Late and insufficient appeal in debt enforcement opening case

RT120056Tribunal supérieur31 mai 2012Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich Cantonal Court declared the appeal inadmissible in a debt-enforcement opening case. The appellant had received the first-instance decision on 7 February 2012 but posted his challenge only on 21 February 2012, after the ten-day period had expired. The court also held that the filing was inadequate because it did not identify concrete errors in the district court’s reasoning. The appeal was therefore not entered into. Second-instance court costs of CHF 300 were imposed on the appellant, and the respondent received no compensation.

Regeste Omnilex

Art. 321 Abs. 2 ZPO; requirements for admissibility of an appeal in summary proceedings and consequences of an untimely or insufficiently reasoned filing. The appeal period is strictly peremptory; filing at the wrong authority does not preserve the deadline. An appeal must also contain a substantiated critique of the challenged decision, identifying the contested points and the reasons for error; a merely general or undeveloped protest is insufficient. If the appeal is inadmissible, the appellate court may not examine the merits and shall allocate costs according to the outcome (Art. 106 Abs. 1 ZPO; Art. 16 SchKG; Art. 48 GebV SchKG).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT120056-O/U

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Dr. G. Pfister und Dr. H.A. Müller sowie Gerichtsschreiber lic. iur. A. Baumgartner Beschluss vom 31. Mai 2012

in Sachen

A._____, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer

gegen

B._____ AG, Zustelladresse: Rechtsanwalt lic. iur. X._____, Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen eine Verfügung und ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 31. Januar 2012 (EB110351)

Erwägungen: 1. a) Mit Verfügung und Urteil vom 31. Januar 2012 erklärte die Vorinstanz den Vollstreckungsbescheid des Amtsgerichtes Stuttgart vom 25. August 2003 zum Mahnbescheid vom 24. Juli 2003 (AZ: 03-0245939-0-7; vgl. Urk. 3/2) für voll- streckbar und erteilte der Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin (fortan Ge- suchstellerin) in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes C._____ (Zahlungs- befehl vom 19. September 2011) gestützt auf den genannten Vollstreckungsbe- scheid definitive Rechtsöffnung für Fr. 6'753.95 nebst Zins zu 2,5 % seit 3. Juli 2003 und die Betreibungskosten sowie für die Kosten und Entschädigung des Entscheids der Vorinstanz (Urk. 24 S. 14 f. Dispositivziffern 2 f.). Der Gesuchsgegner und Beschwerdeführer (fortan Gesuchsgegner) nahm vorstehenden Entscheid am 7. Februar 2012 in Empfang (Urk. 19/2). b) Am 15. Februar 2012 reichte der Gesuchsgegner persönlich bei der Vo- rinstanz eine Eingabe mit dem Betreff "Wiederspruch-Bedenken" ein (Urk. 20). Mit Schreiben vom 16. Februar 2012 (gleichentags zur Post gegeben) machte die Vo- rinstanz den Gesuchsgegner darauf aufmerksam, dass ein etwaiges Rechtsmittel am Obergericht des Kantons Zürich unter Einhaltung der in den Dispositivziffern 9 und 10 des vorgenannten Entscheids angeführten Fristen einzureichen wäre (Urk. 22). 2. a) Mit der am 21. Februar 2012 zur Post gebrachten Eingabe vom 15. Februar 2012 reichte der Gesuchsgegner hierorts eine Eingabe mit dem Betreff "Wiederspruch-Bedenken" ein (Urk. 23). b) Mit Schreiben vom 6. März 2012 wurde dem Gesuchsgegner Frist ange- setzt, um Stellung dazu zu nehmen, ob er mit seiner Eingabe vom 15. Februar 2012 Beschwerde erheben wolle oder nicht (Urk. 26). Da sich der Gesuchsgegner innert Frist nicht meldete, wurde androhungs- gemäss sein Schreiben als Beschwerde entgegen genommen und vorliegendes Rechtsmittelverfahren eröffnet.

