Appeal inadmissible for lack of appeal interest

RU140020Tribunal supérieur14 mai 2014Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court held that the defendant could not appeal an order of the conciliation authority requiring the plaintiff to pay an advance on costs, because the defendant was not affected by the order and therefore lacked appeal interest. The court did not enter on the appeal. As the unsuccessful appellant, the defendant was ordered to pay the appeal costs of CHF 100. The plaintiff was awarded no party compensation.

Regeste Omnilex

Appeal admissibility; standing to appeal requires a legally protected interest in the amendment of the challenged decision. A party is not entitled to appeal an order that imposes obligations only on the opposing party and does not affect its own legal position. In the absence of grievance, the appellate court must decline to hear the appeal (consid. 2). On non-entry, the appellant is deemed unsuccessful for costs purposes under Art. 106 Abs. 1 ZPO; absent material effort, no party compensation is due to the respondent (consid. 3).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RU140020-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschreiber lic. iur. A. Baumgartner Beschluss vom 14. Mai 2014

in Sachen

A._____, Beklagte und Beschwerdeführerin

gegen

B._____ GmbH, Klägerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Kostenvorschuss

Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes Horgen vom 23. April 2014 (GV.2014.00032)

Erwägungen: 1. a) Mit Schlichtungsgesuch vom 10. April 2014 stellte die Klägerin und Be- schwerdegegnerin (fortan Klägerin) beim Friedensrichteramt Horgen das Rechts- begehren, es sei die Beklagte und Beschwerdeführerin (fortan Beklagte) zu ver- pflichten, ihr Fr. 2'619.80 (inkl. Mahnspesen von Fr. 10.80) nebst Zins zu 5 % seit dem 3. Juli 2013, Fr. 458.80 Verzugszins bis zum 2. Juli 2013 und Fr. 81.– Be- treibungskosten zu bezahlen. Ferner sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Horgen aufzuheben; alles unter Kosten- und Ent- schädigungsfolge zu Lasten der Beklagten (Urk. 3/2 S. 1). Mit Verfügung des Friedensrichteramtes Horgen vom 23. April 2014 wurde der Klägerin eine Frist von zehn Tagen angesetzt, um für die sie allenfalls treffen- den Kosten beim Friedensrichteramt Horgen einstweilen einen Kostenvorschuss von Fr. 350.– zu leisten (Urk. 3/1 Dispositivziffer 1). b) Innert Frist erhob die Beklagte mit Eingabe vom 2. Mai 2014 gegen obge- nannte Verfügung Einspruch (Urk. 1). 2. a) Die Beschwer ist Zulässigkeitsvoraussetzung jedes Rechtsmittels. Das Erfordernis der Beschwer hat die Wirkung, dass nur derjenige zur Erhebung eines Rechtsmittels befugt ist, welcher ein (von der Rechtsordnung geschütztes, d.h. ein schutzwürdiges) Interesse (tatsächlicher oder rechtlicher Natur) an der Abän- derung eines erstinstanzlichen Entscheids besitzt. Fehlt es an der von Amtes we- gen zu prüfenden Beschwer, ist auf das erhobene Rechtsmittel nicht einzutreten (Reetz, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizeri- schen Zivilprozessordnung (ZPO), 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Vorbemer- kungen zu den Art. 308-318 N 30 m.w.H.). b) Die Beklagte wurde durch die angefochtene Verfügung zu nichts ver- pflichtet, da nicht sie, sondern die Klägerin den Kostenvorschuss von Fr. 350.– zu leisten hat. Ihr ist deshalb durch die angefochtene Verfügung kein Nachteil ent- standen. Auf die Beschwerde der Beklagten kann demnach mangels Beschwer nicht eingetreten werden.

  1. a) Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nichteintreten gilt die klagende Partei bzw. die Partei, welche das Rechtsmittel erhoben hat, als unterliegend (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO), weshalb der Beklagten die Prozesskosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen sind. Für deren Be- messung gelangen § 1 lit. b, § 2, § 3 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 der Gebühren- verordnung des Obergerichts zur Anwendung. b) Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Klägerin für das Beschwerdever- fahren keine Entschädigung zuzusprechen. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde der Beklagten wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren werden festgesetzt auf Fr. 100.–. 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten auferlegt. 4. Der Klägerin wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des Doppels der Urk. 1, sowie an das Friedensrichteramt Horgen, je gegen Emp- fangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an das Friedensrichteramt Horgen zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Haupt- sache beträgt Fr. 2'619.80. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 14. Mai 2014

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: mc

Mots-clés

appeal admissibilitystandingappeal interestcost advancenon-entrycourt costsparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the defendant had standing to appeal the order concerning the plaintiff's cost advance

Solution extraite

The defendant lacked a legally protected interest because the order bound only the plaintiff, not the defendant.

Motifs extraits

Appeal admissibility requires grievance. Since the contested order imposed no obligation on the defendant and caused her no detriment, the appeal was inadmissible.

Question juridique clé

Allocation of costs and party compensation in the appeal proceedings

Solution extraite

The defendant, as the party who failed with the appeal, had to bear the appeal costs; the plaintiff received no party compensation.

Motifs extraits

On non-entry, the appellant is deemed unsuccessful. No material effort justified an indemnity for the respondent.

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