Correction of costs order: appeal or complaint?

RB110042Tribunal supérieur22 juin 2012Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The plaintiff appealed and complained against a district court order that had amended a 2011 judgment on costs by allowing the costs to be taken from the plaintiff's process security with a right of recourse against the defendant. The Obergericht held that, despite the incorrect legal remedy instruction, the challenge had to be brought by complaint because the order concerned costs, which are independently appealable only by complaint. It further held that the correction had to be assessed under Art. 334 ZPO, not cantonal procedural law, because the underlying judgment had been opened after the ZPO entered into force. The court found, however, that no valid correction case existed and therefore upheld the complaint.

Regeste Omnilex

Art. 334 ZPO; Art. 404 Abs. 1 ZPO; Art. 405 Abs. 1 ZPO; Art. 110 ZPO: An order on clarification or correction is itself attackable by complaint only insofar as it concerns the request decision; the corrected underlying judgment is subject to the ordinary remedy applicable to that judgment. For a later correction or supplementation, the law in force at the time of opening of the decision to be corrected is decisive, even in pending proceedings. A costs order is independently challengeable by complaint. A correction under Art. 334 ZPO requires a genuine corrigible defect; absent such a defect, the correction/supplementation is inadmissible.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Publikation "Entscheide neue ZPO" Art. 334 ZPO, Art. 404 f. ZPO. Rechtsmittel gegen einen Berichtigungsentscheid (E. II/1); Übergangsrecht (E. II/2). Sachverhalt: Am 19. Oktober 2010 machte die Klägerin einen Forderungsprozess gegen den Beklagten beim Bezirksgericht rechtshängig. Da der Beklagte Wohnsitz im Aus- land hatte, wurde die Klägerin gestützt auf § 76 ZPO/ZH verpflichtet, die Gerichts- kosten sicherzustellen. Mit Urteil vom 18. April 2011 hiess das Bezirksgericht die Klage gut. Im Urteil vom 18. April 2011 wurde bezüglich der Kosten entsprechend dem Pro- zessausgang folgende Regelung getroffen: "3. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt." Mit Zirkulationsbeschluss vom 12. Oktober 2011, welcher als Untertitel die Über- schrift "Nachtrag zum Urteil vom 18. April 2011" enthielt, berichtigte respektive er- gänzte das Bezirksgericht Ziff. 3 des Urteils vom 18. April 2011 wie folgt: "1. Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichtes ... vom 18. April 2011 wird wie folgt berichtigt, respektive ergänzt (Ergänzung fett hervorgehoben): "3. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt. Die Kosten werden - un- ter Einräumung des Rückgriffs auf den Beklagten - von der Klägerin be- zogen und mit der von ihr geleisteten Prozesskaution verrechnet. Der Dif- ferenzbetrag wird der Klägerin ausbezahlt." Als Rechtsmittel gegen den erwähnten Beschluss belehrte die Vorinstanz die Be- rufung. Gegen diesen Beschluss erhob die Klägerin am 4. November 2011 sowohl Beru- fung als auch Beschwerde. Auf die Berufung wurde in einem separaten Verfahren nicht eingetreten, und die Beschwerde wurde im vorliegenden Verfahren gutge- heissen.

