Late appeal dismissed as untimely after deemed service

NP120013Tribunal supérieur13 août 2012Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court held that the defendant’s appeal against the Horgen District Court judgment was late. Because the defendant knew of the pending proceedings, the uncollected registered judgment was deemed served seven days after the postal notice, and the 30-day appeal period had expired long before the appeal was filed in July 2012. The court therefore refused to enter into the appeal. It set the second-instance fee at CHF 1,500, charged it to the defendant, and denied the plaintiff any party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO; deemed service of an uncollected registered court delivery and commencement of the appeal period. If a party knows of pending proceedings and must expect service, an uncollected registered judgment is deemed served on the seventh day after the failed delivery attempt; the statutory appeal period runs from that date. An appeal filed after expiry of that period is inadmissible. Costs follow the result under Art. 106 Abs. 1 ZPO; party compensation requires compensable effort under Art. 95 Abs. 3 ZPO.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: NP120013-O/U.doc

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, und Dr. G. Pfister, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. Ch. Bas-Baumann Beschluss vom 13. August 2012

in Sachen

A._____, Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____, Klägerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Vertreter Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Forderung / Herausgabe

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 31. Oktober 2011 (FV110055)

Erwägungen: 1. a) Mit Urteil vom 31. Oktober 2011 hiess die Vorinstanz die gegen den Beklagten angehobene Klage gut und verpflichtete den Beklagten, der Kläge-

rin Fr. 20'308.60 nebst Zins zu bezahlen und verschiedene Gegenstände heraus- zugeben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten (Urk. 22). Die Vorinstanz stellte dem Beklagten das begründete Urteil vom 31. Ok- tober 2011 an die dem Gericht bekannte, vom Beklagten bestätigte und derzeit aktuelle Adresse des Beklagten zu (Urk. 14; Urk. 19; Urk. 21). Diese mit Gerichts- urkunde versandte Sendung wurde von der Post retourniert (Urk. 17/2). Aus dem dazugehörigen Sendeauftrag geht hervor, dass das Urteil vom 31. Oktober 2011 dem Beklagten am 25. Januar 2012 zur Abholung gemeldet wurde und nach Ab- lauf der siebentägigen Frist retourniert wurde (Urk. 17/2). b) Gemäss Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO gilt bei einer eingeschriebenen Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, die Zustellung am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit einer Zu- stellung rechnen musste. Da der Beklagte von dem hängigen Verfahren wusste (Urk. 5; Urk. 8/2; Urk. 10; Urk. 12, Urk. 13/2; Urk. 14; Urk. 16; Urk. 19) und mit ei- ner Zustellung des Gerichtes rechnen musste, gilt das ihm erfolglos zugestellte, begründete Urteil vom 31. Oktober 2011 am 1. Februar 2012 als zugestellt. Die 30-tägige Berufungsfrist lief demnach am 2. März 2012 ab. Die vom Beklagten dagegen am 17. Juli 2012 (Poststempel 14. Juli 2012) erhobene Berufung (Urk. 21) ist damit verspätet, womit auf diese nicht einzutreten ist. c) Mit Schreiben vom 23. Juli 2012 zeigte Rechtsanwalt X._____ seine Mandatsübernahme an und erbat um Zustellung eines Zustellungsnachweises des Urteils vom 31. Oktober 2011 (Urk. 24 und 25). Urk. 17/2 wurde Rechtsanwalt X._____ daraufhin zugestellt (Urk. 26). Danach liess sich Rechtsanwalt X._____ nicht mehr vernehmen, weshalb das Verfahren abzuschliessen ist. 2. a) Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind in An- wendung von § 4 Abs. 1 und 2; § 10 Abs. 1 und 12 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'500.– festzulegen und ausgangsgemäss dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). b) Der Klägerin ist mangels relevanter Umtriebe im Berufungsverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden dem Beklagten aufer- legt. 4. Es wird keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines Kopie von Urk. 21, sowie an das Bezirksgericht Horgen, Einzelgericht, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 23'280.40. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 13. August 2012

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Bas-Baumann

versandt am: mc

Mots-clés

late appealdeemed serviceregistered mailadmissibilityappeal deadlinecourt costsparty compensation

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the first-instance judgment was filed within the statutory time limit

Solution extraite

The appeal was filed after expiry of the 30-day appeal period because service was deemed completed on 2012-02-01.

Motifs extraits

An uncollected registered postal delivery is deemed served on the seventh day after the failed delivery attempt if the recipient had to expect service. Since the defendant knew of the pending proceedings, the first-instance judgment was deemed served on 2012-02-01; the appeal deadline expired on 2012-03-02.

Question juridique clé

Costs and party compensation for the appellate proceedings

Solution extraite

Court costs were imposed on the defendant, and no party compensation was awarded to the plaintiff because no relevant expense was shown.

Motifs extraits

Costs follow the outcome under Art. 106(1) CPC, and no compensable effort by the respondent was established under Art. 95(3) CPC.

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