Reallocation of costs and legal aid counsel fee after remand

RU120048Tribunal supérieur19 sept. 2012Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

Following a Federal Supreme Court remand, the Zurich High Court reallocated the costs of the earlier appeal, placing the CHF 200 appeal fee on the court treasury, and fixed the applicant’s legal aid lawyer’s compensation for the appeal at CHF 1,439.65. It also ordered that, after expiry of the appeal period, the file be sent to the President of the Zurich High Court to determine the fee for the conciliation and first-instance legal aid work. No costs were charged for the present decision.

Regeste Omnilex

Art. 106 Abs. 1 and Art. 107 Abs. 2 ZPO; fee determination for legal aid counsel under § 2 Abs. 1 AnwGebV: after remand limited to costs and compensation, the appeal costs are to be allocated according to the outcome, and the court may waive costs for the remand decision. The remuneration of appointed counsel is not based solely on time expenditure; relevant are also the value in dispute, counsel’s responsibility, and the difficulty of the case (consid. 3). Non-compensable work may be excluded from the fee calculation. Where competence lies with another judicial authority, the file is to be transmitted for determination of the compensation for earlier stages (consid. 5).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RU120048-O/U

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. M. Schaf- fitz und Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke Beschluss vom 19. September 2012

in Sachen

A., Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X.

betreffend unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Schlichtungsverfahren

Beschwerde gegen einen Beschluss des Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. März 2012 (VO120018)

Rückweisung: Urteil des Bundesgerichtes vom 16. Juli 2012 (vormaliges Verfahren: RU120021)

Erwägungen: 1. a) Am 8. Februar 2012 hatte die Gesuchstellerin beim Präsidenten des Obergerichts ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes vor Anhängigmachung eines Zivilprozesses gestellt (Urk. 1). Mit Urteil vom 8. März 2012 gewährte der Obergerichtspräsident der Gesuchstellerin für das Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt C._____ betreffend Unterhaltsklage die unentgeltliche Rechtspflege; ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wurde nicht bestellt (Urk. 15 Disp.-Ziff. 1). b) Hiergegen hatte die Gesuchstellerin am 23. März 2012 Beschwerde erhoben (Urk. 14). Mit Beschluss und Urteil vom 17. April 2012 gewährte die be- schliessende Kammer der Gesuchstellerin die unentgeltliche Rechtspflege sowie Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren und wies die Beschwerde hinsichtlich der unentgeltlichen Verbeiständung für das Schlichtungsverfahren ab (Urk. 20). c) Auf Beschwerde der Gesuchstellerin hin hob das Bundesgericht mit Ur- teil vom 16. Juli 2012 (Urk. 24) das Urteil der Kammer vom 17. April 2012 auf und hiess das Gesuch der Gesuchstellerin um unentgeltliche Verbeiständung für das Schlichtungsverfahren gut (Disp.-Ziff. 1) und wies die Sache zur Neuverteilung der Kosten und der Parteientschädigung des obergerichtlichen Verfahrens an die Kammer zurück (Disp.-Ziff. 2). d) Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Gesuchstellerin hat am 31. Au- gust 2012 seine Honorarnoten für das obergerichtliche und für das Schlichtungs- verfahren eingereicht (Urk. 25, Urk. 26/1-2). 2. Im Urteil der Kammer vom 17. April 2012 (Urk. 20) war die Entscheid- gebühr für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren auf Fr. 200.-- festgesetzt (Disp.-Ziff. 2) und die Kosten der Gesuchstellerin auferlegt, zufolge der ihr für das Beschwerdeverfahren gewährten unentgeltlichen Rechtspflege jedoch auf die Ge- richtskasse genommen worden (Disp.-Ziff. 3). Gemäss der Anweisung des Bun- desgerichts sind die Kosten für das Beschwerdeverfahren mit diesem Beschluss