Aus den Erwägungen: II. 1. a) Die Beschwerde richtet sich gegen den Zirkulationsbeschluss der Vorinstanz vom 12. Oktober 2011. In diesem Beschluss belehrte die Vorinstanz die Berufung als zulässiges Rechtsmittel. Zwar ist der Entscheid über ein Erläute- rungs- oder Berichtigungsgesuch mit Beschwerde anfechtbar (Art. 334 Abs. 3 ZPO). Diese Regelung betrifft indes nur den Entscheid über das Gesuch an sich (Freiburghaus/Afheldt in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 334 N 11). Gegen den erläuterten oder berichtigten Entscheid, welcher den Parteien neu eröffnet wird (Art. 334 Abs. 4 ZPO), beginnt mit der Eröffnung die Frist für das zutreffende Hauptrechtsmittel neu zu laufen, das heisst der neue erstinstanzliche Entscheid unterliegt unter den jeweiligen Voraussetzungen dem- jenigen Rechtsmittel, das gegen den ursprünglichen Entscheid gegeben war (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., Art. 334 N 14). b) Der vorliegend angefochtene Beschluss regelt lediglich die Kostenfol- gen neu, indem neu die Kosten aus der von der Klägerin geleisteten Prozesskau- tion bezogen und ihr gegenüber dem Beklagten ein Rückgriffsrecht eingeräumt wird. Der Kostenentscheid ist selbstständig nur mit Beschwerde anfechtbar (Art. 110 ZPO). Trotz anders lautender Rechtsmittelbelehrung ist die von der Klä- gerin erhobene Beschwerde das zutreffende Rechtsmittel. 2. a) Die Vorinstanz hat die Frage der Berichtigung aufgrund des bis- herigen kantonalen Prozessrechts beurteilt (§ 166 GVG/ZH). Die Klägerin macht mit ihrer Beschwerde demgegenüber geltend, dass sich die Erläuterung und Be- richtigung nach der neuen eidgenössischen Zivilprozessordnung richte (Art. 334 ZPO). b) Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO gilt für Verfahren, welche bei Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung am 1. Januar 2011 rechtshängig sind,

das bisherige Prozessrecht bis zum Abschluss des Verfahrens in der betreffenden Instanz. Für das Rechtsmittelverfahren kommt sodann das Recht, das bei der Er- öffnung des Entscheids in Kraft ist, zur Anwendung (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Berich- tigung und Erläuterung sind zwar keine Rechtsmittel im engeren Sinne, sondern lediglich Rechtsbehelfe. Dennoch muss für die nachträgliche Ergänzung oder Richtigstellung eines Entscheides dasjenige Recht zur Anwendung kommen, wel- ches bei der Eröffnung des zu korrigierenden Entscheides in Kraft war (Frei- burghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 405 N 9; Schwander, DIKE-Komm. ZPO, Art. 404 N 32). c) Wie die Klägerin zu Recht festhält, richtet sich daher die Berichtigung des im April 2011 eröffneten Urteils nicht nach dem zürcherischen GVG, sondern ist Art. 334 ZPO anwendbar. 3. [Es liegt kein Fall einer Berichtigung nach Art. 334 ZPO vor.]

Obergericht, I. ZK Urteil vom 22. Juni 2012

Mots-clés

correction of judgmentcosts orderlegal remedytransitional lawprocess securitycomplaintappeal

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Which remedy was available against the district court's correction decision on costs?

Solution extraite

The proper remedy was the complaint, not the appeal, because the decision concerned a cost order that is independently challengeable only by complaint.

Motifs extraits

A decision on an amendment/clarification request is itself appealable by complaint, but only as to the request decision; the corrected underlying decision is attacked with the ordinary remedy that applied to the original judgment. Here the challenged order newly regulated costs, and costs decisions are independently challengeable by complaint under Art. 110 ZPO.

Question juridique clé

Does the correction of the April 2011 judgment fall under the old cantonal procedural law or Art. 334 ZPO?

Solution extraite

Art. 334 ZPO applied, because the corrected judgment had been opened after the ZPO entered into force.

Motifs extraits

For pending proceedings, the former procedural law applies until completion in the instance concerned, but for a later correction or clarification the law in force at the time of opening of the decision to be corrected governs. Since the judgment was opened in April 2011, the correction had to be assessed under the federal ZPO.

Question juridique clé

Was there a valid correction or supplementation within the meaning of Art. 334 ZPO?

Solution extraite

No. The case did not meet the requirements for a correction under Art. 334 ZPO.

Motifs extraits

The appellate court held that the district court's costs modification was not a permissible correction or supplementation of the original judgment.

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