Appeal dismissed for late payment of court advance

PS140250Tribunal supérieur10 nov. 2014Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The debtor appealed a Bezirksgericht Bülach ruling that had declined to enter into his request concerning the objection in debt enforcement because the required court advance was not paid. He argued that the CHF 290 payment was made in time. The Obergericht held that the five-day deadline ended on 29 September 2014 and that the bank debit on 1 October 2014 was late under Art. 143(3) ZPO. The appeal was dismissed, the first-instance non-entry decision confirmed, second-instance costs of CHF 150 were imposed on the appellant, and no party compensation was awarded.

Regeste Omnilex

Art. 143 Abs. 3 ZPO; Fristwahrung bei Zahlung an das Gericht: Massgeblich ist, dass der Betrag spätestens am letzten Tag der Frist zugunsten des Gerichts der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist. Erfolgt die Belastung erst nach Ablauf der Frist, ist die Zahlung verspätet, auch wenn sich der Valutierungstag oder der Buchungsbeleg auf einen späteren Zeitpunkt bezieht. Bei nicht rechtzeitig geleistetem Kostenvorschuss ist das Nichteintreten gestützt auf Art. 101 Abs. 3 ZPO rechtmässig; die Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid ist abzuweisen (vgl. Art. 59 Abs. 1 und 2 lit. f ZPO).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: PS140250-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Isler. Urteil vom 10. November 2014 in Sachen

A._____, Kläger, Schuldner und Beschwerdeführer,

gegen

Stadt Bülach, Beklagte, Gläubigerin und Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Stadt Bülach, Abteilung Finanzen

betreffend Bewilligung Rechtsvorschlag / Feststellung neuen Vermögens

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 13. Oktober 2014 (EB140461)

Erwägungen: 1. Am 28. Juli 2014 stellte das Betreibungsamt Bülach dem Betreibungsschuldner A._____ in der Betreibung Nr. ... für eine Forderung der Stadt Bülach von Fr. 9'293.95 den Zahlungsbefehl zu. A._____ erhob Rechtsvorschlag "mangels neu- em Vermögen" (act. 2; vgl. Art. 265 Abs. 2 und Art. 75 Abs. 2 SchKG). Das Be- treibungsamt legte den Rechtsvorschlag gemäss Art. 265a Abs. 1 SchKG dem Bezirksgericht Bülach vor (act. 1). Mit Verfügung vom 28. August 2014 setzte das Einzelgericht des Bezirksgerichtes Bülach dem Betreibungsschuldner (im Folgenden: Kläger) gestützt auf Art. 98 ZPO eine 10-tägige Frist an, um einen Kostenvorschuss von Fr. 290.– zu leisten (act. 3). Die Verfügung wurde dem Kläger am 3. September 2014 zugestellt (act. 4). Da der Kläger den Kostenvorschuss innert Frist nicht leistete, setzte ihm das Einzelgericht mit Verfügung vom 19. September 2014 in Anwendung von Art. 101 Abs. 3 ZPO eine letzte Frist von 5 Tagen an unter der Androhung, dass bei Säumnis auf die Klage nicht eingetreten würde (act. 6–7). Mit Verfügung vom 13. Oktober 2014 trat das Einzelgericht auf das Begehren um Bewilligung des Rechtsvorschlages mangels neuen Vermögens nicht ein. Es erwog, der Kläger habe den Kostenvorschuss auch innerhalb der angesetzten Nachfrist nicht geleis- tet (act. 9 = act. 12). Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger beim Obergericht mit Eingabe vom 26. Oktober 2014 rechtzeitig Beschwerde (act. 13; vgl. act. 10). Er beantragt, den Entscheid aufzuheben, die Sache zur Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei- sen oder "den Einwand zur Beurteilung des neuen Vermögens" zuzulassen. Er macht geltend, dass die Zahlung von Fr. 290.– am 1. Oktober 2014 (Valuta) frist- gerecht an das Bezirksgericht Bülach erfolgt sei. Die erstinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–10). 2. Die Frist für eine Zahlung an das Gericht ist nach Art. 143 Abs. 3 ZPO einge- halten, wenn der Betrag spätestens am letzten Tag der Frist zugunsten des Ge- richts der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in

der Schweiz belastet worden ist (vgl. den Hinweis in der vorinstanzlichen Verfü- gung vom 28. August 2014, act. 3). Die vorinstanzliche Verfügung vom 19. September 2014 wurde dem Kläger am 24. September 2014 zugestellt (act. 7). Die 5-tägige Nachfrist begann am folgen- den Tag zu laufen und endete am Montag, 29. September 2014 (Art. 142 Abs. 1 ZPO). Laut Buchungsbeleg der Zürcher Kantonalbank vom 19. Oktober 2014, den der Kläger mit seiner Beschwerde eingereicht hat, wurden seinem Bankkonto am 1. Oktober 2014 (Valuta- und Buchungsdatum) zugunsten der Bezirksgerichts- kanzlei Fr. 290.– belastet (act. 15; vgl. act. 8). Am 1. Oktober 2014 aber war die Zahlungsfrist abgelaufen. Der Entscheid der Vorinstanz, auf das Begehren des Klägers nicht einzutreten, erfolgte somit zu Recht (vgl. Art. 59 Abs. 1 und Abs. 2 lit. f ZPO und Art. 101 ZPO). Die Beschwerde ist daher abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Klägers. Beim gegebenen Streitwert von Fr. 9'293.95 ist die Entscheidgebühr nach Mass- gabe der Art. 48 und Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 150.– festzusetzen. Par- teientschädigungen sind nicht zuzusprechen. Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 150.– festgesetzt und dem Kläger auferlegt. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage des Doppels von act. 13, an das Betreibungsamt Bülach sowie an die Vor- instanz, je gegen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 9'293.95. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. M. Isler

versandt am:

Mots-clés

court advancedeadlinenon-entrypayment timingdebt enforcementappealcosts

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the court advance was paid within the deadline under Art. 143(3) ZPO.

Solution extraite

No. The bank debit occurred on 1 October 2014, after the deadline expired on 29 September 2014.

Motifs extraits

The five-day grace period began on 25 September 2014 and ended on Monday, 29 September 2014. Payment is timely only if the amount is debited to a Swiss bank or postal account by the last day of the period; that requirement was not met.

Question juridique clé

Whether the first-instance non-entry decision should be set aside or the matter remitted.

Solution extraite

No. Since the advance was not paid in time, the first instance correctly declined to enter into the claim.

Motifs extraits

The conditions for valid court payment were not fulfilled, so the procedural consequence of non-entry was lawful.

Question juridique clé

Allocation of second-instance costs and party compensation.

Solution extraite

The appellate fee of CHF 150 was imposed on the appellant, and no party compensation was awarded.

Motifs extraits

Costs followed the outcome; no compensation was justified.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.