Guardianship authority lacks standing for indirect cost consequences

NX060045Tribunal supérieur12 juil. 2006Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Obergericht dismissed an appeal by a guardianship authority against a district council order requiring a child’s guardian to accompany the child personally during visits with the father. It held that the authority lacked standing because the order did not directly impose procedural costs or compensation; the expected financial burden was only indirect. As a result, the court did not enter into the appeal and charged the appeal costs to the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 420 ZGB; § 280a ZPO; standing of the guardianship authority to appeal. A guardianship authority has recourse only where the contested decision directly burdens it with procedural costs or with compensation to the opposing party. Possible financial consequences resulting indirectly from the implementation of a child-protection measure, even if considerable, do not suffice to establish legitimation to appeal (consid. on established case law).

Texte intégral

Art. 420 ZGB, § 280a ZPO, Legitimation der Vormundschaftsbehörde. Die Behörde ist legitimiert, wenn ihr direkt Verfahrenskosten auferlegt werden, nicht aber, wenn eine Anordnung für sie wahrscheinlich Kostenfolgen haben wird. (Der Bezirksrat ordnete an, dass der Beistand eines Kindes dieses für die Besuche des Vaters persönlich zu begleiten habe. Die Vormundschaftsbehörde weigerte sich zuerst blank, die Anordnung umzusetzen, mit der Begründung, dass das zu viel koste; im Übrigen sei es ungewöhnlich, und eine so weitgehende An- ordnung werde auch von Fachleuten nicht befürwortet. Als der Bezirksrat die Er- satzvornahme androhte, bestellte die Vormundschaftsbehörde weisungsgemäss den Beistand, rekurrierte aber gleichzeitig gegen den Beschluss des Bezirksrates. Der Antrag, diesem Rekurs die vom Bezirksrat entzogene aufschiebende Wirkung wieder zuzuerkennen, wies der Vorsitzende der Kammer ab.) In der Sache erwog die Kammer was folgt: "Bereits in der Verfügung des Vorsitzenden vom 3. Juli 2006 wurde darauf hingewiesen, dass die Legitimation der Vormundschaftsbehörde zum Rekurs fraglich sei. Daran ist festzuhalten. Das Obergericht gesteht einer Vormund- schaftsbehörde die Legitimation zum Rekurs nach Art. 420 ZGB / § 280a ff. ZPO in konstanter Praxis nur dann zu, wenn ihr direkt Verfahrenskosten auferlegt wer- den oder sie zur Zahlung einer Prozessentschädigung an eine Gegenpartei ver- pflichtet wird (ZR 104/2005 Nr. 17 und zahlreiche andere Entscheide). Die be- treffende Gemeinde kann mit erheblichen Kosten belastet werden, wenn sie als Beistand eine professionelle bezahlte Fachperson einsetzen muss und wenn sie auf die Eltern nicht zurückgreifen kann. Das kann die Verantwortlichen in Zeiten angespannter öffentlicher Finanzen vor schwierige Probleme stellen (auch wenn diese Kosten wohl im Sinne des Budgetrechtes "gebunden" sein dürften), und in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit dürfte es auch nicht möglich sein, einen privaten Beistand oder eine private Beiständin zu gewinnen und angemessen auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Das sind aber gleichwohl nur indirekte Folgen der

Anordnungen des Bezirksrates, und sie können der Vormundschaftsbehörde die Legitimation zum Rekurs nicht verschaffen. Auf diesen ist nicht einzutreten, Die Kosten des Rekursverfahren gehen zu Lasten der Rekurrentin. Obergericht, II. Zivilkammer Beschluss vom 12. Juli 2006 NX060045

Mots-clés

standingguardianship authoritycost consequenceschild protectionappeal admissibility

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the guardianship authority had standing to appeal against the district council’s order under Art. 420 ZGB / § 280a ZPO.

Solution extraite

The guardianship authority is entitled to appeal only when procedural costs are directly imposed on it or it is ordered to pay compensation; merely probable indirect cost consequences do not confer standing.

Motifs extraits

The court adhered to its established case law. Although the order could entail substantial practical and budgetary burdens, these were only indirect consequences of the measure. Such indirect effects are insufficient to justify appellate standing.

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