Inheritance disclaimer fee reduced on appeal

PF170052Tribunal supérieur15 janv. 2018Partially Granted

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

A._____ appealed only the costs set by the District Court of Horgen after the heirs’ disclaimer of inheritance. The Zurich High Court held that the disclaimer recording was a non-contentious inheritance matter and that the disclaiming heirs had to bear the costs because they had invoked the authority for their own interest. However, the CHF 750 fee was considered excessive in view of the simple proceedings, the lack of procedural rulings, and the modest estate value of about CHF 26,000. The fee was reduced to CHF 450 and allocated CHF 300 to A._____ and CHF 150 to B._____. No costs or compensation were imposed for the appeal.

Regeste Omnilex

Art. 570 Abs. 3 ZGB; § 8 Abs. 3 GebV OG; Art. 106 Abs. 3 ZPO: recording of a disclaimer of inheritance is a non-contentious probate matter. The person who requests the official recording acts in his or her own interest and therefore bears the costs. The fee must nevertheless be fixed according to the value of the matter and the court’s time expenditure; where the proceedings are simple and the estate modest, a fee that is disproportionate to the workload is to be reduced. If several disclaiming persons are involved, the costs may be apportioned between them according to their participation and interests (consid. 3).

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: PF170052-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. i ur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin lic. i ur. A. Katzenstein und Oberrichterin lic. i ur. M. Stammbach sowie Gerichtsschreiberin lic. i ur. O. Canal Urteil vom 15. Januar 2018

i n Sachen

A._____, Gesuchsteller und Beschwerdeführer,

sowie

  1. B., 2. C., 3. D., 4. E., Gesuchsteller und Verfahrensbeteiligte,

Nr. 2 - 4 gesetzlich vertreten durch den Beschwerdeführer als Inhaber der elterli- chen Sorge,

betreffend Ausschlagung der Erbschaft (Kostenfolge)

im Nachlass von F., geboren tt. März 1911, von Ri chterswi l und G. ZH, gestorben tt.mm.2016, wohnhaft gewesen in G._____

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes in Erbschaftssachen des Be- zirksgerichtes Horgen vom 15. November 2017 (EN170088)

Erwägungen: 1. 1.1. Am tt.mm.2016 verstarb die am tt. März 1911 geborene F._____ (Erblasse- ri n) mi t letztem Wohnsi tz i n G.. Mit Urteil vom 11. September 2017 eröffnete das Einzelgericht des Bezirksgerichts Horgen (Vori nstanz) die letztwilligen Verfü- gungen der Erblasserin vom 12. September 2006, vom November 2006 sowie vom 26. Dezember 2013. Als gesetzliche Erben hinterliess sie eine Nichte sowie fünf Grossni chten bzw. -neffen (vgl. act. 11/2+3). 1.2. Mit Eingabe vom 24. Oktober 2017 schlugen di e i m Rubrum aufgeführten Personen die Erbschaft aus (vgl. act. 1). Es handelt sich dabei um A., ei nen Grossneffen der Erblasserin, sowie um sei ne vier Kinder (B., C., D., E.). Mit Urteil vom 15. November 2017 nahm die Vorinstanz von der Ausschlagung Vormerk. Die Entscheidgebühr wurde auf Fr. 750.– festgesetzt und den Ausschlagenden zu je ei nem Fünftel auferlegt (vgl. act. 2 = act. 7 = act. 9). Dagegen bzw. gegen den Kostenentscheid führt A._____ mit Eingabe vom 24. November 2017 (Datum Poststempel) rechtzeitig Beschwerde (vgl. act. 8, zur Rechtzeitigkeit siehe act. 3/1). Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen (act. 1-5 und act. 11). Das Verfahren ist spruchreif. 2. 2.1. Ein Kostenentscheid ist selbständig mit Beschwerde anfechtbar (Art. 110 und Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO). Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsan- wendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 2.2. Die Beschwerde wurde auf Französisch verfasst. Da nach Art. 129 ZPO Ver- fahren in der Amtssprache geführt werden, ergeht der obergerichtliche Entscheid in deutscher Sprache (vgl. Art. 48 der Verfassung des Kantons Zürich).

