Appeal inadmissible due to late filing in summary proceedings

LD160001Tribunal supérieur18 avr. 2016Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Zurich High Court dealt with an appeal in a summary debtor-instruction matter. The first-instance judgment had been served on the appellant’s authorized child and youth welfare center on 2016-03-18. Because the appeal period in summary proceedings is ten days and the statutory suspension of deadlines does not apply, the deadline expired on 2016-03-29. The appeal was posted only on 2016-04-04 and was therefore late. The court refused to enter into the appeal, set appellate costs at CHF 500 and charged them to the appellant, and denied the respondent any party compensation.

Regeste Omnilex

Art. 314 Abs. 1 ZPO, Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO; Berufungsfrist im summarischen Verfahren: Die Berufungsfrist beträgt zehn Tage; der Fristenstillstand gilt in summarischen Verfahren nicht. Wird die Berufung erst nach Ablauf der Frist der Post übergeben, ist auf sie nicht einzutreten. Auf den ausdrücklichen Hinweis der Vorinstanz auf die Nichtgeltung der gesetzlichen Stillstände kommt es nicht entscheidend an, da die Rechtslage sich unmittelbar aus Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO ergibt (consid. betreffend Fristenlauf). Die Kosten folgen dem Unterliegerprinzip; mangels wesentlicher Umtriebe ist keine Parteientschädigung geschuldet.

Texte intégral

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: LD160001-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- ber lic. i ur. A. Baumgartner Beschluss vom 18. April 2016

i n Sachen

A._____, Gesuchstellerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

B._____, Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Anweisung an den Schuldner

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 15. März 2016 (EF150005-F)

Nach Ei nsi cht i n di e Berufungsschri ft der Gesuchstelleri n und Berufungsklä- gerin (fortan Gesuchstellerin) vom 4. April 2016 (gleichentags zur Post gegeben; Urk. 39), nach Einsicht in das angefochtene Urteil vom 15. März 2016 (Urk. 35), wel- ches das bevollmächtigte (Urk. 2) Kinder- und Jugendhilfezent r um C._____ für die Gesuchstellerin am 18. März 2016 in Empfang genommen hat (vgl. Urk. 36/1 und Urk. 38), da im vorliegenden summarischen Verfahren die Berufungsfri st zehn Tage beträgt (Art. 314 Abs. 1 ZPO, vgl. auch Urk. 35 S. 21 Dispositivziffer 7), da der Fristenstillstand gemäss Art. 145 Abs. 1 ZPO für das summarische Verfahren nicht gilt (Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO), da die Vorinstanz im Dispositiv des Urteils explizit darauf hingewiesen hat, dass die gesetzlichen Fristenstillstände aufgrund von Art. 145 Abs. 2 ZPO nicht gelten (Art. 145 Abs. 3 ZPO), da somit vorliegend die Berufungsfrist am 29. März 2016 abgelaufen ist (Art. 142 Abs. 1 und 3 ZPO), da Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post übergeben werden müssen (Art. 143 Abs. 1 ZPO), da die am 4. April 2016 zur Post gegebene Berufung daher verspätet ist, weshalb darauf nicht einzutreten ist, da die Gerichtskosten des Berufungsverfahre ns i n Anwendung von § 1 lit. b, § 2, § 6 Abs. 1 in Verbindung mit § 5 Abs. 1, § 8 Abs. 1, § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 500.– festzusetzen si nd und die Kosten des Beru- fungsverfahrens gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO der Gesuchstellerin aufzuerle- gen sind,

da dem Gesuchsgegner und Berufungsbeklagten (fortan Gesuchsgegner) mangels wesentlicher Umtriebe für das Berufungsverfa hre n kei ne Entschädi gung zuzuspreche n i st, wird beschlossen: 1. Auf die Berufung der Gesuchstellerin wird nicht eingetreten. 2. Die Entschei dgebühr des Berufungsverfa hre ns wird auf Fr. 500.– festge- setzt. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Gesuchstellerin auferlegt. 4. Dem Gesuchsgegner wird für das Berufungsverfahren keine Parteientschä- digung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsgegner unter Beilage der Doppel der Urk. 39 und 43/3-7, sowie an die Vorinstanz, je gegen Emp- fangsschei n. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Ar t. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt Fr. 30'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 18. April 2016

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: se

Mots-clés

appeal deadlinesummary proceedingsnon-entrylate filingcostsparty compensationdebtor instruction

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the appeal against the summary-proceedings judgment was filed in time

Solution extraite

The appeal was filed after expiry of the ten-day appeal period and therefore could not be heard.

Motifs extraits

In summary proceedings the appeal period is ten days. The statutory suspension of time limits does not apply, and the first-instance court expressly pointed this out. Since the judgment was received on 2016-03-18, the deadline expired on 2016-03-29; the appeal posted on 2016-04-04 was late.

Question juridique clé

Allocation of appellate costs and party compensation

Solution extraite

Appellate costs of CHF 500 were imposed on the appellant, and no party compensation was awarded to the respondent.

Motifs extraits

Because the appellant failed in the appeal, costs followed the result. The respondent had no essential expenses warranting compensation.

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