich vom 29. April 2016 (act. 25): 1. Das Verfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 4.–5. ... [Mitteilungen, Rechtsmittelbelehrung] Beschwerdeanträge: der Klägerin und Beschwerdeführerin (act. 24 sinngemäss): Es sei der Beschluss der Schlichtungsbehörde Züri ch vom 29. April 2016 aufzuheben und zur Schli chtungsverhandlung vorzuladen.

der Beklagten und Beschwerdegegnerin:


Erwägungen: I. Mit Eingabe vom 2. Dezember 2015 (Postaufgabe: 4. Dezember 2015) stellte die Klägerin bei der Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksgerichtes Züri ch das oben genannte Kündigungsschutzbegehren (act. 1 f.). Mit Beschluss vom 29. April 2016 schrieb die Schlichtungsbehörde das Verfahren als gegenstandslos geworden ab. Sie erwog, dass aufgrund eines rechtskräftigen Ausweisungsbefehls des Einzelgerichtes Audienz des Bezirksgerichtes Zürich vom 27. Januar 2016 noch vor D urchführung der Schli chtungsver hand l ung die zwangsweise Ausweisung der Klägerin aus dem Mietobjekt erfolgt sei (act. 25).

Gegen diesen Entscheid erhob die Klägerin beim Obergericht mit Eingabe vom 10. Mai 2016 (Postaufgabe: 16. Mai 2016) rechtzeitig Beschwerde mit dem oben aufgeführten Antrag (act. 24; vgl. act. 20). Sie macht im Wesentlichen geltend, dass der Auswei sungsentscheid nicht rechtskräftig sei, weil beim Bundesgericht ein "Rekurs" hängig sei. Das Bundesgericht habe aus Zürich nicht genügend Ak- ten erhalten und sie aufgefordert, alles "selber nochmals [zu] senden und auf-[zu-] schreiben" (act. 24). Die erstinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–21). Ei ne Stellungnahme der Beklagten wurde nicht eingeholt. II. 1. Voraussetzung dafür, dass ein Gericht auf eine Klage eintritt, ist ein schutzwür- diges Interesse der klagenden Partei (Art. 59 Abs. 2 ZPO). Entfällt dieses nach- träglich, ist das Verfahren abzuschreiben (Art. 242 ZPO). 2. Verpflichtet das Einzelgericht im summarischen Verfahren den Mieter zur Räumung des Mietobjekts und erwächst dieser Entscheid in Rechtskraft, entfällt ein schutzwürdiges Interesse des Mieters an einem richterlichen Entscheid über die Gültigkeit der Kündigung und eine allfällige Erstreckung des Mietverhältnisses (welche bei Kündigungen wegen Zahlungsrückstandes des Mieters von vornhe- rein ausgeschlossen ist; vgl. Art. 272a Abs. 1 lit. a OR). Gleichzeitig entfällt auch das Interesse des Mieters an der D urchführung ei nes Schli chtungsverfa hre ns . D i e Schlichtungsbehörde schreibt das Verfahren ab (vgl. ZK ZPO-Sutter- Somm/Lötscher, 3. Aufl., Art. 257 N 38a S. 1913 unten; Dolge/Infanger, Schlich- tungsverfahren nach Schweizerischer Zivilprozessordnung, Zürich 2012, § 19 Ziff. 7.3 S. 145). 3. Das Einzelgericht Audienz des Bezirksgerichts Zürich hat die Klägerin (damals Gesuchsgegnerin) mit Urteil vom 27. Januar 2016 verpflichtet, die Gewerberäume im Erdgeschoss der Liegenschaft D._____strasse ..., ... Züri ch, zu räumen und der Beklagten (damals Gesuchstellerin) ordnungsgemäss geräumt und gereinigt zu übergeben (Geschäft Nr. ER160003). Die Kammer hat die von der Klägerin

dagegen erhobene Berufung mit Urteil vom 4. März 2016 abgewiesen und das Ur- teil des Einzelgerichtes bestätigt (Geschäft Nr. LF160020). Das Bundesgericht ist auf die von der Klägerin hiergegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 27. April 2016 nicht eingetreten (BGer 4A_191/2016). Entschei de des Bundesgerichts er- wachsen am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft (Art. 61 BGG). Der vom Oberge- richt bestätigte Räumungsbefehl war somit im Zeitpunkt des von der Klägerin an- gefochtenen Abschreibungsbeschlusses der Schlichtungsbehörde rechtskräftig. Die gegenteilige Behauptung der Klägerin i st unzutref fend . Im Übrigen hatte die Beschwerde an das Bundesgericht mangels anderslautender Anordnung des Bundesgerichtes keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 4. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. III. 1. Im Schli chtungsverfahren werden in Streitigkeiten aus Miete von Wohn- und Geschäftsräumen weder Gerichtskosten noch Parteientschädigungen gesprochen (Art. 113 Abs. 1 und 2 lit. c ZPO). Das gilt auch für das Rechtsmittelverfahren (OGer ZH PD110005 vom 23. Juni 2011; PD110010 vom 31. Oktober 2011, Erw. 4a). Im Übrigen sind der Beklagten im Rechtsmittelverfahren keine Umtriebe entstanden. 2. Dem bei den Akten liegenden Mietvertrag der Parteien ist ein Bruttomietzins von Fr. 2'070.– pro Monat zu entnehmen. Frühester vertraglicher Kündi gungster- min ist der 30. Juni 2020 (act. 3/1). Somit übersteigt der Streitwert Fr. 15'000.– (vgl. Art. 74 Abs. 1 BGG).

Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten fallen ausser Ansatz. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage einer Kopie von act. 24, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine mietrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt Fr. 15'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zi vi lk a mme r

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. M. Isler

versandt am: 6. Juni 2016

Mots-clés

mootnessprotected interesttenancy terminationevictionconciliation proceedingssuspensive effectlease extensioncosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the conciliation authority correctly dismissed the tenancy termination challenge as moot after eviction had become final and enforced.

Solution extraite

Yes. Once the eviction order was final and the tenant had been removed, the tenant no longer had a protected interest in a judicial ruling on the validity of the termination or on any lease extension, and the conciliation proceedings had to be struck off.

Motifs extraits

A protected interest under Art. 59(2) ZPO is a prerequisite for entering on a claim. If it ceases later, the proceedings are discontinued under Art. 242 ZPO. A final eviction order eliminates the tenant's interest in challenging the termination and in seeking an extension, especially where extension is excluded under Art. 272a(1)(a) OR.

Question juridique clé

Whether the appellant's argument that the eviction order was not final because a remedy was pending before the Federal Supreme Court precluded mootness.

Solution extraite

No. The Federal Supreme Court had already declared the complaint inadmissible, and its decisions enter into force on the day they are rendered; the appeal also had no suspensive effect absent a contrary order.

Motifs extraits

The eviction judgment was final when the conciliation authority decided. The contrary assertion was incorrect, and the pending federal complaint did not suspend enforcement under Art. 103 BGG.

Question juridique clé

Costs and party compensation in the appeal proceedings.

Solution extraite

No court costs and no party compensation were awarded.

Motifs extraits

In tenancy conciliation matters concerning residential and commercial premises, no court costs or party compensation are awarded, and this also applies on appeal; the respondent incurred no compensable expense.

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