Non-entry for deficient appeal in provisional debt enforcement release

RT150216Tribunal supérieur10 mars 2016Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich Cantonal Court dismissed an appeal against the first-instance dismissal of a request for provisional debt enforcement release, because the appellant's filing lacked a proper prayer for relief and any concrete reasoning. The court held that these defects were incurable and, in any event, the complaint would have failed because the appellant did not identify any incorrect legal application or manifestly incorrect factual findings by the lower court. The second-instance fee was set at CHF 500 and imposed on the appellant; no party compensation was awarded to the respondent.

Regeste Omnilex

Art. 321 ZPO; requirements for a cantonal appeal in civil proceedings; an appeal must contain a clear prayer for relief and a reasoned challenge to the contested decision. The omission of either element constitutes an incurable defect under Art. 132 ZPO and leads to non-entry. Under Art. 320 ZPO, the appellate court reviews only incorrect legal application and manifestly incorrect factual findings; mere disagreement with the lower court's assessment or speculative assertions do not satisfy the duty to reason. Costs follow the losing party under Art. 106 ZPO; if no essential expenses are shown, no party compensation is awarded.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT150216-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin D r. Hunzi ker Schni der, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie Leitende Gerichtsschreiberin lic. i ur. E. Ferreño Beschluss vom 10. März 2016

i n Sachen

A._____ Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin

gegen

B._____ Gesuchsgegner und Beschwerdegegner

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts Audienz am Bezirksgericht Zürich vom 3. Dezember 2015 (EB151625-L)

Erwägungen: 1. a) Mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 schrieb die Vorinstanz das Begehren der Gesuchstellerin um provisorische Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Züri ch 2 (Zahlungsbefehl vom 1. Oktober 2015) für Fr. 20'000.– nebst Zins zu 5.75 % seit 1. Oktober 2015 und Fr. 22'492.– nebst Zins zu 5.75 % seit 1. Oktober 2015 – wegen Aufhebung der Betreibung infolge Eröffnung des Konkurses über den Gesuchsgegner – ab (Urk. 13 = Urk. 16). b) Hiergegen erhob die Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin (fortan Gesuchstellerin) mit Eingabe vom 16. Dezember 2015, eingegangen am 18. Dezember 2015, Beschwerde (Urk. 15). 2. a) Ei ne Beschwerde im Sinne von Art. 321 ZPO muss Rechtsmittel- anträge und eine entsprechende Begründung enthalten, ansonsten auf sie nicht eingetreten werden kann. Diesen formellen Anforderungen vermag die Beschwer- deschrift der Gesuchstellerin vom 16. Dezember 2015 ni cht zu genügen. Die Ge- suchstellerin unterlässt es, ausdrückliche Anträge zu stellen, und lässt offen, ob das Dispositiv des angefochtenen Entscheids als Ganzes oder allenfalls nur in Teilen aufzuheben sei (Urk. 15). Auf die Beschwerde ist deshalb nicht ei nzutreten (Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2016, 3. Auflage, N 34 f. zu Art. 311 ZPO; Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber- ger, a.a.O., N 14 zu Art. 321 ZPO). b) Aber auch wenn auf die Beschwerde einzutreten gewesen wäre, hätte sie abgewiesen werden müssen. Im Beschwerdeverfahren können unri chti- ge Rechtsanwendung und offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Die Beschwerde führende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln (unrichtige Rechtsanwendung, offen- sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts) der angefochtene Entscheid ih- rer Ansicht nach leidet (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Ster- chi , i n: Berner Kommentar Art. 150-352 ZPO und Art. 400-406 ZPO, Bern 2012, N 17 ff. zu Art. 321 ZPO). Werden keine, unzulässige oder ungenügende Rügen

erhoben, stellt dies einen nicht behebbaren Mangel dar (vgl. Art. 132 ZPO), d.h. es ist nicht eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung anzusetzen, sondern ist die Beschwerde abzuweisen. Die Gesuchstellerin erhebt in ihrer Beschwerdeschrift keine konkreten Rügen gegen den angefochtenen Entscheid. Auch bri ngt si e ni chts vor, was die Rechtsanwendung der Vorinstanz unrichtig oder ihre Sachverhaltsfeststellung gar offensi chtli ch unri chti g erschei nen lassen würde. Vielmehr stellt sie die Beweg- gründe für die Eröffnung des Konkurses über den i hrer Ansi cht nach vermögen- den Gesuchsgegner in Frage und mutmasst, ob der Gesuchsgegner vielleicht sein privates Vermögen in seine Immobilienfirma "gezügelt" habe (Urk. 15). Das Abschreiben des Rechtsöffnungsverfahrens zufolge Konkurseröffnung über den Gesuchsgegner entspricht dem Gesetz. Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtlich korrekt. c) Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Es kann daher davon abgesehen werden, eine Beschwerdeantwort des Gesuchs- gegners und Beschwerdegegners (fortan Gesuchsgegner) und ei ne Stellungnah- me der Vorinstanz ei nzuholen (Art. 322 Abs. 1 und Art. 324 ZPO). 3. a) Die Gerichtskosten werden der unterliegenden Partei aufer- legt. Bei Nichteintreten gilt die beschwerdeführende Partei als unterliegend (Art. 106 Abs. 1 ZPO), weshalb der Gesuchstellerin die Gerichtskosten des Be- schwerdeverfahrens aufzuerlegen sind. Die Entscheidgebühr ist in Anwendung von Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 500.– festzusetzen. b) Mangels wesentlicher Umtriebe ist dem Gesuchsgegner für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädi gung zuzuspreche n. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde der Gesuchstellerin wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.

  1. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchstellerin auferlegt. 4. Dem Gesuchsgegner wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteient- schädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsgegner unter Beilage der Doppel von Urk. 15, 17, 18/1 und 18/3-4, sowie an die Vorinstanz, je ge- gen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö- gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 42'492.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 10. März 2016

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Die Leitende Gerichtsschreiberin:

lic. iur. E. Ferreño

versandt am: se

Mots-clés

debt enforcementprovisional legal openingappeal admissibilityreasoned appealbankruptcycourt costsparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal met the formal requirements of Art. 321 ZPO

Solution extraite

The appeal was inadmissible because it contained no express request and no sufficient reasoning identifying the challenged defects.

Motifs extraits

A cantonal appeal must include a prayer for relief and substantiated objections; the appellant submitted neither concrete requests nor specific legal or factual critiques.

Question juridique clé

Whether the appeal would have succeeded on the merits

Solution extraite

Even if admissible, the appeal would have been dismissed because the appellant failed to show any incorrect application of law or manifestly incorrect fact-finding.

Motifs extraits

No concrete grievances were raised against the lower court's legal assessment; the filing merely questioned the bankruptcy reasons and speculated about asset transfers. Dismissal of the release proceeding after bankruptcy was legally correct.

Question juridique clé

Court costs and party compensation on appeal

Solution extraite

The appellant had to bear the appellate court costs, set at CHF 500, and the respondent received no party compensation due to lack of essential expenses.

Motifs extraits

Costs follow the losing party; on non-entry the appellant counts as losing party. No significant effort justified an indemnity to the respondent.

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