Revision inadmissible without a final appealable decision

MK130433-L/UTribunal de district de Zurich23 juil. 2013Inadmissible

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Résumé Omnilex

The claimant requested revision of a conciliation authority decision that had recorded non-accord and had granted leave to sue. The conciliation authority declared the revision request inadmissible because the challenged acts were not final decisions. On complaint, the Obergericht did not enter into the matter due to insufficient reasoning, and observed that revision under Art. 328 ZPO is limited to final decisions on the merits or other revisionable decisions with res judicata effect. A leave-to-sue decision merely records failed conciliation and is therefore not revisable.

Regeste Omnilex

Art. 328 Abs. 1 ZPO; revision only of rechtskräftige, revisionsfähige Entscheide: Revision setzt ein Anfechtungsobjekt voraus, das materielle Rechtskraft entfaltet. Nicht revisionsfähig sind blosse prozessuale Vorakten der Schlichtungsbehörde, namentlich die Feststellung der Nichteinigung und die Erteilung der Klagebewilligung, da damit weder materiell noch prozessual über den Streitgegenstand entschieden wird. Eine Klagebewilligung stellt keinen Prozessentscheid mit materieller Rechtskraft dar, sondern dokumentiert lediglich das Scheitern der Einigung (consid. 2.4).

Texte intégral

ZMP 2013 Nr. 6 Nichteintreten zufolge fehlendem Anfechtungsobjekt Der Kläger reichte bei der Schlichtungsbehörde ein Revisionsgesuch ein und be- antragte, der frühere Beschluss der Schlichtungsbehörde, mit welchem dem Klä- ger die Klagebewilligung erteilt wurde, sei aufzuheben. Die Schlichtungsbehörde fällte einen Nichteintretensentscheid. Aus dem Beschluss der Schlichtungsbehörde vom 23. Juli 2013: "1. Gemäss Art. 328 Abs. 1 ZPO kann eine Partei unter Erfüllung bestimmter Voraussetzungen beim Gericht, das als letzte Instanz in der Sache entschieden hat, die Revision eines rechtskräftigen Entscheides verlangen. 2. Vorliegend scheitert das Revisionsgesuch bereits mangels Vorliegen eines revisionstauglichen Objekts, da es sich weder bei der Feststellung der Nichteini- gung nach Durchführung der Schlichtungsverhandlung vom X. Juni 2013 (Prot. S. X im Verfahren Geschäfts-Nr. MM13XXXX) noch bei der in der Folge erteilten Klagebewilligung (act. X im Verfahren Geschäfts-Nr. MM13XXXX) um rechtskräf- tige Entscheide handelt. Auf das Revisionsgesuch ist deshalb nicht einzutreten." Aus dem Beschluss des Obergerichts vom 12. September 2013: (Das Obergericht trat zufolge ungenügender Begründung auf die Beschwerde nicht ein.) "2.4 Der Vollständigkeit halber bleibt Folgendes anzufügen: Die Vorinstanz trat richtigerweise auf das Revisionsgesuch nicht ein. Der Revision zugänglich sind nur rechtskräftige Sachentscheide, in welchen das Gericht über die materielle Be- gründetheit eines Anspruchs befindet. Hierzu gehören auch Revisionsentscheide, Prozessbeendigungen durch Parteidispositionen (Vergleich; Rückzug; Anerken- nung) sowie Prozessentscheide, die bezüglich der im Zeitpunkt der Entscheidfäl- lung fehlenden Prozessvoraussetzung in materielle Rechtskraft erwachsen (vgl. dazu ZK ZPO-Freiburghaus/Afheldt, 2. Aufl., Art. 328 N 6). Selbst wenn die Ver-

treter des Beklagten zum Zeitpunkt der Schlichtungsverhandlung und Erteilung der Klagebewilligung nicht gehörig bevollmächtigt waren (vgl. act. 15/1/11 u. 12), handelt es sich bei der Klagebewilligung nicht um einen Prozessentscheid, wel- cher in materielle Rechtskraft erwächst. Im Beschluss betreffend Klagebewilligung wird weder materiell noch prozessual etwas entschieden, sondern es wird nur die Nichteinigung der Parteien festgehalten. Dass sich die Parteien im Schlichtungs- verfahren geeinigt haben, behauptet auch der Kläger richtigerweise nicht."

Zürcher Mietrechtspraxis (ZMP): Entscheidungen des Mietgerichtes und der Schlichtungsbehör- de des Bezirkes Zürich. Ausgabe 2013, 2 3. Jahrgang.

Herausgegeben vom Mietgericht des Bezirkes Zürich, Postfach, 8026 Zürich © Mietgericht des Bezirkes Zürich, Redaktion: lic. iur. F. Saluz, Leitender Gerichtsschreiber

Mots-clés

revisionappealable objectconciliation authorityleave to suefinal decisionres judicatainadmissibilitynon-entry

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether a conciliation protocol/non-accord finding and the subsequent leave-to-sue decision are revisable under Art. 328 ZPO.

Solution extraite

Revision is unavailable because neither the non-accord finding nor the leave-to-sue decision is a final decision on the merits or otherwise a revisionable object.

Motifs extraits

Art. 328 ZPO applies only to final decisions; a leave-to-sue decision merely records that no settlement was reached and does not decide the dispute materially or procedurally with res judicata effect.

Question juridique clé

Whether the complaint against the non-entry ruling was admissible before the Obergericht.

Solution extraite

No; the Obergericht did not enter into the complaint because it was insufficiently reasoned.

Motifs extraits

The court noted in passing that the lower authority rightly refused to hear the revision request, but the complaint itself failed on the required substantiation.

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