  1. 3.1. Gegen die vorinstanzliche Entscheidgebühr bringt A._____ i m Wesentli chen vor, er habe das Erbe ausgeschlagen, weil er die Erblasserin weder gekannt noch Kenntni s von ihrer Existenz gehabt habe. Die für die Protokollierung der Aus- schlagung bzw. den entsprechenden Entscheid festgesetzte Gebühr von Fr. 750.– sei wi llkürli ch und unverhältni smässi g. Im Kanton Jura würde man hi er- für etwa Fr. 10.– verlangen (vgl. act. 8). 3.2. Geht bei der zuständigen Behörde – im Kanton Zürich das Einzelgericht am letzten Wohnsitz des Erblassers (Art. 54 Abs. 2 f. SchlT ZGB i.V.m. Art. 28 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 137 lit. e GOG) – eine Ausschlagungserklärung ein, hat sie diese zu protokollieren (vgl. Art. 570 Abs. 3 ZGB). Die Kosten der Protokollierung trägt die Person, welche die Ausschlagung erklärt. Dies erscheint gerechtfertigt, ruft die ausschlagende Person die Behörden doch im eigenen Interesse, etwa zur Ver- hinderung der gesetzlichen Haftung für allfällige Schulden des Erblassers an (vgl. zum Ganzen OGer ZH PF170008 vom 5. April 2017 und OGer ZH PF130062 vom 10. Dezember 2013 mit Verweis auf OGer ZH LF110081 vom 16. August 2011 und OGer ZH PF110044 vom 15. September 2011, si ehe auch E NGLER/JENT- S ØRENSEN, Behördliche Mitwirkung beim Erbgang – Mechanik eines "eigenarti- gen" Verfahrens, in: SJZ 113 (2017), S. 426 mit Hinweis auf OGer ZH, PF160004 vom 22. Februar 2016). A._____ und seine Kinder haben um Protokollierung i hrer Ausschlagungserklärung bei der Vorinstanz ersucht und diese dadurch i n ei ge- nem Interesse zum Handeln veranlasst. Sie haben folglich die Kosten zu tragen. 3.3. Die Protokollierung der Erbausschlagung gehört zur sogenannten freiwilligen Gerichtsbarkeit bzw. zur nichtstreitigen Erbschaftsangelegenheit. Nach § 8 Abs. 3 der Gebührenverordnung des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (GebV OG, LS 211.11) ist die Gerichtsgebühr nach dem Int e- ressewert und dem Zeitaufwand des Gerichts festzusetzen und bewegt sich in der Regel im Rahmen von Fr. 100.– bis Fr. 7'000.–. Die Vorinstanz hat ihren Entscheid über die Höhe der Prozesskosten nicht begründet. In der Regel verlangen die für die Protokollierung der Ausschlagungs-

erklärung zuständigen Gerichte Fr. 150.– pro Person (vgl. z.B. OGer ZH LF160076 vom 28. November 2016 und OGer ZH PF160004 vom 22. Februar 2016). Es kann davon ausgegangen werden, dass die Vorinstanz die Gebühr ge- stützt auf diese Praxi s auf Fr. 750.– festgesetzt hat. Vorliegend entspri cht diese Gebührenhöhe nicht dem Interessewert. Die Klärung der Erbenstellung der Aus- schlagenden führte zu keinem grossen Aufwand (vgl. act. 7 S. 3 Mitte) und es wa- ren keine prozessleitenden Entscheide zu treffen. Das Verfahren erweist sich – wie auch der angefochtene Entscheid zeigt – als eher unterdurchsc hni tt li ch auf- wändig. Zudem beträgt der mutmassliche Nachlasswert lediglich Fr. 26'000.– (vgl. act. 11/2/1). Auch diesbezüglich erscheint die Entscheidgebühr der Vorinstanz als übersetzt. Es rechtfertig sich daher, die Gerichtsgebühr auf Fr. 450.– festzuset- zen. Sind am Prozess mehrere Personen als Haupt- oder Nebenparteien betei- ligt, so bestimmt das Gericht ihren Anteil an den Prozesskosten (vgl. Art. 106 Abs. 3 ZPO). Vorliegend erschei nt es angemessen, A., der für si ch und sei- ne drei minderjährigen Kinder (C., D., E.) um Protokollierung der Ausschlagungserklärung ersuchte, Fr. 300.– und B._____ Fr. 150.– aufzuer- legen. 4. Umständehalber sind für das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erheben. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen.

Es wird erkannt: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des Urteils des Einzelgerichts in Erbschaftssachen des Bezirksgerichtes Horgen vom 15. November 2017 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt: " 3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 450.00. 4. Die Kosten werden A._____ im Umfang von Fr. 300.00 und B._____ im Umfang von Fr. 150.00 auferlegt." 2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an den Beschwerdeführer und die Verfahrensbeteilig- ten sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt weniger als Fr. 30'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zi vi lk a mme r

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. O. Canal

versandt am:

Mots-clés

inheritance disclaimercourt feescost allocationnon-contentious proceedingsestate administrationappealproportionality

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the district court fee for recording the disclaimer of inheritance was excessive and had to be reduced

Solution extraite

The fee was reduced to CHF 450 because the case was simple, of limited economic interest, and the original amount did not fit the workload or value of the estate.

Motifs extraits

The disclaimer recording is a non-contentious inheritance matter. The disclaiming parties triggered the authority’s action in their own interest and must bear the costs, but the fee must still reflect the interest value and time spent under the cantonal fee rules.

Question juridique clé

How the first-instance costs should be allocated among the disclaiming heirs

Solution extraite

Costs were reallocated to CHF 300 for A._____ and CHF 150 for B._____

Motifs extraits

Because A._____ acted for himself and three minor children, a differentiated allocation of the reduced fee was appropriate.

Question juridique clé

Whether costs should be charged for the appeal proceedings

Solution extraite

No costs were charged for the appeal proceedings and no party compensation was awarded.

Motifs extraits

The circumstances justified waiving appeal costs and denying compensation.

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