Unsigned appeal deemed not filed; proceedings struck off

RA170011Tribunal supérieur3 oct. 2017Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A._____ appealed against a Dielsdorf labour court decision concerning legal aid. The Zurich High Court had earlier ordered him to sign his unsigned appeal within ten days under Art. 132(1) CPC, warning that otherwise it would be deemed not filed. Although the order was personally served, no signed appeal was submitted by the deadline. The court therefore struck the appeal off the record, set the fee at CHF 300, charged the costs to the appellant, and denied any party compensation to the respondent.

Regeste Omnilex

Art. 132 Abs. 1 ZPO; ununterzeichnete Rechtsschrift und Nachfrist zur Behebung des Formmangels: Wird die Beschwerdeschrift trotz ausdrücklicher Androhung und fristansetzender gerichtlicher Aufforderung nicht innert Nachfrist unterzeichnet, gilt sie als nicht erfolgt; das Rechtsmittelverfahren ist abzuschreiben bzw. es erfolgt Nichteintreten. Die rechtsgültige Zustellung der Nachfristansetzung genügt; ein blosses Hängenbleiben des Mangels führt ohne fristgerechte Heilung zur prozessualen Unwirksamkeit der Eingabe. Die Kostenfolgen richten sich nach dem Unterliegensprinzip; eine Parteientschädigung entfällt, wenn dem Gegenpartei keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen zuzusprechen sind (vgl. Erw. zur Kosten- und Entschädigungsfolge).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RA170011-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- ber lic. i ur. A. Baumgartner Beschluss vom 3. Oktober 2017

i n Sachen

A._____, Kläger und Beschwerdeführer

gegen

Kanton Zürich, Beschwerdegegner

vertreten durch Bezirksgericht Dielsdorf

betreffend arbeitsrechtliche Forderung (unentgeltliche Rechtspflege)

Beschwerde gegen einen Beschluss des Arbeitsgerichtes Dielsdorf vom 16. August 2017 (AN170003-D)

Nach Ei nsi cht i n di e ni cht unterzei chnete Beschwerdeschrift des Klägers und Beschwerdeführers (fortan Kläger) vom 19. August 2017 (Urk. 1), unter Hinweis darauf, dass dem Kläger mit Verfügung vom 6. September 2017 in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 ZPO Frist angesetzt wurde, um die Be- schwerdeschrift zu unterzei chne n, ansonsten di ese als nicht erfolgt gelte (Urk. 7), unter Hinweis darauf, dass die Verfügung vom 6. September 2017 am 14. September 2017 vom Kläger persönlich entgegengenommen wurde (vgl. die an Urk. 7 angeheftete Empfangsbestätigung), da somit die zehntägige Nachfrist zur Unterzeichnung der Beschwerdeschrift am 25. September 2017 abgelaufen ist, da bis zum heutigen Tag hierorts keine durch den Kläger unterzeichnete Be- schwerdeschrift eingegangen ist, weshalb die Beschwerdeschrift vom 19. August 2017 androhungsgemäss als nicht erfolgt gilt, dass dem Kläger demzufolge ausgangsgemäss die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen si nd (BGE 137 III 470 E. 6, BGer 4D_48/2015 vom 14. August 2015), welche i n Anwendung von § 9 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 300.– festzusetzen sind, dass von der Zusprechung einer Parteientschädigung abzusehen ist, wird beschlossen: 1. Die Eingabe vom 19. August 2017 gilt als nicht erfolgt. Demzufolge wird das Beschwerdeverfahren abgeschrieben. 2. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 300.– fest- gesetzt.

  1. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Kläger aufer- legt. 4. Dem Beschwerdegegner wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteient- schädigung zugesprochen. 5. Schri ftli che Mi ttei lung an di e Parteien, an den Beschwerdegegner unter Bei- lage je einer Kopie der Urk. 1 und Urk. 4/1-3, sowie an die Beklagte, je ge- gen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Ei ne Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbi ndung mi t Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine arbeitsrechtliche vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Hauptsache beträgt Fr. 259'102.88. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 3. Oktober 2017

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: mc

Mots-clés

appeal formal requirementssignature defectcure periodstriking offcourt costsparty compensationlegal aid

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the unsigned appeal filed on 2017-08-19 could be treated as filed despite the missing signature.

Solution extraite

No. Because the appellant did not sign the appeal within the set grace period, the filing was deemed not to have been made.

Motifs extraits

The court had set a ten-day period under Art. 132(1) CPC to cure the defect, expressly warning that failure to do so would render the appeal ineffective. The appellant personally received the order, but no signed appeal was submitted by the deadline.

Question juridique clé

How the costs of the appeal proceedings should be allocated.

Solution extraite

The appellant must bear the court costs.

Motifs extraits

Since the appeal was unsuccessful in the sense that it was treated as not filed, costs follow the outcome. The fee was set at CHF 300 under the cantonal fee rules cited by the court.

Question juridique clé

Whether the respondent should receive a party compensation for the appeal proceedings.

Solution extraite

No party compensation was awarded to the respondent.

Motifs extraits

The court expressly declined to award any party compensation in the appeal proceedings.

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