Late rejection of settlement proposal is deemed accepted

MM130346-L/UTribunal de district de Zurich5 nov. 2013Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

After conciliation in a tenancy dispute, the Schlichtungsbehörde Zürich had issued a settlement proposal under Art. 210 ZPO. The tenant rejected it only after 22 days, although the statutory deadline was 20 days. The authority held that the rejection was therefore untimely, that the proposal was deemed accepted and had the effect of a final judgment, and that no litigation authorization could be granted. It accordingly dismissed the proceedings as concluded. The authority also noted that the question of timeliness could be reviewed in later merits or enforcement proceedings, and that the party could seek restoration of the missed time limit under Art. 148 ZPO if the requirements were met.

Regeste Omnilex

Art. 211 Abs. 1 ZPO; untimely rejection of a settlement proposal and its effects; a settlement proposal not rejected within the statutory period is deemed accepted and has the effect of a final judgment. The conciliation authority must then deny litigation authorization and strike the matter from the docket. The question whether the rejection was timely may still be examined in subsequent merits or enforcement proceedings. A party that missed the deadline may, if the requirements are met, seek restoration of the time limit under Art. 148 ZPO. A complaint against the conciliation authority’s decision is excluded; the party is to be directed to commence proceedings before the competent court within the statutory period (consid. not specified).

Texte intégral

ZMP 2013 Nr. 7 Wird ein Urteilsvorschlag nicht innert Frist abgelehnt, hat er die Wirkung ei- nes rechtskräftigen Entscheides. Die Schlichtungsbehörde Zürich stellte in einem Beschluss fest, dass die Ablehnung des Urteilsvorschlages nicht rechtzeitig erfolgte und schrieb das Verfahren als erledigt ab. Der Kläger (Mieter) hatte den Urteilsvorschlag der Schlichtungsbehörde Zürich nach 22 Tagen und nicht wie gesetzlich vorgesehen innert 20 Tagen abgelehnt. Die Schlichtungsbehörde stellte fest, dass die Ablehnung nicht rechtzeitig erfolgt sei, erteilte keine Klagebewilligung und schrieb das Verfahren durch rechtskräfti- gen Urteilsvorschlag erledigt ab. Die Frage der Rechtzeitigkeit der Ablehnung kann ebenfalls im anschliessenden Erkenntnis- bzw. Vollstreckungsverfahren be- urteilt werden. Da eine Beschwerde ausgeschlossen ist (vgl. H ONEGGER in: Sutter-Somm/Hasen- böhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., Art. 211 N 11), wies die Schlichtungs- behörde die ablehnende Partei darauf hin, dass sie beim Mietgericht innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Beschlusses Klage einreichen könne, wobei sie in der Klageschrift darzutun hätte, warum fälschlicherweise keine Klagebewilli- gung erteilt worden sei. Ergänzend ist festzuhalten, dass die betreffende Partei die versäumte Frist durch ein entsprechendes Wiederherstellungsgesuch an die Schlichtungsbehörde wie- derherstellen lassen könnte, falls die Voraussetzungen von Art. 148 ZPO erfüllt wären. Aus dem Beschluss der Schli chtungsbehörde Züri ch vom 5. November 2013: "Anlässlich der Schlichtungsver hand l ung vom _. September 2013 konnte zwi- schen den Parteien keine Einigung erzielt werden. In der Folge hat die Schlich- tungsbehörde in Anwendung von Art. 210 Abs. 1 lit. b ZPO den Parteien einen Ur- teilsvorschlag unterbreitet und festgestellt, dass die Kündigung vom _. März 2013

per 30. September 2013 gültig ist sowie dass das Mietverhältnis einmalig und de- finitiv bis und mit 30. September 20_ erstreckt wird. (...) Mit Schreiben vom _. Oktober 2013 (Datum des Poststempels) lehnte der Kläger den Urteilsvorschlag ab. Die Ablehnung erfolgte jedoch nicht rechtzeitig innert der Frist von 20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung. Somit gilt der Urteilsvorschlag als angenommen und hat die Wirkungen eines rechtskräftigen Entscheids (Art. 211 Abs. 1 ZPO). (...) Die Schlichtungsbehörde beschliesst: 1. Es wird festgestellt, dass die Ablehnung des Urteilsvorschlages ni cht recht- zeitig erfolgte. 2. Es wird keine Klagebewilligung erteilt und das Verfahren wird als durch rechtskräftigen Urteilsvorschlag erledigt abgeschrieben. (...)

Hinweis: Die ablehnende Partei kann beim Mietgericht innert 30 Tagen (Art. 209 Abs. 3 und 4 ZPO) seit Zustellung dieses Beschlusses Klage einreichen. Sie hat in der Klageschrift darzutun, warum fälschlicherweise keine Klagebewilligung erteilt worden ist."

Zürcher Mietrechtspraxis (ZMP): Entscheidungen des Mietgerichtes und der Schlichtungsbehör- de des Bezirkes Zürich. Ausgabe 2013, 23. Jahrgang.

Herausgegeben vom Mietgericht des Bezirkes Zürich, Postfach, 8026 Zürich © Mietgericht des Bezirkes Zürich, Redaktion: lic. iur. F. Saluz, Leitender Gerichtsschreiber

Mots-clés

tenancyconciliationsettlement proposaldeadlinefinal judgmentlitigation authorizationrestoration of time limit

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the tenant's rejection of the settlement proposal was timely under Art. 211 ZPO.

Solution extraite

The rejection was untimely; the proposal was deemed accepted and had the effect of a final judgment.

Motifs extraits

Because the rejection was made after the 20-day deadline, the legal consequence under Art. 211 ZPO followed automatically.

Question juridique clé

Whether a litigation authorization should be issued after the untimely rejection.

Solution extraite

No litigation authorization was issued because the conciliation proposal was already deemed accepted and the case was terminated.

Motifs extraits

Once the proposal has the effect of a final judgment, the conciliation authority closes the file instead of issuing a permit to sue.

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