nun aber neu zu verlegen (Urk. 24 Disp.-Ziff. 2). Sie sind daher ausgangsgemäss auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 3. Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Gesuchstellerin ist für das Be- schwerdeverfahren angemessen zu honorieren. Dieser hat für das Beschwerde- verfahren eine Honorarnote über Fr. 1'756.67 nebst Barauslagen von Fr. 33.-- und Mehrwertsteuer eingereicht (Urk. 26/1). Der damit geltend gemachte Zeitauf- wand bildet jedoch nur ein Kriterium; ebenso bedeutsam sind der Streit- bzw. Inte- ressewert, die Verantwortung des Anwalts und die Schwierigkeit des Falles (§ 2 Abs. 1 AnwGebV). Die Aufstellung des unentgeltlichen Rechtsvertreters enthält sodann nicht zu honorierenden Aufwand (für das Studium des angefochtenen Entscheids, für Rechtsstudium und für die Rechnungsstellung). Das Bundesge- richt hat dem unentgeltlichen Rechtsvertreter für das bundesgerichtliche Verfah- ren eine Entschädigung von Fr. 1'000.-- zugesprochen (Urk. 24 Disp.-Ziff. 4). Ausgehend davon, dass der notwendige Aufwand für das obergerichtliche gegen- über dem bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren nur unwesentlich höher an- zusetzen ist, rechtfertigt sich für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von Fr. 1'300.-- nebst Barauslagen von Fr. 33.-- und Mehrwert- steuer von Fr. 106.65 (8 % von Fr. 1'333.--). 4. Für den vorliegenden Entscheid sind keine Kosten zu erheben (vgl. Art. 107 Abs. 2 ZPO). 5. Die Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters der Gesuchstellerin für das Schlichtungsverfahren und das erstinstanzliche Gesuchs- verfahren ist vom dafür zuständigen Präsidenten des Obergerichts festzusetzen. Es wird beschlossen: 1. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren RU120021 im Betrag von Fr. 200.-- wird auf die Gerichtskasse genommen. 2. Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für seine Bemühungen und Barauslagen als unentgeltlicher Rechtsvertreter der Gesuchstellerin im Beschwerdever- fahren RU120021 mit Fr. 1'439.65 entschädigt.

  1. Die erstinstanzlichen Akten werden nach unbenütztem Ablauf der Rechts- mittelfrist dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich zum Ent- scheid über die Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertre- ters der Gesuchstellerin für das Schlichtungsverfahren und das Gesuchsver- fahren vor dem Obergerichtspräsidenten zugestellt. 4. Für das vorliegende Verfahren werden keine Gerichtskosten erhoben. 5. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin und den Obergerichtspräsiden- ten, an letzteren unter Beilage von Kopien der Urk. 24, 25 und 26/1-2, je ge- gen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt über Fr. 30'000.--. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 19. September 2012

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am: mc

Mots-clés

legal aidcost allocationattorney feesremandcourt treasuryconciliation proceedings

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

How should the appeal costs in RU120021 be allocated after remand?

Solution extraite

The appeal fee of CHF 200 is charged to the court treasury.

Motifs extraits

Following the Federal Supreme Court's instruction, the costs must be reallocated according to the outcome; they are therefore borne by the court treasury under Art. 106(1) CPC.

Question juridique clé

What compensation is due to the legal aid lawyer for the appeal proceedings?

Solution extraite

Counsel is awarded CHF 1,439.65 for work and expenses in the appeal proceedings.

Motifs extraits

The claimed time spent is only one factor; the amount is set by considering dispute value, responsibility, and difficulty. Non-compensable items were excluded, and the award was aligned with the compensation granted by the Federal Supreme Court.

Question juridique clé

Should court costs be charged for the present decision?

Solution extraite

No court costs are levied for this decision.

Motifs extraits

The court exercised its discretion to waive costs for the present remand decision under the CPC.

Question juridique clé

Which authority must determine the fee for the legal aid lawyer in the first-instance and conciliation proceedings?

Solution extraite

The files are sent to the president of the Obergericht after the appeal deadline expires for a fee determination.

Motifs extraits

That authority is competent to fix the compensation for the conciliation and first-instance legal aid work.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.