  1. Nachdem der Gesuchsgegner die angefochtenen Entscheide des Be- zirksgerichts Meilen am 7. Februar 2012 in Empfang nahm, endete die zehntägige Beschwerdefrist (vgl. Art. 321 Abs. 2 ZPO) gemäss Dispositivziffer 10 der ange- fochtenen Entscheide am 17. Februar 2012. Obwohl der Gesuchsgegner vom Bezirksgericht Meilen schriftlich (Urk. 22) – und anscheinend zuvor auch schon telefonisch (vgl. Urk. 22) – auf den Fristenlauf aufmerksam gemacht wurde, gab er seine Beschwerdeschrift trotzdem erst am 21. Februar 2012 zur Post. Die Frist ist durch die Einreichung der Beschwerde bei der Vorinstanz nicht gewahrt (vgl. Geschäftsnummer RU110057: Beschluss vom 27. Januar 2012 [www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/ RU110057.pdf]). Auf die Beschwerde gegen die Dispositivziffern 1 und 3 bis 7 der vorinstanzlichen Entscheide ist demnach nicht einzutreten, da die Beschwerde- schrift beim Obergericht des Kantons Zürich verspätet eingereicht wurde. 4. Das Schreiben des Gesuchsgegners ist als Beschwerde zudem auch un- zureichend, insbesondere in Bezug auf Dispositivziffer 2 der angefochtenen Ent- scheide, da daraus nicht hervorgeht, was aus welchen Gründen an den vor- instanzlichen Entscheiden falsch ist und geändert werden sollte. So äussert sich der Gesuchsgegner in seiner Eingabe beispielsweise nicht dazu, wieso der Voll- streckungsbescheid des Amtsgerichtes Stuttgart vom 25. August 2003 (AZ: 03- 0245939-0-7) für nicht vollstreckbar erklärt werden sollte. Er setzt sich diesbezüg- lich nicht konkret mit den Erwägungen des Bezirksgerichts Meilen in den ange- fochtenen Entscheiden auseinander. Auf die Beschwerde des Gesuchsgegners ist daher gesamthaft nicht einzu- treten. 5. a) Die zweitinstanzliche Spruchgebühr ist ausgangsgemäss dem Ge- suchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Für deren Bemessung gelangt gemäss Praxis der Kammer die Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (GebV SchKG; SR 281.35) zur Anwendung (Art. 16 SchKG; ZR 110 (2011) Nr. 28). Die Spruchgebühr ist gestützt auf Art. 48 GebV SchKG auf Fr. 300.– festzusetzen.

b) Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Gesuchstellerin für das Beschwer- deverfahren keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde des Gesuchsgegners wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Gesuchsgegner auferlegt. 4. Der Gesuchstellerin wird für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage des Doppels von Urk. 23 sowie einer Kopie von Urk. 25, und an das Be- zirksgericht Meilen, Einzelgericht im summarischen Verfahren, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 6'753.95. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 31. Mai 2012

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: js

Mots-clés

debt enforcementdefinitive openingappeal deadlinesubstantiationinadmissibilitycosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the first-instance opening order was filed in time.

Solution extraite

The appeal was filed after expiry of the ten-day deadline and was therefore inadmissible.

Motifs extraits

The appellant received the first-instance decision on 2012-02-07; the appeal period ended on 2012-02-17. Posting the appeal only on 2012-02-21 did not preserve the deadline, even if the filing was made at the first instance.

Question juridique clé

Whether the appeal met the minimum substantiation requirements.

Solution extraite

The appeal was insufficiently reasoned and could not be examined on the merits.

Motifs extraits

The filing did not explain which parts of the decision were wrong or why, and did not engage with the district court's reasoning, including the enforceability of the Stuttgart enforcement order.

Question juridique clé

Allocation of second-instance costs and compensation.

Solution extraite

Court costs were imposed on the appellant, and no compensation was awarded to the respondent.

Motifs extraits

Costs followed the outcome; no substantial efforts by the respondent justified an award of party compensation.

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